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„Aktuelle Entwicklungen des Energierechts“. von Rechtsanwalt Dr. Christian Theobald, Mag. rer. publ. Becker Büttner Held Rechtsanwälte · Wirtschaftsprüfer · Steuerberater Köpenicker Straße 9 10997 Berlin

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Presentation Transcript
aktuelle entwicklungen des energierechts

„Aktuelle Entwicklungen des Energierechts“

von

Rechtsanwalt Dr. Christian Theobald, Mag. rer. publ.

Becker Büttner Held

Rechtsanwälte · Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Köpenicker Straße 910997 Berlin

Telefon: 030 / 611 28 40 – 10Telefax: 030 / 611 28 40 – 99 E-Mail: christian.theobald@bbh-berlin.dewww.bbh-berlin.de

im Rahmen der Veranstaltung an der Technischen Universität zu Berlin am 14.11.2002

inhalt des vortrages
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000i. d. F. 07.06.2002

inhalt des vortrages3
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

slide10

Rechtsquellen(Quelle: Theobald/Theobald „Grundzüge des Energiewirtschaftsrechts“, C.H. Beck Verlag 2001, S. 197, Abb: Verbindliche und unverbindliche Regelungen betreffend die Netznutzung)

WettbR

EnergieR i. e. S.

EnergieumweltR

EGV

EltRL

GWB

EnWG

StromStG

  • BTOElt
  • AVBEltV
  • AVBGasV
  • AVBFernwärmeV
  • KAV

VertikalVO

GasRL

MinÖStG

KWKModG

EnSG

EEG

AtG

VV II Plus Strom

VV II Gas

GridCode

Distribution Code

struktur der evu in deutschland aus grundz ge des energierechts theobald theobald s 56 abb 12
Struktur der EVU in Deutschland(aus: Grundzüge des Energierechts, Theobald/Theobald, S. 56, Abb. 12)
slide13
Wertschöpfungskette in der Gasversorgung(aus: Grundzüge des Energierechts, Theobald/Theobald, S. 59, Abb. 13)
slide14

Deutschland bis 1998:Energiewirtschaftliches Monopol

Kartellrechtlicher Ausnahmebereich (§§ 103, 103a GWB a.F.)

Verflechtungen in Verbänden und Unternehmensstrukturen

Exklusive Konzession/ Genehmigung

(i.d.R. 20 Jahre)

Zulässigkeit von Gebietsab-sprachen / Demarkation

(i.d.R. 20 Jahre)

Natürliches Monopol (Netzbereich)

Lokal, regional, überörtlich

Langfristige vertikale Lieferverträge (bis zu 20 Jahren)

inhalt des vortrages15
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

eu richtlinien strom und gas i aus grundz ge des energierechts theobald theobald s 47 abb 10
EU-Richtlinien Strom und Gas (I)(aus: Grundzüge des Energierechts, Theobald/Theobald, S. 47, Abb. 10)
eu richtlinien strom und gas ii aus grundz ge des energierechts theobald theobald s 48 abb 10
EU-Richtlinien Strom und Gas (II)(aus: Grundzüge des Energierechts, Theobald/Theobald, S. 48, Abb. 10)
wesentliche neuerung des ordnungs rahmens f r strom und gasversorgung am 29 04 1998
Wesentliche Neuerung des Ordnungs-rahmens für Strom- und Gasversorgung am 29.04.1998
  • Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts:

insbesondere

Art. 1: Energiewirtschaftsgesetz neu

Art. 2: Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)

  • Sofortige, stufenlose Marktöffnung
slide19

Wettbewerb ersetztenergiewirtschaftliches Monopol

Anwendbarkeit und Erweiterung des Kartellrechts(Art. 2 NeuregelungsG)

Trennung von Netz- und Vertriebsstrukturen im ÜNB-Bereich

Unzulässigkeit exklusiver Konzessionen

Zugang zu den Netzen, verhandelter Netzzugang

Unzulässigkeit von Gebietsabsprachen / Demarkation

Kartellrechtliche Wirksamkeitskontrolle langfristiger Lieferverträge

kartellrechtliche wirksamkeitskontrolle langfristiger liefervertr ge i
Kartellrechtliche Wirksamkeitskontrolle langfristiger Lieferverträge (I)

Maßstab:

  • § 1 GWB

Verbot von Verträgen zwischen miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen, soweit eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs bezweckend oder bewirkend

  • § 19 Abs. 1 GWB

Verbot desmissbräuchlichen Ausnutzens einer marktbeherr-schenden Stellung

  • § 20 GWB

Verbot der unbilligen Behinderung anderer Unternehmen durch marktbeherrschendes Unternehmen

slide21

Kartellrechtliche Wirksamkeitskontrolle langfristiger Lieferverträge (II)

  • Art. 81, 82 EGV (unmittelbar anwendbar)
  • Art. 81 (ex Art. 85) EGV: Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen = umfassendes Kartellverbot
  • Art. 82 (ex Art. 86) EGV: Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung
  • Fusionskontrolle auf der Grundlage der Fusionskontrollverordnung
  • Umsetzung
    • Aufsicht durch das BKartA
    • Aufsicht durch die Europäische Kommission
  • maßgeblich sind die Auswirkungen auf den europäischen Markt
    • auch Unternehmen aus Nicht-Mitgliedstaaten werden überwacht
slide22

Urteil des LG Mannheim, 16.04.1999

  • Stromliefervertrag zwischen Lieferant und Weiterverteiler mit 10jähriger Laufzeit
    • mit Demarkationsklausel/ Gebietsschutzvereinbarung,
    • mit Kundenschutzklausel bzw. Gesamtbedarfsdeckungsklausel
  • Verstoß gegen § 1 GWB, Kombination führte zur Gesamtnichtigkeit des Vertrages (§ 139 BGB)
    • Marktaufteilungen zwischen Erzeugern und Weiterverteilern durch vertikale Lieferverträge unzulässig
    • kein anzuerkennendes Interesse für Wettbewerbsbeschränkungen in der Gesamtschau
slide23

