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Dominanz und heterosexuelle Attraktion

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Dominanz und heterosexuelle Attraktion. Welchen Einfluss könnte dominantes Verhalten auf die Attraktivität von Männern und Frauen ausüben? Zwei Erklärungsansätze : biologischer Ansatz kultureller Ansatz . Biologischer Ansatz.

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Welchen Einfluss könnte dominantes Verhalten auf die Attraktivität von Männern und Frauen ausüben?

Zwei Erklärungsansätze:

biologischer Ansatz

kultureller Ansatz

biologischer ansatz
Biologischer Ansatz

Bezogen auf den Menschen verfolgen Männer und Frauen auf Grund ihrer unterschiedlichen elterlichen Investitionen verschieden Fortpflanzungsstrategien.

Frauen sollten entsprechend ihrer Fortpflanzungsstrategie Männer bevorzugen, die gute Versorgerqualitäten aufweisen (Anzeichen von Status, Dominanz).

Männer sollten Frauen bevorzugen, welche die Wahrscheinlichkeit für gesunde Nachkommen maximieren (Anzeichen von Jungend, Empfänglichkeit, Gesundheit).

slide4
bei Männern steigert dominantes Verhalten die Möglichkeit, erfolgreich um Frauen zu konkurrieren (Durchsetzen gegen andere).
  • für Frauen birgt es einen genetischen Langzeit- und profitablen Kurzzeitvorteil in sich, einen dominanten Mann zu ergattern.
kultureller ansatz
Kultureller Ansatz
  • Die Gesellschaft belohnt rollenkonformes Verhalten und bestraft solches, dass dem geschlechtsspezifischen Stereotyp widerspricht (Effekte von Verstärkungen im Sinne des Operanten Konditionierens).
  • Das männliche Stereotyp beinhaltet das Zeigen dominanten Verhaltens.
  • Das weibliche Stereotyp umfasst Aspekte geringer Dominanz bzw. Unterwürfigkeit.
m nnliche rolle
Männliche Rolle

Überblicksuntersuchung von Cicone & Ruble (1978):

am häufigsten verwendete Worte:

Abenteuerlustig, selbstbewusst, wettbewerbsliebend, anführerisch, ehrgeizig, unabhängig, logisch, aggressiv, dominant, durchsetzungsfähig, beständig, couragiert, Sex interessiert, selbstbewusst, einzelgängerisch, aktiv, unemotional, stark.

