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Zur Lage der Kirche in der Diözese Innsbruck

Zur Lage der Kirche in der Diözese Innsbruck. Paul M. Zulehner, Matrei 6.5.2011. 5.832 Diözese Innsbruck 2010 Österreich 2010: 87.393 Österreich 1939: 103.710. Bewegung und Verbuntung. Es ist Bewegung in die weltanschauliche Landschaft gekommen.

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Zur Lage der Kirche in der Diözese Innsbruck

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Presentation Transcript


  1. Zur Lage der Kirche in der Diözese Innsbruck Paul M. Zulehner, Matrei 6.5.2011

  2. 5.832 Diözese Innsbruck 2010 Österreich 2010: 87.393 Österreich 1939: 103.710

  3. Bewegung und Verbuntung • Es ist Bewegung in die weltanschauliche Landschaft gekommen. • und das auch ohne selbstgemachte Skandale. • Kirchenaustritte gab es schon in der Ära des Sonnenkardinals König. • Wir fragen nach dem Grund dieser Bewegung und wie sie sich praktisch abspielt. • Ein wichtiges Ergebnis dieser Bewegung ist eine sich ausweitende weltanschauliche „Verbuntung“. • Beide sind Symptome für das definitive Ende der Konstantinischen Ära in ihrer nachreformatorischen Gestalt. • Glauben und Kirchenbeteiligung sind heute nicht mehr Schicksal, sondern Sache einer sensiblen „Wahl“ (Peter L. Berger) • Es kommt wieder der biblische Normalfall nach Europa! • Kirche wird wieder Salz in der Weltsuppe (Mt 5,13)

  4. Geforderte Kirchen • Beide epochalen Ereignisse (Bewegung und Verbuntung) fordern die Kirchen heraus. • Dazu brauchen wir … • …ein gläubiges Nachdenken über dieses „Zeichen der Zeit“, in die Gott selbst seine Kirchen hinweggeführt hat (Jer 29,7). • …den Mut zu einer angemessenen Transformation der Kirchengestalt. • Motto: Nicht den Untergang verwalten, sondern den Übergang gestalten. • Nicht die Kirche vergeht, aber ihre herkömmliche Gestalt! • Frage: Welche Gestalt braucht die Kirche heute, dass sie das Evangelium in das Leben und Zusammenleben der modernen Menschen einweben kann? • …einen neuen Schwung statt fataler Kirchendepression! (Jammerverbot) • …vor allem einen Perspektivenwechsel und neue Bewertungskriterien

  5. AUFBRUCH MotivationInitiativgeist Perspektivenwechsel! Toll: So viele haben sich entschlossen zu bleiben und mitzumachen!!! Super: Nachdenken ist heute ungestraft möglich! Respekt: Die Leute treffen eine Entscheidung… oder ringen um eine… oder warten ab… Von denen werden wir mit Fingerspitzen-gefühl einige gewinnen! So vielen denken an Austritt! Immer mehr treten aus! immer weniger bleiben so viele sind am Sprung… jetzt sind wir NUR NOCH… UNTERGANGlähmende Depression

  6. „Seht her, nun mache ich etwas Neues. Merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,19)

  7. Bewegung Was Menschen gehen macht…Irritationen und Gratifikationen 150 Ausgetretene befragt

  8. Genannte Austritts-“Gründe“

  9. Irritationen (Trennungskräfte) Trennungskräfte: Kirchensteuer unglaubwürdig unbarmherzig sexualneurotisch frauenfeindlich undemokratisch vormodern „megaout“ Kirchen-mitglied Störungen(Irritationen) Hauptirritation:So wie die Kirche heute ausschaut, ist sie keine Hilfe für mein Leben. Aktivitäten: Kölner Erklärung Kirchenvolksbegehren Pfarrerinitiative Laieninitiative Memorandum

  10. Irritationen – Gratifikationen (studienintern!)

  11. Vier typische Kombinationen 33% 26% 53% 12% an Austritt gedacht stark stark Gratifikationen 20% 47% 10% 23% stark stark Irritationen