Urteil des LG Köln, 07.06.2000

  • Gasliefervertrag (grenznah) zwischen Lieferanten und Weiter-verteiler
    • mit Gesamtbedarfsdeckungsklausel und
    • Festlaufzeit von 19 Jahren
  • Kombination wurde als Verstoß gegen Art. 81 EGV bewertet und
    • führte zur Gesamtnichtigkeit des Vertrages (§ 139 BGB), da die Laufzeitregelung und die Gesamtbezugsklausel essentielle Bestandteile des Vertrages sind
    • Zur Amortisierung der Unternehmensinvestitionen sind gewisse Vertragslaufzeiten hinzunehmen. Eine Laufzeit von 19 Jahren ist unzulässig.
slide24

Urteil des LG Düsseldorf, 29.09.1999

  • Stromliefervertrag zwischen marktbeherrschendem Lieferanten und Endabnehmer
    • mit Gesamtbedarfsdeckungsklausel und
    • Festlaufzeit von mehr als zwei Jahren
    • (und englischer Klausel)
  • Kombination von Gesamtbedarfsdeckung und Laufzeit wurde als Verstoß gegen § 20 Abs. 1 GWB gewertet und Verwendung untersagt
inhalt des vortrages25
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

energieliefervertr ge bersicht
Energielieferverträge - Übersicht
  • Rechtsnatur eines Energieliefervertrages
  • Abschluss und Zustandekommen
  • Vertragsklauseln im Einzelnen:
    • Art der Lieferung
    • Liefermengen
    • Laufzeit
    • Netznutzung
    • Lieferort
    • Preis- und Entgeltbestimmungen
    • Messung
    • Klauseln zur Vertragsabwicklung
rechtsnatur von energieliefervertr gen
Rechtsnatur von Energielieferverträgen
  • Energielieferverträge sind i. d. R. Kaufverträge i.S.d. § 433 BGB, obwohl Strom und Gas keine „Sachen“ (§ 90 BGB) sind. Daher: Anwendung des allgemeinen Zivilrechts.
  • Charakter als Dauerschuldverhältnis
    • Hauptleistungspflichten Lieferung und Entgeltzahlung
    • Ausnahme EEG / KWKG Einspeisungen: Keine Lieferpflicht
  • Rahmenbedingungen:
    • Insbesondere EnWG
      • Allg. Versorgungspflicht § 10
      • Netzzugang nach §§ 6, 7
    • BGB (inkl. AGB-Vorschriften)
    • Wettbewerbs- und Kartellrecht (GWB, UWG, PrAngV)
    • Vielzahl sonstiger Bestimmungen (AVB, EEG, KWKG etc.)
begrifflichkeiten
Begrifflichkeiten
  • Tarifkunde (AVB)
    • Allgemeine Versorgung § 10 EnWG
    • Vertragsinhalt durch AVB (Novellierung ?)
    • Preise BTO
  • Sonderkunde („jeder, der kein Tarifkunde ist“)
    • Keine automatische Geltung der AVB
    • Vertragsfreiheit / Gesetzliche Grenzen
  • „Energieversorgung“: Trennung in
    • Vertrieb (Verkauf) Stromliefervertrag = Wettbewerb
    • Transport (Netznutzung) – Netznutzungsvertrag = Monopol
arten von liefervertr gen i
Arten von Lieferverträgen (I)
  • Vollversorgungsvertrag („offener Vertrag“)
    • Gesamtbedarf
    • Kleinkunden nach standardisiertem Lastprofil
    • Sonderkunden nach Prognosefahrplan (Abweichungen ?)
  • All-inclusive Vertrag („frei Kundenanschluss“)
    • Lieferung und Transport (Netznutzung)
    • Strompreis und Netznutzungsentgelt (Transparenz ?)
  • Band- und Programmlieferungen
    • Feste Energiemenge geliefert (Prognose erforderlich)
    • Als Band (konstant für 24 h) oder Programm (Zeitfenster)
    • Take-or-pay Risiko
    • Ergänzung durch „offenen“ Vertrag
arten von liefervertr gen ii
Arten von Lieferverträgen (II)
  • Spotlieferungen
    • Kurzfristlieferungen
    • Zeitliche Vorgaben
    • OTC-Handel oder Börse (EEX, LPX)
  • Reserveversorgungsvertrag
    • Energieintensive Produktion ohne Absicherung durch Eigenerzeugung
    • „Sicherungsvertrag“ mit einem EVU (§ 3 der 5. DVO zum EnWG)
    • Quasi „Energieversicherung“
  • Zusatzversorgung
    • Regelmäßige Zusatzleistungen zu im Übrigen Eigenversorgung
  • Abschaltbare Verträge
    • Eigenversorgung in Zeiten von Lastspitzen (Preisgünstig)
arten von liefervertr gen iii
Arten von Lieferverträgen (III)
  • Preisvariable Verträge
    • Bindung an Erlöse von Endprodukten
    • Ggf. kombiniert mit Mindestpreis pro kWh
    • OTC-Handel oder Börse (EEX, LPX)
  • Grüner Strom
    • Regenerative Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse)
    • Umweltbewusste Kleinverbraucher / Industriekunden aus Imagegründen
    • Zertifizierung
    • Erzeugungsunsicherheit: Kopplung mit anderen Bezugsverträgen sinnvoll
arten von liefervertr gen iv
Arten von Lieferverträgen (IV)
  • Bündelkunden/Einkaufsgemeinschaften
    • Preisvorteile durch Mengenaggregation
    • Rechtsformen vielschichtig (GbR, GmbH u.s.w.)
    • Als Einkaufsgemeinschaft Wettbewerbsbeeinflussung, daher rechtliche Kontrolle hinsichtlich Wettbewerbsbeeinträchtigung
  • Liefergemeinschaften
    • Grundsätzlich Wettbewerbsrechtlich bedenklich (aber Arbeitsgemeinschaft?)
  • Rahmenverträge
    • Vielzahl von Abnahmestellen
    • Bündelung der Vertragsgestaltung in Rahmenregelung
    • Aufnahme weiterer Abnahmestellen problemloser möglich
    • Bsp: EFET-Vertrag auf europäischer Ebene
inhalt des vortrages33
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

regelung des netzzugangs nach europ ischem und deutschem recht
Regelung des Netzzugangs nacheuropäischem und deutschem Recht

Stromrichtlinie: „Wahlrecht“ Netzzugang auf Vertragsbasis und/oder Alleinabnehmersystem (Art. 16)

Überarbeitung der Richtlinie: Wegfall des Wahlrechtes?

