Nutzerbedürfnisse entschlüsseln: Markt- und Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliothe...
Download
1 / 103

Nutzerbedürfnisse entschlüsseln: Markt- und Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1) - PowerPoint PPT Presentation


  • 114 Views
  • Uploaded on

Nutzerbedürfnisse entschlüsseln: Markt- und Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1). Dr. Doreen Siegfried (ZBW) Sebastian Nix (WZB) Berlin, WZB, 20.5.2011. I. Grundlagen Markt- und Nutzerforschung: Cui bono ?

loader
I am the owner, or an agent authorized to act on behalf of the owner, of the copyrighted work described.
capcha
Download Presentation

PowerPoint Slideshow about 'Nutzerbedürfnisse entschlüsseln: Markt- und Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)' - paulette


An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript

Nutzerbedürfnisse entschlüsseln: Markt- und Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

Dr. Doreen Siegfried (ZBW) Sebastian Nix (WZB)

Berlin, WZB, 20.5.2011


  • I. Grundlagen Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Markt- und Nutzerforschung: Cui bono?

  • „König, kläre die Begriffe“: Marktforschung, Nutzerforschung, Benutzungsforschung

  • Ein Blick zurück: Benutzerforschung in Bibliotheken

  • Vorab: Rechtliche und ethische Aspekte

  • Idealtypischer Ablauf eines Marktforschungsprozesses

  • Typen von Untersuchungen: explorativ, deskriptiv, kausal

  • Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an Marktforschungsuntersuchungen


  • II. Informationsquellen und Untersuchungsdesgin Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Primär- oder Sekundärforschung?

  • Kriterien zur Kennzeichnung des Untersuchungsdesigns

  • Quantitativ oder qualitativ?

  • Vier typische Untersuchungsdesigns

  • III. Auswahlverfahren für Stichproben

  • Die Grundgesamtheit – oder: Um wem geht es?

  • Vollerhebung oder Teilerhebung?

  • Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren

3


  • IV. Erhebungstechniken Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Befragungen

  • Spezielle Formen von Befragungen: Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Beobachtungen

  • V. Datenauswertung und -aufbereitung

  • Verfahren der Datenauswertung

  • Ein wenig deskriptive Statistik

  • Ergebnispräsentation

4


  • VI. Ein erster Blick auf die Praxis Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Generelle Probleme bei empirischen Untersuchungen und mögliche Lösungen

  • Nutzerbefragungen

  • Mystery Shopping

  • Usability-Untersuchungen

  • Arbeitsumfeld-Gestaltung

  • VII.Weiterführende Informationen

  • Literatur: Kontext und Methoden

  • Literatur: Beispiele aus der Praxis

  • Internetressourcen

5


I. Grundlagen Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

6


Markt- und Nutzerforschung: Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)Cui bono?

  • Ein verändertes Umfeld …

  • Herausforderungen für die bibliothekarische Arbeit:

    • Wachsende Bedeutung internetbasierter Informationsangebote und permanente, extern induzierte technische Innovationen (Web 2.0, Linked Open Data und Semantic Web …)

    • Verändertes Nutzerverhalten und veränderte Nutzererwartungen („Generation Google“)

    • Paradigmenwechsel: vom „Informationsbesitz“ zum „Informationszugang“

    • Neue Aufgaben und Erwartungen der Unterhaltsträger: Open Access, Forschungsdaten-Management, virtuelle Forschungsumgebungen, Bibliometrie …

    • Begrenzte Ressourcen (Sachmittel, Personal)

    • Steigender Kostendruck, sowohl wegen Preissteigerungen für die „Ware Information“ (Zeitschriftenkrise, Kosten für elektronische Ressourcen) als auch wegen verkürzter Investitionszyklen für die Bereitstellung einer zeitgemäßen technischen Infrastruktur (Beispiel: statt Metasuche heute Aufbau zentraler Suchindizes)

7


Quelle: Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)Hagenhoff 2008, S. 31

Markt- und Nutzerforschung: Cui bono?

  • … und die Konsequenzen (1)

  • Systematisches Management von Innovationsprozessen als Schlüsselelement strategischen Bibliotheksmanagements, im Idealfall unter Einbeziehung der Kunden („open innovation“), denn: „Im Dienstleistungssektor ist der Kunde oft passiv oder aktiv am Dienstleistungsprozess beteiligt und nimmt so Einfluss auf die Güte der Dienstleistung. […] Daher ist es nahe liegend, den Kunden aktiv in den Innovationsprozess einer Dienstleistung mit einzubinden.“ (Georgy 2009, 12)

8


Quelle: Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)Georgy 2010, 12

Markt- und Nutzerforschung: Cui bono?

  • … und die Konsequenzen (2)

  • Unzureichende Verankerung von Innovationsmanagement in Bibliotheken: „Die Ergebnisse [einer Befragung unter 36 deutschen Informationsdienstleistern im Jahr 2009] zeigen, dass die befragten Einrichtungen dem Thema Innovation einen hohen Stellenwert beimessen, dass es bzgl. der Strukturen aber Defizite gibt. Insbesondere gilt es, [für] ein systematisches Innovationsmanagement die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, die sich u. a. auf Verantwortlichkeiten, Know-how und Konzepte beziehen.“ (Georgy 2010, 29)

  • Systematische Marktforschung – als wesentlicher Baustein „offener“ Innovationsprozesse – bei Informationsdienstleistern offenbar keine Selbstverständlichkeit

9


„König, kläre die Begriffe“ Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Marktforschung

  • Definition: Marktforschung bezeichnet die systematisch betriebene Erforschung der Märkte, d.h. des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage

  • Ziel: Bereitstellung von objektiven Informationen und Analysen als Entscheidungsgrundlage für Managemententscheidungen des Unternehmens/ der Institution

  • Motivation:

    • Änderung gesellschaftliches, politisches, technologisches, rechtliches Umfeld

    • Änderung Konsumenten- bzw. Nutzerverhalten

    • Änderung der Wirkung von Marketingmaßnahmen

10


„König, kläre die Begriffe“ Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Benutzer- und Benutzungsforschung

  • Im bibliothekarischen Kontext häufig Fokussierung von Marktforschungsaktivitäten auf Benutzer und deren Erwartungen, Verhalten usw.; in diesem Kontext zuweilen noch Differenzierung von „Benutzerforschung“ und „Benutzungsforschung“, wobei diese Unterscheidung mittlerweile nicht mehr zwingend erscheint

  • Benutzerforschung: „Teilgebiet der Bibliothek- und Informationswiss., das die Interaktionen des Benutzers mit Medien, Räumen oder anderen Menschen untersucht. Bis heute überwiegt die angewandte Forschung, die mit standardisiertem Instrumentarium die Bedürfnisse der Benutzer und die Dienstleistungen einer einzelnen Einrichtung evaluiert, um deren Angebote zu optimieren. […] wird auch als Instrument der Marktforschung bei der Produkt- und Serviceentwicklung eingesetzt.“ (Greifeneder 2009, 62)

  • Benutzungsforschung: „Im Unterschied zur Benutzerforschung fragt die B. nach der Art und Weise der Benutzung bestimmter Informationssysteme …“ (Hobohm 2009, 66)

11


Ein Blick zurück: Benutzerforschung in Bibliotheken Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Benutzerforschung in Deutschland: kurze historische Betrachtung (1)

  • Herausbildung der auf die Bestandsnutzung ausgerichteten Gebrauchs- und Ausleihbibliotheken (prototypisch: die 1737 eröffnete UB Göttingen), verstärkt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und Professionalisierungstendenzen im Bibliothekswesen (Martin Schrettinger, Karl Dziatzko, Friedrich Althoff …) als notwendige Voraussetzungen für eine Berücksichtigung der Nutzerperspektive im Rahmen der bibliothekarischen Arbeit

  • „Erste Phase“ der Benutzerforschung (1968–1981):

    • Hintergrund: allgemeinere Tendenz zur Nutzung von Methoden der empirischen Sozialforschung als Instrument zur Planung sozialer Entwicklungen

    • In der Literatur Motivierung von Benutzerforschung u.a. mit der Möglichkeit einer gezielten Verbesserung von Dienstleistungen auf der Grundlage „solider“, empirisch gewonnener Daten; Plädoyer für eine Verstetigung systematischer Benutzerforschung und für deren Integration in strategische Planungsvorhaben

    • Trotz einiger umfassenderer Initiativen (darunter zwei von der DFG geförderte, überregionale Projekte) zunächst keine nachhaltigen Auswirkungen im Bibliothekswesen

12


Ein Blick zurück: Benutzerforschung in Bibliotheken Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Benutzerforschung in Deutschland: kurze historische Betrachtung (2)

  • „Zweite Phase“ der Benutzerforschung (ca. seit Mitte der 1990er Jahre):

    • Hintergrund: Adaptierung von Management-Konzepten (New Public Management, Neues Steuerungsmodell …) im öffentlichen Sektor (und damit auch für das Bibliothekswesen: Neues Bibliotheksmanagement) vor dem Hintergrund einer Verknappung finanzieller Ressourcen

    • Motivierung von Benutzerforschung nun auch mit betriebswirtschaftlichen Überlegungen (optimaler Einsatz knapper Ressourcen, Positionierung in einem stärker konkurrentiell geprägten Umfeld, Benchmarking usw.)

