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Gesundheit und Wohlbefinden in peripartalen Phasen: Adipositas – kein Thema rund um die Geburt? Katja Makowsky, PowerPoint Presentation
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Offenes Kodieren. Falldarstellungen (Witzel). Axiales Kodieren + Integration quantitativer Befunde. Selektives Kodieren: Zusammenfassen aller Kategorien zu einer Kernkategorie. 3 Ergebnisse (Kernkategorie). Ursächliche Bedingungen:

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Offenes Kodieren

Falldarstellungen (Witzel)

Axiales Kodieren + Integration

quantitativer Befunde

Selektives Kodieren: Zusammenfassen aller Kategorien zu einer Kernkategorie

3 Ergebnisse (Kernkategorie)

  • Ursächliche Bedingungen:
  • Durch Adipositas bedingte gesellschaftliche Sonderrolle
  • Fehlen spezifischer, definierter Konzepte zum Umgang mit Übergewicht und Adipositas

Kontext:

Mutterwerden präkonzeptionell übergewichtiger und adipöser Frauen

Zentrales Phänomen:

Ausblenden

(vollständig bis kaum)

  • Intervenierende Bedingungen:
  • Berufsidentität
  • Vorstellungen zu Beeinträchtigungen
  • Handlungs- und interaktionale Strategien:
  • Lebensstilmodifikation
  • Maßnahmen, um durch diese Phasen dirigiert zu werden
  • Orientierung an der Betreuung und Versorgung normalgewichtiger Frauen
  • Konsequenzen:
  • Weitgehende Vermeidung negativer Stigmatisierung
  • Geringe Integration der Adipositas in den Übergang zum Mutterwerden
  • Asymmetrische Beziehungsgestaltung (Professionelle – Frau)
  • unzureichende Bewältigung gestellter Entwicklungsaufgaben und damit

verbunden keine Impulse in Richtung Gesundheitsdynamik

2 Methodisches Vorgehen

Basierend auf ausgewählten Vorgehensweisen der Grounded Theory (Strauss & Corbin 1996) werden 16 problemzentrierte Interviews mit übergewichtigen/adipösen Schwangeren bzw. Wöchnerinnen und 25 ExpertInneninterviews (Hebammen bzw. ÄrztInnen) ergänzt durch eine standardisierte Befragung von 42 übergewichtigen/adipösen Schwangeren bzw. Wöchnerinnen in die Studie einbezogen. Orientiert an den BMI-Klassifikationen der WHO (2000) setzt sich die Stichprobe befragter Schwangerer und Wöchnerinnen wie folgt zusammen:

1 Hintergrund/Fragestellungen

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett werden als biographische Übergangssituation verstanden, die auch die gesundheitliche Verfassung und das Gesundheitsverhalten der Mutter beeinflussen kann (Sayn-Wittgenstein 2007). Ausgangspunkt ist das erweiterte bio-psycho-soziale Gesundheitsverständnis (WHO 2001). Adipositas, deren Prävalenz in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen ist (Deutsche Adipositasgesellschaft et al. 2007), gilt in peripartalen Phasen als bedeutsamer Risikofaktor für das Auftreten akuter körperlicher Komplikationen (Hänseroth 2003). Hinsichtlich der Ursachen, des Verlaufs, der Konsequenzen und therapeutischen Beeinflussbarkeit (Schaeffer & Moers 2003) ist Adipositas zudem als chronische Erkrankung zu betrachten (WHO 2000). Im Rahmen der geburtshilflichen Versorgung und Betreuung adipöser Frauen durch Hebammen und ÄrztInnen wird derzeit primär die Vermeidung akuter körperlicher Komplikationen angestrebt. Aufbauend auf diesem theoretischen Hintergrund geht die Studie folgenden übergreifenden Fragestellungen nach:

Gesundheit und Wohlbefinden in peripartalen Phasen:Adipositas – kein Thema rund um die Geburt? Katja Makowsky, Beate Schücking, Universität Osnabrück

Auswertungsschritte

  • Wie erleben übergewichtige und adipöse Frauen peripartale Phasen einschließlich der geburtshilflichen Versorgung und Betreuung durch Hebammen und ÄrztInnen?
  • Wie beschreiben Hebammen und ÄrztInnen die geburtshilfliche Versorgung übergewichtiger und adipöser Frauen?

4 Diskussion/Ausblick

Das Erleben peripartaler Phasen sowie zentrale Aspekte der professionellen Versorgung sind wesentlich dadurch geprägt, Adipositas als chronische Erkrankung aus dem geburtshilflichen Kontext auszublenden. Dies ist als bedenklich zu bezeichnen, da die werdende Mutter auf diese Weise keine adäquate Unterstützung bei der Bewältigung der vielfältigen in diesen Lebensphasen an sie gestellten Entwicklungs-aufgaben erhält. Betrachtet man die Ursachen, die aus Sicht betreuender Professioneller zum Ausblenden führen, lässt sich ein Fehlen spezifischer Konzepte zum Umgang mit Adipositas in der Geburtshilfe feststellen. Aus der Perspektive betroffener Frauen wird deutlich, dass sich das Ausblenden auf die durch Adipositas bedingte gesellschaftliche Sonderrolle zurückführen lässt, mit der adipöse Schwangere beispielsweise beim Kauf von Kleidung erneut konfrontiert werden. Als eingeleitete Strategien beschreiben adipöse Frauen rund um die Geburt die Kontaktaufnahme zu ÄrztInnen und Hebammen sowie Maßnahmen zur Lebensstilmodifikation unabhängig von Adipositas. Auffällig erscheint auch, dass adipöse Frauen im Kontakt zu Professionellen eine untergeordnete Patientinnenrolle einnehmen, mit Professionellen gut auskommen wollen und über Versäumnisse großzügig hinwegsehen.

Professionelle orientieren ihre Betreuung an nochmalgewichtigen Frauen und der Vermeidung von akuten Komplikationen. Auf diese Weise werden negative Stigmatisierungen weitgehend umgangen, allerdings werden die Auseinandersetzungen der Frauen und die Kontakte zu Professionellen nicht genutzt, um die Phasen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gesundheitsförderlich zu begleiten. Die Betreuung adipöser Schwangerer, Gebärender und Wöchnerinnen sollte sich daher an umfassenderen Konzepten zum Umgang mit chronischen Erkrankungen orientieren.

Literatur zum Poster und Kontakt:

Katja Makowsky, Universität Osnabrück, FB O8, Forschungsschwerpunkt: Maternal-Health

E-Mail: kmakowsk@uos.de, homepage: www.maternal-health.de