Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte
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Friedrich-Schiller-Universität Jena Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften Institut für Erziehungswissenschaft Seminar: Scheidung als kritisches Lebensereignis Dozentin: Kristin Georgy , M.A. WS 2011/2012 Datum: 22.02.12.

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Scheidung – Institutionelle Rahmenbedingungen und rechtliche Aspekte

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Presentation Transcript


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Institut für Erziehungswissenschaft

Seminar: Scheidung als kritisches Lebensereignis

Dozentin: Kristin Georgy, M.A.

WS 2011/2012

Datum: 22.02.12

Scheidung – Institutionelle Rahmenbedingungen und rechtliche Aspekte

Referentinnen:

Susann Bräuer

Marie Hinzmann

Luise Neubert


Gliederung

Gliederung

1. Familienrecht

2. Kindeswohl und Kindeswille

3. Elterliche Sorge

4. Umgang

5. Unterhalt

6. Quellen


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

  • http://www.youtube.com/watch?v=RXnbg5yMYJA


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

1. Familienrecht


1 familienrecht

1. Familienrecht

1. 1 Verfassungsrechtliche Grundlagen

1. 2 Verankerung im BGB

1.2.1 Bürgerliche Ehe

1.2.2 Verwandtschaft

1. 3 Entwicklungslinien

1. 4 Quiz


Verfassungsrechtliche grundlagen des familienrechts

Verfassungsrechtliche Grundlagen des Familienrechts

  • Grundlagen im Verfassungsrecht, welches zentrale Grundentscheidungen trifft

  • Grundlagen zu Ehe und Familie in Art. 6 GG, insb. Absätze 1 und 2

  • Art. 6 Abs. 2 GG legt fest, dass Pflege und Erziehung das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht sind, über deren Betätigung die staatliche Gemeinschaft wacht

Familienrecht


Grundz ge des familienrechts auf einfachgesetzlicher ebene

Grundzüge des Familienrechts auf einfachgesetzlicher Ebene

Familienrecht


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Familienrecht


B rgerliche ehe

Bürgerliche Ehe

  • Trennung und Scheidung:

    • Ehe gemäß § 1353 Abs. 1 BGB auf Lebenszeit

    • Getrenntleben in § 1567 BGB erläutert - keine häusliche Gemeinschaft mehr

    • § 1361 BGB regelt Unterhalt

    • auf Trennung folgt meist Scheidung, zuständig für Scheidungsverfahren sind Familiengerichte

    • Voraussetzung für Scheidung ist nach § 1565 Abs. 1 BGB das Scheitern der Ehe

Familienrecht


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Familienrecht


Verwandtschaft

Verwandtschaft

  • Elterliche Sorge:

    • nach §1626 BGB der Inbegriff aller Pflichten und Rechte, die mit Pflege und Erziehung eines Kindes verbunden sind

    • bezieht sich sowohl auf persönliche Angelegenheiten (Personensorge) als auch auf das Vermögen des Kindes

    • Aufenthaltsbestimmungen

    • Umgangsrecht

Familienrecht


Entwicklungslinien

Entwicklungslinien

  • Ehe- und Familienrecht Reform in den 70ern: Scheidungsrecht mit Verschuldungsprinzip vom Zerrüttungsprinzip abgelöst

  • 03.11.1982 – Zulassung der gemeinsamen elterlichen Sorge nach Trennung und Scheidung der Eltern

  • 01.07.1998 – In-Kraft-Treten des Kindschaftsrechtsreformgesetz- bislang letzte bedeutende Reform des Familienrechts im BGB

Familienrecht


Entwicklungslinien1

Entwicklungslinien

  • Kindschaftsrechtsreformgesetz:

  • Ungleichheiten zwischen ehelichen und nichtehelichen Kinder angeschafft

  • Gleichstellungen zwischen Ehepartnern und nichtverheirateten Eltern in Bezug auf ihre rechtliche Position dem Kind gegenüber

  • Möglichkeit der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern

  • Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge im Regelfall nach einer Trennung oder Scheidung

Familienrecht


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Quiz

  • Wann trat das Kindschaftsrechtsreformgesetz in Kraft?

  • Nennt einen wichtigen inhaltlichen Punkt aus diesem!

Familienrecht


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

2. Kindeswohl

und

Kindeswille


2 kindeswohl und kindeswille

2. Kindeswohl und Kindeswille

2. 1 Das Kindeswohl im Recht

2. 2 Forschungsstand: Kindeswohl und Scheidung

2. 3 Der Kindeswille als ein zentrales Kriterium des

Kindeswohls

2. 4 Der Kindeswille im Recht

2. 5 Kindeswohl = Kindeswille?

2. 6 Der beeinflusste Wille

2. 7 Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

2. 8 Quiz


Kindeswohl und kindeswille

Kindeswohl und Kindeswille

  • „Selten sind Begriffe so bedeutsam für das Schicksal von Personen und dennoch so unklar: Kindeswohl und Kindeswille.“(Dettenborn 2007, S. 10)

  • Orientierungshilfe bzw. Entscheidungsmaßstab in Angelegenheiten des Kindesschutzes

  • Darstellung der Interessen der Kinder und beteiligter Erwachsener

  • zentraler Stellenwert in Berichten, Gutachten und Entscheidungen hinsichtlich des Sorge- und Umgangsrechts oder einer Adoption

Kindeswohl und Kindeswille


Das kindeswohl im recht

Das Kindeswohl im Recht

  • Kindeswohl als Generalklausel, d.h. unbestimmter Rechtsbegriff

  • mehrere Gebrauchskontexte im BGB  Quelle von Komplikationen

    • Bestimmung der Bestvariante: Optimalität wird angestrebt, z. B. „[...] dem Wohl des Kindes am besten entspricht“

      (§1671 Abs. 2 BGB)