13


Vorab: Rechtliche und ethische Aspekte Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Wahrung der Würde der Probanden, die über die Gewährleistung von Recht und Schutz zu erreichen ist

  • Recht auf Wahlfreiheit und Verzicht auf Nötigung (also kein aggressives „Probanden-Kidnapping“; Teilnahme an einer Untersuchung grundsätzlich freiwillig)

  • Recht auf Sicherheit, d.h. eine Garantie der Anonymität der ermittelten Informationen (siehe § 30a Bundesdatenschutzgesetz)

  • Schutz vor psychischen Belastungen durch Stress und Folgeschäden; Erzeugung oder Tolerierung von Stress bei Marktforschungsuntersuchungen nicht intendiert, sondern eher im Bereich der medizinischen oder verhaltenspsychologischen Forschung (Teilnehmer sollten auf finanzielle Gegenleistung bestehen)

  • Recht auf Information, d.h. Schaffung einer Möglichkeit für die Teilnehmer, den  Untersuchungsaufbau und zentrale Untersuchungsergebnisse nach Abschluss der Untersuchung anonym (z.B. im Internet) einsehen zu können (→ informationelle Selbstbestimmung)

14


Idealtypischer Ablauf eines Marktforschungsprozesses Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Marktforschung in sieben Schritten (1)

  • Konkretisierung der Aufgabenstellung

    • Was ist Untersuchungsziel?

    • Was ist Untersuchungsgegenstand?

    • Was ergibt Sekundäranalyse?

    • Welche Voruntersuchung/Pilotstudie ist notwendig?

  • Bestimmen der Informationsquellen

  • Festlegen der Methode (Befragung, Test, …), der Zielgruppe und des Auswahlverfahrens → Untersuchungsdesign

15


Idealtypischer Ablauf eines Marktforschungsprozesses Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Marktforschung in sieben Schritten (2)

  • Gestaltung des Erhebungsrahmens

    • Entwicklung des Forschungsinstruments (Fragenbogen, Pretests …)

    • Festlegung des Ablaufs (des Experiments o.ä.)

    • Festlegung der Zuständigkeiten (Wer macht was?)

  • Durchführung der Untersuchung

  • Auswertung und Aufbereitung der Daten

  • Analyse und Interpretation der Ergebnisse

16


Typen von Untersuchungen: explorativ, deskriptiv, kausal Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Explorative Untersuchungen

  • Zielsetzung:Entdeckung von Sachverhalten

  • In der Praxis häufig am Anfang eines Projekts und vor dem Hintergrund des Fehlens einschlägiger Erfahrungen und Ergebnisse aus früheren Untersuchungen

  • Methodische Aspekte: Experten-Interviews, Tiefeninterviews mit Einzelpersonen aus der jeweils relevanten Zielgruppe, Gruppendiskussionen, Data Mining im Sinne einer automatischen Analyse vorhandener Datenbestände (z.B. OPAC-Protokolldaten, Ausleihdaten)

17


Typen von Untersuchungen: explorativ, deskriptiv, kausal Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

  • Deskriptive Untersuchungen

  • Zielsetzung:Beschreibung der interessierenden Grundgesamtheit (z.B. Nutzer einer Bibliothek) hinsichtlich der für das Untersuchungsproblem relevanten Merkmale (z.B. Häufigkeit der Nutzung bestimmter Bibliotheksdienstleistungen)

  • In der Praxis wohl dominierender Untersuchungstyp

  • Methodische Aspekte: im Idealfall repräsentativ angelegte Untersuchungen

  • Kausale Untersuchungen

  • Zielsetzung:Begründung/Erklärung der Ursachen für beobachtete Phänomene

  • In der Praxis mit hohem Aufwand verbunden, da verschiedene Anforderungen überprüfbar erfüllt sein müssen: 1. gemeinsame Variation von „Grund“ und „Effekt“, 2. Veränderung des „Grundes“ zeitlich vor Veränderung des „Effekts“, 3. Ausschluss alternativer Erklärungsmöglichkeiten, 4. Vorliegen ein theoretisch begründeten Zusammenhangs

  • Methodische Aspekte: experimentell angelegte Untersuchungen

18


Typen von Untersuchungen: explorativ, deskriptiv, kausal Nutzerforschung als Instrument strategischen Bibliotheksmanagements (Teil 1)

Zusammenhang zwischen explorativen, deskriptiven und kausalen Untersuchungen

Explorative

Untersuchung

Deskriptive

Untersuchung

Kausale

Untersuchung

Quelle: Eigene Darstellung, basierend auf Kuß/Eisend 2010, 40

19


Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Objektivität

  • Objektivität = Unabhängigkeit der Untersuchungsergebnisse von der/den die Untersuchung durchführenden Person/en

  • Unterscheidung von drei Formen der Messobjektivität:

    • Durchführungsobjektivität = möglichst geringe Beeinflussung der Untersuchungsteilnehmer durch den Untersuchungsleiter; praktisch realisierbar durch Minimierung der sozialen Interaktion zwischen Untersuchungsleiter und Untersuchungsteilnehmern

    • Auswertungsobjektivität = Minimierung der Zahl der Freiheitsgrade, die der Untersuchungsleiter bei der Auswertung der Messergebnisse hat; praktisch bspw. realisierbar durch weitgehend standardisierte Erhebungsinstrumente

    • Interpretationsobjektivität = Minimierung der Zahl der Freiheitsgrade, die der Untersuchungsleiter bei der Interpretation der Messergebnisse hat (Würden z.B. zwei Forscher ein bestimmtes Messergebnis in derselben Weise interpretieren?)

20


Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Reliabilität

  • Reliabilität = Unabhängigkeit der Untersuchungsergebnisse von einem einmaligen Untersuchungsvorgang (→ Reproduzierbarkeit der Ergebnisse)

  • Möglichkeiten der Ermittlung der Reliabilität eines Erhebungsinstruments:

    • Test-Retest-Reliabiltät: mindestens zweimalige Durchführung einer Messung (z.B. wiederholte Befragung derselben Personen) in einem gewissen zeitlichen Abstand und Vergleich der Ergebnisse

    • Paralleltest-Reliabilität: zeitgleiche Durchführung zweier Messungen mit einem vergleichbaren Messinstrument und Vergleich der Ergebnisse

    • Split-half-Reliabilität: Teilung des Messinstruments in zwei gleiche Hälften, Durchführung zweier Messungen mit beiden „Teil-Instrumenten“ und Vergleich der Ergebnisse

21


Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Validität (1)

  • Validität = Gültigkeit eines Test-/Messverfahrens in dem Sinn, dass gemessen wird, was, mit Blick auf den inhaltlich interessierenden Sachverhalt, gemessen werden soll

  • Bei Messinstrumenten typischerweise Unterscheidung dreier Formen von Validität:

    • Inhaltsvalidität = Eignung und Vollständigkeit des Messinstruments mit Blick auf den zu messenden Sachverhalt; Beurteilung der Inhaltsvalidität durch Experten

    • Konstruktvalidität = Übereinstimmung der Messwerte mit den (empirisch allerdings nicht direkt ermittelbaren) „wahren“ Werten; in der Praxis Einschätzung der Konstruktvalidität durch Bestimmung der konvergenten und divergenten Validität

    • Kriterienvalidität = erwarteter Zusammenhang zwischen auf einen Sachverhalt bezogenen Messergebnissen mit auf der Anwendung eines etablierten Messinstruments basierenden Ergebnissen zu einem anderen Sachverhalt, wobei der Zusammenhang zwischen den beiden „Bezugssachverhalten“ bekannt ist – oder einfacher: Vorhandensein eines erwarteten Zusammenhangs mit einem empirischen (Außen-)Kriterium

22


Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Validität (2)

  • Bei experimentellen Untersuchungen typischerweise Unterscheidung zweier Formen von Validität:

    • Interne Validität = Abhängigkeit der gemessenen Variation des „Effekts“ ausschließlich von Änderungen des „Grunds“ (d.h. Kontrolle aller Störeinflüsse)

    • Externe Validität = Generalisierbarkeit der mit einem Testverfahren gefundenen Ergebnisse, weitgehend unabhängig von der konkreten Untersuchungssituation und den jeweiligen Testpersonen

23


Objektivität, Reliabilität und Validität als Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Zusammenhang zwischen Objektivität, Reliabilität und Validität

Ergebnisse der Befragung inhaltlich nicht interpretierbar

Validität

Ergebnisse der Befragung nicht reproduzierbar

Reliabilität

Interviewer schlecht verständlich; Interviewer verwechselt Fragen → falsche Antworten der Befragten

Objektivität

24


II. Informationsquellen und Untersuchungsdesign Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

25


Primär- oder Sekundärforschung? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Begriffsbestimmung

  • Primärforschung = Neuerhebung von Daten für den jeweiligen Untersuchungszweck

  • Sekundärforschung = Neuaufbereitung und -analyse von bereits erhobenen und gespeicherten Daten für den jeweiligen Untersuchungszweck („desk research“); mögliche Datenquellen:

    • Institutionsinterne Quellen (z.B. Daten der Kosten- und Leistungsrechnung, Ausleihdaten, OPAC-Protokoll, COUNTER-Daten zur Nutzung elektronischer Ressourcen usw.)

