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Emotionen Oder: Warum Kognitionen alleine nicht ausreichen

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  1. EmotionenOder: Warum Kognitionen alleine nicht ausreichen Jenny | Katja | Anna | Paddi

  2. Übersicht • Teil 1 Einführung in die Emotionen • Teil 2 The Navigation of Feeling • Teil 3 Universalie vs. Kulturelles Konstrukt • Teil 4 Kollektive Emotionen • Fazit

  3. Teil 1(Jenny Schwarzkopf) Einführung in die Emotionen

  4. Übersicht • Gegenstandsbeschreibung • Emotionstheorien

  5. 1. Gegenstandsbeschreibung Emotion und verwandte Begriffe: Stimmung, Gefühlszustand - Stimmungen o. auch Gefühlszustände werden oft als alltägliche „low-level“ Emotionen bezeichnet.

  6. 1. Gegenstandsbeschreibung • 2 zeitgemäße Arbeitsdefinitionen: 1) nach Scherer: „Emotion ist eine Episode zeitlicher Synchronisation aller bedeutenden Subsystemen des Organismus, die 5 Komponenten bilden (Kognition, physiologische Regulation, Motivation, motorischer Ausdruck u. Monitoring/Gefühl), und die eine Antwort auf die Bewertung eines externalen oder internalen Reizereignisses als bedeutsam für die zentralen Bedürfnisse und Ziele des Organismus sieht.“

  7. 1. Gegenstandsbeschreibung • 2) nach Oatley/Jenkins: „(1) eine Emotion wird üblicherweise dadurch verursacht, dass eine Person ein Ereignis als bedeutsam für ein wichtiges Anliegen bewertet. (2) der Kern einer Emotion sind Handlungsbereitschaft u. das Nahelegen von Handlungsplänen; eine Emotion gibt einer o. wenigen Handlung Vorrang, denen sie Dringlichkeit verleiht. So kann sie andere mentale Prozesse o. Handlungen unterbinden o. mit ihnen konkurrieren. (3) eine Emotion wird gewöhnlicherweise als ein bestimmter mentaler Zustand erlebt, der manchmal von körperl. Veränderungen, Ausdruckserscheinungen u. Handlungen begleitet o. gefolgt wird.“

  8. 1. Gegenstandsbeschreibung McDougall: Furcht, Ekel, Staunen, Ärger, Hochgefühl, Unterwürfigkeit u. Zärtlichkeit Dankbarkeit = Zärtlichkeit + Unterwürfigkeit Verachtung = Ekel + Ärger Hass = Ärger + Furcht + Ekel

  9. 1. Gegenstandsbeschreibung Plutchik: Furcht, Ärger, Freude, Traurigkeit, Akzeptieren, Ekel, Erwartung u. Überraschung Stolz = Freude + Ärger Liebe = Freude + Akzeptieren

  10. 1. Gegenstandsbeschreibung 2 Gründe für die Problematik: 1) nicht alle verbal benennbaren Emotionen können in einen charakteristischen mimischen Ausdruck übersetzt werden. 2) die Übersetzung der Gesichtssprache in die Wortsprache ist sehr schwierig.

  11. 1.5 Zur Universalität von Emotionen(Anna Müller) Ekman, Paul (1988): Gesichtsausdruck und Gefühl Neurokulturelle Theorie Der Gesichtsausdruck Fazit

  12. 1. Neurokulturelle Theorie • Biologische und soziale Determinanten von Gefühlen • Emotionale Reaktionen bestehen aus folgenden Elementen (Prozess): • Entstehung von Emotion • Auslöser: Reize von außen, die als spezifisch für ein Gefühl identifiziert werden • Automatischer Bewertungsmechanismus: schnelle Wahrnehmung eines Reizes + Feststellung der Relevanz • Affektprogramm: angeborener Mechanismus, der Muster der Reaktionsweisen steuert und organisiert • Präsentation von Emotion/Handeln • Darbietungsregeln (display rules): Kontrolle über emotionale Reaktionen (Maskierung) kulturell geprägt und erlernt! • Bewältigungshandeln (Coping): Umgang mit Gefühl und seiner Ursache  kognitive Verhaltensweise (Bsp.: Angriff, Flucht, Verleugnung, Besänftigung)

  13. 2. Der Gesichtsausdruck 1. Experiment (USA - Japan) • Vergleich der Fähigkeit, Gefühle am spontanen Gesichtsausdruck von Angehörigen der eigenen Kultur zu erkennen, mit der gleichen Fähigkeit gegenüber Angehörigen einer anderen Kultur (Beurteilungsansatz)  Stressfilm  Gesichtsausdruck ist nicht kulturspezifisch, Reaktionen von Angehörigen einer fremden Kultur können richtig erkannt werden: Bedeutungszuschreibung und Beurteilung des Gesichtsausdrucks ist universal!