Kindeswohl und Kindeswille


Das kindeswohl im recht1

Das Kindeswohl im Recht

  • Bestimmung der Genug-Variante: günstige Relation von Bedürfnissen und Lebensbedingungen

    a) durch Zulassen von Aktivitäten, z. B. „[...] dem Wohl des Kindes dient“

    (§ 1685 Abs. 1 BGB)

    b) durch Entzug von Rechten undBefugnissen, z. B. „[...] zum Wohl des Kindes erforderlich ist“

    (§ 1684 Abs. 4 BGB)

Kindeswohl und Kindeswille


Das kindeswohl im recht2

Das Kindeswohl im Recht

  • Gefährdungsabgrenzung: z. B. infolge missbräuchlicher Ausübung elterlicher Sorge sind „[...] Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind“

    (§ 1666 Abs. 1 BGB)

  • Metafunktion: gebrauchskontextübergreifende Gültigkeit, z. B. in dem § 1696 Abs. 1 BGB „[...] wenn dies aus triftigen, das Wohl des Kindes nachhaltig berührenden Gründen angezeigt ist“

Kindeswohl und Kindeswille


Das kindeswohl im recht3

Das Kindeswohl im Recht

  • interdisziplinärer Bezug für Verständnis vonnöten

    • aber auch aus den Humanwissenschaften keine unmittelbar nutzbaren Konzepte

  • dennoch: Ausschluss des Begriffes aus dem Recht ist nicht denkbar

    • notwendiges Element für Entscheidungsbegründungen

    • wichtige Aufgabe als Aufforderungselement

    • Begründung für „staatliches Wächteramt“

Kindeswohl und Kindeswille


Das kindeswohl im recht4

Das Kindeswohl im Recht

  • Forderung: Gebrauch des Begriffes auf eine effektivere und kritische Weise

     „Es wird vorgeschlagen, unter familienrechts-psychologischem Aspekt als Kindeswohl die für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes oder Jugendlichen günstige Relation zwischen seiner Bedürfnislage und seinen Lebensbedingungen zu verstehen.“(Dettenborn 2007, S. 50)

Kindeswohl und Kindeswille


Forschungsstand kindeswohl und scheidung

Forschungsstand: Kindeswohl und Scheidung

  • rechtliche Vorrangstellung des Kindes seit 1998

  • Perspektive ist Resultat jahrelanger Forschungen

    • Sichtweise des Kindes ist zu berücksichtigen!

  • Kinder wollen sich nicht zwischen ihren Eltern entscheiden

    • Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig

  • Stieffamilienforschung: mehr als nur eine förderliche Beziehung gleichzeitig möglich

Kindeswohl und Kindeswille


Forschungsstand kindeswohl und scheidung1

Forschungsstand: Kindeswohl und Scheidung

  • Bindungsforschung: i. d. R. Aufbau einer Bindung zu beiden Elternteilen

  • Entwicklungspsychologie: gleichwertiger Einfluss von Mutter und Vater

    • „tender-years-doctrine“ damit eindeutig widerlegt

  • Fazit: Kindeswohlbegriff als „Herstellungsprinzip“ und weniger als „Selektionsprinzip“ zu verstehen

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille als ein zentrales kriterium des kindeswohls

Der Kindeswille als ein zentrales Kriterium des Kindeswohls

  • eltern- und kindbezogene Kriterien

  • Elterzentrierte Kriterien, z. B.

    • Erziehungsfähigkeit der Eltern

    • Förderprinzip

    • Prinzip der Kontinuität und Stabilität

    • Prinzip der Bindungstoleranz

    • Prinzip der Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit in Erziehungsfragen

    • Fähigkeit zwischen Paar- und Elternebene zu differenzieren

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille als ein zentrales kriterium des kindeswohls1

Der Kindeswille als ein zentrales Kriterium des Kindeswohls

  • Kindzentrierte Kriterien, z. B.

    • Bindung des Kindes an seine Eltern

    • Beziehungen des Kindes zu Geschwistern und allen anderen für das Kind bedeutsamen Personen

    • Wunsch und Wille des Kindes

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille als ein zentrales kriterium des kindeswohls2

Der Kindeswille als ein zentrales Kriterium des Kindeswohls

  • Kindeswille als zentrales, aber auch prekäres Kriterium bei der Beurteilung des Kindeswohls

  • Definition nach Dettenborn:

    „Als Kindeswille wird die altersgemäß stabile und autonome Ausrichtung des Kindes auf erstrebte, persönlich bedeutsame Zielzustände verstanden.“(Dettenborn 2007, S. 65)

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille im recht

Der Kindeswille im Recht

  • Kindeswille agiert in Verbindung mit der „Elterlichen Sorge“

    • „Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln. [...]“ (§ 1626 Abs. 2 BGB)

    • Hintergrund: Persönlichkeitsentwicklung erfordert gewisses Maß an Autonomie

    • umso wichtiger, je mehr die Belange das Wohl des Kindes betreffen

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille im recht1

Der Kindeswille im Recht

  • in Deutschland ist die Kindesanhörunggesetzlich festgeschrieben

    • „Das Gericht hört in einem Verfahren, das die Personen- oder Vermögenssorge betrifft, das Kind persönlich an, wenn die Neigungen, Bindungen oder der Wille des Kindes für die Entscheidung von Bedeutung sind oder wenn es zur Feststellung des Sachverhalts angezeigt erscheint, dass sich das Gericht von dem Kind einen unmittelbaren Eindruck verschafft.“ (§ 50b Abs. 1 FGG)

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille im recht2

Der Kindeswille im Recht

  • Funktion des Kindeswillens bei Kindesanhörungen

    • kindliche Selbstbestimmung/ Autonomie

    • Ausdruck der kindlichen Verbundenheit mit seinen Eltern

    • familiäre Mitbestimmung

Kindeswohl und Kindeswille


Der kindeswille im recht3

Der Kindeswille im Recht

  • keine alleinige Entscheidungsverantwortlichkeit

    • Selbstbestimmung hat Grenzen - elterliches Erziehungsrecht

    • Teilmündigkeiten festgelegt - Alter und Entwicklungsstand des Kindes als Kriterien

  • Alter als umstrittenes Kriterium

    • juristische Einschnitte scheinen relativ willkürlich

  • Betrachtung des kindlichen Willens in Relation zum Kindeswohl und seinen Kriterien!

