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Wirtschaftswissenschaftliches Kolloquium der Universität Graz RESOWI-Zentrum 25. Jänner 2011 . Zu einigen Aspekten der Marxschen Arbeitswerttheorie Theoretisches und Empirisches Peter Fleissner Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU-Wien

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wirtschaftswissenschaftliches kolloquium der universit t graz resowi zentrum 25 j nner 2011

Wirtschaftswissenschaftliches Kolloquium der Universität Graz RESOWI-Zentrum 25. Jänner 2011

Zu einigen Aspekten der

Marxschen Arbeitswerttheorie

Theoretisches und Empirisches

Peter Fleissner

Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU-Wien

Institut für soziale Ökologie der Universität Klagenfurt

outline
Outline

Grundzüge der Marxschen Gesellschaftstheorie und Methode

Was ist der Wert?

Waren und Dienstleistungen

Empirische Wertberechnungen anhand der österreichischen Input-Output Tabelle 2006

Unterschiede in der Qualifikation der Arbeitskräfte

Das Transformationsproblem und seine Konkretisierung

Ökonomische Aspekte der Informationsgesellschaft

spezifika der marxistischen sicht der wirtschaft gegen ber der klassik und neoklassik 1 aus 4
Spezifika der marxistischen Sicht der Wirtschaft gegenüber der Klassik und Neoklassik (1 aus 4)
  • Wirtschaft wird zunächst als Stoffwechselprozess der Menschen mit der Natur gesehen, der die Natur durch menschliche Arbeit humanisiert.
  • Naturstoffe werden über die wirtschaftlichen Tätigkeiten in Humanstoffe umgewandelt

-> Gebrauchswerte zum Nutzen der Menschen

  • Dieser Prozess geht jeweils in einer bestimmten, historisch fixierten Gesellschaftsformation vor sich, die vergänglich ist und von neuen Formationen abgelöst (werden) wird.
  • Triebkraft für die Veränderung ist die Entwicklung der menschlichen Produktivkräfte (menschliche Fertigkeiten, Technik, Wissenschaft, Kooperationsformen),
  • die schließlich zu neuen Produktionsverhältnissen (Beziehungen zwischen Menschen und deren Stellung bei der Erzeugung, Verteilung und Aneignung von Reichtum) führen.
spezifika der marxistischen sicht der wirtschaft gegen ber der klassik und neoklassik 2 aus 4
Spezifika der marxistischen Sicht der Wirtschaft gegenüber der Klassik und Neoklassik (2 aus 4)

Der gesellschaftlich geschaffene Reichtum wird in den jeweiligen (urgesellschaftlichen, sklavenhaltergesellschaftlichen, feudalen, kapitalistischen und sozialistischen) Produktionsverhältnissen nach (vorwiegend ökonomisch, politisch und kulturell definierten) Klassen unterschiedlich angeeignet.

Marx interpretiert die Geschichte als „Geschichte von Klassenkämpfen“ um die Aneignung des Mehrprodukts.

Sie führen schließlich „vom Reich der Notwendigkeit ins Reich der Freiheit“, in eine „klassenlose Gesellschaft“

verhei ungen 1
Verheißungen 1

…so wie etwa für den Steuermann das Steuer ein unbeseeltes und der Steuergehilfe ein beseeltes Werkzeug (...), so ist auch für den Hausverwalter der Besitz im einzelnen ein Werkzeug zum Leben und im ganzen eine Sammlung solcher Werkzeuge und der Sklave ein beseelter Besitz; jeder Diener ist gewissermaßen ein Werkzeug, das viele andere Werkzeuge vertritt. Wenn nämlich jedes einzelne Werkzeug auf einen Befehl hin, oder einen solchen schon voraus ahnend, seine Aufgabe erfüllen könnte, wie man das von den Standbildern des Daidalos oder den Dreifüßen des Hephaistos erzählt, von denen der Dichter sagt, sie seien von selbst zur Versammlung der Götter erschienen, wenn also auch das Weberschiffchen so webte und das Plektron die Kithara schlüge, dann bedürften weder die Baumeister der Gehilfen, noch die Herren der Sklaven….

