1 / 21

Reicht das Kioto-Protokoll als Bollwerk gegen die anthropogene Klimaveränderung aus?

67. Physikertagung der DPG Arbeitskreis Energie Hannover, 27. März 2003. Reicht das Kioto-Protokoll als Bollwerk gegen die anthropogene Klimaveränderung aus?. Axel Michaelowa Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv a-michaelowa@hwwa.de. Vortragsgliederung. Langfristige Emissionsziele

baka
Download Presentation

Reicht das Kioto-Protokoll als Bollwerk gegen die anthropogene Klimaveränderung aus?

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author. Content is provided to you AS IS for your information and personal use only. Download presentation by click this link. While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server. During download, if you can't get a presentation, the file might be deleted by the publisher.

E N D

Presentation Transcript


  1. 67. Physikertagung der DPG Arbeitskreis Energie Hannover, 27. März 2003 Reicht das Kioto-Protokoll als Bollwerk gegen die anthropogene Klimaveränderung aus? Axel Michaelowa Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv a-michaelowa@hwwa.de

  2. Vortragsgliederung • Langfristige Emissionsziele • Das Klimaregime nach 2012 • Beitrittsschwellen • Pro-Kopf-Emissionen • BIP je Einwohner • Beitrittsindex • Institutionelle Kriterien • Zieltypen • Politikkoordination • Schlussfolgerungen

  3. Langfristige Emissionsziele • Ziel der Klimarahmenkonvention: Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration auf ungefährlichem Niveau • Definition: was ist gefährlich? WBGU: >+2°C, >0,2°C/Jahrzehnt • Parameter: Gesamterwärmung und Erwärmungsrate. Letztere hat entscheidenden Einfluss auf die Schäden • CO2-Stabilisierung auf bis zu 550 ppm • Globaler Emissionspfad kann zunächst noch ansteigen, muss aber ab 2020 starkabgesenkt werden

  4. Business-as-usual-Pfad

  5. Langfristige Emissionsziele II • Politik muss Anreize für Unternehmer setzen, bei Ersatz von Anlagen Neuanlagen mit erheblich weniger Emissionen zu verwenden. Ansonsten ist der Emissionspfad über Jahrzehnte fixiert. • Gleichzeitig darf der Betrieb von Altanlagen nicht übermäßig belastet werden, da sonst erhebliche ökonomische Kosten durch vorzeitige Kapitalentwertung anfallen. • Steuerungsproblem! • Lösung: Emissionshandel mit zunächst kostenloser Verteilung der Emissionsrechte und Übergang zur Versteigerung

  6. Langfristige Emissionsziele III • Das Kioto-Protokoll setzt bislang nur Ziele bis 2012, enthält aber einen institutionellen Rahmen für Jahrzehnte (5-Jahres-Verpflichtungsperioden). • Für die Verpflichtungsperiode 2013-2017 ist eine Ausweitung des Kreises von Ländern mit Emissionszielen geboten • Die Entwicklungsländer lehnen das bisher schroff ab und verweisen auf die Nichtteilnahme der USA • Die Entwicklungsländer sind kein monolithischer Block

  7. Ab wann müssen Länder ein Ziel wählen? • Automatische Regel zum Beitritt bisheriger Nicht-Annex B-Länder • Zieldefinition ist der 2. Schritt! • Regel muss einfach und transparent sein, um Verschleierungsstrategien zu vermeiden • Die größten Entwicklungsländer liegen unabhängig vom gewählten Parameter immerunter einer angemessenen Schwelle

  8. Pro-Kopf-Emissionen • Niedrigstes Annex-B-Land (Lettland), 2.8 t CO2 in 2000 • 37 Länder (entspricht 26,8% der Annex-B-Emissionen) • Niedrigstes Annex-II-Land (Schweiz), 5,8 t CO2 in 2000 • 19 Länder (entspricht 13,9% der Annex-B-Emissionen) • Absolute Schwelle (z.B. 10 t CO2 in 2000); leicht verständlich, aber willkürlich • 9 Länder (entspricht 4,1% der Annex-B-Emissionen). • Annex-B-Durchschnitt (gewichtet mit Bevölkerung) 11,2 t CO2 in 2000. • 7 Länder (entspricht 3.4% der Annex-B-Emissionen)

  9. Pro-Kopf-Einkommen • Ärmstes Annex-B-Land (Ukraine), 3528 $1995 in 2000 • 44 Länder (entspricht 27,6% der Annex-B-Emissionen). • Absolute Schwelle (z.B. 10.000 $1995 in 2000); leicht verständlich, aber willkürlich • 14 Länder (entspricht 10,6% der Annex-B-Emissionen). • Ärmstes Annex-II-Land (Griechenland), 15.019 $1995 in 2000 • 9 Länder (entspricht 3,4% der Annex-B-Emissionen) • Annex-B-Durchschnitt (gewichtet mit Bevölkerung) 20.218 $1995 in 2000. • 2 Länder (entspricht 0,6% der Annex-B-Emissionen)

