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Alltag im Mittelalter. Kleidung. Gliederung. Alltag im Mittelalter. 1 Quellen 2 Kleiderordnungen Kleidung des Adels Bauernkleidung. Gliederung. Alltag im Mittelalter. 1 Quellen 2 Kleiderordnungen Kleidung des Adels Bauernkleidung.

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Alltag

im

Mittelalter

Kleidung

gliederung
Gliederung

Alltag

im

Mittelalter

1 Quellen

2 Kleiderordnungen

  • Kleidung des Adels
  • Bauernkleidung
gliederung1
Gliederung

Alltag

im

Mittelalter

1 Quellen

2 Kleiderordnungen

  • Kleidung des Adels
  • Bauernkleidung
beispiel 1 benediktsregel regula sancti benedicti kap 55
Beispiel 1: Benediktsregel, regulasanctibenedicti, Kap. 55

Alltag

im

Mittelalter

„Von der Bekleidung um dem Schuhwerk der Mönche. Wir glauben, dass in Gegenden mit mittleren Temperaturen für jeden Mönch eine Kukulle1 und eine Tunika2 genügen:

Die Kukulle für den Winter sei dichtwollig, jene für den Sommer glatt oder abgetragen. [...] Über die Farbe und grobe Beschaffenheit aller dieser Gegenstände sollen sich die Mönche nicht beklagen.

1 Mantel/Radmantel mit Kapuze; Radmantel: Stoffkreis mit Öffnung in der Mitte für den Kopf

2 hier als Untergewand – mit und ohne Ärmel, durch einen Gürtel gehalten

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Alltag

im

Mittelalter

Sie sollen sich mit dem zufrieden geben, was man in der Gegend, in der sie wohnen, finden oder wohlfeil beschaffen kann.[...] Es genügt ja für den Mönch, zwei Tuniken und zwei Kukullen zu haben zum Wechseln für die Nacht, und damit man sie waschen kann. [...] Wer auf Reisen geschickt wird, erhält aus der Kleiderkammer Unterkleider1.

Bei der Rückkehr gebe man sie gewaschen dorthin zurück. Auch seien Kukullen und Tuniken (für die Reise) etwas besser als gewöhnlich; die Mönche erhalten diese bei ihrer Abreise aus der Kleiderkammer und geben sie nach Rückkehr wieder ab.“

1 eine Art Unterhose

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Alltag

im

Mittelalter

  • Kukulle: Radmantel mit Kapuze
  • Regensburger Kleiderordnung 1485: Außerhalb der Stadt darf man „gestikte und gehfte Kleider tragen, doch ohne Perlen“.
  • gestikte: verziert durch Stickereien
  • gehfte: Kleider mit speziellem (Schmuck-)Hakenver-schluss
  • Papst Paul III. (1550)
beispiel 2 b uerliche kleiderordnung
Beispiel 2: Bäuerliche Kleiderordnung

Alltag

im

Mittelalter

(um 1150), überliefert in: Kaiserchronik des sogenannten Pfaffen Konrad (nach Nonn, Quellen zur Alltagsgeschichte II, S. 15, bzw. Bumke, Höfische Kultur, S. 172):

„Nun will ich euch sagen , welche Kleidung der Bauer tragen soll: Sie soll schwarz oder grau sein, nichts anderes ist ihm erlaubt; Keilstücke1 nur an der Seite, das ist seinem Stand gemäß; schließlich noch seine Schuhe aus Rindsleder: damit soll es genug sein.

1mhdt. gêren, sollen die Beweglichkeit erhöhen

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Alltag

im

Mittelalter

Für Hemd und Hose sollen sieben Ellen groben Tuchs ausreichen.1 Trägt er hinten oder vorne ein Keilstück zur Verzierung, so hat er sein Standesrecht eingebüßt. [...] Am Sonntag soll er zur Kirche gehen und den Treibstecken in der Hand halten. Wird er aber mit einem Schwert angetroffen, dann soll man ihn gebunden an den Kirchhofzaun führen; dort halte man den Bauern fest und verprügele ihn mit Haut und Haar.“

1 zwischen 2,5 und 5, 9 m (je nachdem, welche Elle man zu Grunde legt)

beispiel 3 st dtischer kontext
Beispiel 3: Städtischer Kontext

Alltag

im

Mittelalter

Straßburger Kleiderordnungen aus dem 14. Jh. (in:Städtisches Leben im MA, hg. v. Evamaria Engel/ Frank-Dietrich Jacob, Köln u.a. 2006, S. 71-72):

