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Einführung in die Geschichte der Sprachwissenschaft Renate Raffelsiefen, FUB

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Einführung in die Geschichte der Sprachwissenschaft Renate Raffelsiefen, FUB. Sprachwissenschaft. Phonetik Phonologie Morphologie Syntax Semantik (Pragmatik). Phonetik. beobachtbare, messbare Eigenschaften von Sprachlauten - artikulatorisch - akustisch - auditiv. Phonologie.

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- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript
sprachwissenschaft
Sprachwissenschaft
  • Phonetik
  • Phonologie
  • Morphologie
  • Syntax
  • Semantik
  • (Pragmatik)
phonetik
Phonetik

beobachtbare, messbare Eigenschaften von Sprachlauten

- artikulatorisch

- akustisch

- auditiv

phonologie
Phonologie
  • -bedeutungsunterscheidende Funktion von

Sprachlauten

Beispiel [t] - [th]

Khmer: [t]u: ‘Kiste’ - [th]u: ‘entspannt’

Deutsch: S[t]au ‘Stau’ - [th]au ‘Tau’

- Kombinatorik: [pr]eis ‘Preis’, [pl]an ‘Plan’

*[pt] (Russ. [ptits\] ‘Vogel’

morphologie
Morphologie
  • bedeutungstragende sprachliche Einheiten

Beispiel: erblich ‘hereditary’ -erblich ‘paled’

[[erb]STAMM[lich]SUFFIX]

[[er]PRÄFIX[blich]STAMM]

morphologie1
Morphologie
  • bedeutungstragende sprachliche Einheiten

Beispiel: erblich ‘hereditary’ -erblich ‘paled’

[[erb]STAMM[lich]SUFFIX]

[[er]PRÄFIX[blich]STAMM]

[[er]PRÄFIX[örter]STAMM]

syntax
Syntax
  • Kombinatorik von Wörtern zur Bildung von Phrasen und Sätzen
syntax1
Syntax

Beispiel: Maria kennt den Lehrer.

Den Lehrer kennt Maria.

Kennt Maria den Lehrer?

Englisch: Mary knows the teacher.

The teacher knows Mary.

*Knows Mary the teacher?

semantik pragmatik
Semantik/Pragmatik
  • “Es ist kalt hier”
  • Semantische Paraphrase:

“Die Temperatur in diesem Raum ist niedrig”

semantik pragmatik1
Semantik/Pragmatik

“Es ist kalt hier”

Pragmatische Paraphrase:

“Mach die Heizung an”

“Mach das Fenster zu”

“Gehen wir in die Küche”

“Du hast schon wieder vergessen zu heizen”

semantik pragmatik2
fressen

/ \

/ \

‘agent’ ‘patient’

Vogel Wurm

Semantik/Pragmatik
semantik pragmatik3
fressen

/ \

/ \

‘agent’ ‘patient’

Vogel Wurm

(1) Der Vogel frisst einen Wurm.

Semantik/Pragmatik
semantik pragmatik4
fressen

/ \

/ \

‘agent’ ‘patient’

Vogel Wurm

Der Vogel frisst einen Wurm.

(2) Der Wurm wird von einem Vogel gefressen.

Semantik/Pragmatik
wortsemantik
Semasiologie

Untersuchung von

Wortbedeutung und

Bedeutungswandel

-Ausgangspunkt: Lautgestalt eines Wortes

Onomasiologie

Bezeichnungslehre

Ausgangspunkt: Dinge,

Geschehnisse

Wortsemantik
sprachwissenschaft1
synchron

Deskriptive Linguistik

Untersuchung von Sprache zu einer gegebenen Zeit in einem bestimmten Raum

Diachron

Historische Linguistik

Untersuchung von Ursachen und Wirkungen des Sprachwandels

Sprachwissenschaft
sprachwissenschaft2
Theoretisch

- Erkenntnisgewinn

Angewandt

-Fremsprachenunterricht

-Literaturstudium

-Sprachheilkunde

Sprachwissenschaft
was ist der gegenstand der geschichte der sprachwissenschaft
Was ist der Gegenstand der Geschichte der Sprachwissenschaft?
  • 1. Nur “Vorläufer” heutiger Auffassungen

und Theorien?

