publizit t weiterf hrende aspekte n.
Download
Skip this Video
Download Presentation
Publizität – weiterführende Aspekte

Loading in 2 Seconds...

play fullscreen
1 / 51

Publizität – weiterführende Aspekte - PowerPoint PPT Presentation


  • 148 Views
  • Uploaded on

Publizität – weiterführende Aspekte. www.uni-graz.at/iuc/EU www.wiwi.uni-frankfurt.de/Professoren/Ewert/EU  Wagenhofer/Ewert 2007. Alle Rechte vorbehalten. Ziele. Möglichkeiten, Prognosen und andere nicht verifizierte Informationen glaubwürdig bekannt zu geben

loader
I am the owner, or an agent authorized to act on behalf of the owner, of the copyrighted work described.
capcha
Download Presentation

PowerPoint Slideshow about 'Publizität – weiterführende Aspekte' - fabian


Download Now An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript
publizit t weiterf hrende aspekte
Publizität – weiterführende Aspekte

www.uni-graz.at/iuc/EU

www.wiwi.uni-frankfurt.de/Professoren/Ewert/EU

 Wagenhofer/Ewert 2007. Alle Rechte vorbehalten.

ziele
Ziele
  • Möglichkeiten, Prognosen und andere nicht verifizierte Informationen glaubwürdig bekannt zu geben
  • Effekte rechtlicher Publizitätsvorschriften
  • Auswirkung rechtlicher Vorschriften auf die Publizitätspolitik
  • Empirische Ergebnisse
offenlegung nicht verifizierter informationen 1
Offenlegung nicht verifizierter Informationen (1)
  • Verifizierung aller Informationen durch Prüfung?
    • Verursacht Kosten
    • Manche Informationen nur auf Plausibilität prüfbar
    • In Rechnungslegungsvorschriften zT Schätzungen und Annahmen vorgeschrieben
      • Insbesondere bei Anlagenvermögen und Rückstellungen
  • Angaben im Anhang oder Lagebericht unmöglich überprüfbar
    • Erfordernis von Prognosen über die voraussichtliche Entwicklung im Lagebericht (§ 289 dHGB, § 243 öHGB)
    • Prognosen nicht einmal ex post auf Wahrheitsgehalt prüfbar
offenlegung nicht verifizierter informationen 2

Quelle: Skinner 1994

Offenlegung nicht verifizierter Informationen (2)
  • Arten von Prognoseinformationen
      • Mehrheitlich keine exakten Informationen
      • Punktangaben
      • Intervallangaben
      • Komparative Angaben
      • Mindest- oder Höchstbeträge
      • Qualitative Informationen
  • Empirische Ergebnisse
empirische ergebnisse 2

Quelle: Kaznik/Lev 1994

Empirische Ergebnisse (2)
  • Präzision von positiver und negativer Information und Jahres- und Zwischenergebnissen abhängig
  • (Geringerer) Einfluss auf Marktpreise durch unpräzise Prognosen
  • Strategische Wahl des Präzisionsgrades
    • Präzisere Prognosen von kleinen Unternehmen und Unternehmen, denen viele Analysten folgen
glaubw rdigkeit nicht verifizierter information 1
Glaubwürdigkeit nicht verifizierter Information (1)
  • Publizitätsanreize für nicht verifizierte Information
    • Nicht verifiziert: kein zwingend wahrheitsgetreuer Ausweis von Information durch das Unternehmen
    • Kenntnis der Bilanzadressaten über diesen Zustand
    • Bei nicht verifizierbaren Informationen Prüfung des Wahrheitsgehaltes unmöglich oder mit sehr hohen Kosten verbunden
  • Intuitive Reaktion
    • Ignorieren sämtlicher nicht verifizierter Informationen, um Täuschung zu verhindern
  • Ignorieren als Gleichgewicht
    • „Babbling“-Gleichgewicht

