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Projekt Tschechen und Deutsche

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  1. Projekt Tschechen und Deutsche Eine Arbeit der Klasse 9b G der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim unter der Leitung von F.J. Schäfer

  2. -- INHALTSVERZEICHNIS -- HIER ANKLICKEN -I- EINLEITUNG -II- GESCHICHTE DER TSCHECHOSLOWAKEI VON 1938 - 1948 -III- ARNAU UND DER KREIS HOHENELBE -IV- DIE VERTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS ARNAU -V- GESCHICHTE DER PARTNERSCHAFT BENSHEIM-ARNAU -VI- SCHLUSSBETRACHTUNG -VII- ANHANG MITWIRKENDE -VIII- Inhaltsverzeichnis

  3. I. Einleitung Die Klasse 9 G b der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim beteiligt sich am Wettbewerb „Osteuropa“. Wir fanden ein lohnenswertes Thema. Bensheim hat seit dem Jahre 1956 eine Patenschaft mit Arnau übernommen. In unserer Stadt Bensheim gibt es auch ein Riesengebirgs-Heimatmuseum, das eine Unterabteilung des Museums der Stadt Bensheim ist. Unser Geschichtslehrer, Herr Schäfer, stellte den Kontakt zu der Gruppe her, die das Museum betreut. Am 27. Februar 2002 besuchten wir das Museum und sahen uns in den ersten drei Unterrichtsstunden dort um. Es gibt vier Räume, durch die wir in drei Gruppen geführt wurden. Die Arnauer gaben sich viel Mühe und haben uns die Ausstellungsstücke erklärt, die vielen Fotos, Poesiealben, Haushaltsgegenstände, Trachten, Modelle usw. Aus dem Archiv des Museums hat uns Herr Johann Müller einige Berichte von Arnauern gegeben, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Besonders gefreut hat uns, dass uns ein Professor besucht hat in unserer Klasse, Herr Dr. Otto Weiss aus Berlin, der an einem Heimatbuch über Arnau schreibt und am 13. März sich in Bensheim aufhielt, um im Archiv des Riesengebirgsmuseums zu arbeiten. Er berichtete über die Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetengebiet, insbesondere aus Arnau. Im Geschichtsunterricht zeigte uns Herr Schäfer einen Film von Guido Knopp: „Die große Flucht“, so dass wir schon eine Vorstellung darüber hatten, was mit den Deutschen im Sudetengebiet geschehen war. Wir haben in unserer Klasse Gruppen gebildet. Eine Gruppe hat sich mit der Geschichte der Stadt Arnau befasst, eine andere mit dem Ablauf der Vertreibung beschäftigt und die dritte mit der Geschichte der Patenschaft Bensheim-Arnau. Wichtig ist, dass am 27. April 2002 eine Partnerschaft der Stadt Bensheim mit Hostinné, wie der tschechische Name von Arnau heute lautet, beschlossen wurde. In der Faktorei wurde vom 26. April 2002 bis 12. Mai 2002 eine Ausstellung gezeigt mit Fotos aus dem heutigen Hostinné, die von Tomas Andĕl zusammengestellt wurde. Auch bei der Besiegelung der Partnerschaft Bensheim-Hostinné im Wappensaal des Dalberger Hofes waren wir Gäste. Wir empfinden es als eine besondere Ehre, dass Herr Bürgermeister Georg Stolle uns als Gäste besonders begrüßt hat. In unserem Beitrag stellen wir zum einen die Geschichte der jüngsten Partnerstadt [1]Bensheims, Arnau / Hostinné, dar, dann befassen wir uns mit dem traurigen Kapitel Flucht und Vertreibung und zuletzt mit der Geschichte der Patenschaft Bensheim- Arnau. Im Anhang bilden wir Fotos aus dem alten Arnau ab. Außerdem geben wir die Berichte der Vertreibung wieder, die bisher noch nicht veröffentlicht worden sind. Herr Schäfer hat uns den Bericht einer Vertreibung aus dem Sudetengebiet zur Verfügung gestellt, der von dem Urgroßvater einer ehemaligen Schülerin von ihm stammt. Wir möchten uns ganz herzlich bedanken für die große Unterstützung bei Herrn Helmut Hollmann, Herrn Johann Müller, Herrn Gerhard Fritsche, Herrn Ernst Grof, Herrn Anton Wrabetz, bei Herrn Bürgermeister Georg Stolle und dem Stadtverordnetenvorsitzenden der Stadt Bensheim, Herrn Franz Treffert, für die Einladung zur Feier der Besiegelung der Partnerschaft Bensheim - Hostinné und vor allem bei Herrn Prof. Dr. Otto Weiss, die uns sehr geholfen haben. [1] Zu folgenden Städten unterhält die Stadt Bensheim Partnerschaften: Beaune / Frankreich (1960), Amersham / Großbritannien (1977), Mohács / Ungarn (1987), Riva del Garda / Italien (1988), Kłodzko / Polen (1988), Hostinné / Tschechien (2002). Zudem bestehen Partnerschaften des Stadtteiles Bensheim – Zell mit Manlay / Frankreich (1968) und Bensheim – Gronau mit Pfaffenheim / Frankreich (1994). Inhaltsverzeichnis

  4. II. Geschichte der Tschechoslowakei von 1938 - 1948 Die Gründung der Tschechoslowakischen Republik Die Staatsgründung der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918 geht auf die beiden Politiker Tomaš G. Masaryk und Edvard Beneš zurück. An diesem Tag wurde gleichzeitig in Washington und Prag die Tschechoslowakische Republik ausgerufen. Basis für die Zerschlagung der K. und K. Doppelmonarchie bildeten die Vierzehn Punkte des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, die auch das Selbstbestimmungsrecht der Völker enthielten. Trotz der Proteste der mehrheitlich von Deutschen bewohnten Sudetengebiete wurde im Friede von St. Germain am 10. September 1919 von den Entente-Mächten die Zuordnung dieser Gebiete zum neu gegründeten Staat verfügt. In dem Staat der Tschechen und Slowaken waren 22,5 % Deutsche und 4,9 % Ungarn. Im ersten tschechischen Parlament waren 72 von 300 Abgeordneten Deutsche. Die deutschen Parteien verharrten zunächst in Opposition, wohingegen die von Ludwig Czech geführten Sozialdemokraten sich zu konstruktiver Mitarbeit entschlossen, ohne dadurch aber eine spürbare Entkrampfung der unterschiedlich gehandhabten Rechte der Nationalitäten zu erreichen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich gründete sich die Sudetendeutsche Heimatfront unter Konrad Henlein, die von der NSDAP finanziell unterstützt wurde. Inhaltsverzeichnis

  5. Münchener Abkommen Die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten war von Anfang an auf Eroberungspolitik ausgerichtet. Nach der heimlichen massiven Aufrüstungspolitik gab Hitler im November 1937 in einer Wehrmachtsbesprechung an, dass in absehbarer Zeit die Tschechoslowakei niederzuwerfen sei (Hoßbach-Protokoll). Nach dem Anschluss Österreichs heizte die Sudetendeutsche Partei die Stimmung an. Hitler wollte mittels der nun ausbrechenden Sudetenkrise den Krieg entfachen. Die Außenpolitik Frankreichs und Großbritanniens war vom Appeasement-Gedanken erfüllt. Vor der geplanten deutschen Generalmobilmachung gelang es dem italienischen Diktator Benito Mussolini Hitler die Zustimmung zur Abhaltung einer Konferenz der Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien am Folgetag in München abzuringen. In diesen Verhandlungen war die Regierung in Prag nicht beteiligt worden. Die Staatschefs Hitler, Daladier, Chamberlain und Mussolini verständigten sich darauf, die Sudetengebiete dem Deutschen Reich anzuschließen. Darüber hinaus musste die Prager Regierung auch den ungarischen und polnischen Gebietsforderungen entgegenkommen. Knapp 3 Millionen Sudetendeutsche, 500000 Ungarn, 100000 Polen, aber auch 875000 Tschechen und 290000 Slowaken waren von der neuen Grenzziehung betroffen. Ein halbes Jahr später, am 14. März 1939, erklärte sich die Slowakei für unabhängig. Am 14. März 1939 reiste Staatschef Emil Hácha nach Berlin. Am nächsten Tag wurde er von Hitler und Göring unter Druck gesetzt, so dass er „das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches“ legte. Inhaltsverzeichnis

