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WTO – Recht

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WTO – Recht. Streitschlichtungssystem. Historische Entwicklung. Merkmale der Streitbeilegung in der WTO. Abkommen von Diplomaten ausgearbeitet (s. z. B. Art. 3.7, 3.10 DSU) Ausschließliche Rechstsprechung (Art. 23.2 DSU) Verbindliche Rechtsprechung (Art. 23.1, 6.1 DSU)

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wto recht

WTO – Recht

Streitschlichtungssystem

merkmale der streitbeilegung in der wto
Merkmale der Streitbeilegung in der WTO
  • Abkommen von Diplomatenausgearbeitet (s. z. B. Art. 3.7, 3.10 DSU)
  • AusschließlicheRechstsprechung (Art. 23.2 DSU)
  • VerbindlicheRechtsprechung (Art. 23.1, 6.1 DSU)
    • KeineEinseitigkeit (Art. 301 – WT/DS152 / AbkommenüberHandelsschranken)
  • RaschesVerfahren (Art. 3.3 DSU)
  • ZweiEbenen der Rechtsprechung für Standardentscheidungen und Entscheidungennach Art. 21.5 DSU (richtigeBefolgung)
    • UmfassendeRechtsprechung
merkmale der streitbeilegung in der wto 2
Merkmale der Streitbeilegung in der WTO - 2
  • Quasi-richterlichesVerfahren(Art. 16, 17.4, 19 DSU)
  • VertraulicherNatur
  • Suchenach “ZunichtemachungoderSchmälerung”(Art. XXIII GATT, Art. 3.1)
  • ÜberwachteDurchführung (Art. 21, 22 DSU)
  • Die Regelngehen den allgemeinenRegelnüberStaatenverantwortlichkeitvor (lexspecialis)
    • könnenaberdurchdieseRegelnergänztwerden, wenneskeinebesondereRegelunggibt
  • ErgänzendeRegeln in anderen WTO-Abkommen (Art. 1.2, Anhang 2 DSU)
erfolgsstatistik
Erfolgsstatistik
  • Zwischen 1995 und 2009 wurden
    • in 442 Klagen 328 Angelegenheiten vorgetragen
    • 265 Anträge auf Einberufung von Panels (nach vorherigen Konsultationen, s. Art. XXII GATT, 6.2 DSU) gestellt
    • 152 Panel-Berichte angenommen
    • 94 Appellate Body-Berichte angenommen
rechtliche grundlage eines anspruchs art xxiii gatt
RechtlicheGrundlageeinesAnspruchs (Art. XXIII GATT)
  • entweder
    • WurdeeinVorteil
      • Der direktoderindirekt
      • Dem Antragsteller
      • Nach den Abkommenzusteht
    • Zunichtegemachtodergeschmälert
    • DurcheineMaßnahme
      • wenn WTO-Rechtverletztwurde: immer prima facie ZunichtemachungoderSchmälerung (kannwiderlegtwerden, s. Art. 3.8 DSU)
      • DurcheinenichtrechtsverletzendeMaßnahme
    • Oder durchUnterlassung (gemäßeinerVerpflichtung zu handeln)
  • oder
    • das ErreicheneinesZieles der Abkommenwirdbehindert
arten von klagen
Arten von Klagen
  • Art.XXIII GATT
    • Verletzungsklage
    • Nicht-Verletzungsklage
    • Klage auf Grund einer anderen Situation
  • S. auch DSU (Art. 26.1und .2)
    • 26.1 in Bezug auf Klage bei Nicht-Verletzung
    • 26.2 in Bezug auf Klage auf Grund einer anderen Situation
kodak fuji fall klage bei nicht verletzung
Kodak Fuji- Fall: KlagebeiNicht-Verletzung
  • Japan –Maßnahmen von 1989, die dieVerbraucher von Fotofilmen und –papierbeeinträchtigen(WT/DS44/R) („Kodak/Fuji“)
  • Die USA klagen auf ZunichtemachungoderSchmälerung der japanischenZugeständnisse, die nach Art. II GATT für den Import von FotofilmproduktendurchRegierungsmaßnahmengebundensind (1960-1980)
    • Auf Grund von nichtbindenden “Lenkungsmitteilungen”: Notifikationen, Berichte, Empfehlungen, Richtlinien
    • Auf Grund des “Kaufhausgesetzes”: Pflicht, den Staat und Kleinunternehmen zu informieren, Genehmigungspflicht, WartefristenvorEröffnung
    • Auf Grund von “Werbemaßnahmen”: Durchsetzung von Wettbewerbsrecht, besondere “Regeln des fairenWettbewerbs”
  • Klage: Verletzung von Art. III.4 GATT und Nicht-VerletzungZunichtemachungoderSchmälerung
streitschlichtungsorgane
Streitschlichtungsorgane