„Not all true statements convey information; they must be known to be true.“ (Stiglitz 1984)

glaubw rdigkeit nicht verifizierter information 3
Glaubwürdigkeit nicht verifizierter Information (3)
  • Aber: Kursreaktionen durch Prognosen beobachtbar
    • Information offenbar relevant, obwohl nicht verifizierbar
  • Mögliche Erklärungen
    • Reputation des Unternehmens für die Qualität seiner Prognosen
    • Eingeschränkte Informationsverzerrung auf Grund von Plausibilitätsüberlegungen und sonstigen Daten
    • Signaling, glaubwürdige Übermittlung über den Umweg eines anderen Signals
    • Unter Umständen Gefahr einer Klage
    • Zielkonflikt hinsichtlich der Effekte des Ausweises
informativer ausweis nicht verifizierter informationen 1
Informativer Ausweis nicht verifizierter Informationen (1)
  • Zielkonflikte als wesentliche Einflussgröße
  • Cheap talk-Modelle
    • Cheap talk: beliebig machbare Aussagen
    • Nicht verifizierbar, keine direkten Kosten
    • Kein unmittelbarer Vor- oder Nachteil für den Sender
    • Beeinflussung der Empfänger, nur Auswirkungen deren Entscheidungen relevant für den Sender
    • Keine Beschränkung der berichteten Information
    • Unterschied zum Signaling: direkte Beeinflussung des Nutzens des Senders durch das Signal (zB Dividende, Bewertungspolitik) beim Signaling
informativer ausweis nicht verifizierter informationen 2
Informativer Ausweis nicht verifizierter Informationen (2)
  • Modellannahmen
    • Unternehmen auf Duopolmarkt mit Cournot-Konkurrenz
    • Aufnahmen von Mitteln in Höhe von EK am Kapitalmarkt
    • Im Intervall y [1, 2] a priori gleichverteilte Information
    • Steigender Marktwert bei günstiger Information
      • Konkurrenzreaktion aber nachteilig
      • Mitteilung von ungünstiger Information bei ausschließlicher Berücksichtigung der Konkurrenzgefahr
struktur der gleichgewichte 1
Struktur der Gleichgewichte (1)
  • Im Gleichgewicht kein Bereich an vollständig ausgewiesenen und geglaubten Informationen
    • Ausweisbereich D = (y1, y2) mit y1 < y2
    • Unterschiedliche Reaktion auf verschiedene yD
    • Maximierung der Zielerreichung bei y*D
    • Immer Anreiz zu Bericht m(y) = y*, unabhängig vom tatsächlichen y
    • Nichtglauben von m durch Adressaten und gleiche Reaktion auf alle yD, um nicht getäuscht zu werden
  • Stufenfunktion als Struktur einer Ausweisstrategie im Gleichgewicht
    • Wertebereich in n Partitionen zerlegt
struktur der gleichgewichte 2
Struktur der Gleichgewichte (2)
  • Immer Existenz eines Nichtausweisgleichgewichtes („babbling“)
    • Nur eine Partition Y1 = [1, 2] = Y
  • Existenz von Gleichgewichten mit wahrheitsgetreuer Berichterstattung der Partition m(y) = Yi für yYi möglich
    • Hinreichend gegensätzliche Ziele
    • Zwei oder mehr Partitionen
  • Mögliche Interpretation
    • Komparative Aussage (kleiner/größer)
    • Ausweis von oberer bzw unterer Schranke
    • Aber auch Ausweis eines m innerhalb der Partition Yi möglich, in der y liegt
beispiel 1
Beispiel (1)

Informatives Gleichgewicht bei EK = 0,08 mit Partitionen Y1 = [1 ; 1,485] und Y2 = (1,485; 2]

Zwei Partitionen-Gleichgewicht nur für 0,0632 < EK < 0,1096

Interpretation m = Y2 als „Die Marktsituation wird nächsten Jahr tendenziell günstiger.“ oder ähnlich