Kindeswohl und Kindeswille


Kindeswohl kindeswille

Kindeswohl = Kindeswille?

  • in den meisten Fällen Kindeswille = Kindeswohl

  • es gibt kein Kindeswohl gegen den Kindeswillen

    • da Kindeswille wesentlicher Inhalt des Kindeswohls ist

      vs.

  • Umsetzung des Kindeswillens kann dem Kindeswohl schaden

    • da nicht alles, was Menschen begehren, aus objektiver Sicht gut für sie ist

  • Frage nach der Qualität des kindlichen Willens z. T. schwierig zu beantworten

Kindeswohl und Kindeswille


Der beeinflusste wille

Der beeinflusste Wille

  • z. T. Beeinflussung des Kindeswillens durch einen Elternteil bzw. Vermutung einer solchen

  • Induzierung erfolgt indirekt und/oder direkt

    • Indirekt: Gewähren und Versprechen von Vorteilen

    • Direkt: Verändern von Einstellungen und Willensinhalten

  • umstritten, in welchem Umfang beeinflusster Wille berücksichtigt werden sollte

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

  • spezielle Problematik zur Thematik des beeinflussten Kindeswillens ist das so genannte „Parental Alienation Syndrome“ (kurz: PAS)

  • Begriff 1985 vom amerikanischen Kinderpsychologen Richard Gardner geprägt

  • deutsche Übersetzung: Eltern-Kind-Entfremdung

  • Entfremdung von einem Elternteil als Ergebnis massiver Beeinflussung des Kindes durch den anderen Elternteil im Kontext von Sorge- und Umgangsrechtskonflikten

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas1

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

  • PAS vor den amerikanischen Familiengerichten anerkannt

    • dem Sachverhalt des emotionalen Kindesmissbrauchs zugeordnet

    • mangelnde Bindungstoleranz schädlich für das Kindeswohl

  • Kodjoe und Koeppel haben 1998 in Deutschland erstmalig auf das Thema PAS aufmerksam gemacht

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas2

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

  • in den darauffolgenden Jahren umstritten diskutiert und kritisiert

    • fehlende empirische Grundlagen

    • fragwürdige Interventionsempfehlungen

    • Stellenwert, welcher der Kindeswille einnimmt

  • Begriff im Kommentar zum BGB nicht aufgenommen

  • dennoch: auch in Deutschland in einigen wenigen Gerichtsurteilen mit dem PAS argumentiert

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas3

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

  • Fragen (Gruppe A):

    1) Unter welchen Bedingungen entsteht nach Gardner das PAS beim Kind?

    2) Welche wesentlichen Merkmale kennzeichnen das kindliche Verhalten bei Vorliegen des PAS?

  • Fragen (Gruppe B):

    1) Welchen Stellenwert nimmt der manipulierte Kindeswille im Rahmen der PAS-Konstruktion ein?

    2) Welche Gefahr birgt diese Position in sich?

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas4

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

Gruppe A:

1)

  • Manipulation oder „Programmierung“ des Kindes durch einen Elternteil im Kontext von Sorge- und Umgangsrechtskonflikten

  • vor diesem Hintergrund entstandene eigene Geschichten und Vorwürfe der Kinder

  • Verstärkung solcher durch belohnendes Verhalten des betreuenden Elternteils

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas5

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

2)

  • Herabsetzung des abgelehnten Elternteils

  • Absurde Rationalisierungen der eigenen Vorwürfe

  • Fehlende Ambivalenz

  • Betonung der eigenen Meinung

  • Reflexartige Parteinahme für den betreuenden Elternteil

  • Ausdehnung der Feindseligkeit auf die erweiterte Familie

  • Fehlende Schuldgefühle beim Kind

  • Geborgte Szenarien vom manipulierenden Elternteil

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas6

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

Gruppe B:

1)

  • Kindeswille ist „längst zerstört und nicht mehr existent“

  • induzierter Kindeswille wird „zum Bumerang gegen das Kindeswohl“ (Ten Hövel 2003, S. 21) in Sorgerechtsverfahren

    • deshalb Plädoyer für seine Nichtbeachtung

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas7

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

2)

  • Übersehen der eigenen Bewältigungsprozesse

    • Blick auf die Resilienz des Kindes

  • mögliche „neue psychische Realität“ bzw. intentionaler Wille

    • diesen von vornherein zu übergehen, kann zur sekundären Kindeswohlgefährdung führen

  • Interventionen vorrangig gegen den manipulierenden Elternteil

  • Fazit: Folgen, sowohl einer Beachtung des Kindeswillens, als auch seiner Nichtachtung genau herausarbeiten und gegeneinander abwägen!

Kindeswohl und Kindeswille


Exkurs der kindeswille im kontext des pas8

Exkurs: Der Kindeswille im Kontext des PAS

  • Literaturtipps zur Vertiefung:

    • Petersen, J./ Reinert, G.-B. (Hrsg.) (2001): Eltern sägen ihr Kind entzwei. Trennungserfahrungen und Entfremdung von einem Elternteil. Donauwörth: Auer Verlag.

    • Kodjoe, U./ Koeppel, P. (1998): The Parental Alienation Syndrome (PAS). In: Der Amtsvormund, Sonderdruck 1/98, S. 9-28.

Kindeswohl und Kindeswille


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Quiz

  • Welche Funktionen erfüllt das Kindeswohl innerhalb des Familienrechts? (2)

  • Welches Problem besteht hinsichtlich des Begriffes des Kindeswohls im Recht?

  • Was hat die bisherige Forschung zur Thematik „Kindeswohl und Scheidung“ gezeigt? (2)

  • Warum wird der Kindeswille in Verbindung mit der „Elterlichen Sorge“ im Recht berücksichtigt?