Schiedsrichter, Art. 22.6 DSU

Einzeln, ad hoc, meist Panelmitglieder

panels einsetzung 1
Panels - Einsetzung 1
  • Gruppen von 3-5 Experten(Art. 8.5 DSU)
    • DreiPanelmitglieder, sofern die Parteiennichtbinnen 10 TagennachEinberufung des Panels übereinkommen, ein Panel aus 5 Mitgliederneinzusetzen (DSU Art. 8.5)
    • Qualifikation und Zugehörigkeit(Art. 8.1 DSU)
      • KönnenentwederRegierungsvertreterseinoderPersonenaußerhalb der Regierung (DSU Art. 8.1)
      • Sollten “gut qualifiziert” sein (vertrautmit WTO-Streitbeilegung) (DSU Art. 8.1)
      • Panelmitglieder, die Regierungsvertretersind, sindangewiesen, “nachihrenpersönlichenFähigkeiten” zu arbeiten, und die RegierungendürfenkeineWeisungengebenoderversuchen, sie zu beeinflussen (DSU Art. 8.9)
      • Unabhängigkeit (Art. 8.2,3 DSU). Auch: Regierungsvertreter (Art. 8.8,9 DSU). Mitglieder von Entwicklungsländern (Art. 8.10 DSU)
      • Sofern die Parteiennichtsanderesvereinbaren, werdenBürger der beidenParteien und von “DrittenParteien” nichtberücksichtigt.(DSU Art. 8.3)
      • IsteineParteieinEntwicklungsland, kannsieverlangen, dassmindestenseinPanelmitgleidauseinemEntwicklungslandkommt (DSU Art. 8.10)
panels einsetzung 2
Panels – Einsetzung 2
  • Empfehlungsliste (Art. 8.4 DSU, nichtausschließlich),
  • Vorschläge (Art. 8.6 DSU)
    • Das WTO-Sekretariat schlägt den ParteienPanelmitgliedervor (DSU Art. 8.6)
    • Die Parteiensindangewiesen, sichnichtgegenvorgeschlagenePanelmitglieder zu stellen, “außerauszwingendenGründen” (DSU Art. 8.6)
  • Nominierung (Art. 8.7 DSU) wennkeineÜbereinstimmungzwischen den Panelmitlgiedernzustandkommt > keineVerzögerungmöglich
    • Wennbinnen 20 TagennachEinsetzungeines Panels keineEinigkeitüber die Panelmitgliederbesteht, kannjede der Parteienverlangen, dass der Generaldirektor die Panelmitgliederauswählt; der Generaldirektorwirddembinnen 10 Tagennachkommen (DSU Art. 8.7)
  • Bezahlt von der WTO
panels funktion
Panels - Funktion
  • Unterstützung des DSB (Dispute Settlement Board)
    • bei der objektivenEinschätzungeinervordiesemanhängigenAngelegenheit (Art. 11 DSU)
      • einschließlicheinerobjektivenEinschätzung der Fakten des Falles
      • und der Anwendbarkeit von und Konformitätmit den in FragekommendenbestehendenAbkommen
    • bei der Abgabe von Empfehlungen (Art. 16,19 DSU) durchAbgabeeinesBerichts
    • der vom DSB angenommenwerden muss
  • Jedes Panel wirdvom WTO-Sekretariat unterstützt (Art. 27.1). Die Abteilung für juristischeAngelegenheiten (“legal affairs division”) istimmerbeteiligt, wirdabergewöhnlichergänzt, entweder von der Ordnungsabteilung (“rules division”) oderanderenoperativenAbteilungen des Sekreatriats. Diesebildeneininterdisziplinäres Team von Wirtschaftsexperten und Juristen..
appellate body ab einsetzung
Appellate Body (AB) - Einsetzung
  • Ständiges Organ aus 7 Personen (Art. 17.1 DSU)
    • Personen von “anerkannterAutorität”
    • “NachgewieseneBefähigung” in Recht, internationalem Handel und auf den Gebieten, die die WTO-Abkommenabdecken (Art. 17.3 DSU)
    • Unabhängig von den Regierungen
    • Von den WTO-Mitgliedernnominiert und dann von einemAuswahlkomitteedemAllgemeinen Rat empfohlen
    • Mitgliedschaftim AB soll die WTO-Mitgliederumfassendrepräsentieren (geographischeVielfalt, Art. 17.3 DSU)
    • versetzte 4-Jahres-Fristen, nureineWiederernennungmöglich (Art. 17.2 DSU)
    • Der Vorsitz des AB wirdjährlichgewählt und kannnureinmalwiedergewähltwerden. ImPrinzipwirdesnachdemRotationsverfahreneingesetzt. Der AB hat eineigenes Sekretariat, das ihn in Rechts- und Verwaltungsfragenunterstützt.
appellate body funktion
Appellate Body - Funktion
  • JedeAnrufungwird von einerKammer (“division”) von 3 Personenbearbeitet (Art. 17.1 DSU)
  • diesewerdenzufällig und imRotationsverfahrenausgesucht und entscheidetüber den Vorsitzenden der division
  • Berufung: beiRechtsfragen und Fragenjuristischer Interpretation imPanelbericht (Art. 17.6 DSU)
  • Vor der EntscheidungMeinungsaustauschmit den anderen AB-Mitgliedern
  • EntscheidungenwerdenentwederimKonsensoder, wennnchtandersmöglich, mehrheitlichgetroffen.
  • AbweichendeMeinungenkönnendemBerichtbeigefügtwerden, werdenaber anonym gehalten (Art. 17.11).
  • EntscheidungensindeigentlichBerichte (Art. 17.14 DSU), die Empfehlungen an den DSB darstellen (Art. 19 DSU), und sindnicht per se verbindlich.
  • Der AB hat seine eigenenVerfahrensregeln.
dispute settlement body dsb
Dispute Settlement Body (DSB)
  • Alle WTO-Mitglieder (Plenarorgan)
  • verwaltet die Verfahrensregeln des DSU
  • Überwacht die Umsetzung (Art. 21 DSU)
  • Konsens-Entscheidungen
  • Ausnahme: “umgekehrterKonsens” gilt für Entscheidungen:
    • zurEinsetzungeinesStreitschlichtungs-Panels (Art. 6 DSU)
    • Über die AnnahmeeinesPanel- oder Appellate Body-Berichts (Art. 16, 17, 19 DSU)
    • zurGenehmigung der Aussetzung von KonzessionenoderanderenVerpflichtungen (Art. 22 DSU)
dsb entscheidungen umgekehrter negativer konsens
DSB-EntscheidungenUmgekehrter/NegativerKonsens
  • Art. 2.4 DSU: Konsensist die Regel, auch in DSU-Verfahren
    • Die unterlegeneParteikönnteeineAnnahmeblockieren
