Der demente mensch und sein recht auf freiheit
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Der demente Mensch und sein Recht auf Freiheit. „Freiheit“. Verankertes Grundrecht europäischen Menschenrechtskonvention Artikel 5 – Recht auf Freiheit und Sicherheit (EMRK) Bundesverfassungsgesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit Artikel 2 – Erlaubte Einschränkungen (Verfassung)

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Der demente Mensch und sein Recht auf Freiheit

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Presentation Transcript


Der demente mensch und sein recht auf freiheit

Der demente Mensch und sein Recht auf Freiheit

Alexander Ahmad


Freiheit

„Freiheit“

  • Verankertes Grundrecht europäischen Menschenrechtskonvention

    Artikel 5 – Recht auf Freiheit und Sicherheit (EMRK)

  • Bundesverfassungsgesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit

    Artikel 2 – Erlaubte Einschränkungen (Verfassung)

  • Geregelt in einzelnen Gesetzen:

    Strafrecht (Freiheitsentzug)

    ABGB (Erziehungsmaßnahmen Minderjähriger)

    Heimaufenthaltsgesetz u. Unterbringungsgesetz

Alexander Ahmad


Freiheitsbeschr nkungen

Freiheitsbeschränkungen

„Eine Freiheitsbeschränkung liegt dann vor, wenn es einer Person unmöglich gemacht wird ihren Aufenthalt nach freiem Willen zu verändern.“

  • Hindern am Verlassen des Wohnbereiches, der Einrichtung, der Station, oder des Zimmers, Aufstehen aus dem Sessel, dem Rollstuhl oder des Bettes

  • Androhung einer dieser Maßnahmen!

Alexander Ahmad


Mittel zur freiheitsbeschr nkung

Mittel zur Freiheitsbeschränkung

  • Unmittelbar körperliche Zugriffe, Festhalten, Fixation, Vorstellen von unüberwindbaren Hindernissen (Tische), oder die Wegnahme von Gehhilfen

  • Medikamentöse Freiheitsbeschränkung:

    Wenn die Gabe dem Zweck der Bewegungsunterbindung dient

  • Elektronische Überwachungsmaßnahmen

  • Videoüberwachung

  • Bauliche Maßnahmen

Alexander Ahmad


4 heimaufenthaltsgesetz

§4 Heimaufenthaltsgesetz

§ 4. Eine Freiheitsbeschränkung darf nur vorgenommen werden, wenn

  • der Bewohner psychisch krank oder geistig behindert ist und im Zusammenhang damit sein Leben oder seine Gesundheit oder das Leben und die Gesundheit anderer ernstlich und erheblich gefährdet,

  • sie zur Abwehr dieser Gefahr unerlässlich und geeignet sowie in ihrer Dauer und Intensität im Verhältnis zur Gefahr angemessen ist sowie

  • diese Gefahr nicht durch andere Maßnahmen, insbesondere schonendere Betreuungs- oder Pflegemaßnahmen, abgewendet werden kann.

Alexander Ahmad


Voraussetzungen im ubg

Voraussetzungen im UbG

  • Psychische Erkrankung

  • Ernste und erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung

  • Es bestehen keine anderen Behandlungsalternativen, bzw. gelindere Mittel

Alexander Ahmad


Ubg heimaufg

UbG – HeimaufG

  • Erkrankung, ernste und erhebliche Gefährdung

  • Verhältnismäßigkeit und Dauer der Maßnahme zur Gefährdung, sowie die Möglichkeit gelinderer Mittel müssen geprüft werden

  • Die Freiheitsbeschränkung im Rahmen einer psychischen Erkrankung ist kein „Privileg“ der Psychiatrie!

  • HeimaufG gilt in allen „nicht psychiatrischen Abteilungen“ eines Krankenhauses und Pflegeheimen

  • UbG gilt nur für den Bereich der psychiatrischen Abteilung

    (Zuweisung durch den Amtsarzt und die Vorstellung durch die Polizei aus dem extramuralen Raum)

Alexander Ahmad


Die gr nde f r freiheitsbeschr nkende ma nahmen

Die Gründe für freiheitsbeschränkende Maßnahmen

  • Selbstgefährdung >> Fremdgefährdung

  • Vorangegangene oder drohende Stürze und Verletzungen

  • Fordernde Verhaltensweisen

  • Unkenntnis bzw. mangelhafte Verfügbarkeit von Alternativen

  • Unzureichende Ursachenklärung

  • Rasche Lösung

  • Angst vor Haftung

  • Wunsch der Angehörigen

Alexander Ahmad


Negativspirale von fixierungen

Negativspirale von Fixierungen

  • Sturzbedingte Verletzungsgefahr und fordernde unangepasste Verhaltensweisen

  • Autonomieverlust, Stress, Gegenwehr, direkte Verletzungen, Mobilitätsreduktion, Zunahme der Verhaltensstörungen

  • Gesteigerte Benzodiazepin- und Neuroleptikagabe mit entsprechendem Nebenwirkungsprofil

  • Erhöhte Sturzgefährdung, Polypharmazie und zusätzliche medizinische Komplikationen

  • Reduzierter AZ, reduzierte Lebensqualität, reduzierte Mobilität

  • Vermehrte Schuldgefühle bei Angehörigen und Personal, reduzierte Arbeitszufriedenheit

Alexander Ahmad


Alternativen

Alternativen?