beispiel 2
Beispiel (2)
  • Beweis für Gleichgewicht: Kein Anreiz abzuweichen
gr nde f r rechtliche publizit tsvorschriften
Gründe für rechtliche Publizitätsvorschriften
  • Beurteilungsbasis: Situation ohne Vorschriften
    • Wirkungslosigkeit rechtlicher Vorschriften bei unraveling
    • Wirkung bei Anreizen zu Nichtbekanntgabe
  • Individuell Nachteile durch rechtliche Vorschriften für das Unternehmen
    • Einschränkung des Entscheidungsspielraums
    • Kosten-Nutzen-Überlegungen bei Ausweisentscheidung
    • Aber: Vernachlässigung der Kosten und Nutzen der Adressaten
  • Gründe für rechtliche Regelungen
    • Schutz von Adressaten
    • Externe Effekte von Informationen
    • Standardisierung der Publizität
schutz von adressaten 1
Schutz von Adressaten (1)
  • Ausgleich des Informationsstandes
    • Chancengleichheit von „schwachen“Adressaten
    • Vermutete Ineffizienz des Kapitalmarktes
  • „Naive“ Adressaten
    • Keine skeptischen Erwartungen bei Nichtausweis
    • Marktpreis PN = E[y] bei Nichtausweis
    • Nur Ausweis von überdurchschnittlich günstigen Informationen y > E[y] und Überbewertung bei Nichtausweis
    • Falsche Erwartungen bei Publizitätspflicht irrelevant und damit Schutz der „naiven“ Adressaten
schutz von adressaten 2
Schutz von Adressaten (2)
  • Bewusste Nichtbeschaffung von Informationen durch „schwache“ Adressaten
    • Fixkosten der Beschaffung bei proportional mit Engagement steigendem Vorteil aus der verbesserten Informationslage
    • Desto größer das Budget, desto günstiger die Beschaffung
    • Ökonomisch begründeter Nachteil, aber dennoch existent
  • Kosten der Erstellung und Offenlegung für das Unternehmen durch die Publizitätspflicht
    • Günstigere Informationserstellung durch das Unternehmen
    • Gesamtwirtschaftlicher Vorteil
    • Differenzierungen der Publizitätsvorschriften nach Unternehmensgröße und Börsennotierung
externe effekte von information
Externe Effekte von Information
  • Rechtliche Regelungen betreffen alle Unternehmen
    • Keine isolierte Betrachtung von Änderungen, sondern Berücksichtigung der Breitenwirkung
    • zB Konkurrenzgefahr: Nachteil durch Ausweis der eigenen Information vs. wertvolle Informationen über andere
  • Externe Effekte auf Seiten der Nachfrager
    • Kosten der Publikation tragen letztlich die Eigentümer
    • „Öffentliches“ Gut Information (kein Ausschlussprinzip) – kostenloser Zugriff für potenzielle Investoren
    • Keine Unterproduktion durch rechtliche Vorschriften
  • Verhinderung möglicher Überproduktion
    • Signaling-Gleichgewichte
    • Investor Relations-Aktivitäten
standardisierung der publizit t
Standardisierung der Publizität
  • Ökonomische Vorteile bei Netzwerkeffekten
    • Reduktion der Kosten der Anwendung eines Standards bei zunehmendem Gebrauch
      • zB Software, Datenübertragung, Telefon, Tastaturen
  • Bei Finanzinformationen Reduktion der Kosten der Adressaten durch Standardisierung
    • Vertrauen auf bestimmten Umfang, bessere Vergleiche, standardisierte Analysen möglich usw
  • Vorteile für das Unternehmen
    • Mehr Analysten, bessere Unternehmensvergleiche usw
  • Negative Wirkungen
    • Einzementierung eines bestimmten Standes der Technik
    • Nicht immer bester Standard gewinnt das Rennen
beurteilung rechtlicher publizit tsvorschriften
Beurteilung rechtlicher Publizitätsvorschriften
  • Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht
    • Gesamter Nutzen > gesamte Kosten inklusive der direkten Kosten der Erlassung und Durchsetzung
  • Meist Umverteilung und keine Pareto-Verbesserung
    • Interpersonelle Nutzenvergleiche notwendig
    • Quantifizierung praktisch unmöglich
  • Empirische Analysen als Alternative
    • Kapitalmarktwirkungen von neuen Ausweisvorschriften
    • Durch Ergebnisse kaum fundierte Aussagen über Vorteilhaftigkeit möglich
weiterentwicklung der finanzberichterstattung
Weiterentwicklung der Finanzberichterstattung
  • Regelungen gegenüber Anforderungen der Adressaten oft unzureichend
    • Experimente mit der Veröffentlichung zusätzlicher Informationen durch Unternehmen
    • Freiwillige Finanzberichterstattung in Zukunft möglicherweise rechtlicher Regelung unterworfen
    • Bei freiwilligen Informationen keine Anforderungen wie bei rechtlich verpflichtenden
    • Mängel allenfalls Auswirkungen auf Unternehmensreputation
  • Weiterentwicklungen
    • Value Reporting, Business Reporting
    • Auswirkungen neuer Informationstechnologien
value reporting 1
Value Reporting (1)
  • Freiwillige Berichterstattung, die Investoren zusätzliche Informationen geben will
    • Viele Vorschläge, wie eine erweiterte Finanzberichterstattung allgemein und ein Value Reporting speziell gestaltet werden können
