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Titel. Text. Präsentation starten. Hans-Ulrich Wagner Zeitgenössische Heuss-Darstellung (1998). Projekt Theodor Heuss – Juli 2004. 1884 - 1902. Kindheit und Jugend. Schwäbische Herkunft.

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Presentation Transcript
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Titel

Text

Präsentation starten

Hans-Ulrich Wagner

Zeitgenössische Heuss-Darstellung (1998)

Projekt Theodor Heuss – Juli 2004

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1884 - 1902

Kindheit und Jugend

Schwäbische Herkunft

Theodor Heuss wurde am 31.1.1884 als Sohn von Louis und Elisabeth Heuss in Brackenheim, nahe Heilbronn, geboren.

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1884 - 1902

Kindheit und Jugend

Kindheit in abseitigem Oberamtsstädtchen

„Brackenheim war damals ein abseitiges Oberamtsstädtchen von etwa 1500 Einwohnern, ohne Bahnverbindung, ohne Industrie, mit rein ländlichem Charakter.“

„Mein Vater hatte das Straßenwesen des Bezirks unter sich und war viel unterwegs.“

Heuss‘ Geburtshaus

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1884 - 1902

Kindheit und Jugend

Jugend in Heilbronn

Nach dem Umzug der Familie nach Heilbronn im Jahre 1890 trat Theodor 1892 in das dortige Karls-Gymnasium ein, wo er 1902 sein Abitur ablegte.

Abiturklasse

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1884 - 1902

Kindheit und Jugend

Geistige Prägung durch Schule und Familie

„Der geistige und seelische Einfluss des Elternhauses ist für mich unendlich viel wichtiger gewesen als die Schule.“ Von früh an fördert der Vater das politische Interesse seiner Söhne und unterstützte Freizeitaktivitäten wie Dichten, Zeichnen, Wandern, Turnen und Tanzen.

Die Schule habe er „nie ernst genommen“. Dennoch verteidigt Heuss später das humanistische Gymnasium: „Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, man darf alle drei, man muß sie als Einheit sehen.“

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1803 - 1918

Studium und Beruf

Studium in München

1902 begann Theodor Heuss in München das Studium der Staatswissenschaften und der Nationalökonomie, das er 1905 mit dem Doktorgrad abschloss (Dissertation über Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn am Neckar).

Schon während der Schulzeit schrieb er Texte und Artikel. 1902 wurde erstmals einer seiner Aufsätze in der „Neckar-Zeitung“ veröffentlicht. Ebenfalls bereits in den letzten Schuljahren lernte er die Zeitschrift „Die Hilfe“ kennen.

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1803 - 1918

Studium und Beruf

Erste journalistische Tätigkeiten

Heuss begeisterte sich für den Herausgeber von „Die Hilfe“, Friedrich Naumann, einen evangelischen Pfarrer und liberalen Sozialreformer, dessen charismatische Ausstrahlung ihn faszinierte.

1905 zog Heuss nach Berlin, wurde Redaktionsmitglied bei „Die Hilfe“ und übernahm ab 1907 die politische Redaktion. So wurde er einer der engsten Mitarbeiter von Naumann.

Vor der Reichstagswahl 1907 setzte sich Heuss dafür ein, Friedrich Naumann als Kandidaten in Heilbronn aufzustellen. Naumann wurde Abgeordneter des Reichstags.

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1803 - 1918

Studium und Beruf

Friedrich Naumann

In Naumanns Ideenwelt sah Heuss die entscheidenden Ansätze für fortschrittliche bürgerliche Politik. „Naumann war kein Mann, dem es genügen mochte, seine Erkenntnisse und Lehren vorzutragen, [...] er war getragen von einer inneren Leidenschaft zur schöpferischen Arbeit. [...] Er gab nicht immer die glatten Lösungen, aber er entließ uns so, daß wir alle reicher geworden waren.

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1803 - 1918

Studium und Beruf

Elly Heuss-Knapp

Im Hause Naumann lernte Heuss 1905 die Straßburger Professorentochter Elly Knapp kennen, wie er eine begeisterte Anhängern von Naumann.