  6. Es wurde das „Protektorat Böhmen und Mähren“ errichtet. Nach dem Angriff NS-Deutschlands auf die Sowjetunion knüpfte die „Protektoratsregierung“ unter General Alois Eliáš Kontakte zur Londoner Exilregierung unter Edvard Beneš. Die Zahl von Widerstandsaktionen nahm zu. Hitler ersetzte darauf hin den Reichsprotektor für Böhmen und Mähren, Konstantin von Neurath, am 27. September 1941 durch den Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich als „Stellvertretender Reichsprotektor“. Er ließ Eliáš in einem Schauprozess zum Tode verurteilen, verhängte das Standgericht und ließ innerhalb von zwei Monaten 404 Personen erschießen und 4000 bis 5000 in Konzentrationslager einweisen. Heydrich wurde am 27. Mai 1942 Opfer eines Attentats. Folge davon war eine Terrorwelle, mit denen die Nationalsozialisten das Land überzogen. In der Zeit vom 28. Mai bis zum 1. September 1942 wurden 3188 Tschechen verhaftet und 1357 von Standgerichten zum Tode verurteilt. In Lidice wurde die gesamte männliche Bevölkerung ermordet, die Frauen in ein KZ verbracht und die Kinder bis auf 16 „Eindeutschungsfähige“ vergast. Vertreibung und Aussiedlung der Deutschen Bereits im September 1938 entwickelte Beneš einen Plan durch Teilaussiedlung die Zahl der Sudetendeutschen so weit zu reduzieren, dass die Restminderheit ungefährlich bzw. assimilierbar würde. Die Alliierten berieten erstmals im Dezember 1941 die Frage der Zwangsaussiedlung der Deutschen. Stalin sicherte Beneš im Dezember 1943 seine Zusicherung bei der Vertreibung zu. Im Potsdamer Abkommen einigten sich die Siegermächte auf die Vertreibung der Deutschen aus den deutschen Ostgebieten und den Sudetengebieten. Inhaltsverzeichnis

  7. Tschechische Politiker begründeten die Vertreibung mit der Beteiligung der Sudetendeutschen an der Unterdrückung im Protektorat. Die Dekrete des Präsidenten handelten von „Deutschen, Magyaren, Verrätern und Kollaborateuren und anderen Staatsfeinden“. Bereits vor Abschluss der Potsdamer Konferenz wurden zahlreiche Sudetendeutsche vertrieben. In dieser Phase waren auch viele Todesopfer zu beklagen. Die angegebene Zahl schwankt zwischen 20000 und 40000. Der Niedergang des Ostblocks – Die Wende in der Tschechoslowakei Im Jahre 1948 erfolgte eine kommunistische Machtübernahme in Prag. Die Tschechoslowakei wurde fester Bestandteil der sozialistischen Staatenwelt (COMECON, Warschauer Pakt). Infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten suchten die tschechischen und slowakischen Sozialisten einen eigenen Weg zum Sozialismus („Prager Frühling- Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ unter Alexander Dubček). Dieses Experiment wurde am 21. August durch Panzer des Warschauer Paktes niedergewalzt. 1977 konstituierte sich die „Charta 77“, eine Gruppe von Intellektuellen, die den Führungsanspruch der kommunistischen Partei in Frage stellte. Mitglied dieser Gruppe war auch Václav Havel, der tschechoslowakische Staatschef nach dem Zusammenbruch des Sozialismus infolge der „sanften Revolution“ 1989. Auslöser hierzu war die neue Lage im Ostblock („Glasnost“ und „Perestrojka“) des sowjetischen Regierungschefs Gorbatschow. Seit 17. November 1989 waren in Prag an jedem Tag der folgenden Woche Hunderttausende auf dem Wenzelsplatz und forderten Freiheit, Demokratie, Beendigung des kommunistischen Machtmonopols, den Rücktritt der Regierung und Herstellung eines freien und demokratischen politischen Systems. Am 27. November kam es zu einem Generalstreik. Inhaltsverzeichnis

  8. Zwei Tage später wurde der Artikel über die führende Rolle der KPČ durch die Nationalversammlung entfernt. Am 29. Dezember 1989 wurde Václac Havel zum Staatspräsidenten gewählt. Die Slowaken wünschten einen souveränen Staat. Die Tschechische und Slowakische Föderative Republik (ČSFR) wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1993 geteilt in eine Tschechische Republik und eine Slowakische Republik. Inhaltsverzeichnis

  9. III Arnau und der Kreis Hohenelbe Arnau liegt am Zusammenfluss der Elbe und des Seifenbaches, der sämtliche südlichen Abflusswässer des Schwarzenberges in sich aufnimmt und zur Zeit der Schneeschmelze im Gebirge zum reißenden Fluss werden kann. Es ist ringsum von abwechslungsreichen Waldbergen umgeben. Die Ortschaften der Umgebung sind nicht geschlossen, sondern der Eigenheit der Gebirgdsgegend entsprechend gehötsweise im tal und an den Berghängen zerstreut. So konnte man nach allen richtungen in einer Gartenlandschaft bis an den Fuß des Riesengebirges fahren. Jedes Haus hatte einen anderen Charakter, keine Schablone, keine Monotonie. Arnau 360 m hoch gelegen, ist eine der ältesten Städte Ostböhmens, reich an Industrie und ein vielfrequentierter Luftkurort, dank der waldigen Umgebung mit ausgedehnten Fichtenwäldern, die zum größten Teil Eigentum der Stadt waren, mit eigenem städtischen Forstamt. Die reiche Industrie und der Fremdenverkehr im Winter und Sommer machten Arnau, das schon 1870 einen Bahnhof hatte, zur Schnellzugstation auf der Hauptstrecke Trautenau-Prag. Zwei Autobuslinien (1927/28) nach Norden stellten für Touristen und Wintersportler die Verbindung mit dem Fuß des Riesengebirges her bis in die Engtäler des Hochgebirges. Die westlichere (16 km lang) führte im Tal der kleinen Elbe über Langenau und Niederhof in den westlichen Talkessel des Fuchsberges. Die östliche ging im Silberbachtal aufwärts über Forst, Forstbad (natürliche Schwefelquellen) und Schwarzental (600 m) bis unmittelbar an den Fuß des 1209 m hohen Schwarzenbergs mit seiner markanten Waldblöße, dem Spiegel. Inhaltsverzeichnis

  10. Gegen Süden führte eine dritte Autobuslinie elbeabwärts nach Königinhof in deutsche und tschechische Gemeinden. Arnau ist vom Schwarzenberg Luftlinie 10 km entfernt, 6 Wegstunden trennten von der Quelle der Elbe und der Schneekoppe (1603) Arnauer Schulen Einen alten, wohlbegründeten Ruf hatte Arnau als Schulstadt. Sein Unterrichtswesen ging weit über den Durchschnitt gleich großer Orte hinaus. Außer der Volksschule hatte die Stadt die Lehranstalt des Ursulinenkonvents (1877) mit einer Volksschule und Bürgerschule, später Mittelschule genannt, mit Öffentlichkeitsrecht, eine Fachschule für Frauenberufe, verschiedene Spezialkurse. Dem Nonnenkloster war ein Mädchenpensionat in großer Parkanlage angegliedert. Die Anstalt übte bis in die Ferne ihre Anziehungskraft aus. Außer diesem Nonnenkloster war in Arnau ein Franziskanerkloster (1684) mit großem Gemüse- und Obstgarten, der gewerblichen Zwecken diente. Die Klosterkirche ist aber seit 1945 ein Lagerraum der Kunstseidenfabrik in Theresiental bei Arnau. Nach dem Braunauer Stiftsgymnasium hatte Arnau das älteste humanistische Gymnasium (1872) in ganz Ostbähmen, später Staats-Real-Obergymnasium, mit eigenem städtischen Studentenheim, das nicht nur die Jugend des Umkreises, sondern wegen der gesunden, waldreichen Lage der Stadt auch die Söhne der Großstädter anzog. Mustergültig war die Betreuung der Gymnasiasten. Private Hilfsbereitschaft und Opferwille wowie die Tätigkeit des Studentenunterstützungsvereins wetteiferten gegenseitig, talentierte Schüler der ärmeren Schichten an das Gymnasium heranzuziehen. Inhaltsverzeichnis

  11. Das soziale Empfinden so stark, dass man ärmeren Gymnasiasten Kosttage (freies Essen) in Familien und Bücher verschaffte und sie mit Kleidung bedachte. Ein Frauenverein nahm sich ebenfalls der Nöte mittelloser Schüler an. Später nahmen diese Schüler einflussreiche Stellungen im öffentlichen Dienst, im Schulwesen, in der Wirtschaft und Wissenschaft, als Ärzte und Rechtsanwälte usw. ein. Eine Gründung der neueren Zeit (1921) war die landwirtschaftliche Fachschule, die für die Weiterbildung des ländlichen Nachwuchses sorgte. Arnau war Sitz des bekannten Riesengebirgs-Symphonieorchesters, das in allen Städten des Riesengebirgsvorlandes unter seinem Dirigenten Guido Kaiser, einem Sohn der Stadt Arnau, Konzertabende veranstaltete. Drei größere Büchereien sorgten für Bildung und Lesestoff. So ergibt sich ein Bild regen geistigen Lebens neben dem wirtschaftlichen Leben. An führender Stelle stand die Stadt in industrieller Hinsicht. Industrie Mit der Mechanisierung ging im 19. Jahrhundert die Leinenheimindustrie unter. Die Ausnützung der Wasserkraft der stark fallenden Gebirgswässer erleichterten die Umstellung. Inhaltsverzeichnis

