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Unterlassung und Schadensersatz für das Verhalten Dritter im Internet

Unterlassung und Schadensersatz für das Verhalten Dritter im Internet. RA Markus Rössel LL.M. Kaldenbach & Taeter, Brühl. Meilensteine der Entwicklung der mittelbaren Haftung. Ausdehnung der Grundsätze der Presseverantwortlichkeit in 90er-Jahren IuKDG v. 22.7.1997: § 5 Abs.1 – 4 TDG

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Unterlassung und Schadensersatz für das Verhalten Dritter im Internet

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  1. Unterlassung und Schadensersatz für das Verhalten Dritter im Internet RA Markus Rössel LL.M. Kaldenbach & Taeter, Brühl

  2. Meilensteine der Entwicklung der mittelbaren Haftung • Ausdehnung der Grundsätze der Presseverantwortlichkeit in 90er-Jahren • IuKDG v. 22.7.1997: § 5 Abs.1 – 4 TDG • Weitestgehende Haftungsfreistellung mit „ambiente.de“ v. 17.5.2001 • ECRL: § 8 – 11 TDG v. 14.12.2001 • Korrektur der instanzgerichtlichen Rechtsprechung zur Unterlassungshaftung durch „Internet-Versteigerung I“ v. 11.3.2004 • Frage: Gesetzliche Regelung auf europäischer oder nationaler Ebene zur Vereinheitlichung der aktuellen Rechtsprechung?

  3. Unanwendbarkeit der §§ 8-10 TMG auf Störerhaftung (BT-Drs. 16/8518, 3) und deliktische Unterlassungshaftung(Art. 14 Abs. 1 lit. a Alt. 2 ECRL) z.B. Unterlassungshaftung auf der Grundlage von Eventualvorsatz wird durch Absichtserfordernis des § 9 TMG nicht gesperrt (nicht beachtet: LG München I, Urt. v. 19.4.2007 – 7 O 3950/07 – Keine Usenet-Haftung)

  4. Von der E-Commerce-Richtline nicht erfasste Bereiche • Beseitigungs- und Unterlassungshaftung (s.o.) • Ausdrücklich in Art. 21 ECRL erwähnt: • NTD-Verfahren i.S.d § 512 g 2 C DMCA(LG München I, Urt. v. 19.4.2007 – 7 O 3950/07 – Keine Usenet-Haftung; Finnland, Litauen und Polen; Rechtbank Zwolle-Lelystad, Urt. v. 3.5.2006 - 106031 / HA ZA 05-211 – STOKKE/MARKTPLAATS ) • Haftung für Suchmaschinen(§ 14 Abs. 1 des österr. ECG) • Haftung für Hyperlinks(§ 17 Abs. 1 des österr ECG)

  5. Deliktische mittelbare Haftung • Deliktische Beteiligtenhaftung erfordert mind. Eventualvorsatz und Unrechtsbewusstsein (§ 830 BGB)(unterliegt nicht dem Korrektiv zumutbarer Prüfungspflichten; nicht beachtet: OLG Hamburg, Urt. v. 8.2.2006 – 5 U 78/05 – Cybersky; nachhaltige Verletzung von Prüfungspflichten könnte zu Gehilfenhaftung führen: „Internet-Versteigerung I“, II.2.b.aa.2) • Fahrlässigkeitshaftung • Deliktische Beauftragtenhaftungerfordert mind. Fahrlässigkeit des Beauftragten (etwa § 14 Abs. 7 MarkenG) • Zu-eigen-machen fremder Inhalte erfordert nicht konkrete Kenntnis rechtsverletzender Inhalte (OLG Hamburg, Urt. v. 26.9.2007 – 5 U 165/06 – Kochrezepte, CR 2008, 453, nachgehend BGH – I ZR 166/07; vgl. auch „ueber18.de“, Tz. 21; LG Hamburg, Urt. v. 27.4.2007 – 324 O 600/06 – Supernature-Forum; vgl. zur Verneinung der Status als Hoster: Tribunal de commerce de Paris, 1re chambre B, Urt. v. 30.6.2008 – RG N° 2006077799 – LVMH vs. eBay; Tribunal de grande instance de Troyes mit Entscheidung vom 4.6.2008 - RG N° 06/02604). • Täterschaftliche Verkehrs(sicherungs)pflichtverletzung auch bei Verhaltensunrecht(„Jugendgefährdende Medien bei eBay“, Tz. 42). • Frage: stets Begrenzung durch zumutbare Prüfungspflichten?

