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Trittbrettfahrer, Untermieter, Schmarotzer und Co. Otto Moog BOKU, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement. Ökologie VO 831.330 . Beziehungen zwischen Lebewesen. Ökologie VO 831.330 . Inhalt. Kolonien, Staaten, Herden Mutualismus, Phoresie

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Presentation Transcript
otto moog boku institut f r hydrobiologie und gew ssermanagement

Trittbrettfahrer, Untermieter,

Schmarotzer und Co.

Otto Moog

BOKU, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement

Ökologie VO 831.330

slide2

Beziehungen zwischen Lebewesen

Ökologie VO 831.330

inhalt
Inhalt
  • Kolonien, Staaten, Herden
  • Mutualismus, Phoresie
  • Symbiose, Kommensalismus, Synökie, Epökie, Entökie, Metabiose, Parökie
  • Parasitismus, Parasitoide
beziehungen zwischen lebewesen
Beziehungen zwischen Lebewesen

Vorteil – Nachteil - Neutral

beziehungen zwischen lebewesen5
Beziehungen zwischen Lebewesen

Vielzahl verschiedener Beziehungen zwischen Lebewesen:

1. Vergesellschaftungen von Individuen der gleichen ArtStudiengebiet der Soziologie und Verhaltenslehre.

2. Vergesellschaftungen von Individuen verschiedener ArtenStudiengebiet für Ökologen, Parasitologen und Infektiologen.

beziehungen zwischen lebewesen6
Beziehungen zwischen Lebewesen
  • 1. Vergesellschaftungen von Individuen der gleichen Art (intraspezifiche Ass.):
    • Kolonien (z.B. Algen, Korallenstöcke, Moostiere)
beziehungen zwischen lebewesen7
Beziehungen zwischen Lebewesen
  • 1. Vergesellschaftungen von Individuen der gleichen Art (intraspezifiche Ass.):
    • "Staaten" (z. B. Ameisen, Bienen, Termiten)
beziehungen zwischen lebewesen8
Beziehungen zwischen Lebewesen
  • 1. Vergesellschaftungen von Individuen der gleichen Art (intraspezifiche Ass.):
    • Herden
    • Ansammlung von großen Säugetieren (auch gemischte Herden kommen vor, die sich z. B. aus Zebras, Gnus und Straußen zusammen setzen
beziehungen zwischen lebewesen9
Beziehungen zwischen Lebewesen
  • 2. Vergesellschaftungen von Individuen verschiedener Arten:

interspezifische Assoziationen (Symbiosen s.l.) - lassen sich einteilen in

a) Ökologische Beziehungen

b) Trophologische Beziehungen

artfremde vergesellschaftungen kologische beziehungen
artfremde Vergesellschaftungen ökologische Beziehungen
  • Die Individuen leben in der gleichen Umwelt, haben jedoch
    • keine direkte Nahrungsabhängigkeit und
    • keinen (ständigen) Körperkontakt

Mutualismus

Phoresie

mutualismus
Mutualismus
  • Wechselbeziehung zweier artverschiedener Organismen zum gegenseitigen Nutzen
  • beide Partner sind allein überlebensfähig
  • =Gegensatz zu einer Symbiose, im engeren Sinn.
    • (Großer) Zackenbarsch lässt sich von kleinen Meergrundeln den Mund und die Kiemen putzen.
    • Als "Geschenk" erhalten die Putzerfische Speisereste.
    • Diese Assoziation wird auch als "Putzersymbiose" bezeichnet.
mutualismus12
Krokodilwächter,kriecht auf der Suche nach Insekten in das geöffnete Maul von Krokodilen (kommt unbeschadet wieder heraus)

Madenhacker, sammelt Parasiten von Großtieren ab

Mutualismus
mutualismus13
Garnelen, welche die Oberfläche von Fischen nach Ektoparasiten absuchen.

Die Assoziation von Seeanemone und Einsiedlerkrebs bringt gegenseitigen Nutzen

Die Seeanemone profitiert von Nahrungspartikeln, die beim Fressen des Krebses frei werden.

Der Krebs wird durch die Nesselzellen der Seeanemone vor Feinden geschützt

Mutualismus
phoresie transportbeziehungen
Transport von Käfermilben durch Mistkäfer.

Die 1,2 mm langen Milben heften sich oft in Massen an den Käfern fest und lassen sich von ihnen zwischen einzelnen Dunghaufen transportieren, wo sie ihre Beutetiere finden.

Phoresie (Transportbeziehungen)
phoresie
Phoresie
  • Juvenilstadien von Nematoden ("Dauerlarven") lassen sich auf der Oberfläche von Dungkäfern auf neue Substrate (frischer Kot) transportieren.
  • Es besteht keine trophische Abhängigkeit vom "Taxi".
slide16
Schiffshalter sind an größere Fische und Wale (oder sogar Schiffe) angeheftet, um sich transportieren zu lassen

manche haben sie statt einer Rückenflosse eine flache, ovale Scheibe, mit der sie sich festsaugen können.

Phoresie

artfremde vergesellschaftungen trophische beziehungen
Artfremde Vergesellschaftungentrophische Beziehungen
  • Gast-Wirtbeziehung mit (meist ständigem) engem Körperkontakt und fakultativer oder obligater Nahrungsabhängigkeit.
    • Gegenseitige Abhängigkeit und Nutzen(= Symbioseim engeren Sinn)
    • Einseitiger Vorteil und Abhängigkeit ohne Schaden(= Probiose, Kommensalismus i. w. S.)
    • Einseitiger Vorteil und Abhängigkeit mit Schaden(= Parasitismus)
mykorrhiza symbiosen von pilzen und h heren pflanzen
MykorrhizaSymbiosen von Pilzen und Höheren Pflanzen

80 % aller Pflanzenarten leben mit einer Vielzahl von Bodenpilzen in Symbiose

Hyphen umgeben die Wurzeln und dringen in das Gewebe ein

  • Nutzen des Pilzes
    • Assimilatversorgung
  • Nutzen für die Pflanze
    • Wasser-und Nährsalzversorgung
    • Schutz vor Pathogenen
stickstoffassimilation in pflanzen durch symbiontische bakterien
Rhizobien

leben in Wurzelknöllchen

versorgen die Pflanze mit anorg. Stickstoff

Pflanzen

versorgen Bakterien mit Kohlenstoff-Assimilaten und Energie

Wurzelknöllchen der Erle, hervorgerufen durch den Symbionten Actinomyces alni

Stickstoffassimilation in Pflanzen durch symbiontische Bakterien:
flechten symbiosen aus algen und pilzen