2. Alle Überlieferungen, die sich wissenschaftlich mit Sprache und/oder Kommunikation befassen?

was ist der gegenstand der geschichte der sprachwissenschaft1
Was ist der Gegenstand der Geschichte der Sprachwissenschaft?
  • “internalistische” Herangehensweise: ausschließliche Berücksichtigung von Texten, die Reflexionen über Sprache enthalten.
was ist der gegenstand der geschichte der sprachwissenschaft2
Was ist der Gegenstand der Geschichte der Sprachwissenschaft?
  • “externalistische” Herangehensweise: zudem Berücksichtigung der biographischen, gesellschaftlichen, der gesamten geistes- und zivilisationsgeschichtlichen Entstehungsbedingungen.

- Interessengeleitetheit sprachwissenschaftlicher Produktion

motiv m glichst wortgetreue sicherung heiliger oder klassischer texte
Motiv: möglichst wortgetreue Sicherung heiliger oder klassischer Texte
  • Konfuzianische Texte in China
  • Homerische Epen in Griechenland
  • Vedische Texte in Indien
  • Koran in arabischen Ländern
  • Sagas in Island
  • Traditionelle Bardenpoesie in Irland
frage nach dem urheber sprachwissenschaftlicher texte
Externalistisch:

Frage ist von großem Interesse. Anfertigung detaillierter Biographien von Wissenschaftlern samt deren geistes- und kulturgeschichtliche Einbettung

Internalistisch:

Frage nahezu irrelevant. Berücksichtigt wird lediglich die Beeinflussung eines Autors durch andere Autoren.

Frage nach dem Urheber sprachwissenschaftlicher Texte
externe versus interne sicht
Extern:

rein empirische Sicht der beobachteten akustisch oder visuell wahrnehmbaren Daten.

(Bloomfield, Amerik. Strukturalismus)

Intern:

Kenntnis der eigenen Sprache, Intuitionen, Sprachgefühl.

(Chomsky, Generative Grammatik)

Externe versus interne Sicht
interne sicht mentalismus
Interne Sicht (Mentalismus):
  • “Eine linguistische Beschreibung einer natürlichen Sprache ist der Versuch, aufzudecken, was der flüssigen Beherrschung einer Muttersprache zugrunde liegt.” (Katz/Postal 1964)
externe versus interne sicht1
Externe Sicht:

Material: Sprachen aus aller Welt, insbesondere “exotische” Sprachen

Interne Sicht:

Material: jeweilige Muttersprache

Externe versus interne Sicht
warum die besch ftigung mit der geschichte der sprachwissenschaft
Warum die Beschäftigung mit der Geschichte der Sprachwissenschaft
  • 2. Teil der allgemeinen Geschichtsschreibung menschlicher Tätigkeiten und Erkenntnisinteressen

=> allgemeinmenschliche Bedürfnis, zu wissen, was früher gewesen ist.

warum die besch ftigung mit der geschichte der sprachwissenschaft1
Warum die Beschäftigung mit der Geschichte der Sprachwissenschaft
  • 1. Systematische Kenntnisnahme von Forschungsergebnissen anderer, die auf Erkenntnisgewinn im gleichen Bereich aus waren. => Bestreben, einmal akkumuliertes Wissen verfügbar zu halten (z.B.1966. Chomsky.Cartesian Linguistics )
tats chliche geschichte der sprachwissenschaft
Tatsächliche Geschichte der Sprachwissenschaft
  • Nicht unbedingt kumulativ
  • Nicht unbedingt kontinuierlicher Fortschritt
sprachwissenschaft in der antike
Theoretisch

- Erkenntnisgewinn

Angewandt

-Fremsprachenunterricht

-Literaturstudium

-Sprachheilkunde

Sprachwissenschaft in der Antike
urspr nge angewandt
Ursprünge (angewandt)
  • Entwicklung der Schrift
  • 1. 2000 - 1000 v. Chr. “Linear B”

(Repräsentation von Silben und Wörtern)

2. Nach 1000 v. Chr. < Phöniziern

(Repräsentation von Sprachlauten)

grammatikós ‘einer der lesen und schreiben kann’, grámmata ‘Buchstabe’

sprachwissenschaft in der antike1
Externe Sicht

< Literaturwissenschaft

Bewahrung der “echten”

klassischen Sprache

Homers

Interne Sicht

< Philosophie

Interesse gilt der Beziehung zwischen der formalen Strutur des Satzes und der logischen Struktur der Proposition

Sprachwissenschaft in der Antike
antike externe sicht
Antike; externe Sicht
  • Aristarch (2. Jhdt v. Chr.)
  • Dionysios Thrax (1. Jhdt v. Chr.)

