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Probleme der Normierung sportmotorischer Tests

Univ.-Prof. Dr. Georg Wydra. Probleme der Normierung sportmotorischer Tests. Korrespondenzadresse: Universität des Saarlandes Sportwissenschaftliches Institut der Universität des Saarlandes Postfach 15 11 50 66041 Saarbrücken g.wydra@mx.uni-saarland.de.

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Probleme der Normierung sportmotorischer Tests

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Presentation Transcript


  1. Univ.-Prof. Dr. Georg Wydra Probleme der Normierung sportmotorischer Tests Korrespondenzadresse:Universität des SaarlandesSportwissenschaftliches Institut der Universität des SaarlandesPostfach 15 11 5066041 Saarbrücken g.wydra@mx.uni-saarland.de

  2. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsGliederung 1 Einleitung 2 Normwerte 2.1 Differenzierung des Normwertbegriffes 2.2 Normen zwischen Deskription und Normativ 3 Zur Revision der Normwerte sportmotorischer Tests 3.1 Vorbemerkungen 3.2 Forderungen Prof. Dr. G. Wydra

  3. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsEinleitung Sportmotorische Leistungsfähigkeit luxemburger Schülerinnen und Schüler (Wydra et al. 2005) Prof. Dr. G. Wydra

  4. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsEinleitung • Veränderungen des als normal Erachteten betrifft nicht nur die Sportwissenschaft • Allgemein bekannt ist die Zunahme des Körpergewichts und der als übergewichtig bzw. adipös eingestuften Kinder und Jugendlichen • Aber auch die Intelligenz der Menschen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert (Flynn-Effekt): 0,33 IQ-Punkte pro Jahr • Grundfrage: Müssen die existierenden Normwerte an die veränderten Gegenheiten angepasst werden? Prof. Dr. G. Wydra

  5. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsGliederung 1 Einleitung 2 Normwerte 2.1 Differenzierung des Normwertbegriffes 2.2 Normen zwischen Deskription und Normativ 3 Zur Revision der Normwerte sportmotorischer Tests 3.1 Vorbemerkungen 3.2 Forderungen Prof. Dr. G. Wydra

  6. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsNormwerteDifferenzierung des Normwertbegriffes • Variabilitäts- und Äquivalentnormen (Lienert) • Normen im Gesundheits- und Bildungsbereich • Majoritäts-, Minimal-, Optimal- und Spezialnormen (Israel) • Mindest-, Regel- und Maximalstandards (KMK) Prof. Dr. G. Wydra

  7. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Variabilitäts- und Äquivalentnormen Variabilitätsnormen geben den Abstand eines Messwertes vom Mittelwert in bestimmten Maßen an. Prof. Dr. G. Wydra

  8. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Variabilitäts- und Äquivalentnormen Äquivalentnormen finden dort Anwendung, wo „Gruppen getestet werden, die sich nach einem quantitativ abgestuften Merkmal unterscheiden und wo gleichzeitig Gesamtnormen nicht notwendig oder nicht sinnvoll sind“ (Lienert, 1969). Prof. Dr. G. Wydra

  9. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Variabilitäts- und Äquivalentnormen Äquivalentnormen Beispiel: Normwerte für den 6-Minuten-Lauf im Rahmen einer stat. Rehamaßnahme (Bös, Wydra & Karisch, 1992) Prof. Dr. G. Wydra

  10. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Variabilitäts- und Äquivalentnormen Äquivalentnormen • Im Allgemeinen wird die Angabe von Geschlecht und Alter als ausreichend erachtet. • Aber: Kleine Veränderungen im Bereich der sportlichen Aktivität bewirken große Effekte in der Ausprägung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit • Angabe von Schulform und Sozialschicht wären für die Interpretation der Eichstichproben hilfreich. Prof. Dr. G. Wydra

  11. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Variabilitäts- und Äquivalentnormen Die Bedeutung der sportlichen Aktivität bzw. der Schulform für die Normierung sportmotorischer Testdaten Prof. Dr. G. Wydra

  12. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Normen im Gesundheits- und Bildungsbereich • Israel differenziert zwischen Majoritäts-, Minimal-, Optimal- und Spezialnormen • Majoritätsnormensind identisch mit den von Lienert formulierten Standardnormen. Sie beruhen auf der deskriptiven Statistik und haben einen beschreibenden Charakter • Minimalnormen werden zur Abgrenzung unauffälliger sog. "o. B.-Befunde“ von·pathologischen Zuständen formuliert. • Idealnormen stellen das funktionelle Optimums dar. • Spezialnormen gelten als Voraussetzung für spezielle Leistungen im Leistungssport. Prof. Dr. G. Wydra