  14. 2. Der Gesichtsausdruck 2. Experiment (USA - Japan) • Messung des mimischen Verhaltens der Vpn an Hand der Facial Affect Scoring Technique (FAST) (Komponentenansatz)  Stressfilm •  Die Form des Gesichtsausdrucks ist ähnlich in beiden Kulturen, d.h. das mimische Verhalten um eine bestimmte Emotion auszudrücken ist universal!

  15. 2. Der Gesichtsausdruck 3. Experiment (5 Schriftkulturen: USA, Brasilien, Chile, Argentinien, Japan) • Erkennen gefühlsbezogener mimischer Ausdrucksformen für ein einzelnes Gefühl  Einschätzung und Klassifizierung von Fotos  gleiche Beurteilung des Gesichtsausdrucks für den Ausdruck des gleichen Gefühls in allen 5 Ländern (auch hinsichtlich Intensität)

  16. 2. Der Gesichtsausdruck 4. Experiment (2 schriftlose Kulturen: Fore und Dani in Neuguinea ) • Erkennen von Gefühlen  an Hand von Fotos und Geschichten dazu das entsprechende Gefühl benennen  Beurteilung von Emotionen weitgehend universell • Ausdruck von Gefühlen  Darstellung des mimischen Ausdrucks der Indigenen und anschließend Beurteilung von Amerikanern  weitgehende Übereinstimmung • Beleg dafür, dass es zwischen den Kulturen keinen visuellen Kontakt (auch Einfluss von Massenmedien etc.) gab und doch universelle Übereinstimmungen getroffen werden konnten

  17. 3. FAZIT 6 universelle Emotionen: Freude/Glück, Trauer, Ärger/Wut, Ekel, Angst, Überraschung Ausdruck von Gefühlen im Gesicht wird auf Grund von Unterschieden bezüglich Auslösern, Darbietungsregeln und Konsequenzen zwar oft kulturspezifisch sein, doch gibt es daneben eine Reihe an kulturübergreifender Formen des emotionalen Gesichtsausdrucks. weltweit gleiche Mimiken verknüpft mit gleichen Gefühlen liegen der Annahme zu Grunde, dass es ein universeller Mechanismus gibt  Wiedererkennen und Ausdruck sind universell

  18. Die Auslöser, die besonderen Ereignisse, die das Affektprogramm aktivieren, sind überwiegend sozial gelernt und kulturabhängig (Einfluss der Darbietungsregeln auf mimischen Ausdruck [Maske/Kontrolle]), die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur werden vom Affektprogramm gesteuert und sind universell. • Klassen von Auslösern und Handlungen werden dann zusammen mit Erinnerungen, Bildern, Gedanken etc. als Bestandteile des Erlebens von Glück, Ärger, Trauer usw. gespeichert (kognitiver Vorgang). Ihr gemeinsames Auftreten mit einem Gesichtsausdruck veranlasst dazu, die entsprechenden mimischen Verhaltensweisen als Ausdruck bestimmter Gefühle zu beschreiben.

  19. Beispiel für die 6 emotionalen Gesichtsausdrücke (Freude, Überraschung, Ärger, Ekel, Furcht, Trauer, (Verachtung)) Quelle: Zimbardo (1999), S.362

  20. 2. Emotionstheorien Der evolutionstheoretische Ansatz: Hauptsächlich 3 Aspekte des Gesichtsausdrucks werden vermittelt: 1. dessen Universalität 2. seine Gemeinsamkeiten mit dem tierlichen Emotionsausdruck 3. seine genetischen Entstehungsprinzipien

  21. 2. Emotionstheorien  Organismische Funktion: Die weit geöffneten Augen bei Überraschung fördern die Informationsaufnahme, der geöffnete Mund erleichtert die Atmung. • Kommunikative Funktion: Gefühle und die damit verbundenen Gedanken, Absichten und Wünsche können mitgeteilt werden. Zusammenleben wird geregelt, zur Fortpflanzung wird beigetragen.