  12. Es entstanden Betriebe von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Firma Eichmann erzeugte Banknotenpapier für die USA und andere Staaten. Seit 1842 bestand in Arnau die Papierfabrik Eichmann & Co., die 1942, also im Zweiten Weltkrieg, 938 Bedienstete beschäftigte. 243 Bedienstete wurden in den Jahren 1939-1945 zur Wehrmacht einberufen. Mit den Schwesterwerken in Marschendorf und Sandhübel und den Filialen hatte diese Firma einen Gesamtpersonalstand von 1532 Mitarbeitern: 396 waren bei der Wehrmacht. Der Friedenspersonalbestand war noch größer. Über die Produktionskapazität und sozialen Einrichtungen gibt die Jubiläumsschrift (1842-1942) Auskunft. Die Firma Eichmann war nach 1918 die größte Feinpapierfabrik in der Tschechoslowakei. Ein zweiter Großbetrieb auf dem Gebiet der Papierindustrie war die Prager Elbemühl AG. Beide Fabriken, insbesondere die Firma Eichmann, hatten einen ausgedehnten Export. Die Firma Eichmann erzeugte feine und feinste Schreib- und Druckpapiere, techn. Spezialpapiere, Fotopapier und Banknotenpapier sowie Geschäftsbücher und Schulhefte für das ganze ehem. Österreich-Ungarn, ab 1918 für die Tschechoslowakei und für den Export. Bereits 1849 hatte die Firma eine eigene Krankenkasse, 1850 eine eigene Sparkasse, 1865 eine eigene Altersversorgung. Der Fabrik gehörten viele Wohnungen für die Bediensteten, ein eigener Werkskonsum und Fabrikrestauration. Acht papierverarbeitende Betriebe entstanden in Arnau im Laufe der Zeit. Arnau war der Geburtsort von Karl Klietsch, des Erfinders der Heliogrävüre und des Rakeltiefdrucks. Inhaltsverzeichnis

  13. Weiterhin war die Stadt der Sitz von Seidenwarenfabriken, einer Flachsspinnerei und zwei Maschinenfabriken und Gießereien. Ausgedehnte Betriebe waren in den Landgemeinden. Die alte Tradition der Leinenerzeugung war in der Firma J.A. Kluge (Spinnerei, Weberei, Färberei) in Hermannseifen konzentriert. Baumwolle verarbeitete die mechanische Spinnerei und Weberei Adolf Mandel in Mastig. Bekannt waren diese und andere Betriebe durch die Errichtung moderner Arbeiterhäuser. Bekannt war auch die mechanische Baumwollweberei Pfefferkorn in Arnau-Kalna. Auch der jüngste Teil der Textilindustrie ist durch die erste Böhmische Kunstseidenfabrik AG „Viskose“ mit dem modernsten Erzeugungsverfahren in Theresienthal bei Arnau vertreten. Dem Geldverkehr dienten 2 Geldinstitute, die Städtische Sparkasse mit dem Kreditverein und die Landwirtschaftliche Bezirksvorschußkasse. Bekannt war im In- und Ausland die Firma Günther & Lohse in Hermannseifen mit ihren patentierten Lochleistungs-Sägegattern, automatischen Transporteinrichtungen für Holzmaterial und Wasserturbinen. 2 landwirtschaftliche Großbetriebe, die Domäne Neuschloß, früher Graf Deym, und die Herrschaft Mohren seien hier noch erwähnt. Sehenswürdigkeiten Das Rathaus auf einem ebenen quadratischen (90 X 90 m) geräumigen Marktplatz mit den bekannten zwei fünf Meter hohen Steinfiguren, den Riesen, die altertümliche Dekanalkirche (1270 urkundlich erwähnt) mit den Waldstein’schen Grabsteinen usw., die Dechanei mit Sgraffito-Malerei. Das Stadtwappen wurde 1768 Arnau durch Kaiserin Maria Theresia verliehen. Inhaltsverzeichnis

  14. Einwohnerentwicklung Die höchste Einwohnerzahl von 4502 Seelen hatte Arnau im Jahre 1930. Danach setzte die Weltwirtschaftskrise ein, die eine Abwanderung zur Folge hatte, weil durch sie hauptsächlich die Textil- und Maschinenindustrie betroffen war. Die krisenhaften Auswirkungen waren in Arnau nicht so katastrophal wie anderwärts, denn die Papierfabriken arbeiteten, vielleicht geringfügig eingeschränkt, weiter. Die Einwohnerzahl wird auf folgender Tabelle ersichtlich. Gerichtsbezirk Arnau: Volkszählung vom 17. Mai 1939 ha Einwohner 1. Arnau 609 4.273 2. Anseith 484 699 3. Arnsdorf 577 565 4. Großborowitz 975 1.159 5. Hermannseifen 2.222 2.695 6. Kleinborowitz 598 836 7. Kottwitz 2.025 1.779 8. Mastig 576 1.026 9. Mönchsdorf 301 398 10. Mohren 984 698 11. Niederöls 1.424 968 12. Niederprausnitz 385 498 13. Oberöls 862 597 14. Oberprausnitz 1.409 1.146 Inhaltsverzeichnis

  15. 15. Öls-Döberney 220 222 16. Polkendorf 512 240 17. Proschwitz 843 931 18. Switschin 274 392 19. Tschermna 9191.024 Aus dieser Tabelle ist zu ersehen, dass wohl ein Großteil der in Arnau beschäftigten Arbeiter sich aus den Dörfern rekrutierte. Ganze Ketten von Lampen konnte man im Winter nach Feierabend oder zur Arbeit auf Feld- und Waldwegen sehen, wenn die Dorfbewohner den Weg von und zu den Fabriken zurücklegten. Im Jahre 1881 hatte Arnau 3.675 Einwohner, darunter 238 Tschechen. 1901: 4.194, davon 104 Tschechen. Der Politische Bezirk Hohenelbe Diese Verwaltungseinheit, die den heutigen Landkreisen entspricht, erstreckte sich vom Grenzkamm des Riesengebirges nach Süden bis zum Switschin. Im Jahre 1900 war der Politische Bezirk Hohenelbe 359,7 Km² groß und gliederte sich in die Gerichtsbezirke Arnau und Hohenelbe. Inhaltsverzeichnis

  16. Gerichtsbez. Gerichtsbez. Zusammen Arnau Hohenelbe Selbständige Gemeinden 17 18 35 Einwohner 20.235 23.985 44.220 davon Deutsche 20.017 22.978 42.995 davon Tschechen 217 1.007 1.224 davon andere Nationalitäten 1 0 1 davon römisch-katholisch 19.379 23.322 42.701 davon evangelisch 745 515 1.260 davon mosaisch 110 146 256 davon andere Bekenntnisse 1 2 3 Nach dem Anschluss des Sudetengebietes an das Deutsche Reich im Jahre 1938 entstand der Landkreis Hohenelbe. Zu den beiden Gerichtsbezirken Arnau und Hohenelbe wurden Gebiete der Politischen Bezirke Starkenbach, Naupaka und Königinhof zugeschlagen. Inhaltsverzeichnis

  17. Der Landkreis Hohenelbe gliederte sich in die drei Gerichtsbezirke Arnau, Hohenelbe und Rochlitz, hatte eine Fläche von 522,8 qkm und zählte 62.283 Einwohner in 62 selbständigen Gemeinden. In drei Gemeinden hatten die Tschechen die Mehrheit. Es gab 16 Gemeinden mit nahezu vollständigem tschechischem Bevölkerungsanteil. Von den 62 selbständigen Gemeinden des Landkreises Hohenelbe hatten vier Stadtrecht: Arnau, Hohenelbe, Rochlitz und Schwarzental. Geschichte Das Gründungsjahr Arnaus ist nicht bekannt. Heinrich I., der Städtegründer, soll verschiedene Grenzfesten errichtet haben. Erstmalig urkundlich ist dieser befestigte Platz (Arnau) 1139 erwähnt. Ausschlaggebend für die spätere Besiedlung war wohl die beherrschende Lage der Siedlung an der Pforte von 3 bzw. 4 Tälern, die gleichzeitig auch die Gebirgszugänge bilden. Wechselvoll ist die Geschichte der Stadt und seiner jeweiligen Besitzer. Die Stadtmauer hat manchem Ansturm standgehalten. Vergeblich wurde sie von den Hussiten 1424 berannt. 1521-1635 war Arnau im Besitz der Familie Wallenstein. Während des Schwedenkrieges wurde Arnau 1639 ganz ausgeplündert. Arnau war die älteste Stadt im Riesengebirge und soll um 1260 gegründet worden sein. Seinen Namen soll Arnau von Arno, dem Lokator, hagben, der vor ca. 800 Jahren vom Landesfürsten mit der Gründung der Stadt beauftragt wurde. Inhaltsverzeichnis

  18. Es gibt noch ein Arnau in Ostpreußen. Sehr zu leiden hatte die Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg und in den Schlesischen Kriegen. Im Bayerischen Erbfolgekrieg 1778/79 hatte Kaiser Josef II. im nahen Dorf Oels sein Hauptquartier. 1813 marschierten zweimal russische Dragoner durch die Stadt und 1866 hatte die Stadt viel leiden durch kriegsbedingte Requisitionen bei der Einquartierung des 2. Preußischen Armeekorps. Nach 1866 folgte eine ruhige Zeit, während Handel, Gewerbe und Industrie einen großen Aufschwung nahmen bis zum Ersten Weltkrieg 1914-1918. Seine Folge war der Untergang der Österreich-Ungarischen Monarchie, aus der die Siegermächte mehrer Nachfolgestaaten gründeten, u.a. die Tschechoslowakei. In der Zwischenkriegszeit blühten Handel und Gewerbe wieder auf. Die längste Amtszeit eines Bürgermeisters war von 1898 bis 1919 die des Heinrich Schwarz, eines geborenen Arnauers. In seine Amtszeit fällt 1902 der Bau der städtischen Wasserleitung, die aus den Bergen Wasser heranbrachte. Er ließ auch 1913 das städtische Armen- und Waisenhaus erbauen. Turnhalle, städtisches Studentenheim und eine geräumige Stadthalle ließ er ebenfalls bauen. Im Jahre 1938 wurde das Sudetengebiet nach den Bestimmungen des Münchener Vertrages dem Deutschen Reich angegliedert. 1945 besetzten sowjetische Truppen die Stadt, worauf die Ausweisung der Deutschen begann. Inhaltsverzeichnis