EnWG: „Kombinationsmodell“System des verhandelten Netzzugangs, vorbehaltlich des Alleinabnehmersystems (§ 5 EnWG)

Verhandelter Netzzugang(§ 6) Durchleitungsvereinbarung aufgrund nicht diskriminierender Bedingungen, Veröffentlichung der Spanne der Durchleitungsentgelte, Verordnungsermächtigung

Alleinabnehmersystem (§ 7) behördliche Bewilligung, Ankaufs- und Vergütungsverpflichtung, Vergütung aufgrund genehmigten und veröffentlichten Tarifs; Überprüfung der Netzzugangsalternative (2003);Außerkrafttreten (2005)

der regelfall anspruch auf bereitstellung der netze
Der Regelfall = Anspruch auf Bereitstellung der Netze
  • § 19 Abs. 1 GWB

Die missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung (...) ist verboten.

  • § 19 Abs. 4 Nr. 4 GWB

Ein Missbrauch liegt insbesondere vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen (...) sich weigert, einem anderen Unternehmen gegen angemessenes Entgelt Zugang zu den eigenen Netzen (...) zu gewähren (...).

  • § 33 GWB

Wer gegen eine Vorschrift dieses Gesetzes (...) verstößt, ist (...) zur Unterlassung verpflichtet; fällt ihm Vorsatz oder Fahrlässigkeit zur Last, ist er auch zum Ersatz des (...) Schadens verpflichtet.

die ausnahme verweigerung des netzzuganges
Die Ausnahme = Verweigerung des Netzzuganges

Gem. § 6 Abs. 1 S. 2 EnWG (§ 19 Abs. 4 Nr. 4 GWB) denkbar bei

  • Unmöglichkeit
    • betriebsbedingte (bspw. Engpass)
  • Unzumutbarkeit
    • § 6 Abs. 3 EnWG: KWK-Klausel ?
    • Art. 4 Abs. 3 NeuregelungsG: Braunkohleklausel ?
    • Art. 4 Abs. 2: Reziprozitätsklausel ?
    • Nicht ausdrücklich benannte:
      • Wirksamer (Alt)/ (Zweit)Liefervertrag ?
      • Vorgaben der Verbändevereinbarung II?
      • keine Messeinrichtungen, keine Lastprofile, kein vorbehaltloses Zahlen von Entgelten, keine Netznutzung des vorgelagerten Netzes, Fehlen von Daten ......
verweigerung der netznutzung i
Verweigerung der Netznutzung (I)
  • Kapazitätsknappheit
    • BKartA vom 22.12.1998 (B 8 – 40100 – T 248/98)ELEKTROMARK ./. Enron, Stadtwerke Lüdenscheid
    • BKartA vom 30.08.1999 ( B 8 – 40100 – T 99/99)RWE, Vasa Energy, Ampere AG ./. Bewag
verweigerung der netznutzung ii
Verweigerung der Netznutzung (II)
  • Bestehende Lieferverträge
    • LG Mainz, Beschluss und Urteil vom 28.02./10.07.2000(11 HK.O 16/00 Kart.) ewh Hammermühle ./. KEVAG
    • LG Berlin, Urteil v. 27.06.2000 (16 O 652/99), Fortum ./. Veag
    • LG Mannheim, Urteil vom 16.04.1999 (7 O 372/98),EnBW ./. Waldshut-Tiengen (Aare Tessin AG)
    • LG Köln, Urteil vom 07.06.2000 (28 O Kart. 559/99),Thyssengas ./. STAWAG
    • OLG Dresden, Urteil vom 28.06.2001 (W 948/01 Kart.)
    • LG Köln vom 18.07.2001
    • LG Kiel, Urteil v. 09.05.2001 (14 O Kart. 68/01) – „Notstrom“
    • OLG Düsseldorf, Urteil vom 07.11.2001Thyssengas ./. STAWAG
    • OLG Stuttgart, Urteil vom 21.03.2002GVS ./. SW Schwäbisch Hall
verweigerung der netznutzung ii39
Verweigerung der Netznutzung (II)
  • Alternativer Leitungsbau
    • LG Dortmund, Urteil vom 01.09.2000(13 O 134/00 Kart.), Trianel ./. Ruhrgas AG
  • KWK-Klausel
    • BVerfG, Beschluss vom 27.04.2000(2 BvR 801/99), Stadt Duisburg ./. BRD
verweigerung der netznutzung iii
Verweigerung der Netznutzung (III)
  • Braunkohleklausel
    • LG Potsdam, Beschluss vom 02.02.2000(51 O 2/00), Fortum ./. e.dis
    • LG Berlin, Urteil vom 27.06.2000(16 O 652/99 Kart.), Fortum ./. VEAG
    • LG Berlin, Urteile vom 25.07.2000(16 O 749/99 Kart. und 16 O 750/99 Kart.),Österreichischer Verbund mit KOM-Strom AG ./. VEAG
    • LG Berlin, Urteil vom 01.08.2000, Deutsche Tractebel ./. VEAG
    • KG Berlin, Urteil vom 10.04.2002 (24 U 65/01)Fortum ./. VEAG
verweigerung der netznutzung iv
Verweigerung der Netznutzung (IV)
  • Reziprozität
    • LG Berlin, Urteil vom 25.07.2000(16 O 749/00 Kart.), Österreichischer Verbund ./. VEAG
    • LG Dortmund, Urteil vom 12.04.2001(13 O 36/01 Kart.), natGas ./. Ruhrgas
    • LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 02.05.2001(3 O 2257/01), natGas ./. Nordbayerische Ferngas
    • OLG München, Urteil vom 15.11.2001(U (K) 3825/01), natGas ./. Ferngas Nordbayern
    • OLG Düsseldorf, Urteil vom 05.12.2001(U (Kart.) 34/01, natGas ./. Ruhrgas
inhalt des vortrages42
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