Symbiosen

Stickstoffassimilation in Pflanzen

durch symbiontische Bakterien:

Leguminosen

Rhizobien:

- leben in Wurzelknöllchen

- versorgen die Pflanze mit anorg. Stickstoff

Pflanzen: versorgen Bakterien mit

- Kohlenstoff- Assimilaten

- Energie

Symbiosen

Stickstoffassimilation in Pflanzen

durch symbiontische Bakterien:

Leguminosen

Wichtige Nutzpflanzen:

-

Sojabohne (Glycine max)

-

Erdnuß (Arachis hypogaea)

-

Erbse (Pisum sativum)

-

Ackerbohne (Vicia faba)

Symbiosen

Leguminosen: Etablierung der Symbiose

Freilebende Zellen von Rhizobium

Erkennung der Wurzelhaare der Wirtspflanze

(Lektine!)

Einkrümmung der WH, Einschluß des Bakt.

Selektive Wurzelhaarinfektion

Ausbildung des Infektionsschlauches

Infektionsschlauch durchdringt Zellwand und

erreicht Cytoplasma der Rindenzellen

Einwanderung der Bakterien

Vermehrung der Bakterien

Symbiosen

Nutzen

Algen liefern Assimilate

Pilze liefern Wasser, Nährsalze und Schutz

völlig neue Morphologie

Anpassung an Extrembedingungen:

Trockenheit

Nährstoffarmut

-

FlechtenSymbiosen ausAlgen und Pilzen

-

- -

-

-

-

-

-

Symbiosen

Symbiosen von Tieren und Algen:

Chlorella(einzellige Grünalge) mit Hydra

viridis (Süßwasserpolyp)

Chlorella in Ciliaten (Pantoffeltierchen)

Dinoflaggelaten in Korallen

Algenchloroplasten in Gastropoden

Ernährung

Tentakel + Nematocysten + Schleim ⇒

Planktonfresser

Oft nur nachts

An Stellen mit (viel) Strömung, exponiert

Plankton meistens jedoch nur kleiner Anteil

der Nahrung!

Symbionten viel wichtiger!

Zooxanthellen

Einzellige Algen

Photosynthese ⇒

Organische

Verbindungen für

Koralle

Koralle bietet Schutz

und wichtige Nutrienten

Symbiosen

Lesen/Infos:

Campbell:alt:

583-584; 635-637;1218-1231

neu: 652-664;738-746;1403-1416

Ergänzende Informationen:

Mykorrhiza:

http://ch083.thinkquest.hostcenter.ch/

http://www.ipb-halle.de/myk/

Leguminosen:

http://bibd.uni-giessen.de/gdoc/ 2000/uni/p000003/sticksto.htm

D.Werner: Pflanzliche und mikrobielle Symbiosen

Georg Thieme Verlag Stuttgart

slide22
Termiten und Zellulose-abbauende Flagellaten bilden eine Symbiose.

Das Bild zeigt einige im Darm von Termiten lebende Hypermastigiden.

kommensalismus mitessertum probiose
Kommensalismus (Mitessertum)Probiose
  • dem Wirt erwächst weder Nutzen noch Schaden
  • einseitiges Nutznießertum, bei der einer der beiden Partner einen Vorteil aus dem Zusammenleben zieht, während der andere Partner keinen Vorteil erhält, aber auch nicht geschädigt wird
  • Z. B. beteiligt sich ein Partner an der Nahrung des anderen beziehungsweise an dessen Nahrungsüberschuss
kommensalismus im engeren sinn
Kommensalismus im engeren Sinn
  • Aasgeier, die große Landraubtiere begleiten und von deren Beuteresten profitieren, ohne Beeinträchtigungen zu verursachen.
probiose syn kie
Probiose - Synökie
  • Nutzung der Wohnstätte eines anderen Lebewesens.
  • Einmietung (leben) in den Wohnungen anderer Lebewesen, ohne diese zu belästigen.
  • Der Gastgeber duldet die Einmietung, solange die Gäste seine Nahrungsreservennicht wesentlich beeinflussen.
  • Ameisengäste
    • Z. B. Kurzflügler (stellen Milben und „Ungeziefer“ nach, verzehren tote Ameisen, Abfälle etc.)
probiose ep kie symphorismus
Epökie: Das Siedeln auf dem Körper des Wirtes.

Epiphyten, Zum Beispiel wachsen Bromelien und einige tropische Orchideen auf Bäumen. Dadurch erhalten sie bessere Lichtbedingungen, während der Trägerbaum kaum beeinträchtigt wird.

Probiose – Epökie (Symphorismus)
probiose ep kie symphorismus27
Probiose – Epökie (Symphorismus)
  • Epökie: Das Siedeln auf dem Körper des Wirtes.
  • Epizoen(aufsiedelnde Tiere)z. B. siedeln Seepocken auf Walen, Krabben,....
prob i ose ep kie
Vergesellschaftung von Polypen und Fischen

Die Polypen besiedeln fakultativ Fische, ohne diese direkt zu schädigen. Ihr Interesse gilt den Exkrementen dieser Fische. Sie können deshalb nicht als Ektoparasiten bezeichnet werden

Polypenkolonien (Hydrichthys cyclothonis) auf Cyclothone signata.

Probiose - Epökie
probiose ent kie
Probiose - Entökie
  • Einmietung: Wohnen in einem anderen Lebewesen.
    • Z. B. das Bewohnen von bereits vorhandenen Baumhöhlen von Vögel und Fledermäusen.
    • Einsiedlerkrebse bewohnen Häuser von Schnecken, die schon gestorben sind
    • Können aber im Gegensatz zur Metabiose auch andere Wohnorte annehmen: z. B. besiedeln Einsiedlerkrebse auch Konservendosen, Fledermäuse siedeln auf Dachböden.
probiose ent kie30
Probiose - Entökie
  • Aufenthalt im Wirt.
    • Dabei dienen Hohlräume des Wirtskörpers als Wohnung
    • beispielsweise leben einige Krebse im Kanalsystem von Schwämmen.
    • Der Wirt wird dabei meist nicht geschädigt, wobei die Grenze zum Parasitismus nur schwer zu finden ist. So verhalten sich einige Komensale in anderen Entwicklungsstadien auch parasitär.
probiose metabiose
Probiose - Metabiose
  • Stark einseitiges Abhängigkeitsverhältnis einer Art von der Tätigkeit einer anderen Art.
    • Hohltauben und Grünspechte sind zufolge ihrer „weichen“ Schnäbel auf die Höhlen anderer Vögel angewiesen
    • Siedeln nur in geeigneten Baumhöhlen (Einflugloch und Abmessungen des Innenraumes
prob i ose par kie
Probiose - Parökie

Parökie: Nachbarliches Wohnen; Beisiedlung. Ein Lebewesen zieht einen Vorteil daraus, dass es in der Nähe eines anderen lebt.