  19. Der Heimatkreis Hohenelbe /Riesengebirge e.V. Der Heimatkreis Hohenelbe ist eine Organisation innerhalb der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Im Jahre 1955 wurde er in Kempten gegründet. Insgesamt 44 Heimatortsgemeinschaften gehören dem Heimatkreis an. Die Arnauer haben sich darüber hinaus als „Arbeitskreis Arnau“ organisiert. Am 23. April 1956 hat Bensheim die Patenschaft für die Stadt Arnau übernommen und die Stadt Marktoberdorf am 17. Juli 1957 die Patenschaft für die Stadt und den Landkreis Hohenelbe. Dem Verein gehörten im Jahre 1996 2384 Mitglieder an. Gemeinsam mit dem Heimatkreis Trautenau gibt er die Monatsschrift „Riesengebirgsheimat“ heraus. Der Heimatkreis unterhält in Marktoberdorf das Riesengebirgsmuseum, das bereits 1956 gegründet wurde. Es arbeitet zusammen mit dem Riesengebirgsmuseum in Hohenelbe/Vrchlabí. In Bensheim wurde im Jahre 1962 die Arnauer Riesengebirgsstube als Sonderabteilung des Bergsträßer Heimatmuseums eröffnet. 1991 wurde eine Vereinbarung unterzeichnet zwischen dem Riesengebirgs-Nationalpark in Hohenelbe/Vrchlabí und dem Heimatkreis Hohenelbe/Riesengebirge e.V. über eine kulturelle Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Institutionen. 1994 und 1995 wurde von diesen die Wanderausstellung „Das Riesengebirge in der Graphik des 18. und 19. Jahrhunderts“ in vierzehn deutschen Städten gezeigt, u.a. in Bensheim. Allerdings hat der Stadtrat von Vrchlabí 1992 mit 15 zu 7 Stimmen eie Errichtung eines Deutsch-tschechischen Begegnungszentrums abgelehnt. Inhaltsverzeichnis

  20. IV. Die Vertreibung der Deutschen aus Arnau Vertreibung und Rückkehr Im Juni 1945 geht die Zeit zu Ende, dass Familie Weiss von den Mitteln leben konnte, die Otto für seinen Soldatendienst bekam. Es gibt keine Unterstützung für die Deutschen mehr und deutsches Geld ist nichts mehr wert. Frau Weiss meldet sich auf dem Arbeitsamt und erhält eine Arbeit, jedoch ohne Verpflegung und Lohn. Frau Weiss Tochter Helga ist immer mit dabei. Dann beginnt Frau Weiss doch noch eine geregelte Arbeit. Die Familie lebt sehr bescheiden, sie gehen häufig in ein Gasthaus, dort erhalten sie eine kleine Mahlzeit. „Nun sind wir dran“ Ein Soldat überbrachte die Botschaft, dass sie sich in einer Stunde an der Turnhalle einfinden sollen, zur Aussiedlung. Sie sollen auch Verpflegung für sieben Tage mitbringen. Nun werden in aller Eile die wichtigsten Dinge eingepackt. An der Turnhalle empfängt Familie Weiss eine große Menschenmenge. Polizei und Militär fordern sie auf ihr Gepäck abzugeben und sich dann einer strengen Leibesvisitation zu unterziehen. Sie bekommen alle Wertsachen weggenommen. Frau Weiss beschreibt immer wieder in ihrem späteren Leben, was ihnen alles weggenommen wurde. Inhaltsverzeichnis

  21. Nachmittags bringt ihnen ihre Großmutter ein Töpfchen Suppe vorbei; das Töpfchen ist noch heute im Familienbesitz. Es erinnert sie noch heute an diese schlimme Zeit der Vertreibung. Abends wurden sie in ein Kriegsgefangenenlager gegenüber dem Bahnhof gebracht. Im Kriegsgefangenenlager standen sie knöcheltief im Wasser. An Schlaf war jetzt nicht zu denken. Der Kreuzweg nach Hackelsdorf Am nächsten Morgen wurden sie in offene Eisenbahnwaggons verfrachtet und weitertransportiert. Leute bewarfen sie mit Steinen und Schmutz. „Ordnungsgemäße und humane Aussiedlung“ wurde dies genannt. Otto Weiss wird diesen Transport sowie den langen Fußweg mit dem Gepäck sein Leben lang nicht vergessen. Im selben Transport entdeckte er auch seine erste große Liebe. Inhaltsverzeichnis

  22. Das Lager in Hackelsdorf Ein Lager, das von einem hohen Zaun umgeben ist und von russischen Soldaten und tschechischen Partisanen bewacht wird, nimmt Familie Weiss schließlich auf. Es sind zweigeschössige Baracken, die der Reichsarbeitsdienst erbaut und genutzt hat. Am Tor spielen sich herzzerreißende Szenen ab. Immer wieder bekommen die Lagerinsassen von Freunden, Bekannten und Verwandten Besuch. Oft versuchen die Besucher den Lagerinsassen noch Speisen, Kleider und Betten zu bringen oder die bei der Gepäckvisitation weggenommenen und gestohlenen Dinge zu ergänzen. Das Wachpersonal bemerkt das natürlich und führt somit genauere Visitationen durch. Doch es gibt auch Zeichen einer nicht erwarteten Solidarität. Als eine Frau mit mehreren Eimern Suppe erscheint, die sie für Leute aus dem Lager gekocht hatte, wird diese sofort als Spende verteilt. Hier beobachtete Otto zum ersten Mal, dass die Russen viel humaner und freundlicher sind als die Tschechen. Das wundert ihn, da die Russen doch viel mehr Gründe hätten, auf die Deutschen mit Hass und Rachegefühl zu reagieren als die Tschechen. Besucher sind sehr willkommen, da sie volle sieben Tage nichts zu essen und zu trinken bekommen, jedoch die Besucher meistens etwas mitbringen. Auch Familie Weiss bekommt Besuch. Inhaltsverzeichnis

  23. Otto stellt fest, dass auch ein alter Schulfreund sich unter den Lagerinsassen befindet, das freut sie beide, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Immer wieder werden Deutsche von Tschechen für Tage oder Wochen zum Arbeiten geholt. Eines Tages kamen ein paar Leute aus der Firma Eichmann in Arnau mit einem Lastauto, sie suchten nach Arbeitern. Ottos Mutter meldete sich und so kamen sie zurück nach Arnau. Das Eichmannlager in Arnau In einer alten Fabrikanlage, in der teilweise noch Maschinen und alte Materialien untergebracht waren, befand sich das Eichmannlager. Familie Weiss kommt im ersten Stock unter. Dort befindet sich ein großer Saal und in der Mitte ein mächtiger Schornstein. An den Fensterseiten stehen Doppelstockbetten und in der Mitte lange Reihen mit Tischen und Stühlen. Sie erhalten Betten an der „Hauptstraße“. Weitere kleinere Zimmer gibt es einen Stock tiefer. Das Lager selbst ist eingezäunt, man kann es jedoch ohne Kontrolle verlassen. Wieso es trotzdem eine Bewachung gibt, ist niemandem klar. Zwei Partisanen übernahmen im Lager den Wachdienst, der „Posten“ genannt wird. Ottos Mutter wird schon nach ein paar Tagen beim ’Eichmann’ angestellt und ist deshalb den ganzen Tag über in der Papierfabrik. Inhaltsverzeichnis

  24. Die größeren Jungs, auch Otto, wurden durch die Posten zu handfesten Arbeiten eingeteilt. Er durfte oder musste zusammen mit anderen Holz hacken, viele Stunden am Tag. Lagerleben Schon bald bildet sich eine auf ein gedeihliches Miteinander bedachte Gemeinschaft. Die Not lässt eine besondere Solidarität in solch einer unfreiwillig festgehaltenen und zusammengewürfelten Gesellschaft entstehen. Allen mangelte es an Tausenden von Dingen, die man in der Wohnung sonst immer parat hatte. Es fehlten zum Beispiel Werkzeug, Nägel, eine Schüssel zum Wäschewaschen, Seife, Salz, Schuhanzieher, Wischlappen, Kleiderbürste oder auch mal eine Brotbüchse für die Arbeit. Wer denkt auch schon an solche Gegenstände, wenn man nur 30 kg Gepäck mit sich führen darf. So wurde untereinander alles geteilt. Bald wusste man, zu wem man hingehen musste, wenn man etwas Bestimmtes suchte. Mit der Zeit entstanden in den Reihen der Doppelstockbetten richtige kleine abgeteilte Wohnungen und in der Mitte des Saales waren die öffentlichen Plätze. Hier wurde gesessen, diskutiert, gestritten und sehr häufig gesungen, gelacht und Witze gerissen. Sogar so manchen Geburtstag haben sie hier bescheiden gefeiert oder auch Weihnachten und Fasching in der Gemeinschaft begangen. Häufig saßen auch die Posten mit am Tisch. Da ging Otto das erste mal in seinem Leben auf, dass der Mensch nicht immer nur schlecht und nicht immer nur gut ist. Die Posten wurden mit einem Rest von Distanz ganz liebe Kerle. Inhaltsverzeichnis