Aristoteles (1. Buch “Politik”, 1253 b 33 - 1254 a 1):

verhei ungen 2
Verheißungen 2

…In dem Maße aber, wie die grosse Industrie sich entwickelt, wird die Schöpfung des wirklichen Reichtums abhängig weniger von der Arbeitszeit und dem Quantum angewandter Arbeit, als von der Macht der Agentien, die während der Arbeitszeit in Bewegung gesetzt werden…und die…abhängt vom allgemeinen Stand der Wissenschaft und dem Fortschritt der Technologie, oder der Anwendung der Wissenschaft auf die Produktion….Es ist nicht mehr der Arbeiter, der modifizierten Naturprozeß als Mittelglied zwischen das Objekt und sich einschiebt; sondern den Naturprozeß, den er in einen industriellen umwandelt, schiebt er als Mittel zwischen sich und die unorganische Natur…

Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit,

sondern die disposable time das Maß des Reichtums…

Marx (Grundrisse der Kritik der Pol. Ökonomie, S.592ff):

spezifika der marxistischen sicht der wirtschaft gegen ber der klassik und neoklassik 3 aus 4
Spezifika der marxistischen Sicht der Wirtschaft gegenüber der Klassik und Neoklassik (3 aus 4)

Marx und auch Engels („Dialektik der Natur“) sehen in den Wissenschaften Widerspiegelungsprozesse, die immer sowohl Abbildungs- als auch Entwurfscharakter besitzen.

Alle Gesellschaftswissenschaft muss die Methode der Abstraktion benützen, da sie nicht – wie meist die Naturwissenschaften - das Experiment nicht zur Verfügung hat.

Marx analysiert daher die Wirtschaft zunächst auf sehr abstraktem Niveau

und nimmt dann Schritt für Schritt zusätzliche Bedingungen auf, die eine zunehmende Konkretisierung der Theorie ermöglichen.

konomische realit t eine komplexe konstruktion
Ökonomische Realität – eine komplexe Konstruktion

GegenwärtigerKapitalismusMono-,Oligopole,-psone

Marktpreise

(beobachtet)

7

6

5

4

3

2

1

Informationsgesellschaft:

Kommodifizierung

Digitale Märkte für

Infogüter/Dienste

Globalisierte Wirtschaft

Internationales Finanzkapital

Märkte für Geld,

Kredit, Wertpapiere

Staat, parastaatliche Einrichtungen

Steuern, Subventionen

Transfers, Sozialversicherung

Kapitalismus mit vollkommener Konkurrenz und fixem Kapital

Produktionspreise

Arbeitsmarkt

„kleine“

Warenproduktion

Tauschwerte

Preise ~ Arbeitswerte

Waren/Dienstleistungsmärkte

Physische

Basis

Gebrauchswerte, Umweltfragen

kollective Produktion/Aneignung

konomische realit t eine komplexe konstruktion9
Ökonomische Realität – eine komplexe Konstruktion

GegenwärtigerKapitalismusMono-,Oligopole,-psone

Marktpreise

(beobachtet)

7

6

5

4

3

2

1

Informationsgesellschaft:

Kommodifizierung

Digitale Märkte für

Infogüter/Dienste

Globalisierte Wirtschaft

Internationales Finanzkapital

Märkte für Geld,

Kredit, Wertpapiere

Staat, parastaatliche Einrichtungen

Kapitalismus mit vollkommener Konkurrenz und fixem Kapital

älter jünger

Logisches: Dominanz

„kleine“

Warenproduktion

Inspiriert durch Hofkirchner , W. (2002): Projekt Eine Welt: Kognition – Kommunikation – Kooperation.

LIT-Verlag Münster-Hamburg-

London. S. 166

Physische

Basis

Historisches: Emergenz

slide10

Spezifika der marxistischen Sicht der Wirtschaft gegenüber der Klassik und Neoklassik (4 aus 4)

Marx und Engels verwenden in ihren Untersuchungen die von Hegel ausgebaute uralte Methode der Dialektik mit drei Faustregeln (Heuristik):

1. Alle Entitäten sind eine widersprüchliche Einheit

2. Veränderungen erfolgen durch das Umschlagenvon Quantität in Qualität und umgekehrt.

3. Alle Prozesse besitzen einen evolutionären Charakter: Sie werden „aufgehoben“ (in drei Bedeutungen des Wortes)

und interpretiert sie materialistisch: Nicht der Weltgeist kommt zu sich selbst, sondern die konkreten Menschen ändern ihre Umstände und entwickeln sich selbst dabei.