selbstregulierung durch verb ndevereinbarung
Selbstregulierung durch Verbändevereinbarung?

Verbändevereinbarung über Kriterien zur Bestimmung von Netznutzungsentgelten für elektrische Energie

  • I vom 22. Mai 1998
  • II vom 13. Dezember 1999
  • II plus vom 13.12.2001

Geschlossen zwischen:

  • dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI),
  • der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) und
  • dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK)
  • dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU)
  • der Arbeitsgemeinschaft der Regionalversorgungsunternehmen (ARE)
  • dem Verband der Netzbetreiber (VdN)
inhalt der verb ndevereinbarung i
Inhalt der Verbändevereinbarung I

1

transaktionsbezogener Durchleitungsvertrag zwischen Verkäufer und Netzbetreiber (Abnahmestelle)

v i r t u e l l e r S t r o m f l u ß

2

„eigentliche Lieferung“ zwischen Verkäufer und Käufer/Liefervertrag enthält Regelungen zum Netz

slide45

System der ursprünglichen VV II vom 13.12.1999 – Vertragsgestaltung zur Netznutzung

vertragskonzept vv ii gas

z. B. Niederlande

Deutschland

Überregionaler Ferngasnetz-betreiber

Erdgas-produzent

Überregionaler Ferngasnetz-betreiber

z. B. Bunde

z. B. Eynatten

Import / Gaslieferver-trag § 433

Regionaler Ferngasnetz-betreiber

Händler

Transportvertrag

Transportvertrag

Verteilnetz-betreiber

Gasliefer-vertrag

Transportvertrag

Transportvertrag

Netzanschluss-vertrag

Händler/Lieferant

Netzendkunden-vertrag

Endkunde / Verbraucher

Eigentümer

Gasliefervertrag

Vertragskonzept VV II Gas
slide48

Netzanschlussvertrag

  • Erstellung und Erweiterung des Netzanschlusses bedürfen einer vertraglichen Regelung (AVBEltV oder Sondervertrag)
  • VV II spricht diesen Vertrag ausdrücklich an, enthält jedoch materiell keine Neuerung
  • Kündigung des bisherigen Lieferverhältnisses lässt die rechtlichen Grundlagen des Anschlusses grds. unberührt - bei einheitlichem Vertrag ggf. Klarstellung erforderlich
  • Vertragspartner sind grundsätzlich Anschlussnehmer (Eigentümer) und Verteilernetzbetreiber
slide49

Netznutzung erfordert Netznutzungsvertrag

Netznutzungsvertrag i. S. d. VV II regelt entgeltlichen „Transport“ der Energie und Fragen des Zugangsverhältnisses, z. B.:

  • Technische Entnahmebedingungen
  • Haftung, höhere Gewalt, Unterbrechung der NN
  • Netznutzungsentgelt, sonstige Entgelte, Abgaben und Steuern
  • Zuordnung zu einem Händler = Bilanzkreis
  • Regelungen über Lieferantenkonkurrenz (Unbundling!)
  • Ersatzbelieferung durch Netzbetreiber
  • Vertragsbeendigung
  • ergänzende Bedingungen (Änderungen, Datenverarbeitung)
  • etc.
slide50

Erfordernisse eines Rahmenvertrages

Physische Belieferung erfordert i. d. R. den Abschluss eines Rahmenvertrages mit dem Verteilnetzbetreiber:

  • Verfahren bei Kunden mit und ohne Leistungsmessung (Lastprofile)
  • Führung der Kundenliste
  • Entgelte und Sicherheiten (Wechselgebühr?)
  • Informationsflüsse und Regelungen für Datentransfer
  • Ermittlung der Liefermengen / Ausgleichsregelung
  • Netznutzungsentgelt / Konsortialabgabe (Schuldbeitritt?) ...
  • Derzeit in der Diskussion: „Transportkomponente“ im HRV
  • Abtretung des Toleranzbandes
slide51

Bilanzkreisbildung

Regelzonen

ÜNB 2

Börsen-Bilanzkreis

ÜNB 3

ÜNB 1

Bilanzkreise der

Teilnehmer a, b, c ...

slide52

Bilanzvertrag (I)

Vertrag über die Bilanzverantwortung für einem Bilanzkreis zugeordnete Abnahmestellen zwischen Bilanzkoordinator (ÜNB) und Bilanzkreis-verantwortlichen oder bilanzverantwortlichem Endkunden.