  • Entspricht der Kindeswille stets dem Kindeswohl? Warum bzw. warum nicht?

Kindeswohl und Kindeswille


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

3. Elterliche

Sorge


3 elterliche sorge

3. Elterliche Sorge

3. 1 Allgemeines

3. 2 Gemeinsames Sorgerecht

3. 3 Alleiniges Sorgerecht

3. 4 Sorgerechts- und Aufenthaltsbestimmungskriterien

3.5 Quiz


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Elterliche Sorge


Elterliche sorge

Elterliche Sorge

  • Wunschziel ist, dass dem Kind trotz der Trennung beide Eltern als Bezugs- und Vertrauenspersonen erhalten bleiben

  • dazu rechtliche unterschiedliche Konstruktionen:

    • Fortdauer des gemeinsamen Sorgerechts nach Trennung oder Scheidung

    • Übertragung der Alleinsorge auf einen Elternteil

    • Mischformen


Gemeinsames sorgerecht

Gemeinsames Sorgerecht

  • verheiratete Eltern: automatisch beide gemeinsame Sorge (§1626 BGB)

    • als Regelfall auch bei Trennung

  • nicht verheiratet: gemeinsame Sorge bei Sorgeerklärung (§ 1624a BGB)

    • bei Trennung gelten dann dieselben Regeln wie bei Eheleuten (§ 1671 BGB)

Elterliche Sorge


Gemeinsames sorgerecht1

Gemeinsames Sorgerecht

  • Kompetenzverteilung im Bereich der elterlichen Sorge bei Getrenntleben:

    • Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung: beiderseitiges Einvernehmen beim gemeinsamen elterlichen Sorgerecht: z.B. gravierende ärztliche Eingriffe, Wahl der Schule

    • Angelegenheiten des täglichen Lebens und der tatsächlichen Betreuung: Alleinzuständigkeit des Elternteils, bei dem das Kind lebt: z.B. Arztbesuche, Freizeitgestaltung

Elterliche Sorge


Pro und contra diskussion

Pro- und Contra-Diskussion

  • Sammelt Argumente FÜR oder GEGEN das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall nach Trennung oder Scheidung und diskutiert im Anschluss miteinander!

Elterliche Sorge


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Elterliche Sorge


Alleiniges sorgerecht

Alleiniges Sorgerecht

  • Übertragung der alleinigen Sorge ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden (§ 1671 BGB):

    • entweder die Eltern sind sich in diesem Punkt einig

    • oder es muss zu erwarten sein, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Zuteilung der alleinigen Sorge an den Antragssteller „dem Wohl des Kindes am besten entspricht“

Elterliche Sorge


Alleiniges sorgerecht1

Alleiniges Sorgerecht

  • alleinige Sorge bedeutet, dass Pflicht und Recht der Pflege und Erziehung des Kindes ausschließlich bei einem Elternteil liegen

  • dem anderen bleiben das Recht auf fortlaufenden Kontakt mit dem Kind („Umgang“ § 1684 BGB) und den Anspruch auf Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes (§ 1686 BGB)

Elterliche Sorge


Alleiniges sorgerecht2

Alleiniges Sorgerecht

  • Vater kann laut § 1672 Abs. 1 BGB alleinige Sorge nur mit Zustimmung der Mutter beantragen

  • vom Bundesverfassungsgericht als gesetzwidrig anerkannt

  • bis zum Inkrafttreten einer gesetzlichen Neuregelung kann dem Vater auf Antrag die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge übertragen werden

Elterliche Sorge


Sorgerechts und aufenthalts bestimmungskriterien

Sorgerechts- und Aufenthalts-bestimmungskriterien

  • Bindung, Beziehungsqualität: alle Beziehungsebenen des Kindes zu einer Bezugsperson

  • Erziehungs- und Förderfähigkeiten der Eltern: zentrale Frage ob sich der jeweilige Elternteil altersadäquat in das Kind einfühlen und mit ihm umgehen kann

  • Bindungstoleranz und Wohlverhaltensgebot: verpflichten zur Umgangsloyalität

Elterliche Sorge


Sorgerechts und aufenthalts bestimmungskriterien1

Sorgerechts- und Aufenthalts-bestimmungskriterien

  • Versorgung und Betreuung – Kontinuität: Bewahrung aktuell bestehender Bindungen, Erziehungsverhältnisse und der Versorgungslage

  • Familiäre Einbindung: Bestimmung familiärer Ressourcen

  • Außerfamiliäres Umfeld: Kindergarten, Schule, Freundeskreis – stabilisierende, stützende Faktoren

  • Faktische Verhältnisse und Interessen der Beteiligten: z.B. Zeit, Einbindung der Großeltern, Religionszugehörigkeit, Zweisprachigkeit

Elterliche Sorge


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Quiz

  • Welche zwei Zuständigkeitsbereiche werden bei der gemeinsamen elterlichen Sorge unterschieden und wie teilen sich diese auf die geschiedenen Elternteile auf?

  • Werden bei der Beantragung des alleinigen Sorgerechts Unterschiede zwischen Mutter und Vater gemacht?

  • Nennt und erklärt kurz zwei Sorgerechts- bzw. Aufenthaltsbestimmungskriterien!

Elterliche Sorge


4 umgang

4. Umgang


4 umgang1

4. Umgang

4. 1 Allgemeines

4. 2 Mögliche Vorteile durch den Umgang

4. 3 Bei Uneinigkeit der Eltern

4. 4 Einschränkung und Ausschluss des

Umgangs

4. 5 Genaue Gestaltung

4. 6 Umgangsrechte weiterer Personen

4. 7 Quiz

Umgang


Allgemeines

Allgemeines

  •  Kindschaftsrechtsreformgesetz von 1998

  • gleiches Umgangsrecht für eheliche und nicht-eheliche Kinder

  • nicht betreuender Elternteil ist auf begrenzten Umgang mit dem Kind eingeschränkt

  • für Ausübung der Sorge ist Umgang Voraussetzung

Umgang


Allgemeines1

Allgemeines

  • Berücksichtigung des Kindeswohls!