  25. Tschechen und Deutsche nach dem Kriege Sie waren sich auch ohne große Worte einig über die ungerechte und teilweise schikanöse und bösartige Behandlung der Tschechen. Es gab im täglichen Leben viele Begebenheiten, in denen man als Kriegsverlierer böse mitspielt. Die Erwachsenen mussten nach dem Muster des Judensterns weiße Armbinden mit einem großen „N“ für „Nemci“ tragen und waren so schon von weitem mit einem Kainsmal gekennzeichnet. Ottos Mutter erzählt immer noch mit Tränen in den Augen, dass sie beim Einkaufen sich immer an das Ende der Schlange stellen musste. Die Tschechen gingen einfach vorbei und wurden zuerst bedient. Es kam sogar vor, dass sie nichts einkaufen konnte, weil der Laden schon schloss. Sie bekamen das ganze Jahr 1945 keine Milch, keine Butter, kein Ei und kein Fleisch. Auf der Straße wurde man von alten Bekannten nicht mehr erkannt, man war einfach Luft für sie. Man wurde auf tschechisch angesprochen, obwohl man sein ganzes Leben lang nur deutsch gesprochen hatte. Manche spuckten die Deutschen mit der Binde am Arm sogar an oder warfen Steine auf sie, obwohl sie ihnen nichts getan hatten. Immer wieder hörten sie Hiobsbotschaften, dass dieser und jener angepöbelt, abgeholt, verprügelt oder gar tot aufgefunden worden sei. Am schlimmsten verhielten sich durchweg fremde Tschechen, die sogenannten Partisanen oder der Pöbel, aus dem Inneren der Tschechoslowakei kommend, zu den Deutschen. Manche werden sich vielleicht fragen, ob es nicht möglich war sich zu wehren, die Häscher in die Schranke zu weisen. Aber dies hätte die Situation nur verschlimmert, wahrscheinlich sogar zur Vernichtung des sich auflehnenden Deutschen geführt. Man musste alles über sich ergehen lassen, das Gebot der Vernunft. Inhaltsverzeichnis

  26. Die Tschechen hatten die Macht, sie fühlten sich als moralischer Sieger nach dem von den Deutschen angezettelten Krieg. Was noch besonders hinzukam, war die über Jahrzehnte im Grunde genommen unbewiesene These, dass die Tschechen die Eigentümer des Landes wären und die Deutschen nur als Kolonisatoren ins Land geholt worden seien. Für die Tschechen was dies das beste Argument vor, während und nach dem Krieg die Vertreibung der Deutschen als ungehorsame, aufmüpfige und unbequeme Gäste zu begründen. Nun mussten die Gäste wieder gehen. Dem Ende des Kriegs entgegen Herr Weiß merkte anfangs nur sehr wenig vom Krieg, außer im Kino und Radio wurden ihnen keine Kriegsnachrichten mitgeteilt. Im Herbst 1944 fand in Arnau kein geordneter Schulunterricht mehr statt, denn die Schulen wurden als Unterkünfte für Flüchtlinge und Verwundeten hergerichtet. In Deutschland werden die letzten Kräfte mobilisiert und sogar die alten Männer ,die im Ersten Weltkrieg für Deutschland kämpften, werden eingezogen. Herr Weiß und Gleichaltrige werden von der Waffen - SS zu einem Vorstellungstag eingeladen, einige von ihnen melden sich auch zu einer Ausmusterung zum Soldaten. Die Deutsche Armee in Auflösung Die Stadt Arnau wird wie so viele Städte in Deutschland und Böhmen zu einer Festung ausgebaut. Die Stadt wird mit Panzersperren, Minen und Schützengraben versehen.Eine ganze Flutwelle deutscher Flakgeschütze, Panzer, Autos und Soldaten ziehen durch Arnau. Herr Weiß muss mit ansehen, wie ein Offizier, der einen Streit schlichten will, erschossen wird. Später sagte man, es sei ein englischer Agent gewesen. Inhaltsverzeichnis

  27. Das Wehrmachtsarsenal in Obertor Ganz Arnau wurde mit Kriegsarsenal der Deutschen zugebunkert. Herr Weiß und seine Freunde ergriffen die Chance ein kleines Stück Krieg zu bekommen und deckten sich mit Kriegsmaterialien wie Sturm- und Scharfschützengewehren, Handgranaten, Gasmasken, Stahlhelmen, Koppelzeug etc. ein. Als die Mutter von Herrn Weiß das sah, befahl sie ihm das Zeug zurück zu bringen, weinte und weigerte sich den Befehl auszuführen.Als Strafe dafür musste er früher ins Bett. Alle Menschen machen sich auf die Suche nach Kriegsmaterial und bald war jeder bis an die Zähne bewaffnet. Der Tod des Schulkameraden Wie jeder andere ging auch der tschechische Junge Chluopac mit Bruder und Vater auf die suche nach brauchbaren Sachen. Einer von ihnen ist auf eine Tellermine getreten und ganz Arnau wurde von einer Detonation erschüttert. Herr Weiß war in der Nähe bei einem Freund zu Besuch. Sie dachten, dass eine Bombe in das Haus eingeschlagen wäre, sie rannten aus dem Haus und sahen das Unglück. Bei dieser Detonation sind viele Menschen in Arnau ums Leben gekommen. Einen Tag später fand Herr Weiß beim Rosengießen ein Bein mit Stiefel im Hof. Diesen Anblick wird er nie vergessen. Wenige Tage später kamen Deutsch und versorgten die Bürger mit Zucker, Lebensmitteln und Kleidung einige Bürger überfielen auch einen Geldtransporter und verteilten das Geld. Inhaltsverzeichnis

  28. Der Krieg ist aus die, Russen kommen Am 8. Mai 1945 ereichte die Nachricht :"Der Krieg ist aus und Hitler ist tot" Arnau. Alle Menschen hoffen, dass sie nicht in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Herr Weiß wurde an diesem Tag zum ersten mal richtig bewusst, das tschechen in der Stadt leben, als er eine Frau mit einer tschechischen Fahne am Fahrrad durch Arnau fahren sah. Am 9. oder 10. Mai versiegte der Strom der Deutschen und ein anderes bedrohliches Geräusch drang in ihre Ohren, das Geräusch russischer Panzer. Herr Weiß legte sich aufs Dach schnallte sich einen Tornister und seinen Stahlhelm um, nahm ein Sturmgewehr und wollte sein Land verteidigen, als seine Mutter hereinstürmte und ihm die Trachtprügel seines Leben verpasste. Hausdurchsuchungen, Erschießungen und Wohnungsverlust Als die Russen nach Arnau kamen, nahmen sich schon viele Menschen, um nicht in die grausame Kriegsgefangenschaft zu geraten, das Leben. Die Russen vergewaltigten, raubten, verhafteten und erschossen Menschen in Arnau. Sie nahmen den Leuten all ihren wertvollen Besitz. Alle Menschen in Arnau mussten sich registrieren lassen und die Deutschen wurden mit dem Buchstaben „N“ für Nemec ( Nazi) versehen. Herr Weiß wurde mit seiner Familie wie so viele andere aus ihrem Haus vertrieben und waren gezwungen bei ihrer Tante, die in ein Arbeitslager geschickt worden war, einzuziehen. Inhaltsverzeichnis

  29. V Geschichte der Patenschaft Bensheim - Arnau Arnau- Museum in Bensheim Die Ausstellungsräume, die den Arnauern von der Stadt Bensheim für ihre Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt wurden, bestehen schon seit 1982. Im Jahre 1985 wurde die „Heimatstube“ in die Nibelungenstraße verlegt, wo sie sich bis heute befindet. In mehreren Räumen werden verschiedene Gegenstände, wie Bilder, Urkunden, Bücher, Fotoalben, Trachten und Fahnen ausgestellt. Erwähnt werden sollte, dass sich die „Arnauer Krippe“, im Heimatmuseum Bensheim befindet. Der Umfang und die Bedeutung der Erinnerungsstücke steigt konstant, so dass seit zwei Jahren der Name „Arnau- Museum“ gewählt wurde. Eine bebilderte Broschüre erzählt die Geschichte der Stadt Arnau und die Entstehungsphase des Museums. Die Pflege und Betreuung des Museums erfolgt seitens der Mitglieder des Arnauer Arbeitskreises in enger Zusammenarbeit mit der Patenstadt Bensheim. Auch konnte durch diese Zusammenarbeit ein zwei Meter großer Holz- Rübezahl im Stadtpark der Stadt Bensheim errichtet werden. Inhaltsverzeichnis