  • Aufgabe und Zweck: Gewährleitung der Ausgeglichenheit der Leistungsbilanz der zugeordneten Einspeisungen und Entnahmen
  • Regelungsinhalt:
    • Bestimmung eines Bilanzkreises und dessen operative Bezeichnung
    • Messungen
    • Vorgaben für bilanzverbindliche Fahrplanwerte
    • Reserveleistung
    • Vergütung ...
  • Bilanzverantwortlicher schließt ggf. Verträge mit Kunden, die seinem Bilanzkreis zugeordnet sind (Subbilanzkreise)
slide53

Bilanzvertrag (II)

  • Physischer Handel erfordert Zugehörigkeit zu einem Bilanzkreis
  • Händler kann, muss aber nicht zwingend selbst Bilanzverantwortung gegenüber dem ÜNB übernehmen
  • Bildung eines Subbilanzkreises denkbar (offener Liefervertrag)
  • Innerhalb einer Regelzone kann Strom bilanzwirksam zwischen verschiedenen Bilanzkreisen übertragen werden
  • Austausch von Strom zwischen verschiedenen Regelzonen nur zwischen Bilanzkreisen desselben Bilanzkreisverantwortlichen
  • Fahrpläne sind nach dem System der VV II unabhängig von der tatsächlichen Einspeisung „bilanzwirksam“
slide54

Bilanzvertrag als Rechtsproblem

  • Bislang von ÜNB vorgelegte Bilanzverträge sind inhaltlich unausgewogen
  • Abrechnung von Ausgleichs- und Regelenergie: enormes Kostenproblem (Arbeits- und Leistungspreise?)
  • Auch wenn Bilanzverträge geschlossen wurden, erfolgt derzeit keine Abrechnung: Rückstellungsproblem
  • Zahlungen (Ausgleichsenergie und T-Komponente) derzeit nur unter Vorbehalt
probleme der vv ii
Probleme der VV II
  • Verbändevereinbarung füllt § 6 EnWG auf freiwilliger Basis aus und ist rechtlich nicht verbindlich
  • Rosinenpicken?
  • Widersprüche zum Gesetz?
  • nur teilweise Umsetzung: Vertragschaos
  • Wechselentgelte
slide56

Wechselentgelte - Bericht der Arbeitsgruppe der Kartellbehörden (I)

  • „Wechselgebühren werden zum Ausgleich der Mehrkosten erhoben, die dem bisherigen Lieferanten und/oder dem Netzbetreiber durch den Wechsel entstehen.
  • Soweit die entstehenden Kosten dem Vertrieb zuzuordnen sind, aber über das Netz erhoben werden, verstoßen Wechselgebühren gegen Kartellrecht.
  • Falls die Kosten dem Netzbetrieb zuzurechnen sind, ist fraglich, ob sie dem wechselnden Kunden bzw. dem neuen Stromlieferanten auferlegt werden dürfen oder auf alle Netzbenutzer umzulegen sind.“ (S. 49)
  • „Ein kartellbehördliches Eingreifen ist regelmäßig nur bei Lastprofilkunden geboten. Die behindernde Wirkung einer Wechselgebühr nimmt im Verhältnis zu den gesamten Strombezugskosten mit zunehmender Größe ab.“
slide57

Wechselentgelt (II)

  • Zulässigkeit eines Wechselentgelts (i. S. v. pauschalisierten Umstel-lungskosten) umstritten:
    • Keine einheitliche Linie bei Kartellbehörden und Rechtsprechung
    • Aktuelles Urteil „Bad Tölz“ (OLG München)
    • VV II plus: keine Einigung; Moratorium bis zu höchstrichterlicher Entscheidung
  • Differenzierung/Abgrenzung erforderlich:
    • wer soll zahlen: Kunde/Lieferant?
    • wem entstehen die Kosten:Vertrieb/Netz?
    • Verursachungsprinzip/pauschaler, wettbewerbsorientierter Ansatz
    • pauschalisierte Umstellungsentgelte / Händlerentgelte
    • Abgrenzung zu Sonderablesung
slide58

Wechselentgelte (III) - OLG Naumburg, Urteil vom 25.06.2001 (1 U Kart. 1/01)

  • Verstoß gegen §§ 19 Abs. 4 Nr. 4 GWB, 20 Abs. 1 GWB
  • Genehmigung nach § 13 Abs. 2 BTOElt schließt kartellrechtliche Überprüfung nicht aus.
  • Angemessenheit der Kundentarife = Prüfung wettbewerblicher Auswirkungen von Tarifen
  • Behinderung i. S. v. § 20 Abs. 1 GWB unabhängig, ob Forderung gegen anderes EVU oder Kunden
  • Unbilligkeit als Ergebnis der Interessenabwägung:
    • Wechselkosten zugunsten Netz– nicht Vertriebssparte
    • Interessensgerecht ist pauschale Einrechnung der Mehraufwendungen in das Nutzungsentgelt der jeweiligen Spannungsebene und „Sozialisierung“ dieser Kosten; daher kein Verstoß gegen § 12 BTOElt
    • „Tarifhopping“ wettbewerblich erwünscht; auch nicht wechsel-bereite Kunden profitieren vom Wettbewerbsdruck der wechsel-willigen Kunden

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Wechselentgelte (VI) - OLG München, Urteil vom 22.11.2001 (Kart. 1/00) (I)

  • Das Gericht hat ein Wechselentgelt für den mit dem Kundenwechsel verbundenen Aufwand des Netzbetreibers als unzulässige Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung des Netzbetreibers qualifiziert. Zwar ist das Interesse des Netzbetreibers an der Forderung eines Wechselentgelts grundsätzlich nachvollziehbar, doch belastet ein Wechselentgelt den neuen Stromlieferanten kartellrechtswidrig.
  • Eine Behinderung im Sinne eines einschlägigen kartellrechtlichen Verbots liegt bereits dann vor, wenn die Forderung des Wechselentgelts für das Wettbewerbsverhalten des neuen Stromlieferanten nachteilig ist.
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Wechselentgelte (VI) - OLG München, Urteil vom 22.11.2001 (Kart. 1/00) (II)