Schakale, die in der Nähe von Raubtieren leben und dadurch Schutz genießen. Vögel folgen größeren Tieren, die beim Weiden Insekten aufscheuchen

slide33

Weitere Beziehungsformen

  • Probiose - Sozialparasitismus
  • Schmarotzer- oder Kuckuckshummeln (Psithyrus)
  • haben Brutpflege verlernt und schmarotzen an Völkern anderer Hummelarten, indem sie diese ihren Nachwuchs ausbrüten und aufziehen lassen.
weitere beziehungsformen
Weitere Beziehungsformen
  • Kleptobiose (Diebstahl)eine Vergesellschaftung, bei der sich fremde Arten das von anderen gesammelte oder produzierte Nähr - und Baumaterial aneignen
    • Diebameisen in Nestern anderer Ameisen
      • Ameisen, die andere Nester (mit Hilfe von Propaganda-Pheromonen, toxischen Substanzen, Mandibeln usw.) überfallen und die Brut als Nahrung in das eigene Nest eintragen, Beispiel: Solenopsis (Diplorhoptrum) fugax
    • Wachsmottenraupen in Bienenstöcken
ver nderte lebensbeziehungen
Veränderte Lebensbeziehungen
  • Die Beziehungen zwischen Individuen verschiedener Arten sind nicht starr und können sich durch äußere Einflüsse verändern.
  • Aus einem Symbionten kann unter bestimmten Umständen ein Parasit werden.
slide36

Parasiten

Schwerpunkt:

Ökologische Betrachtungsweise, weniger klinisch-medizinischer Ansatz

(z. B. trophische Sicht,

Parasiten als funktionelle Fresstypen)

nominalbedeutung
Nominalbedeutung
  • Seit 15. Jh. „gebuchtes“ Fachwort
    • Tischgenosse, Schmarotzer
  • lateinisch: parasitus, i (Schmarotzer)
  • griechisch: parasitos (sitos: Speise)
    • neben, oder mit einem anderen essend
slide38
„Für den Ökologen ist es wichtig, in einer vollständigen Definition die engen Beziehungen zwischen Parasit und Wirt zu betonen“

(Begon-Harper-Townsend, 1991,

„Ökologie, Birkhäuser Verlag)

definition
Definition:

Parasit

Parasiten sind Lebewesen, die

  • in einem andern Organismus - dem Wirt - leben,
  • von diesem Nahrung beziehen (Nährstoffe von einem Wirtsorganismus erhalten)
  • dabei dem Wirt schaden können, aber normalerweise nicht direkt seinen Tod verursachen
  • bei parasitischen Interaktionen wird auf vorhersehbare Weise dem Wirt zumindest ein gewisser Schaden zugefügt.
definition40
Definition:

Wirt

Der von einem Parasit befallene OrganismusOrganismus, in oder auf dem ein Parasit bzw. Erreger schmarotzt.

was kann zur sch digung des wirtes f hren
Was kann zur Schädigung des Wirtes führen?
  • Parasiten schädigen ihre Wirte durch
    • direkte Interaktionen
      • Zellinvasion,
      • Toxine
      • Nahrungsentzug
    • Folgeerscheinungen von Wirt-Parasiten-Interaktionen
      • Zellen und Moleküle des angeborenen und adaptiven Immunsystems
      • parasitäre Stoffwechselprodukte
haupt neben zwischen und endwirt
Haupt -, Neben-, Zwischen-, und Endwirt

Hauptwirt: der hauptsächlich befallene Wirt, der optimale Verhältnisse zur Entwicklung und Vermehrung bietet

Nebenwirt: dient als Wirt, wenn der Hauptwirt nicht zur Verfügung steht; Gedeihung meist schlechter

Zwischenwirte: Bestimmte Parasiten können nach einander mehrere Zwischenwirte haben. Wirte, die nur bestimmte Entwicklungsstadien des Parasiten beherbergen, z.B. als Larve

Endwirt: Aufenthaltsort des Parasiten im geschlechtsreifen Zustand

z. B. Schweinebandwurm: Zwischenwirt Schwein, Endwirt Mensch

haupt neben zwischen und endwirt43
Haupt -, Neben-, Zwischen-, und Endwirt
  • Zufallswirt: Durch zufällige (akzidentelle) Aufnahme des Parasiten kann es hier zu einer (kurzzeitigen) Entwicklung des Parasiten kommen, der Wirt ist jedoch nicht für eine Vermehrung geeignet, und die Entwicklung des Parasiten ist nicht vollständig.
  • Fehlwirt: Wie beim Zufallswirt findet hier keine Entwicklung statt, da der Wirt nicht dazu geeignet ist.Im Fehlwirt gelingt es dem Parasiten nicht, sich normal zu entwickeln.
  • Gelegenheitswirt: Der Parasit kann sich in diesem Wirt "normal" entwickeln, er wird jedoch nur äußerst selten befallen, da andere Wirte bevorzugt werden
beispiele mensch als fehlwirt
Zerkariendermatitis ("Badedermatitis") beim Menschen: Zerkarien von Vogeltrematodenarten sterben im Fehlwirt ab und führen zu Hautproblemen (Juckreiz, Pusteln)

Kutane Larva migrans bei Infektion mit tierpathogenen Hakenwürmern

Beispiele Mensch als Fehlwirt
definitionen
Definitionen
  • Endoparasit

Parasit lebt im Inneren des Wirtes

    • oftmals artspezifisch
    • oft auf spezielle Gewebe oder Organe beschränkt
definitionen46
Definitionen
  • Exoparasit (Ectoparasit)