  13. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsDifferenzierung des Normwertbegriffes Normen im Gesundheits- und Bildungsbereich KMK differenziert bei Bildungsstandards zwischen Mindest-, Regel- und Maximalstandards • Exzellenz- oder Maximalstandards werden als höchste Niveaustufe definiert. • Regelstandards beschreiben Kompetenzen, die im Durchschnitt von Schülerinnen und Schülern einer Jahrgangstufe erreicht werden sollen. • Mindest- oder Minimalstandards beziehen sich auf ein definiertes Minimum an Kompetenzen, welches alle Schülerrinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn erreichen sollten. Prof. Dr. G. Wydra

  14. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsGliederung 1 Einleitung 2 Normwerte 2.1 Differenzierung des Normwertbegriffes 2.2 Normen zwischen Deskription und Normativ 3 Zur Revision der Normwerte sportmotorischer Tests 3.1 Vorbemerkungen 3.2 Forderungen Prof. Dr. G. Wydra

  15. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsNormen zwischen Deskription und Normativ • Normen als Deskriptoren = Ist-Werte einer Verteilung (von der Standardnormalverteilung abgeleitete deskriptive Maße) • Voraussetzungen: Repräsentative Studien mit der Möglichkeit der Differenzierung hinsichtlich Geschlecht, Alter, sportliche Aktivität etc. • Normen als Normativ = Soll-Werte • Spezial-, Ideal- und Minimalnormen • Mindest-, Regel- und Maximalstandards • Voraussetzungen für Normen im Gesundheitsbereich: • Epidemiologische Studien • Voraussetzungen für Normative im Bildungsbereich: • Fachlicher Konsens über Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit Prof. Dr. G. Wydra

  16. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsNormen zwischen Deskription und Normativ Sportmotorische Testleistungen als Normative und aktuelle sportpädagogische Diskussion • Notwendigkeit von Bildungsstandards wird allgemein akzeptiert • Sportpädagogik sieht die Gefahr der Verkürzung von Bildungsstandards auf einige wenige operationalisierbare Zielstellungen des Sportunterricht • Formulierung von Minimalstandards motorischer Ziele für bestimmte Lebensalter unabdingbar für weitere Legitimation des Faches • In welchem Alter sollte ein Kind schwimmen können? • Fähigkeitsentwicklung als Grundvoraussetzung für jede Handlungsfähigkeit im Sport Prof. Dr. G. Wydra

  17. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsNormen zwischen Deskription und Normativ Kriteriumsorientierte Testverfahren Prof. Dr. G. Wydra

  18. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsGliederung 1 Einleitung 2 Normwerte 2.1 Differenzierung des Normwertbegriffes 2.2 Normen zwischen Deskription und Normativ 3 Zur Revision der Normwerte sportmotorischer Tests 3.1 Vorbemerkungen 3.2 Forderungen Prof. Dr. G. Wydra

  19. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsZur Revision der Normwerte sportmotorischer TestsVorbemerkungen • Normierbarkeit ist nur ein Nebengütekriterium • Schlechtere motorische Testleistungen bedeuten nicht automatisch, dass die körperliche Leistungsfähigkeit schlechter geworden ist. • Stichprobeneffekte Prof. Dr. G. Wydra

  20. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsZur Revision der Normwerte sportmotorischer TestsVorbemerkungen Stichprobeneffekte Prof. Dr. G. Wydra

  21. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsZur Revision der Normwerte sportmotorischer TestsVorbemerkungen • Normierbarkeit ist nur ein Nebengütekriterium • Schlechtere motorische Testleistungen bedeuten nicht automatisch, dass die körperliche Leistungsfähigkeit schlechter geworden ist. • Stichprobeneffekte • Interdependenz Fähigkeiten – Fertigkeiten Prof. Dr. G. Wydra

  22. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsZur Revision der Normwerte sportmotorischer TestsVorbemerkungen Interdependenz Fähigkeiten – Fertigkeiten Prof. Dr. G. Wydra

  23. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsGliederung 1 Einleitung 2 Normwerte 2.1 Differenzierung des Normwertbegriffes 2.2 Normen zwischen Deskription und Normativ 3 Zur Revision der Normwerte sportmotorischer Tests 3.1 Vorbemerkungen 3.2 Forderungen Prof. Dr. G. Wydra

  24. Probleme der Normierung sportmotorischer TestsZur Revision der Normwerte sportmotorischer TestsForderungen • Entwicklung, Evaluation und Revision von sportmotorischen Tests eine Kernaufgabe der Sportwissenschaft • Bestimmung der relevanten Dimensionen • Formulierung und Standardisierung der Items • Erstellung von Äquivalentnormen auf der Basis repräsentativer Erhebungen • Formulierung einer gesicherten Baseline Voraussetzung für retrospektive und prospektive Analysen • Sportwissenschaft muss Normen im Sinne von bildungspolitischen Minimalstandards formulieren! • Wichtige Voraussetzung für Konsensbildung hinsichtlich der Zielstellung des Faches • Legitimationsbasis für das Fach an sich Prof. Dr. G. Wydra

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