kritische aspekte zum kulturellen ansatz
kritische Aspekte zum kulturellen Ansatz
  • kulturelle Veränderungen – vielleicht steht Dominanz nicht länger im Gegensatz zur weiblichen Rolle (vgl. Emanzipation)
  • situative Normen – es gibt Situationen, in denen Frauen dominant sein dürfen, ohne Rollenerwartungen zu enttäuschen (vgl. Notwehr)
abgeleitete vorhersagen und hypothesen
Abgeleitete Vorhersagen und Hypothesen
  • Männer, die dominantes Verhalten zeigen, sollten von Frauen als sexuell attraktiver bewertet werden, als Männer, die unterwürfiges Verhalten zeigen.
  • Dominantes Verhalten sollte sich auf die Attraktivitätsbewertung von Frauen negativ auswirken (vgl. Rollenerwartungen/ Rollenkonformität).
experiment 1
Experiment 1
  • N = 88 (46 Frauen, 42 Männer)
  • Prozedur = 8 stille, einminütige Videobänder für jede Versuchsbedingung, auf denen eine Interaktion zwischen gleichgeschlechtrigen Schauspielern zu sehen war.
  • Coverstory/Aufgabe der Teilnehmer = akkurate Charaktereinschätzung mit wenigen Informationen (vgl. „Assessmentcenter“).
  • uV = Dominanz vs. Nicht-Dominanz.
  • aV = 17 bipolare Adjektiv-Skalen ( 7-stufig); ein Item entsprach der Manipulationsüberprüfung; zwei Items stellten die zentrale abhängige Variable dar und maßen die Attraktion(sexuell attraktiv vs. sexuell unattraktiv/ wünschenswert bei einem Date vs. nicht wünschenswert bei einem Date).
ergebnisse zu experiment 1
Ergebnisse zu Experiment 1
  • Manipulationsüberprüfung: signifikante Unterschiede > gute Manipulation.
  • Attraktionsmessung:
  • Dominante Männer wurden signifikant attraktiver bewertet als nicht-dominante Männer.
  • Frauen wurden insgesamt signifikant attraktiver bewertet (vgl. höhere Selektivität bei Frauen).
  • Kein Einfluss der Manipulation hinsichtlich der Attraktivitätsbewertung bei Frauen (vgl. Rollen-konformität).
experiment 2
Experiment 2
  • N = 168 ( 86 Frauen, 82 Männer)
  • Prozedur: Lesen der Beschreibung einer Person des anderen Geschlechts (TennisspielerIn).
  • Coverstory/Aufgabe der Teilnehmer: gleich Exp. 1
  • uV = dominant vs. nicht-dominant. Variation der Personenbeschreibung hinsichtlich Name, Größe, Gewicht.
  • aV = Bewertung der Personen anhand derselben 17 Skalen.
ergebnisse experiment 2
Ergebnisse Experiment 2
  • Manipulationsüberprüfung: signifikante Unterschiede > gute Manipulation.
  • Attraktionsmessung:
  • Dominante Männer wurden als attraktiver bewertet als nicht-dominante Männer.
  • Frauen wurden insgesamt als signifikant attraktiver bewertet als Männer.
  • Bei Frauen hatte die Dominanzmanipulation keinerlei Auswirkungen.
experiment 3
Experiment 3
  • N = 203 ( 107 Frauen, 96 Männer)
  • Prozedur = identisch zu Experiment 2, aber...
  • Personen lasen gleich- und kontrageschlechtlich Beschreibungen.
  • Tennisgegner der Personen waren sowohl männlich als auch weiblich.
  • Coverstory/Aufgabe der Teilnehmer: dieselbe
  • uV = dominant vs. nicht-dominant
  • aV = Bewertung anhand der üblichen 17 Skalen. Dating-Skala wurde so modifiziert, dass immer eine kontrageschlechtliche Bewertung stattfand.
ergebnisse experiment 3
Ergebnisse Experiment 3
  • Manipulationsüberprüfung: erfolgreich
  • Attraktionsbewertungen: Mittelwerte deuteten darauf hin, dass Dominanz nur bei Männer einen Einfluss hatte.
experiment 4
Experiment 4
  • N = 218 (114 Frauen, 104 Männer)
  • Prozedur = Lesen einer kurzen Personenbeschreibung (Punkte auf der Subskala des „California Personality Inventory).
  • Coverstory/Aufgabe der Teilnehmer = dieselbe
  • uV = dominant vs. nicht-dominant. Aggressiv vs. nicht-aggressiv. Domineering vs. nicht-domineering.
  • aV = Attraktionsmessung anhand einer Bewertung der Personen auf 41 bipolaren Adjektivskalen.
  • Kritikpunkt: Konstruktvalidität (Interpretationsspielraum)
ergebnisse experiment 4
Ergebnisse Experiment 4
  • Manipulationsüberprüfung: signifikante Unterschiede in Bezug auf alle Konzepte > erfolgreiche Manipulation.
  • In Bezug auf die sexuelle Attraktivität hatte eine Manipulation der Merkmale Aggression und domineering keinen Einfluss (auch kein geschlechtsspezifischer Haupteffekt zu beobachten).
  • Signifikanter Effekt von Dominanz auf die sexuelle Attraktivität von Männern. Kein Einfluss von Dominanz auf die sexuelle Attraktivität bei Frauen.
  • Ergebnisse bezüglich physischer Attraktivität glichen denen für sexuelle Attraktivität.
ergebnisse experiment 420
Ergebnisse Experiment 4
  • Dominanzkonzept:
  • hohe Dominanz steigerte die Bewertung von sexueller Attraktivität bei Männern, nicht bei Frauen.
  • hohe Dominanz verringert bei beiden Geschlechtern die Werte für generelle Sympathie (Warmherzigkeit, Liebenswürdigkeit, Sanftheit > vgl. Fürsorgerqualitäten) in hohem Maße.
  • Zusammenhang mit einem Anstieg der Variablen Stabilität, Kompetenz, Promiskuität, sozialer Status.
ergebnisse experiment 421
Ergebnisse Experiment 4
  • Domineeringkonzept:
  • hohe Werte führen zu Einbußen hinsichtlich der Bewertung von genereller Sympathie, Begehrlichkeit, Stabilität.
  • hohe Werte wirken sich positiv auf die Variablen Promiskuität und sozialer Status aus.
  • Einflüsse galten für beide Geschlechter gleichermaßen.
ergebnisse experiment 422
Ergebnisse Experiment 4
  • Aggressivitätskonzept:
  • hohe Werte verringern Sympathie- und Stabilitätswerte.
  • hohe Werte steigern die Bewertung im Hinblick auf die Promiskuität.
  • Wirkung war bei beiden Geschlechtern zu beobachten.
zusammenfassung
Zusammenfassung
  • Der Laie unterscheidet nicht zwischen den Konzepten (hohe Interkorrelation).
  • Für die Forschung sind Unterscheidungen zwischen den Konzepten notwendig/unumgänglich (vgl. wider-sprüchliche Befunde).
  • Hypothesen konnten nicht alle gestützt werden (vgl. Rollenkonformität / geringe externe Validität).
  • Dominanz erhöht selektiv die sexuelle Attraktivität von Männern. Frauen werden prinzipiell höher bewertet.
  • Hohe Stellung innerhalb einer Hierarchie-Reihe führt nicht automatisch zu einem hohen Maß individueller Attraktivität/Sympathie (vgl. negative Einflüsse mancher Konzepte).
  • Das höchste Maß von sexueller Anziehungskraft erreichen Männer dann, wenn sie in der Lage sind, dominant zu sein, ohne dabei auf aggressives Verhalten oder Domineering-Verhaltensmuster zurückgreifen zu müssen.