Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt
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Entwicklung verteilter Anwendungen I WS 2013/14 Prof. Dr. Herrad Schmidt. Kapitel 1 Einführung in die Konzepte zur Entwicklung verteilter Anwendungen. Ziel: Erwerb von Kenntnissen zur Implementierung verteilter Anwendungen mit Microsoft-Techniken. Inhalt :

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Entwicklung verteilter Anwendungen I WS 2013/14 Prof. Dr. Herrad Schmidt

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Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt

Entwicklung verteilter Anwendungen IWS 2013/14Prof. Dr. Herrad Schmidt

Kapitel 1

Einführung in die Konzepte zur Entwicklung verteilter Anwendungen


Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt

  • Ziel:

  • Erwerb von Kenntnissen zur Implementierung verteilter Anwendungen mit Microsoft-Techniken.

  • Inhalt:

  • Konzepte zur Entwicklung verteilter Anwendungen

  • Programmierung in C#

  • WPF

  • Sockets/Threads

  • Datenbankprogrammierung (remote)

  • Webanwendungen

  • Technologische Basis: Microsoft .NET Framework

  • Programmierumgebung: Microsoft Visual Studio 2010

  • MSDN Library: Microsoft msdn


Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt

Literatur

  • Geirhos, M. (2011): Professionell entwickeln mit Visual C# 2010. Das Praxisbuch. Galileo Press, Bonn.

  • Mandl, P. (2009): Masterkurs Verteilte betriebliche Informationssysteme: Prinzipen, Architekturen und Technologien. Vieweg+Teubner, Wiesbaden.

  • Schill, A./Springer, T. (2012): Verteilte Systeme. Grundlagen und Basistechnologien. 2. Aufl., Springer, Berlin Heidelberg.

  • Tanenbaum, A.S./van Stehen, M. (2007): Distributed Systems PrinciplesandParadigms. Pearson, Prentice Hall.


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Definitionen:

  • Verteiltes System:System aus eigenständigen, vernetzten Rechnern, die über Nachrichten miteinander kommunizieren, um eine gemeinsame Aufgabe zu erledigen.

  • Verteilte Anwendung:Anwendungsprogramm, das auf einem verteilten System basiert und dessen Komponenten im Netz verteilt sind. Die Komponenten verfügen nicht über einen gemeinsamen Speicher. Sie kommunizieren über Schnittstellen. Der Anwender kommuniziert mit der verteilten Anwendung, ohne dass ihm die Verteilung transparent wird.


Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt

Beispiele:

  • Mail-Programme

  • Skype, ICQ,…

  • File-Server

  • Groupware

  • Internetshops

  • Buchungssysteme

  • ERP-Systeme

  • Fertigungssteuerung

  • Sensor-Systeme zur Überwachung

  • Cluster-/Grid-Computersysteme für rechenintensive Aufgaben


Entwicklung verteilter anwendungen i ws 2013 14 prof dr herrad schmidt

Zielsetzungen:

  • Kommunikationsverbund

  • Datenverbund

  • Lastverbund

  • Leistungsverbund (Aufteilung einer Aufgabe in Teilaufgaben)

  • Mitarbeiterübergreifende Unterstützung von Geschäftsprozessen

  • Gemeinsamer Ressourcenzugriff

  • Ausfallsicherheit

  • Flexibilität

  • Skalierbarkeit (leistungsmäßig, geographisch, administrativ)

  • Wirtschaftlichkeit

  • Nachteile:

  • Komplexität

  • Kommunikationsprobleme

  • Sicherheit


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Herausforderungen:

Namens- und Verzeichnisdienste zum Auffinden von Kommunikationspartnern

Schnittstellen

Verteilte Transaktionen

Sicherheit

Überwindung der Fehleranfälligkeit

Überwindung der Heterogenität (Netzwerktechnologie, Betriebssysteme, Programmiersprachen, Datenformate, …)

Transparenz (Ortstransparenz, Migrationstransparenz, Skalierungstransparenz, Zugriffstransparenz, …)


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Verteilte Architektur:

Die physische Architektur repräsentiert die verfügbaren Rechnersysteme.

Zur Verteilung müssen logische Subsysteme (layer) gebildet werden. Diese werden auf die physische Architektur verteilt und damit zu tiers.

  • Typische Architekturen (Programmiermodelle) für verteilte Anwendungen:

  • Client/Server-Architektur

  • Web-Architektur

  • Objektorientierte Architektur

  • Komponentenbasierte Architektur

  • Serviceorientierte Architektur

  • u.a., z.B.: Grid-Architektur, Peer-to-Peer-Architektur


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Client/Server-Architektur (1):

Die Anwendung wird auf einen oder mehrere Server und Clients verteilt.

Clients und Server können auf einem oder verschiedenen Rechnern ablaufen.

Die Anfrage (request) geht immer vom Client aus. Der Server entscheidet über die Reaktion (Verfahren, Reihenfolge) und schickt eine Rückantwort (reply).

Der Server verwaltet pro Client eine Verbindung.

Die Clients stehen in keinem Bezug zueinander.

