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Theorie der Schweigespirale

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Theorie der Schweigespirale

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  1. Theorie der Schweigespirale Elisabeth Noelle-Neumann

  2. Inhalt • Hypothesen • Voraussetzungen für den Schweigespiralenprozess • Dynamisches Modell der Schweigespirale • Medieneinfluss • Rolle der Journalisten • Doppeltes Meinungsklima und Pluralistische Ignoranz • Methodik der Untersuchungen • Eisenbahn-Test und Asch-Experiment • Ergebnisse der Untersuchungen • Bandwagon-Effekt vs. Schweigespirale • Kritik an der Theorie der Schweigespirale • Fazit

  3. Hypothesen • Menschen haben Isolierungsangst • Konsonanz: Eigene Meinung = vermeintlich vorherrschende Bevölkerungs-Meinung  Redebereitschaft ist groß • Dissonanz: Eigene Meinung  vermeintlich vorherrschende Bevölkerungs-Meinung  Verlassenheitsgefühl und Schweigen • Menschen erfassen die augenblicklichen Meinungen und deren Veränderungen quasi-statistische Fähigkeit

  4. Hypothesen • Folge: Personen, die ihre Überzeugung laut äußern wirken stärker als die Schweigenden; so wird die dominant angenommene Meinung tatsächlich zur dominanten Meinung • Spiralprozess ist Ergebnis dieser Dynamik • Ende der Schweigespirale:a) niemand spricht mehr über das Themab) evtl. wird über das Thema ein Tabu verhängt  political correctness

  5. Voraussetzungen für den Schweigespiralenprozess • Die Einstellungen in der Bevölkerung dürfen noch nicht fest gefasst sein • Die Meinungen zum untersuchten Thema müssen in der Bevölkerung kontrovers diskutiert werden und moralisch belegt sein • Massenmedien müssen eine deutliche Position einnehmen

  6. Zeitpunkt t1 Zeitpunkt t2 Eigene Meinung zum Thema X Person A Person B Hohe Redebereitschaft Keine Isolationsfurcht Wahrnehmung der Umweltmeinung zum Thema X Niedrige Redebereitschaft Isolationsfurcht Wahrnehmung der Umweltmeinung zum Thema X Mehrheitsmeinung Zukunftseinschätzung direkte Umwelt- wahrnehmung Massenmedien Dynamisches Modell der Schweigespirale konsonant dissonant

  7. Medieneinfluss • Quellen der individuellen Wahrnehmung:1. Direkt: durch interpersonale Kommunikation2. Indirekt: durch die Medien • u.U. werden in den Medien manche Standpunkte stärker kommuniziert • Medien liefern zusätzliche Argumentationshilfen/erleichtern Diskussion • Wer seine Meinung nicht wiederfindet, verfällt in Schweigen

  8. Rolle der Journalisten • Stark beteiligt im Prozess der Bildung öffentlicher Meinung • Selektives Wahrnehmen trifft auch auf Journalisten zu und wirkt sich auf die Berichterstattung aus Stichwörter: • individuelle Präferenzen der Journalisten • Gatekeeper/Nachrichtenfaktoren • Publizistische Vielfalt bedeutet Meinungsvielfalt

  9. Doppeltes Meinungsklima • Journalisten berichten verstärkt über die Meinung, die eigentlich in der Minderheit ist • Der Großteil der Bevölkerung ist folglich anderer Meinung • die „echte“ Mehrheitsmeinung findet nur wenig Darstellung in den Medien • Die „echte“ Minderheit zeigt starke Redebereitschaft • die ursprüngliche Mehrheitsmeinung wandelt sich durch das Einsetzen der Schweigespirale

  10. Pluralistische Ignoranz • Der Einzelne schätzt das Meinungsklima falsch ein • Die Fehleinschätzung bewirkt eine falsche Zuordnung der eigenen Meinung zu Mehr- oder Minderheit • Davon abhängig ist die jeweilige Tendenz zum Reden oder Schweigen