„Man soll keinen Rock oder Wams kürzer tragen als ¼ Elle1 über der Kniescheibe, hier in der Stadt; doch wer [nach außerhalb] reiten wollte, der kann es in reisigen Wämsern nach Belieben tun, doch so, dass er, wenn er wieder in die Stadt kommt, Wams und Rock trägt, wie vorher angeordnet wurde. Und das soll man befehlen bei 5 Pfund Pfennigen Strafe, und Verstöße sollen Schöffen und Rat rügen [...]

1 1/4 Elle = zwischen 9 und 21 cm, je nach Elle

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Alltag

im

Mittelalter

Keine Frau, wer sie auch sei, soll sich künftig ihre Brüste schürzen1, weder mit Hemden noch mit spitzen-besetzten Kleidern, Röcken oder mit anderer Kleidung. Auch soll sich keine Frau mehr färben oder mit Locken von Totenhaar behängen.Insbesondere soll der Ausschnitt für den Kopf so sein, dass man ihre Brüste nicht sehen kann, denn die Kopföffnungen sollen bis an die Achsel reichen, bei einer Strafe von 5 Pfund Pfennigen.

1 ‚schürzen‘ = die Kleider raffen, von Schurz = abgeschnittenes Kleidungsstück (englisch: short = kurz), dazu: Schürze (hochdeutsch, erst ab dem 17. Jh.), seit dem 18. Jh. wird Schürze dann auch auf Frauen bezogen  ‚Schürzenjäger‘ (ab dem 19. Jh.)

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Alltag

im

Mittelalter

Es soll keine Frau, wer sie auch sei, einen Rock tragen, der mehr als 30 Gulden kostet, auch bei 5 Pfund Strafe. [...]Es scheint auch richtig zu sein, dass niemand einen Schuh mit Schnäbeln mehr trage, die länger sind als einen Querdaumen; wer das bricht, der zahlt 30 Schillinge. [...] Es soll auch kein Schuhmacher weder unseren Bürgern noch für die Landleute mehr Schnäbel über einen Querdaumen anfertigen, und wer das bricht, der zahlt 25 Schillinge.“

lederner schnabelschuh
Lederner Schnabelschuh

Alltag

im

Mittelalter

15. Jh. (Fundort: Tartu in Estland, dt.: Dorpat)

beispiel 4 h fischer kontext
Beispiel 4: Höfischer Kontext

Alltag

im

Mittelalter

1258: Kleiderordnung König Alfons X. von Kastilien (Spanien):

„Kein vornehmer Mann, kein Ritter und niemand sonst soll mehr als vier Garnituren neue Kleider im Jahr haben. Und diese sollen weder aus Hermelin1 oder Nutria2 sein noch aus Seide noch aus Gold- oder Silberpelz, sie sollen nicht mit langen Schnüren oder mit Stickereien besetzt sein noch mit goldenem Besatz noch mit Schärpen, Schmucksäumen oder irgendeinem anderem Schmuck, sondern sie sollen nur aus Fell oder Stoff sein.

1 Raubtier aus der Marder-Familie, Winterfell weiß

2 Biber/Biberratte

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Alltag

im

Mittelalter

Man soll nicht einen Anzug über den anderen anziehen.Niemand außer dem König soll ein Cape aus Scharlach tragen.Jeder soll nur zweimal im Jahr einen Pelzumhang bekommen, und das Cape soll man zwei Jahre tragen.Niemand außer dem König oder einem Adligen soll Zindaltaft1 oder Seide tragen, es sei denn als Kleiderfutter.Niemand soll kostbaren Pelz tragen außer dem König, dem Adligen oder einem Bräutigam, sofern er ein Edelmann oder der Sohn eines Edelmanns ist.“

1 Cendal = eine bestimmte Art von Seide, Taft = dichtes Seidengewebe

(nach Bumke, Höfische Kultur, S. 174)

kleidungsst cke
Kleidungsstücke

Alltag

im

Mittelalter

  • Cape/Mantel
  • „eindeutig als Mantel zu bezeichnen sind alle ärmellosen, überwurfartigen Formen“. (LexMA)
  • Radmantel: mit Kopfloch
  • Fibel
kr nungsmantel kaiser heinrichs ii 1024
Krönungsmantel Kaiser Heinrichs II. (+1024):