“Grammatik ist die auf Erfahrung beruhende Kenntnis dessen, was meistens von den Dichtern und Prosaschriftstellern gesagt wird.”

antike interne sicht
Antike; interne Sicht
  • Aristoteles (384 - 322 v. Chr)

“Rede ist die Darstellung der Erfahrungen des Geistes, und die Schrift ist die Darstellung von Rede”

Primär: geistige Vorstellungen des einzelnen Sprechers

slide33
Stoa
  • Zenon (ca. 350 - 260 v. Chr.)
  • Kleanthes von Assos (311 - 232 v. Chr.)
  • Chrysipp (280 - ca. 205 v. Chr.)
stoische philosophie
Stoische Philosophie
  • Physik: Welt, die unserer Erfahrung

zugänglich ist

Logik: Art und Weise, wie wir

Erkenntnisse gewinnen und mitteilen

Ethik: Bewertung der Erkenntnisse von

Physik und Logik für die Prinzipien einer

vernunftgemäßen Lebensführung

logik
Rhetorik

Gegenstand : gutes und wirkungsvolles Sprechen

Dialektik

Gegenstand: allgemeine Verwendungsweisen von Sprache

Logik
kontroversen in der antike i natur vs konvention n mos
Natur (ph´ysis)

Beziehung zwischen

Lautgestalt und

Bedeutung eines Wortes

ist naturgegeben.

Basis: Lautmalerei

Lautsymbolismus

Konvention (nómos)

Beziehung zwischen

Lautgestalt und

Bedeutung eines Wortes

ist beliebig (konventionell).

Kontroversen in der Antike I:Natur vs. Konvention (nómos)
lautmalerei
Lautmalerei
  • D. kikeriki
  • E. cockadoodledoo
  • Dän. kykeliky
  • Fr. cocorico
  • Lit. kakaríeku
  • Finn. kukku kiekuu
konvention
Konvention
  • [erwachsen, weiblich]

-D. Frau

-E. woman

-S. kvinna

Mhd. wi:p .> Nhd. Frau

kontroversen in der antike ii analogie versus anomalie
Aristoteles:

Analogie

Dominantes Prinzip:

Proportionale Analogie

Stoiker (Chrysipp)

Anomalie

Kontroversen in der Antike II:Analogie versus Anomalie
proportionale analogie
Proportionale Analogie
  • lachen : lachte = machen : X
proportionale analogie1
Proportionale Analogie
  • lachen : lachte = machen : X

X = machte

proportionale analogie2
Proportionale Analogie
  • lachen : lachte = backen : X

X =

proportionale analogie3
Proportionale Analogie
  • lachen : lachte = backen : X

X = backte

proportionale analogie4
Proportionale Analogie
  • lachen : lachte = backen : X

X = backte

Historisch belegt:

  • lachen : lachte = backen : buk
anomalie
Anomalie
  • true - truth
  • happy - happiness
  • possible - possibility
  • free - freedom
  • hot - heat

------------

  • true : truth = free : X
anomalie wichtigkeit von kollokation
Anomalie: Wichtigkeit von Kollokation

Bedeutung des englischen Adjektivs flat

flat box

flat tire

flat beer

flat fee

flat refusal

Einsicht: box: flat box ≠ fee : flat fee

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Erwartet:

Privative Bedeutung - Komplexe Form ohne Ziel ziel+los

nicht fein un+fein

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung1
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Aber oft: privative Bedeutung, einfache Form

nicht sehend blind

nicht hörend taub

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung2
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Erwartet:

positive Bedeutung - einfache Form

mit Freude froh

Aber oft: positive Bedeutung, komplexe Form

ewig lebend unsterblich

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung3
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Erwartet:

weibliches Geschlecht - die Frau

Aber:

weibliches Geschlecht - das Weib

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung4
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Pluralbildung

das Bett - die X

das Brett - die X

das Fett - die X

anomalie mangelnde bereinstimmung zwischen form und bedeutung5
Anomalie: Mangelnde Übereinstimmung zwischen Form und Bedeutung

Pluralbildung:

das Bett - die Betten

das Brett - die Bretter

das Fett - die Fette

analogie entdeckung von regelm igkeiten
Analogie: Entdeckung von Regelmäßigkeiten

Pluralbildung:

die Xe - die Xen

analogie entdeckung von regelm igkeiten1
Analogie: Entdeckung von Regelmäßigkeiten