    • (Halb-)amtliche nationale oder internationale Quellen (z.B. BIX-Datenbestand, Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik)

    • Nichtstaatliche Quellen (z.B. Erhebungen im Auftrag von Verbänden)

26


Primär- oder Sekundärforschung? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Vor- und Nachteile

27


Kriterien zur Kennzeichnung des Untersuchungsdesigns Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Vielfältige Klassifikationskriterien

  • Erhebungsthematik: Einthemen- oder Mehrthemen-Untersuchung

  • Forschungsparadigma: qualitativ oder quantitativ ausgerichtete Untersuchung

  • Forschungsform: experimentelle, quasi-experimentelle oder nicht-experimentelle Untersuchungen

  • Erhebungstechnik: z.B. Befragung oder Beobachtung

  • Erhebungssituation: Individual-, Simultan- oder Gruppenuntersuchung

  • Erhebungsquelle: Art der Auskunftsperson bzw. der Beobachtungsquellen

  • Erhebungsintervalle: einmalig, in regelmäßigen Wiederholungen, bei identischen Erhebungsquellen (Panel-Erhebung), bei vergleichbaren Erhebungsquellen (Wellen-Erhebung)

28


Quantitativ oder qualitativ? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Begriffsbestimmung

  • Quantitativ ausgerichtete Untersuchungen: numerische Darstellung empirischer Sachverhalte, häufig mit dem Ziel der Beschreibung von Makrophänomenen (z.B. bestimmte Merkmalsverteilungen) oder der Überprüfung von theoriebasierten Hypothesen; häufig Nutzung standardisierter Daten, die mittels statistischer Verwahren (deskriptiv oder schließend) analysiert werden

  • Qualitativ ausgerichtete Untersuchungen: Darstellung von Sachverhalten auf Grundlage unstandardisierter Daten, die interpretierend mittels hermeneutischer Verfahren analysiert werden

29


Quantitativ oder qualitativ? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Unterschiede und wechselseitige Bezüge

  • Unterschiede zwischen qualitativem und quantitativem Ansatz auf einen Blick:

Quelle: Eigene Darstellung, basierend auf Heere [2007], 5

  • In der Forschungspraxis durchaus Kombination qualitativ und quantitativ orientierter Ansätze üblich, z.B. wenn mittels qualitativer Forschung zu einer neuen Fragestellung zunächst theoriebasierte Erklärungsansätze erst entwickelt werden, die in einem späteren Stadium dann mittels quantitativer Verfahren geprüft werden

  • Unterschied „qualitativ – quantitativ“ nicht gleichbedeutend mit der Unterscheidung rein qualitativer oder rein quantitativer Erhebungstechniken, da mit bestimmten Erhebungstechniken (z.B. Befragung) sowohl qualitative (Leitfadengespräch) als auch quantitative Daten (standardisierte Repräsentativumfrage) gewonnen werden können

30


Vier typische Untersuchungsdesigns Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Qualitative Untersuchungen

  • Ziel: Entdeckung von Zusammenhängen/Wirkungen problemrelevanter Variablen (und nicht quantifizierende, repräsentative Aussagen) → explorativer Charakter; Einsatz z.B., wenn es um Erkenntnisse über die Motive menschlichen Verhaltens geht

  • Typische Merkmale:

    • Geringe Strukturiertheit des Forschungsprozesses (im Vergleich mit quantitativen Verfahren)

    • Kleine, nicht repräsentative Stichproben (regelmäßig weniger als 100 Personen, in der Praxis häufig N < 10)

    • Kaum quantifizierende Aussagen

    • Hohe Anforderungen an mit der Datenerhebung betraute Personen

31


Vier typische Untersuchungsdesigns Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Querschnitts-Untersuchungen

  • Ziel: quantifizierende, deskriptive Aussagen über eine bestimmte Grundgesamtheit, bezogen auf einen Untersuchungszeitpunkt; streng genommen auf Basis von Querschnitts-Untersuchungen keine Aussagen über Kausalzusammenhänge möglich

  • In der Marktforschungspraxis weit verbreitet

  • Typische Aussagemöglichkeiten:

    • Schätzung bestimmter statistischer Maßzahlen (Anteilswerte, Mittelwert, Median ...) in Grundgesamtheiten

    • Vergleich unterschiedlicher Gruppen

    • Zusammenhänge zwischen bestimmen Variablen

32


Vier typische Untersuchungsdesigns Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Längsschnitt-Untersuchungen

  • Ziel: Beschreibung dynamischer Entwicklungen durch Erhebung gleichartiger Daten zu unterschiedlichen Untersuchungszeitpunkten

  • In der Praxis von besonderer Bedeutung: Panel-Untersuchungen, bei denen für eine gleich bleibende Menge von Erhebungseinheiten zu mehreren Untersuchungszeitpunkten die gleichen Merkmale erhoben werden, was, im Gegensatz zur wiederholten Durchführung gleichartiger Querschnitts- Untersuchungen, nicht nur Aussagen über Veränderungen aggregierter Werte ermöglicht, sondern Aussagen über Veränderungen auf der Ebene der einzelnen Erhebungseinheiten

33


Vier typische Untersuchungsdesigns Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Experimente

  • Ziel: systematische Untersuchung von Kausalzusammenhängen

  • Prinzip: systematische Variation von (unabhängigen) Variablen („Grund“) und Messung der Auswirkungen dieser Manipulation auf bestimmte abhängige Variablen („Effekt“); typischerweise Vergleich einer Experimentalgruppe (dem experimentellen Stimulus, mithin der Manipulation des „Grundes“, ausgesetzt) mit einer Kontrollgruppe (dem experimentellen Stimulus nicht ausgesetzt), wobei die Versuchspersonen entweder zufällig der Experimental- oder der Kontrollgruppe zugeordnet oder so ausgewählt („parallelisiert“) werden, dass die Gruppen bezüglich eines oder mehrerer potenzieller Störfaktoren möglichst homogen zusammengesetzt sind (ansonsten: Quasi-Experiment)

  • Formen:Laborexperimente (Vorteil: hohe interne Validität, Nachteil: geringe externe Validität wegen Künstlichkeit der Laborsituation) und Feldexperimente (Vorteil: hohe externe Validität, Nachteil: geringe interne Validität)

  • Typische Erhebungstechniken in der Praxis experimenteller Untersuchungen: Befragung oder Beobachtung

34


III. Auswahlverfahren für Stichproben Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

35


Die Grundgesamtheit – oder: Um wen geht es? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Von zentraler Bedeutung: die Definition des für die jeweilige Fragestellung relevanten Personenkreises

  • Klärungsbedürftige Fragen aus der Praxis der Benutzerforschung:

    • Über wen sollen Aussagen gemacht werden? Sind es „die Nutzer“?

    • Und wenn ja: Welche Merkmale sind kennzeichnend für Gruppe „der Nutzer“? (Beschreibung anhand anschaulicher Merkmale)

  • Abgrenzung/Definition des Kreises der im Kontext der jeweiligen Untersuchung potenziell relevanten Personen von größter Bedeutung für Untersuchungsergebnis

36


Die Grundgesamtheit – oder: Um wen geht es? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Die Grundgesamtheit

  • Grundgesamtheit = die anhand definierter Merkmale abgrenzbare Gesamtheit der Personen (oder, abstrakter: Erhebungseinheiten), die für die Untersuchung einer bestimmten Fragestellung relevant sind

  • Beispiel: alle Nutzerinnen und Nutzer der Bibliothek X im Alter zwischen 20 und 29 Jahren, die in Berlin mindestens einmal pro Woche ein Buch ausleihen

  • Relevante Fragen in der Praxis von Marktforschungsprojekten:

    • Größe der Grundgesamtheit: Wie groß ist diese Grundgesamtheit?

    • Erreichbarkeit: Wie lassen sich die Personen erreichen, die zur Grundgesamtheit gehören? Habe ich von allen E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Postanschrift o. ä.?