  • Kind hat natürliches Interesse am Kontakt mit beiden Elternteilen (Bindungen erhalten/entwickeln)

  • Recht des Kindes auf Umgang mit Vater und Mutter (§ 1684 Abs. 1 BGB), Recht und Pflicht der Eltern auf Umgang mit Kind

  • Kindeswohl geht vor Interesse der Eltern

Umgang


M gliche vorteile durch den umgang

Mögliche Vorteile durch den Umgang

nicht betreuender Elternteil:

  • vom Befinden und der Entwicklung des Kindes überzeugen

  • Elternverantwortung wahrnehmen

  • Entfremdung vorbeugen

  • Liebesbedürfnis beider Personen Rechnung tragen

Umgang


M gliche vorteile durch den umgang1

Mögliche Vorteile durch den Umgang

Kind:

  • Beachtung des Willens, Selbstwirksamkeit

  • erleichterte Verarbeitung der Trennung/Scheidung

  • Entlastung der Beziehung zum betreuenden Elternteil

  • geschlechtsrollengemäße Persönlichkeitsentwicklung

  • eigene „Wurzeln“ kennen  Identität

  • Vorsorge für Notfälle

Umgang


M gliche vorteile durch den umgang2

Mögliche Vorteile durch den Umgang

betreuender Elternteil:

  • weniger Stress, da Kind weniger belastet

  • mehr Freizeit

  • stabiles, gesund entwickeltes Kind

  • entspannte Langzeitbeziehung zum Kind

  • Vermeidung von Idealisierung des betreuenden Elternteils

Umgang


Bei uneinigkeit der eltern

Bei Uneinigkeit der Eltern

  • Streit um Häufigkeit und Dauer des Umgangs

  • gut: außergerichtliche Einigung mit Hilfe von Mediation, Beratung oder Familientherapie

  • ansonsten darf Familiengericht Dauer und Umfang regeln

  • dabei ist der Einzelfall und der Wille des Kindes zu berücksichtigen

  • dazu muss Kind vom Richter angehört werden + fachpsychologisches Gutachten

Umgang


Bei uneinigkeit der eltern1

Bei Uneinigkeit der Eltern

  • die Eltern haben Umgangsregelung zu befolgen und haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt (§ 1684 Abs. 2 BGB)

    sonst Zwangsgeld oder Zwangshaft möglich

  • nicht betreuender Elternteil kann vom betreuenden Elternteil Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes verlangen, soweit das dem Wohl des Kindes nicht widerspricht (§ 1686 BGB)

  • Kind hat Recht auf Verfahrenspfleger

Umgang


Einschr nkung und ausschluss des umgangs

Einschränkung und Ausschluss des Umgangs

  • Einschränkung oder Ausschluss des Umgangs nur, wenn zum Wohl des Kindes erforderlich (Genug-Variante)

  • Bei Gefährdung des Kindeswohls, auch dauerhafter Ausschluss möglich- z.B. bei:

    • deutlichen Hinweisen auf Drogen- oder Alkoholmissbrauch

    • Verdacht auf sexuellen Missbrauch

    • psychischer Erkrankung des Umgangsberechtigten

    • Gefahr der Kindesentführung

    • Wiederholten Abwertungen verbaler Art vor dem Kind

Umgang


Einschr nkung und ausschluss des umgangs1

Einschränkung und Ausschluss des Umgangs

begleiteter Umgang:

  • anstatt Ausschluss

  • Sicherheit und Angst- und Stressminimierung des Kindes

  • Anwesenheit einer dritten Person:

    • z.B. vertraute Bezugsperson, Jugendamt oder Verfahrenspfleger

    • auch Freunde des Kindes möglich  „Geleitschutz“

  • muss zeitlich immer befristet sein

Umgang


Einschr nkung und ausschluss des umgangs2

Einschränkung und Ausschluss des Umgangs

  • oft lehnt Kind Umgang mit dem nicht betreuenden Elternteil ab:

    • tief verwurzelte Abneigung  kein Umgang

    • Abneigung durch Einfluss des betreuenden Elternteils (beeinflusster Wille)  Umgang

  • wenn Umgangsberechtigter den Umgang nicht möchte  kein Umgang

Umgang


Einschr nkung und ausschluss des umgangs3

Einschränkung und Ausschluss des Umgangs

Besuchsrechtssyndrom:

  • Kind fühlt sich sowohl bei Übergabe als auch beim Wiederbringen augenscheinlich unwohl, sperrt sich

  • Eltern haben den Eindruck, dass das Kind beim jeweils anderen Elternteil nicht sein möchte

  • verschwindet meist, wenn Kind emotional erlebt, dass sich Eltern wieder besser verstehen

  • bis dahin eventuelle Einschränkung des Umgangs

Umgang


Einschr nkung und ausschluss des umgangs4

Einschränkung und Ausschluss des Umgangs

Denkanstoß - Studie:

In 90 % der Fälle, in denen der Umgang zeitlich befristet ausgeschlossen wurde, kam es zu gar keinem Umgang mehr.

