slide1 l.
Download
Skip this Video
Loading SlideShow in 5 Seconds..
Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobacht PowerPoint Presentation
Download Presentation
Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobacht

Loading in 2 Seconds...

play fullscreen
1 / 31

Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobacht - PowerPoint PPT Presentation


  • 158 Views
  • Uploaded on

Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobachtung und Dokumentation. Sprachentwicklungsstörungen und Sprachdiagnostik. Sprachentwicklung im Überblick. Was muss das Kind lernen, wenn es Sprache erwirbt?.

loader
I am the owner, or an agent authorized to act on behalf of the owner, of the copyrighted work described.
capcha
Download Presentation

PowerPoint Slideshow about 'Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobacht' - osias


An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript
slide1

Themenblock III: Ausgewählte Beeinträchtigungen von Entwicklungs- und Lernprozessen und Möglichkeiten ihrer Beobachtung und Dokumentation

Sprachentwicklungsstörungen

und

Sprachdiagnostik

D.1 Theorien über Entwicklungs- und Lernprozesse und ihre Beeinträchtigungen

was muss das kind lernen wenn es sprache erwirbt
Was muss das Kind lernen, wenn es Sprache erwirbt?
  • In einem sehr frühen Stadium seiner kognitiv-konzeptuellen Entwicklung muss das Kind
    • den Sprachstrom der Umweltsprache sowie relevante Merkmale der Situationen, in denen Sprache geäußert wird
      • verarbeiten, in sprachrelevante Einheiten untergliedern,
      • zugrunde liegende komplizierte Sprachregeln ableiten.
    • nicht weniger als sechs teilweise eigenständige Wissenssysteme aufbauen (prosodische und linguistische Kompetenz)
    • den kontextuell angemessenen handlungsorientierten Gebrauch von Sprache erwerben (pragmatische Kompetenz).
w rter als endergebnis der lautentwicklung
Wörter als Endergebnis der Lautentwicklung...
  • Bevor ein Kind erste Wörter spricht, ist bereits eine komplexe Entwicklung abgelaufen:
    • vorgeburtlich: Hören der mütterlichen Sprache ab der 24. Schwangerschaftswoche
    • Entwicklung und Einüben von Dialogen zwischen Kind und Bezugsperson ab der Geburt.
    • Das Kind lernt, die Bezugsperson über Lautäußerungen in ihrer Handlung zu beeinflussen.
lexikalische entwicklung im zentrum steht das wort
Lexikalische Entwicklung – Im Zentrum steht das Wort –

Vorläuferfähigkeiten

der Kognition, der sozialen

Kognition, der

Wahrnehmung

Produktive phonologische

Entwicklung

erste

Wörter

10. Lbm.

18. Lbm.

Schwellenwert:

50 Wörter

Wortschatzspurt

Differenzierung des

Wortschatzes

Grammatikerwerb

voraussetzungen und bedingungen f r einen ungest rten spracherwerb

Voraussetzungen / Bedingungen

sozial-kognitiv

sprachspezifisch

kognitiv-

konzeptuell

sozial-

kommunikativ

Linguistische Kompetenz

Pragmatische Kompetenz

Voraussetzungen und Bedingungen für einen ungestörten Spracherwerb
st rungen der artikulation und des redeflusses sekund re st rungen der sprachentwicklung
Störungen der Artikulation und des Redeflusses

Sekundäre Störungen der Sprachentwicklung

Störungen der Sprachentwicklung

Primäre Störung der

Sprachentwicklung

definition und klassifikation
Definition und Klassifikation
  • Störungen der Artikulation und des Redeflusses
    • Stottern (ICD-10: F 98.5):
      • Störung des Redeflusses, bei der es durch häufige Wiederholung von Lauten, Silben oder Wörtern, durch Blockierungen oder Lautdehnungen zu einer Unterbrechung der Äußerung kommt.
      • subjektiv: Kontrollverlust über den Sprechvorgang
    • Poltern (ICD-10: F 98.6):
      • Unrhythmisches Sprechen mit sehr wechselndem Sprechtempo, Verschlucken von Silben, Wörtern und Satzteilen, häufigem Umstrukturieren von Äußerungen mit Satzabbrüchen und Neubeginn.
      • subjektiv: kein Störungsempfinden.
definition und klassifikation12
Definition und Klassifikation
  • Sekundäre Störungen der Sprachentwicklung
    • bei sensorischer Behinderung
      • Kinder mit Hörstörungen (ICD-10: H 91.1)
      • blinde Kinder
    • bei neurologischer Schädigung
      • Kinder mit erworbenen Aphasien (ICD-10: F 80.3)
    • bei mentaler Retardierung (ICD-10: F 84.x)
      • Kinder mit Down Syndrom
      • Kinder mit Williams Beuren Syndrom
    • bei pervasiver Störung
      • Kinder mit frühkindlichem Autismus (low-functioning)
definition und klassifikation13
Definition und Klassifikation
  • Umschriebene Störungen des Sprechens und der Sprache (ICD-10: F 80)
    • normale Entwicklungsmuster sind von frühen Entwicklungsstufen an beeinträchtigt.
    • unterschieden wird zwischen expressiven und rezeptiven Störungen.
    • Die Störungen können nicht direkt
      • neurologischen Störungen,
      • Störungen des Sprechablaufs,
      • sensorischen Beeinträchtigungen,
      • Intelligenzminderungen oder
      • Umweltfaktoren