Marx beginnt bei der

Analyse der Ware als widersprüchlicher Einheit.

zwei aspekte der ware
Aristoteles (“De Rep.” l. i. c. 9, ~ 350 BC):

„Die eine hängt wesentlich vom Gegenstand selbst ab, die andere nicht, wie Sandalen, die getragen werden, auch getauscht werden können. Beide sind Verwendungen der Sandalen, denn auch derjenige, der die Sandalen gegen Geld oder gegen Nahrungsmittel austauscht, die er benötigt, gebraucht die Sandalen als Sandalen, jedoch nicht auf ihre natürliche Art.“

Adam Smith (The WealthofNations, 1776):

„Man sollte festhalten, dass das Wort Wert zwei unterschiedliche Bedeutungen besitzt. Manchmal drückt es die Nützlichkeit eines bestimmten Gegenstandes aus, und manchmal seine Kraft, andere Güter zu erwerben. Die erste Bedeutung kann man ‚Gebrauchswert’ nennen, die zweite ‚Tauschwert’“.

Karl Marx (Das Kapital, Band 1, 1867):

„Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung’, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.“

Zwei Aspekte der Ware
grundbegriffe der marxschen wirtschaftstheorie
Grundbegriffe der Marxschen Wirtschaftstheorie
  • Ware
  • Gebrauchswert
  • Tauschwert
  • (Arbeits)wert
  • konstantes Kapital
  • variables Kapital
  • Mehrwert
  • Mehrwertrate/Ausbeutungsrate
  • Organische Zusammensetzung des Kapitals
  • Profitrate
die wertgr e w einer ware gemessen in arbeitszeit
Die Wertgröße w einer Ware,gemessen in Arbeitszeit

Die Wertgröße einer Ware bezieht sich nicht auf den individuellen Arbeitszeitaufwand, sondern auf den gesellschaftlich notwendigen Durchschnittswert, der am Markt hergestellt wird.

Der Markt wirkt wie das Jüngste Gericht: Er bestraft die Bösen (Unproduktiven) mit Verlust und belohnt die Guten mit Gewinn.

Arbeitssparende Technologien

senken den Wert einer Ware

neu

geschaffener Wert

(lebendige

Arbeit)

n

w =

c + n

übertragener Wert

(vorgetane

Arbeit)

c

slide14

Höchste Abstraktionsstufe:Eine idealtypische Wirtschaft von kleinen WarenproduzentInnenBauern, kleine Selbst-ständige, HandwerkerEs gibt Gütermärkte, aber (noch) keinen KapitalismusDer Wert (=Preis) der Waren wird über den Markt voll realisiert.Einfache Reproduktion: Gleicher Warenberg zu Beginn und am Ende der ProduktionsperiodeErweiterte Reproduktion: es entsteht ein Mehrprodukt, ein Überschuss über den obigen Warenberg. Dieses Mehrprodukt (Gebrauchswert) ist die Voraussetzung für den Mehrwert (Arbeitswert) und damit für den Kapitalismus.Dienstleistungen erzeugen in der Regel kein Mehrprodukt, und daher keinen Mehrwert

Produktion

Konsum

Arbeit

Kleine Waren-

ProduzentInnen.

