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Sprachenpolitik und

Sprachenpolitik und. Sprachkultur. Prozess des Sprachmanagements. Am Anfang steht die Kommunikation 1. Existenz einer Normabweichung oder nicht 2. Bemerken dieser Normabweichung oder nicht 3. Bewertung dieser Normabweichung oder nicht 4. Falls Bewertung: negativ oder positiv

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Presentation Transcript


  1. Sprachenpolitik und Sprachkultur

  2. Prozess des Sprachmanagements Am Anfang steht die Kommunikation 1. Existenzeiner Normabweichung oder nicht 2. Bemerkendieser Normabweichung oder nicht 3. Bewertungdieser Normabweichung oder nicht 4. Falls Bewertung: negativ oder positiv 5. Bei negativer Bewertung: Einleiten des Erarbeitens eines Lösungsvorschlags oder nicht 6. Die Korrekturen werden per Lösung werden erfolgreich implementiert oder nicht

  3. Allgemeine Grundsätze der Sprachkultur. In: Scharnhorst, Jürgen/Ising, Erika (Hrsg.): Grundlagen der Sprachkultur, TeilI. Berlin: Akademie Verlag. S. 74-85. Text: Übersetzung Scharnhorsts der „Allgemeinen Grundsätze der Sprachkultur um 1932“ aus dem Tschechischen

  4. Sprachkultur – aktive Pflege der Literatursprache • Literatursprache hier Standardvarietät • Sprachwissenschaftler sollen: • Stabilität der Literatursprache unterstützen • funktionale Unterschiede und stilistischen Reichtum der Literatursprache fördern ↓ • Dazu muss die Literatursprache, d.h. die bestehende Norm dieser, vollkommen erforscht sein ↓ • Diese Erforschung ist grundlegende Aufgabe der Sprachwissenschaftler

  5. Erforschung der Literatursprache als grundlegende Aufgabe der Sprachwissenschaftler Forschung • theoretische und planmäßige Arbeit • streng synchron und strukturell Erforschung • der durchschnittlichen literatursprachlichen Praxis der letzten 50 Jahre • und des Sprachbewusstsein der gebildeten Schichten und deren mündliche Sprachpraxis • der speziellen theoretische Normen der Literatursprache

  6. Normatives Eingreifen Festsetzung der Normen der Literatursprache nicht durch Diktat der linguistischen Theorie ABER der Prozess der Stabilisierung und Konsolidierung nicht ohne normatives Eingreifen der Theoretiker Eingegriffen wird in: Rechtschreibung Weniger in: grammatischen Bau der Sprache: Morphologie und Syntax Fast gar nicht: Struktur und Inhalt der Lexik

  7. Normatives Eingreifen Normatives Eingreifen unter folgenden Grundsätzen: • Stützung der Stabilisierung der Literatursprache. Stabilisierung: • funktionaler Gesichtspunkt – Zielgerichtetheit • allgemein-ästhetischer Gesichtspunkt – Geschmack der betreffenden Epoche • synchronischer Gesichtspunkt – tatsächlicher Zustand der Gegenwartssprache • kein Aufhalten von Fortschritt

  8. Normatives Eingreifen Normatives Eingreifen unter folgenden Grundsätzen: • Keine Vertiefung der Unterschiede von Alltags- und Buchsprache • Stabilisierung keine Nivellierung, sondern Erhaltung der Vielfalt der Sprache

  9. Kodifizierung der Rechtschreibung und der Orthografie Rechtschreibung: stabilisierte Schreibweise Orthografie: - Ideale Erfassung des phonologischen System der Sprache aber NICHT deren phonetische Realisierung - Richtung der Aussprache nach der Aussprache der gebildeten Schichten richten - nicht nach irgendeinem Dialekt oder nach der Volkssprache

  10. Kodifizierung der Rechtschreibung und der Orthografie • Veränderungen unter den Gesichtspunkten - Adäquatheit, also theoretische Genauigkeit - Zweckmäßigkeit der Sprache - Vermeidung unnötiger Kompliziertheit • Bekanntgabe der Veränderungen vor der Durchsetzung  Chance der Diskussion unter Fachkritikern

  11. Die linguistische Theorie hilft… 1. …bei der Stabilisierung des grammatischen Baus (Morphologie, Syntax) der Literatursprache • einerseits durch die Untersuchung der bestehenden Norm • andererseits durch die Kodifizierung der Normen Morphologie • Tatsächlicher gegenwärtiger Stand nicht vollständig bekannt noch ausreichend kodifiziert  konsequente Untersuchung der morphologischen Struktur der Gegenwartssprache erforderlich

  12. Die linguistische Theorie hilft… 1. …bei der Stabilisierung des grammatischen Baus (Morphologie, Syntax) der Literatursprache Syntax • Keine Verwischung der funktionalen Unterschiede zwischen syntaktischer Varianten  aus Unterschieden Erkenntnisse für die notwendige Differenzierung der Literatursprache • Keine Störung der Entwicklung spezieller syntaktischer Mittel  Auszeichnung Buchsprache gegenüber der Alltagssprache

  13. Die linguistische Theorie hilft… • …bei der Stabilität der formalen und semantischen Seite des Wortschatzes • Hier greift die linguistische Theorie am wenigsten sein • Förderung der Entwicklung von Fachterminologie  keine Anwendung dieses Schemas auf den Wortschatz der Literatursprache • Unterstützung der Stabilisierung der Sprache durch Kritik  Durch Vergleich von konkreten sprachlichen Äußerungen mit der theoretisch fixierten Norm