Umgang


Genaue gestaltung

Genaue Gestaltung

  • solange das Kind beim Umgangsberechtigten ist, bestimmt dieser den Aufenthaltsort des Kindes

  • Auslandsaufenthalt muss mit betreuendem Elternteil abgesprochen werden

  • Umgang auch per Brief und Telefon

  • betreuender Elternteil ist nicht verpflichtet, Kind zu bringen/zu holen

Umgang


Genaue gestaltung1

Genaue Gestaltung

  • Kind braucht stabiles Umfeld  Kindeswohl

  • klassische Regelung: ein Wochenendbesuch mit einer Übernachtung alle 14 Tage

  • wenn Wohnorte zu weit entfernt: z.B. alle 4 Wochen eine Übernachtung + Besuch in den Ferien oder Kind in der Nähe des Wohnortes aufsuchen

  • dafür muss dem nicht betreuenden Elternteil Miterziehungsrecht eingeräumt werden

Umgang


Genaue gestaltung2

Genaue Gestaltung

  • günstig, wenn fester Rhythmus und wenig Beliebigkeit

  • genau festlegen, wie lange und von wann bis wann Besuch beim Umgangsberechtigten

  • bei Säuglingen und Kleinkindern häufigere, kürzere Besuche

Umgang


Genaue gestaltung3

Genaue Gestaltung

Dies sollte bei der Ausgestaltung des Umgangs berücksichtigt werden:

  • Alter und Entwicklungsstand des Kindes

  • Belastbarkeit des Kindes

  • Beziehungs- und Bindungsqualitäten

  • Streitpotenzial der Eltern

  • Geschwisterkonstellation

  • organisatorische Bedingungen

Umgang


Genaue gestaltung4

Genaue Gestaltung

Umgangsprobleme, die bei den Eltern liegen:

  • viel Streit und wenig Kommunikation problematisch  Kinder „wandern von einem feindlichen Lager ins andere“

  • Kinder fungieren als Spione und werden über den anderen Elternteil ausgefragt

  • Kind sollte trotz Groll verbal und emotional vermittelt werden, dass Kontakt zu anderem Elternteil gut und wichtig  sonst kognitive Dissonanz und Verschärfung des LoyialitätskonfliktsVerhaltensauffälligkeiten

Umgang


Genaue gestaltung5

Genaue Gestaltung

Umgangsprobleme, die beim Kind liegen:

  • Besuchsverweigerung, da Trennungs- und Verlustängste in Bezug auf betreuenden Elternteil Lösung: Kontakte des Umgangsberechtigten zum Kind im Beisein des betreuenden Elternteils

  • Kinder ergreifen jeweils immer für den Elternteil Partei, bei dem sie gerade sind gibt sich mit der Entwicklung

  • im Jugendalter sind Freunde vielleicht wichtiger als ein Wochenende mit dem umgangsberechtigtem Elternteil

Umgang


Umgangsrechte weiterer personen

Umgangsrechte weiterer Personen

  • Großeltern des Kindes (§ 1685 Abs. 1 BGB), Geschwister des Kindes (§ 1685 Abs. 1 BGB) und sonstige enge Bezugspersonen, die für das Kind Verantwortung tragen oder getragen haben

  • keine Umgangspflicht

  • Recht auf Umgang nur, wenn es dem Wohl des Kindes dient

  • Problem: wenn Umgang mit Großeltern/Geschwistern etc. nicht dem Willen der sorgeberechtigten Eltern entspricht

Umgang


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Quiz

  • Was ist bei gerichtlichen Entscheidungen zum Umgang ausschlaggebend?

  • Welche Rechte haben das Kind, der Vater und die Mutter in Bezug auf den Umgang?

  • Unter welchen Umständen (allgemein) kann bzw. muss der Umgang eingeschränkt/ausgeschlossen werden?

  • Nennt zwei Punkte, die bei der genauen Ausgestaltung des Umgangs berücksichtigt werden sollten!

  • Wer hat neben den Eltern u.U. ebenfalls ein Umgangsrecht?

Umgang


5 unterhalt

5. Unterhalt


5 unterhalt1

5. Unterhalt

5. 1 Allgemeines

5. 2 Familienunterhalt

5. 3 Trennungsunterhalt

  • Bedingungen für den Unterhaltsanspruch

  • Höhe des Unterhalts

  • Leistungsfähigkeit

Unterhalt


5 unterhalt2

5. Unterhalt

5. 4 Nachehelicher Ehegattenunterhalt

  • Unterhalt wegen Betreuung

  • Unterhalt wegen Alters

  • Unterhalt wegen Krankheit/Gebrechen

  • Unterhalt auf Grund von Erwerbslosigkeit

  • Aufstockungsunterhalt

  • Ausbildungsunterhalt

    5. 5 Kindesunterhalt

    5. 6 Rangverhältnisse

    5. 7 Nicht miteinander verheiratete Eltern

    5. 8 Quiz

Unterhalt


Allgemeines2

Allgemeines

  • Unterhaltsreform: 1.1.2008

  • Unterhaltsberechtigter (der, der Unterhalt bekommt/bekommen will)

  • Unterhaltsverpflichteter (der, der Unterhalt zahlen muss)

Unterhalt


Familienunterhalt 1360 bgbg

Familienunterhalt (§ 1360 BGBG)

  • Gesamtverantwortung der Partner für den Familienunterhalt

  • Naturalunterhalt: Führung des Haushalts, Betreuung der Kinder

  • Barunterhalt: Beschaffung der Geldmittel

  •  beides gleichwertig und Aufgabenverteilung ist Sache der Ehepartner

Unterhalt


Trennungsunterhalt 1361 bgb

Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB)

  • Situation: Eheleute leben getrennt, Kind lebt bei einem von beiden

  • gilt bis zur Scheidung oder wenn Lebensgemeinschaft wieder aufgenommen wird

  • Trennungszeit soll Möglichkeit zur Versöhnung oder Neuorientierung geben

     gewisser Freiraum in Bezug auf Trennungsunterhalt

Unterhalt


Trennungsunterhalt

Trennungsunterhalt

Bedingungen für den Unterhaltsanspruch:

  • Unterhaltsanspruch nur, wenn Unterhalt vom Berechtigten nicht allein erbracht werden kann

  • keine Verpflichtung, sofort ab Trennung, Arbeit aufzunehmen

  • kinderbetreuender Ehepartner kann für mind. 3 Jahre nach Geburt Unterhalt verlangen – kann verlängert werden

  • arbeitet zu Arbeit verpflichteter Ehegatte nicht, Kürzung seiner Unterhaltsansprüche

Unterhalt


Trennungsunterhalt1

Trennungsunterhalt

Höhe des Unterhalts:

  • abhängig von aktuellen Nettoeinkünften

  • bis zur Scheidung alte Steuerklassen beibehalten

  • Unterhaltslast für Kinder

  • liegen beide Nettoeinkommen vor, wird der Bedarf des einzelnen Ehegatten nach ehelichen Lebensverhältnissen bestimmt

  • keine Vermögensbildung auf Kosten des Partners möglich

  • gegenseitige Auskunftspflicht (§1361 Abs. 4 i.Vm. § 1605 BGB)

Unterhalt


Trennungsunterhalt2

Trennungsunterhalt

Leistungsfähigkeit:

  • dem Unterhaltsverpflichteten muss ein Selbstbehalt verbleiben, der den ehelichen Lebensverhältnissen entspricht

  • er darf nicht durch zu leistenden Unterhalt zum Sozialfall werden

  • der Unterhaltspflichtige kann sich nicht auf fehlende Leistungsfähigkeit berufen, wenn er verantwortungslos oder leichtfertig Leistungsunfähigkeit herbeiführt

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt 1569 ff bgb

Nachehelicher Ehegattenunterhalt (§§ 1569 ff. BGB)

  • mehr wirtschaftliche Eigenverantwortung Unterhaltsansprüche nach Scheidung Ausnahmetatbestände!

  • nachehelicher Ehegattenunterhalt muss neu eingefordert werden  Anspruch in Bezug auf Umstände zum Zeitpunkt der Scheidung

  • Unterhaltsanspruch endet, wenn zum Unterhaltsanspruch führender Tatbestand nicht mehr vorliegt, bei Tod oder Wiederheirat

  • gängig: von vornherein zeitliche Begrenzung und schrittweise Herabsetzung der Unterhaltszahlung

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

  • mögliche Ausschlussgründe z.B.:

    • kurze Ehe

    • neuer Partner in einer festen Lebensgemeinschaft

    • gravierende Straftat des Unterhaltsberechtigten gegenüber dem Verpflichteten

    • mutwillige Herbeiführung der Bedürftigkeit

    • Verstoß gegen eheliche Treuepflicht vor oder während der Trennung

  • Unterhaltshöhe, Leistungsfähigkeit und Auskunftsanspruch weitgehend wie bei Trennungsunterhalt

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt1

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Unterhalt wegen Betreuung (§ 1570 BGB):

  • nur noch bei gemeinschaftlichen minderjährigen Kindern

  • Unterhalt für mind. 3 Jahre nach der Geburt, wenn betreuender Elternteil aufgrund der Betreuung des Kindes nicht arbeiten kann oder möchte + mögliche Verlängerung

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt2

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Unterhalt wegen Alters (§ 1571 BGB):

  • wenn auf Grund des Alters keine angemessene Erwerbstätigkeit erwartet werden kann

  • wenn Altersrente Höhe des Unterhaltsbedarfs nicht deckt

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt3

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Unterhalt wegen Krankheit/Gebrechen (§ 1572 BGB):

  • wenn wegen Krankheit oder anderer Gebrechen/Schwäche eine angemessene Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann

  • auch Krankheiten, die vor der Eheschließung bereits bestanden haben

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt4

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Unterhalt auf Grund von Erwerbslosigkeit (§1573 Abs. 1, 3, 4 BGB):

  • wenn keine oder nicht sofort angemessene Erwerbstätigkeit gefunden wird

  • wenn Wiedereingliederung ins Erwerbsleben erstmal gelungen, Arbeit dann aber kurzfristig wieder verloren

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt5

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Aufstockungsunterhalt (§ 1573 Abs. 2 BGB):

  • wenn der Berechtigte trotz Erwerbstätigkeit seinen Unterhalt nicht entsprechend den ehelichen Lebensverhältnissen abdecken kann

  • nur wenn kein Anspruch auf Unterhalt wegen Betreuung etc.

Unterhalt


Nachehelicher ehegattenunterhalt6

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Ausbildungsunterhalt (§ 1575 BGB):

  • wenn eine Schul- oder Berufsausbildung in Zusammenhang mit der Ehe abgebrochen wurde

Unterhalt


Kindesunterhalt 1601 ff bgb

Kindesunterhalt (§§ 1601 ff. BGB)

  • Kinder haben auf Grund des Verwandtschaftsverhältnisses generell Unterhaltsanspruch gegen beide Elternteile (bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss)

  • Höhe des Kindesunterhalts richtet sich nach Alter des Kindes und Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Eltern/des Elternteils  abzulesen in Tabellen

  • aber: Mindestunterhalt

Unterhalt


Kindesunterhalt

Kindesunterhalt

  • Eltern haben Anspruch auf Selbstbehalt

  • aber gesteigerte Unterhalsverpflichtung gegenüber minderjährigen Kindern und Kindern bis zum 21. Lebensjahr, die im Haushalt wohnen und zur Schule gehen

  • Ausschluss vom Unterhaltsanspruch nur durch schweres sittliches Verschulden gegen die Eltern

Unterhalt


Rangverh ltnisse 1582 1609 bgb

Rangverhältnisse (§§ 1582, 1609 BGB)

  • minderjährigen Kinder kommen immer an erster Stelle

  • Zweiter Rang: kinderbetreuender Elternteil, Ehegatte bei langer Ehedauer

  • Dritter Rang: andere Ehegatten

  • Vierter Rang: z.B. volljährige Kinder

Unterhalt


N icht miteinander verheiratete eltern 1615 i ff bgb

Nicht miteinander verheiratete Eltern (§§ 1615 I ff. BGB)

  • Unterhaltsanspruch des betreuenden Elternteils für mind. 3 Jahre nach Geburt des Kindes

  • aber: nach den drei Jahren keine Verlängerung möglich

  • Mutter bei Krankheit durch Schwangerschaft zusätzlich Anspruch ab 4 Monate vor der Geburt + Anspruch bei Tot- oder Fehlgeburt + Erstattung der Schwangerschafts- und Entbindungskosten

  • Voraussetzung für Unterhaltsanspruch: Vaterschaft festgestellt oder zumindest nicht bestritten

Unterhalt


Scheidung institutionelle rahmenbedingungen und rechtliche aspekte

Quiz

  • Was muss generell erfüllt sein, damit ein Ehepartner Anspruch auf Unterhalt erheben kann?