„Sie ist ein kluges und fröhliches Mädchen und mit einem Fond von Persönlichkeit, Wille, Kraft, Frische ausgestattet, der überaus wohltuend weiterwirkt.“

1908 heirateten Heuss und Elly Knapp in Straßburg. Sie wurden getraut von Albert Schweitzer, der zum Freundeskreis von Elly Knapp gehörte.

1910 wurde der Sohn Ernst Ludwig geboren.

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1803 - 1918

Studium und Beruf

Journalist in Heilbronn

1912 zog die junge Familie nach Heilbronn, wo Th. Heuss bis 1917 die Chefredaktion der „Neckar-Zeitung“ übernahm, ab 1913 auch die Redaktion der politischen Zeitschrift „März“.

Er verfehlte den Einzug in das Württembergische Parlament.

1918 zog die Familie nach Berlin, da sich Heuss dort neue berufliche und politische Perspektiven öffneten.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Publizistische Tätigkeiten in der Weimarer Republik

Der überzeugte Demokrat verfolgte das politische Geschehen in der jungen Republik zunächst als außenstehender Kommentator. Heuss war Schriftleiter der politischen Zeitschriften „Deutsche Politik“ (1918 – 1922) und „Die Deutsche Nation“ (1923 – 1926). Daneben publizierte er zahlreiche Artikel und verfaßte mehrere Bücher.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Als Gegner des Nationalsozialismus hat sich Heuss mit Hitlers „Mein Kampf“ sowie weiteren nationalsozialistischen Schriften intensiv auseinandergesetzt. Hieraus entstand die Studie „Hitlers Weg“ (11931; 81932; Übersetzungen in verschiedene Sprachen).

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Die Gefährdung durch Hitler und seine Partei hatte Heuss zunächst unterschätzt. Wie andere Zeitgenossen meinte er, man könne Hitler und den Nationalsozialismus sich in der Regierungsverantwortung abnutzen lassen. Auch glaubte Heuss, dass Hitler „aus seiner Natur heraus an die Voraussetzungen des demokratischen Betriebes gebunden“ sei.

Die prinzipielle Andersartigkeit der NSDAP im Vergleich zu anderen Parteien wurde Heuss nicht bewusst. In einer späteren Beurteilung seines Hitler-Buches begründete er seine Fehleinschätzung folgendermaßen: „ [...] weil unsere an sich so wohlbürgerliche Erziehung uns nicht befähigt, mit der Phantasie soviel sinnlose und dumme Brutalität geschichtlich für möglich zu halten“.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Mitglied des Deutschen Reichstags

Nach mehrjährigem Engagement als Kommunalpolitiker in Berlin gelingt Heuss 1924 der Einstieg in die „große Politik“. Im dritten Anlauf wird er in den Reichstag gewählt, dem er 1924 - 1928 und 1930 - 1932 als Abgeordneter der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) angehört.

Im Reichstag erlebt Heuss den Niedergang der demokratischen und insbesondere liberalen Parteien mit. 1933 zieht er für die DDP-Nachfolgeorganisation, die Deutsche Staatspartei, erneut in den Reichstag ein. Diese erhält lediglich noch 0,9 % der Wählerstimmen.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Heuss und die Nationalsozialisten im Reichstag

Verhandlungen des Reichstags, 5. Wahlperiode, Bd. 446. Rede von Heuss am 11. Mai 1932.

„Herr Dr. Goebbels, ich vertrete hier meine Auffassung, ... und Sie haben einmal einen Augenblick die Freundlichkeit, Ihr erregtes Getue zu mäßigen, soweit Ihnen das möglich ist. Ich werde mir nachher das Vergnügen machen, mich auch mit Ihnen noch etwas zu unterhalten. Aber Sie müßten eigentlich wissen, daß Ihnen für diese Reichstagssession in toto ein anständiges, manierliches und biederes Verhalten zur Auflage gemacht worden ist. [...] Ich möchte Sie deshalb bitten, diese Anweisung auch während meiner Rede mitzuberücksichtigen.“

(Erneute Heiterkeit in der Mitte und bei den Sozialdemokraten)