  • Aber in der Entscheidungsfindunglautet die Regelanders:
    • Negativer/ umgekehrterKonsens
      • Art. 6.1, 16.4. 17.14, 22.6 DSU
    • d.h. einKonsens, das – sonstautomatische - InkrafttreteneinerEmpfehlungzustoppen
    • die obsiegendeParteiwirdaber in der Regel demwidersprechen
umfang der rechtsprechung
Umfang der Rechtsprechung
  • Art. 3.2 DSU:
    • Das System dientdazu,
      • die Rechte und Pflichten der Mitgliederaus den bestehendenAbkommenzu wahren
      • und die bestehendenBestimmungendieserAbkommen zu präzisieren, indem man siegemäß den “gewohnheitsrechtlichenRegeln des Völkerrechts” interpretiert
grenzen der rechtsprechung
Grenzen der Rechtsprechung
  • Art. 3.2 DSU:
    • ”Empfehlungen und Regeln des DSB können die Rechte und Pflichtenaus den bestehendenAbkommenwedererweiternnochmindern.”
    • S. auch Art. 19.2 DSU imHinblick auf den AB
  • KeineErmunterung zu “Rechtsprechungs-Aktivismus”
  • Extensive teleologische Interpretation?
hauptparteien
Hauptparteien
  • KlagenderMitgliedstaat
    • Klagebefugnis
      • wennergeltendmacht, dass seine Vorteilezunichtegemachtodergeschmälertwurden (Art. XXIII GATT, Art. 3.3 DSU)Man beachte die breite Interpretation imBananas Fall in Bezug auf die USA (WT/DS27)
    • BeimehrerenKlägern (Art. 9 DSU)
      • Einzelpaneloder
      • Verschiedene Panels mitdenselbenMitgliedern
      • Auf AntraggetrennteBerichte(Art. 9.2)
  • BeklagterMitgliedstaat
    • WieimAntragbenannt
    • BeimehrerenBeklagten
      • Verschiedene Panels mitdenselbenMitgliedern (Praxis)
      • ImmergetrennteBerichte
dritte parteien
DritteParteien
  • Art. 10 DSU:
  • JedesMitglied, das einsubstantiellesInteressean einereinem Panel vorgetragenenAngelegenheit hat
  • beiVortragen der Betroffenheitbeim DSB
  • andersals in der Konsultationsphase (Art. 4. 11 DSU): keineZurückweisungdurch die Parteienmöglich
  • GelegenheitzurAnhörungdurch das Panel und zu schriftlichenEingaben an das Panel
  • DritteParteienmüssen die Vorlagen der StreitparteienbeimerstenTreffen des Panels erhalten.
  • VorlagendritterParteienmüssenebenfalls den Streitparteienvorgelegtwerden und imPanelberichtaufgeführtwerden.
  • Alternative: eigenesabweichendesVerfahren (10.4) vordemursprünglichen Panel (wennmöglich)
  • DritteParteienimPanelverfahrenkönnen “passive Parteien” im AB-Verfahrenwerden (Argentina - Safeguard Measures on Imports of Footwear) (WT/DS121/AB/R)
pflichten der parteien
Pflichten der Parteien
  • Die Verfahrensparteienmüssen die Erfordernisse des DSU in gutemGlaubenerfüllen.
  • Der Appellate Body machte in US – FSC (WT/DS108/AB/RW)deutlich, dass
    • “die Verfahrensregeln des WTO-Streitbeilegunsverfahrensnichtdie Entwicklung von “Abschwächungstechniken” fördernsollen, sonderneinfach die faire, zügige und effektiveLösung von Handelssteitigkeiten.”
beteiligung von privaten dritten
Beteiligung von privatenDritten
  • Die Parteiensindfrei, die MitgliederihrerDelegationen zu wählen; diesekönnenmiteinschließen:
    • Private Rechtsanwälte (Bananas WT/DS27/AB/R, Abs. 4-12)
    • Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen
  • Die ParteienkönnenauchStellungnahmen von Nicht-Regierungsorganisationen und PrivatpersonenihrenEingaben an die Panels und den AB beifügen (Shrimp WT/DS58/AB/R, Abs. 99-110)
amicus curiae briefs
Amicus curiae briefs
  • Individuenoder (Regierungs- oderNicht-Regierungs-) Organisationen
  • die ihreMeinung zu Fragendarlegen, die sichausdem Fall ergeben
  • Durch amicus briefs (mitoderohneAufforderung) oderdurchZeugnis
  • Befugnis der Panels?
    • Art. 13.1 DSU: “Jedes Panel hat das Recht, von jederEinzepersonoderjedemGremium, die es für geeignethält, Informationenoderfachlichen Rat einzuholen.”
    • S. Shrimp Fall WT/DS58/AB/R, Abs. 99-110
  • Befugnis des AB?
    • Nahmim Asbestos Fall (WT/DS135/9) eine “Erklärung” nach 16.1 Verfahrensregeln des AB an, die zurEinholung und Berücksichtigung von Gutachtenaufforderte (Shrimp Case WT/DS58/AB/R, Abs. 99-110)
    • HeftigangefochtenvomAllgemeinen Rat (WT/GC/38, 04/12/00) unterHinweis auf Art. V:2 WTO-Abkommen
arten von steitschlichtungsverfahren
Arten von Steitschlichtungsverfahren
  • Standardverfahren(P / AB)
    • ZunichtemachungoderSchmälerung? (Art. 3.8 DSU, XXIII GATT)
      • Verletzung (Art. 3.8)
      • Nicht-Verletzung (Art. 26.1)
      • Andere Situation (Art. 26.2)
  • Verfahrennach Art. 21. 3 (c) Streitschlichtungsabkommen (Schiedsrichter)
    • AngemessenerZeitraum (RPT, reasonable period of time)
  • Verfahrennach Art. 21.5 Streitschlichtungsabkommen (P / AB)
    • RichtigeAusführung?
  • Verfahrennach Art. 22. 6 DSU Streitschlichtungsverfahren (ursprüngliches Panel oderSchiedsgericht)
    • Grenzen der Gegenmaßnahmen
alternative verfahren
Alternative Verfahren
  • Schiedsgerichtsbarkeitnach Art. 25 DSU
    • Siesollterascharbeiten und nachihremeigenen, von den ParteienvereinbartenVerfahrensrechtablaufen
    • Siekannnach den Regeln (mutatis mutandis) von Art. 21 und 22 DSU durchgesetztwerden.
  • Art. 5 DSU (diplomatischeVerfahren):
    • GuteDienste
    • Vergleich
    • Vermittlung
verfahrensschema
Verfahrensschema