37


Vollerhebung oder Teilerhebung? Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Von der Vollerhebung zur Stichprobe

  • Im Idealfall Vollerhebung, d.h. Einbeziehung aller Elemente der Grundgesamtheit in die Untersuchung, aber: organisatorisch und/oder finanziell schwierig (allerdings: in der Praxis der Benutzerforschung je nach Größe der Primärzielgruppe der Bibliothek nicht unmöglich)

  • In der Praxis meist Entscheidung für eine Teilerhebung, d.h. für eine Beschränkung der Untersuchung auf eine Teilmenge von Elementen der Grundgesamtheit

  • Stichprobe (Sample) = Auswahl der im Rahmen einer Teilerhebung zu untersuchenden Elemente nach bestimmten statistischen Gesichtspunkten

  • Repräsentative Stichprobe = verkleinertes „Abbild“ der Grundgesamtheit hinsichtlich aller untersuchungsrelevanten Merkmale → in diesem Fall (unter bestimmten Bedingungen) Zulässigkeit des Rückschlusses von der Stichprobe auf die Verhältnisse in der Grundgesamtheit

38


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Verfahren der Stichprobenbildung

  • Verfahren der Zufallsauswahl (Random-Verfahren)

    • Basis: Wahrscheinlichkeitstheorie

    • Je größer das Sample, desto eher Passung Sample/Grundgesamtheit; Möglichkeit statistischer Schlüsse auf Merkmalsverteilungen in der Grundgesamtheit innerhalb bestimmter Grenzen möglich

  • Verfahren der bewussten Auswahl

    • Konstruktion der Stichprobe, d.h. gezielte und bewusste Auswahl anhand von für die jeweilige Fragestellung inhaltlich relevanten Merkmalen

    • Ziel: „Repräsentativität“ (allerdings nicht im statistischen Sinn) der Stichprobe hinsichtlich der interessierenden Merkmale

  • (Mehrstufige) kombinierte Verfahren, z.B. in einem ersten Schritt Anwendung des Quota-Verfahrens, in einem zweiten Schritt Anwendung eines auf Zufallsauswahl basierenden Verfahrens

39


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Zufallsauswahl: die einfache Zufallsauswahl

  • „Lotto-Modell“

  • Mögliche Vorgehensweisen zur Bildung von einfachen Zufallsstichproben:

    • Auswahl mit Zufallszahlengenerator

    • Schlussziffernverfahren (z.B. bei Telefonnummern)

    • Buchstabenauswahl (z.B. alle Namen mit „P“)

  • Vorteile:

    • Keine Auswahl nach subjektiven Vorlieben

    • Keine Kenntnis der Merkmalsstruktur der Grundgesamt erforderlich

  • Nachteile:

    • Vollständigkeit und Zugänglichkeit der Grundgesamtheit (z.B. Vorliegen vollständiger, aktueller, fehlerfreier Adressverzeichnisse)

    • Verzerrung des Ergebnisses von auf Zufallsstichproben basierenden Untersuchungen durch Verweigerer und Abwesende

40


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Zufallsauswahl: die geschichtete Zufallsauswahl

  • Anwendung: geeignet für insgesamt heterogene Grundgesamtheiten, die aber aus hinsichtlich des Untersuchungsgegenstands relativ homogenen Teilgruppen zusammengesetzt sind (z.B. im Universitätskontext wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierende als relevante Nutzergruppen der Bibliothek)

  • Vorgehensweise zur Bildung geschichteter Zufallsstichproben:Unterteilung der Grundgesamtheit in Schichten und Entnahme von Zufallsstichproben, z.B. alle Nutzer aus dem Bezirk „Mitte“, aufgeteilt nach Altersschichten (0 bis 9 Jahre, 10 bis 19 Jahre usw.)

  • Vorteil: Möglichkeit der Verkleinerung des Stichprobenfehlers

  • Nachteil: Verteilung der interessierenden Merkmalsdimension muss bekannt sein, was häufig nicht der Fall ist (z.B. für Merkmale wie „Katzenbesitzer“)

41


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Zufallsauswahl: Klumpenauswahl

  • Vorgehensweise bei der Klumpenauswahl:

    • Zufällige Auswahl bestimmter (zumeist „natürlicher“) Konglomerate von Untersuchungseinheiten aus der Grundgesamtheit („Klumpen“), z.B. alleHäuser in einer bestimmten Straße

    • Einbeziehung aller Elemente eines Klumpens in die Stichprobe

  • Vorteile:

    • Keine Notwendigkeit einer vollständigen und in ihrer Struktur im Einzelnen bekannten Grundgesamtheit

    • In der Praxis: Reduzierung der Erhebungskosten

  • Nachteil: „Klumpen-Effekt“, z.B. wenn in einem Stadtteil („Klumpen“) nur Beamte, nur Studierende oder nur Rentner wohnen → keine Mischung

42


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Bewusste Auswahl: Quota-Verfahren (1)

  • Vorgehensweise beim Quota-Verfahren:

    • Bewusste Auswahl der Erhebungseinheiten aufgrund eines Quotierungsplans, basierend auf solchen inhaltlich relevanten Merkmalen, deren Verteilung in der Grundgesamtheit bekannt ist

    • Bei Befragungen: Auswahl der Auskunftsperson durch den Interviewer in der Weise, dass die Auskunftspersonen mit Blick auf die stichprobenrelevanten Merkmale in der Summe der Interviews den definierten Quoten entsprechen

  • Vorteile:

    • Kostengünstig

    • Schnell

    • Elastisch

    • In der Praxis bewährt

43


Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Bewusste Auswahl: Quota-Verfahren (2)

  • Nachteile:

    • Statistische Fehlerberechnung nicht möglich

    • Verteilung inhaltlich eigentlich relevanter Merkmale in der Grundgesamtheit nicht immer bekannt

    • Gefahr von Verzerrungen, z.B. weil für den Interviewer leicht erreichbare Personen bevorzugt befragt werden

44


Vollerhebung Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Teilerhebung

Zufallsauswahl

Bewusste Auswahl

Quota-

Verfahren

Geschichtete

Auswahl

Klumpen-

Auswahl

Einfache

Auswahl

Vorstellung verschiedener Auswahlverfahren

Auswahlverfahren im Überblick

Auswahlverfahren

Quelle: Vereinfachte Darstellung, basierend auf Berekoven/Eckert/Ellenrieder 2009, 56

45


IV. Erhebungstechniken Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

46


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Face-to-face-Befragungen (1)

  • Dauer: max. 60 Minuten

  • Vorteile:

    • Möglichkeit der Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. Bildblätter)

    • Möglichkeit direkter Interviewerbeobachtungen (die auch festgehalten werden können)

    • Möglichkeit der Kontrolle von Umwelteinflüssen

    • Vergleichsweise lange Dauer

    • Computergestützte Durchführung (CAPI) möglich

  • Nachteile:

    • Vergleichsweise hoher Aufwand

    • Vielfältige Interviewer-Einflüsse möglich

47


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Face-to-face-Befragungen (2)

  • Mögliche Ursachen von Interviewer-Einflüssen:

    • Geschlecht

    • Alter

    • Äußeres Erscheinungsbild

    • Bildungsgrad

    • Gebaren

    • Dialekt

48


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Face-to-face-Befragungen (3)

  • Möglichkeiten einer möglichst ergebnisneutralen Gestaltung des Interaktionsprozesses:

    • Gute Interviewerauswahl und -schulung

    • Gründliche Anweisungen

    • Guter Fragebogen

    • Sorgfältige Auswahl des Befragungsumfelds (Tageszeit und Ort, Vermeidung der Anwesenheit Dritter)

49


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Telefon-Befragungen

  • Dauer: möglichst nicht länger als 10 bis 15 Minuten

  • Vorteile:

    • Kein direkter Interviewereinfluss aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes

    • Praktischer und effizienter als Face-to-face-Befragungen

    • Computergestützte Durchführung (CATI) möglich und, zumindest bei Marktforschungsinstituten, auch üblich

  • Nachteile:

    • Anrufer für Auskunftspersonen nicht identifizierbar

    • Gefahr einer schnellen Ermüdung der Auskunftspersonen

50


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Online-Befragungen

  • Vorteile:

    • Vergleichsweise kostengünstig

    • Relativ leichte Erreichbarkeit spezieller Interessengruppen

    • Kein Interviewereinfluss

    • Vermeidung von Interviewerfehlern durch computergestützte Benutzerführung

    • Möglichkeit der Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. Abbildungen)

    • Vereinfachung der Auswertung durch direkte elektronische Datenerfassung

    • Rasche Verfügbarkeit von (Zwischen-)Ergebnissen

  • Nachteile:

    • Repräsentative Stichproben nicht immer möglich

    • Zahlreiche Rahmenbedingungen nicht (immer) kontrollierbar (z.B. Identität der Auskunftspersonen)

    • Unsicherheit der Auskunftspersonen hinsichtlich der Wahrung ihrer Anonymität

51


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Schriftliche Befragungen

  • Vorteile:

    • Vergleichsweise kostengünstig

    • Gewährleistung der Anonymität der Auskunftspersonen

  • Nachteile:

    • Geringe Rücklaufquote (z.B. weil Motivierung zur Teilnahme nur per Anschreiben und/oder Fragebogen möglich)

    • Zahlreiche Rahmenbedingungen nicht (immer) kontrollierbar (z.B. Identität der Auskunftspersonen)

52


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Wesentliche Stärken und Schwächen der Verfahren im Überblick

Quelle: Eigene Darstellung, basierend auf Kuß/Eisend 2010, 124

53


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Idealtypische Vorgehensweise bei der Fragebogenentwicklung (1)

  • Bestimmung der bei der Umfrage zu erhebenden Informationen

  • Suche nach entsprechenden, bereits in früheren Umfragen verwendeten Fragen

  • Entwurf (Formulierung) neuer Fragen bzw. Überarbeitung früher verwendeter Fragen

  • Festlegung einer spannenden Fragenreihenfolge

  • Entwurf der äußeren Gestaltung des Fragebogens und verständlich formulierter Fragen

  • Entwurf von Codierungsregeln zur numerischen Verschlüsselung der Antworten bei computerbasierter Auswertung

  • Erster Pretest (bei Kollegen, Bekannten usw.)