  • Arbeitskreises Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft (2002)
    • Drei Kategorien an empfohlenen Informationen aus den Grundsätzen für das Value Reporting entwickelt
      • Kapitalmarktorientierte Daten
      • Informationen über nicht bilanzierte Werte des Unternehmens
      • Informationen über Strategie und Performance
value reporting 2
Value Reporting (2)
  • Qualität der Information von Prüfung abhängig
    • Angaben nach IFRS und US-GAAP sowie jene im Lagebericht Gegenstand der Wirtschaftsprüfung
    • Keine Prüfung des freien Teil des Geschäftsberichts
    • Viele Angaben nicht prüfbar (Wissensvorsprung des Managements)
konzepte einer erweiterten finanzberichterstattung
Konzepte einer erweiterten Finanzberichterstattung
  • Von Standardsettern, zB
    • Business Reporting Project des AICPA
  • Aus der Beratungspraxis, zB
    • Balanced Scorecard (Kaplan/Norton)
    • Value Chain Scoreboard (Lev)
    • ValueReporting (Keegan et al)
  • Kaum Eignung für detaillierte Regulierung
    • Unternehmensspezifische Informationen
  • Experimentierphase
    • Vertrauen auf freiwillige Angaben und Innovationen
    • Lasse den Markt entscheiden ...
auswirkungen neuer informationstechnologien
Auswirkungen neuer Informationstechnologien
  • Internet als Kommunikationsmedium
    • Kosten und Nutzen von Information drastisch verändert
    • „Demokratisierung“ der Finanzinformationen – praktisch jederzeit und überall auf der Welt verfügbar
    • Reduktion der Kosten der Weiterverarbeitung und Analyse
    • Auch Vorteile für Unternehmen
      • Zusätzliche Präsentationsmöglichkeiten
      • Sinken der gesamten Offenlegungskosten von Substitution sonstiger Finanzberichte abhängig
  • Inhalte zunächst unabhängig von der Verwendung des Internet
    • Tendenz zu mehr freiwilligem Ausweis durch Kostenreduktion oder Nutzenerhöhung
    • Viele aktuelle Informationserfordernisse benötigen Internet als Medium
extensible business reporting language xbrl
eXtensible Business Reporting Language (XBRL)
  • XBRL für die Finanzberichterstattung
    • Teilmenge von eXtensible Markup Language (XML)
    • Entwicklung durch Konsortium (AICPA und viele Unternehmen aus Softwarebranche, Wirtschaftsprüfung ua)
  • Definition des Inhalts der Daten mit tags
    • Download kontextabhängiger Einzeldaten automatisch mit Suchmaschinen möglich
    • Voraussetzung: Standardisierung der tags mit Taxonomien
    • Taxonomien für US-GAAP verfügbar, für IFRS und deutsches HGB in Entwicklung
  • Mögliche Folgewirkungen für die Rechnungslegung
    • Automatische Suche und Verarbeitung von Informationen
    • Mehr Standardisierung?
rechtliche und freiwillige publizit t
Rechtliche und freiwillige Publizität
  • Veränderung des Anreizes zu freiwilligem Ausweis durch rechtliche Vorschriften
    • Rechtlich erzwungener und freiwilliger Ausweis sowohl komplementär als substitutiv möglich
    • Tendenziell eher Erwartung von Substitutivität
    • Sonst: Änderung des Anreizes, eine bestimmte Information freiwillig auszuweisen, durch verpflichtenden Ausweis einer anderen
  • Zulässigkeit freiwilliger Publizität
    • Freiwillige Zusatzangaben grundsätzlich erlaubt
    • Schutz der Unternehmen vor zu starkem unraveling für Gesetzgeber relevant
interdependenzen zwischen finanzinformationen
Interdependenzen zwischen Finanzinformationen
  • Auswirkungen bei Zusammenhang zwischen zwei Informationen
    • Beide Informationen stochastisch voneinander abhängig
      • Beobachtung einer Information lässt Schlussfolgerungen auf den Wert der anderen zu
    • Bewertungszusammenhang
      • Unterschiedlicher Einfluss einer Information auf die Zielfunktion, je nach dem Wert der anderen Information
    • Interdependenz der mit den Informationen verbundenen Kosten
      • Economies of scale der Informationsbeschaffung
auswirkungen der publizit t auf operative entscheidungen
Auswirkungen der Publizität auf operative Entscheidungen
  • Publizität kann Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit haben
  • Beispiel: Segmentberichterstattung
    • Unternehmen in zwei Produktmärkten
    • Bei umfangreicherer Segmentberichterstattung Reaktion des Unternehmens durch Verzerrung (Reduktion) der ProduktionsmengeSignalisiert ungünstige Märkte und versucht Eindringen zu verhindern
    • Trade-off von geringerem Gewinn in Periode 1 mit höherem Gewinn in Periode 2, wenn Eindringen verhindert werden kann
    • Verzerrung des Gewinns bei Segmentberichterstattung größer und somit geringerer sozialer Wohlstand
ausweisstetigkeit
Ausweisstetigkeit
  • Stetigkeitsprinzip für die Form der Darstellung