  30. Entstehung der Patenschaft Bensheim- Arnau Die interessante Tatsache, dass Arnau in der wirtschaftlichen Struktur Ähnlichkeiten mit der Patenstadt Bensheim aufzuweisen hatte, offenbart sich beim Blättern in alten Schriften. Böhmen und damit auch Arnau wurden tschechoslowakaisches Staatsgebiet, als Österreich- Ungarn im Jahre 1918 zerfiel. Im Oktober 1938 wurde gleichzeitig mit dem Einzug deutscher Truppen die Zugehörigkeit Arnaus zum damaligen Deutschen Reich vollzogen. 1945 erteilten auch die deutschen Einwohner der „Riesenstadt“ das Schicksal der Heimatvertriebenen. In den vier Besatzungszonen des besiegten klein gewordenen Deutschlands war es ein schwerer Anfang. Die Vertriebenen waren der Unterdrückung und Verfolgung der Tschechen entkommen, sie waren ihrer Gewalt nicht mehr ausgesetzt. Sie waren frei, jedoch nicht von der Not. Es dauerte Jahre bis diese Not überwunden war. Die Riesengebirgler wurden in alle Winde zerstreut, sie wohnten in Notwohnungen, Dachkammern ohne Heizung, in halbzerbombten Häusern, inmitten zerstörter Stadtteile, etc. Sie ernährten sich kümmerlich, da in den Jahren 1945-1947 zeitweise nicht einmal das Existenzminimum der Lebensmittelrationen gesichert war. Heute leben sie in allen Landesteilen des Bundesgebietes, Österreich und wenige in anderen Ländern Europas. Inhaltsverzeichnis

  31. Der letzte Bürgermeister von Arnau war der Diplomingenieur Karl Röhrich. Am 29. April 1956 übernahm im Rahmen der Festwoche aus Anlass der Verleihung des Marktrechtes, Bensheim die Patenschaft über Arnau. In einer öffentlichen Kundgebung der Heimatvertriebenen gab Staatssekretär Preißler die Patenschaftsübernahme feierlich bekannt. In der von Bürgermeister Wilhelm Kilian und Stadtrat Werner Seidel unterzeichneten Urkunde lautete es: „ Auf Grund des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 23. April 1956 übernimmt die Stadt Bensheim die Patenschaft über die Sudetendeutsche Stadt Arnau an der Elbe. Sie will den Bürgern von Arnau einen neuen Mittelpunkt geben. Es wird ihre hohe Aufgabe sein, den Gedanken an die verlorene Heimat wach zu halten. Die Pflege ostdeutscher Kulturwerte und die kulturelle Betreuung der Heimatvertriebenen ist ihr ein besonderes Anliegen. Die Patenstadt wird sich die Führung einer Heimatkartei, die Einrichtung einer Auskunftsstelle, die Abhaltung von Heimattreffen, die Benennung von Straßen und Plätzen nach der Stadt Arnau, die Anbringung von Bildern, sowie die Sammlung und Berücksichtigung ostdeutscher Kulturgüter in der Stadtbücherei, im Museum, in Ausstellungen und in den Schulen zur Aufgabe machen.“ Inhaltsverzeichnis

  32. Die übernommene Verpflichtung der Stadt Bensheim umschließt nicht nur die Betreuung der ehemaligen Einwohner von Arnau, sondern auch die Heimatvertriebenen der Orte des gesamten Gerichtsbezirks. Der Gerichtsbezirk Arnau umfasst 19 Orte. Das Riesengebirgstreffen Für die Vorbereitung und Organisation des 37. Bundestreffens, des Heimatkreises Hohenelbe, das mit dem 21. Wiedersehensfest der Riesengebirgler aus dem Gerichtsbezirk Arnau verbunden wurde, hat der Arbeitskreis Arnau einen Festausschuss gebildet. Das Treffen findet statt, um die Pflege der heimatlichen Verbundenheit aufzufrischen. Außerdem bietet das Programm neben der notwendigen Vereinsarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit auch kulturelle und heimatpolitische Schwerpunkte. Neben den Angeboten an kulturellen Veranstaltungen, legen die Veranstalter besonders viel Wert auf die Zwischenmenschliche Begegnung zwischen Riesengebirgslern und den Gästen. Zu dem Treffen war die Öffentlichkeit herzlichst eingeladen. Der Heimatkreis Holende wurde am 23.10.1955 in Kempten gegründet. 1961 wurde die Eintragung unter dem Namen „Heimatkreis Hohenelbe/ Riesengebirge e.V.“ vollzogen. Der Verein stellt sich die Aufgabe, das geschichtliche Erbe der Bevölkerung und der Landschaft des Riesengebirges und seines Vorlandes in allen Bereichen (Kunst, Kultur, Heimatkunde, Bildungswesen, Wirtschaft, Sozialwesen, Recht, Verwaltung, usw.) zu bewahren, zu pflegen und diese Tradition weiterzugeben. Inhaltsverzeichnis

  33. Außerdem erstrebt der Verein die Zusammenführung seiner Mitglieder zur Begegnung im Geiste heimatlicher Verbundenheit und gesamtdeutscher Schicksalsgemeinschaft. Der Verein ist bestrebt seine Mitglieder wirtschaftlich und sozial zu betreuen. Der Verein fordert Entschädigung für die materiellen Verluste im Zuge der Vertreibung aus der gesamten Heimat. Am 23.04.1956 hat Bensheim die Patenschaft über die sudetendeutsche Stadt Arnau an der Elbe übernommen. In Bensheim wurde 1962 als Sonderabteilung des Bergsträßer Heimatmuseums die „Arnauer Riesengebirgsstube“ eröffnet. Das kleine Museum, gleichzeitig Archiv bedeutet nicht nur für Arnauer sondern für alle Riesengebirgler eine kulturgeschichtliche Stätte. Die Stadt Marktoberdorf hat aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Stadtrates vom 17.07.1957 die Patenschaft für die Stadt und den Landkreis Hohenelbe übernommen. In Marktoberdorf unterhält der Heimatkreis Hohenelbe, mit Unterstützung der Patenstadt das Riesengebirgsmuseum. Inhaltsverzeichnis

  34. V. Schlussbetrachtungen Von der Patenschaft Arnau – Bensheim zur Partnerschaft Hostinné – Bensheim war ein langer Weg. Wir konnten feststellen, dass die Arnauer Vertriebenen in Bensheim und Umgebung eine neue Heimat nach ihrer Vertreibung und Flucht gefunden haben. Mit der Arnauer Stube bzw. dem Riesengebirgsmuseum haben sich die Mitglieder den Kontakt zu ihrer ursprünglichen Heimat bewahrt. Es hat uns sehr beeindruckt, wie nett und freundlich die Arnauer Gruppe sich um uns bemüht hat, wie gastfreundlich wir begrüßt und durch die Ausstellung geführt wurden. Wir haben dort viel erfahren und gelernt über ein Kapitel deutscher Geschichte, das uns zuvor fast unbekannt war. Herr Johann Müller hat uns Berichte über die Vertreibung von Familien aus Arnau aus dem Archiv der Heimatstube zur Verfügung gestellt, wofür wir ihm herzlich danken möchten. Dass uns Prof. Weiss besucht hat in unserer Schule, war eine Ehre für uns. Selten ging eine Schulstunde so schnell vorbei. Herr Weiss hat es sehr gut verstanden uns das Schicksal seiner Familie und seines eigenen Lebens vorzutragen. Wie sehr die Mitglieder des Freundeskreises Arnau erfreut waren, dass erstmals eine Schulklasse ihr Museum besucht hat und dass Jugendliche sich für ihre Vergangenheit interessieren, ist uns deutlich geworden. Inhaltsverzeichnis

  35. Wir haben festgestellt, dass Herr Hollmann und Herr Dr. Weiss trotz des Unrechtes, das sie in jungen Jahren erleiden mussten, nicht verbittert sind über die tschechischen Nachbarn, sondern viel stärker den Blick in die Zukunft richten und für die Verständigung der beiden Völker sich eingesetzt haben. Diese Gedanken haben uns ebenfalls erfreut. Im Geschichtsunterricht haben wir diese Dinge noch vertieft. Während der Beschäftigung mit der Geschichte Arnaus und der Flucht und Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat erfolgte die Begründung der Partnerschaft unserer Schulstadt Bensheim mit Hostinné am 27. April 2002. Wir konnte es zunächst nicht glauben, dass wir zu der offiziellen Feier als Klasse sogar eingeladen wurden. Der Ablauf dieser Feier war für uns alle ein tolles Erlebnis gewesen, das unvergessen bleiben wird. In Bensheim wird das Museum der Stadt neu gestaltet. Gerne wollen wir an der Gestaltung der Arnau-Stube mit arbeiten. Es ist unser Wunsch, Hostinné mal zu besuchen, weil wir über die Vergangenheit unserer Partnerstadt einiges kennen gelernt haben. Inhaltsverzeichnis