4.7 DSU

12.9 DSU

17.5. DSU

16.4 DSU

17.14 DSU

zeitliche begrenzung aus gr nden der effizienz erforderlich
ZeitlicheBegrenzungausGründen der Effizienzerforderlich

Art. 3.3 DSU: “ Die sofortigeKlärung von Situationen, in deneneinMitglied der Auffassungist, dassVorteile, die sich für das Mitgliedmittelbaroderunmittelbar auf Grund der unter die VereinbarungfallendenÜbereinkommenergeben, durchMaßnahmeneinesanderenMitgliedsgeschmälertwerden, trägtwesentlichzumwirksamenFunktionieren der WTO und zurErhaltungeinesasugewogenenVerhältnisseszwischen den Rechten und Pflichten der Mitgliederbei.”

panelverfahren phasen art 12 16 dsu
PANELVERFAHREN – Phasen (ART. 12 - 16 DSU)
  • ErsteschriftlicheVorlage (First Written Submission) des Klägers (normalerweise 3-6 WochennachZusammensetzung des Panels)
  • ErsteschriftlicheVorlage (First Written Submission) des Beklagten (normalerweise 2-3 Wochendanach)
  • ErsteSitzung des Panels mit den Parteien (normalerweise 1-2 Wochendanach)
  • ZweiteSitzung des Panels mit den Parteien (normalerweise 1-2 Wochennach den schriftlichenErwiderungen)
  • “DeskriptiverTeil” des Panel-Berichts (Streitgeschichte und Wiedergabe der Argumente der Parteien)
  • “Zwischenbericht” (Entwurf des Gesmatberichtseinschließlich der juristischen Ergebnisse und Schlussfolgerungen)
  • Abschlussbericht
antrag
Antrag
  • SchriftlicherAntrag Art. 6.2 DSU)
  • Darstellung der Sachlage (die einzelnenstrittigenMaßnahmen)
  • KurzeZusammenfassung der Rechtsgrundlage
  • Und ZunichtemachungoderSchmälerung
  • Nichtausführlich, sondern so, dasses “zurVerdeutlichung des Problems” ausreicht
  • was bereitsGegenstand von Konsultationen war
  • vorgeschlagenerWortlaut, falls einbesonderesMandatgewünschtwird

Ob Standard- oder Sonderverfahren, das Mandat ist entscheidend für das Fachgebiet des zu entscheidenden Falles (7???)

angegriffene ma nahme
AngegriffeneMaßnahme
  • Um welcheMaßnahmehandeltessich, welchekannangegriffenwerden?
    • Handlungen des Exekutivorgans
    • ZwingendeRechtsvorschrift
    • GesetzemitEntscheidungsspielraum
      • Abs. 301 der Entscheidung (DS152): “abschreckendeWirkung” ausreichend?
einsetzung des panels
EINSETZUNG DES PANELS
  • NurnachvorausgegangenenKonsultationen
    • Informationsaustausch (manchmalkontraproduktiv)
  • auf Antrag des beschwerdeführenden WTO-Mitglieds
  • spätestens auf der zweitenSitzung des Dispute Settlement Board (DSB) nachAntragstellung
    • kann der KlägereineSitzungbinnenzweiWochennachAntragstellungverlangen
    • Die beklagteParteikann die Einsetzungeines Panels auf der ersten DSB-Sitzung, die den Antrag auf der Tagesordnung hat, stoppen
  • sofernkeinnegativerKonsensbesteht (d.h. “abzulehnen”)
mandat
Mandat
  • Entweder auf Vorschlag des Antragstellers
  • wenn die beklagteParteibinnen 20 TagennachEinsetzungihrEinverständiserklärt
  • Sonst:
  • Oder eswirderteiltvomVorsitzendennachErmächtigung des DSB “nachKonsultationmit den Streitparteien”
  • DSU Was nichtimMandatenthaltenist, kommtnichtvor das Panel > Art. 7.2 (????)
  • Grenzen: Art. 3.2 DSU

„Sie prüfen im Licht der einschlägigen Bestimmungen in (Bezeichnung/ des/ der unter die Vereinbarung fallenden Übereinkommen/s, auf das/die sich die Streitparteien beziehen), die von (Name der Partei) in Dokument ... Dem DSB unterbreitete Angelegenheit und treffen Feststellungen, die den DSB bei seinen in diesem/diesen Übereinkommen vorgesehenen Empfehlungen oder Entscheidungen unterstützen.“