(§ 265 Abs 1 dHGB, § 223 Abs 1 öUGB)

    • Bilanz- und GuV-Gliederung, Angabe der Vorjahreszahlen
  • Ausweisstetigkeit bereits gegebener Information
    • Erschwertes Reduzieren, Ausweitung der Publizität aber möglich
  • Finanzberichterstattung
    • Kein gesetzliches Stetigkeitsprinzip für Zusatzinformation
    • Faktisches Erfordernis durch Wünsche der Adressaten
  • Singuläre Entscheidungen
    • Nur bei einmaligen Informationen
    • Andernfalls Zusatzinformation über die Informationsqualität
analyse der ausweisstetigkeit 1
Analyse der Ausweisstetigkeit (1)
  • Annahmen
    • Informationssystem mit einmaligen Installationskosten
    • Informationslieferung in jeder Periode möglich
    • Kein Wissen des Marktes über den Besitz des Systems
    • Wahrscheinlichkeit für das Nichtvorhandensein f
  • Informationen durch Nichtausweis
    • Ausweiswahrscheinlichkeit F(D) und Revision von f auf
  • Keine Revision von f nur dann, wenn F(N) = 1
  • Sonst steigende a posteriori Wahrscheinlichkeit für Nichtbesitz
  • Bei Nichtausweis relativ weniger Ausweis in der Folgeperiode
analyse der ausweisstetigkeit 2
Analyse der Ausweisstetigkeit (2)
  • Freiwilliger Ausweis
    • Für Adressaten: Kenntnis des Inhalts und Wissen um den Erhalt der Informationen in künftigen Perioden
    • Wahrscheinlichkeitsrevision auf f1 = 0
    • Skeptische Erwartungen und vollständiger Ausweis in den Folgeperioden
    • Nichtausweis in Folgeperioden unvorteilhafter
    • Folge für das Unternehmen: Ausweis nur von sehr günstigen Information
  • Relatives Absinken freiwilliger Publizität durch Konsequenz einer Ausweisstetigkeit
    • Bei einmal genommener Hürde aber mehr Ausweis
durchsetzung rechtlicher regelungen
Durchsetzung rechtlicher Regelungen
  • Gerichtsverfahren über Publizität selten
    • Gesetzliche Sanktionen für Vorstand und Aufsichtsrat bei falschen Angaben oder Verschleierung erheblicher Umstände
    • Gründe für seltene Verfahren: Schwere Nachweisbarkeit und Interpretationsspielräume
  • Ad-hoc-Berichterstattung in den USA
    • Effektivität durch Sammelklagen (class action suits)
    • 95% der Klagen außergerichtlich beendet
    • Versicherungsprämien in Risikobranchen hoch
safe harbor rules
Safe Harbor Rules
  • Schutz vor Klagen bei explizitem Hinweis auf unsichere Erwartung
ausweis negativer informationen 1
Ausweis negativer Informationen (1)
  • Anreiz zum Ausweis sehr ungünstiger Information
    • Durch Schadensgefahr in Form von Klagen und Reputationsverlust
  • Analyse der Effekte des Ausweisverhaltens
    • Vertretung der durch einen angeblich überhöhten Preis bei Aktienkauf geschädigten Investoren durch Rechtsanwalt
    • Schadensbemessung nach dem Aktienkurs ohne Publikation Pn bei Kauf und dem tatsächlich später eingetretenen, ungünstigeren Kurs P = y
    • Klageempfehlung bei Deckung der Verfahrenskosten VK durch den erwarteten Nutzen mit w als konstant angenommener Erfolgswahrscheinlichkeit der Klage
ausweis negativer informationen 2
Ausweis negativer Informationen (2)
  • Klageeinbringung bei
  • Anreiz zur Verhinderung einer Klage durch das Unternehmen bei hinreichend hohen Kosten
    • Ausweis aller zu einer Klage führenden Informationen y < y1
