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Univ.-Lekt. Mag. Judit Barth-Richtarz Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberatung Was ist das?

Univ.-Lekt. Mag. Judit Barth-Richtarz Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberatung Was ist das?. Mit welchen Gefühlen kommen Eltern in eine Beratung?. Stellen Sie sich vor, Sie sind die Mutter/der Vater von Matthias. Ich denke mir, ich … Ich denke mir, er … Ich habe Angst, dass ….

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Univ.-Lekt. Mag. Judit Barth-Richtarz Psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberatung Was ist das?

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Presentation Transcript


  1. Univ.-Lekt. Mag. Judit Barth-RichtarzPsychoanalytisch-pädagogische ErziehungsberatungWas ist das?

  2. Mit welchen Gefühlen kommen Eltern in eine Beratung? Stellen Sie sich vor, Sie sind die Mutter/der Vater von Matthias. Ich denke mir, ich … Ich denke mir, er … Ich habe Angst, dass … Mag. Judit Barth-Richtarz

  3. Voraussetzungen für Beratung Jemand gibt Ihnen einen (freundlich) gemeinten Rat (zB konsequenter Matthias gegenüber zu sein). Was wäre Ihre erste Reaktion darauf? Welche Voraussetzungen müssten gegeben sein, dass Sie einen pädagogischen Rat von jemandem annehmen und umsetzen können? Mag. Judit Barth-Richtarz

  4. Was ist im Erstgespräch wichtig? • Positive Übertragungsbeziehung herstellen • Affektives Anliegen der Eltern verstehen • Die Eltern frei machen, über das Verhalten des Kindes nachdenken zu können • Arbeitsbündnis schließen: das Kind und seine Problematik zu verstehen, um dann zu bestimmen, was das Kind braucht. Mag. Judit Barth-Richtarz

  5. Fallbeispiel Mag. Judit Barth-Richtarz

  6. „Geister“ „Geister“ sind Vorstellungen, Einstellungen, pädagogische Theorien uÄ von Eltern, die • (auch) in ihren eigenen Erziehungs- und Beziehungserfahrungen bzw. in ihrer eigenen „innerpsychischen Konfliktdynamik“ (Figdor 1999,36) wurzeln • und das Denken und Handeln der Eltern beeinflussen. Diagnostische Geister: Vorstellungen, Haltungen, die dem Nachdenken über das Problem im Wege stehen Pädagogische Geister: Vorstellungen, Haltungen, die einem förderlichen erzieherischen Handeln im Wege stehen Mag. Judit Barth-Richtarz

  7. „Geist von der Allmacht der Eltern“ Wenn ich nur alles richtig mache, entwickelt sich mein Kind gut und hat keine Probleme. > wenn mein Kind in seiner Entwicklung „stolpert“ heißt das, dass • mit dem Kind etwas nicht in Ordnung ist (Störung) • dass wir als Eltern etwas (alles) falsch gemacht haben. (Vorstellung von Linearität und Machbarkeit von Entwicklung) Mag. Judit Barth-Richtarz

  8. „Geisteraufklärung“ Aufklärung über: • Entwicklung im Allgemeinen • Schwierigkeiten von Matthias – meine erste Einschätzung • Angebot = Arbeitsbündnis Mag. Judit Barth-Richtarz

  9. Worum geht es in der diagnostischen Phase der ppäd. EZB? • Sammeln diagnostischer Hypothesen, die richtigen Fragen stellen • Antworten suchen • Bedingungszusammenhänge rekonstruieren (zwischen den erhobenen Befunden über die "Innenwelt" des Kindes und seiner "Außenwelt„) • Aufspüren und aufklären von pädagogischen Geistern Ziel: Eltern und Beraterin bekommen ein plastisches Bild vom Kind und seiner Problematik, Gefühl dafür und Ideen, was das Kind bräuchte Mag. Judit Barth-Richtarz