arbeitsverfahren des panels
ARBEITSVERFAHREN DES PANELS
  • Die Arbeitsverfahren für Panels sind in Anhang 3 DSU aufgeführt.
  • Das Panel hat einengewissenEntscheidungsspielraum, um mitbestimmtenSituationen in dem Fall umzugehen, aberes muss imRahmen des vorgeschriebenenVerfahrensbleiben (EC-Hormones – WT/DS26/DS48) und darfnichtausdrücklicheBestimmungen des DSU außerAchtlassenoderabändern (India-Patents US – WT/DS50) .Anhang 3 enthältaucheinenVorschlag für einenZeitplan.
  • Fernerentscheidet das Panel nacheinererstenSitzung zu organisatorischenFragenauchüberdetallierte ad hoc-Arbeitsverfahren.
aufgabe des panels
AUFGABE DES PANELS
  • Art. 11 DSU: „ ... nimmt das Panel eine objektive Beurteilung der vor ihm liegenden Angelegenheit vor
  • EinschließlicheinerobjektivenBeurteilung des Sachverhalts
  • Und der Anwendbarkeitsowie der Vereinbarkeitmit den einschlägigenunter die VereinbarungfallendenÜbereinkommen
  • Und trifft andere Feststellungen, die dem DSB helfen, die in den unter die Vereinbarung fallenden Übereinkommen vorgesehenen Empfehlungen abzugeben oder Entscheidungen zu treffen.“
objektive beurteilung der angelegenheit
OBJEKTIVE BEURTEILUNG DER ANGELEGENHEIT
  • Ein Panel verletzt seine PflichtzurobjektivenBeurteilung der vorihmliegendenAngelegenheit
    • wenneseineAngelegenheitbeurteilt, die ihmnichtvorgelegen hat (ne ultra petita) – zu viel
    • wennes in seinemMandatnichtalle von den ParteiengenanntenFakten und Rechtsquellenberücksichtigt – zu wenig
    • wennesseinenErmessensspielraum (vom AB festgelegt!) bei der Rechtsprechungüberschreitetoder
    • wennesBeweismittelabsichtlichfalschinterpretiertoderwillentlichverzerrt
berpr fungsstandard
Überprüfungsstandard
  • Wieweitkommt man den Mitgliedstaatenentgegen?
    • „de novo review“ oder „völligesEntgegenkommen“
    • AB: weder/noch > objektiveBeurteilung des Sachverhalts(Art. 11 DSU)
  • WelchenSchlusskann man aus Art. 17.6 Antidumping-Abkommenziehen?
  • In anderenTeilen des WTO-RechtsgibteskeinevergleichbareRegel!
  • Gängige Praxis:
    • Entgegenkommen in Fällen des öffentlichenGesundheitswesens (Hormone, Asbest)
      • In allenFällen, in deneneineParteieineAusnahmegeltendmacht? Oder nurbesondereAusnahmen (außerhalb von Handelsangelegenheiten)?
    • GenauerePrüfungbeiFällen von Handelsschutz (Dumping, Subventionen etc., s. den Fall Frozen Lamb – WT/DS177/DS178)
      • “kritische”, “gründliche” Prüfung der Erklärung der Mitgliedstaaten
panelbericht
PANELBERICHT
  • BeschreibenderTeil (Art. 15.1 DSU)
  • Zwischenbericht (Art. 15.2 DSU)
  • Abschlussbericht (Art. 19 DSU, Empfehlungen)
empfehlungen eines panels
EMPFEHLUNGEN EINES PANELS
  • Feststellung der Vereinbarkeit–keineEmpfehlung
  • FeststellungeinerUnvereinbarkeit- Empfehlung, “dass das betreffendeMitglied die MaßnahmemitdemÜbereinkommen in Einklangbringensoll (Art. 19.1 DSU)”
  • KeinebestimmteMaßnahmeerforderlich
  • Aber in seltenenFällen die Empfehlung, die MaßnahmemitdemÜbereinkommen in Einklang zu bringen (Art 19.1 DSU)
    • EntwederdurchZulassen von Alternativen
    • Oder durchEmpfehlung, eineMaßnahmeaufzuheben
berufungsverfahren
BERUFUNGSVERFAHREN
  • Einleitung des Berufungsverfahrens (nurdurch die Hauptparteien, Art. 17.4 DSU, keineweitereStellungnahmeerforderlich)
  • SchriftlicheEingabe des Klägers
  • SchriftlicheEingabe des Berufungsbeklagten
  • SchriftlicheEingabeDritter (die weiterbeteiligtseinkönnen)
  • MündlicheAnhörungvoreinemAusschuss des Berufungsgremiums
  • Entscheidung des Berufungsgrmiums
entscheidung des berufungsgremiums
ENTSCHEIDUNG DES BERUFUNGSGREMIUMS
  • Auf Antrag (Art. 17.4 DSU), kann das Berufungsgremium
  • “die rechtlichenFeststellungen und die Schlussfolgerungen des Panels bestätigen, abändernoderaufheben” (Art. 17.13 DSU), die imBerufungsantrag und evtl. imGegenberufungsantragaufgeführtwurden.
  • Der StreitfalldarfnichtzurweiterenPrüfung an das Panel zurückverwiesenwerden.
annahme von berichten durch den dsb
ANNAHME VON BERICHTEN DURCH DEN DSB
  • Panel- (Art. 16 DSU) oderBerufungsgremiumsbericht (Art. 17.14 DSU)
  • Angenommen (wirdverbindlichesinternationalesRecht)
    • Falls endgültig (keineBerufungoderEntscheidung des Berufungsgremiums)
    • DurchumgekehrtenKonsens (binnen 30 Tagen)
      • D.h. Konsens, den Berichtnichtanzunehmen
verbindlichkeit
VERBINDLICHKEIT
  • Im Fall zwischen den Parteien
  • keine “stare decisis” -Lehre
    • KlauselzumLeitenlassen Art. XVI WTOA????????????
    • Verbindliche Interpretation (Art. VIII WTOA)????
  • aber
    • Bezugnahme auf frühereEntscheidungen (von Panels und Berufungsgremium)
    • Entscheidungen des Berufungsgremiumswerden von den Panels respektiert
    • Ergebnis: einegewisseStabilität und VorhersagbarkeitrechtlicherEntscheidungen
    • S: den Zeroing-Fall WT/DS344/AB/R U.S. – Stainless Steel (Mexico)
fr here panel und berufungsgremiumsentscheidungen
FRÜHERE PANEL- UND BERUFUNGSGREMIUMSENTSCHEIDUNGEN
  • Art. 31(3)(b) WVK: “”jede spätere Übung bei der Anwendung des Vertrags, aus der die Übereinstimmung der Vertragsparteien über seine Auslegung hervorgeht“
  • Sind frühere Panel-Entscheidungen (nachdemalten GATT) solcheÜbung?
    • Japan Alcohol Panel: ja (Japan Alcoholic Beverages (WT/DS8,10,11R)
    • Berufungsgremium in demselben Fall: nein
    • “Wirglaubennicht, dass die VERTRAGSPARTEIEN, alssiebeschlossen, einen Panel-Berichtanzunehmen, die Absichthatten, ausihrerEntscheidungeineendgültige Interpretation der entsprechendenBestimmungen des GATT 1974 zu machen. Wirglaubenauchnicht, dass dies in GATT 1994 in Erwägunggezogenwurde.
    • … Siesindnichtverbindlich, außer um diesenbestimmtenStreitzwischen den Parteien dieses Streits zu lösen”
    • ... Wirstimmenaber zu, dass “ein Panel trotzdemnützlicheHilfebei der Berücksichtigungeinesnichtangenommenen Panel-Berichtsfindet, den es für relevant hält”.