  36. Literaturverzeichnis Arnau Arnau an der Elbe. Bearb. V. K. Pulz. Reichenberg 1937 Arnau-Hohenelber Gebräuche, niedergeschrieben in den Jahren 1836-1860 von P. J. Franke, Pfarrer in Forst. In: Deutsche Volkskunde aus dem östlichen Böhmen 9, 1909, S. 33-45 Blaschka, A.: Die Arnauer Jesuitenresidenz. In: Jahrbuch des deutschen Riesengebirges 15, 1926, S. 59-81 … damit die Spuren nicht verwehen! Schicksal und Leistung der deutschen Heimatvertriebenen im Kreis Bergstraße. Hrsg.: Bund der Vertriebenen (BdV), Kreisverband Bergstraße 1995 Das Riesengebirge in der Graphik des 18. und 19. Jahrhunderts. Eine Ausstellung des Heimatkreises Hohenelbe/Riesengebirge e.V. Sitz Marktoberdorf/Allgäu ( = Veröffentlichungen des Riesengebirgs-Museums in Marktoberdorf, Heft 1, 1993) Das Ursulinenkloster in Arnau. In: Heimat 5, 1928, S. 107 f.; 111 f.; 114 f.; 120, 123, 127, 135, 139 f; 144 Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen. Einleitung und Bearbeitung: Wilhelm Turnwald. 3. Auflage München 1952. 30 Jahre Patenschaft Bensheim-Arnau 1956-1986. Jubiläumsfestschrift. Schriftleitung und Gesamtgestaltung: August-Heinrich Becker. Herausgeber: Stadt Bensheim und Arbeitskreis Arnau Friedrich, Pia: Das Ursulinenkloster in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1957, S. 4-6 Inhaltsverzeichnis

  37. Fuchs, Hans: Die Geschichte der Wiesenbaude im Riesengebirge bis zur Vertreibung im Mai 1945. Marktoberdorf 1998 Haasis, Hellmut G.: Tod in Prag. Das Attentat auf Reinhard Heydrich. Reinbek 2002 Hanke, Albert: Das Stadtbild von Arnau. In: Jahrbuch des deutschen Riesengebirges 22, 1933, S. 54-61 Hanke, Albert: Das Schloß zu Arnau. In. Riesengebirgsheimat 1954, Heft 3, S. 7 Hanke, Albert: Die Franziskanerkirche in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1954, Heft 4, S. 1 f. Hanke, Albert: Von Kapellen und Bildsäulen in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1954, Heft 4, S. 1 f. Hanke, Albert: Vom Portiunkulafest in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1954, Heft 8, S. 5 Hanke, Albert: Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1955, Heft 6, S. 7-9; 7, S. 7 f.; 8, S. 5 f.; 9, S. 4-6; Berichtigung: 1956, Heft 2, S. 5 Hanke, Albert: Geschichte des Arnauer Gymnasiums von 1872-1922. In: Riesengebirgsheimat 1955, Heft 6, S. 6 Hanke, Albert: Die Dekanalkirche in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1956, Heft 8, S. 6-8; 9, S. 3 f. Hanke, Albert: Ein Blick ins Arnauer Museum. In: Riesengebirgsheimat 1957, Heft 2, S. 5-7 Hanke Albert: Die Dechanten und das ehemalige Obertor in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1957, Heft 11, S. 4 f. Inhaltsverzeichnis

  38. Hanke, Albert / Hanke, Hans: Die Dekanatkirche in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1956, Heft 8, S. 6-8; 9, S. 3 f. Hanke, Albert / Hanke, Hans: Die Waldsteinschen Patronatskirchen in Arnau und Umgebung. In: Riesengebirgsheimat 1956, Heft 7, S. 6 Heinzel, Erwin: Sudetendeutsches Ortsnamenbuch. Společnost Česko-Nĕmeckého Porozumění Trutnov, H. 10: Der Bezirk Trautenau. Trutnov 2000 Jančo, Milan: Galeria antického umenia – Hostinné nad Labem. Stála expozícia odliatkov antickej plastiky zo zbierky univerzity Karlovy v. Praha. In: Historický obzor 6, 1995 č 3,4, S. 84 f. Jirasek, Franz Josef: Volks- und Heimatkunde des politischen Bezirkes Hohenelbe und der deutschen Gemeinden der im Westen angrenzenden Gerichtsbezirke Neupakau und Starkenbach. Unter Mitwirkung von Mitgliedern der Arnauer und des Hohenelber Lehrervereins sowie anderer Förderer dieses Unternehmens verfaßt von Franz Jos. Jirasek. Hohenelbe 1907-1915. Neuauflage Herausgeber: Heimatkreis Hohenelbe/Riesengebirge e.V., Sitz Marktoberdorf/Allgäu 1986 Klug, Alois: Das Gymnasium in Arnau. In: Riesengebirgsheimat 1957, Heft 2, S. 5-7 Inhaltsverzeichnis

  39. Kuhn, Franz Xaver: Die Rekatholisierung im Arnauischen unter dem Dechant Kaspar Lang (1638-1652). In: Jahrbuch des Deutschen Riesengebirgsvereins 14, 1925, S. 75-110 Kühn, K. F.: Die Dechantei zu Arnau und ihre Wiederherstellung. In: Jahrbuch des Deutschen Riesengebirgsvereins 16, 1927, S. 243-251 Leeder, Karl: Beiträge zur Geschichte von Arnau. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen 12, 1874, S. 41-53 Leeder, Karl: Beiträge zur Geschichte von Arnau. Abt. II, P. 1873. 48 S. – S.A. aus: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen Maiwald, P. V. Das Arnauer Christkindelspiel. In: Mitteilungen des Nordböhmischen Excursions-Clubs 48, 1925, S. 11-14 Matyášová, Eva: Ikonografický rozbor a datace tympanonu u dĕkanském Kostele v Hostinném. In: Český lid 77, 1990, č 4, S. 221-228. Rés nĕm. Pichler, Hans (Hrsg.): die alte Heimat rochlitz im Riesengebirge. Marktoberdorf 1991 Polednik, Heinz: Stolze Erinnerungen. Die Geschichte des Wintersports in den Sudetenländern. Marktoberdorf o.J. Riesengebirgs-Heimatkunde. Arnau, das Riesengebirgsstädtchen an der Elbe. In: Riesengebirgsheimat 1952 Heft 4, S. S. 3 f; 5, S. 2 f.; 6, S. 3 f.; 7, S. 4-7; 8, S. 3; 9, S. 4; 10, S. 3-5 Schöbel, Franz: Eine Arnauer Glockengießerfamilie. In: Riesengebirgsheimat 1957, Heft 6, S. 6-8 (Fam. Schrötter, Schretter, Schritter) Seidel, Nd.: Die Besitzer der Arnauer Herrschaft. In: Riesengebirgsheimat 1957, Heft 5, S. 3 Inhaltsverzeichnis

  40. Svobodová, Helena: Řecké geometrické umĕni v Galerii antického umĕni v. Hostinné m n. Labem. In: Muzejní a vlastivĕdná práce-Časopis Společnosti prătel starožitností 30, 1992, č 3, S. 182 f. Unauslöschlich. Erinnerungen an das Kriegsende 1945. Ein Lesebuch. Hrsg.: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung. Dresden 1995 Wolf, V.: Počatky Dvora Králové n. L.a. Hostinné. In: Krkonoše - Podkrkonoší 1963, S. 16-23 (Die Anfänge v. Königinhof a.d. Elbe und Arnau) Trautenau und das sudetendeutsche Riesengebirge mit Hohenelbe und Arnau a.E. Hrsg.: E. Stein u.a. Berlin 1930, 208 (= D. sudetendt. Selbstverwaltungskörper 7) Inhaltsverzeichnis

  41. A N H A N G

  42. Riesengebirgler’s Heimatlied Text: Othmar Fiebiger – Melodie: Vinzenz Hampel Blaue Berg, grüne Täler, mitten drin ein Häuschen klein. Herrlich ist dies Stückchen Erde und ich bin ja dort daheim. Als ich einst ins Land gezogen, hab’n die Berg mir nachgesehn, mit der Kindheit, mit der Jugend, wußt’ selbst nicht, wie mir geschehn: O mein liebes Riesengebirge, wo die Elbe so heimlich rinnt, wo der Rübezahl mit seinen Zwergen heute noch Sagen und Märchen spinnt. Riesengebirge, deutsches Gebirge, meine liebe Heimat du! Ist mir gut und schlecht Inhaltsverzeichnis

  43. gegangen, hab gesungen und gelacht, doch in manchen bangen Stunden hat mein Herz ganz still gepocht. Und mich zog’s nach Jahr und Stunde wieder heim ins Elternhaus, hielt’s nicht mehr vor lauter Sehnsucht bei den fremden Leuten aus. O mein liebes Riesengebirge … Teuere Heimat, Vater, Mutter, und ich liege an ihrer Brust wie voreinst in Kindheitstagen, da vom Leid ich nichts gewußt. Wieder läuten hell die Glocken, wieder streichelt ihre Hand, und die Uhr im alten Stübchen tickt wie grüßend von der Wand: O mein liebes Riesengebirge … Inhaltsverzeichnis