  • Im Rahmen der vom Gericht vorgenommenen Interessenabwägung gewinnt das gesetzgeberische Ziel, das mit der Umsetzung der Richtlinie 96/92/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.12.1996 durch das EnWG verfolgt wurde maßgebliches Gewicht. Durch die Neuregelung des EnWG sollten die Monopole in Elektrizitäts- und Gaswirtschaft abgebaut werden und so ist der Wettbewerb, ausdrücklich als gesetzgeberisches Ziel formuliert worden.
  • Ab welcher Höhe ein jeweiliges Wechselentgelt als unzulässig zu qualifizieren ist muss im jeweiligen Einzelfall entschieden werden, da aufgrund der gegenläufigen Interessen eine Abwägung je nach Einzelfall auch anders ausfallen kann.
aktuelle baustellen der liberalisierung in deutschland
Aktuelle „Baustellen“ der Liberalisierung in Deutschland
  • Höhe der Netznutzungsentgelte und Regelenergiekosten (Angemessenheit, Verkauf unter Einstandspreis/ Preisschere)
  • Umsetzung eines konsequenten Unbundlings (nur buchhalterische, nicht aber organisatorische Trennung, Weitergabe von Daten)
  • Überhöhte Sicherheiten, Wechselgebühren, doppelte Haftung, lange Kündigungszeiten
  • KWKG und EEG wirksam und Umwälzung der Kosten?
  • „Werbung“ und Produktgestaltung (Aufklärung der Endabnehmer über unseriöses Verhalten des Konkurrenten, Beratung über Kürzungsmöglichkeiten, Koppelprodukte etc.)
  • Genehmigungserfordernisse nach Kreditwesengesetz, das Handeln mit Termingeschäften, insbesondere Eigenhandelproblematik
inhalt des vortrages62
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

stand des gesetzgebungsverfahrens
Stand des Gesetzgebungsverfahrens
  • Gesetzentwurf der Bundesregierung vom Dezember 2000 Ziel: Umsetzung der EG-RL-Vorgaben von 1998
  • Stellungnahme Bundesrat und Gegenäußerung Bundesregierung
  • zwei Sachverständigenanhörungen im Deutschen Bundestag äußerst kontrovers
  • Änderungsanträge der Fraktionen (!)
  • Am 17.05.2002 im Bundestag verabschiedet i. d. F. des SPD/Grüne-Änderungsantrages
  • Anrufung Vermittlungsausschuss
  • Letztlich in 14. Legislaturperiode gescheitert
  • Neuer Anlauf (in unveränderter Fassung) in 2003
zentrale neuregelungen
Zentrale Neuregelungen
  • Schaffung spezieller Netzzugangsregelungen und Netzzugangsverweigerungsgründe
  • Speicherzugangsregelung
  • Änderung und Ergänzung Reziprozitätregelung (strittig)
  • Anforderungen an den Netzbetrieb
  • Anforderungen an das „Unbundling“
  • Schaffung „kleiner“ Netzverordnung
  • Klarstellung hinsichtlich Konzessionsabgabenschuldner
  • GWB-Neuregelungen
einrichtung streitschlichtungsstelle beim bmwi
Einrichtung Streitschlichtungsstelle beim BMWi
  • Möglichkeit durch EG-Richtlinie vorgesehen
  • Aufgabe: Klärung von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Netzzugangsverhandlungen und Netzzugangsverweigerungen(§ 6 a II EnWG-E)
  • keine Zuweisung von Vollzugs- oder Eingriffskompetenzen
    • reine Schlichtungsfunktion
    • „normaler“ Rechtsweg bleibt unberührt(vorgeschaltetes Verfahren)
    • bisher für den Strombereich nicht vorgesehen (neu!)
spezielle netzzugangsregelung f r den gasbereich
Spezielle Netzzugangsregelung für den Gasbereich

§ 6 a EnWG-E:

„Betreiber von Gasversorgungsnetzen haben anderen Unternehmen das Versorgungsnetz zu Bedingungen zur Verfügung zu stellen, die nicht ungünstiger sind, als sie von ihnen in vergleichbaren Fällen für Leistungen innerhalb ihres Unternehmens oder über verbundenen oder assoziierten Unternehmen tatsächlich oder kalkulatorisch in Rechnung stellen“.

  • grundsätzlicher Netzzugangsanspruch
  • „unternehmensinterner“ Vergleichsmaßstab
vergleich zur bisherigen rechtslage
Vergleich zur bisherigen Rechtslage
  • Bestätigung des Systems des verhandelten Netzzugangs keine Regulierungsbehörde, keine Preisgenehmigung aber Richtlinienentwürfe Europäische Kommission!
  • Netzzugang analog der Regelung für Elektrizität
  • spezialgesetzliche Normierung des kartellrechtlichen Netzzugangsanspruchs (§ 19 IV Ziff. 4 GWB) jetzt ausdrücklich interner Vergleichsmaßstab §§ 19, 20 GWB bleiben unberührt („Gleichklang“)
  • spezielle Netzzugangsverweigerungsgründe (neu!)
verrechtlichung der verb ndevereinbarungen
„Verrechtlichung“ der Verbändevereinbarungen
  • Wunsch der Verbände (VKU, VDEW) an das BMWi
    • verschiedene Konzepte (zunächst für Strom)
  • Vorschlag vom BMWi / Fraktionen (SPD/Grüne):„Das Netz muss zu Bedingungen zur Verfügung gestellt werden, die „guter fachlicher Praxis“ entsprechen“„Bei Einhaltung der Verbändevereinbarung wird gute fachliche Praxis vermutet (bis 31.12.2003). Im übrigen bleiben §§ 19, 20 GWB unberührt“
    • Einschränkung der Kontrolle des BKartA!
folgen der verrechtlichung
Folgen der „Verrechtlichung“
  • Regelvermutung
  • verfassungs- und europarechtlich bedenklich!
  • Zementierung des Netzzugangssystems für Gasbereich höchst problematisch, da kein Veränderungsdruck /-möglichkeit mehr!
  • Systemänderung noch möglich?
  • Zeitraum der Geltung der Regelvermutung

Stand: Regelung nach kontroverser SV-Anhörung vom Bundestag verabschiedet!

spezielle netzzugangsverweigerungs gr nde
Spezielle Netzzugangsverweigerungs-gründe
  • Netzzugangsverweigerung wegen Take-or-pay-Verträgen
  • Netzzugangsverweigerung wegen Reziprozität
anforderungen an den netzbetrieb
Anforderungen an den Netzbetrieb

Neuer § 4 a EnWG-E:

  • GVU müssen Netzbetrieb zur Erreichung der Ziele des § 1 EnWG sicherstellen sicher, preisgünstig, umweltverträglich
  • Netzbetreiber müssen technische Mindestanforderungen zum Netzbetrieb, Anschluss anderer Netze und zur Interoperabilität (incl. netzkompatible Gasbeschaffenheiten) veröffentlichen. objektiv und nicht-diskriminierend keine Fristen / Sanktionen (bisher)!
unbundlinganforderungen
Unbundlinganforderungen

§ 9 a EnWG-E neu!