Redufix-Projektewww.redufix.de

Priv. Doz. Dr. med Clemens Becker, Prof. Dr. Thomas Klie, Prof. Dr. med. Doris Bredthauer

  • Multidisziplinäres Projekt

  • Für und Wider der Fixation und der Alternativen unter pflegerischen, medizinischen, psychosozialen und rechtlichen Aspekten regelmäßg erarbeitet und überprüft

  • Regelmäßige Schulungen zur Erhöhung der Handlungssicherheit

Alexander Ahmad


Ergebnis

Ergebnis

  • bei 20% der Patienten die regelmäßig fixiert waren gelang es die Fixation zu beenden, bzw. die Fixationszeiten drastisch zu reduzieren

  • keine Erhöhung des Verletzungsrisikos (bei erhöhter Sturzrate)

  • keine Erhöhung der Psychopharmakotherapie

  • deutlichen Rückgang des fordernden und aggressiven Verhaltens

Alexander Ahmad


Fixierungen

Fixierungen

„… sind weder ein adäquates noch evidenzbasiertes Mittel zur Verhinderung von Stürzen oder Beeinflussung von fordernden Verhaltensweisen bei demenzkranken alten Menschen.

Solche Maßnahmen sind allerdings selbst nicht ohne Risiken und stellen einen schweren Eingriff in die Grundrechte des Menschen dar.“

Bredthauer, Becker et al. 2005

n=122,

gleich häufigen Anzahl der Stürze bei fixierten und nicht fixierten Pat.

gravierenden Verletzungen (Frakturen) fanden sich nur im Verlauf von fixierten Pat.

Alexander Ahmad


Aggressives selbstgef hrdendes verhalten was nun

Aggressives, selbstgefährdendes Verhalten – Was nun?

Zunehmendem Verlust der Sprache Rechnung tragen:

  • Medizinische Abklärung und Behandlung möglicher Ursachen

    (Delir, Schmerzen, Nebenwirkungen, etc.)

  • Interdisziplinären Problemanalyse:

    Was, wann, wo, wer hat das Problem und was hat geholfen

  • Analyse von psychosozialen und Umgebungsfaktoren

Alexander Ahmad


Alternative ma nahmen

Alternative Maßnahmen:

  • Tagesstrukturierende Maßnahmen

  • Biografie orientierte Beschäftigung

  • Kognitiv und körperlich aktivierende Kleingruppen

    (Gehen, Singen, Ballspielen,…)

  • Gehen statt Sprechen

  • Kommunikationsregeln:

    nicht konfrontieren oder logisch argumentieren, Augenkontakt, klare, einfache Sätze, auf Gefühlsebene eingehen und bestätigen,

  • das Phänomen Aggression auch als Abwehrreaktion von Gefühlen des Ausgeliefert seins, der Angst und mangelnder Interaktion zu verstehen

Alexander Ahmad


Medikament se ma nahmen

Medikamentöse Maßnahmen:

  • Erst nach dem Ausschöpfen nicht medikamentöser Maßnahmen

  • Start low, go slow

  • Nebenwirkungsmonitoring

  • Verzicht auf Polypharmazie (Reduktion)

  • Absetzversuche

    (Auswahl der Medikation nach Prioritäten, Komorbiditäten und Nebenwirkungsprofil)

  • Aufklärung bzgl. der Medikation von Angehörigen und Pflegenden

Alexander Ahmad


Der demente mensch und sein recht auf freiheit

Fall

  • 87-jähriger Patient

  • Vorbekannte Demenz mit entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten

  • „Fremdaggressives Verhalten bei Demenz“

  • Keine Kontaktpersonen

  • keinerlei Gefährdungselemente fassbar, kohärent im Duktus, adäquat im Affekt

  • Entlassung zurück ins Pflegeheim

  • Folgetag wird der Patient

    in Polizeibegleitung wegen akuter

    Selbst- und Fremdgefährdung an die Abteilung gebracht!

Alexander Ahmad


Ursachen

Ursachen

  • Zu rascher und gehäufter Ortswechsel

  • Das Gefühl sozialer Impotenz, des nicht gehört werdens, nicht ernst genommen werdens

  • Mangelnde Kommunikation im Betreuungsnetz

Alexander Ahmad


M gliche l sungen

Mögliche Lösungen

  • Multiprofessionelle, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit gegebener Kommunikationsbereitschaft

  • Offenheit gegenüber neuen,

    ergänzenden Therapieoptionen

Alexander Ahmad


Der demente mensch und sein recht auf freiheit

Herzlichen Dank!

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen,

der wird am Ende beides verlieren!

Alexander Ahmad


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