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5. Kapitel.

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5. Kapitel

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Presentation Transcript


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5. Kapitel

In diesem Kapitel wird Jugend-literatur / Litertaur über Jugend vorgestellt, die sich für die End-phase der Sekundarstufe I (Kl. 9/10) eignet. Theoretisch erfahren Sie etwas über Literatur als „Schul-Lektüre“ und denken nach über den Zusammenhang von KJL, literari-scher Sozialisation und Literaturunterricht.


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5.1 Klasse 9 / 10

Hermann Hesse: Unterm Rad (B,H)

William Golding: Herr der Fliegen (B,H,F)

Dagmar Chidolue: Lady Punk (B)


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Unterrichtsvorschläge

1. Unterm Rad:

- Textanalyse: Metapher, Symbol, Allegorie und ihre Rolle in der Erzählung

- Schreiben: Die Lokalzeitung bringt Artikel – z.B. über den 2. Sieger des Landexamens; über den Unfall/Selbstmord

- Medienintegration: Eine Hörspielfassung entwickeln und produzieren

- Projekt: Schulkritik und alternative Schul-formen, um 1900 und heute ggf. auch Zeitgenossen von Hans Giebenrath in der eigenen Familiengeschichte suchen (Dokumente auswerten, Interviews führen)


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Unterrichtsvorschläge

2. Herr der Fliegen:

- Mdl. Sprachgebrauch: die Vorgeschichte erzählen; Debatte: eine Partei für das Feuer und eine Partei für das Jagen

- Handlungsorientierung: zum Handlungsverlauf eine Wandzeitung anlegen und während der Lektürearbeit fortlaufend ergänzen (zwei Pfeile: Weltgeschichte – Inselgeschichte)

  • Schreiben: Steckbriefe der Hauptfiguren anlegen; „Piggys Tagebuch“ führen


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Unterrichtsvorschläge

2. Herr der Fliegen:

- Medienintegration: mit Hilfe von frames (Standbildern) aus den beiden Verfilmungen sowie weiterer Kinderfotos ein Casting veranstalten (Rollen besetzen)

- Stevensons Treasure Island und Ballantynes The Coral Island durch Schülerreferate einbeziehen

- Offenes Unterrichtsgespräch/Gruppenarbeit: Was, wenn eine Mädchenklasse auf der Insel gelandet wäre?

- Fächerverbindender Unterricht: Original und Übersetzung an ausgew. Passagen vergleichen


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Zwei Unterrichtsvorschläge zum Vergleich

a) Klaus Dautel (2001)

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/hesse/u_frame.htm


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  • Schreibanlässe:

  • Hans schreibt an den Vater und schildert darin die ersten Eindrücke von seiner Schule

  • Hans schreibt einen Tagebucheintrag, in welchem er seine ersten Begegnungen mit Heilner schildert

  • Stellt euch die Beerdigung Hans G.s vor und denkt euch Grabreden aus. Es könnten sprechen: Der Rektor, der Vater, der Schuster Faig, der Lehrbub August, vielleicht auch Emma.


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b) Internet-Schreibprojekt einer 11. Klasse des Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth (Wolfgang Schraml)

Quelle: http://www.rwg-bayreuth.de/veroeffentlichungen/hesse/index.htm

Startseite:


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Unterrichtsvorschläge

3.Lady Punk:

- perspektivische Inhaltswiedergabe: Oma Lieschen erzählt „ihre“ Geschichte (in Fortsetzungen)

- Schreiben einer dramatischen Szene: Terrys Mutter und Hugo streiten wegen Terry

- Rollenspiel: das ältere Ehepaar, bei dem Terry gerade die Wohnung gemietet hat, spricht über die „junge Künstlerin“

- szenisches Verfahren: „Tribunal“ – verschiedene Figuren sagen am Ende gegen Terry aus (jew. vorbereitet als Schülerreferat)


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weitere AutorInnen für Kl. 9 / 10:

Charlotte Kerner, Blueprint Blaupause (B,F)Irina Korschunow, Er hieß Jan (B)Irma Krauß, Kurz vor morgen (B)Gudrun Pausewang, Der Schlund (B)Paul Zindel, Eugene Dingmans erstaunliches und dem Tode trotzendes Tagebuch (B) Harry Mazer, Cleos Insel (B) Mats Wahl, Winterbucht (B) Per Nilsson, So lonely (B)


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5.2 Schul-Lektüre.KJL, literarische Sozialisation und Literaturunterricht

Clip aus: Die unendliche Geschichte, BRD 1984, Regie

Wolfgang Petersen)

Zur Einführung: Hurrelmann, Bettina: Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht. In: Klaus-Michael Bogdal/ Hermann Korte (Hrsg.): Grundzüge der Literaturdidaktik. München: dtv 2002, 134-146.