Pluralbildung:

die Wiese - die Wiesen

die Fahne - die Fahnen

analogie entdeckung von regelm igkeiten2
Analogie: Entdeckung von Regelmäßigkeiten

i a u

finden fand gefunden

sinken sank gesunken

e a o

werfen warf geworfen

helfen half geholfen

analogie entdeckung von regelm igkeiten3
Analogie: Entdeckung von Regelmäßigkeiten

iNC a u

finden fand gefunden

sinken sank gesunken

eLC a o

bergen barg geborgen

helfen half geholfen

analogie entdeckung von regelm igkeiten4
Analogie: Entdeckung von Regelmäßigkeiten
  • Mittel: immer genauere Erforschung sprachlicher Formen
  • Ergebnis: Ausbildung der beschreibenden Grammatik
wichtigste interessen der antiken sprachwissenschaftler
Wichtigste Interessen der antiken Sprachwissenschaftler
  • Etymologie (Wissenschaft von der Herkunft und Geschichte der Wörter und ihrer

Bedeutungen)

-Phonetik (Aussprache)

-Grammatik

etymologie
Etymologie

teilweise beherrscht von der

Natur-versus-Konvention Kontroverse

=> “Etymogeleien”

phonetik1
Phonetik

Basis: das griechische Alphabet

  • Beginn einer artikulatorischen Klassifikation

Plato: Vokale vs. Konsonanten;

Plosive vs. Frikative

  • Einführung der Silbe
stoische phonetik
Stoische Phonetik
  • Unterscheidung von 3 Aspekten eines Buchstaben:
  • der phonetische Wert [b]
  • die geschriebene Form <b>
  • Der Name “be”
stoische phonetik1
Stoische Phonetik
  • Unterscheidung von 3 phonotaktischen Möglichkeiten:
  • Das Vorkommen einer Sequenz als Wort in der Sprache (d. blau)
  • Das zufällige Nicht-Vorkommen einer Sequenz als Wort in der Sprache (d. plau)
  • Das systematische Nicht-Vorkommen einer Sequenz als Wort in der Sprache (d. bnau)
griechisch r mische phonetik
Griechisch-römische Phonetik
  • Schwächen: impressionistische akustische

Beschreibung

Sehr viel wichtiger für die Phonetik des 19. Jhdts. : altindische Phonetik

Panini (ca. 450 v. Chr.)

arabische Phonetik

griechisch r mische phonetik1
Griechisch-römische Phonetik
  • Schwächen: impressionistische akustische

Beschreibung

Beispiele: Thrax:

[p], [t], [k] ‘sanft’

[ph], [th], [kh] ‘rau’

[b], [d], [g] ‘mittel’

griechisch r mische phonetik2
Griechisch-römische Phonetik
  • Schwächen: impressionistische akustische

Beschreibung

Beispiele: Thrax:

[l], [r], [m], [n] ‘liquid’

---------------------------

[l], [r] ‘Liquidä’ (Engl. ‘liquids’)

grammatik
Grammatik
  • Wichtige und bleibende Beiträge zur

deskriptiven Linguistik:

“Wort- und Paradigmenmodell”

vergleich der modelle
Wort- und Paradigmenmodell

Dritte Ps. Zweite Ps

Singular Singular

Präsens Präsens

Xt -> Xst

Morphemmodell

[geh]Verbstamm

[st] 2.Ps.Sg

[t] 3.Ps. Sg.

[e] 1.Ps. Sg.

[geh]+[st] 2.Ps.Sg

Vergleich der Modelle
vergleich der modelle1
Wort- und Paradigmenmodell

Dritte Ps. Zweite Ps

Singular Singular

Präsens Präsens

geht gehst

Morphemmodell

[geh]Verbstamm

[st] 2.Ps.Sg

[t] 3.Ps. Sg.

[geh]+[st] 2.Ps.Sg

Vergleich der Modelle
vergleich der modelle2
Wort- und Paradigmenmodell

Dritte Ps. Zweite Ps

Singular Singular

Präsens Präsens

nimmt nimmst

Morphemmodell

[nehm], [nimm]

[st] 2.Ps.Sg

[t] 3.Ps. Sg.

[e] 1.Ps. Sg.

!![nehm]+[st] 2.Ps.Sg

Vergleich der Modelle
wort und paradigmenmodell
Präsens

Infinitiv

Aktiv

X ->

Erste Ps.