“DieseSchlussfolgerung gilt auch für angenommeneBerichte des Berufungsausschusses.“ (WT/DS58/AB/RW – US Shrimp Art. 21.5)

ergebnis eines verlorenen falles
ERGEBNIS EINES VERLORENEN FALLES
  • Den Empfehlungenfolgen?
    • Art. 19.1 DSU
    • SpezielleEmpfehlungen (z.B. AußerkraftsetzungeinesStatuts)
  • Alternative: Entschädigung ?
    • S. Art. 21.1, 21.3, 21.6 DSU
    • Aberauch Art. 3.7 und 22.1 DSU
  • PflichtzurBeachtung und Durchführung
  • Entschädigungnurzeitlcihbegrenzt
  • (Art. 22 DSU) RisikobeiNicht-Beachtung: VergeltungdurchAusetzung von Zugeständnissen (Art. 22 DSU)
  • Obergrenze: Spektrum von ZunichtemachungoderSchmälerung (Art. 22.4 DSU)
  • KeinSchadensersatzvorAblauf der “angemessenenFrist” zurErfüllung (Art. 21.3 DSU)
umsetzung
UMSETZUNG
  • VerpflichtungzurUmsetzung

- “UnmittelbareBeachtung” wirdalswesentlich für die Glaubwürdigkeit des Systems angesehen (Art. 21.1 DSU )

    • (Art. 21.3 DSU )”Unmittelbare” Beachtungwirderwartet, wo dies machbarist (Art. 21.3 DSU )
    • WennunmittelbareBeachtungnichtmachbarist, muss das Mitglied die Entscheidung “binneneinesangemessenenZeitraums” umsetzen (Art. 21.3 DSU )
      • Normalerweisebinnen 12 – 15 Monaten
      • Sachstandsberichterforderlich (21.6)
  • BeiNicht-Beachtung
    • Vergeltungerlaubt (Aussetzung von Pflichten, Art. 22 DSU)
    • Abernurals “letztesMittel” (Art. 3.7 DSU)
  • Sonderregeln für von EntwicklungsstaatenvorgebrachteFälle, s. Art. 21.7 and 21.8 DSU
umsetzungsregeln 1
UMSETZUNGSREGELN - 1
  • “UmgehendeBeachtung” wirdalswesentlich für die Glaubwürdigkeit des Systems angesehen (Art. 21.1 DSU)
  • “Unmitttelbare” Beachtungwirderwartet, sofern dies machbarist. (21.3)
  • WennunmittelbareBeachtungnichtmachbarist, muss das Mitglied den Beschlussbinneneiner “angemessenenZeit” umsetzen (Art. 21.3 DSU)
  • Der DSB überwachtdie UmsetzungangenommenerEmpfehlungenoderBeschlüsse. Die Fragenach der Umsetzung der EmpfehlungenoderBeschlüssekannim DSB von jedemMitglied zu jederZeitnachderenAnnahmegestelltwerden. Sofern der DSB nichtandersentscheidet, wird die Frage der Umsetzung der EmpfehlungenoderEntscheidungensechsMonatenach der Benennung des angemessenenZeitraumsnach Abs. 3 auf die Tagesordnung der DSB-Sitzung und bleibt auf der Tagesordnung des DSB, bis die Fragegelöstist(Art. 21.6 DSU)
umsetzungsregeln 2
UMSETZUNGSREGELN - 2
  • EineEntschädigung und die Aussetzung von ZugeständnissenodersonstigenPflichtensindvorübergehendeMaßnahmen, die zurVerfügungstehen, wenn die Empfehlungen und EntscheidungennichtinnerhalbeinesangemessenenZeitraumsumgesetztwerden. (Art. 22.1 DSU)
  • “Auf Schadensersatzleistungensollnurdannzurückgegriffenwerden, wenn die sofortigeRücknahme der Maßnahmepraktischnichtmöglichist, und alsvorübergehendeMaßnahmebiszurRücknahme der Maßnahme, die miteinemunter die VereinbarungfallendenÜbereinkommenunvereinbarist “(Art. 3.7 DSU)
  • “Eine für die Streitparteienbeiderseitsakzeptable und mitden unter die VereinbarungfallendenÜbereinkommenübereinstimmendeLösungisteindeutigvorzuziehen.” (Art. 3.7 DSU)
  • “EineEntschädigungerfolgtfreiwillig und muss, falls siegewährtwird, mit den unter die VereinbarungfallendenÜbereinkommenvereinbarsein. “ (Art. 22.1 DSU)
  • S. allgemein Art. 3.2 DSU: “Rechtsgrundsatz”-Argument
  • S. das historische Argument: GATT –Praxis und Art. XVI.1 WTO-Abkommen
schritte der umsetzungsphase
SCHRITTE DER UMSETZUNGSPHASE
  • Sitzung des DSB innerhalb 30 TagennachAnnahme des Berichtseinzuberufen:
    • Die betreffendeParteiunterrichtetüberihreAbsicht (Art. 21.3 DSU)
    • unmittelbareUmsetzungoder in “einemangemessenenZeitraum”
  • „AngemessenerZeitraum für die Umsetzung: (Art. 21.3 DSU)
    • wird von demMitgliedstaatvorgeschlagen und vomBerufungsgremiumgenehmigt
      • PositiverKonsens!
    • ein von den Streitparteieninnerhalb 45 TagennachAnnahme der Empfehlungen und EntscheidungengemeinsamvereinbarterZeitraum
    • durchverbindendlichenSchiedsspruchinnerhalb von 90 TagennachAnnahme der Empfehlungen und EntscheidungenfestgelegterZeitraum (15 Monate, kürzeroderlänger)
      • Einzelchiedsrichter
      • GewöhnlichausdemUrsprungspanel
  • RegulärerZeitraum (Art. 21.4 DSU): AbEinsetzungeines Panels biszurFestsetzungeinesangemessenenZeitraums – 15 Monate
  • Überwachungdurch DSB (Art. 21.6 DSU)
    • Die Umsetzung der Empfehlungwirdvom DSB überwacht. Die Angelegenheitbleibt auf der TagesordnungallerSitzungen, bis die Fragegeklärtist.
  • Am Ende des angemessenenZeitraums: entwederUmsetzung, temporäreEntschädigungoderAussetzungalsVergeltung
umstrittene verfahren in der umsetzungsphase
UMSTRITTENE VERFAHREN IN DER UMSETZUNGSPHASE