  6. Verschuldensunabhängige mittelbare Haftung • Zurechenbarkeit von Verhaltensunrecht erfordert persönlichen Anwendungsbereich, so dass bei UWG-Verstößen widrigenfalls Verkehrs(sicherungs)pflichten in Betracht zu ziehen sind(„Jugendgefährdende Medien bei eBay“; Köhler, WRP 1997, 897 [898 ff.]; anders noch „Architektenwettbewerb“, GRUR 1997, 313 [316]) • Verletzung zumutbarer Prüfungspflichten • Weitgehende Haftungsfreistellung bei fehlender Gewinnerzielungsabsicht und öffentlicher Aufgabe („ambiente.de“) • Grobe unschwer zu erkennende Verstöße(Pressehaftung: „Möbelklassiker“) • Zumutbarkeit bezogen auf tatsächliche wie rechtliche Seite („Schöner Wetten“, a.E.) • Kein Subsidiaritätsgrundsatz i.S.v. § 59 Abs. 4 Satz 1 RStV oder bei der Ausübung des Auswahlermessens(„Katzenfreund“, Tz. 13; anders franz. Art. 6.1.8 LCEN)

  7. Besonderheiten der mittelbaren Störerhaftung für Massenverfahren im E-Commerce • Prüfungspflichten mit Bekanntwerden eines ersten konkreten Verletzungs-/Gefährdungsfalls(keine Kostenerstattung für erste Abmahnung; Fälle der Provokation: OLG Hamburg, Urt. v. 22.8.2006 – 7 U 50/06 – Heise-Forum; OLG München, Urt. v. 17.5.2002 – 21 U 5569/01; a.A. zu Verkehrssicherungspflichten in Forum: LG Hamburg, Urt. v. 2.12.2005 – 324 O 721/05) • Wissen um abstrakte Gefahr ist nicht ausreichend(vgl. auch S.D.N.Y., v. 14.7.2008 - N° 04 Civ. 4607 (RJS) – Tiffany/eBay, S. 49 f.) • Keine Prüfungspflicht vor Veröffentlichung von fremden Inhalten(„Internet-Versteigerung I“, „ambiente.de“) • Zulässigkeit automatisierter, systembedingt fehleranfälliger Filterung gegenüber Rechteinhabern als auch Kunden im Rahmen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt(vgl. zu Angebotsbeschreibung und niedrigem Startpreis: „Internet-Versteigerung II“, Tz. 51; OLG Hamburg, Urt. v. 8.2.2006 – 5 U 78/05 – Cybersky ; vgl. Court of Appeals 9th Cir., v. 12.2.2001 – 00-16401 – A&M Records v. Napster, CRI 2001, 50; Supreme Court, v. 27.6.2005 – 04-480 – MGM v. Grokster, GRURInt 2005, 859 ) • Frage: Personal zur Gegenkontrolle erforderlich, ggf. in welchem Umfang?(„Internet-Versteigerung III“, Tz. 37; a.A. „Jugendgefährdende Medien bei eBay“, Tz. 60)