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Heuss und die Nationalsozialisten im Reichstag

Mit der Forderung nach anständigem Verhalten setzte sich Heuss gegen die Polemik der Nationalsozialisten im Reichstag zur Wehr. Vom Dritten Reich erwartete er, dass seine Ausstattung „aus einem Großausverkauf von neulackierten und aufgeputzten Ladenhütern der wilhelminischen Epoche bezogen sein“ werde. Hiervon, so Heuss, „haben wir, denke ich, genug gehabt.“  Mit Göring, der tags zuvor Reichskanzler Brüning Bismarck als Vorbild empfohlen hatte, hätte er gern etwas Geschichte treiben wollen. „Nach welchem Geschichtsbuch hat eigentlich Herr Göring Bismarcksche Zeit gepaukt“? Er erwähnte die Unterdrückung der katholischen Kirche und der Sozialdemokratie unter Bismarck und wies auf die Tragik der Bismarckschen Innenpolitik hin, dass er „die Kräfte des Volkes selber nicht an die staatliche Verantwortung herangeführt“ habe.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Heuss und die Nationalsozialisten im Reichstag

Heuss kritisierte den Rassenwahn der Nationalsozialisten wie auch die Autarkiebestrebungen. Wer dieses fordere, müsse gleichzeitig den Mut aufbringen, auszusprechen, dass dann die Aufgabe gestellt ist, den Hunger weiterer Millionen in Deutschland zu organisieren. Wer Autarkie fordere, verzichte gleichzeitig auf den besten Rohstoff, den Deutschland besitze, das Hirn der Erfinder, die Ausbildung der Menschen, die Zuverlässigkeit des deutschen Facharbeiters.

Bei aller Schärfe der Auseinandersetzung blieb Heuss im Ton moderat. Seine ironischen, geistreichen und in geschliffener Rhetorik vorgetragenen Bemerkungen führten häufig zu Heiterkeit im Plenum, eine Seltenheit in dieser Zeit, die geprägt war durch die Polemik radikaler antidemokratischer Kräfte.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Heuss und das „Ermächtigungsgesetz“

„Jeder von uns, der als Publizist oder als ‚Politiker‘ zu Entscheidungen gezwungen war, die er später bedauerte, hat Dummheiten gemacht. Doch dieser Begriff ist zu schwach für die Zustimmung zu diesem Gesetz. [...] Ich wusste schon damals, daß ich dieses ‚Ja‘ nie mehr aus meiner Lebensgeschichte auslöschen könne.“

Heuss 1967 im Rückblick auf seine Zustimmung zum „Ermächtigungsgesetz“

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Heuss und das „Ermächtigungsgesetz“

Im März 1933 beschloss der Reichstag mit Unterstützung der bürgerlichen Parteien das sogenannte „Ermächtigungsgesetz“. Dieses ermöglichte es Hitlers Regierung vier Jahre lang ohne Zustimmung des Reichstags Gesetze zu erlassen und stellte somit einen Ausgangspunkt der Nazi-Diktatur dar.

Heuss beugte sich der Mehrheit in seiner Fraktion, die dem Gesetz geschlossen zustimmte. Grundlage dieser Entscheidung war die Überzeugung, durch die Legalisierung des NS-Regimes den Terror auf den Straßen zu beenden sowie die taktische Überlegung, den demokratischen Parlamentariern dadurch Einflussmöglichkeiten zu erhalten. Dies wird sich später als eklatante Fehleinschätzung herausstellen.

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Rückzug aus der Politik

Ausschluss aus dem Reichstag

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1919 - 1933

Während der Weimarer Republik

Rückzug aus der Politik

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Heuss sein Reichstagsmandat aberkannt, da er auf Vorschlag der verbotenen SPD gewählt worden sei. Die Deutsche Staatspartei hatte sich bereits zuvor selbst aufgelöst. Die Möglichkeiten zur publizistischen Arbeit wurden stark eingeschränkt, seine Bücher teilweise indiziert und bei der „Reichskristallnacht“ verbrannt.