  10. Was müssen wir wissen? • Stellen Sie sich vor, Sie sind die/der BeraterIn der Eltern von Matthias. Worin könnte die Problematik von Matthias gründen und welche Fragen müssten Sie stellen, um zu verstehen, wie Sie Matthias und seinen Eltern helfen können? • Wo/Wie könnten Sie zu Antworten auf diese Fragen kommen? Mag. Judit Barth-Richtarz

  11. Diagnostische Hypothesen H1: Das aggressive Verhalten von Matthias ist auf aktuelle Belastungen zurückzuführen • Handelt es sich um normale Aggressionen/Ausdruck eines Vorschulkindes oder ist die Aggression erhöht? (im Sinne einer Anspannung, die aggressiv abgeführt werden muss)? • Wenn erhöht – was sind die Quellen der Wut/Anspannung? Aus welchen Belastungs-, Frustrationsquellen wird sie gespeist? Mag. Judit Barth-Richtarz

  12. Diagnostische Hypothesen H2: Das aggressive Verhalten von Matthias ist auf eine verzögerte Aggressionsentwicklung zurückzuführen • Wie ist die Aggression des Kindes entwickelt? • Welche Verarbeitungs-, Ausdrucksmöglichkeiten von Wut, Frustration etc stehen dem Kind zur Verfügung? (Impulskontrolle , innere Bewältigung von Frustration, Sublimierung, Ventile für Aggressionen, Konfliktlösungsstrategien) Mag. Judit Barth-Richtarz

  13. Diagnostische Hypothesen H3: Das aggressive Verhalten von Matthias ist ein Erziehungsproblem • Warum kommen die Eltern mit den (normalen) aggressiven Äußerungen nicht zurecht? • Wie förderlich oder hinderlich ist die Art und Weise wie die Eltern mit den Aggressionen des Kindes bzw Konflikten mit dem Kind umgehen? Mag. Judit Barth-Richtarz

  14. Diagnostische Hypothesen H4: Die Probleme um den Stuhlgang sind ein Reifungsproblem (körperliche und soziale Reife) H5: Die Probleme um den Stuhlgang sind ein „Symptom“, dh sie sind Ausdruck eines innerpsychischen Konflikts • Wenn es sich um ein Symptom handelt, was bringt Matthias damit zum Ausdruck? Mag. Judit Barth-Richtarz

  15. Diagnostische Fragen • Wie ist das Kind insgesamt entwickelt? Gibt es Hinweise zB für eine homogene Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung etc? Mag. Judit Barth-Richtarz

  16. Wo/Wie kann nach Antworten gesucht werden? 1. Nachdenkprozess mit den Eltern (bisherige Entwicklung, Entstehung/Verlauf/Charakteristik der Problematik, Erleben/Erklärungshypothesen der Eltern,…) 2. Bericht der Kindergartenpädagoginnen/Interaktionsbeobachtungen im Kindergarten 3. Untersuchung des Kindes (Spiel-, Interaktionsbeobachtungen, Gespräche, projektive Testung) 4. Analyse der Gegenübertragungsprozesse in der Beratung Mag. Judit Barth-Richtarz

  17. Beantwortung der diagnostischen Hypothesen Mag. Judit Barth-Richtarz

  18. H1: Das aggressive Verhalten von Matthias ist auf aktuelle Belastungen zurückzuführen Es lassen sich folgende aktuelle Belastungen bzw Frustrationsquellen ausmachen: • Wut auf Mama (unerfüllte Wünsche nach Versorgtwerden, Geschwistereifersucht, erlebt Mutter als eine permanent mit ihm Unzufriedene und Fordernde • Unsicherheit mit dem Papa • Soziale Unsicherheit, Isolation im Kindergarten bzw generell im Umgang mit Kindergruppen (verzögerte Ich-Entwicklung, Übertragung der Geschwisterproblematik) • Gefühle von Kleinsein, Minderwertigkeit Mag. Judit Barth-Richtarz