Art. 21.3 DSU

„Angemessene Zeit für Umsetzung“

Schiedsrichter, 1 oder mehrere

Art. 21.5 DSU

„vollständige Umsetzung“

Panel / Berufungsgremium

Art. 22.6,7 DSU

„Umfang der Aussetzung“

Panel oder Schiedsrichter

„Sequencing“-Problem im Verhältnis zu Genehmigung, 22.6

umsetzung ausreichend
UMSETZUNG AUSREICHEND ?
  • BeieinerMeinungsverschiedenheitüber die Frage, ob die Empfehlunggenauumgesetztwurde
  • kannjedeParteibeim DSB einePanelentscheidungdarüberverlangen (nachMöglichkeitbeimursprünglichen Panel), s. Art. 21.5 DSU
  • Die Entscheidungergehtbinnen 90 Tagen, nachdem die Angelegenheit an das Panel verwiesenwurde. BerufungbeimBerufungsgremiumistmöglich!
  • Aber der obsiegendeAntragstellerkannauchbinnen 30 TagennachAblauf des “angemessenenZeitraums” eineGenehmigungbeantragen, Zugeständnisseauszusetzen (Art. 22.6 DSU).
  • Dies ist das “Sequencing-Problem”, das bishernur in der Praxis gelöstwurde, nichttheoretisch.
    • Besteht die Möglichkeit des Missbrauchs?
sequencing
“Sequencing”
  • Müssen die Parteienabwarten, bevorsie die GenehmigungzurAussetzung von Zugeständnissenbeantragen? (Art. 22.3 DSU)
  • BiseinStreitüber die hinreichendeUmsetzung von Panel und Berufungsgremiumentschiedenwurde (Art. 21.5 DSU)
  • KönntenbeideVerfahrenbinnen den in Art. 22.6 DSU vorgesehenenTagenabgeschlossensein?
  • Oder laufenbeide parallel?
  • Welches Problem stelltsich, wenn die Aussetzungaufgeschobenwerden muss?
sequencing in der praxis
“SEQUENCING” IN DER PRAXIS
  • Im Bananas Fall wurdevom DSB die Parallelitätakzeptiert
  • Der Fall nach Art. 21.5 und nach 22.6 DSU wurde von demselben Panel behandelt und gleichzeitigentschieden (binnen der 90 Tagenach 21.5, abernachAblauf der 30 Tage in 22.6)
    • die einseitigenSanktionen der USA (nach 30 Tagen) wurdenalsrechtswidrigerklärt.
  • Daraufhinkamen die Parteienüberein: BeideVerfahrensollenzumselbenZeitpunktbeginnen, aber das Schlichtungsverfahrenwirdausgesetzt, bis die Entscheidungnach 21.5 endgültigist.
entsch digung
ENTSCHÄDIGUNG
  • “Entschädigung” bedeutetstärkerenMarktzugang für ProdukteoderDienstleistungen, die nichtsmitdemStreitfall zu tunhaben.
  • Freiwillig – beiderseitigesEinverständniserforderlich
  • Muss mit den WTO-Verpflichtungenvereinbarsein (Art. 22.1, 3.5 DSU)
      • Handelsverlagerungmöglich!
  • alsÜbergangslösunggedacht – sollkein Ersatz für die Umsetzungsein (Art. 22.1 DSU)
  • S. den Fall Japan-alcoholic beverages – WT/DS8/DS10/DS11 (längereZeit für die Umsetzung für eineinzigesProdukt – Shochu – für Entschädigung)
aussetzung
AUSSETZUNG
  • Auf Antrag der obsiegendenPartei
  • enspricht der Ebene von ZunichtemachungoderSchmälerung (Art. 22.4 DSU)
    • Was bedeutet das? Ist das wirklicheineabschreckendeSanktion?
    • S. Art. 4.10 FN 9 ÜbereinkommenüberSubventionen und Ausgleichsmaßnahmen
  • Binnen 30 TagennachAblauf der angemessenenZeitspanne
    • Schließt dieses Limit für die EntscheidungauchAnträgedanachaus? S. die 20-Tages-Frist in Art. 22.2 DSU!
  • Wenn die beklagteParteinichteinverstandenist: Schiedsverfahrendurch das UrsprungspanelodereinenvomGeneraldirektorbenanntenSchiedsrichterbinnen 60 Tagenüber die allgemeineZulässigkeit (Art. 22.6, 7 DSU) (s. z.B. Art. 8.3 ÜbereinkommenüberSchutzmaßnahmen) und den Umfang der Aussetzung
  • Genehmigungvom DSB (Art. 22.7 DSU)
    • wirdgewährt, sofernkeineKonsensentscheidung, den Antragzurückzuweisen
    • ZulässigerUmfang der Aussetzungistderjenige, welchervomKlägerodergegebenenfallsvomSchiedsrichtervorgeschlagenwird.
aussetzung1