zugeordnet werden.

epidemiologie und pr valenz
Epidemiologie und Prävalenz
  • Stottern und Poltern: ca. 1%
  • sekundäre und primäre Sprachentwicklungsstörungen:
    • 3 - 20% (Schöler et al., 1998)
    • Die Zahlen schwanken in Abhängigkeit von der Art der Störung, von der Definition und den angewandten Verfahren.
  • Verhältnis Jungen : Mädchen
    • 2,8 : 1 – 4,8 : 1
symptomentwicklung komorbidit t umschriebene sprachentwicklungsst rung
Symptomentwicklung/KomorbiditätUmschriebene Sprachentwicklungsstörung
  • verspäteter Sprachbeginn (sog. „late talkers“)
    • Identifikation im Alter von 24 Monaten
    • Produktion von < 50 Wörter, keine Mehrwortäußerungen
  • verlangsamter Spracherwerb mit möglicher Plateaubildung
    • 50% der late talkers holt den Sprachrückstand bis zum 3. Lbj. auf („late bloomers“ oder Spätzünder)
    • Bei den anderen 50% wird der Leistungsabstand zu normalen Kindern mit zunehmendem Alter größer („Schereneffekt“)
symptomentwicklung komorbidit t
Symptomentwicklung/Komorbidität
  • Sprachverständnis > Sprachproduktion
  • formale Merkmale (Syntax/Morphologie) sind gestörter als Semantik/Pragmatik
    • fehlerhafte Formen, rudimentäre Wortkombinationen
    • Fehlen komplexerer Transformationen; Probleme mit der Wortstellung
    • selbst bei der Satzimitation „Zusammenbruch“ der Sprache
typische sprachbeispiele aus grimm 2003
Spontane Sprachproduktion

„Ich heute gehen raus.“

„Der hier hoch.“

„Soviel ich hab.“

„Ein Dach da legen hin.“

Satzimitation

Vater hat den Rucksack gekauft, bevor wir wanderten.

Der Vater ein Rucksack und dann de wandern.

Die Sonne scheint, nachdem es immer geregnet hatte.

Die Sonne scheint nach immer regene.

Typische Sprachbeispiele (aus Grimm, 2003)
symptomentwicklung komorbidit t18
Symptomentwicklung/Komorbidität
  • Verzögerung vs. Abweichung vom normalen Spracherwerbsverlauf?
    • Sprachgestörte Kinder produzieren Sätze, die nicht Bestandteil einer Entwicklungszwischenstufe sind, die normale Kinder durchlaufen (vgl. rule stage, Bowerman, 1983)
    • Die betroffenen Kinder haben ein „Wortordnungsproblem“ (Grimm, 1994, 1995).
symptomentwicklung komorbidit t19
Symptomentwicklung/Komorbidität
  • Auffälligkeiten im kognitiven Bereich
    • Störungen der auditiven Wahrnehmung
      • Lautdiskrimination und -erkennung
    • Störungen des Gedächtnisses
      • auditives KZG, Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis
    • Phänomen des „abrutschenden IQs“
  • Psychiatrische Störungen
    • Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität
    • Störungen des Sozialverhaltens und emotionale Störungen
negative spirale nach dem modell der sozialen konsequenzen