  • Je höher Klagekosten aus Sicht des Aktionärs oder Rechtsanwalts, desto unwahrscheinlichere Klage
    • Desto höher w, desto wahrscheinlichere Klageeinbringung
    • Keine Effekte einer Klagedrohung bei PN < VK/w
  • Auswirkungen auf ein Ausweisgleichgewicht
empirische studien
Empirische Studien
  • Unterschiedliche Anreize in Gleichgewichten
    • Empirische Tests schwierig
    • Viele, zum Teil voneinander abhängige Einflussfaktoren
    • von Außenstehenden oft nicht beobachtbar
  • Großteil der Studien mit Kapitalmarktdaten, wenige explizite Tests von Prognosen
  • Experimentelle Forschung als Abhilfe
    • Kontrollierte Umweltbedingungen
    • Prüfung der Modellergebnisse
    • Experimenteller Test des unraveling-Prinzips
      • Tendenz zum vorhergesagten Vollausweisgleichgewicht
    • Nachteil experimenteller Forschung: meist Studierende und nicht in der Praxis entscheidende Personen als Subjekte
hypothesen zum publizit tsverhalten
Hypothesen zum Publizitätsverhalten
  • Verwendung von Surrogatgrößen für nicht beobachtbare Einflussgrößen
    • Voraussetzung: Starker Zusammenhang zwischen Erklärungs- und Surrogatgröße
      • Hypothesen erforderlich
    • Beispiele für Surrogatgrößen
      • Strukturabbildungen wie Unternehmensgröße und Volatilität des Geschäfts
      • Performancegrößen wie der Gewinn
      • Vom Management direkt entscheidbare Größen wie der Gang an die Börse oder die Ausgabe junger Aktien, und nicht direkt entscheidbare Größen
    • Auswahl der Surrogatgrößen je nach Fragestellung
surrogatgr en 1
Surrogatgrößen (1)
  • Unternehmensgröße
    • Meistverwendete Surrogatgröße
    • idR gemessen über Umsatz oder Bilanzsumme
    • Hypothesen für wahrscheinlicheren Ausweis von größeren Unternehmen
      • Relativ geringere mit dem Erhalt und der Publikation zusammenhängende Kosten für größere Unternehmen
      • Marktbewertung für größere Unternehmen auf Grund von Kapitalbedarf relevanter
      • Große Unternehmen im Blickpunkt der Öffentlichkeit und der Finanzanalysten
      • Weniger Furcht vor Konkurrenzgefahr bei großen Unternehmen
surrogatgr en 2
Surrogatgrößen (2)
  • Börsennotierung
    • Börsennotierte Unternehmen stärker an hohem Marktpreis interessiert – mehr Ausweis
    • Relativ geringere Publizitätskosten durch Pflicht zu Veröffentlichung von mehr Informationen – mehr Ausweis
  • Branchenzugehörigkeit
    • Unterschiede in Konkurrenzsituation
    • Imitationsverhalten innerhalb einer Branche
  • Eigentümerstruktur
    • Anzahl der Eigentümer, viele Eigentümer – mehr Ausweis
    • Großer Anteil in öffentlicher Hand – mehr Ausweis
    • Nationalität der Eigentümer oder Zugehörigkeit zu einem Konzern – gleichförmigere Publizität in der Gruppe
surrogatgr en 3
Surrogatgrößen (3)
  • Verschuldungsgrad
    • Mehr Ausweis von Unternehmen mit höherem Verschuldungsgrad wegen des Interesses der Kapitalgeber
    • Hypothese wenig plausibel, da vertragliche Verwendung von Informationen
  • Erfolgssituation
    • idR gemessen durch Kapitalrentabilitätskennzahlen
    • Ex ante: Erhöhung der Konkurrenzgefahr durch günstige Erfolgslage – weniger Ausweis
    • Ex post: günstige Erfolgssituation als günstige Information und Unterlegung mit Zusatzinformationen – mehr Ausweis