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1934 - 1944

Im Dritten Reich

Innere Emigration

Während der NS-Herrschaft lebte Heuss zurückgezogen in Berlin, später nahe Heidelberg. Zunächst konnte er noch unter einem Pseudonym in der Presse politische Texte veröffentlichen, später war ihm auch dies nicht mehr möglich.

In dieser Zeit machte er sich als Verfasser großer Biografien einen Namen. Unter anderem schrieb er über Robert Bosch und Friedrich Naumann. Den Lebensunterhalt sicherte derweil seine Frau Elly Heuss-Knapp als Werbetexterin.

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1945 - 1949

Politischer Wiederaufbau

Wiederaufbau der liberalen Parteien

Nach den Neugründungen liberaler Parteien in allen Besatzungszonen scheiterte 1947/48 der Zusammenschluss der liberal demokratischen Verbände zur Demokratischen Partei Deutschlands (DPD) an der zunehmenden Auseinanderentwicklung von Ost- und Westzone.

Am 11./12. Dezember 1948 kam es nach einigen Debatten über die Namensgebung und die politische Ausrichtung zur Neugründung der Freien Demokratischen Partei (FDP). Theodor Heuss wurde zum Vorsitzenden der Partei gewählt.

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1945 - 1949

Politischer Wiederaufbau

Der Parlamentarische Rat

Im Juli 1948 wurde der Parlamentarische Rat als „verfassungsgebende Versammlung für einen danach zu gründenden deutschen Staat“ einberufen. Als Mitglied des Baden-Württembergischen Landtags wurde Heuss dorthin entsandt. Nicht zuletzt das Vertrauen des Rats-Vorsitzenden Konrad Adenauer ermöglichte Heuss eine maßgebliche Beteiligung am Entwurf des Grundgesetzes, welches schließlich am 23. Mai 1949 in Kraft trat.

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Wahl zum Bundespräsidenten 1949

Obwohl Heuss einer Kandidatur zum Amt des Bundespräsidenten skeptisch gegenüberstand und auch seine Frau Elly zunächst der Meinung war, dass ein „jüngeres Paar“ für diesen Posten besser geeignet sei, ließ sich Heuss aufstellen und setzte sich bei der Wahl der Bundesversammlung am 12. September 1949 im zweiten Wahlgang gegen die Kandidaten Kurt Schumacher (SPD) und Rudolf Amelunxen (Zentrum) durch.

Adenauer bereitet der CDU-FDP-Regierungskoalition durch diese Wahl den Weg. Innerparteiliche Kritik, etwa, dass Heuss nicht kirchenfreundlich genug sein, räumt er beiseite mit dem Hinweis auf Heuss fromme Frau – „das genügt.“

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Heuss‘ Selbstverständnis als Präsident

Das Präsidentenamt in der jungen Bundesrepublik verstand Heuss so, dass es „den Sinn hat, über den Kämpfen, die kommen, die nötig sind, die ein Stück des politischen Lebens darstellen, nun als ausgleichende Kraft vorhanden zu sein“.

Er wollte jedoch „nicht bloßer Repräsentationsonkel sein, sondern [...] bedacht bleiben, Würde mit Einfachheit, Klugheit und Festigkeit zu verbinden.“

Zu seinen Haupttätigkeiten zählten Reisen, darunter Staatsbesuche, zu Beginn vor allem in die einzelnen Bundesländer, sowie eine Vielzahl von Reden.

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Das Verhältnis von Heuss und Adenauer

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Der überraschende Vorschlag

„Wer schlägt den Bundeskanzler vor...

Ich schlage den Bundeskanzler vor...