  • Einführung Verpflichtung zu „buchhalterischem Unbundling“
  • in interner Buchführung getrennte Konten für
    • Gashandel- und –vertrieb
    • Fernleitung
    • Verteilung
    • Speicherung
    • konsolidiertes Konto für sonstige Tätigkeiten
  • für jeden Bereich Aufstellung einer Bilanz- und einer Gewinn- und Verlustrechnung
  • zur internen Buchführung gehören auch Abschreibungsregeln

 keine Veröffentlichungspflicht für Sparten- und Bereichsbilanzen!

ver ffentlichungspflichten
Veröffentlichungspflichten

§ 6 Abs. 6 EnWG-E:

  • Betreiber von Gasversorgungsnetzen haben ihre geltenden wesentlichen geschäftlichen Bedingungen für den Netzzugang zu veröffentlichen.
  • insbesondere Veröffentlichung von
    • Entgelten für Netzzugang
    • der verfahrensmäßigen Behandlung von Netzzugangsanfragen
  • Angaben über Kapazitäten und Engpässen nur auf Anfrage
  • Umfang zu veröffentlichender Entgelte?
  • keine Fristen und/oder Sanktionen (bisher)!
netzzugangsverordnung f r tarifkunden und vergleichbare abnehmer
Netzzugangsverordnung für Tarifkunden und vergleichbare Abnehmer

Erweiterter § 11 Abs. 2 EnWG-E:

  • Rechtsverordnungsermächtigung für BMWi für Regelung der Allgemeinen Bedingungen für den Netzanschluss und die Netznutzung bei den nach beanspruchter Leistung und Jahresverbrauch den Tarifabnehmern entsprechenden Abnehmern
  • Einfügung auf Vorschlag Bundesrat, weil geltende AVBGas und AVBElt nur auf „klassische“ Tarifabnehmer ausgerichtet sind und RVO-Ermächtigung fehlt.
  • Lückenschließung im „Haushaltskundenbereich“
  • „kleine Netzzugangs-Verordnung“
gwb nderungen
GWB-Änderungen?
  • Einführung sofortiger Vollziehbarkeit von Kartellamtsentscheidungen bei missbräuchlichen Netzzugangsverweigerungen und Netznutzungsentgelten
  • Beweislastumkehr hinsichtlich Höhe Netznutzungsentgelte?

 sofortige Vollziehbarkeit wird kommen!

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Reform der AVBEltV

  • Bisherige AVBEltV als Verordnung aus Monopolzeit (Regelungen nur für Verhältnis Kunde – EVU) sollen ersetzt werden durch „Doppelverordnung“ nach Aufnahme einer entsprechenden Ermächtigung in § 11 Abs. 2 EnWG:
    • AVBEltNetz (Verhältnis Kunde – EVU als Netzbetreiber)
    • AVBEltTarifkunden (Verhältnis Kunde – EVU als Stromlieferant)
  • 1. Entwurf des BMWi vom November 2001 hat heftige Kritik erfahren
  • Aktuell: 3. Diskussionsentwurf, 15. Juli 2002
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Reform der AVBEltV

  • Anliegen des Gesetzgebers grundsätzlich zu begrüßen (Rechtssicherheit)
  • Ausgestaltung im Einzelnen aber unvollständig/unausgewogen:
    • Es fehlen Regelungen zur Ersatzbelieferung für Kunden, die nicht als allgemeine Tarifkunden beliefert werden können
    • Ebenfalls fehlen Regelungen zur Lieferantenkonkurrenz
    • Wechselfristen werden nicht vorgesehen
    • Haftung der Netzbetreiber stark ausgeweitet, Verjährungsregelung weggefallen (dadurch höhere Netzkosten?)
    • Verhältnis zum Rahmenvertrag (Netzbetreiber-Lieferant) bleibt ungeregelt
zusammenfassung
Zusammenfassung
  • EnWG-Änderung führt im Gasbereich zu deutlichen Veränderungen und neuen Anforderungen für GVU´s
  • teilweise Übertragung Regelungen aus Strombereich aber auch eigenständige Neuerungen, insbesondere bereichsspezifisch relevantere
  • Verrechtlichung der VV Gas ist von großer Bedeutung!

