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Spracherwerb. 12. Vorlesung (14.07.2011). apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie ulrich.schade@fkie.fraunhofer.de. Spracherwerb. Kontaktdaten. apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation,

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    Presentation Transcript
    1. Spracherwerb 12. Vorlesung (14.07.2011) apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie ulrich.schade@fkie.fraunhofer.de

    2. Spracherwerb Kontaktdaten apl. Professor Dr. Ulrich Schade Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) Neuenahrer Straße 20 53343 Wachtberg E-Mail: ulrich.schade@fkie.fraunhofer.de Telefon: 0228 9435 376 Fax: 0228 9435 685

    3. Spracherwerb Überblick • Frühphase • Zum Erwerb der Syntax • Zum Erwerb des Lexikons und der Semantik • Zum Erwerb der Phonologie • Zum Erwerb der Schriftsprache • Sprachentwicklungsstörungen

    4. Spracherwerb Sprachentwicklungsstörungen Begriffsklärung • Folgende Charakteristika müssen vorliegen, wenn man von einem gestörten Spracherwerb spricht: • Die Sprachentwicklung ist im Vergleich zum normalen Verlauf deutlich verzögert. • Die Störungen befinden sich vorwiegende in den linguistischen Kernbereichen Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, (Semantik), (Pragmatik).

    5. Spracherwerb Sprachentwicklungsstörungen Begriffsklärung • Letzteres bedeutet insbesondere: • Die Intelligenz der betroffenen Kinder liegt im Normalbereich. • Die Kinder haben keine Hörschädigung. • Die Kinder haben keine (massiven) emotionalen Störungen.

    6. Spracherwerb Sprachentwicklungsstörungen Begriffsklärung Spracherwerbsstörungen in den Bereichen Morphologie und Syntax werden hier als Dysgrammatismus bezeichnet. Ein alternativer Ausdruck ist „Entwicklungsdysphasie“. Spracherwerbsstörungen in den Bereichen Phonologie und Phonetik werden hier als Dyslalien bezeichnet. Störungen in den Bereichen Semantik und Pragmatik werden häufig (nur) als Nebensymptome bei Kindern untersucht, die in den anderen Bereichen Auffälligkeiten zeigen.

    7. Spracherwerb Sprachentwicklungsstörungen Tests Die Sprachentwicklung eines Kindes kann über Tests bestimmt werden. Diese Tests decken zum Teil auch sehr spezifische Defizite auf, so dass sie auch als Diagnoseinstrumente genutzt werden. Die Tests sind zum Teil allgemein gehalten (Teiltests für alle Bereiche) oder sie beziehen sich auf spezifische (linguistische) Bereiche (TROG-D ist etwa ein Grammatiktest). Manche Tests überprüfen auch nicht-linguistische Aspekte, etwa das Gedächtnis. Eine Auflistung von Tests bietet Lingnau (2006).

    8. Spracherwerb Dysgrammatismus Definition Dysgrammatismus ist eine Störung des Spracherwerbs, die insbesondere die Bereiche Morphologie und Syntax betrifft. Die muttersprachlichen Normen in diesen Bereichen werden verzögert erworben bzw. nicht (korrekt) angewendet. Man unterscheidet dabei die generelle Verzögerung im Spracherwerb von speziellen Verzögerungen (nur) im morpho-syntaktischen Bereich bzw. nur in einzelnen, sehr speziellen morpho-syntaktischen Teilbereichen. Zudem sind auch Entwicklungsabfolgen möglich, die von der normalen Abfolge qualitativ abweichen.

    9. Spracherwerb Dysgrammatismus Beispiel S (Junge; 6;2 Jahre); Spontansprache beim Spielen mit einem Zoo Pferde gibs in Zoo. Kanns du Zebra hinstellen. (Und, wo schläft das Zebra?) In unser Bett. (Warum ist da das Gitter denn vor, S.?) Wenn einmal die Löwen rausspring, dann noch ein Gitter vor is.

    10. Spracherwerb Dysgrammatismus Beispiel • Pferde gib_s in Zoo. fehlendes Flektionsmorphem, Kasusfehler • Kanns_ du Zebra hinstellen. falsches Flektionsmorphem • In unser_ Bett. fehlendes Flektionsmorphem oder Kasusfehler • Wenn einmal die Löwen rausspring_, dann noch ein Gitter vor is. • fehlendes Flektionsmorphem, falsche Verbstellung

    11. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze • Erklärungsansätze nach Szagun (1996): • Auswirkung einer verzögerten kognitiven Entwicklung • Auswirkung von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen • Probleme mit hierarchischen Strategien und Planungen • zu einfache Inputsprache

    12. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze Eine verzögerte kognitive Entwicklung etwa im Bereich der Objektpermanenz führt in der Regel zu Problemen bei der Ausprägung von Symbolen und damit zu einer allgemeinen Sprachentwicklungsstörung. Die Störung kann morpho-syntaktische Anteile umfassen, ist aber nicht auf diese Ebenen fokussiert.