Parasit lebt an der Körperoberfläche seines Wirtes

    • oftmals artspezifisch
    • oft auf spezielle Körperregionen beschränkt (z. B. artspezifisch bei Branchiobdellidae)
welche rolle spielen ektoparasiten als krankheits bertr ger
Welche Rolle spielen Ektoparasiten als Krankheitsüberträger?
  • Ektoparasiten sind
    • Lästlinge und können die Körperoberfläche des Wirtes schädigen.
    • können sie auch wichtige Infektionskrankheiten übertragen.
  • folgende Tabelle zeigt Beispiele wichtiger Krankheiten des Menschen, bei denen Arthropoden als Vektoren dienen.
parasit wirt beziehung
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Der Parasit ist wesentlich kleiner als der Wirt
  • Der Parasit lebt in enger räumlicher Assoziation mit dem Wirt
  • Der Wirt dient nicht nur als Energiequelle (Biotop)
parasit wirt beziehung49
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Parasiten beziehen "gratis" Wohnung und Nahrung im Wirt.
    • sie scheinen im Paradies zu leben.
    • das ausgeglichene Habitat und der Schutz vor Prädation sind weitere große Vorteile gegenüber freilebenden Organismen.
  • Betrachtet man die Beziehungen zwischen Parasiten und ihren Wirten genauer, dann wird jedoch deutlich, dass die parasitische Lebensweise komplexe Anpassungen nötig macht.
parasit wirt beziehung50
Parasit-Wirt-Beziehung

Damit ein Parasit vom Wirt Nahrung beziehen kann, muss er in engem Kontakt zu ihm stehen.

  • Welche Konsequenzen können sich daraus ergeben?
    • Der enge Kontakt mit dem Wirt löst Abwehrreaktionen aus (z. B. Einkapseln von Pilzhyphen (Krebspest/ Signalkrebs) oder Muschellarven (Flussperlmuschel/ Regenbogenforelle).
    • Um erfolgreich zu parasitieren, muss der "Gast" die Wirtsabwehr schwächen oder der Wirtsantwort seinerseits eine Strategie entgegensetzen.
    • Der Parasit ist außerdem gezwungen, rasch zu reagieren, um sich auf neue Gegebenheiten einzustellen
parasit wirt beziehung51
Parasit-Wirt-Beziehung
  • das Wirtshabitat ist begrenzt
  • der Wirt hat nur eine beschränkte Lebensdauer.
  • diese Umstände erfordern Strategien zur Habitatveränderung, zum Wirtswechsel.
  • Im Laufe der Evolution ändert sich der Wirt.
  • Wie reagieren Parasiten darauf?
parasit wirt beziehung52
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Wie reagieren Parasiten darauf?
    • Die Parasiten werden zur Koevolution gezwungen: Eine Selektion von Wirten mit effizienterer Immunabwehr erfordert Anpassungen des Parasiten, wie beispielsweise eine erhöhte Virulenz.
    • Diese erhöhte Virulenz des Parasiten wiederum selektioniert Wirte mit niedriger Empfänglichkeit, d.h. einer besseren Wirtsabwehr.
    • Dieses Wettrüsten ("arms race") war entscheidend an der Entwicklung eines komplexen Immunsystems beteiligt.
parasit wirt beziehung53
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Die meisten Parasiten sind stärker an ihre Wirtstiere fixiert als Räuber
  • enge funktionelle Beziehung
  • grundlegende Umstrukturierung des Bauplans
parasit wirt beziehung54
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Ganze taxonomische Einheiten, die zur parasitären Lebensweise übergingen erfahren gruppenspezifische Umwandlungen ihres Bauplanes
    • Trematodes - Saugwürmer
    • Cestodes - Bandwürmer
parasit wirt beziehung55
Parasit-Wirt-Beziehung
  • Viele Parasiten so spezialisiert, daß sie nur noch anhand früher Entwicklungsstadien taxonomisch einordenbar sind
  • Z. B. WurzelkrebsSacculina carcini
sacculina carcini crustacea cirripedia rhizocephala
Lebt endoparasitisch in der Sandkrabbe (Carcinus maenas)

besteht nur mehr aus einem verästelten Geflecht aus Schläuchen, das alle inneren Organe des Wirtskrebses umspinnt

Sacculina carcini(Crustacea, Cirripedia, Rhizocephala)
ern hrungstypen

Ernährungstypen

Eingliederung der Parasiten das Schema der Nahrungs/Ernährungsbeziehungen

ern hrungstypen59
Biophage

Phytophage, Pflanzenfresser

Zoophage, Tierfresser

Nekrophage

Ernährungstypen
phytophage funktionelle fresstypen
Weidegänger

Raspler und Kratzer

Blattminierer

Zellstecher

Phytoplankton-Filtrierer

Zerkleinerer

Filtrierer

Detritusfersser

Räuber

Parasiten

Schnecken

Hakenkäfer

Miniermotte

Moorwasserläufer

Wasserfloh, Muschel

Bachflohkrebse

Muscheln, Schwämme

Bachröhrenwürmer

Libellen, Steinfliegenlarve

phytophage funktionelle Fresstypen

Weitere Fresstypen

ern hrungstypen61
Ernährungstypen

Biophage

  • PhytophagePflanzenfresser
  • Größenverhältnis zwischen Freßtier und Nahrungsorganismus
    • Phytophag (z. B. Reh frißt Triebe)
ern hrungstypen62
Ernährungstypen

Biophage

  • PhytophagePflanzenfresser
  • Größenverhältnis zwischen Freßtier und Nahrungsorganismus
    • Phytophag (z. B. Reh frißt Triebe)
    • Phyto-Episit: großes Freßtier (z. B. Rind) nimmt kleine Pflanzen zur Gänze auf (vernichtet diese)
ern hrungstypen63
Ernährungstypen

Biophage

  • PhytophagePflanzenfresser
  • Größenverhältnis zwischen Freßtier und Nahrungsorganismus
    • Phytophag (z. B. Reh frißt Triebe)
    • Phyto-Episit: großes Freßtier (z. B. Rind) nimmt kleine Pflanzen zur Gänze auf (vernichtet diese)
    • Phyto-Parasit
definitionen64
Definitionen
  • Phyto-Parasit Vergleichsweise kleiner Organismus, der auf oder in einer wesentlich größeren Pflanze lebt, ohne sie notwendigerweise zum Absterben zu bringen
sonderform bei phytoparasiten halbparasit hemiparasit
Sonderform bei PhytoparasitenHalbparasit (Hemiparasit)
  • Pflanzenparasiten die vorwiegend Wasser von ihren Wirten bekommen
    • Sind nicht vollständig auf den Wirt angewiesen
    • Blätter noch wohl entwickelt
    • Wurzelsystem verkümmert; Verkümmerte Wurzeln durch Saugwurzeln mit ihren Wirten verbunden (zapfen den Leitungsbahnen das Wasser ab)
    • heften sich mit kleinen knopfähnlichen Saugwarzen (Hastorien) an die Wurzeln anderer Pflanzen an
hemiparasiten
Hemiparasiten
  • z.B. Augentrost
  • Wachtelweizen
  • Läusekraut
  • Klappertopf
ern hrungstypen67
Biophage

Phytophage, Pflanzenfresser

Zoophage, Tierfresser

Nekrophage

Ernährungstypen
zoophage
Zoophage
  • Parasit-Wirt- Beziehung
  • Räuber-Beute-BeziehungGrenzziehung ist nicht immer klar
slide69
Wodurch unterscheiden sich „Räuber“ von „Parasiten“ ?