 Einstellung auf veränderte Situation notwendig

inhalt des vortrages79
Inhalt des Vortrages

Kennzeichen des deutschen Marktes

Das Aufbrechen alter, das Verhindern neuer wettbewerbsbehindernder Strukturen

Energielieferverträge

Der verhandelte Netzzugang in Theorie und Praxis

Regulierung durch Selbstregulierung: die VV II

Die aktuelle EnWG-Novelle (BT-Drucksache 14/5969 vom 05.05.2001

Neuer EG-Richtlinien-Entwurf vom 13.03.2000

stand des richtlinienverfahrens i
Stand des Richtlinienverfahrens (I)
  • Europ. Kommission hat Entwurf zur Neufassung der Elektrizitäts- und Gas-Richtlinie entwickelt
  • Ziel: schnellere Schaffung eines einheitlichen europ. Marktes durch einheitliche Regulierungssysteme
    • Deutschland als "indirekte Zielscheibe"
  • Kommissionsvorschlag vom 13.03.01
  • Weiterleitung an Parlament und Rat
    • Beschlussverfahren wohl mit qualifizierter Stimmenmehrheit(Art. 251 EGV) - aber nicht unstrittig
stand des richtlinienverfahrens ii
Stand des Richtlinienverfahrens (II)
  • Europäisches Parlament hat Vielzahl von Änderungsvorschlägen beschlossen
  • Schlussfolgerungen des Europäischen Rates (Barcelona-Gipfel) nicht ganz klar
  • Kommissionsbeschluss vom 07.06.2002
  • Gemeinsamer Standpunkt November 2002?
  • Mögliches Inkrafttreten Sommer 2003
  • Umsetzung in Mitgliedsstaaten erforderlich, für Deutschland derzeit Frist von 18 Monaten in Diskussion
vorverlegung der markt ffnung f r strom und gas
Vorverlegung der Marktöffnung für Strom und Gas

Vorschlag der Kommission

  • Strom
    • alle Sonderkunden bis 01.01.2003
    • alle Privatkunden bis 01.01.2005
  • Gas
    • alle Sonderkunden bis 01.01.2004
    • alle Privatkunden bis 01.01.2005
  • Gesamtöffnung bis 2005; Reziprozitätsklausel bis 2005 anwendbar

EP: unterstützt Kommission

Barcelona-Gipfel:

  • Wettbewerb um alle Geschäftskunden ab spätestens 2004 geöffnet
  • kein entsprechender Beschluss zu Privatkunden
strengere unbundling anforderungen
Strengere Unbundling-Anforderungen
  • Übertragungsnetzbetreiber
    • rechtliche Trennung („legal unbundling“)
    • Minimum: Mutter-Tochter-Gesellschaft (Konzern)
    • funktionale Anforderungen an Trennung vom Management! – Interessentrennung
    • „Compliance Programm“ für Mitarbeiter („Code of Conduct“?) EP –
  • Verteilnetzbetreiber
    • ebenfalls rechtliche Trennung ab 01.01.2004
    • aber: Ausnahmen für kleinere Versorger (< 100.000 Kunden) zulässigEP: < 150.000 Kunden!
  • Speicher und LNG (Gas)
    • keine rechtliche Trennung notwendig
netzzugang und einrichtung regulie rungsbeh rde kommissionsvorschlag
Netzzugang und Einrichtung Regulie-rungsbehörde - Kommissionsvorschlag -
  • System veröffentlichter und genehmigter Tarife
  • Einrichtung unabhängiger nationaler Regulierungsbehörden
  • kein ex-post-Handeln, sondern ex-ante
    • Kartellbehörden nicht ausreichend!
  • Aufgaben
    • Festlegung und / oder Genehmigung von Tarifen
    • Festlegung von Regeln zum Management und zur Verteilung von Interconnector Kapazitäten
    • Einrichtung von Kontroll- und Transparenzmechanismen

 Ende des verhandelten Netzzugangs?

netzzugang und einrichtung regulie rungsbeh rde positionen europ parlament und europ ischer rat
Netzzugang und Einrichtung Regulie-rungsbehörde - Positionen Europ. Parlament und Europäischer Rat -
  • In Barcelona haben sich Frankreich und Deutschland gegen unabhängigen Regulierer gewehrt
    • Schaffung eines „Regulierungsmechanismus“mit dem Ziel, „insbesondere die effiziente Überwachung der Bedingungen für die Festsetzung der Tarife zu gewährleisten“
  • EP hingegen: für weiterhin klare Kompetenzen des Regulierers (Ziff. 75)
    • „Festlegung oder Genehmigung der Bedingungen für Abschluss und Zugang zu den Netzen, (...) einschließlich der Tarife oder Tarifrahmen für Übertragung und Verteilung“
    • Berücksichtigung vermiedene Kosten für dezentrale Einspeisung
folgen der richtlinie f r deutschland
Folgen der Richtlinie für Deutschland
  • völliger Umbau des gegenwärtigen Netzzugangssystems in Deutschland im Falle einer weitgehenden Umsetzung des Kommissionsvorschlags / EP
  • im Falle der Aufweichung des Kommissionsvorschlags Veränderungen notwendig, aber Umfang unklar!
  • aufgrund der Stellungnahme des Parlaments ist Ausgang des „Regulierungsstreits“ noch offen

 „Vermittlungsverfahren“

literaturempfehlungen
Literaturempfehlungen
  • Altrock: „Subventionierende“ Preisregelungen – Zur Förderung erneuerbarer Energieträger durch das EEG, München: C. H. Beck-Verlag, im Erscheinen
  • Becker/Held/Riedel/Theobald: Energiewirtschaft im Aufbruch, Köln: Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst, 2001
  • Nill-Theobald/Theobald: Gesetzessammlung Energierecht, München: dtv-Texte, C. H. Beck-Verlag, 2001
  • Nill-Theobald/Theobald: Grundzüge des Energiewirtschaftsrechts, München: C. H. Beck-Verlag, 2001
  • Schneider/Theobald: Handbuch des Rechts der Energiewirtschaft,München: C. H. Beck-Verlag, 2002
  • Theobald/Zenke: Aktuelle Rechtsprobleme der Strom- und Gasdurchleitung, München: C. H. Beck-Verlag, 2001
  • Zander/Riedel/Ritzau/Held/Tomerius: Strombeschaffung im liberalisierten Energiemarkt, Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst, 2000
  • Zander/Riedel/Kraus: Praxishandbuch der Energiebeschaffung, Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst, 2001
  • Zenke, Genehmigungszwänge im liberalisierten Energiemarkt,Verlag Arno Spitz, Berliner Juristische Universitätsschriften, Zivilrecht, Band 19, Berlin, 1998