Waren+

Dienste

Geld

die wertgr e w im kapitalismus mit lohnarbeit
Die Wertgröße w im Kapitalismus (mit Lohnarbeit)

m

Mehrwert

(Gewinn)

neu

geschaffener Wert

(lebendige

Arbeit)

n

w =

c + n =

c + v + m

variables

Kapital

(Löhne)

v

c

c

konstantes

Kapital

(fixes und

zirkulierendes

Kapital)

übertragener Wert

(vorgetane

Arbeit)

slide16

Empirische Evidenz: Struktur des Butto-Outputs in Österreich (Ist-Preise) c - konstantes Kapital, v - variables Kapital, m - MehrwertÖsterreich 2006: 57 Sektoren (in Prozent)

m

v

c

bestimmung der arbeitswerte 1 alle sektoren wertbildend
Bestimmung der Arbeitswerte (1)Alle Sektoren wertbildend

A... Matrix der technischen Koeffizienten

C... Matrix des unit Konsums

R… Reproduktionsmatrix, R = A + C

n... Zeilenvektor lebendiger Arbeit

w... Zeilenvektor Arbeitswerte

I.... Einheitsmatrix

w… „klassische“ Arbeitswerte: alle Branchen sind wertbildend

w = n (I – A)-1

slide19

Struktur der ArbeitswerteAlle Sektoren wertbildendc - konstantes Kapital, v - variables Kapital, m - MehrwertÖsterreich 2006: 57 Sektoren (in Prozent)

m

v

c

dienstleistungen als wertverbrauchend und gewinnvermittelnd gesehen
Dienstleistungen als wertverbrauchend und gewinnvermittelnd gesehen
  • Wesentlicher Unterschied zwischen Gütern (materiell/stoffliche Produkte) und Dienstleistungen
  • Dienstleistungen können direkt nichts zum Mehrprodukt beitragen, daher auch nicht zum Mehrwert. Als solche können sie weder wiederverkauft noch investiert noch gelagert werden. Sie werden zum Zeitpunkt der Produktion konsumiert.
  • Im „Das Kapital“, Band I, behandelte Marx nur materielle Produkte, wo entsprechend seiner Arbeitswertlehre das Prinzip des Äquivalententausches (= Güter werden entsprechend ihrem Gehalt an direkt und indirekter gesellschaftlich notweniger Arbeit getauscht) gilt
  • Wenn Dienste Profite vermitteln, ist das Prinzip des Äquivalententausches verletzt und die Arbeitswerttheorie von Band I ist nicht länger anwendbar. Marx spricht dann von Wertmodifikation
bestimmung der arbeitswerte 2 nur sektoren wertbildend die mehrprodukt erzeugen
Bestimmung der Arbeitswerte (2)Nur Sektoren wertbildend, die Mehrprodukt erzeugen

A... Partitionierte Matrix der technischen Koeffizienten

C... Partitionierte Matrix des unit-Konsums

R… Partitionierte Reproduktionsmatrix

n... Partitionierter Zeilenvektor der lebendigen Arbeit = { n1, n2}

w... Partitionierter Zeilenvektor der Arbeitswerte = { w1, w2}

I.... Einheitsmatrix

A 11, A12 C11, C12

A = {}, C = {}, R = A + C

A21, A22 C21, C22

w*… partitionierte Arbeitswerte

w* = { n1(I – A11)-1 , n1(I – A11)-1 (A12+C12) [I-(A22+C22)]-1}

dienstleistungen in einer vereinfachten leontief wirtschaft
Dienstleistungen in einer vereinfachten Leontief -Wirtschaft

Leontief Wirtschaft:

primal: (A + C + S)x = x

dual: p(A + C + S) = p

S... partitionierte Matrix des unit-Mehrprodukts

S11, S12

S = {} Mehrprodukt = (I – A - C)x

S21, S22

Sind Dienstleistungsbranchen vorhanden, müssen S21 = 0 und S22 = 0,

denn Dienstleistungen tragen nichts zum Mehrprodukt bei.

Die Sub-matrix S12 ist von zentraler Bedeutung: Wenn das Äquivalenzprinzip gelten soll, muss S12 verschwinden.

S12 = 0.

  • Produzenten materieller Güter können allen Mehrwert investieren,
  • Dienste berechnet zu Reproduktionskosten, können nicht investieren.
slide23

Arbeitswerte stofflich[Arbeitszeit]

j=1 2 3 ….

i

=1

2

3

..

..