  44. gegangen, hab gesungen und gelacht, doch in manchen bangen Stunden hat mein Herz ganz still gepocht. Und mich zog’s nach Jahr und Stunde wieder heim ins Elternhaus, hielt’s nicht mehr vor lauter Sehnsucht bei den fremden Leuten aus. O mein liebes Riesengebirge … Teuere Heimat, Vater, Mutter, und ich liege an ihrer Brust wie voreinst in Kindheitstagen, da vom Leid ich nichts gewußt. Wieder läuten hell die Glocken, wieder streichelt ihre Hand, und die Uhr im alten Stübchen tickt wie grüßend von der Wand: O mein liebes Riesengebirge … Inhaltsverzeichnis

  45. Und kommt’s einstens zum Begraben, mögt Ihr Euren Willen tun, nur das eine, ja das eine: Laßt mich in der Heimat ruhn! Wird der Herrgott mich dann fragen droben nach dem Heimatschein, will ich stolz und deutsch und deutlich vor dem Himmelstore schrein: Bin aus dem lieben Riesengebirge … Zum anhören dieses Liedes bitte auf das Symbol klicken : Inhaltsverzeichnis

  46. Ermordung des Josef R u m l e r, Schlossermeister in Arnau/Rsgb., Sudentenland und dessen Frau am 18. Juni 1945 in Arnau/Rsgb. Ich wurde am 18.6.1945 um 17 Uhr 30 min. nachmittags im Hofe meines Betriebes in Arnau/Rsgb. von einem tschechischen Partisanen mit vorgehaltener Maschinenpistole verständigt, daß ich am gleichen Tage um 19 Uhr mit Frau und Kindern zwecks Ausweisung gestellt sein soll. Wie schwer es einem fällt, von der Scholle, auf der bereits die Eltern und Ureltern seßhaft waren, zu gehen und Hab und Gut zurückzulassen, davon kann sich nur der eine Vorstellung machen, der so etwas miterlebt hat. Um 19 Uhr waren wir am Ringplatz mit etwas Kleidung, Wäsche, Decken und Verpflegung für etwa 8 Tage gestellt. Es waren ungefähr 300 bis 400 Personen, die für die Aussiedlung mit diesem Transport in Frage kamen und dort versammelt waren. Die Tschechen (Staatspolizei, Stadtpolizei, Partisanen) gebärdeten sich wie toll und benahmen sich uns wehrlosen Sudetendeutschen gegenüber wie Banditen, Räuber und Mörder in der ordinärsten und gemeinsten Weise. Dieselben waren schwer bewaffnet und war es an diesem Abend und dem darauf folgenden Tage, als wenn die Hölle alle Teufel ausgespieen und auf uns los gelassen hätte und kann man diese Leute nur als Auswurf der Menschheit bezeichnen. Inhaltsverzeichnis

  47. Der ganze Transport war Zeuge, wie Lehrer Fiedler aus Arnau mit der Reitpeitsche ganz unmenschlich geschlagen, mit Fußtritten in die Beine behandelt und geohrfeigt wurde. Grund: weil er ein ganz harmloses Abzeichen uzw. das Hubertus-Abzeichen am Hute trug. Lehrer Fiedler ist kurz nach der Ausweisung im Reich an den Folgen der Mißhandlung gestorben. Die grauenhafte Ermordung von Schlossermeister Josef R u m l e r aus Arnau und dessen Frau spielte sich am gleichen Tage um etwa 21 Uhr am Ringplatz in Arnau ab, uzw. in meiner unmittelbaren Nähe. Derselbe war bei unserem Transport und auch für die Aussiedlung vorgesehen und wurde von einem Tschechen mit der Reitpeitsche geschlagen, da er nicht so schnell gehen konnte, weil er Kriegsversehrter aus dem Ersten Weltkrieg war. Seine Frau wollte ihn schützen und warf sich zwischen den Tschechen und ihren Mann, worauf noch einige Tschechen dazukamen, die nun mit ihren Reitpeitschen wie wahnsinnig auf die Beiden einschlugen, bis ihre Köpfe unkenntliche schwarze Massen waren. Hierauf wurden Rumler mit seiner Frau, die schon am Boden lagen, auf das in unmittelbarer Nähe befindliche Polizeiamt geschleppt, wo sie im Hofe desselben den Gnadenschuß bekamen. Wir wurden vom Ringplatz in Arnau am selben Abend in ein Lager geleitet, wobei die Tschechen während des Marsches die Leute mit Reitpeitschen bearbeiteten, fluchten und schimpften und einige Gewehrschüsse abgaben. Inhaltsverzeichnis

  48. In dem Lager mußten wir die Nacht stehend verbringen, da die Leute zusammengepfercht waren und keine Möglichkeit war zu sitzen oder etwa zu schlafen. Während der Nacht dauerten die Prügelstrafen ununterbrochen an und wurde u.a. auch Direktor Hylmar vom Staatsgymnasium, Ing. Höhlmann von der Holzverwertung u.v.a. aus den Lokalen geholt und schwer mißhandelt. Am anderen Tage vormittag begann die Gepäckkontrolle durch amtliche tschechoslowakische Finanzwach-Organe und Gendarmerie, wobei alle total ausgeplündert wurden. Uhren, Schmuck, Geld, Kleider und Wäsche wurden uns weggenommen und nur bis auf geringe Kleinigkeiten und 100 RM pro Person wurden uns belassen. Am 19. Juni wurden wir einwaggoniert und bis Hohenelbe geschafft, von wo es in der Nacht auf offenen Kohlenwägen bis nach Reichenberg ging, wo wir früh ankamen. Hier erwartete uns eine weitere Ausplünderung durch tschechoslowakische Finanzwach-Organe mit Leibesvisitation und mußten wir die Waggons verlassen, das wenige Gepäck jedoch im Waggon belassen, über welches sich nunmehr die `Kontrollorgane´ machten und uns das Letzte noch nahmen, sogar die Lebensmittel, sodass wir die Tschechoslowakei als Bettler verließen. Als wir in Zittau i.Sa. ankamen, fehlte jegliche Organisation über den Transport, sodaß wir bettelnd von Ort zu Ort ziehen mußten. Sogar Mütter mit 8 Kindern wurden ganz rücksichtslos behandelt und war bei unserem Transport eine Frau namens Wohlang, der ihr jüngstes Kind während des Transportes starb. Inhaltsverzeichnis

  49. Zeugenschaft über diese Unmenschlichkeiten von den Tschechen wird der ganze Transport, der Arnau am 19. Juni 1945 verließ, ablegen. St. Johann, den 24.4.1947 Alfred Hofmann, St. Johann am Tauern „Sieglhof“ Bezirk Judenburg, Ober-Stmk. Österreich. Arnau/Riesengebirge, Ermordung eines Ehepaares Berichterin: Marie Rumler. Bericht vom 14.1.1948 Ich stamme aus Arnau im riesengebirge, Sudetenland, Gebirgsstraße. In Arnau wohnte auch unter der gleichen Adresse mein Sohn Josef Rumler mit seiner Ehefrau Marie, geb. Petrik. Mein sohn war Schlossermeister, meine Schwiegertochter Englisch-Lehrerin am Gymnasium in Arnau. Am 18.6.1945 sollte mein Sohn mit seiner Frau ausgewiesen werden. Als die Ausgewiesenen am Marktplatz in Arnau antraten, muß sich mein Sohn irgendwie an die falsche Stelle gestellt haben. Er wurde darauf sehr geschlagen, und als ihn seine Frau schützen wollte, wurde auch sie geschlagen und an den Haaren herumgeschleift. Dann wurden sie in den Hof des Rathauses getrieben, weiter geschlagen und dann beide erschossen. Die Richtigkeit dieser Information erkläre ich an Eides Statt und außerdem ist nahezu die gesamte Bevölkerung von Arnau zeuge. (Quelle: Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen. Einleitung und Bearbeitung: Wilhelm Turnwald. 3. Auflage München 1953, S. 170, Nr. 47. Inhaltsverzeichnis

  50. Die Vertreibung der Familie Ther Seit mehr als zwei Jahrhunderten waren die Familien T h e r in Hohenelbe, Arnau tätig. Sie waren einst aus Schweden eingewandert und immer angesehene Geschäftsleute, hatten großen Besitz in Hermannseifen, Hohenelbe, auch in Arnau und Pilnikau. Einer der Urahnen wurde im Jahre 1894 für seine besonderen Verdienste in den Adelsstand erhoben und führte den Titel „Freiherr von Silberstein“. Sein letzter Sproß lebte in Hermannseifen und verstarb in Wien anno 1887. Seine Schwestern wurden in der Familiengruft in Hermannseifen beerdigt. Im Mai 1945, nach dem Ende des unglücklichen Krieges, begann das Verbrechen der Vertreibung aus der angestammten Heimat, dem Sudetenland, aus meinem Geburtsort Hohenelbe im Riesengebirge. In blindem Wahn wüteten die Tschechen, plünderten, stahlen und raubten alles der deutschen Bevölkerung, was sie besaßen. Hausbesitz wurde zum Staatseigentum erklärt, unliebsame Deutsche wurden mißhandelt und grundlos eingekerkert und gemordet. Blinder Haß tobte sich aus, wer sich dagegen auflehnte, wurde erschossen oder erschlagen. Alles was an Wertgegenständen in unserem Besitz war – Gold, Silber, Familienschmuck - alles an neuen Kleidern, Wäsche, Stoffe, Schuhe, mußte den Tschechen ausgeliefert werden. Nichts wurde uns belassen. Inhaltsverzeichnis