surrogatgr en 4
Surrogatgrößen (4)
  • Wirtschaftsprüfer
    • Hypothese: bei größerem Wirtschaftsprüfer mehr Publizität
    • Große Wirtschaftsprüfer unabhängiger und durchsetzungsfähiger
    • Mehr kumulierte Erfahrung und Kenntnis internationaler Anforderungen bei großen und international eingebundene Wirtschaftsprüfer mit spezialisierten Mitarbeitern
  • Surrogatgrößen zum Teil mehr auf Vorurteilen als auf ökonomischen Begründungen basierend
    • Warum soll beispielsweise Wirtschaftsprüfer zu mehr freiwilliger Publizität raten?
signifikanz der unabh ngigen variable
Signifikanz der unabhängigen Variable
  • Mögliche Gründe für Nichtsignifikanz
    • Nichtzutreffen der Hypothese für Zusammenhang der Variablen als wahrer Grund für nicht signifikante Ergebnisse
    • Korrelation der erklärenden Variablen
    • Überlagerung des Ergebnisses durch nicht erfasste oder nicht erfassbare Einflussgrößen
    • Kein Ausweis wegen Nichtbesitz der Information
    • Kein Wissen über die Informationslage des Unternehmens bei Nichtausweis – weitere Surrogatgrößen oder Beschränkung auf ausweisende Unternehmen notwendig
    • Gegenseitige Aufhebung der getesteten Hypothesen
    • Ausweisstetigkeit vs. erstmalige Publikationsentscheidung
    • Signifikanz des Ergebnisses bei einer Surrogatgröße für viele potenzielle Einflussgrößen unklar
empirische ergebnisse publizit t allgemein
Empirische ErgebnissePublizität allgemein
  • Anzahl der zusätzlichen Angaben und Ausweisindex
empirische ergebnisse finanzinformationen im internet
Empirische ErgebnisseFinanzinformationen im Internet
  • Finanzinformationen auf der Homepage
    • Festlegung des Umfangs der Nutzung durch Kosten-Nutzen-Vergleiche
    • Entstehende Informationskosten weitgehend unabhängig von der Unternehmensgröße
    • Mit der Größe des Unternehmens ansteigender Nutzen
    • Nutzen umso größer, je mehr Adressaten
  • Empirische Studie über Umfang und Qualität der Finanzinformationen
    • Messung mit Publizitätsindex
    • Unternehmensgröße und Streubesitz bei österreichischen Unternehmen signifikant hoch, bei deutschen nicht
verschiedenen formen der finanzberichterstattung
Verschiedenen Formen der Finanzberichterstattung
  • Neben Jahresabschlüssen und Geschäftsberichten auch Investor Relations-Aktivitäten
    • zB öffentliche Präsentationen, Presseinformationen, Gespräche mit Analysten und großen Investoren
  • Einflussgrößen auf ein Ausweisrating
    • Ratings für Geschäftsbericht, andere Publikationen und Investor Relations
      • Unternehmensgröße – positiv mit dem Rating verbunden, zB mit Geschäftsberichts-Rating
      • Variabilität der Rendite als Maß für die Informationsasymmetrie – negativ, Geschäftsbericht
      • Rendite – positiv, Investor Relations
      • Variable zur Erfassung einer Kapitalmarktfinanzierung – positiv, sonstige Publikationen
empirische studien publizit t und kapitalkosten 1
Empirische Studien Publizität und Kapitalkosten (1)
  • Untersuchung der hypothesenkonformen Reaktion des Kapitalmarktes
    • Hypothese: Senkung der Eigenkapitalkosten bei mehr Publizität
    • Wesentlichstes Praxisargument für den Umstieg auf IFRS oder US-GAAP
  • Tests mit Marktgleichgewichtsmodellen