Ein Server kann wiederum Anfragen an andere Server richten.


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Client/Server-Architektur (2):

Die Client/Server-Umgebung ist i.d.R. bekannt und kontrollierbar.

Auf den Clients ist ein Teil der Anwendung installiert.

Varianten:Fat Client: GUI- und ApplikationsschichtRich Client: GUI- und Teile der ApplikationsschichtThin Client: Nur GUI-Schicht

Clients und Server kommunizieren über Remote ProcedureCalls (Ein-Weg-Kommunikation, synchron, asynchron, callbacks)


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Auf der Basis der Schichten sind verschiedene Verteilungsformen möglich:

Präsentation

Präsentation

Präsentation

Präsentation

Präsentation

Präsentation

Steuerung

Steuerung

Steuerung

Steuerung

Steuerung

Applikation

Applikation

Applikation

Applikation

Logische Datenzugriffs-schicht

Logische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Steuerung

Applikation

Applikation

Applikation

Applikation

Logische Datenzugriffs-schicht

Logische Datenzugriffs-schicht

Logische Datenzugriffs-schicht

Logische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Physische Datenzugriffs-schicht

Thin Client

Thin Client

Rich Client

Fat Client

Fat Client

Fat Client


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  • Web-Architektur:

  • Wie bei der Client/Server-Architektur werden layer bzw. Subsystem auf Clients und Server verteilt, aber speziell unter Einsatz von Web-Technologien.

  • Ein Webbrowser ist die Laufzeitumgebung des Web-Clients.

  • Die Anfragen werden von einem Web-Server entgegen genommen.

  • Zur Kommunikation wird das HTTP-Protokoll eingesetzt.

  • Die Web-Clients sind aus Entwicklersicht nicht kontrollierbar.

  • später mehr…


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Objektorientierte Architektur:

Die Verteilung erfolgt wie bei der Client/Server-Architektur.

Die Einheiten der Kommunikation und Verteilung stellen Objekte dar.

Die Kommunikation erfolgt über entfernte Methodenaufrufe.

Beispiel: CORBA

Komponentenbasierte Architektur:

Die Anwendung ergibt sich durch die Komposition von Komponenten.

Eine Komponente besitzt eine eigenständige Funktionalität, die i.d.R. wiederverwendbar ist.

Sie sind an ein und dieselbe Plattform gebunden.

Beispiele: Implementierung mit Enterprise JAvaBeans, Android


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  • Serviceorientierte Architektur (SOA):

  • Die Dienste sind technisch voneinander unabhängige Komponenten, die lose gekoppelt sind.

  • Dienste gewährleisten eine Interoperabilität über Plattform- und Unternehmensgrenzen.

  • Die Schnittstelle wird durch Web Service Definition Language (WSDL) beschrieben.

  • Der Zugriff auf die Dienste erfolgt mit dem Kommunikationsprotokoll SOAP.

  • Die klassische Web-Architektur kann als SOA aufgefasst werden.

  • Die Dienste können zu komplexen Unterstützungssystemen für Geschäftsprozesse gekoppelt werden.


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Konzepte verteilter Kommunikation (1):

Da die Subsysteme in verschiedenen Prozessen laufen, bedarf es einer Interprozesskommunikationin Form des Nachrichtenaustauschs gemäß Kommunikationsprotokollen.

  • synchrone/ansynchrone Kommunikation:synchrone K.: Der Sender wartet blockierend auf die Antwort.zurückgestellte synchrone K.: Der Sender arbeitet nach dem Absendender Anfrage weiter und prüft periodisch, ob ein Ergebnis vorliegt.asynchrone K.: Der Sender arbeitet nach dem Absenden der Anfrage weiter. Die Erfassung der Antwort muss geregelt werden.

  • meldungsorientierte/auftragsorientierte Kommunikation:meldungsorientiert: Einwegnachricht ohne Antwortauftragsorientiert: Request/Response-Mechanismus


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Request

Warte auf ReplyReply

Request

Arbeite weiter

Überprüfe periodisch das

Vorliegen des ReplyReply

Request

Registriere Callback Rufe registrierte

Arbeite weiter Funktion oder Event auf

Request

Arbeite weiter

Rückantwort wird nicht benötigt

Synchrone

Kommunikation

Zurückgestellte

Synchrone Kommunikation

Asynchrone

Kommunikation

Ein-Weg-

Kommunikation

One-Way

Client

Server

Client

Server

Client

Server

Client

Server

Interaktionsformen (Quelle: Bengel, G. (2004): Grundkurs Verteilte Systeme. 3. Aufl.)


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Konzepte verteilter Kommunikation (2):

  • Zustandsverwaltung:Zustandsbehaftete (stateful) Server: Der Server speichert Informationen zu einer Session über den Request hinaus.Zustandslose (stateless) Server: Der Server speichert keine Informationen über einen Request.