  19. H2: Das aggressive Verhalten von Matthias ist auf eine verzögerte Aggressionsentwicklung zurückzuführen • Aggression ist nicht altersentsprechend entwickelt (roh, ungeformt, wenig dosiert) • symbolisches Ausagieren von Aggressionen im Spiel nur nach „Anleitung“, löst schnell Angst aus • kaum „erlaubte“ aggressive Ventile • kleinkindhafter Modus, sich zu wehren, durchzusetzen, Protest auszudrücken: Stuhlzurückhalten als aggressive Verweigerung • innere Bewältigung von Frustration noch wenig entwickelt > geringe Frustrationstoleranz • kaum Modi der Konfliktbeendigung (Versöhnung, Wiedergutmachung) Mag. Judit Barth-Richtarz

  20. H3: Das aggressive Verhalten von Matthias ist ein Erziehungsproblem • Grenzensetzen problematisch • wenig Hilfe bei innerer Bewältigung von Frustrationen (Containing) • Kein Raum für seine aggressiven Äußerungen im Alltag • Kaum Raum für spielerische Abfuhr von Aggressionen > Aggression kann sich nicht entwickeln und hat keine Ventile Mag. Judit Barth-Richtarz

  21. H4: Die Probleme um den Stuhlgang sind ein Reifungsproblem (körperliche und soziale Reife)H5: Die Probleme um den Stuhlgang sind ein „Symptom“, dh sie sind Ausdruck eines innerpsychischen Konflikts Mag. Judit Barth-Richtarz

  22. Was alles hält das Symptom jetzt am Leben? • anal-urethrale Triebbedürfnisse • regressive Wünsche • Modus der aggressiven Verweigerung (insb gegenüber den Forderungen der Mutter) Mag. Judit Barth-Richtarz

  23. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse Aggressives Verhalten/Einkoten hängt zusammen mit einer • Beziehungsproblematik mit der Mutter • „Hängenbleiben“ zwischen kleinkindhaften Bezogenheit auf die Mutter und der Identifizierung mit dem Vater (als 3. Objekt); Identifizierung nur in der Verweigerung gegenüber der Mutter • verzögerte Aggressionsentwicklung (Verarbeitungs-, Ausdrucksmöglichkeiten) • Wenig Hilfestellung dabei durch die Eltern Mag. Judit Barth-Richtarz

  24. Was braucht Matthias von wem? • Mutter gewährender, weniger fordernd • Vater tendenziell stärker die Rolle des Fordernden/Einschränkenden • Verständnis/Ausdrucksmöglichkeiten für Wut • Containing • Aktives Angebot von Ventilen für aggressive Impulse (symbolischer Ebene (Spiel) + im realen Alltag) Mag. Judit Barth-Richtarz

  25. Was braucht Matthias von wem? • Konflikte nicht durch Einkoten beantworten müssen (um sein „Nein“ auszudrücken) • Versöhnung nach Konflikte (Wiederherstellung der guten Beziehung) • Möglichkeiten anal-urethrale Triebbedürfnisse in sublimierter Form auszuleben Mag. Judit Barth-Richtarz

  26. Was braucht Matthias von wem? • Vater als Modellfigur (progressive und Autonomiebestrebungen unterstützen) • Privilegien gegenüber dem kleinen Bruder • Unterstützung im Kindergarten Mag. Judit Barth-Richtarz

  27. Wir wissen, was Matthias brauchen würde – und jetzt?Wieso es meist nicht genügt, die Eltern bloß darüber zu informieren, was das Kind jetzt braucht Pädagogischen Haltungen und Handlungen der Eltern sind auch unbewusst determiniert, mitunter schwer zu verändern. Mag. Judit Barth-Richtarz

  28. Umsetzungsphase (Postdiagnostische Erziehungsberatung) Ziel: Veränderung des pädagogischen Milieus, konkrete Interventionen im Alltag, die dem Kind neue (förderliche) Beziehungserfahrungen ermöglichen. Durch: Aufklärung von Geistern und Entkoppelung des konkreten pädagogischen Handelns von tief verwurzelten Persönlichkeitseigenschaften. Mag. Judit Barth-Richtarz

  29. Aggressive Ventile Welcher Ausdruck von Aggression ist für mich bei einem Vorschulkind okay, welcher nicht? Werten Sie mit dem Summton Mag. Judit Barth-Richtarz

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