  • Überarbeitung des Fragebogens aufgrund der Pretest-Ergebnisse und erneuter (kleiner) Pretest

54


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Idealtypische Vorgehensweise bei der Fragebogenentwicklung (2)

  • Vorbereitung von Interviewer-Anweisungen zur Durchführung der Interviews

  • Pretest bei 20 bis 50 Personen aus der Zielgruppe der Befragung

  • Sammlung und Auswertung von Kommentaren der Interviewer und der Auskunftspersonen zum Fragebogen

  • Eliminierung von Fragen ohne Varianz der Antworten oder mit geringer Validität

  • Überarbeitung von Fragen, bei denen es Probleme gibt

  • Erneuter Pretest

  • Erarbeitung der Endfassung der Interviewer-Anweisungen

  • Beobachtung von Problemen bei der Interviewer-Schulung und während der Anlaufphase der Umfrage sowie ggf. Vornahme von Korrekturen

  • Auswertung von Interviewer-Kommentaren und sonstigen Erfahrungen mit Blick auf künftige Untersuchungen

55


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Fehlerquellen bei Befragungen (1)

  • „Äußere Umstände“

    • Unangenehmes Thema

    • Überlänge, Zeitmangel

    • Aversion gegenüber Interviewer

  • Menschliche Unzulänglichkeiten

    • Konzentrationsschwäche

    • Erinnerungsschwäche

56


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Fehlerquellen bei Befragungen (2)

  • Folgen von Selbstdarstellung

    • Übertreibungen, Lügen

    • Verdrängung

  • Beantwortungstaktik

    • Lernen aus vorausgegangenen Fragen

    • Herauslesen gewünschter Antworten

    • Wahl von Mittelwerten

57


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Wie können Klippen umschifft werden? (1)

  • Allgemeinverständliche Formulierungen verwenden

  • Überprüfung der Einsicht in die Thematik („Warum werde gerade ich gefragt?“) im Rahmen von Pretests

  • Möglichst kurze Fragebögen

  • Überfragen vermeiden durch Vorabfragen („Haben Sie zu X eine Meinung?“)

  • Möglichst geschlossene Fragen verwenden

  • Provozierung spontaner Antworten vermeiden

  • Keine Fragen an das Langzeitgedächtnis stellen (Menschen haben in der Regel ein schlechtes Gedächtnis)

58


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Wie können Klippen umschifft werden? (2)

  • Bei Wissensfragen Verwendung gestützter und ungestützter Fragen in Kombination

    • Prinzip „Erinnern versus Wiedererinnern“

    • Beispiel für eine ungestützte Frage: „Welche Wissenschaftsverlage kennen Sie?“

    • Beispiel für eine gestützte Frage: „Kennen Sie Oxford University Press, VS Verlag für Sozialwissenschaften …?“

  • Vermeidung heikler Fragen (Geld, Intimes, Fehlverhalten …)

  • Begriffe konkret abfragen oder erklären (z.B. Web 2.0)

  • Vorsicht bei Reizthemen (z.B. Politik, Erziehung, Kapitalismus …)

  • Vorsicht bei Normabfragen (TV-Konsum, Bierkonsum …)

59


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Ein paar Tipps zur Steigerung der Beteiligung (1)

  • Verdeutlichung der Relevanz des Themas (z.B. im Begleitschreiben, der Einladungsmail usw.) für den/die Befragten

  • Persönliche Ansprache (ggf. Empfehlungsschreiben)

  • Appell an Tugend, Emotion, Eitelkeit usw. der (potenziellen) Auskunftspersonen

  • Zusicherung von Vertraulichkeit und Anonymität

  • Schaffung von Anreizendurch materielle oder immaterielle Belohnungen (z.B. Giveaways, Teilnahme an einer Verlosung, Aussicht auf Mitgestaltung)

  • Klare zeitliche Befristung des Befragungszeitraums (bei nicht-persönlichen Formen der Befragung)

60


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Ein paar Tipps zur Steigerung der Beteiligung (2)

  • Vorherige Erprobung des Erhebungsinstruments in Pretests

  • Bedachtsame Wahl des Erhebungszeitpunkts (ggf. nicht in der Urlaubszeit, vor Weihnachten usw.)

  • Verwendung eines „guten“ Fragebogens (siehe oben)

  • Ein- oder mehrfache Erinnerung während des Erhebungszeitraums (bei nicht- persönlichen Formen der Befragung), z.B.:

    • Erste Erinnerung mit erneutem Fragebogen nach 14 Tagen

    • Zweite Erinnerung per Telefon nach weiteren 14 Tagen

    • Ende der Befragung nach insgesamt 6 Wochen

61


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Datenmessung mittels Rating-Skalen (1)

  • Nutzung von Skalen für die Messung unterschiedlicher Ausprägungen von Merkmalen wie Emotionen, Einstellungen, Präferenzen usw.

  • Skalenniveaus

    • Nominal-Skalen: Skalenwerte nur hinsichtlich ihrer Gleichheit bzw. Unterschiedlichkeit interpretierbar (z.B. Geschlecht, Berufsgruppe)

    • Ordinal-Skalen: Skalenwerte zusätzlich hinsichtlich ihrer Reihenfolge interpretierbar (z.B. Intensität der Zustimmung zu einer bestimmten Aussage)

    • Intervallskalen: Skalenwerte zusätzlich hinsichtlich des Abstands zwischen ihnen interpretierbar (z.B. Geburtsjahre verschiedener Personen)

    • Ratioskalen: Skalenwerte zusätzlich hinsichtlich des Verhältnisses zwischen einzelnen Werten interpretierbar (z.B. Alter verschiedener Personen)

  • In der Marktforschungspraxis häufig Unterstellung intervallskalierter Merkmale durch Verwendung endpunktbenannter Skalen

62


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Datenmessung mittels Rating-Skalen (2)

  • Bedenkenswerte Aspekte bei der Entwicklung von Rating-Skalen

    • Verbalisierung: Verbale Benennung aller Skalenpunkte oder nur der Endpunkte einer Skala?

    • Skalenmittelpunkt: Verwendung einer geraden oder ungeraden Zahl von Skalenpunkten?

    • Skalenbreite: Wie viele Skalenpunkte?

    • Richtung der Skala:Niedrige Skalenwerte links oder rechts?

    • Dimensionalität der Skala: Antworten nur in eine Richtung (z.B. keine bis völlige Zustimmung) oder in zwei Richtungen (z.B. völlige Ablehnung bis völlige Zustimmung)?

  • Praxisempfehlung: „Verwenden Sie also endpunktbenannte 5er- oder 7er- Skalen, und wenn Sie sich eher auf gerade Zahlen kaprizieren wollen, entscheiden Sie sich für die endpunktbenannte 6er-Skala. Beachten Sie dabei die Richtung ‚von links nach rechts‘, und vermeiden Sie die Verbalisierung des linken Extermpunkts mit negativen Begriffen (also ‚stimme überhaupt nicht zu = 0‘ anstelle von ‚lehne voll und ganz ab = -5‘).“ (Porst 2008, 92)

63


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Datenmessung mittels Rating-Skalen (3)

  • Single- und Multi-Item-Skalen

    • Single-Item-Skalen: Ermittlung des gesuchten Messwerts anhand nur einer Angabe der Auskunftsperson

    • Multi-Item-Skalen: Ermittlung des gesuchten Messwerts durch Zusammenfügen mehrerer Angaben der Auskunftsperson, basierend auf einer größeren Zahl von Fragen (Items)

  • Multi-Item-Skalen tendenziell besser zur Erfassung komplexer Sachverhalte geeignet: Erfassung verschiedener Facetten des fraglichen Sachverhalts; feinere Differenzierung der Messung (im Vergleich zu Single-Item-Skalen); höhere Reliabilität wegen der geringeren Abhängigkeit des Messergebnisses von nur einer Messung

64


Befragungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Datenmessung mittels Rating-Skalen (4)

  • Zwei Beispiele für Multi-Item-Skalen:

    • Likert-Skala: Bildung des Messwerts durch Addition der Messwerte für mehrere, auf denselben Sachverhalt bezogene Fragen

    • Thurstone-Skala: Angebot verschiedener Aussagen, die, basierend auf Expertenurteilen, jeweils unterschiedliche, durch bestimmte Skalenwerte repräsentierte Einstellungen zu einem Sachverhalt repräsentieren, wobei die Auskunftspersonen diesen Aussagen zustimmen oder sie ablehnen können; Bildung des Messwerts durch Mittelwertbildung für die Antwortalternativen, denen zugestimmt wurde

65


Spezielle Formen von Befragungen: Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Tiefeninterviews: Anwendung und Charakteristika

  • Anwendung: Möglichkeit der Herausarbeitung von zunächst nur unbewusst vorhandenen Einstellungen/Meinungen, die bestimmte Verhaltensweisen erklären

  • Charakteristika:

    • Langes Gespräch (häufig eine Stunde oder länger) mit einer einzelnen Person auf Basis eines Gesprächsleitfadens (zu behandelnde Themen), jedoch höchstens teilweise standardisierten Fragen (z.B. zu soziodemografischen Merkmalen)

    • Gesprächsführung durch einen speziell geschulten Interviewer, der einerseits um Vertiefung wichtiger Aspekte und andererseits um Vermeidung eines „Ausuferns“ des Gesprächs bemüht ist

    • Häufig Tonaufzeichnung

    • Auswertung in der Regel auf der Grundlage transkribierter Tonaufzeichnungen

    • Varianten: Experten-Interviews, problemzentrierte oder narrative (d.h. biografische Erzählungen mit der Möglichkeit vertiefender Nachfragen des Interviewers) Interviews

66


Spezielle Formen von Befragungen: Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Tiefeninterviews: Vor- und Nachteile

  • Vorteile:

    • Ermittlung vollständiger, detaillierter Gedanken-/Argumentationsketten (→ Abbildung komplexer psychischer Zusammenhänge)

    • Klare Zuordnung der Aussagen zu einer Person

    • Möglichkeit der Ermittlung von der Gesprächsperson bislang selbst nicht bewussten Sachverhalten

    • Eignung auch für heikle Themen

  • Nachteile:

    • Hohe Anforderungen an Interviewer (psychologische Schulung, umfassende Kenntnis des Untersuchungsgegenstands)

    • Mindestanforderungen an intellektuelle Fähigkeiten und Artikulationsvermögen der Auskunftsperson

    • Hoher Zeitaufwand und damit hohe Kosten pro Auskunftsperson

    • Umfangreiche, unstrukturierte und für mehrere interviewte Personen schlecht vergleichbare Ergebnisse

67


Spezielle Formen von Befragungen: Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Gruppendiskussionen: Anwendung

  • Anwendung:

    • Eher im Kontext explorativer Untersuchungen

    • Generierung/Test von Ideen für neue Produkte

    • Untersuchungen von Arten/Zwecken/Problemen der Produktnutzung

    • Entdeckung von Bedürfnissen/Motiven/Wahrnehmungen

    • Analyse von Einstellungen

    • Besseres Verständnis der Ergebnisse quantitativ ausgerichteter Untersuchungen

    • Identifizierung von Themen für eine spätere quantitative Untersuchung

68


Spezielle Formen von Befragungen: Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Gruppendiskussionen: Charakteristika

  • Charakteristika:

    • Gleichzeitige Befragung von etwa sechs bis zehn Auskunftspersonen, wobei Interaktionen zwischen diesen Personen in der Regel gestattet sind; in der Regel Auswahl von Auskunftspersonen, die eine Beziehung zum jeweiligen Untersuchungsthema haben

    • Leitung der Gruppendiskussion typischerweise durch einen psychologisch geschulten Gesprächsleiter, basierend auf einem Gesprächsleitfaden

    • Häufig Ton-/Bildaufzeichnung

    • Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse in Form von (transkribierten) Protokollen und schriftlichen Zusammenfassungen, wobei es sowohl um eine Verdichtung von Einzelaussagen gehen kann als auch um die Wiedergabe unterschiedlicher Haltungen

    • Varianten möglich, z.B. vor- und nachgeschaltete Tiefeninterviews mit jedem einzelnen Diskussionsteilnehmer (→ Erfassung und Erklärung individueller Meinungsäußerungen); „Einschleusung“ eines „advocatus diaboli“, der beim Konvergieren von Meinungen Widerspruch äußert oder neue Argumente einbringt

69


Spezielle Formen von Befragungen: Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen

  • Gruppendiskussionen: Vor- und Nachteile

  • Vorteile (im Vergleich zum Tiefeninterview):

    • Erfassung eines breiten Spektrums von Meinungen usw.

    • Stimulierung der Teilnehmer durch gruppendynamische Prozesse

    • Natürliche Gesprächssituation

    • Geringe Kosten je Teilnehmer

  • Nachteile:

    • Mögliche Abweichungen vom vorgegebenen Thema

    • Unterschiedliche Redeneigung der Beteiligten

    • Im Vergleich zum Tiefeninterview weniger Informationen pro teilnehmender Person

    • Aufzeichnung und Auswertung aufwändig

70


Beobachtungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Beobachtungen: Anwendung

  • Anwendung:

    • Untersuchung von Sachverhalten, bei denen verbale Auskünfte nicht möglich oder sinnvoll sind (z.B. aufgrund fehlender Artikulationsfähigkeiten oder bei „schwierigen“ Themen)

    • Analyse komplexer Interaktionen, die von den Beteiligten nicht angemessen wahrgenommen oder erinnert werden

71


Beobachtungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Beobachtungen: Charakteristika (1)

  • Charakteristika:

    • Systematischer und zielgerichteterProzess der (primär) visuellen Erfassung des Verhaltens oder der Eigenschaften von Personen, Objekten oder Situationen

    • Typische Strukturierung einer auf (wissenschaftlicher) Beobachtung basierenden Untersuchung: 1. operationale Definition der interessierenden Konstrukte; 2. Festlegung der Art der Beobachtung (Echtzeit oder Aufzeichnung, Codierschema); 3. Festlegung der zu beobachtenden Objekte und der Beobachtungszeitpunkte; 4. Training der Beobachter und/oder Personen, die die Ergebnisse aufzeichnen; 5. Datenanalyse

72


Beobachtungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Beobachtungen: Charakteristika (2)

  • Charakteristika:

    • Auswertung auf der Basis von schriftlicher Protokollierung (während oder nach dem Beobachtungsvorgang) und/oder Ton-/Videoaufzeichnungen entweder in standardisierter Form oder interpretierend

    • Varianten:standardisierte (Festlegung der zu untersuchenden Einzelmerkmale und Erfassungskategorien ex ante) und nicht-standardisierte (impressionistische) Beobachtung; teilnehmende (Einbeziehung des Beobachters in der Prozess der Beobachtung) und nicht-teilnehmende Beobachtung; offene (Beobachter eindeutig erkennbar; forschungsethisch zu bevorzugen, aber Möglichkeit der Verhaltensbeeinflussung durch Erkennbarkeit des Beobachters) und verdeckte Beobachtung; Feld- und Laborbeobachtung

73


Beobachtungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Beobachtungen: Vor- und Nachteile (1)

  • Vorteile:

    • Vermeidung bestimmter Validitätsprobleme (z.B. aufgrund eingeschränkten Erinnerungsvermögens)

    • Unabhängigkeit von der Bereitschaft/Fähigkeit einer Person zur Verbalisierung von Sachverhalten

    • Erfassung von realem Verhalten (und nicht nur von Aussagen über frühere oder beabsichtigte Verhaltensweisen)

    • Erfassung auch unreflektierter oder wenig reflektierter Verhaltensweisen

74


Beobachtungen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Beobachtungen: Vor- und Nachteile (2)

  • Nachteile:

    • Gründe für Verhaltensweisen nicht zwingend beobachtbar

    • Begrenzung der Datenerhebung und damit der Aussagemöglichkeiten auf den Beobachtungszeitpunkt

    • Begrenzung der Untersuchungsgegenstände auf Sachverhalte, die in beschränkter Zeit beobachtbar sind

    • Schwierigkeiten bei der Stichprobenbildung aufgrund der Abhängigkeit der Ergebnisse vom Beobachtungszeitpunkt

    • Hohe Anforderungen an Beobachter

    • Eingeschränkte Datenerhebung aufgrund beschränkter Fähigkeiten der Beobachter (allerdings kompensierbar durch Einsatz technischer Hilfsmittel wie Ton-/Bildaufzeichnung)

75


V. Datenauswertung und -aufbereitung Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

76


Verfahren der Datenauswertung Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Hermeneutische, heuristische und statistische Verfahren

  • Hermeneutische Verfahren, basierend auf dem Versuch einer regelbasierten, interpretierenden Aufdeckung bzw. Rekonstruktion von „objektiven“ oder „intentionalen“ Sinnstrukturen

  • Heuristische Verfahren, basierend auf einer regelbasierten Auswertung des empirisch gewonnenen Datenmaterials, z.B. im Rahmen des qualitativ- heuristischen Ansatzes, mit dem Ziel, Neues zu entdecken

  • Statistische Verfahren, die abzielen auf eine numerische Beschreibung und Analyse der empirisch gewonnenen Daten, wobei (im Fall von Teilerhebungen) entsprechenden Verfahren sowohl nur auf die Stichprobe selbst angewandt werden können (deskriptive Statistik) oder, falls es sich um Zufallsstichproben handelt, auch dazu dienen, auf die Ausprägung bestimmter Merkmale und Zusammenhänge in der Grundgesamtheit zu schließen (schließende Statistik oder Inferenzstatistik); außerdem Unterscheidung zwischen univariaten (Betrachtung nur einer Variablen), bivariaten (Betrachtung zweier Variablen) und multivariaten (gleichzeitige Betrachtung des Einflusses von mehr als zwei miteinander zusammenhängenden Variablen) Verfahren

77


Quelle: Grundanforderungen an empirische UntersuchungenNix 2010, 50

Quelle: Siegfried/Flieger 2011, 14

Ein wenig deskriptive Statistik

  • Univariate Verfahren

  • Häufigkeitsverteilungen: Wie häufig taucht ein Merkmal auf?