Von Prädation spricht man, wenn ein lebender Organismus von einem Prädator total oder partiell konsumiert wird.

definition r uber
Definition „Räuber“

Tiere, welche meist kleinere oder gleichgroße Tiere töten und sie, oder Teile von ihnen verzehren

(Schwerdtfeger 1978

Lehrbuch der Tierökologie

Pareys Studientexte 42).

definition r uber71
Definition „Räuber“
  • Synonyme
    • räuberische Tiere
    • Jäger
    • Beutegreifer
    • Prädatoren
    • Carnivora (Syst.: Raubtiere
      • [Bären, Hunde, Marder, Katzen]
    • Episiten (Räuber-Beute-Verhältnis)
episitische nahrungskette
Episitische Nahrungskette

Primärproduzenten

Pflanzen- oder Detritusfresser

Räuber

Top-Räuber

Körpergrößen nehmen vom ersten zum letzten Glied zu

episitische nahrungskette im see
Episitische Nahrungskette im See

Primärproduzenten ALGEN

Pflanzenfresser WASSERFLOH

Räuber LAUBE

Top-Räuber HECHT

statements
Statements

Der Räuber ist größer als die Beute?

Ein kräftiger und angriffslustiger Räuber kann auch größere Beutetiere überwältigen:

Sperber schlägt die bis zu 3 mal schwerere Ringeltaube

Geparde stellen Gnus etc..........

statements75
Statements

Der „Räuber“ bringt die Beute um

Bringt nur der Räuber seine „Nahrung“ um?

slide76

Parasitoid:

  • Organismus, der seine Nährstoffe von einem Wirtstier erhält und dabei den Wirt tötet
  • Parasitoid = Raubparasit
ern hrungstypen77
Biophage

Phytophage, Pflanzenfresser

Zoophage, Tierfresser

Nekrophage

Nahrung: unterschiedlichste organische Substanzen, die nicht mehr lebend sind

Ernährungstypen
ern hrungstypen78
Biophage

Phytophage, Pflanzenfresser

Zoophage, Tierfresser

Nekrophage

frische Tier- und Pflanzenleichen (Kadaver, z. B. Schmeißfliegen)

Saprophage: faulende Kadaver

Koprophage, Kotfresser

Ernährungstypen
nekrophager parasit
Nekrophager Parasit
  • Parasit tötet den Wirt (Teile) und kann auf dem toten Wirt weiterleben
  • Für den nektotrophen Parasiten können die Ressourcen des Wirts manchmal besser verfügbar sein, wenn der Wirt tot ist
biotropher parasit
Biotropher Parasit
  • Parasit tötet den Wirt, kann aber am toten Wirt nicht weiterleben

Für den biotrophen Parasiten bedeutet der Tod des Wirts das Ende seiner aktiven Lebensphase

parasitische nahrungskette
Parasitische Nahrungskette

Primärproduzenten

Pflanzen- oder Detritusfresser

Parasit

Hyper-Parasit

Körpergrößen nehmen vom ersten zum letzten Glied ab

spezialisation
Spezialisation
  • Parasiten weisen hohe Spezialisation auf
  • Bindung an extreme ökologische Nischen
  • kaum evolutive Möglichkeiten offen
  • keine Parasitengruppe, aus der phylogenetisch wieder freilebende Arten hervorgingen
evolution
Evolution
  • „Wirtsmilieu“ ändert sich stammesgeschichtlich langsamer als Umweltfaktoren der Wirte
  • evolutive Entwicklung der Parasiten hinkt jener der Wirte nach
fahrenholzsche regel nitzsch kelloggsche regel
.Fahrenholzsche Regel(=Nitzsch-Kelloggsche Regel):
  • Prinzipien der Wechselbeziehungen zw. Parasit und Wirt, die sich aus der Stammesgeschichte ergeben und für viele Parasitengruppen zutreffen.
  • Infolge gleichlaufender stammesgeschichtlicher Entwicklung und Aufspaltung von Wirt und Parasit lassen sich aus den Verwandschaftsverhältnissen vor allem bei permanenten Parasiten häufig Rückschlüsse auf die Verwandschaftsverhältnisse ihrer Wirtstiere ziehen.
  • Dadurch, dass vor allem die ständigen Parasiten eine hohe Wirtsspezifität besitzen, kann man an
    • ihrem Vorkommen Verwandschaftsbeziehungen beweisen:
    • Läuse der Gattung Pediculus leben nur auf Menschen und Schimpansen und unterscheiden sich von denen anderer Säuger
evolution85
Auf Robben lebende Läuse (Echinophthiriidae) kaum verändert seit ihre Wirte - ursprünglich terrestrische Raubtiere - vom Landleben zum Wasserleben übergingenEvolution
evolution86
Wale verloren ihre terrestrischen Parasiten, da im Gegensatz zu Robben