Psycho-soziale

Konsequenzen

eingeschränkte

Lernerfahrungen

eingeschränkte

Peer-Beziehungen

gestörte

Kommunikation

soziale Einstellungen/

Beurteilungen

soziale Konsequenzen:

eingeschränkte Interaktion

gestörte

Sprachentwicklung

Negative Spirale nach dem Modell der sozialen Konsequenzen

wahrgenommene

Unreife

(nach Rice, 1993)

symptomentwicklung komorbidit t21
Symptomentwicklung/Komorbidität
  • Schulische Schwierigkeiten
    • Lese- und Rechtschreibstörungen
      • bei 60-80% der Kinder mit Legasthenie finden sich Symptome von Sprachentwicklungsstörungen
    • Lernbehinderung
      • zunächst umschriebene Sprachentwicklungsstörung weitet sich zunehmend aus (Sprachlernen  Lernen durch Sprache)
  • Motorische Störungen
    • feinmotorische Schwierigkeiten
tiologie und pathogenese
Ätiologie und Pathogenese
  • Die umschriebene Störung der Sprachentwicklung ist multikausal bedingt und hat eine biologische Wurzel.
  • Ursachen werden in drei Bereichen gesucht:
    • Umweltsprache
    • kognitive Defizite
    • biologische Faktoren
diagnose
Diagnose
  • Methoden
    • Freie Spontansprache
      • Äußerungen in interaktiven Handlungszusammen-hängen (face-to-face-Interaktion)
    • Gelenkte Spontansprache
      • vorab festgelegte Sprechanreize (Bilder, Gegenstände etc.), aber freie Spiel- oder Gesprächssituation
      • Orientierung an den Interessen des Kindes
    • Elizitierte Spontansprache ( Sprachtests oder –screenings)
      • „Hervorlocken“ bestimmter Zielstrukturen
diagnose spontansprachanalysen
DiagnoseSpontansprachanalysen
  • Zielsetzungen
    • Spracherwerbsforschung
      • Beschreibung von normalen Sprachentwicklungsver-läufen (expressiv)
    • Patholinguistische Forschung
      • Beschreibung von abweichenden oder verzögerten Sprachentwicklungsverläufen,
      • Entwickeln von Hypothesen über Bedingungsfaktoren,
      • Einschätzung der Förderbedürftigkeit,
      • Ableiten von Förderschwerpunkten,
      • Beurteilung der Effektivität von Fördermaßnahmen.
diagnose spontansprachanalysen27
DiagnoseSpontansprachanalysen
  • Nachteile
    • Mangelnde Repräsentativität der Sprachstichprobe
      • Kinder zeigen nur das, was sie können, nicht das, was sie nicht können, jedoch in einem bestimmten Alter schon können sollten.
    • Schwierigkeiten bei der Normierung
      • Komplexität
      • Erhebliche interindividuelle Variation
    • Sehr voraussetzungsreich: Hohe Anforderungen an linguistische und psycholinguistische Grundkenntnisse.
diagnose sprachtests oder screenings
DiagnoseSprachtests oder -screenings
  • ab 12 Monate: ELFRA 1
  • 24 Monate: ELFRA 2 (Grimm & Doil, 2000)
  • ab 24 Monate: SETK-2 (Grimm, 2000)
    • Wortverständnis, Wortproduktion
    • Satzverständnis, Satzproduktion
  • 3 - 5 Jahre: SETK 3-5 (Grimm, 2001)
    • Rezeptive und produktive Sprachverarbeitung auf Wort- und Satzebene
    • Sprachverarbeitung und auditive Gedächtnisfähigkeiten
diagnose sprachtests oder screenings29
DiagnoseSprachtests oder -screenings
  • Nachteile
    • Ökologische Invalidität
      • Künstlichkeit der Kommunikationssituation,
      • Rückschlüsse auf die tatsächlichen sprachlichen Leistungen sind nicht verlässlich!
    • Linguistischer Reduktionismus
      • Nur ausgewählte Aspekte der sprachlichen Fähigkeiten werden überprüft.
zusammenfassung identifikation und verlauf nach grimm 1995
ZusammenfassungIdentifikation und Verlauf (nach Grimm, 1995)

bislang unauffällige Kinder

U7

24 Monate

13-20% späte Wortlerner

unauffällige Kinder

3-4 J.

ca. 50% der Kinder zeigen

Sprachentwicklungsstörung

ca. 50% sind Aufholer

(„late bloomers“)

Verfestigung der Störung

Kommunikationsprobleme

Psychosoziale Probleme

persistierende

Sprachdefizite

kognitive

Probleme

schulische

Lernprobleme

literatur
Literatur
  • Grimm, H. (2003a). Störungen der Sprachentwicklung (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
  • Grimm, H. & Doil, H. (200?). Elternfragebogen zur Früherkennung von Risikokindern. ELFRA 1 und 2. Göttingen: Hogrefe.
  • Grimm, H. (2000). Sprachentwicklungstest für zweijährige Kinder (SETK-2). Göttingen: Hogrefe.
  • Grimm, H. (2003b). Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (SETK 3-5). Göttingen: Hogrefe.