  14. Die linguistische Theorie hilft… • …bei der Entwicklung von Fachtermini • Zweckmäßigkeit • Vermeiden: Mehrdeutigkeit von Wörtern, die der theoretischen und juristischen Sprache widerspricht, keine unerwünschte emotionale Färbung • Entlehnung der Internationalen Terminologie und semantische Koordinierung mit den heimischen Benennungen

  15. Die linguistische Theorie hilft… • … bei der Bestimmung der funktionalen Belastung sprachlicher Mittel und bei der Aufdeckung stilistischer Möglichkeiten Dazu muss folgendes geschehen: • systematische Feststellung der speziellen sprachlichen Mittel der verschiedenen Funktionalsprachen/Personen/Schulen und Richtungen • Achten auf die Richtung der Entwicklungstendenzen • Aussprache von Empfehlungen ohne Strenge und Zwang

  16. Prager Schule • 1920er/30er Jahre in Prag • Forschungsgegenstand: Standardsprache der Gegenwart→ synchronische Betrachtung • Forschungsziel: • Maßstäbe für die Standardsprache • Erforschung der Normen der Standardsprache + Kodifizierung • Grammatiken, Wörterbücher, Handbücher für Orthographie, etc. • Eingriff in die Entwicklung der gesprochenen und geschriebenen Standardsprache • Öffentlichkeitsarbeit > Lehrer, Journalisten, Schriftsteller, Rundfunk

  17. Weiterentwicklung der tschechischen Sprachkultur nach Ende des Zweiten Weltkrieges • Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse  die früher deutliche soziale Stratifikation der Träger der Literatursprache verschwand  „ Sozialisierung der Literatursprache“ / „ Demokratisierung der Sprache“

  18. Fokus auf „Empfänger“ von Sprache • Einbeziehung des „Empfängers“ in die Bemühungen um die Sprachkultur • individuelle Haltung und Meinung der Menschen gegenüber der Sprache und deren Einwirkung auf engere und weitere Umgebung  Resultat ist eine „öffentliche Meinung über Sprache“

  19. Fokus auf „Empfänger“ von Sprache Die Ergebnisse dienen für mehrere Zwecke der Entwicklung von Sprachkultur: 1. Grundlagen für das Einwirken auf die „öffentliche Meinung über die Sprache“ werden geschaffen 2. Angaben in welcher Richtung die Kommunikationspraxis selbst zu beeinflussen ist 3. Bedarf und Grenzen möglicher Eingriffe der Sprachwissenschaftler können besser eingeschätzt werden

  20. Bereicherung der Sprachkultur durch Kontakt bzw. Abgrenzung von Tschechien und Slowakei Analyse der national-repräsentativen Sprachfunktion und Erarbeitung von Kriterien der Literatursprachlichkeit: 1. die nationale Repräsentationsfähigkeit 2. die Systemhaftigkeit 3. die Stabilität 4. die Verständlichkeit 5. die Zweckmäßigkeit

  21. Variabilität in der Literatursprache • Interesse an sprachlichen Mitteln, die Varianten (Dubletten) darstellen • neben den üblichen diachronen Betrachtungsweisen rückten auch landschaftlich oder regional geprägte sowie Kontaktvarianten ins Blickfeld  konkreter Bezug auf gegenwärtige gesellschaftliche sprachliche Erscheinungen

  22. Zentrum und Peripherie des Sprachsystems Periphere Erscheinungen … • sind schwach in die Beziehungen des Sprachsystems integriert • sind Erscheinungen mit einer geringen Frequenz • haben im kollektiven Sprach- bewusstsein keine feste Norm • sind untergehende oder neu aufkommende Erscheinungen • sind häufig der Ausgangspunkt für neue Entwicklungstendenzen P Z

  23. Variabilität und Peripherie Kodifizierung von „Dubletten“ für die Sprachkultur von Vorteil • Dubletten als Widerspiegelung der Differenziertheit innerhalb des Sprachgebrauchs  stilistische und semantische Bereicherungen der sprachlichen Kommunikation • Kritik:  Praxis kann beim Sprachbenutzer auf Widerstand stoßen, da Dubletten als Verletzung der Einheit der Sprache angesehen werden kann

  24. In welchem Maße kann bzw. muss die Sprachwissenschaft die Sprachentwicklung voraussehen und lenken? • Bis in die 30er Jahre eine eher puristische Auffassung einer „Sprachpolizei“ • Seit den 30er Jahren der prognostische Standpunkt im Vordergrund  ermöglicht potentielle Konfliktsituationen in der sprachlichen Kommunikation frühzeitig zu erkennen und ihnen rechtzeitig vorzubeugen => PRÄVENTION

  25. Sprachpolitik vs. Sprachenpolitik • Sprachpolitik • > politische Maßnahmen innerhalbeiner Einzelsprache • Sprachenpolitik • > Verhältnis zwischen verschiedenen Sprachen • Die zu kommunizierende Sprache • Sprachverbreitungspolitik

  26. Sprachenpolitik der EU • Aus dem Verfassungsentwurf von 2005: • „Ziel der Union ist es, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen der Völker zu fördern […]. Die Union […] fördert den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt und die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten. Sie wahrt den Reichtum ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt und sorgt für den Schutz und die Entwicklung des kulturellen Erbes Europas“ (Artikel 3) • Dagegen: Erhaltung und Förderung der Sprachenvielfalt???

  27. Sprachsituation „die allgemeine gesellschaftliche Lage, in der sich Sprache in einem bestimmten Land oder Territorium während eines bestimmten Zeitabschnitts unter gegebenen politischen, sozialen, ökonomischen und insbesondere kulturellen Verhältnissen befindet“ (Scharnhorst, 1995)

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