kein Haarkleid

zur Fortpflanzung nicht an Land

freiwerdende ök. Nische von Amphipoden (Cyamidae) besetzt

Anpassung an Lebensformtyp der Läuse

einzige Krebse ohne freischwimmende Larvenstadien

Evolution
evolution87
Evolution
  • Da nur kleine Evolutionsschritte bei Parasiten möglich - Indizien für Verwandtschaft der Wirte
  • Flamingos (Reiher oder Enten-Verwandte ?)
  • Antwort
      • haben alle Mallophagen mit mit jenen der Entenvögel gemein.
      • jene der Reiher fehlen
  • Bei Dromedar und Lama weisen Parasiten auf gemeinsame Ausgangsformen hin
exkurs mallophaga haarlinge federlinge
Exkurs Mallophaga (Haarlinge, Federlinge)
  • UO, werden mit den Anoplura (Echte Läuse) in der Ordnung der Phthiraptera (Tierläuse) zusammengefaßt
  • leben ektoparasitisch auf Vögeln und Säugetieren. Ihr Name bedeutet Wollfresser (gr. mallos=Wolle, phagein=fressen)
  • 2000 Arten weltweit
selektionsdruck koevolution
Selektionsdruck, Koevolution
  • Meistens können Parasiten sich nur solange von ihrem Wirten ernähren als dieser lebt.
  • Tötet eine besonders virulente Parasitenpopulation ihren Wirt sehr schnell, so kann diese Population nur dann weiter existieren, wenn es gelingt, einen anderen Wirt zu finden (infizieren)
selektionsdruck
Selektionsdruck
  • Deshalb sind weniger mobile Parasiten einem Selektionsdruckzur Verminderung ihrer Virulenz ausgesetzt
  • Gleichzeit steht die Wirtspopulation unter dem Selektionsdruck abnehmender Empfindlichkeit
  • Koevolution von Wirt und Parasit
koevolution
Koevolution
  • Durch Koevolution resultiert geringere Schädigung des Wirts
  • Ergebnis: Vielzahl „schonender“ Parasitismen
    • Läuse
    • Bandwürmer
    • Spulwürmer
parasitismus bedingt sch digung
Parasitismus bedingt Schädigung
  • Auch der schonendste Parasitismus
    • verbraucht Energie und Material des Wirts
    • verursacht Verminderung des Körper- oder Populationswachstums
weitere definitionen
Weitere Definitionen
  • Multiparasitismusverschiedene Parasitenarten befallen einen Wirt
  • Hyperparasit Parasit eines Parasiten z.B. parasitiert auf der Laus die Fleckfieber-Bakterie, welche das Läusefleckfieber auslöstdurch Kratzen kann die Übertragung von Krankheiten von der Laus auf den Mensch begünstigt werden
definitionen94
Definitionen
  • Mikroparasiten (May & Anderson, 1979 Nature, 280: 455-461)
  • Vermehrung findet innerhalb der Wirtszelle statt
definitionen95
Definitionen
  • Makroparasiten
  • wachsen in Wirt heran (meist in Körperhöhlen)
    • Vermehrung durch Produktion infektiöser Stadien
    • diese werden aus dem Wirt entlassen, um neue Wirte zu infizieren
welche organismen z hlen zu den mikroparasiten
Welche Organismen zählen zu den Mikroparasiten ?
  • Bakterien
  • Phagen
  • Viren
  • Pilze
  • Einzeller
wirtspr ferenz von mikroparasiten
Tierische Wirte

Bakterien

Protozoa

Pflanzliche Wirte

Viren

Phagen

Pilze

Wirtspräferenz von Mikroparasiten
direkte bertragung von mikroparasiten
Direkte Übertragung von Mikroparasiten
  • aktiv bewegliche Stadien
  • direkter Körperkontakt (z. z. B. Geschlechtskrankheiten)
  • Infektionskrankheiten z. B. Tröpfcheninfektion
  • direkte Aufnahme
    • z. B. durch Nahrung und Wasser
    • z. B. Amöbenruhr: „Entamoeba histolytica“
  • tw. Dauerstadien (bis zu Jahrzehnten)
bertragung von mikroparasiten
Übertragung von Mikroparasiten

Vektorenübertragung

  • indirekte Übertragung durch eine andere Art (Vektor)
  • z. B. Schlafkrankheit
  • z. B. Malaria
definition100
Definition
  • Vektor - jeder Träger, welcher einen pathogenen Organismus auf einen geeigneten Wirt überträgt
  • entspricht Zwischenwirt
vektoren
Vektoren ?
  • Schlafkrankheit
    • Trypanosoma-Arten
    • Tsetse-Fliege
  • Malaria
    • Plasmodium-Arten
    • Anopheles-Mücke
bedeutende makroparasiten
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
  • Läuse
  • Flöhe
  • Zecken
  • Milben
  • Pilze
  • u. a. m.
bedeutende makroparasiten103
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
    • Plathelminthes (alte Bezeichnung)
      • Cestodes (Bandwürmer)
exkurs bandw rmer
Exkurs Bandwürmer
  • Die Bandwürmer (Cestoda) sind eine Klasse der Plattwürmer (Plathelmintes). Weltweit etwa 3.500 Arten bekannt
  • leben als Parasiten im Darm von verschiedenen Wirbeltieren und haben eine Außenhülle aus verschmolzenen Zellen (Syncytium) ausgebildet (dient der Nahrungsaufnahme und dem Schutz vor der Verdauung durch den Wirt.
  • Bei fast allen Arten der Bandwürmer gibt es einen Wirtswechsel im Verlauf der Ontogenese
  • Die Larven bilden im Regelfall Cysten, also Dauerstadien im Gewebe eines Zwischenwirts
  • Die ausgewachsenen Würmer haften sich im Normalfall durch Saugnäpfe oder einen Hakenkranz im Darm des Endwirts fest und nehmen hier die bereits durch die Verdauungsenzyme des Wirts freigesetzten Nährstoffe direkt durch die Haut auf.
kreislauf von triaenophorus
1 geschlechtsreifer Wurm