Herr Bundeskanzler!“

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Staatsbesuch in Freiburg 1950

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Wichtige Reden: Auszug aus der Antrittsrede vom 12. Sep-tember 1949

„Deutschland braucht Europa, aber Europa braucht auch Deutschland. Wir wissen es im Geistigen: Wir sind in der Hitlerzeit ärmer geworden, als uns die Macht des Staates vor dem Leben der Völker absperrte. Aber wir wissen auch dies: Die anderen würden ärmer werden ohne das, was Deutschland bedeutet. Wir stehen vor der großen Aufgabe, ein neues Nationalgefühl zu bilden. Eine sehr schwere erzieherische und erlebnismäßige Aufgabe, dass wir nicht versinken und steckenbleiben in den Ressentiments, in das das Unglück unseres Staates viele gestürzt hat, und dass wir nicht ausweichen in hochfahrende Hybris, wie es ja nun bei den Deutschen oft genug der Fall war.“

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Wichtige Reden: Mut zur Liebe, 7. Dezember 1949

„Es hat keinen Sinn, um die Dinge herumzureden. Das scheußliche Unrecht, das sich am jüdischen Volk vollzogen hat, muss zur Sprache gebracht werden in dem Sinne: Sind wir, bin ich, bist du schuld, weil wir in Deutschland lebten, sind wir mitschuldig an diesem teuflischen Verbrechen? ... Man hat von einer »Kollektivschuld« des deutschen Volkes gesprochen. Das Wort Kollektivschuld ... ist aber eine simple Vereinfachung ... Aber etwas wie eine Kollektivschuld ist aus dieser Zeit gewachsen und geblieben. ... Ich weiß: das, was ich hier sagen werde, wird manche Leute ärgern ... Wir dürfen nicht einfach vergessen, dürfen auch nicht Dinge vergessen, die die Menschen gerne vergessen möchten, weil das so angenehm ist.“

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1949 - 1959

Heuss als erster Bundespräsident

Eine der zahlreichen Anekdoten um Theodor Heuss

Die bei Theodor Heuss nie ausgehende Zigarre regte oft zu Schätzungen und Kalkulationen über seinen täglichen Konsum an, und man hätte eben zu gern die genaue Anzahl gewusst. Bei einem Staatsbesuch beugte sich Bundeskanzler Adenauer über den Tisch und fragte vertraulich:

„Sajen Se mal, Herr Bundespräsident, wieviel Zijarren rauchen Se nu wirklich am Tach?“

Theodor Heuss reagierte: „Von Ihnen, Herr Bundeskanzler hätte ich eine intelligentere Frage erwartet!“

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Heuss als Namensgeber

Auszug aus dem Schreiben des Schulleiters Dr. Kükelhahn an Heuss vom 27.4.1961

„Kollegium, Schülerschaft und Elternschaft richten durch mich nunmehr an Sie, hochverehrter Herr Professor, die inständige Bitte, uns zu gestatten, daß das Gymnasium für Jungen Wolfen-büttel künftighin Ihren Namen trägt. Wir wünschen damit nicht nur den Dank einer norddeutschen Stadt für Ihre Verdienste um die Wiederherstellung des Ansehens unseres Vaterlandes in der Welt zum Ausdruck zu bringen, sondern auch unsere aufrichtige Verehrung einem Manne gegenüber zu bezeigen, dessen geistige Weite und dessen echte Menschlichkeit hier, an den Stätten Lessings und Wilhelm Raabes von der Jugend vielleicht stärker gespürt wird als anderswo.“

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1961

Heuss als Namensgeber

Auszug aus der Antwort von Theodor Heuss vom 29.4.1961

„Daß eine Höhere Lehranstalt in Wolfenbüttel meinen Namen tragen soll, hat für mich etwas Rührendes. Es liegen Jahrzehnte dazwischen, daß ich diese Stadt einmal besucht habe – als höchst unbedarfter Kunstreisender. Nun soll also mein Name mit dieser Stadt verbunden werden. …

Ein bißchen muß ich vermuten, daß die Kontrolle meiner eige-nen Schulzeit vorher nicht vollzogen wurde, die in meinem vor Jahren erschienenen Buch „Vorspiele des Lebens“ erzählt ist. Daraus ergibt sich, daß ich zwar ein sogenannter guter Schüler gewesen bin, d.h. mich immer in der Spitzentruppe der Klasse herumtrieb, aber bedauerlicherweise auch ein „böser Bub“ war, den das Schicksal als Einzigen von der Klasse zweimal in den Karzer führte! Das ist vermutlich eine Institution, die es heute nicht mehr gibt, mit der aber Bekanntschaft gemacht zu haben,

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1961

Heuss als Namensgeber

später ein heiteres Renommierstück wurde.