  • Lageparameter wie arithmetisches Mittel, Median (der Wert, der die Grenze zwischen den oberen 50% und den untern 50% einer Häufigkeitsverteilung markiert) oder Modus (der häufigste Wert)

78


Quelle: Grundanforderungen an empirische UntersuchungenBeu/Havemann 2010, Anhang D, 10

Ein wenig deskriptive Statistik

  • Bivariate Verfahren

  • Kreuztabellierung: matrixbasierte Darstellung des (nicht notwendigerweise kausalen!) Zusammenhangs zwischen zwei Variablen

79


Ergebnispräsentation Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Einige Leitfragen zur Ergebnispräsentation

  • Wer soll wie umfangreichewelche Informationen bekommen?

    • Auftraggeber

    • Projektverantwortliche

    • Teilnehmende

    • Stakeholder

  • Wen interessieren in welchem Umfang welche Inhalte? (Methodenreflexion, Ergebnisse, Stand der Forschung usw.)

  • Wie können die Ergebnisse, entsprechend der Zielgruppe, visuell aufbereitet werden?

  • Welches sind die Kernergebnisse?

80


VI. Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

81


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

Generelle Probleme bei empirischen Untersuchungen und mögliche Lösungen

82


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Nutzerbefragungen in Bibliotheken (1)

  • Anwendungsbereiche: Analyse der Nutzerstruktur, des Nutzerverhaltens, der Nutzerzufriedenheit, der Nutzererwartungen, ggf. auch der Gründe für die Nicht- Nutzung einer Bibliothek usw.; Einsatz z.B. im Rahmen von Qualitätsmanagement-Prozessen wie EFQM

  • Charakteristika: in der Praxis zumeist Einsatz standardisierter Umfragen; Datenerfassung in der Regel online und/oder mittels gedruckter Fragebögen; Auswahl der Teilnehmer häufig mittels bewusster Auswahl bzw. „Selbstrekrutierung“

  • Vorteile: Erfassung eines breiten Themenspektrums; Aufwand überschaubar; Nachnutzung bereits bewährter Instrumente möglich; Nutzbarkeit als „Marketing-Instrument“; Wiederholbarkeit

  • Nachteile: Begrenztheit der Aussagekraft (Erinnerungsvermögen der Teilnehmer; Problem der sozialen Erwünschtheit; bei standardisierten Umfragen beschränkte Äußerungsmöglichkeiten der Teilnehmer; Schwierigkeit bei der Einschätzung von Sachverhalten, die den Teilnehmer überwiegend nicht bekannt sind, z.B. mit Blick auf technologisch neuartige Dienstleistungen; reales Nutzerverhalten nur eingeschränkt abbildbar)

83


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Nutzerbefragungen in Bibliotheken (2)

  • Beispiele:

    • LibQUAL+: ab 1999 entwickelt in den USA, zurückgehend auf den für den (kommerziellen) Dienstleistungsbereich entwickelten Servqual-Ansatz, bei dem Dienstleistungsqualität gemessen wird anhand der Differenz zwischen Kundenerwartungen und wahrgenommener Dienstleistungsqualität; kostenpflichtiges Serviceangebot der Association of Research Libraries (ARL) zur systematischen Ermittlung unterschiedlicher Dimensionen der Nutzerzufriedenheit: „affect of service“ (Serviceorientierung), „library as a place“, „information control“ (in etwa: Zugänglichkeit und Bedarfsgerechtheit der angebotenen Informationsressourcen); Online-Befragung (Fragebogen in zahlreichen Sprachen, darunter Deutsch, verfügbar)

    • Befragungsprojektdes Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin

84


Quelle: Grundanforderungen an empirische UntersuchungenBarth/Garbely/Kieser 2009, 6

Quelle: Barth/Garbely/Kieser 2009, 7

Ein erster Blick auf die Praxis

  • Mystery Shopping (1)

  • Anwendungsbereiche: Untersuchung der Dienstleistungsqualität im Rahmen realer Kundensituation; im Bibliothekswesen bislang bevorzugt eingesetzt im Bereich der öffentlichen Bibliotheken

  • Charakteristika: Datensammlung häufig basierend auf der Technik der verdeckten, teilnehmenden Beobachtung, wobei jedoch auch Varianten denkbar sind (z.B. Mystery Calling, Mystery E-Mailing usw.); ausgehend von einer konkreten Problemdefinition Erarbeitung konkreter Beurteilungsszenarien (definierte, kundenbezogene „Dienstleistungssituationen“) und Entwicklung szenarienbezogener Beurteilungsbögen, mit denen die Mystery Shopper die Beurteilung der konkreten Kundensituation vornehmen; Schulung der Shopper (entweder „Laien“ oder „Profis“) wesentliche Voraussetzung für verwertbare Ergebnisse

85


Quelle: Grundanforderungen an empirische UntersuchungenBarth/Garbely/Kieser 2009, 7

Quelle: Barth/Garbely/Kieser 2009, 6

Ein erster Blick auf die Praxis

Mystery Shopping (2)

86


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Mystery Shopping (3)

  • Vorteile: Erfassung realer Kundensituationen; rasche Identifizierbarkeit von Stärken und Schwächen im Dienstleistungsangebot einer Einrichtung und, daraus ableitbar, von konkreten Optimierungspotenzialen

  • Nachteile: eingeschränkte Reproduzierbarkeit; hohe Anforderungen an die Mystery Shopper; bei unzureichender Vorbereitung Gefahr negativer Rückwirkungen auf die beurteilte Einrichtung (Betriebsklima usw.); vergleichsweise hoher Aufwand

87


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Usability-Untersuchungen

  • Anwendungsbereiche: Untersuchung der Gebrauchstauglichkeit von Software, im Bibliothekskontext typischerweise bezogen auf Kataloge, Portale oder sonstige webbasierte Dienstleistungen

  • Charakteristika: in der Praxis Verwendung zahlreicher Verfahren, beginnend bei der Auswertung vorhandener Daten (Logfile-Analyse) über Umfragen, eine Begutachtung durch Expert („heuristische Evaluation“ oder „cognitive walkthrough“ aus Benutzerperspektive auf Basis konkret vorgegebener Handlungsabläufe), Fokusgruppen-Interviews mit repräsentativ ausgewählten Nutzer bis hin zu Usability-Tests mit Nutzer, bei denen szenariobasierte Testaufgaben unter Nutzung des zu testenden Systems zu lösen sind, wobei die Interaktion (ggf. unter Einsatz der Methode des „lauten Denkens“) mit dem System beobachtet und/oder aufgezeichnet wird und die so gewonnenen Daten ggf. durch (teil-)standardisierte (Tiefen-)Interviews ergänzt und kontextualisiert werden (Beispiel: Usability-Test für den Beluga-Katalog der SUB Hamburg)

  • Vor- und Nachteile stark abhängig vom jeweiligen Verfahren, jedoch unter praktischen Gesichtspunkten benutzerzentrierte Verfahren, basierend auf konkreten Interaktionen mit den zu evaluierenden System, hinsichtlich der Validität der Ergebnisse besonders sinnvoll einsetzbar

88


Ein erster Blick auf die Praxis Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Arbeitsumfeld-Gestaltung (1)

  • Anwendungsbereiche: Gewinnung von Erkenntnissen zur (Neu-)Gestaltung des Arbeitsumfelds in Bibliotheken

  • Charakteristika: in der Praxis zumeist Einsatz qualitativ orientierter Verfahren, zum Teil entlehnt aus der Anthropologie und der Ethnologie; Nutzung von Erhebungstechniken wie Gruppendiskussionen oder Tiefeninterviews; gängige Verfahren: Design-Workshops, in denen „typische“ Nutzer einer Bibliothek anhand von Grundrissen o. ä. ihre Idealvorstellungen im Hinblick auf die Gestaltung des räumlichen Arbeitsumfelds darstellen und erläutern sollen; Fotoumfragen, bei denen „typische“ Nutzer anhand bestimmte Vorgaben Orte inner- und/oder außerhalb der Bibliothek fotografisch dokumentieren, die für ihre wissenschaftliche Arbeit relevant sind, wobei diese Fotos dann in Tiefeninterviews näher erläutert werden

  • Vor- und Nachteile im Wesentlichen ableitbar aus den jeweils verwendeten Forschungstechniken

89


Quelle: Grundanforderungen an empirische UntersuchungenSchoof 2010, 51

Quelle: Schoof 2010, 35

Ein erster Blick auf die Praxis

Arbeitsumfeld-Gestaltung (2)

90


VII. Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

91


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Kontext und Methoden (1)

  • Baumann, Axel/Wagner, Gabriele: Einstieg in die Marktforschung. – Sternenfels: Verlag Wissenschaft & Praxis, 2010.

  • Berekoven, Ludwig/Eckert, Werner/Ellenrieder, Peter: Marktforschung: methodische Grundlagen und praktische Anwendung. 12. Auflage. – Wiesbaden, Gabler, 2009.