S11 <= S12

00

*

C11 C12

C21 C22

*

A11 A12

A21 A22

*

Final Demand

Cons/Inv/

Exp/-Imp

“ “

“ “

“ “

Output

=

w1C12x2+

w2C22x2

L10

*Note: Alle Matrizen müssen von links mit diag(w) und

Von rechts mit diag x multipliziert werden

w1C11x1

+

w2C21x1

L1

Total surplus value

L1 – (w1C11+w2C21)x1

Output

m gliche effekte einer ausdehnung der wertkonsumierenden sektoren
Mögliche Effekte einer Ausdehnung der wertkonsumierenden Sektoren
  • Effekte erster Ordnung (direkte Effekte – ceteris paribus)
    • Fall der Durchschnittsprofitrate
    • Geringeres Wachstum (wenn es direkt aus Gewinnen finanziert wird)
    • Example: Outsourcing and GDP (“vertical” and “horizontal” growth, labor productivity change)
  • Mögliche indirekte Effekte
    • Dienstleistungen können sowohl ihre eigene Arbeitsproduktivität erhöhen als auch die Produktivität anderer Sektoren, indem die Technologie und Management-Techniken verbessert werden.
    • Die indirekten Effekte könnten die direkten Effekte kompensieren.
effects on the service sector
Effects on the service sector
  • Growing S12-> higher service prices

p*2 = p2 + p1S12(E – R22)-1; x*2 = x2

  • Reallocation of C11x1, consumption in sector 1 towards services -> x2 increases

x*2 = x2 + C11 x1 / (A12 + C12); p*2 = p2

  • Multiple accounting under SNA (seen from MPS)

Double accounting, if diagonal matrices=0

slide26

Struktur der ArbeitswerteNur stoffliche Sektoren wertbildendc - konstantes Kapital, v - variables Kapital, m - MehrwertÖsterreich 2006: 57 Sektoren (in Prozent)

m

v

c

drei produktivit tsma e
Drei Produktivitätsmaße
  • Produktivität(1), Gebrauchswertproduktivität = Anzahl von Gebrauchswerten pro Arbeitsstunde (unabhängig von den Produktionsverhältnissen)
  • Produktivität(2), Arbeitswertproduktivität = 1 oder 0, je nachdem, ob Arbeit mehrproduktbildend ist oder nicht. Entspricht dem Begriff produktiver Arbeit von Adam Smith. Wichtig für die Charakterisierung des Unterschiedes zwischen Waren und Diensten.
  • Produktivität(3), Profitproduktivität = Profit je geleisteter Arbeitsstunde. Die Profitproduktivität ist eine Maßzahl für den Kapitalismus.
drei zentrale konomische kenngr en
Drei zentrale ökonomische Kenngrößen

m

Mehrwertrate

= m / v

Organische

Zusammensetzung

des Kapitals

= v / (c + v)

Profitrate

= m / (c + v)

Profitrate

= Mehrwertrate *

Organische

Zusammensetzung

= m / v * v / (c + v)

Mehrwert

(Gewinn)

neu

geschaffener Wert

(lebendige

Arbeit)

n

variables

Kapital

(Löhne)

v

c

c

konstantes

Kapital

(fixes und

zirkulierendes

Kapital)

übertragener Wert

(vorgetane

Arbeit)

weniger abstrakt kapitalistische realwirtschaft
Weniger abstrakt: Kapitalistische Realwirtschaft

Produktion

Konsum

Invest.

Reproduktion

Akkumulation

Arb.

Ang.

ArbeiterInnen

Angestellte

Unter-

nehmer

Unter-

nehmerInnen

Industrie-

Profite

Löhne

Gehälter

Durch die Konkurrenz und durch die daraus resultierende Kapitalwanderung in Richtung höherer Profitraten wird der an der Oberfläche erscheinende Preis modifiziert -> „Transformationsproblem“. Arbeitswertpreise werden zu „Produktionspreisen“ mit ausgeglichenen Profitraten.