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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William Golding: Herr der Fliegen als Medium des Nachdenkens über „Sozialisation“

  • Warum bzw. woran scheitert der Über-Lebensversuch der Jungen?

  • daran, dass den Jungen eine Ausstattung mit Instinkten fehlt, wie sie Tiere haben, die ihre Artgenossen nicht angreifen? (Antwort 1)

  • • daran, dass die Jungen - Kinder immerhin! - gleichsam nicht über das soziale know-how verfügen, miteinander und mit ihrer Lage in Frieden zu Recht zu kommen? (Antwort 2)

  • • an der Unfähigkeit der Akteure zur Interaktion, d.h. zu situations-angemessenem Rollenverhalten? (Antwort 3)

  • • daran, dass Kinder dieses Alters noch nicht gelernt haben, Trieb-verzicht zu üben, und in Ermangelung Erwachsener niemand Normen und Verbote durchsetzt? (Antwort 4)

  • • an der bei Zwölfjährigen noch nicht vollständig ausgebildeten Fähigkeit, die Perspektiven der Anderen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit)? (Antwort 5)


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Sozialisationsmodelle

  • Anthropologisch-funktionalistische Modelle: Der Mensch ist "Mängelwesen" (Arnold Gehlen, 1904-1976)

  • Wissensmodelle: Die Gesellschaft hat die Aufgabe, kollektives Weltwissen jeweils an die nächste Generation weiterzugeben (Alfred Schütz 1974)

  • Integrationsmodelle: Der einzelne hat die Aufgabe, sich die Sozialrolle(n) anzueignen, die er braucht, um als Erwachsener zum Rollenhandeln in der Lage zu sein. (Talcott Parsons, 1902-1979)


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Sozialisationsmodelle

  • Repressionsmodelle: Es ist Aufgabe der Sozialisationsinstanzen, den Menschen zur Sublimierung seiner Triebe zu befähigen (Sigmund Freud, 1856-1939)

  • Individuationsmodelle: Das Subjekt durch die Gesellschaft konstituiert - nicht umgekehrt (George Herbert Mead (1863-1911)


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„Literarische Sozialisation“

- Literarische Frühsozialisation in der Familie(Wieler 1997)

- Ausbildung literarischer Kompetenz in der Schule (Schön 1990, Spinner Hrsg. 1999, Maiwald 2001)

- Entwicklung literarischen Verstehens(Spinner 1993)

Zur Einführung:

Werner Graf: Literarische Sozialisation. In: Bogdal/Korte (Hrsg.) 2002, 49-60.


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„Literarische Sozialisation“

- Literarische Frühsozialisation in der Familie(Wieler 1997)

- Ausbildung literarischer Kompetenz in der Schule (Schön 1990, Spinner Hrsg. 1999, Maiwald 2001)

- Entwicklung literarischen Verstehens(Spinner 1993)

Zur Einführung:

Werner Graf: Literarische Sozialisation. In: Bogdal/Korte (Hrsg.) 2002, 49-60.


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„Literarische Sozialisation“

- Literarische Frühsozialisation in der Familie(Wieler 1997)

- Ausbildung literarischer Kompetenz in der Schule(Schön 1990, Spinner Hrsg. 1999, Maiwald 2001)

- Entwicklung literarischen Verstehens (Spinner 1993)

Zur Einführung:

Werner Graf: Literarische Sozialisation. In: Bogdal/Korte (Hrsg.) 2002, 49-60.