2 Ei

3 Flimmerlarve(Oncosphaere)

4 Procercoid

5 Plerocercoid

Scolex + Haken

u.li.: T. crassus

u.re.: T. lucii

Kreislauf von Triaenophorus
bedeutende makroparasiten106
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
    • Plathelminthes (alte Bezeichnung)
      • Cestodes (Bandwürmer)
      • Trematodes (Saugwürmer)
        • (Schistosomen, Leberegel)
exkurs saugw rmer
Exkurs Saugwürmer
  • Die Saugwürmer (Trematoda) bilden eine Klasse von parasitär lebenden Plattwürmern (Platyhelmithes) (etwa 6000 Arten).
  • Die Körperform ist meist blattförmig, manchmal aber auch walzenförmig, zwischen 0,2 und 165 Millimeter lang
  • Auf der Bauchseite befinden sich Haftorgane (Saugnäpfe). Der Darm ist in der Regel gabelig gespalten und blind geschlossen.
  • Die Mehrzahl der Arten ist durch ein frei lebendes Stadium gekennzeichnet. Hinweis auf eine größere evolutionäre Nähe zu den frei lebenden Plattwürmern als zu den schmarotzenden Bandwürmern.
bedeutende makroparasiten108
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
    • Plathelminthes (alte Bezeichnung)
      • Cestodes (Bandwürmer)
      • Trematodes (Saugwürmer)
        • (Schistosomen, Leberegel)
      • Acanthocephala (Kratzwürmer)
exkurs kratzw rmer
Exkurs Kratzwürmer
  • Die Kratzwürmer sind Parasiten, die wirbellose Tiere, Fische, Amphibien, Vögel und Säugetiere befallen.
  • Acanthocephala: Acanthus - Dorn, Cephalus - Kopf
  • Ungefähr 850 Arten sind beschrieben worden.
bedeutende makroparasiten110
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
    • Plathelminthes (alte Bezeichnung)
      • Cestodes (Bandwürmer)
      • Trematodes (Saugwürmer)
        • (Schistosomen, Leberegel)
      • Acanthocephala (Kratzwürmer)
    • Rundwürmer (alte Bezeichnung)
      • Nematoda (Ascaris, Filaria, Mermithoidea)
exkurs nematoda
Exkurs Nematoda
  • Die Fadenwürmer (Nematoda) sind einer der artenreichsten Stämme des Tierreichs.
  • wurmförmige Gestalt, lang und im Querschnitt rund. Eine Segmentierung fehlt.
  • Die Nematoden kommen fast überall vor, im Meer, Süßwasser und in terrestrischen Biotopen.
  • Es gibt eine erhebliche Anzahl parasitischer Arten, sowohl in Pflanzen (siehe etwa Rübenälchen) als auch in Tieren (Menschen).
  • Beispiele:
    • Spulwurm (Ascaris lumbricoides),
    • Mikrofilarien Wuchereria bancrofti und Brugia malayi,
    • Madenwurm (Enterobius vermicularis) oder der
    • Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis
bedeutende makroparasiten112
Bedeutende Makroparasiten ?
  • Parasitische Eingeweidewürmer
    • Plathelminthes (alte Bezeichnung)
      • Cestodes (Bandwürmer)
      • Trematodes (Saugwürmer)
        • (Schistosomen, Leberegel)
      • Acanthocephala (Kratzwürmer)
    • Rundwürmer (alte Bezeichnung)
      • Nematoda (Ascaris,Filaria, Mermithoidea)
      • Nematomorpha (Gordioidea)
exkurs wasserk lber
Exkurs Wasserkälber
  • Langgestreckte Würmer (80 cm bis 1,5 m)
  • kreisrunder Körperquerschnitt „roßhaardünn“ (bis 1,5 mm)
  • Darm stark zurückgebildet; Blutgefäß- und Extkretionssystem fehlen
  • Eier müssen im Wasser abgelegt werden
  • Freilebende Larven sind kurzlebig
  • Larven parasitisch:
    • vorstülpbarer Rüssel mit 3 Stiletten bewehrt
    • dringen in den Körper von Wasserinsekten ein und entwickeln sich zum fertigen Wurm
    • Vollendung der Entwicklung, wenn Wirt von größerem Räuber gefressen wird
    • einkapseln auf Grashalmen, warten auf Wirtsfraß (z. B. Heuschrecken); bis 1 Monat lebensfähig
direkte bertragung
direkte Übertragung
  • ektoparasitische Plathelminthes Trematodes - Monogenea
    • Haut/Kiemen von Fischen (Amphibien, Reptilien, Wale, Tintenfische)
      • spezialisierte Haftorgane
      • neue Wirte durch freischwimmende Larven oder Adulti selbst aktiv aufgesucht
direkte bertragung115
direkte Übertragung
  • Eingeweidenematoden
    • Übertragung durch z. B. Verschlucken
    • Nematoden des Darmtraktes sind i. b. auf Potential und Gesundheitsschäden die wichtigsten menschlichen Darmparasiten
    • perkutanes Eindringen: Beispiel Hakenwurm
direkte bertragung116
direkte Übertragung
  • Läuse und Flöhe
    • Läuse (Säugetiere und Vögel)
      • verbringen gesamten Lebenszyklus auf Wirt
      • Übertragung: direkter Körperkontakt
    • Flöhe (Säugetiere und Vögel)
      • legen Eier in das Nest des Wirts
      • dort Larvalzeit
      • nach Adultschlupf neuer Wirt gesucht (oft erhebliche Entfernungen zurückgelegt)
direkte bertragung pflanzen
direkte Übertragung - Pflanzen
  • Mehltau und andere pathogene Pilze
    • Kontakt zwischen Pilzspore und Pflanze (Windübertragung)
    • Eindringen in Wirtspflanze
    • Entwicklung und Sporenproduktion
direkte bertragung pflanzen118
direkte Übertragung - Pflanzen
  • parasitische Blütenpflanzen
    • Holoparasiten (ohne Chlorophyll)
      • bei Versorgung mit Wasser, Nährstoffen und C gänzlich auf Wirtspflanze angewiesen.
      • Verkümmerung der assimilatorischen Organe
    • Hemiparasiten
      • zur Photosynthese befähigt, aber Verbindung zur Wirtspflanze (Wasser und Nährstoffe)
      • ohne Wirt zu Kümmerdasein befähigt
holoparasiten
Holoparasiten
  • Rafflesia arnoldi:
    • extremer Holoparasit
    • ganzer vegetativer Körper besteht nur noch aus einem Geflecht im Inneren der Wirtspflanze
    • Cissus-Art auf Sumatra
    • einzig äußerlich sichtbare Struktur: Blüte
direkte bertragung pflanzen120
direkte Übertragung - Pflanzen
  • Misteln
    • Hemiparasiten auf Zweigen von Bäumen
    • große Samen (Vogelverbreitung)
bertragung von makroparasiten
Übertragung von Makroparasiten
  • Direkte Übertragung
    • Z. B.Bandwürmer
    • Übertragung durch ungenügend gekochtes Fleisch
  • Vektorenübertragung= indirekte Übertragung
indirekte bertragung makroparasiten
indirekte Übertragung - Makroparasiten
  • Trematoda - Schistosomen
    • Verursacher der Bilharziose
    • Lebenszyklus:
      • sexuelle Fortpflanzung in einem terrestrischen Wirbeltier
      • vegetative Vermehrung in einer Schnecke
indirekte bertragung makroparasiten123
Indirekte Übertragung - Makroparasiten
  • Fadenwürmer - Filarien
    • Filarien sind langlebige Parasiten des Menschen
      • Onchocerca volvulus - Flußblindheit
      • Wuchereria bancrofti - Filariasis
    • Alle benötigen während Larvalentwicklung eine gewisse Zeit in einem blutsaugenden Insekt
entwicklung der flu perlmuschel
Entwicklung der Flußperlmuschel
  • Kiemen zu Marsupien umgebildet
  • Eier in Marsupien gehalten
  • Spermien durch Atemwasser aufgenommen
  • Eier befruchtet
    • pro Muttertier bis 10 Millionen Eier pro Jahr
entwicklung der flu perlmuschel127
Entwicklung der Flußperlmuschel