slide30
Marxsche Lösung: Produktionspreisec - constant capital, v - variable capital, m - surplus valueAustria 2006: 57 industries (percent)

m

v

c

slide31
von Bortkiewicz: Produktionspreise c - constant capital, v - variable capital, m - surplus valueAustria 2006: 57 industries (percent)

m

v

c

slide32

Empirische Evidenz: Struktur des Butto-Outputs in Österreich (Ist-Preise) c - konstantes Kapital, v - variables Kapital, m - MehrwertÖsterreich 2006: 57 Sektoren (in Prozent)

m

v

c

slide33

Empirischer Test:Brutto-Produktionswert, Arbeitswert, und Produktionspreise mit und ohne fixem Kapital Österreich 2006: 57 Sektoren (Mio EUR)

slide34
Korrelationen der unterschiedlichen Preissysteme (Österreich 2003 und 2006, 57 Branchen) mit den empirischen Werten
transformation von arbeitswerten in produktionspreise transformationsproblem
Transformation von Arbeitswerten in Produktionspreise (Transformationsproblem)

Marxsche Lösung

pp(0) = w oder w* (Arbeitswerte klassisch oder stofflich)

pp(1) = pp(0) R [1 + r(i)], R = A + C

1 + r(i) = pp(i) x / [pp(i) R x]

Problem: Inputpreise ≠ Outputpreise

von Bortkiewicz Lösung

Zwei identische Lösungen

a) Eigenvektor Lösung: pp ... Links-Eigenvektor von R

pp R (1 + r) = pp, größter Eigenvektor von R: λ=1/(1+r)

b) iterative Lösung: i -> ∞

pp = pp(∞)

pp(i) = pp(i-1) R [1 + r(i-1)], 1 + r(i) = pp(i) x / [pp(i) R x]

unter der Nebenbedingung pp(i) x = constfür alle Preissysteme => Ort aller Preisvektoren beschreibt eine Ebene im n-dimensionalen Raum

geometrische interpretation der input output indikatoren

3

x

w

p

pp, Produktionspreise

2

O

1

Geometrische Interpretation der Input-Output Indikatoren

Hyperebene aller möglichen nicht-negativen Preissysteme

p x = const

Der Gesamtwert des Umsatzes sei invariant bzgl. Preisänderungen

preise und arbeitswerte hyperebene px const
Preise und Arbeitswerte(Hyperebene px = const)

: von Bortkiewicz‘ solution of the

transformation problem

Marx‘ solution of the

transformation problem

anwendungsprobleme der marxschen theorie
Anwendungsprobleme der Marxschen Theorie

Marx nahm an, dass sich die Profitraten durch Kapitalwanderung in der Tendenz angleichen (Marx, Das Kapital Bd. 2).

  • Empirisch lässt sich dies nicht zeigen, im Gegenteil, die Profitraten folgen einer über die Zeit konstanten Potenzverteilung (Farjoun & Machover 1982, Nils Fröhlich 2009)

Marx formulierte ein Gesetz von der tendenziell fallenden Profitrate (eine sehr dialektische Formulierung). Grossmann (1929) interpretierte Marx so, dass die Profitrate wegen der fallenden organischen Zusammensetzung gegen Null gehen würde -> Zusammenbruchstheorie des Kapitalismus

  • Mathematisch folgt dies aber nicht, da sowohl der Zähler als auch der Nenner der Profitrate gegen Null gehen würden. Null dividiert durch Null ergibt einen endlichen positiven Wert
ein konkreteres transformationsproblem

Dxi+1 = f( xi ) - xi

Dxi+1 = - ( f( xi ) - xi )

x2 x0 x1 x1

x2 x0 x1 x1

Ein konkreteres Transformationsproblem

Nutzenfunktion: Nj = d1j log( C1j )+ d2j log( C2j )+ lamdaj ( wj – p1 C1j – p2 C2j ), j = 1,2

Nachfragefunktion: Cij = vj xj bij / pi = diag-1(p) B diag(v) diag(x)

Mit 2 Sektoren erhält man: p1 / [ p1 a11 + p2 a21 + v1 (b11 + b21)] = p2 / [ p1 a12 + p2 a22 + v2 (b12 + b22)]