  22. 2. Emotionstheorien Methodische Einwände sind zwar berechtigt, jedoch wurde die Universalität des Gesichtsausdrucks nicht widerlegt.

  23. 2. Emotionstheorien Kognitionstheoretische Ansätze: Kognitionstheoretische Ansätze untersuchen Erleben u. Verhalten nicht nur anhand äußerlich beobachtbarer Erscheinungsformen, sondern schenken den kognitiven Prozessen besondere Beachtung, die in Personen bei der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt ablaufen.

  24. 2. Emotionstheorien • In den kognitiv orientierten Theorien werden kognitiven Prozessen bei der Entstehung von Emotionen eine zentrale Rolle zugeschrieben → Emotionen werden - als Folgen von kognitiven Analysen betrachtet - abgespeichert • Form von kognitiven Schemata – durch die wahrgenommene Situation werden Emotionendann ausgelöst, wenn bisherige Erfahrungen verletzt werden.

  25. 2. Emotionstheorien 3 aufeinander folgende Stufen werden unterschieden: 1) ein Ereignis wird als schemadiskrepant bzw. als unerwartet eingeschätzt. 2) Überraschungsgefühl. Unterbrechung der aktuell ablaufenden Informationsverarbeitungsprozesse u. Zuwendung der Aufmerksamkeit auf das schemadiskrepante Ereignis. 3) Analyse u. Bewertung des Ereignisses, womit die Erweiterung o. Veränderung des entsprechenden kognitiven Schemas verbunden sein kann.

  26. 2. Emotionstheorien Stresstheorie von LAZARUS 3 Einschätzungsprozesse: 1. Primäre Einschätzung: Stress als Resultat einer Situationsbewertung 2. Sekundäre Einschätzung: Analyse von Strategien zur Bewältigung der Situation 3. Neueinschätzung: Neubewertung der aktuellen Situation 1 und 2 laufen zeitlich nicht in einer bestimmten Reihenfolge ab

  27. 2. Emotionstheorien Kritik: • Emotionen werden in Abhängigkeit bzw. als Ergebnis von vorausgehenden Kognitionen betrachtet. • Befunde, die darauf hinweisen, dass Gefühlsurteile ziemlich unabhängig von Kognitionen sein können. • sind nun Emotionen stets das Resultat von vorausgehenden Kognitionen oder spielen auch nicht-kognitive Prozesse eine Rolle? → Einigkeit, dass die Erfahrung komplexer emotionaler Zustände, wie Stolz oder Eifersucht, nur aufgrund einer Vielzahl kognitiver Prozesse gemacht werden kann

  28. Teil 2(Katja Zacharova) The Navigation of Feeling

  29. The Navigation of Feeling • William Reddy • “What are emotions ?” • interdisziplinäre Studie • Entwicklung in der Forschung: seit den 70er „Revolution” in der Psychologie löste aktive Beteiligung der Ethnologie an der Erforschung des menschlichen Gefühlsleben aus • man beschäftigt sich zunehmend mit dem kulturellen Kontext

  30. Probleme in der Forschung • linguistische & methodische Schwierigkeiten Emotionen zu definieren/ kategorisieren. Wertung von Gefühlen ist fraglich, kann je nach kulturellem Kontext stark variieren. • allgemeine Frage nach dem Verhältnis zwischen biologischen /genetischen bzw. kulturellen/ kontextabhängigen Faktoren

  31. Konstruktivistischer Ansatz • Michelle Rosaldo • “ what individuals can think and feel is overwhelmingly a product of socially organized modes of action and of talk”. • Relevanz des kulturellen Einflusses • Feldforschung Ende der 60er Jahre auf den Philippinen: Ethnie Ilongot • zentraler Aspekt: Phänomen der Kopfjagd