    13. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze Unter Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen werden hier nicht generelle Hörstörungen verstanden, sondern Probleme beim Hören (und Verarbeiten) von Sequenzen (z.B. aufgrund einer zu hohen Ordnungsschwelle). In einem solchen Fall können etwa die Flektionsendungen nicht erkannt und unterscheiden werden, was etwa die Probleme von S. mit den Flektionsmorphemen erklären könnte. (gibst vs. gibt es / gibt‘s)

    14. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze Probleme mit hierarchischen Strategien und Planungen beziehen sich darauf, dass Sprache hierarchisch aufgebaut ist (wie wir von den Syntaxbäumen her wissen ). Es ist möglich, dass sich Kinder eine „flache“ Strategie zur Bildung von Sätzen aneignen, aus der heraus dann Fehler resultieren.

    15. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze Probleme mit hierarchischen Strategien und Planungen Gib mir mal ein Auto. Gib mir mal ein Haus.  abgeleitetes Schema „Gib mir mal ein X.“ Die Nutzung des Schemas führt dann zu Fehlern: *Gib mir mal ein Teddy. *Gib mir mal ein Puppe.

    16. Spracherwerb Dysgrammatismus Erklärungsansätze In Bezug auf die zu einfache Inputsprache lassen sich Korrelationen nachweisen, wobei aber nicht klar ist, ob diese nicht evtl. in die andere Richtung wirken: Danach würde der Dysgrammatismus bewirken, dass Eltern mit dem Kind in vereinfachter Sprache kommunizieren, um die Verständigung zu ermöglichen.

    17. Spracherwerb Dysgrammatismus Therapie • Basisübungen • – Förderung der Sprechfreude und der Kommunikationsfähigkeit • – Verbesserung des sprachauditiven Gedächtnisses • – Erweiterung des Wortschatzes • Aufbau einer Vertrauensbeziehung zum Kind • – Die Therapeutin qualifiziert sich als „Modell“, als „nachahmenswert“ und als „wissend“.

    18. Spracherwerb Dysgrammatismus Therapie • Grundsätzliches • – Anzustreben sind schrittweise Verbesserungen. • – Die Schritte entsprechen der Normalentwicklung. • – Angleichung der Mutter-Kind-Interaktion an die Übungen und umgekehrt • – Übungen im Rahmen von Spielhandlungen

    19. Spracherwerb Dysgrammatismus Therapie • Förderung der Sprachwahrnehmung • – geringe Variationen mit Betonung auf spezifische Strukturen • (Beispiel: Teddy liegt { auf | neben | unter } dem Tisch.) • – Unterstützung durch Handlung, Gestik, Mimik, Prosodie • – Die Therapeutin nutzt die Sprache der nächst angestrebten Sprachstufe. • – Nutzung von Erweiterungen, Selbstgesprächen, Kommentaren

    20. Spracherwerb Dysgrammatismus Therapie • Förderung der Produktion • – Es wird nur produziert, was auch verstanden wird. • – Mittel: Nachsprechen • – Mittel: Expansion (etwa durch PPs) • – Mittel: Trainieren (Automatisieren) • – Mittel: Explizieren (etwa durch Antwortellipsen) • – Mittel: Agieren (Rollenspiel, etwa Einkaufen)

    21. Spracherwerb Dyslalien Definition Dyslalien sind Störungen des sprachlichen Lauterwerbs bzw. Störungen des sprachlichen Lautgebrauchs. Das bedeutet, dass einzelne Laute oder Lautverbindungen nicht nach den Regeln der Muttersprache erkannt bzw. produziert werden. Dyslalien sind zentrale sprachliche (also phonologische oder phonetische) Störungen, aber keine Störungen der Artikulation.

    22. Spracherwerb Dyslalien Definition • Bei expressiven Dyslalien können • Phoneme fehlen (Auslassung / Mogilalie), • ersetzt (Substitution / Paralalie) oder • fehlgebildet werden (Dyslalie im engeren Sinne).

    23. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Dyslalien werden bezeichnet nach dem Laut, den sie betreffen, bzw. nach der vermuteten Ursache für die Störung. Beispiel: Sigmatismus Interdentalis (Lispeln) Das /s/ wird fehlgebildet, weil sich die Zunge zu weit vorne (zwischen den Zähnen) befindet.