  • Was ist der Selbstbehalt?

  • Sind Unterhaltsansprüche nach der Scheidung die Regel?

  • Herr und Frau Stiegler lassen sich scheiden. Frau Stiegler hat in die Ehe zwei Kinder, 2 und 5 Jahre, aus einer früheren Beziehung eingebracht, die bei Frau Stiegler bleiben. Hat Frau Stiegler einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt?

  • Gegen wen hat das Kind einen Unterhaltsanspruch und was muss dafür erfüllt sein?

Unterhalt


Quellen

Quellen

  • Balloff, R. (2002): Kindeswille, Grundbedürfnisse des Kindes und Kindeswohl in Umgangsrechtsfragen. In: Familie Partnerschaft Recht 8, S. 240-245.

  • Balloff, R. (2004): Kinder vor dem Familiengericht. München/Basel: Ernst Reinhardt Verlag.

  • Bäuerle, S./ Moll-Strobel, H. (2001): Einführung. In: Petersen, J./ Reinert, G.-B. (Hrsg.): Eltern sägen ihr Kind entzwei. Trennungserfahrungen und Entfremdung von einem Elternteil. Donauwörth: Auer Verlag, S. 5-8.

  • Boch-Galhau, W. v. (2001): Trennung und Scheidung im Hinblick auf die Kinder und die Auswirkungen auf das Erwachsenenleben, unter besonderer Berücksichtigung des Parental Alienation Syndrome (PAS) (psychotherapeutischer Aspekt). In: Petersen, J./ Reinert, G.-B. (Hrsg.): Eltern sägen ihr Kind entzwei. Trennungserfahrungen und Entfremdung von einem Elternteil. Donauwörth: Auer Verlag, S. 37-64.

  • Bundesverfassungsgericht: Leitsatz zum Beschluss des Ersten Senats vom 21. Juli 2010 http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20100721_1bvr042009.html (Zugriff 20.02.2012)

  • Dettenborn, H. (22007): Kindeswohl und Kindeswille. Psychologische und rechtliche Aspekte. München/Basel: Ernst Reinhardt Verlag.


Quellen1

Quellen

  • Fischer, W. (1997): Bemerkungen zum Kindeswohl aus sozialpolitischer Sicht. Ein Plädoyer für mehr Kindorientiertheit bei Entscheidungen im Zusammenhang mit Trennung/Scheidung. In: Zentralblatt für Jugendrecht 84, S. 235-249.

  • Figdor, H. (2007): Scheidungskinder-Wege der Hilfe. Gießen, S. 196-236.

  • Fthenakis, W. E./ Walbiner, W. (2008): Besondere Problemstellungen im Kontext von Trennung und Scheidung und ihr Einfluss auf Sorgerecht und Umgang. In: Helmut Mader Stiftung Frankfurt/M. (Hrsg.): Die Familie nach der Familie. Wissen und Hilfen bei Elterntrennung und neuen Beziehungen. München: Verlag C.H. Beck, S. 191-231.

  • Fthenakis, W. E./ Walbiner, W. (2008): Das Sorgerecht. In: Helmut Mader Stiftung Frankfurt/M. (Hrsg.): Die Familie nach der Familie. Wissen und Hilfen bei Elterntrennung und neuen Beziehungen. München: Verlag C.H. Beck, S. 85-118.

  • Klenner, W. (2006): Essay über die Emanzipation des Kindes im Familienrechtsverfahren. In: Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe, S. 8-11.

  • Klosinski, G. (2004): Scheidung-Wie helfen wir den Kindern. Düsseldorf/Zürich, S. 71-111.

  • Kodjoe, U./ Koeppel, P. (1998): The Parental Alienation Syndrome (PAS). In: Der Amtsvormund, Sonderdruck 1/98, S. 9-28.


Quellen2

Quellen

  • Koeppel, P. (2001): PAS und das deutsche Kindschaftsrecht (juristischer Aspekt). In: Petersen, J./ Reinert, G.-B. (Hrsg.): Eltern sägen ihr Kind entzwei. Trennungserfahrungen und Entfremdung von einem Elternteil. Donauwörth: Auer Verlag, S. 65-78.

  • Schwab, D./Görtz-Leible, M. (2008): Meine Rechte bei Trennung und Scheidung. Unterhalt, Ehewohnung, Sorge, Zugewinn und Versorgungsausgleich. München: Verlag C. H. Beck.

  • Schröder, U. (2000): Umgangsrecht und falsch verstandenes Wohlverhaltens­gebot. Auswirkungen auf Trennungskinder und Entste­hen des sog. PA-Syndroms. In: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 47, S. 592-596.

  • Tammen, B. (2007): Familienrecht. In: Ecarius, J. (Hrsg.) (2007): Handbuch Familie. Wiesbaden. , S. 521-541.

  • TenHövel, G. (2003): Liebe Mama, böser Papa. Eltern-Kind-Entfremdung nach Trennung oder Scheidung: Das PAS-Syndrom. München: Kösel.

  • Treffpunkt Eltern: Unterhaltsanspruch volljähriger Kinder (abrufbar unter: http://www.treffpunkteltern.de/familienrecht/Kindesunterhalt/unterhaltsanspruch-volljaehriger-kinder_66.php, Zugriff: 20.02.12).

  • Willutzki, S. (1998): Zur Kooperation von Jugendhilfe und Justiz. Neue Perspektiven nach der Kindschaftsrechtsreform. In: Kindschaftsrechtliche Praxis 1, S. 135-138.

  • Willutzki, S. (2000): Kindeswohl zwischen Elternrecht und staatlichem Wächteramt. In: Der Amtsvormund 73, S. 378-388.


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