  8. Beweislastverteilung hinsichtlich der Zumutbarkeit einzusetzender Filtertechnik • Grds.: Antragskonkretisierung durch Rechteinhaber(Internet-Versteigerung III“; noch unberücksichtigt vom OLG Köln, im Nachgang zur insoweit noch unkonkreten Entscheidung „Internet-Versteigerung I“, vgl. § 5 Abs. 2 und 4 TDG 1997; zur Beweislast der Aufsichtsbehörde: § 59 Abs. 4 Satz 1 RStV) • Ausnahme: für jeweiligen Stand der Filtertechnik ist eine Verlagerung vom Erkenntnisverfahren in das Vollstreckungsverfahren nach § 890 ZPO verbunden mit der Beweislast mangelnden Verschuldens zulässig(„Internet-Versteigerung II“, Tz. 47, 48, 51 ff.; vgl. zur herkömmlichen Beweislast hinsichtlich der Unzumutbarkeit: „Jugendgefährdende Medien bei eBay“, Tz. 43) • Sekundäre Darlegungslast des mittelbaren Störers(„Internet-Versteigerung III“, Tz. 52) • Ggf. Ausschluss der Öffentlichkeit und gerichtliches Geheimhaltungsgebot(BGH, Urt. v. 10.4.2008 – I ZR 227/05, PM 71/2008 zum sog. „Namensklau“ im Internet) • Klageantragkonkretisierung auch durch Begründung des Antrags(„Internet-Versteigerung II“, Tz. 52; „Internet-Versteigerung III“, Tz. 37)

  9. Besondere Fragestellungen • Verbot allgemeiner Überwachungspflichten nach § 8 Abs. 2 Satz 1 TMG (Beschlussempfehlung des 9. Ausschusses vom 14.2.2008, BT-Drs. 16/8099; a.A. hinsichtlich eines verstandenen Verbots „proaktiver“ Überwachungspflichten: FDP-Antrag v. 13.6.2007, BT-Drs. 16/5613, 2; Antrag v. 19.9.2007 von Bündnis 90/Die Grünen, BT-Drs. 16/6394, 3; Antrag v. 23.10.2007 von Die Linke, BT-Drs. 16/6772, Abschnitt II. Nr. 8-12 Tribunal de commerce de Bruxelles, v. 31.7.2008 – RG N° A/07/06032 – Lacôme/eBay) • Anwendbar auch auf öffentlich-rechtliche Unterlassungsverfügungen • Nicht anwendbar bei Zu-eigen-machen(OLG Frankfurt, Urt. v. 12.2.2008 – 11 U 28/07) • Unterschiedliche sach- und personenbezogene Umfänge der Pflichten zur Verhinderung kerngleicher Verletzungen („Jugendgefährdende Medien bei eBay“, Tz. 44, 57; vgl. auch „kurt-biedenkopf.de“, Tz. 18) • Täterschaftliche Verletzung von Verkehrs(sicherungs)pflichten könnte jedenfalls bei grober Fahrlässigkeit mangels Schutz nach § 10 Satz 1 Nr. 1 Alt. 2 TMG bereits zur Schadensersatzhaftung führen • Adäquanz bei Zugangsbereitstellung?(wohl nein: OLG Frankfurt, Urt. v. 1.7.2008 – 11 U 52/07 – WLAN; OLG Karlsruhe, Urt. v. 8.5.2002 – 6 U 197/01, CR 2002, 751 = ITRB 2002, 204, zu § 5 Abs. 3 TDG 1997; ja für Forum: LG Hamburg, Urt. v. 24.8.2007 - 308 O 245/07 - Foto im Forum)

  10. Ausblick auf den für Jan. 2009 angekündigten Entwurf von BMWi und BMJ • Regelung der Haftung für Hyperlinks und Suchmaschinen? • Implementierung von NTD-Verfahren? • Regelung der Beseitigungs- und Unterlassungshaftung? • Gefahr der weiteren Zersplitterung der Rechtsprechung in den Mitgliedstaaten? • Aufgabe der Flexibilität der höchstrichterlichen Rechtsfortbildung? • Risiko neuer Brüche im Verhältnis zur Haftung außerhalb des Anwendungsbereichs der ECRL bzw. des TMG?

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