    24. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Wichtige Dyslalien (in Bezug auf das betroffene Phonem) sind Sigmatismus Fehlbildung des /s/ Schetismus Fehlbildung des /∫/ Chitsimus Fehlbildung von /x/, /ç/ Rhotazismus Fehlbildung der /r/-Laute (Schnarren)

    25. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Wichtige Dyslalien (in Bezug auf die Art der Fehlbildung) sind Interdentalis Zunge zwischen den Zähnen Labialis ohne Beteiligung der Zunge Nasalis Nutzung des Nasenraums Lateralis Luft strömt an den Zungenrändern vorbei Stridens zu viel Atemdruck

    26. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Bei gleichartiger Fehlbildung mehrerer Phoneme ist eine Gesamtbenennung (multiple bzw. universelle Interdentalität / Nasalität usw.) üblich. Wird ein Laut systematisch durch einen korrekt gebildeten anderen ersetzt, kann das durch das Präfix “para-” bezeichnet werden, etwa Pararhotazismus bei einer systematischen Ersetzung der /r/-Laute durch ein /l/.

    27. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Dyslalien können als Verbindungsfehler auftreten. Die einzelnen Phoneme werden dabei korrekt gebildet. Eine Fehlbildung tritt nur in bestimmten Clustern auf. Beispiel: Fehlbildung von /∫/ im /∫t/-Cluster. Findet kein Fehlbildung, sondern ein Auslassung des kritischen Phonems statt, spricht man auch von A-sigma-tismus. betroffener Laut

    28. Spracherwerb Dyslalien Arten von Dyslalien Je nach Anzahl der falsch artikulierten (bzw. ausgelassenen) Laute liegt eine partielle Dyslalie, eine multiple Dyslalie oder eine universelle Dyslalie (Vokalsprache) vor. Eine konsequente Dyslalie ist eine Dyslalie, bei der ein Laut immer auf die gleiche Weise falsch artikuliert wird. Wird ein Laut manchmal falsch, manchmal aber auch korrekt artikuliert, spricht man von einen inkonstanten Dyslalie.

    29. Spracherwerb Dyslalien Zusammenhang zum normalen Erwerb Während des normalen Vorgangs des Spracherwerbs werden die Laute, wie erläutert, zu unterschiedlichen Zeiten erworben. Es gibt einen Zusammenhang zu Dyslalien dahingend, dass Laute, die im Allgemeinen spät erworben werden, häufiger von Dyslalien betroffen sind.

    30. Spracherwerb Dyslalien Ursachen Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Dyslalien entstehen können. Fremdanregung- bzw. Nachahmungsdyslalie Grund: fehlende oder schlechte sprachliche Vorbilder

    31. Spracherwerb Dyslalien Ursachen peripher-audiogene Dyslalie Gründe: Schallleitungsschwerhörigkeit, Innenohrschwerhörigkeit, Hörnervenschwerhörigkeit zentral-audiogene Dyslalie Grund: Störung der zentralen Hörbahn Beides sind eigentlich keine Sprachentwicklungsstörungen.

    32. Spracherwerb Dyslalien Ursachen sensorische Dyslalie Grund: falsch repräsentierte (oder fehlende) phonemische Muster trotz normaler Hörfunktion. Dies ist keine expressive Dyslalie! Betroffene Kinder bemerken die Fehler, die sie machen, auch bei anderen nicht, im Gegensatz zu der konditionierten Dyslalie Grund: Diskonnektion zwischen sensorischen und artikulatorischen Mustern. (Abgleichproblem)

    33. Spracherwerb Dyslalien Ursachen motorische bzw. dyspraktische Dyslalie (am wichtigsten) Unfähigkeit zur Bildung der betroffenen Laute. Die Kinder bemerken die Fehler bei anderen und auch bei sich. Grund: Fehler in den Phonemrepräsentationen dysartrische Dyslalie (eigentlich keine Dyslalie) Grund: motorische Probleme

    34. Spracherwerb Dyslalien Ursachen dyslogische Dyslalie Es sind nur die Phoneme in einigen spezifischen Wörtern betroffen; sonst werden die Phoneme korrekt artikuliert. Grund: Fehler beim Übergang von Wort zur Phonemrepräsentation psychogene Dyslalie Grund: Regression mit infantiler Fixierung  Babysprache

    35. Spracherwerb Literatur Fox, A. V. (2006). TROG-D. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag. (Test zur Überprüfung des Grammatikverständnisses). Grimm, H. & Schöler, H. (1998). Heidelberger Sprachentwicklungstest (HSET). Göttingen: Hogrefe. Häuser, D., Ingenkamp, K., Kasielke, E. & Scheidereiter, U. (1994). KISTE: Kindersprachtest für das Vorschulalter. Weinheim: Beltz. Schöler, H. (1999). IDIS – Inventar diagnostischer Informationen bei Sprachentwicklungsauffälligkeiten. Heidelberg: Universitätsverlag Winter. Szagun, G. (1996). Sprachentwicklung beim Kind. Weinheim: Beltz, 6. Auflage.

    36. Spracherwerb Literatur Lingnau, B. (2006). Sprachentwicklungstests. Vortrag, Universität Bielefeld. http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/blingnau/17.11.06.pdf