  32. Kurze Ethnographie der Ilongots • Stammesgesellschaft im Hochland von Nordphilippinen • Jäger, Sammler, Landwirten • Starke Isolierung/ Identitätsbewußtsein • Wohnen in Gruppen von ca. 10 Häusern (ca. 65 Personen) • Egalitäre Gesellschaftsstruktur. Führerschaft - zeitlich begrenzt

  33. Allgemein zur Kopfjagd: • Kopfjagen wird als Enthauptung eines Opfers für rituelle Zwecke definiert (Hoskins) • Praktiken des Kopfjagens werden in den modernen Gesellschaften allgemein als wild und unzivilisiert betrachtet. Sie haben je nach kulturellem Kontext unterschiedliche Gründe und sind i.d.R. von Geheimnissen umhüllt.

  34. Verlauf der Feldforschung • Emotionale Äußerungen sind stark von lexikalischer Struktur/ sprachlichen Ausdrücken und damit verbundenen Praktiken bestimmt. • liget (Wut, Energie, Neid, Hitze): positiv bewertet, bringt Energie und Motivation, steigert Effektivität • Zentral für liget ist die männliche Aktivität des Kopfjagens.Todesfälle steigern liget • reinigende Wirkung

  35. Rosaldos Interpretation • Emotionale Aspekte spielen eine große Rolle • Ilongots enthaupten ihre Opfer wenn sie ein “schweres” Herz haben, Ärger, Wut oder Druck verspüren • Enthauptung soll Unruhe beseitigen, dem Enthaupter mehr Respekt verschaffen, ihn zur Heirat befähigen • dient zur Unterscheidung zwischen den Geschlechtern in der sonst sehr egalitären und homogenen Gesellschaft • identitätsstiftend, wichtiger Bestandteil der männlichen Initiationsrituale

  36. 2. Feldforschungsreise • starke Veränderungen, politischer und sozialer Wandel • Mitte 70er Jahre: Praktizieren von Kopfjagd wurde verboten • Christianisierung durch Missionare • neuen Religion: Trost und Ersatz für emotionale Bedürfnisse • Das Konzept des ligets wird durch mildere, sanftere Gefühle des christlichen Glaubens ersetzt

  37. Rosaldos Fazit in Bezug auf Emotionen • physiologische Aspekte sind in den meisten Fällen ambivalent und von geringer Bedeutung • Art und Weise, wie ein Individuum denkt und fühlt, ist überwiegend durch sozial organisierte Kategorien und Schemata bestimmt • Individuum ist ein beliebig formbares Konstrukt: Widerspruch zu den bisherigen Annahmen der traditionellen kognitiven Psychologie, die von den universellen Merkmalen menschlicher Psyche ausging • Rosaldos extreme Haltung in Bezug auf Verformbarkeit und Veränderbarkeit des Individuums löste zahlreiche Debatten aus, nur wenige standen dieser Theorie kritiklos gegenüber.

  38. Negativ: zu einseitig, wenig interdisziplinär zu geringe Beachtung der geschichtlichen Ereignisse (vgl.Renato Rosaldo) emotionale Flexibilität des Individuums ist fraglich Positiv: wesentlicher Beitrag zur feministischen Debatte in der Ethnologie Revidierung westlicher Vorurteile über Gefühle neue alternative Sichtweise von Emotionen Kritik an Rosaldo

  39. Psychokultureller Ansatz • Versuch ethnographische und klinisch-psychologische Methoden zu vereinen • Kleinman: Beziehungen zw. individuellen Gefühlen und Staatsgewalt bzw. politischem Regime • “social suffering” und “moral experience” • Feldforschung in China: Folgen des politischen Massenterrors und seine Auswirkungen auf das Gefühlsleben eines Individuums • “psychosoziales Trauma” : Kopfschmerzen, Depressionen &Trübsinn • Verbindung zw. politischen Veränderungen und der emotionalen Befindlichkeit der Allgemeinheit

  40. Allgemeine Kritik an der ethnologischen Forschung der Emotionen • zu einseitig, wenig interdisziplinär • Kulturen werden als uniforme Konstrukte dargestellt, das Individuum wird vernachlässigt • Gefahr des Ethnozentrismus in der Bewertung der Gefühle in den untersuchten Kulturen • Linguistische (Terminologie/Grammatik) und methodische Schwierigkeiten (Unterscheidungsschwierigkeiten zwischen Kognition und Emotion)