    • Senkung der Eigenkapitalkosten als mögliche Folge von mehr Information und dadurch bedingter Reduzierung des Schätzrisikos der Investoren oder größerer Marktliquidität
    • Eine Reihe von Bedingungen als Voraussetzung
    • Nettoeffekt auf die gesamte Information am Markt an sich offen
empirische studien publizit t und kapitalkosten 2
Empirische Studien Publizität und Kapitalkosten (2)
  • Test der Hypothese schwierig
    • Eigenkapitalkosten nicht beobachtbar
    • Auch b -Faktoren des Capital Asset Pricing Models nicht hilfreich, weil Publizitätsumfang nicht erfasst
  • Studie von Botosan (1997)
    • Errechnung eines impliziten Eigenkapitalkostensatzes
      • Berechnung des Market Value Added als Barwert der Residualgewinne (EVA)
      • Diskontfaktor als Eigenkapitalkostensatz
    • Publizitätsindex für den Jahresabschluss
    • Ergebnis: prognostizierter negativer Effekt (dh höherer Index, niedrigere Eigenkapitalkosten), jedoch nicht signifikant
      • Nicht eindeutige theoretische Resultate über den Einfluss als mögliche Erklärung
empirische studien publizit t und kapitalkosten 3
Empirische Studien Publizität und Kapitalkosten (3)
  • Studie von Daske (2006)
    • Schätzung der Eigenkapitalkosten über internen Zinssatz des Residualgewinnmodells
    • Ergebnis: Kapitalkosten haben sich mit Übergang auf internationale Rechnungslegung eher erhöht als vermindert
  • Alternative Vorgehensweise
    • Geld-Brief-Spanne, Liquidität (erfasst über das Handelsvolumen) und Aktienkursvolatilität anstelle der Eigenkapitalkosten
    • Ergebnis einer empirischen Studie: IFRS und US-GAAP anwendende Unternehmen mit signifikant geringerer Geld-Brief-Spanne und höherem Handelsvolumen
empirische studien bestimmte angaben 1
Empirische Studien Bestimmte Angaben (1)
  • Gezielte Hypothesentests des Ausweisverhaltens einer ganz bestimmten Information
    • Schärfere Ergebnisse möglich
    • Ausweisentscheidungen von Informationen oft gemeinsam
    • „Günstig“ oder „ungünstig“ von Situation abhängig
  • Beispiel: Angaben zu Pensionsrückstellungen
    • Test von miteinander konkurrierenden Einflussgrößen
    • Bestehen von Publizitätskosten
      • Mehr Information bei niedrigeren Kosten
      • Ausweis nur günstiger Informationen
    • Substituieren von Informationskosten der Marktteilnehmer
      • Mehr Ausweis bei mehr Selbstbeschaffung von Information durch die Marktteilnehmer bei Nichtausweis
      • Weniger Ausweis bei Eigentümern mit hohem Anteil
empirische studien bestimmte angaben 2
Empirische Studien Bestimmte Angaben (2)
  • Surrogatgrößen
    • Für Publizitätskosten: Anzahl von Streiks, Lohnniveau und Rentabilität des Unternehmens (ROA)
    • Für Informationsbeschaffung: Anzahl der Anteilseigner, Handelsvolumen, Ausgabe von Aktien
    • Für Wesentlichkeit: Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme
    • Unternehmensgröße und Notierung durch die SEC als Kontrollvariablen
  • Ergebnisse
    • Prognostizierte Vorzeichen bei unabhängigen Variablen
    • Zutreffen des Einflusses von Publizitätskosten durch stark signifikantes Lohnniveau und Rentabilität bestätigt
    • Für Informationskosten nur das Vorhandensein von Eigentümern mit hohem Anteil stark signifikant