  11. Methodik der UntersuchungenNoelle-Neumanns • Meinung der Versuchspersonen zum Thema ermitteln„Was würden Sie jetzt wählen?“ • geschätzte Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung ermitteln„Wer wird die Wahl gewinnen?“ • Über einen längeren Zeitraum erheben • Redebereitschaft/Schweigetendenz ermitteln durch Eisenbahnversuch • Medientenor ermitteln (nur `76) „Welche Seite unterstützen die Medien?“

  12. Eisenbahn-Test • Frage zum Test der Redebereitschaftnach Noelle-Neumann:Würden Sie sich bei einer Eisenbahnfahrt über den regierenden Bundeskanzler unterhalten wollen? • Tendenzielles Ergebnis: • Erhöhte Redebereitschaft bei der Mehrheit der Personen, die mit dem Kanzler einverstanden sind • Erhöhte Schweigetendenz bei der Mehrheit der Personen, die nicht mit dem Kanzler einverstanden sind

  13. Asch-Experiment 2 1 3 Frage an die Versuchspersonen:Welche der drei Vergleichslinien entspricht in der Länge derMusterlinie? Vergleichslinien Musterlinie

  14. Asch-Experiment • Je 8-9 Personen • Je Experiment 12 Wiederholungen • Indirekte Beeinflussung durch Eingeweihte, die übereinstimmend die falsche Antwort gaben • Das Experiment wurde über 50 mal durchgeführt • Ergebnis:6 von 10 Testpersonen, geben mehrfach die Mehrheitsmeinung als eigene Meinung an, obwohl diese nachweislich falsch ist.

  15. Ergebnisse • Obwohl die großen Parteien gleich stark sind ist die vermeintliche Siegeserwartung für eine Partei größer(1965  CDU/CSU; 1972/76  SPD) • Partei mit größerer vermeintlicher Siegeserwartung gewinnt mit jeder Befragung mehr Stimmen • Isolationsfurcht als Motiv zur Anpassung an die angebliche Mehrheitsmeinung • Wahlkampfende:“last-minute-swing“ in Richtung des möglichen Siegers(= Mitläufereffekt bei den unentschlossenen Wählern in letzter Minute )

  16. Bandwagon-Effekt Geht auf Lazarsfeld zurück Mitläufereffekt Wollen auf der Siegerseite sein = Belohnungdeswegen nur wenige Stimmen an den vermeintlichen Verlierer Schweigespirale Nach Noelle-Neumann Mitläufereffekt Wollen sich nicht isolieren= Furcht vor Bestrafungals Auslöser der Schweigespirale Bandwagon-Effekt vs.Schweigespirale

  17. Kritik an der Theorie der Schweigespirale • Die Theorie wird nie in der Gesamtheit überprüft, sondern nur Einzelthesen • Die Methodik der Experimente war fast immer der Anlass zu heftiger Kritik • nicht alle beugen sich der vermeintlichen Mehrheit  harter Kern/Avantgarde • Unterschiedliche Redebereitschaft (Männer/Jüngere/Gehobenere Schichten) • Gegenstudien beweisen, dass interpersonelle Kommunikation stärker ist als der Medieneinfluss • Verwendung des alten S-R-Modells

  18. Kritik an der Theorie der Schweigespirale • Eisenbahntest zielt auf Imagination der Befragten ab • Interviews mit 100 Journalisten zum Beweis der Medienwirkung nach dem Wahlsieg 1976 • Ihre Ergebnisse wurden von Journalisten und Wissenschaftlern gleichermaßen heftig kritisiert (nicht repräsentativ, Methodik usw.) • Persönliche politische Präferenzen der interviewten Journalisten wurde nicht erfasst • Keine Analyse der Medieninhalte • ...

  19. Fazit • Die Theorie kann als Makro-Theorie verstanden werden, welche • sozialpsychologische, • kommunikationstheoretische und • gesellschaftstheoretische Ansätze umfasst • Die Theorie wird ständig verbessert