  41. Reddys Vorschläge zur Bewältigung der Probleme • Einbezug der nonverbalen Sprache  nötige Verbindung zwischen den konzeptuellen Blockaden des konstruktivistischen und des psychokulturellen Ansatzes • “emotives” ( “emotion” + “performance”) gegenseitige Beeinflussung von emotionalen Äußerungen und den darauf folgenden Reaktionen • Dialog zwischen Psychologie und Ethnologie • Möglichkeit, eine universelle Sprache zu finden, die das Gespräch über Emotionen kulturübergreifend ermöglichen könnte • Ergänzung ethnologischer und psychologischer Forschungen mit den Erkenntnissen aus Politik- und Geschichtswissenschaften

  42. Geschichtliche Analyse der Emotionen am Beispiel Frankreichs • Ende des 17. Jhs absolute Monarchie • artifizielle Verhaltenskodex / strenge Regel der Etikette  Unterscheidung gesellschaftlicher Schichten • Einschränkung der persönlichen Freiheit und des Gefühlslebens “emotional suffering” / Sentimentalität. • zunehmende Einengungen mittels gesellschaftlicher Normen  Diskrepanz zwischen individuellen Gefühlen und den moralischen Werten und Erwartungen • Klassenkonflikt  Grundlage für die Französische Revolution

  43. Französische Revolution • Napoleons Zivilrecht: Veränderung sowohl auf der politischen Ebene (absoluten Monarchie  Republik) als auch auf der emotionalen (Sentimentalität  Vernunft) • Gesellschaftlicher Status wird nicht mehr durch die Geburt, sondern durch die persönlichen Errungenschaften bestimmt • persönliche und die “emotionale” Freiheit : Schwierigkeiten, schmerzvolle Zeit der Umorientierung

  44. Reddys Fazit • es gibt keine natürliche Regierungsform • das emotionale Leben ist zum größten Teil durch politische Verhältnisse und gesellschaftliche Erwartungen bestimmt und somit veränderbar • Konzept von “emotional suffering”: Diskrepanz zw. persönlichen Zielen und gesellschaftlichen Normen ist entscheidend für den Wandelprozess. Je größer die Diskrepanz, um so schneller / drastischer sind die Veränderungen • Insgesamt sind Emotionen jedoch - unabhängig vom politischen Regime - ein wichtiger Wegweiser für das Individuum und helfen ihm da, wo die Vernunft und die mentale Kontrolle an ihre Grenzen stoßen, intuitiv die richtige Entscheidung zu treffen

  45. Teil 3(Anna Müller) Universalie vs. Kulturelles Konstrukt Oder: Wie lassen sich kulturell konstruierte mit universellen Emotionen vereinbaren?

  46. GERBER, E.(1985): Rage and Obligation: Samoan Emotion in Conflict

  47. Übersicht 1. Emotion und Selbstwahrnehmung 2. Subjektives Empfinden von Emotion 3. Affekte 4. Emotion in Samoa 5. Fazit

  48. 1. Emotion und Selbstwahrnehmung • Einfluss des Emotionskonzepts auf Organisation des „Selbst“  Zusammenspiel mehrerer Bereiche • Bsp.: „alofa“ (Liebe zwischen Eltern und Kind)  verbunden mit Identität/Identifikation • Kann man an Hand von Selbstberichten auf das Selbstbild einer Person schließen? • Methode: linguistische Analyse  „hedonic tone“ (how pleasant or unpleasant is the feeling?)

  49. 2. Subjektives Empfinden von Emotionen • Kann man an Hand von verbalen Äußerungen auf subjektives Gefühlserlebnis schließen?  methodologisches Problem (drückt Emotionsvokabular tatsächlich die subjektive Empfindung aus?  Übersetzungsprobleme) • Bsp.: „musu“ („Widerstand“) statt „ita“ („Ärger“)  kulturelle Definition von musu hilft Samoanern, ihre Konflikte unbewusst ablaufen zu lassen oder sie zu maskieren • Subjektives Emotionsempfinden ist geprägt durch Basisaffekte (ita) und kulturellen Einflüssen (musu)