AUSSETZUNG
  • AussetzungisteineFacetteeinerAntworteinesStaates auf ungesetzlichesVerhalteneinesanderenStaates.
    • WarumnichtEntschädigung, Vergeltung?
  • ImGegensatzzumallgemeinenVölkerrechtistAussetzung in der WTO nurrechtmäßig, wennsievom DSB genehmigtwurde (s. die voreiligenSanktionen der USA im Banana Fall – WT/DS27)
  • Es gibtandereFälle von Aussetzung, ohnedasseineGenehmigung der WTO erforderlichwäre: Art. VI, XIX und XXVIII GATT. Warumwerdendieseandersbehandeltals der Fall in Art. 22 DSU?
m glichkeiten der aussetzung
MÖGLICHKEITEN DER AUSSETZUNG
  • Vergeltung: derselbeSektor (Art. 22.3 DSU, z.B. WarenoderfinanzielleDienstleistungen)
  • “Cross-Retaliation “(Art. 22.3 DSU): andereSektoren, andereunter die VereinbarungfallendeÜbereinkommen (Waren, Telekommunikation, öffentlichesAuftragswesen). Z.B. Bananas/TRIPS (vgl. Guatemala vs. EC)
aufrechnung von sch den
AUFRECHNUNG VON SCHÄDEN?
  • Das StreitschlichtungssystemkenntkeineRückwirkung = keinenSchadensersatz für vergangeneSchäden (s. Art. 19.1 DSU????)
  • In der Praxis des GATT bestandÜbereinstimmung, dass die allgemeinenRegeln der StaatenverantwortlichkeitimVölkerrechtnichtanzuwendensind auf die allgemeinePflichtzurWiedergutmachungoderEntschädidung für erlitteneSchäden (= insofernein “self contained regime” (eigenständiges System))
  • Was sind die Konsequenzenaus der Kombination “keinSchadensersatz für die Vergangenheit + nur in der Höhe von ZunichtemachungoderSchmälerung”?
    • ÖkonomischeAnalyse?
systemische fragen
SYSTEMISCHE FRAGEN
  • IstAussetzungalsVergeltungwirtschaftlichakzeptabelbzw. sinnvoll?
  • IstAussetzung in den Grenzen von Art. 22.4 DSU eineeffizienteVergeltung?
  • Istsiehilfreich für das Rechtssystem?
  • Sind folgendeAlternativenbesser:
    • GeldbußenoderEntschädigungszahlungen
    • Aussetzung der Rechteaus der Mitgliedschaft
    • Aussetzung des Zugangs zu Streitschlichtungsverfahren?
  • Wiesiehtesausmit den Kapazitätsproblemen der Entwicklungsländer?
  • Legitimität der Befugnisse des DSB (Demokratie, Souveränität)?
  • s. Streitschlichtungsübersicht
koorektur von entscheidungen durch mitgliedstaaten
KOOREKTUR VON ENTSCHEIDUNGEN DURCH MITGLIEDSTAATEN?
  • NacheinerEntscheidung der Streitschlichtungsorgane, die als “überzogen” angesehenwird, will einegroßeMehrheit der Mitgliedstaatendiesekippen. Ist das möglich?
  • Falls nicht, gibteseineMöglichkeit, eineähnlicheEntscheidung in der Zukunft zu verhindern?
  • Wiestehtes um eineverbindliche Interpretation?
besondere probleme der entwicklungsl nder
BESONDERE PROBLEME DER ENTWICKLUNGSLÄNDER
  • Macht
    • Taking on a more developed state ???
    • GewichteinermöglichenVergeltung
  • Kapazität
    • Personal
    • Geld/Finanzen
  • Hilfenotwendig
    • Sekretariat
    • Private Institutionen
entwicklungsl nder
ENTWICKLUNGSLÄNDER
  • Art. 3.12 DSU
    • Wenn der KlägereinEntwicklungsstaatist und der BeklagteStaateinIndustriestaat
    • kannerBestimmungen der Entscheidung der VERTRAGSPARTEIEN vom 5. April 1966 geltendmachen
      • Dies istbishernichtvorgekommen. Der Nutzenistfraglich.
    • BesondereBerücksichtigung der Entwicklungsbedürfnisse
    • BesondererZeitplan, der raschereEntscheidungenvorsieht
  • Eine ReiheweitererSonderregeln für die Teilnahme von EntwicklungsländernalsParteiimStreitschlichtungsverfahren
  • Wenn an einemStreitfalleinEntwicklungslandbeteiligtist, muss das Panel in seinemBerichtimmeraufführen, dasseseineBestimmung des WTO-Rechts für besondereoderdifferentielleBehandlungberücksichtigt hat.