  12. Irritationen sind wie „Brandbeschleuniger‘“ 13 *) bezogen auf jene 31%, die an Ausstritt gedacht haben - nur Katholiken

  13. Wenn die Kirche aus sich austritt… Ein Leserkreis, für den dieses Buch besondere Bedeutung haben könnte, sind die aus der Kirche Ausgetretenen. Sie nehmen nämlich in vielen Fällen den Glauben besonders ernst, ernst genug jedenfalls für einen öffentlichen Schritt, wie den Kirchenaustritt. Das verlangt Respekt. Es führt aber auch zu der Frage: Wohin führt dieser Schritt des Austretens? Da hilft mir ein Bildaus meiner Jugend in Wien: Wenn die Donau ins Überschwemmungsgebiet austritt, dann verlässt sie ihren alten Lauf gar nicht, sondern schließt vielmehr weitere Gebiete ein. Es scheint, dass wir berechtigt sind, das Austreten vieler Christen in diesem Sinn zu verstehen. Indem sie aus einer Kirche austreten, die Ihnen zu eng geworden ist, schließen sie sich gar nicht aus, sondern sie schließen dadurch vieles ein, was zu einem umfassenderen Verständnis von Kirche und Glauben gehört. Ich schaue auf die Flut von Kirchenaustritten und sehe darin voll Hoffnung ein Austreten der Kirche über ihre herkömmlichen Ufer, eine Überschwemmung. Die wirft zwar viel Altes über den Haufen, sogar manches, worum mir leid ist, kündigt aber Neues an, so wie eine Donauüberschwemmung anzeigt, dass in den Alpen der Schnee schmilzt und also der Frühling kommt. In diesem Sinne müssen auch alle, die sich darum bemühen, als kirchentreue Christen zu leben, innerlich immer wieder aus der Kirche austreten, ohne die Kirche zu verlassen. Das muss ich selber täglich tun. Gerade aus Treue zur Kirche gilt es, über alle Enge hinauszutreten, in ein wahrhaft katholisches - allumfassendes – Glaubensverständnis.“ (David Steindl-Rast, Credo. Ein Glaube, der alle verbindet, Freiburg 2010, 11)

  14. Gratifikationen (Bindungen) Bindungen stärken(Gratifikationen)„Was leben hilft…“ in dieser modernen Welt Kirchen-mitglied Modernität „Kunden“-Nähe Störungen(Irritationen) zentrifugal Entschleunigen der Entwicklung durch Irritationsabbau!?Kirchenimage-Pflege Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum. (Lk 7,17)

  15. Benedikt XVI. und die Moderne • Das Christentum darf nicht zu einer Art archaischer Schicht werden, die ich irgendwie festhalte und gewissermaßen neben der Modernität lebe. Es ist selbst etwas Lebendiges, etwas Modernes, das meine gesamte Modernität durchformt und gestaltet – und sie insofern regelrecht umarmt… • Wichtig ist, dass wir versuchen, das Christentum so zu leben, dass es die gute, die rechte Moderne in sich aufnimmt – und zugleich sich dann von dem scheidet und unterscheidet, was eine Gegenreligion wird. (76)

  16. Gratifikationendargeboten als Kirchenwerbung ihre christlichen kirchen

  17. Soll Europa christlich bleiben? Wir meinen schon.Ihre christlichen Kirchen

  18. Soll Europa christlich bleiben? Wir helfen mit. Durch ReligionsunterrichtFür unsere KinderIhre christlichen Kirchen

  19. modern: pilgern mit uns können sie gehen.ihre christlichen kirchen

  20. menschennah. ihre christlichen kirchen

  21. kinder brauchen vorbilder wir haben sie ihre christlichen kirchen

  22. nur eingott? dann ist jede und jeder einer von uns. ihre christlichen kirchen

  23. gestalten sie mit mit unsihre christlichen kirchen

  24. „… die leise musikgottes wieder hören“ benedikt xvi. wir eröffnen räume der stilleihre christlichen kirchen