  • Marshalling (Serialisierung)/Unmarshalling (Deserialisierung):Umwandlung der Daten eines Datentyps in ein für die Übertragung geeignetes Format bzw. Rückumwandlung in einen Datentyp

  • Publish-Subcribe-Kommunikation (Ereignismodell):Abonnenten (Subscriber) registrieren sich beim Server (Publisher). Ereignisabhängig veröffentlicht der Publisher Nachrichten und verschickt sie an die eingetragenen Abonnenten.

  • Namensauflösung und Verzeichnisdienste (Naming/Directory-Services):Mechanismus zum Auffinden von Servern (z.B. Domain Name Service (DNS))

  • Nebenläufigkeit:Mehrere Anfragen können parallel verarbeitet werden.


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Implementierung verteilter Kommunikation (1):

Socket-SchnittstelleSocket: Kommunikationsendpunkt (IP-Adresse, Port)Datenübergabe als Byte-Strom mittels TCP/IPspäter mehr…

Remote Procedure Call Übergabe des Kontrollflusses von einem Prozess auf einen anderen mit Datenübergabe mittels Aufruf- und ErgebnisparameternDie Schnittstelle des Servers wird mittels der Interface Definition Language (IDL) beschrieben. Der Compiler generiert daraus für beide Seiten Codemodule, auf Client-Seite Stub, auf Server-Seite Skeleton oder auch Stub genannt. Diese kapseln die Funktionalität der Nachrichtenübermittlung. Variante: XML-RPCDie zu übertragenden Daten werden in XML dargestellt.


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Netz

Client-Rechner Server-Rechner

Client Client- Laufzeit- Laufzeit- Server- Server

StubsystemsystemStub

lokaler Marshalling sende Aufruf empf. Unmar- Aufruf

Aufrufshalling

Aus-

warten führung

lokales Unmar- empf. Sende Marshalling Ergebnis

Ergebnis shalling Ergebnis

Import ..… Export

Ablauf und Architektur eines RPC-Systems (Quelle: Schill, A./Springer, T. (2012): Verteilte Systeme. Grundlagen und Basistechnologien. )


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Implementierung verteilter Kommunikation (2):

Remote MethodInvocation (RMI) Konzept zur Kommunikation zwischen Objekten mittels entfernter Aufrufe von Methodeneine Realisierung: Java-RMI

Common Object Request Broker Architecture (CORBA)plattformübergreifende Spezifikation für das Erstellen verteilter Anwendungen, für die es eine Reihe von Implementierungen gibt

Web Servicessind zur Realisierung von SOA geeignetsetzen sich zusammen aus  dem Kommunikationsprotokoll SOAP (ermöglicht die Kommunikation unter Nutzung von HTTP) der Beschreibungssprache Web Services Description Language (WSDL) den Verzeichnisdienst Universal Description, Discovery andIntegration (UDDI)


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Implementierung verteilter Kommunikation (3):

Message Oriented Middleware (MOM)Kommunikationsplattform für vor allem asynchrone KommunikationNachrichten werden in eine Message Queue eingefügt und vom Client zeitversetzt abgearbeitetBeispiele: IBM Websphere MQ, Java EE Anwendungsserver

.NET-Technologien: Klassen für Sockets, Threads, … Distributed ComponentObject Model (DCOM), veraltet .NET Remoting als Ablösung für DCOM, wird aber nicht mehr unterstützt ADO.NET ASP.NET Windows Communication Foundation (WCF) Windows Workflow Foundation (WF)


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Middleware (1):

  • Spezielle Software zur Unterstützung der Kommunikation

  • Bindeglied zwischen Betriebssystem und Netzwerk sowie der Anwendung

  • Aufgaben:

  • Kommunikation (z.B. RPC)

  • Sicherheit (Authentifizierung, Verschlüsselung, Zugriffskontrolle,…)

  • Verzeichnisdienste

  • Repository Manager

  • Ablaufkontroll-Dienste (Thread-Manager, Transaktionsverarbeitung, …)

  • Datenkonversion

  • etc.


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Middleware (2):

  • Beispiele:

  • Objektorientierte Middleware: CORBA (Spezifikation), verschiedene ImplementierungenJava Remote MethodInvocation(RMI), in JAVA integriert, entwickelt von SUN

  • Message Oriented Middleware:IBM WebSphere MQJava Message Service (JMS), Spezifikation, Teil der von SUN entwickelten Java Platform, Enterprise Edition (Java EE, früher J2EE)

  • Komponentenbasierte Middleware: EJB-basierte Application Server, SpezifikationMS .NET-Plattform

  • SOA-Middleware:SAP NetWeaver (SAP Dokumentation)


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Anwendungsinteraktion

Client Server

(z.B. Kasse) (z.B. Kontenserver)

Middleware Objektinteraktion Middleware

(z.B. Java RMI, Cobra,

.NET, SOAP)

Transportorientierte Transportorientierte

Schichten Schichten

(z.B. TCP/IP)

Phys. NetzwerkPhys. Netzwerk

(z.B. Fast Ethernet, ATM)

Einordnung von Middleware und Verteilten Systemen (Quelle: Schill, A./Springer, T. (2012): Verteilte Systeme. Grundlagen und Basistechnologien. )


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