Singular

Imperfekt

Konjunktiv

Xm

Wort- und Paradigmenmodell
wort und paradigmenmodell priscianische regeln
vocáre ->

monére ->

péllere ->

ésse ->

vocárem

monérem

péllerem

éssem

Wort- und ParadigmenmodellPriscianische Regeln
wichtige beitr ge zur grammatik
Wichtige Beiträge zur Grammatik
  • Die beiden fundamentalen Einheiten der grammatischen Beschreibung:

(1) obere Grenze: der Satz “Ausdruck eines vollständigen Gedankens”

(2) Untere Grenze: das Wort

(nicht: das “Morphem”)

imperativbildung im finnischen karlsson 2000
Ps. Sg.

Präsens

X[n] ->

Imperativ

Singular

X[÷]

Imperativbildung im FinnischenKarlsson (2000)
imperativbildung im finnischen karlsson 20001
Ps. Sg.

Präsens

anna[n] ->

Imperativ

Singular

anna[÷] ‘Gib!’

Imperativbildung im FinnischenKarlsson (2000)
imperativbildung im finnischen karlsson 20002
Ps. Sg.

Präsens

tee[n] ->

Imperativ

Singular

tee[÷] ‘Mach!’

Imperativbildung im FinnischenKarlsson (2000)
wichtige beitr ge zur grammatik1
Wichtige Beiträge zur Grammatik
  • Zwei Grundeinheiten: Satz, Wort
  • Primat des Satzes (Aristoteles)

=> Wörter haben sekundären Status: sie sind nur aus ihrer jeweiligen Funktion als Bestandteile von Sätzen zu konstruieren.

sch pfung linguistischer terminologie
Schöpfung linguistischer Terminologie
  • Seit Plato

Fundamentale Zweiteilung des Satzes in

ónoma + rhêma

Urspr. ‘Name’ ‘Prädikat’

nominale Komponente verbale Komponente

sch pfung linguistischer terminologie pt sis fall
Aristoteles:

‘ptôsis’: ‘Abwandlung’

(Flexion) außer

Genus bei Substantiven

Stoiker:

‘klísis’: Flexion

‘ptôsis’: Kasus

1. ‘aufrechte Fall’

2. ‘Herkunftsfall’

3. ‘Gebefall’

4. ‘Verursachungsfall’

Schöpfung linguistischer Terminologie: ‘ptôsis’ (‘Fall’)
sch pfung linguistischer terminologie1
Schöpfung linguistischer Terminologie

Stoiker: Kasusflexion:

Nominativ versus oblique Kasus

  • Nominative markiert das Subjekt
  • Die Wahl der obliquen Kasus hängt von Verben oder Präpositionen ab.

Folge: Substantive/Adjektive versus Verben

sch pfung linguistischer terminologie2
Schöpfung linguistischer Terminologie

Stoiker: Verbflexion

Tempus| Gegenwart Vergangenheit

Aspekt |

-----------------------------------------------------------

unvollendet | Präsens Imperfekt

vollendet | Perfekt Plusquamperfekt

dionysios thrax 100 v chr 1 abendl ndische grammatik1
Dionysios Thrax (100 v. Chr.)(1. abendländische Grammatik)

-Phonologie (Richtige Aussprache)

-Morphologie (Analogie)

-keine Syntax

dionysios thrax 100 v chr 1 abendl ndische grammatik2
Dionysios Thrax (100 v. Chr.)(1. abendländische Grammatik)

-Phonologie (Richtige Aussprache)

-Morphologie (Analogie)

-keine Syntax

erst Apollonios Dyskolos (2. Jhdt)

dionysios thrax wortklassifizierung
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

8 Klassen {Nomen, Verb, Partizip, Artikel, Pronomen, Präposition, Adverb, Konjunktion}

dionysios thrax wortklassifizierung1
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Nomen

/ | \

Eigenname Substantiv Adjektiv

| | |

‘Sokrates’ ‘Pferd’ ‘schnell’

dionysios thrax wortklassifizierung2
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Nomen

/ | \

Eigenname Substantiv Adjektiv

| | |

‘Sokrates’ ‘Pferd’ ‘schnell’

[+ Kasus] [+Kasus] [+Kasus]

dionysios thrax wortklassifizierung3
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Verb | Partizip

| |

‘backen’ ‘gebacken’

dionysios thrax wortklassifizierung4
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Verb | Partizip

| |

‘backen’ ‘gebacken’

[+Tempus] [+Kasus]

dionysios thrax wortklassifizierung5
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Verb | Partizip | Nomen

| | |

‘backen’ ‘gebacken’ ‘schnell’

[+Kasus] [+Kasus]

dionysios thrax wortklassifizierung6
Dionysios Thrax Wortklassifizierung

Verb | Partizip | Nomen

| | |

‘backen’ ‘gebacken’ ‘schnell’

[+Kasus] [+Kasus]

[+Tempus] [+Tempus]

wortklassifizierung
Thrax (1. Jhdt v. Chr)

Nomen

Verb

Partizip

Artikel

Pronomen

Präposition

Adverb

Konjunktion

Priscian (5. Jhdt.)