Juni/Juli Abgabe der Eier aus den Keimdrüsen Einlagerung in den Marsupien, Befruchtung

  • ev. Geschlechts-Umwandlung in Männchen und Selbstbefruchtung
  • Embryonalentwicklung 4-6 Wochen

August Embryonalentwicklung, Ausstoß der Glochidien (40-70 Mikrometer)

Suche nach Wirtsfisch, Festheften an Kiemen

April/Mai Verlassen des Wirtsfisches

2 Jahre Leben im Bettsediment?

2-100 Jahre freies Muschelleben

schutzstatus
Schutzstatus
  • Zählt zu den am meisten gefährdesten Tierarten in A
  • „Rote Liste“ D & A: „vom Aussterben bedroht“
  • „Rote Liste“ IUCN
  • Berner Konvention: vom Europarat auf die Liste im Anhang 2 der „besonders geschützten“ Arten gesetzt; eigene Resolution (1991)
  • Washingtoner Artenschutzabkommen 1973 : im gesamten Verbreitungsgebiet gefährdet
wassermilben hydrachnellae
klein

sackförmiger Körper

ungegliedert

8 Beine

2 Mundzangen (Cheliceren)

Wassermilben - Hydrachnellae
hydrachnellae hydracarina systematik
Hydrachnellae (=Hydracarina)Systematik
  • 2 große Gruppen

Anactinotrichida Actinotrichida

(Parasitiformes) (Acariformes)

Opilioacarida Trombidiformes

Tetrastigmata Tarsonemini

Gamasida Protostigmata

Mesostigmata Hydrachnellae

Ixodides Eriophyoidea

80-270µ

wassermilben
Wassermilben
  • Nahrung
    • Imagines: Räuber - Beute wird mit Palpen ergriffen, angestochen und ausgesaugt.
    • Körpersäfte kleinerer Tiere, z.B. planktische oder benthische Kleinkrebse (Cyclopiden).
    • Larven: Parasiten; „Blut“ von Beutetieren
wassermilben132
Wassermilben
  • Viele frei lebenden Wassermilben durchlaufen eine ektoparasitische Phase an Wasserinsekten
  • Wirte:
    • Muscheln
    • Chironomidae (Orthocladiinae und Tanytarsini)
    • Hemiptera
    • Simuliidae
    • seltener andere Ordnungen
schwammfliegen systematik
Schwammfliegen - Systematik
  • Familie Sisyridae Handlirsch, 1908
  • weltweite Verbreitung
  • 3 Gattungen
  • 50 Arten
  • Gattung Sisyra Burmeister, 1839
  • 5 Arten in EU
  • 3 Arten in A
schwamm fliegen larve
Schwamm-fliegen Larve
  • Grünlich
  • 5 - 6 mm Körperlänge
  • haardünne, gerade Saugrohre
schwammfliegen
Schwammfliegen
  • Nahrungsaufnahme: Saugrohr; Körperflüssigkeit der Schwämme
  • gelegentlich saugt die Larve auch an Moostieren
parasitologie
Parasitologie
  • Parasitologie ist heute ein Teilgebiet der Ökologie, das sich mit den Lebens- und Umweltverhältnissen von Parasiten und ihren Wirten, aber auch mit Bekämpfungs- und Ausrottungsmaßnahmen befasst.
  • bedient sie sich vieler Disziplinen, von Ökologie bis zur Verhaltensbiologie.
  • wichtige Rolle spielt die Medizin, da viele parasitische Lebensformen Krankheitserreger bei Mensch und Tier sind. Hierbei ist auch die begriffliche Abgrenzung zwischen Parasit und Mikroorganismus als Krankheitserreger häufig schwierig
erreger von infektionen des menschen
Erreger von Infektionen des Menschen
  • Prionen: Proteine ohne Nukleinsäuren
  • Viroide: nackte Nukleinsäuren
  • Viren: Von Proteinen umgebene DNS/RNS
  • Bakterien: Prokaryota mit Zellwand
  • Pilze: Eukaryota mit Zellwand
  • Protozoa
  • Helminthees Eukaryota
  • Parasitische Arthropoda ohne
  • Andere Metazoa (etwa Egel) Zellwand

Amöben, Bandwürmer, Zecken... Von Horst Aspöck 2003,

Biologiezentrum des OÖ Landesmuseums

medizinische parasitologie
Medizinische Parasitologie
  • In der Medizin fasst man unter Parasiten jene Organismmen zusammen, die nicht zu den Viren, Bakterien oder Pilzen gehören
  • Jährlich sterben etwa 3 Millionen Menschen an Parasiten (Tropen)
  • Aus Mitteleuropa sind etwa 300 human-pathogene Parasiten bekannt, die im und am Menschen parasitieren.
medizinische parasitologie140
Medizinische Parasitologie
  • Manche Parasiten können auch schwere bis lebensgefährliche Krankheiten übertragen
    • Toxoplasmose bei Ungeborenen
    • Akanthamöben-Keratitis bei Kontaktlinsenträgern
    • Echinokokkosen bei Fuchs- oder Hundebandwurm
    • Toxokarose bei Hundspulwürmern (oft unerkannt)
    • Frühsommer-Meningoencephalitis
    • Borreliose
  • Lit.: Aspöck: Amöben, Bandwürmer, Zecken (2002).- Denisia 6. 40 €; Linzer Landesmuseum
der artgenosse als parasit
Der Artgenosse als Parasit
  • Ist der Fötus im Mutterleib ein Parasit? Was spricht dafür und was dagegen?
der artgenosse als parasit142
Trichosomoides crassicauda (Nematode in der Harnblase der Ratte): 3 bis 4 Zwergmännchen leben im Uterus des weiblichen Wurms.

Edriolychnus schmidti (Tiefseeangler): rückgebildete Männchen, die in der Haut des weiblichen Fisches festgewachsen sind. Damit wird die Befruchtung der Eier in der Tiefsee garantiert.

Der Artgenosse als Parasit