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Entwicklung literarischen Verstehens (unabschließbar):

  • wachsende Unterscheidbarkeit vonWirklichkeit und Fiktion (Entstehung von „Fiktionsbewusstsein“)

  • Ausbau der Fähigkeit zur Einfühlung (Empathie) in Bezug auf literarische Figuren und ihre inneren/äußeren Konflikte (kognitiv-affektive Rollenübernahme)

  • zunehmendes Verständnis metaphorischen/uneigentlichen Sprachgebrauchs, auch der Komik und Ironie (letztere kaum vor der Spätpubertät)

  • Entwicklung ästhetischer Wahrnehmung („Formbewusstsein“)

  • Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit („Moralverstehen“)

  • sich ab der Pubertät entwickelnde Fähigkeit zu verallgemeinern

  • („Abstraktionsfähigkeit“)


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(vgl. Wieler 1989, 222ff.; Abraham 1998)

Konsequenzen für den Lese- und Literaturunterricht

1.die sprachliche Entfaltung von Vorstellungen aus dem/über den Text sowie die Metakommunikation über geäußerte Deutungen in den Mittelpunkt stellen (nicht Textsorten- oder Gattungslehre, nicht Literaturtheorie oder -geschichte, nicht Form- und Stilanalyse),

2.nicht vorausgesetzte Lernziele einzuholen suchen, sondern sich am Richtziel der Verständigung(sfähigkeit) orientieren,

3.das Feld „strategischen“ (d.h. nun. auf andere Ziele als diejenigen des literarischen Verstehens, z.B. Evaluation und Notenfindung, bezogenen) Lernhandelns klar begrenzen,

4.den „geselligen“ Umgang mit Texten als eigenes Handlungsfeld begreifen,

5. methodisch weniger von Leitfragen und Gesprächssteuerung als von produktiven Konflikten unter den Teilnehmern ausgehen und Kohärenz des Unterrichts durch Eingehen der Teilnehmer auf-einander herzustellen suchen.


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6. im Übergang von der KJL zur Kanonliteratur im Bemühen um „Literarisierung” (Maiwald 1999, 2001) behutsam vorgehen und nicht einen Bruch riskieren!


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Die hier vertretene Didaktik der Kinder- und Jugendliteratur

  • ordnet sich in eine allg. Literaturdidaktik (vgl. Abraham/Kepser 2005) ein und beachtet deren Grundsätze, Ziele und Verfahren

  • begreift Unterricht als Umgang mit Texten auch mit Wissen aus Texten, aber nicht als rein kognitive Veranstaltung

  • geht davon aus, dass die Lektüre die Lernenden maßvoll überfordern darf, um eine „Zone der nächsten Entwicklung“ in den Blick zu rücken

  • geht vom Primat der Lesefreude aus, bei der literarische Erfahrung beginnt, aber nicht stehen bleibt

  • bezieht die anderen Medien mit ein

  • beschränkt sich nicht „inhaltistisch“ auf plots oder stories, sondern schließt analytische Fragen nach Form, Erzählperspektive, Technik, usw.) ein

  • ist in ihrem Kern allerdings nicht analytisch, sondern handlungs-, produktions- und projekt- (d.h. thema-)orientiert.


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Das Genre Adoleszenzroman

Ewers (1996, 5) spricht von einer „jugendliterarischen Eingemeindung“ des modernen Adoleszenzromans und charakterisiert das Verhältnis von Jugendliteratur und Adoleszenzroman so:

1. In einem soziokulturellen Wandel haben sich die Grenzen zwischen Jugendalter und Erwachsenenstatus nicht nur nach hinten verschoben, sondern …

2. … spätestens seit Beginn der neunziger Jahre auch verwischt.

3. Eine Annäherung an die Erwachsenenliteratur hat die seit dem 18. Jahrhundert gängige "Zusammenbindung von Kinderliteratur und Jugendliteratur zu einem literarischen System" abgelöst.


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Beispiele für „Themen“-Bücher

  • Allan F. Jones: Sie liebt mich, sie liebt mich nicht (dtv junior)

  • Barbara Büchner: Tanz mit dem Satan (Arena)


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Literatur zu Kap. 5

  • Gansel, Carsten: Moderne Kinder- und Jugendliteratur. Ein Praxis­handbuch für den Unterricht. Berlin: Cornelsen Scriptor 1999.

  • Hurrelmann, Bettina: Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht. In: Klaus-Michael Bogdal/ Hermann Korte (Hrsg.): Grundzüge der Literaturdidaktik. München: dtv 2002, 134-146.

  • Richter, Karin. Kinderliteratur im Unterricht der Grundschule. 2., erw. und veränd. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider 2007.

  • Richter, Karin/ Bettina Hurrelmann (Hrsg.): Kinderl-iteratur im Unterricht. Theorien und Modelle zur Kinder- und Jugendliteratur im pädagogisch-didak-tischen Kontext. Wein­heim; München: Juventa 1998.


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