Nomen

Verb

Partizip

> Interjektion

Pronomen

Präposition

Adverb

Konjunktion

Wortklassifizierung
interjektion
Interjektion

-syntaktisch unabhängig vom Verb

-zeigt ein Gefühl oder Geisteszustand an

oh, ah, pscht,

r mische grammatiker
Römische Grammatiker
  • Varro (116-27 v. Chr.)

De lingua Latina (25 Bände, 5-10 erhalten)

- Etymologie

- Morphologie

- Syntax

m gliche ursachen f r form bedeutung entsprechungen in 2 sprachen
1. Genetische Verwandtschaft:

[Wort]

/ \

/ \

[Wort A] [Wort B]

Sprache X Sprache Y

2. Entlehnung

[Wort A] -> [Wort B]

Sprache X Sprache Y

Mögliche Ursachen für Form-Bedeutung Entsprechungen in 2 Sprachen
m gliche ursachen f r form bedeutung entsprechungen in 2 sprachen1
1. Genetische Verwandtschaft:

[t]ooth - [ts]ahn

[t]wo - [ts]wei

[t]ongue - [ts]unge

Englisch Deutsch

2. Entlehnung

[t]icket - [t]icket

[t]ake-off - [t]ake-off

[t]alk-show - [t]alk-show

Englisch Deutsch

Mögliche Ursachen für Form-Bedeutung Entsprechungen in 2 Sprachen
m gliche ursachen f r form bedeutung entsprechungen in 2 sprachen2
1. Genetische Verwandtschaft:

[t]anthuz

/ \

/ \

[t]ooth - [ts]ahn

Englisch Deutsch

Mögliche Ursachen für Form-Bedeutung Entsprechungen in 2 Sprachen
m gliche ursachen f r form bedeutung entsprechungen in 2 sprachen3
1. Genetische Verwandtschaft:

[t]anthuz

/ \

/ \

[t]ooth - [ts]ahn

Englisch Deutsch

2. Entlehnung

[t]icket > [t]icket

[t]ake-off > [t]ake-off

[t]alk-show >[t]alk-show

Englisch Deutsch

Mögliche Ursachen für Form-Bedeutung Entsprechungen in 2 Sprachen
varro flexion vs derivation
Flexion:

“ declinatio naturalis”

Aufgrund einer

Wortform können alle

übrigen erschlossen

werden

backen> backst, backe

Varro: Flexion vs. Derivation
varro flexion vs derivation1
Flexion:

“ declinatio naturalis”

Aufgrund einer

Wortform können alle

übrigen erschlossen

werden

backen> backst, backe

Derivation:

“ declinatio voluntaria”

Milch - milchig

Wasser - wässrig

Saft - saftig (*säftig)

Wein - ?

Varro: Flexion vs. Derivation
wortklassifizierung1
Thrax (1. Jhdt v. Chr)

Nomen:

-kasusflektiert

-bezeichnet Person oder Sache

Priscian (5. Jhdt.)

Nomen:

-bezeichnet Substanz oder Qualität

-weist jeder Person oder Sache eine allgemeine oder bestimmte Qualität zu

Wortklassifizierung
priscian 5 jhdt
Priscian (5. Jhdt)
  • 18bändige Grammatik (1000 Seiten)

- enge Anlehnung an die griechische Grammatik von Dionysios Thrax

priscian 5 jhdt1
Priscian (5. Jhdt)
  • 18bändige Grammatik (1000 Seiten)

- enge Anlehnung an die griechische Grammatik von Dionysios Thrax

- sehr detaillierte morphologische Beschreibung

- zwei Syntax-Bände

priscian 5 jhdt2
Priscian (5. Jhdt)
  • 800 Jahre: Basis von Grammatiktheorie
  • Bis jetzt: Basis von Latein-Lehrbüchern

-------------------------------------------

Präsens Erste Ps. Sg.

Infinitiv Imperfekt

Aktiv Konjunktiv

X -> Xm

slide110
Plan
  • Chronologische Entwicklung (Schwerpunkt Deutschland)

-

slide111
Plan
  • Themen

-Geschichte der Semasiologie

-Syntax 1955 -1975

-Pragmatik

-Phonologie (20. Jhdt.)

-Geschichte der Schrift

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