  25. ohne uns wäre das landsozial kühler ihre christlichen kirchen

  26. er ist ein unbeirrbar treuer gott ihrechristlichen kirchen

  27. eine welt ohne gier und gewalt mit uns ihre christlichen kirchen

  28. wir gehen mit ihnen von der wiege bis zur bahre ihre christlichen kirchen

  29. mit uns können sie feiern die geburt ihres kindes ihre hochzeit und stirbt jemand, nehmen wir abschied mit ihnen ihre christlichen kirchen

  30. braucht nicht jede und jeder einenschutzengel wir meinen schon ihre christlichen kirchen

  31. hat nicht jedes kindeinen schutzengel wir meinen schon ihre christlichen kirchen

  32. ein Vogel fliegt nur mit zwei Flügeln bei uns haben viele Platz ihre christlichen kirchen

  33. Verbuntung und ihre pastoralen Folgen

  34. Zukunft ist (so die derzeitige Entwicklung) nicht die prognostizierte „Säkularisierung“, sondern eine weltanschauliche „Verbuntung“. • weltanschauliche Zugehörigkeiten • Atheisieren • weltanschauliche Typen • Islam als Herausforderung (Kulturchristen) • innerkirchliche Polarisierung entlang der Modernisierungsfrage • Die Verbuntung nötigt die Kirchen, ihre „Mission“ zu vertiefen und ihre Gestalt sowie ihre Arbeitsweise zu wandeln. • „Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.“ (Jer 29,7)

  35. weltanschauliche Zugehörigkeit

  36. Gott „her- und wegglauben“

  37. weltanschauliche Typen

  38. Typische Haltungen zum Islam

  39. Kulturchristen

  40. innerkirchliche Polarisierung

  41. Vielfalt als Chance • Vielfalt • sie kann zur Lagerbildung und zur Belagerung führen • kann aber auch Ausdruck von Reichtum sein • niemand hat für sich die ganze Wahrheit • Schlüssel zur Vielfalt: Haltung zur modernen Welt • hier vor allem Freiheit – messbar über Autoritarismus: Unterwerfungsbereitschaft • Pluralitätstoleranz: nicht leicht für die „Autoritären“ • Leben mit Vielfalt • ein guter Grund für größere pastorale Räume und Orten mit verschiedenen Stilen... • für lokal und regional zugleich

  42. Geschlechterrollen

  43. Moderne Geschlechterbilder und weltanschauliche Typen

  44. Zur Mission der Kirche in unserer Zeit heute Christin sein / Christ werden

  45. Wie jemand heute Christ wird… • wichtige Aufgaben der Kirchen • 82% taufen • 80% trauen • 83% beerdigen • „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, also einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht sein.“ (Karl Rahner) • spirituelle Orte • spirituelle Personen • spirituelle Vorgänge • Wie oft beten Sie? • 30% täglich • 33% oft, gelegentlich • 25% selten, fast nie • 13% nie moderne Zeitgenossin Spiritualität „heilt“ an der Wurzel der Seele vor der tiefsitzenden Daseinsangst, die uns hindert, zu werden was wir sind: Liebende. AUS DER HERZTIEFE „spirituelle Sehnsucht“(Gebet, Rituale, Gegenstände) ERLEBEN

  46. Wie jemand heute Christ wird… kann / muss wählen: baut sich (s)ein „Glaubenshaus“ richtet es selbst ein DEUTEN, BILDUNG Glaube und Vernunft breite theologische Bildung Bildung über Religionen • wichtige Aufgaben der Kirchen • 73% Religionsunterricht ja • 65% lesen nie in der hl. Schrift! • 41% Ich glaube an einen Gott, aber nicht, wie das Christentum ihn predigt. • 22% Re-Inkarnation • 49% die Zukunft liegt im von Jesus Christus verkündeten Reich Gottes. • 45% Die Auferstehung Jesu gibt meinem Tod einen Sinn. • 54% Es gibt einen Gott, der sich in Jesus zu erkennen gegeben hat. moderne Zeitgenossin . AUS DER HERZTIEFE „spirituelle Sehnsucht“(Gebet, Rituale, Gegenstände) ERLEBEN

  47. Glaubenshaus der TirolerInnen

  48. Glaube und Vernunft

  49. Gottesbild der TirolerInnen

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