Alltag

im

Mittelalter

Sternenmantel Heinrichs II., Stickereien aus Regensburg (1018-1024)

funktion der kleiderordnungen
Funktion der Kleiderordnungen

Alltag

im

Mittelalter

  • vgl. Gerhard Jaritz, Kleidung und Prestige-Konkurrenz. Unterschiedliche Identitäten in der städtischen Gesellschaft unter Normierungszwängen, in: Saeculum 44 (1993), S. 8-31.
  • „Gesteigerte und detaillierte Normierung erscheint dann erforderlich, wenn im Rahmen von Individualisierungs- und Differenzierungsprozessen – sei es in bezug auf Personen oder auch hinsichtlich von Objekten und deren Verwendungs(Möglichkeiten) – das bestehende System verändert, ‚unklarer‘, schwieriger zu überschauen und zu lenken wird. Und eine solche Situation kann gerade für die Gesellschaft des Spätmittelalters als signifikant bezeichnet werden.“ (Jaritz, S. 13)
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Alltag

im

Mittelalter

  • Twingherrenstreit in Bern 1470/71: neue Kleiderordnung :
  • „dann si zuo allen ziten und sunders an werktagennit möchten siden oder güldincleider tragen, so müstent si sich nothalb mit den swenzen an irencleidernuszeichnen, damit man si vor andern erkennen und den vorteil wissen möchte.“ (Jaritz, S. 17)
kuhmaul
„Kuhmaul“

Alltag

im

Mittelalter

Österreich 1498

gliederung2
Gliederung

Alltag

im

Mittelalter

1 Quellen

2 Kleiderordnungen

  • Kleidung des Adels
  • Bauernkleidung
h fische mode
Höfische Mode

Alltag

im

Mittelalter

  • „sackartige“ (Joachim Bumke) Kleidung der Karolingerzeit
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Alltag

im

Mittelalter

Aus dem „Hortusdeliciarum“ Herrads von Landsberg. Ende des 12. Jahrhunderts

h fische mode frauen
Höfische Mode: Frauen

Alltag

im

Mittelalter

  • Hartmann von Aue (Dichter um 1200): „Mit eigener Hand schnürte sie das Mädchen in ein Hemd.“
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Alltag

im

Mittelalter

Anfang des 13. Jahrhunderts

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Alltag

im

Mittelalter

Dekolletiertes Kleid,

Stuttgart um1470

h fische mode m nner
Höfische Mode: Männer

Alltag

im

Mittelalter

h fische mode m nner1
Höfische Mode: Männer

Alltag

im

Mittelalter

  • Bruch = Hose
  • Tasselmantel = von einer Schnur vorne vor Brust/Hals gehalten, Schnur an zwei Spangen
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Alltag

im

Mittelalter

Tasselmantel

  • (Codex Manesse, Zürich, 1305 bis 1340)
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Alltag

im

Mittelalter

Geknöpftes Hemd

1477 Süddeutschland

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Alltag

im

Mittelalter

Hagenau,

Mitte 15. Jh.

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Alltag

im

Mittelalter

Stuttgart,

1477 (Ausschnitt)

gliederung3
Gliederung

Alltag

im

Mittelalter

1 Quellen

2 Kleiderordnungen

  • Kleidung des Adels
  • Bauernkleidung
bauernkleidung
Bauernkleidung

Alltag

im

Mittelalter

Neidhart von Reuental (Minnesänger) umgeben von Bauern, Miniatur aus der Manessischen Liederhandschrift (Anfang 14. Jh.)

bauernkleidung1
Bauernkleidung

Alltag

im

Mittelalter

  • Bayerischer Landfriede von 1244
  • Flachs  Leinen
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Alltag

im

Mittelalter

Sachsenspiegel,

Handschrift Anfang 14. Jh.

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Alltag

im

Mittelalter

Sachsenspiegel,

Handschrift 13./14. Jh.

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Alltag

im

Mittelalter

Fresko, Trient 1405

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Alltag

im

Mittelalter

Das Buch der Natur

Ein Bauer und eine Bäuerin mit hochgeschürztem Kleid

um 1442 - 1448