Direkte Lösung oder iterative Lösung für Preise und Mengen

slide41

Arbeitswerte, Produktionspreise und

Preise des „konkreten“ Transformationsproblems

Vergleich der Ergebnisse

einfache und komplizierte arbeit
Einfache und komplizierte Arbeit

Österreich 2003

nach

Michael Schlegel und Christian Szolarz : Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit Input-Output-Tabellen unter Berücksichtigung der Kompliziertheit der Arbeit, Bakkarbeit,Wien 2008

slide43

ISCED „International Standard

Classificationof Education“

von der UNESCO zur Klassifizierung

und Charakterisierung von Schultypen

und Schulsystemen entwickelt.

slide44

Wieviel ist die Bildung wert? Statistische Ergebnisse (Österreich 2003)Quelle: Bakkarbeit von MichaelSchlegel und Christian Szolarz : VolkswirtschaftlicheGesamtrechnungmit Input-Output-TabellenunterBerücksichtigungderKompliziertheitderArbeit, Wien 2008

wie ist es mit den dienstleistungen
Wie ist es mit den Dienstleistungen?

Es gibt zwei Arten von Gebrauchswerten, die sich in ihren ökonomischen Effekten grundlegend unterscheiden:

Materielle Produkte

Sie bleiben erhalten, auch wenn die Produktion abgeschlossen ist

Dienstleistungen

Sie verschwinden nach der Produktion inm Akt des Konsums

Für den Markt gibt es ein Problem mit Dienstleistungen. Sie können nur einmal verkauft werden, sie sind flüchtig, und können weder gespeichert noch akkumuliert werden. Sie fügen nichts zum Mehrprodukt hinzu.

Ein großer Teil menschlicher Tätigkeiten besteht aus kulturellen Aktivitäten (Sprechen, Singen, Tanzen, Schreiben, Dichten, Forschen, Programmieren, Planen, Malen, Musizieren etc.). Sie sind zunächst reine Gebrauchswerte, die in direkter Interaktion konsumiert werden.

kommerzialisierung und kommodifizierung von informationsaktivit ten
Kommerzialisierung und Kommodifizierung von Informationsaktivitäten

Kommerzialisierung

Der Markt dehnt sich in ein neues Feld menschlicher Aktivitäten aus (Sprache, Information, Kommunikation, Wissen, und viele andere kulturelle Tätigkeiten der Menschen) und transformiert sie in Dienstleistungen:

Beispiel: Mobilkommunikation

Kommodifizierung

Technologie and Recht transformieren Informationsaktivitäten in Waren, die über den Markt verkauft werden können:

Informationsgüter erhalten einen Preis und werden teuer

aber auch Verbesserung der Qualität möglich

künstliche Knappheit für die Menschen –

zugunsten von meist großen Unternehmungen

Widerstand ist nötig und beginnt schon

Beispiel: Digitale Güter -> Wie funktioniert das?

die rolle digitaler medien in der informationsgesellschaft
Die Rolle digitaler Medien in der Informationsgesellschaft

Digitale Medien erlauben wie in einer Zeitmaschine in großem Umfang kulturspezifische Aktivitäten auf Datenträgern einzufrieren (Vergegenständlichung) und später wiederzubeleben (Reanimation). Sie transformieren Gebrauchswerte, die aus Diensten bestehen, in Gebrauchswerte, die aus stofflichen/energetischen Produkte bestehen bzw. in ihnen aufbewahrt werden (DVD, Video, CD-ROM, HardDisk etc.)

Digitale Medien erlauben aber auch, sehr billig Kopien von diesen Gebrauchswerten anzufertigen und diese weltweit zu verteilen. Auf dieser Basis kann kein Markt aufgebaut werden. Tauschwert kann sich nicht entwickeln.

Ergebnis: Die kapitalistischen Länder und die EU entwickelten Gesetze und Technologien, um die Kopiermöglichkeit zu verhindern.

die rolle des rechts in verbindung mit technologie
Die Rolle des Rechts in Verbindung mit Technologie

Durch das Zusammenwirken von Technologie und Recht entstehen aus Gebrauchswerten mit Dienstleistungscharakter materielle Produkte, die alle Eigenschaften von Waren haben, also auch Tauschwert.

