Merkantilismus (1500-1776) - PowerPoint PPT Presentation

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  1. Merkantilismus (1500-1776) • Lat. mercator = Kaufmann, Begriff wurde durch Mirabeau und Smith geprägt • Internationaler Handel wurde als Nullsummenspiel gesehen • Reichtum = Gold und Silber („Bullionismus“) • Oberstes Ziel: Finanzbedarf des Fürsten decken => aktive Handelsbilanzlehre („Fürstenwohlstandslehre“) • Diente vor allem Ausbau des stehenden Heeres und der Kriegsführung, aber auch Hofhaltung („Versailles“) • Zentralisierung der Staatsgewallt, Durchsetzung von „guter Polizey“, Ausbau der Infrastruktur, Denken in Dynastien • Kontinuität mittelalterlicher Strukturen: Ständegesellschaft, Zunftwesen, Zölle, • Interventionismus: Förderung von Infrastruktur und Binnenhandel, „Peuplierungspolitik“ • Staatlich geschützte Monopole und Kartelle (Münzregal, Salzregal…) • Aufkommen der Verbrauchsteuern (Akzisen) „Sonnenkönig“ Ludwig XIV(1638 – 1715) Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  2. Wichtige Autoren des Merkantilismus England: • Thomas Mun (1571 – 1641), >Ostindien-Kompanie, Lehre von der aktiven Handelsbilanz • Thomas Morus (1478-1535), Utopia • Thomas Hobbes (1588-1679), Leviathan, homo hominilupusest • John Law (1671-1729), „Papiergeldmerkantilist“ • Jean Babtiste Colbert (1619-1683), Generalcontrolleur der Finanzen unter Ludwig XIV. • Caspar Klock (1583-1655), Akzisen • Johann Joachim Becher (1635-1682), Marktformenlehre Frankreich: Deutschland: Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  3. „Utopia“ • Idealtypische Gleichheitsgesellschaft • Kein Privateigentum, Arbeitspflicht • Zuteilung der Güter nach Bedarf, freie Berufswahl • Regelmäßiger Wohnungswechsel, Gemeinschaftsessen • Monogamie, aber Verbände von je 30 Familien • Bildung und Krankenversorgung • Gold ist wertlos, Geld unbekannt • Kriegsgefangene und Straftäter als Sklaven • Reger Außenhandel zwecks Finanzierung des Heeres (Titelbild von 1516) Unklar, ob als ernste Gesellschaftskritik oder Satire gemeint von Morus Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  4. „Leviathan“ • Biblisches Seeungeheuer, hier Sinnbild des guten Staates • 3 menschliche Triebfedern: Verlangen, Furcht und Vernunft • Im Naturzustand: „homo hominilupusest“: Leben des • Menschen ist „einsam, armselig, widerwärtig, vertiert und kurz“ • Antizipation der Gewalt zwingt zu Krieg und Verteidigung • Niedrige Produktivität, Investitionen nicht lohnend • Erst Gewaltmonopol des Staates löst „Gefangenendilemma“ • Staat = Gesellschaftsvertrag (noch ohne Gewaltenteilung) • Individuelle Freiheit wird gänzlich der Sicherheit geopfert • Keine Demokratie, wohlmeinender Diktator (Monarchie) Titelbild von 1651 Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  5. Wichtige Lehren/Irrlehren des Merkantilismus • Positive Analyse tritt in Vordergrund • Anfänge der (naiven) Quantitätstheorie: M = Yp • Erste empirische Arbeiten (William Petty) • Erste Zinstheorien (s.u.) • Erste (falsche) Außenhandelstheorie (s.u.) • Fragwürdige Wohlstandsmessung (Edelmetall statt Gütermenge) Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  6. 3. Merkantilismus und Kameralismus Geldtheorien in Merkantilismus • John Law: Geld belebt den Handel (reale Auswirkungen, nicht neutral) • John Locke, Jean Bodin: naive Quantitätstheorie: Geldmengenerhöhung erhöht nur die Preise (v noch unbekannt) • Vermittelnd David Hume: kurzfristig reale Wirkungen, langfristig Inflation Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  7. Zinstheorien im Merkantilismus • Allgemeiner Glaube: Zins monetäres Phänomen, sinkt mit Geldmengenausweitung • Dagegen David Hume, Richard Cantillon: Zins langfristig real bestimmt, da Beziehung zwischen zwei Geldgrößen (entliehener und zurückgezahlter Betrag) • Bereits bekannt: späteres Gibson-Paradoxon:*) Geldmengenerhöhung steigert Zins (Inflationserwartungen) *) Gibson, A. H., The Future Course of High-Class Investment Values. In: Bankers’, Insurance Managers’ and Agents’ Magazine, Jan. 1923, S. 15-34, (zitiertbei J.M. Keynes und I. Fisher) Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  8. Weitere Lehren des Merkantilismus • Lohn soll möglichst niedrig sein (bessere Exportchancen, höheres Arbeitsangebot wg. inverser Arbeits-Angebotsfunktion) • Steuern sollen möglichst hoch sein (Staatsfinanzen, Kriegsfinanzierung) • Gresham´schesGesetz: schlechtes Geld verdrängt gutes Geld • Wohlstand = Edelmetall (Verwechslung von Geld und Kapital) • King´scheRegel: Schlechte Ernte erhöht Erlöse der Landwirtschaft wegen niedriger Preiselastizität der Nachfrage Achtung: nicht zu verwechseln mit Engel/Schwabe´schem Gesetz: Ausgaben für Nahrung und Wohnen nehmen mit steigendem Einkommen nur unterproportional zu wegen niedriger Einkommenselastizität der Nachfrage Ernst Engel (1857) bzw. Heinrich Schwabe (1868) Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  9. Die (Irr-)Lehre von der aktiven Handelsbilanz • Import von (billigen) Rohstoffen und Vorprodukten • Export von (teuren) Fertigprodukten Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3

  10. Die Tabelle zeigt den Fehler der merkantilistischen Außenhandelslehre: • Export des Rohstoffes ist günstiger! • Grund: 2 Arbeitsstunden erbringen 6 Taler anstelle von 5 wie bei Fertigware • Keynes´scher Rechtfertigungsversuch: aktive HB diente Vollbeschäftigung • Argument: I < S (Nachfragemangel bzw. Übersparen) => Exportüberschuss (X > M) als Ausgleich • Heckscher dazu: damals herrschte Kapitalmangelarbeitslosigkeit => S zu niedrig, => Kapitalimport wäre nötig gewesen (X < M) Geschichte der ökonomischen Theorie, Prof. Dr. van Suntum, Kap. 3