  10. Beitrittsindex • 50% Pro-Kopf-Emissionen, 50% Pro-Kopf-Einkommen • Niedrigstes Annex-B-Land = 0,5 • 26 Länder (entspricht 22,8% der Annex-B-Emissionen) • 10 t CO2 und 10.000 $1995 in 2000 = 1,0 • 14 Länder (entspricht 9,0% der Annex-B-Emissionen). • Niedrigstes Annex-II-Land = 1,2 • 12 Länder (entspricht 9,0% der Annex-B-Emissionen) • Annex-B-Durchschnitt = 1,6 • 6 Länder (entspricht 1,7% der Annex-B-Emissionen)

  11. Institutionelle Beitrittskriterien • EU-, OECD-, IEA-Mitgliedschaft führen zu automatischem Beitritt (Zypern, Malta, Korea, Mexiko, Türkei) • OPEC-Mitgliedschaft führt zur Berechnung des Beitrittsindex (Bahrein, Katar, Kuwait, VAE) • LDCs, IDA- und Nahrungshilfeempfänger werden ausgenommen, auch wenn sie die Indexschwelle übersteigen (Nordkorea)

  12. Instrumente für Großemittenten • China, Indien und Indonesien machen zusammen derzeit 30% der Annex B-Emissionen aus und bleiben unterhalb jeder Schwelle. • Ihre Emissionen stiegen im letzten Jahrzehnt um über 40% • Denkbare Instrumente • Landesweiter CDM • Subventionsprogramm • Selbstverpflichtung zu no-regret-Maßnahmen • Ziel mit Preisobergrenze

  13. Zieltypen • Absolut • antizyklisch, belohnt schrumpfende Ökonomien • klarer Emissionspfad • derzeit verwendet • gut für Marktmechanismen geeignet • Intensität • prozyklisch, belohnt wachsende Ökonomien • Emissionspfad nicht absehbar • schwer mit Marktmechanismen zu kombinieren • Handel nur ex-post • Maßzahl kritisch (Kaufkraftparität oder Wechselkurs?)

  14. Zielallokation • Grandfathering • derzeit verwendet • bestraft Länder mit starkem Emissionswachstum und belohnt diejenigen mit bereits hohen Emissionen • Pro-Kopf • führtzu massiver Umverteilung zugunsten der Entwicklungsländer • Historische Verantwortung (Brasilien) • Ziel umso schärfer, je höher die akkumulierten Emissionen • Contraction and Convergence (GCI) • Übergang von Grandfathering zu Pro-Kopf-Ziel in einem vorab definiertem Zeitraum

  15. Zielallokation II • Präferenzindex (Müller) • gewichtet Präferenz für Grandfathering und Pro-Kopf-Ziel mit der jeweiligen Bevölkerung • Triptichon (Universität Utrecht) • drei Sektoren • Stromerzeugung, Schwerindustrie und Haushalte • Konvergenz bis zu festgelegtem Jahr • Treibhausgasintensität, Energieffizienz und Pro-Kopf-Emissionen • für EU-Lastenteilung erfolgreich angewandt • Problem: Vorhersage des Wachstums der Sektoren erforderlich • Multi-Sektor (RIVM) • analog Triptichon, nur mehr Sektoren

  16. Zielwerte 2020 ggü. 1995 (%) C&C und Triptichon: Konvergenzjahr 2050

  17. Notwendige Kompetenz • Länder mit Zielen müssen • Wachstums- und Emissionsreduktionspotenziale der verschiedenen Sektoren abschätzen • eine nationale Klimaschutzstrategie entwickeln • Investitions- und Zeitbedarf für Umsetzung der nötigen Maßnahmen einschätzen • analysieren, inwieweit die Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionsrechten die Ausgaben für die Emissionsverringerung decken. • Dazu bedarf es gut ausgebildeter Beamter und heimischer Forschungskapazität

  18. Ernüchternde Erfahrungen

  19. Visionäre Instrumente? • GlobaleEmissionsteuer mit lokaler Aufkommensverwendung • Vermeidung von “Steueroasen”? • Abgestimmte Effizienzstandards • Massives Technologiesubventionsprogramm • Kriegszeiten zeigen, dass so Durchbrüche erzielt werden können • In Friedenszeiten Ergebnisse oft fragwürdig • Abgestimmte Regulierung • z.B. Pflicht für neue Wärmekraftwerke, CO2 abzuscheiden und zu speichern

  20. Schlussfolgerungen • Die Ausweitung der Emissionsziele auf fortgeschrittenere/emissionsintensive Entwicklungsländer ist dringend erforderlich • Diese Länder müssen hinsichtlich ihrer Analysekapazität unterstützt werden • Die Auswahl der Methode zur Zielfestlegung ist noch offen; Konvergenzmethoden sind am vielversprechendsten • Marktmechanismen sind unerlässlich, um Kosten zu minimieren • Alternative globale Instrumente sind schwer einzuführen

  21. Vielen Dank!Weitere Informationen:www.hwwa.de/climate.htmoder: climate@hwwa.de

More Related