Durch ID Codes, Lizenzen, Schlüssel etc. werden die einzelnen Versionen von Informationsgütern individualisiert und können dadurch kostenpflichtig vervielfacht werden, als ob sie traditionelle Waren mit stofflich/materiellem Charakter wären.

kommerzialisierung und kommodifizierung in der informationsgesellschaft
Kommerzialisierung und Kommodifizierung in der Informationsgesellschaft

digitale Güter

Digitale Waren: eBooks, CDs, DVDs, Software, Design, Patente

Kommerzialisierung

Vergegen-ständlichung durch ICT

Kommodifizierung

Digitale Dienste: Mobilkommunikation, aber auch Kochen, Singen, Tanzen und Arbeiten

Kommerzialisierung

eine zweite great transformation
Eine zweite „Great Transformation“
  • Durch Kommerzialisierung und Kommodifizierung wird ein weiterer wichtiger Sektor menschlicher Tätigkeit, der Kultur, des Wissens, der Künste, und der Unterhaltung dem Markt zugänglich gemacht, mit allen Konsequenzen des eingeschränkten Zugangs für die Mehrheit der Menschen.
  • -> Künstliche Verknappung des Überflusses
  • Diese Entwicklung der Kommerzialisierung von Informationsgütern ist vergleichbar mit der Kommerzialisierung der Arbeitskraft, die Karl Polanyi in seinem Buch „The Great Transformation“ (1944) beschrieben worden ist und die erstmalig in England in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. zur Herausbildung der „kapitalistischen Gesellschaft“ in geführt hat.
  • -> Eine zweite „Great Transformation“ geht vor sich
widerstand
Widerstand

Im Unterschied zu den traditionellen Klassenkämpfen betrifft die Auseinandersetzung um den Zugang zu kulturellen Leistungen der Menschen nicht nur die Arbeiter alleine, sondern auch die Mittelschichten, Künstler, Intellektuell, ja auch Teile der Kapitalistenklasse selbst. Entsprechend sieht man den Widerstand gegen einschränkende Regelungen der kulturellen Entwicklung auf vielen Ebenen gleichzeitig und in verschiedenen Gebieten wachsen:

Freie/libre software, open source, der Kampf um vernünftige geistige Eigentums- und Urheberrechte (creative commons, GNU Lizenzen), die gegenwärtige Auseinandersetzung um ein Patent auf Software in der Europäischen Union, um die Patentierung von Lebewesen etc. verbindet die verschiedensten Strömungen und lässt ihre Widerstandskraft wachsen.

slide55
Veränderte Rahmenbedingungen ökonomischer Prozesse – Neue Herausforderung an die Werttheorie
  • Neuere wissenschaftliche Methoden berücksichtigen!
    • Postmoderne Theorien/Konstruktivismus (Heinz von Foerster)
    • Stochastische und evolutionäre Wende (Farjoun-Machover: Laws of Chaos)
    • Aggregationsproblem in der Wirtschaftswissenschaft (Mikro-Makro-Modelle)
    • Gleichgewichtsannahmen aufgeben!
  • Hoher Dienstleistungsanteil
    • Unterscheidung zwischen wertbildender/wertverbrauchender Arbeit
  • Globalisierung, internationales Finanzkapital und Wertbildung
    • Elmar Altvater, Joachim Bischoff…
  • Neue Technologien
    • Eine zweite „Great Transformation“ (Karl Polanyi) durch IKT, neue Ethik
  • Feministische Theorie
    • Einbeziehung marktferner Arbeit (Hardy Hanappi/Edeltraud Hanappi-Egger)
  • Ökologische Probleme
    • Einbeziehung von Umweltbelastungen und –reparatur (Wassily Leontiew)
  • Diskurse zum Sozialismus im/des 21. Jahrhunderts
    • Arbeitswerte als Preise: Heinz Dieterich / Paul Cockshott / AllinCottrell
    • Grundrisse: Ende des Wertes als Grundlage des Reichtums, „disposable time“

….stellen neue Herausforderungen für die Arbeitswerttheorie dar

….und ergeben ein neues Arbeitsprogramm

slide56

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Kontakt:

fleissner@arrakis.es

homepages

http://www.arrakis.es/~fleissner/

http://transform.or.at