Es ist nun so, daß ich bei solchen Benennungen vorsichtshalber die Mitteilung nicht unterlassen darf: man soll nicht damit rech-nen, daß ich zur Einweihung des neuen Hauses fahre. Ich bin gräßlich geizig geworden mit meiner Zeit, da ich noch einige Jahre literarisch-wissenschaftliche Pläne in meinen letzten Lebensjahren fertigbringen möchte. …

Daß ich sozusagen mit Lessing und Raabe dabei eine Reihe antrete, macht mir Spaß. Ich werden Ihnen für die Schulbiblio-thek im Herbst ein jetzt im Satz befindliches neues Buch senden können, das mancherlei alte literarische Aufsätze umfassen soll. Darin gilt ein Essai Lessing, ein anderer Raabe.“

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1959 - 1963

Der Lebensabend

Die letzten Jahre in Stuttgart

Die ihm angetragene dritte Amtszeit, ermöglicht durch eine dafür vorzunehmende Gesetzesänderung, lehnte Heuss ab. Stattdessen zog er sich 1959 in sein Haus auf dem Stuttgarter Killesberg zurück. Er konnte so mehr Zeit für seine Familie und seine schriftstellerische Arbeit finden, unternahm aber auch einige Reisen, unter anderem nach Israel.

Nach langer Krankheit und der Amputation seines linken Beines starb er am 18. November 1963 in Stuttgart.

Heuss Haus in Stuttgart (heute Museum)

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1959 - 1963

Der Lebensabend

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Quellen- und Literaturangaben

Theodor Heuss: Der Zeitgeist in seiner Wirkung auf die Lehrerschaft. Schriftenreihe der Evangelischen Akademie Badl Boll. Tübingen 1946.

Thomas Hertfelder, Christiane Ketterle Hgg.: Theodor Heuss. Publizist – Politiker – Präsident. Begleitband zur ständigen Ausstellung im Theodor-Heuss-Haus Stuttgart. Stuttgart 2003.

Thomas Hertfelder: Bücher und ihre Geschichte. Zur historisch-politischen Privatbibliothek von Theodor Heuss. Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss Haus. Stuttgart 2002.

Theodor Heuss – Politiker und Staatsmann, Journalist und Literat. Theodor Heuss Museum Brackenheim. Brackenheim 2004.

Jürgen C. Heß: Theodor Heuss vor 1933. Kieler Historische Studien Bd. 20. Stuttgart (Klett) 1973.

Modris Eksteins: Theodor Heuss und die Weimarer Republik. Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik Bd. 3. Stuttgart (Klett) 1969.

Klaus Füßmann, Ulrich Wacker: Theodor Heuss – Ein Leitbild der Liberalismus. Friedrich-Naumann-Stiftung. St. Augustin 1989.

25 Jahre Theodor Heuss-Gymnasium Freiburg. Freiburg 1999. Beiträge von Hans Harter, Erich Schmitz und Franz-Dieter Sauerborn.

Albert H. V. Kraus: „Das Volk steht im Gesetze der Ewigkeit.“ Theodor Heuss und die Lösung der Saarfrage. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend. 32.1984, S. 111 – 128.

Heuss im Profil. Vorträge und Diskussionen zum Eröffnungsakt der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Stuttgart 1997.

Jürgen C. Hess: „Machtlos inmitten des Mächtespiels der anderen ...“. Theodor Heuss und die Deutsche Frage 1945 – 1949. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 33.1985, S. 88 – 135.

Verhandlungen des Reichstags. 5. Wahlperiode 1930, Bd, 446. Berlin 1932, S. 2587 – 2593.

Fotographien zum Staatsbesuch in Freiburg: Vorlage: Stadtarchiv u. Universitätsarchiv Freiburg.

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Projekt Theodor Heuss

Diese Präsentation entstand im Rahmen der Projekttage des Theodor-Heuss-Gymnasiums Freiburg vom 22. bis 27.07.2004.

Sie wurde 2007 auf das Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfenbüttel angepasst.

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