  • Ebster, Claus: Marktforschung leicht gemacht: Wettbewerbsvorsprung durch Information. [2. Auflage.] – Wien [u. a.]: Ueberreuter, 2001.

  • Georgy, Ursula: Das Innovationsmanagement deutscher Bibliotheken [Präsentation im Rahmen der InetBib-Tagung 2010]. - Ohne Ort, 2010. – Online im Internet unter http://hdl.handle.net/2003/27134 (letzter Zugriff am 4.5.2011).

  • Georgy, Ursula: Interaktive Wertschöpfung: Kundenintegration in die Dienstleistungsinnovation von Bibliotheken [Präsentation im Rahmen des Bibliothekartags 2009]. - Ohne Ort, 2009. – Online im Internet unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte//2009/632/ (letzter Zugriff am 4.5.2011)

92


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Kontext und Methoden (2)

  • Görtler, Edmung/Rosenkranz, Doris: Mitarbeiter- und Kundenbefragungen: Methoden und praktische Umsetzung. – München/Wien: Hanser, 2006.

  • Heere, Gerald: Empirische Methoden der Sozialwissenschaften. – Ohne Ort, [2007]. – Online im Internet unter http://www-public.tu-bs.de:8080/~gheere/Docs/GK-Orientierung_070129-Methoden.pdf (letzter Zugriff am 29.4.2011).

  • Jahn, Detlev/Sarcander, Steve/Wagner, Ralf: Basiswissen Marktforschung; Band 1: Datenerhebung. – Frankfurt a. M.: Deutscher Fachverlag, 2004.

  • Kuß, Alfred/Eisend, Martin: Marktforschung: Grundlagen der Datenerhebung und Datenanalyse. 3. Auflage. – Wiesbaden: Gabler, 2010.

  • Lorenz, Miriam/Fühles-Umbach, Simone et al.: Die Forschungsbibliothek der Zukunft. – Sankt Augustin: Fraunhofer IZB, 2009. – Online im Internet unter http://publica.fraunhofer.de/eprints/urn:nbn:de:0011-n-948372.pdf (letzter Zugriff am 15.5.2011).

93


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Kontext und Methoden (3)

  • Lubritz, Stefan: Marketing und Marktforschung. – Stuttgart: W. Kohlhammer, 2010.

  • Michalko, James/Malpas, Constance/Arcolio, Arnold: Research libraries, risk and systemic change. – Dublin (Ohio): OCLC, 2010. – Online im Internet unter http://www.oclc.org/research/publications/library/2010/2010-03.pdf (letzter Zugriff am 16.5.2011)

  • Porst, Rolf: Fragebogen: ein Arbeitsbuch. 2. Auflage. – Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009.

94


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Kontext und Methoden (4)

  • Seadle, Michael/Greifeneder, Elke: Bilder, die nicht lügen. – In: BIT online 12 (2010) 1, S. 11–15.

  • Schumann, Siegfried: Repräsentative Umfrage. 5., korrigierte Auflage. – München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2011.

  • Theobald, Elke/Neundorfer, Lisa: Qualitative Online-Marktforschung: Grundlagen, Methoden und Anwendungen. – Baden-Baden: Nomos, 2010.

  • Wilmsmeier, Silke: „... und was haben die Benutzer davon?“: Kundenorientierung im Bibliotheks- und Informationswesen. – In: Bibliothek 23 (1999) 3, S. 277–315.

95


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Beispiele aus der Praxis (1)

  • Connaway, Lynn Silipigni/Dickey, Timothy J.: The Digital Information Seeker: Report of findings from selected OCLC, RIN and JISC user behaviour projects. – [Bristol:] Higher Education Founding Council for England, 2010. – Online im Internet unter http://www.jisc.ac.uk/media/documents/publications/reports/2010/digitalinformationseekerreport.pdf (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Synopse der Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen zum Informationsverhalten der Nutzer wissenschaftsbezogener Informationsdienstleistungen.]

  • Foster, Nancy Fried/Gibbons, Susan (Hrsg.): Studying students: the undergraduate research project at the University of Rochester. – Chicago: Association of College and Research Libraries, 2007. – Online im Internet unter http://www.ala.org/ala/mgrps/divs/acrl/publications/digital/Foster-Gibbons_cmpd.pdf (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Qualitativ ausgerichtete Untersuchung zur Optimierung des Arbeitsumfelds und des Webauftritts an einer US-amerikanischen Universitätsbibliothek.]

96


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Beispiele aus der Praxis (2)

  • Barth, Robert/Garbely, Karin/Kieser, Marita: Mystery Shopping als Bewertungsmethode der Dienstleistungsqualität von Bibliotheken. [Konferenzbeitrag.] – Ohne Ort, [2009]. – Online im Internet unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte//2009/651/ (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Zusammenfassende Darstellung einer exemplarischen Studie zur Anwendbarkeit von Mystery Shopping für den Qualitätsvergleich in wissenschaftlichen Bibliotheken.]

  • Beu, Kirsten/Havemann, Frank: Wie zufrieden sind die Benutzer der Bibliothek des Wissenschaftszentrums Berlin?: Ergebnisse einer Befragung im Mai 2010. – Berlin: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt- Universität, 2010. [Unveröffentlichter Projektbericht zu einer Nutzerumfrage des WZB.]

  • Jahn, Najko: Anthropological motivated usability evaluation: an exploration of IREON – international relations and area studies gateway. – In: Library Hi Tech 26 (2008) 4, S. 606–621. [Zusammenfassung einer Studie, bei der ein in Entwicklung befindliches Rechercheportal mittels unterschiedlicher Usability- Untersuchungsansätze evaluiert wurde.]

97


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Beispiele aus der Praxis (3)

  • Krauß-Leichert, Ute (Hrsg.): König Kunde – Kundenzufriedenheit und Kommunikationspolitik: Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Masterstudiengang Informationswissenschaft und –management. – Wiesbaden: Dinges & Frick, 2010. [Darstellung eines relativ breiten Spektrums an studentischen Nutzerforschungsprojekten.]

  • Nix, Sebastian: Das Internet als Informationsressource für die Frankreichforschung: eine Befragung deutscher und französischer Experten. – Berlin: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt- Universität, 2010. – Online im Internet unter http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:11-100103948 (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Nicht-repräsentative Online-Befragung zum Informationsverhalten deutscher und französischer Forscher aus verschiedenen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen.]

98


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Literatur: Beispiele aus der Praxis (4)

  • Schoof, Kerstin: Kooperatives Lernen als Herausforderung für Universitätsbibliotheken: Veränderungen in der Konzeption und Nutzung von Lernräumen. – Berlin: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität, 2010. – Online im Internet unter http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:11-100113210 (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Qualitativ ausgerichtete Untersuchung zur Optimierung des Arbeitsumfelds an einer deutschen Universitätsbibliothek.]

  • [Siegfried, Doreen/Flieger, Elisabeth:] World Wide Wissenschaft: wie professionell Forschende im Internet arbeiten. – [Kiel/Hamburg:] ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, 2011. – Online im Internet unter http://www.zbw.eu/presse/pressemitteilungen/docs/World_Wide_Wissenschaft_ ZBW-Studie.pdf (letzter Zugriff am 15.5.2011). [Zusammenfassung einer Studie zu ausgewählten Aspekten des Informationsverhaltens von Wirtschaftswissenschaftlern.]

99


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Nützliche Internetadressen (1)

  • www.absatzwirtschaft.de (Zeitschrift für Marketing und neue Trends)

  • www.b2i.de(Portal für die Suche nach Literatur und Online-Ressourcen aus der Bibliotheks-, Informations- und Buchwissenschaft)

  • www.bibliotheksportal.de(Veranstaltungsinformationen, einführende Texte u. a. zu den Themen „Marktforschung“ und „Nutzerforschung“ u. v. m.)

  • www.bvm.org (Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.)

  • www.gesis.org/unser-angebot/studien-planen/online-umfragen/software-fuer-online-befragungen/(Informationsangebote von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften zu Software für Online-Befragungen)

  • www.gfk.de (Gesellschaft für Konsumforschung)

100


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Nützliche Internetadressen

  • www.ib.hu-berlin.de/~fhavem/umfrage/index.html (Nutzerbefragungsprojekt des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU)

  • www.isast.org (International Conference on Qualitative and Quantitative Methods in Libraries)

  • www.libqual.org/home (Homepage des LibQUAL+-Projekts)

  • www.marketing-circle.de(Fachportal für die Direktmarekting-Branche)

101


Weiterführende Informationen Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

  • Deutsche Hochschulen mit bibliotheksbezogene Studiengängen

  • Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- undInformationswissenschaft

  • Hochschule Darmstadt

  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg - Fakultät: Design, Medien und Information

  • Fachhochschule Hannover - Fakultät III

  • Fachhochschule Köln - Institut für Informationswissenschaft

  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig - Fakultät Medien

  • Bayerische Bibliotheksschule München

  • Fachhochschule Potsdam - Fachbereich Informationswissenschaften

  • Hochschule der Medien Stuttgart - Fakultät Information und Kommunikation

102


Vielen Dank! Grundanforderungen an empirische Untersuchungen

103


ad