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Computer in der Ausbildung

Computer in der Ausbildung. Verwendete Lehrstrategien und Beispiele. Hilfesysteme Lernergesteuerte Systeme Trainingssysteme Tutorielle Systeme Simulationssysteme Spielesysteme Problemlösungssysteme. Was ist E-Learning?. Was ist E-Learning. entzieht sich formaler Definition, da …

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  1. Computer in der Ausbildung Verwendete Lehrstrategien und Beispiele HilfesystemeLernergesteuerte SystemeTrainingssystemeTutorielle SystemeSimulationssystemeSpielesystemeProblemlösungssysteme Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  2. Was ist E-Learning? Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  3. Was ist E-Learning • entzieht sich formaler Definition, da … • junge Disziplin (ca. 1998) • Praxisbegriff, der oft ganz unterschiedliche Dienstleistungen beschreibt • entwickelt sich rasant [Minass2002] • in der Literatur findet man keine (de) oder sehr unterschiedliche Definitionen (engl.) • Gemeinsamkeiten: • Systeme, die Lernen ermöglichen und Lerninhalte darbieten • Örtliche Unabhängigkeit • Individuelles und Gruppenbezogenes Lernen • Nicht Einheitlich: • Zeitliche Synchronität vs. Asynchronität • Ausmaß der Technologie (www, internet, netzwerk, digitale techn., elektronische techn.) • Reine Lernkomponenten oder Zusatzfunktionalität Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  4. Synonyme: First Term Second Term Third Term Computer AssistedAidedBasedEnhancedMediatedInteractive InstructionLearningEducation TrainingTeachingStudy siehe [Minass 2002, S. 27] oder [Schulmeister 2002] Was ist E-Learning "E-Learning sind Systeme, die zeit- und ortsunabhängig Lerninhalte mittels digitaler Medien an Gruppen und Individuen vermitteln." [Minass 2002, S.27] Schreibweise: E-Learning, e-Learning, eLearning, E-learning Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  5. Wissensvermittlung kontra Wissensverwaltung Lernumgebung Kursumgebung Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  6. Wissensvermittlung kontra Wissensverwaltung Lernumgebung AdministrationKurseinschreibungenFinanzenStatistikenRechtevergabe … Skill ManagmentExpertennetzwerkProjekterfahrungenBesuchte KurseYellow Pages … Kursumgebung Content ManagmentLehrtexteOnlinebibliothekMaterialsammlungen … CommunityChatForenFAQBlogWikiEventbaseHomepages … Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  7. Wissensvermittlung kontra Wissensverwaltung Lernumgebung AdministrationKurseinschreibungenFinanzenStatistikenRechtevergabe … Skill ManagmentExpertennetzwerkProjekterfahrungenBesuchte KurseYellow Pages … Kursumgebung Kursplaner Study/Training Center Virtuelles Klassenzimmer Content ManagmentLehrtexteOnlinebibliothekMaterialsammlungen … CommunityChatForenFAQBlogWikiEventbaseHomepages … Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  8. Wissensvermittlung kontra Wissensverwaltung Lernumgebung AdministrationKurseinschreibungenFinanzenStatistikenRechtevergabe … Skill ManagmentExpertennetzwerkProjekterfahrungenBesuchte KurseYellow Pages … Kursumgebung Hier steckt die (K)I der TS Kursplaner Study/Training Center Virtuelles Klassenzimmer Content ManagmentLehrtexteOnlinebibliothekMaterialsammlungen … CommunityChatForenFAQBlogWikiEventbaseHomepages … Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  9. Wie kann man TS klassifizieren? Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  10. Kriterien für die Klassifikation • Steuerung des Lernprozesses • Programmgesteuert • Adaptiv • Adaptiv beratend • Adaptierbar • Lernergesteuert • Lernziel • Kognitive LernzielWissen, Verstehen, Anwenden, Analysieren, Synthetisieren, Evaluieren • Affektive LernzieleAufnehmen, Werten, Reagieren, Werte ordnen, Durch Werte bestimmt sein • Psychomotorische LernzieleImitieren, Manipulieren, Präzisieren, Handlungen gliedern, Naturalisieren Selbststeuerbarkeit Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  11. Kriterien für die Klassifikation • Lehrinhalte • Fakten und kontextfreie Regeln • Kontextabhängige Regeln • Problemlösung • Komplexe Situation • Gestalt- und Mustererkennung • Methodik [Bodendorf1990] • Lernen durch Hinweis • Selbstgesteuertes Lernen • Lernen durch Übung • Angeleitetes Lernen • Entdeckendes Lernen • Unterhaltendes Lernen • Learning by Doing • Sokratisches Lernen Prolog lernenSyntaxSemantikPragmatikSchemasBeispielAufgabe Subjektivitätsgrad Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  12. Klassifizierung • Die Klassifizierung von Lernersoftware orientiert sich an der prinzipiellen Methodik • Hilfesysteme (passive und aktive) • Lernergesteuerte Systeme • Trainingssysteme • Tutorielle Systeme (passive und aktive) • Simulationssysteme • Spielsysteme • Problemlösungssysteme • Neben der Klassifizierung spielen auch die Fragen nach der Effizienz der Ausbildung sowie Kosten-/Nutzenkriterien eine Rolle bei der Beurteilung von Lernersoftware. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  13. Hilfesysteme Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  14. Hilfesystem –Allgemein • Ein wesentliches Kriterium der Benutzerfreundlichkeit von Dialogsystemen ist die Selbsterklärungsfähigkeit. • Hilfesysteme haben die vorrangige Aufgabe, Informationen über die Handhabung und Nutzung der Software bereitzustellen und Handlungsfehler seitens des Benutzers zu beheben bzw. zu vermeiden. • Unter pädagogischen Gesichtspunkt können man ein Lehrziel wie folgt definieren:Herausbilden des Verstehens und Beherrschen einer gegebenen Anwendungssoftware. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  15. Hilfesysteme – Passiv • Viele Programme liefern ein einführendes Tutorial mit, um dem Benutzer einen ersten Überblick zu verschaffen • Videopräsentationen • Hypertext-Dokumente • Kommentierte Trainingsbeispiele (z.B. Flash MX) • Oftmals besitzen Programme einen sogenannten Laien-Modus bzw. "Tip-des-Tages"-Modus. Dabei wird das Hilfesystem nicht erst auf Anforderung gestartet, sondern eine "Erklärungshülle" um das Programm gebildet. • Eine Verbesserung der Hilfesysteme erhofft man sich durch die Verwendung natürlichsprachlicher Interfaces. Dabei erfolgt die Auswahl der Informationen nicht mehr ausschließlich über Menüs, sondern es wird mit Hilfe dynamischer Formulierungen kommuniziert. (Microsoft) Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  16. Hilfesysteme – Passiv Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  17. Hilfesysteme – Aktiv • Systeme, die Probleme bzw. inkorrektes Verhalten des Benutzers erkennen und diagnostizieren können, nennt man aktive Hilfesysteme. • Wurde ein Fehlverhalten erkannt, schaltet sich das Programm selbstständig ein und präsentiert Hilfen oder Tipps. • Bsp.: Ein Benutzer markiert einen Textabschnitt, versetzt den Textcursor an eine andere Stelle und betätigt die Funktion "Einfügen" – natürlich passiert nichts bzw. nicht das Richtige. Erfolgen diese Aktionen mehrmals hintereinander, könnte das Programm annehmen, das der Vorgang des Kopierens nicht beherrscht wird und eventuell eine Hilfe vorschlagen. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  18. Hilfesysteme – Aktiv • Wird auch der Kontext (z.B. vorhergehende Hilfeleistungen) und das aktuelle Verhalten des Benutzers mit einbezogen, dann spricht man von adaptiven Systemen. • Je nach Situationsanalyse (z.B. durch Auswertung von Aktionsprotokollen) werden die Erklärungen den Vorkenntnissen und Bedürfnissen des Benutzers angepasst. • Bsp.: Der Benutzer erhielt erste Informationen zum Kopieren mittels Menü. Allerdings kopiert er sehr häufig Text. Durch Analyse des Verhaltens erkennt das Programm dies (z.B. Anzahl der Kopiervorgänge in einem Betrachtungszeitraum). Deshalb schlägt es dem Benutzer andere Wege vor: Kopieren durch Drag-und-Drop, mittels Tastenkombination oder Kontextmenü. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  19. Hilfesysteme – Wissensbasiert • Fortgeschrittene Formen von Hilfesystemen, bei denen der Anwender durch eine Art Tutor bekleidet wird, der kontrolliert, berät und auch lehrt, bezeichnet man als intelligente bzw. wissensbasierte Hilfesysteme. In der Regel umfassen sie die folgenden Komponenten: • Anwendungsmodell: Informationen über Funktion und Anwendung des Anwendungsprogramms. • Benutzermodell: Individuelle Informationen über jeden Benutzer (personalisierte Menüsysteme bzw. Desktop-Einstellungen). • Vermittlungswissen: Didaktische und pädagogische Regeln für die Hilfepräsentation. • Monitor: Beobachten des Benutzerverhaltens, Erkennen der Intentionen, entscheiden, welche Hilfen eventuell anzubieten sind, Erweitern des Benutzermodells ( Aktionsprotokoll) • Berater: Realisierung der vom Monitor oder Benutzer angeforderten Hilfefunktion. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  20. Hilfesysteme – Wissensbasiert • Anforderung • Beobachtung Nutzerverhalten • Benutzerhistorie • Anwendungsmöglichkeiten • Tutorial • Intervention der Beraters Benutzerschnittstelle Monitor Anwendung 2 1 Berater Didaktik-komponente Benutzermodell 6 3 5 Anwendungs-modell 4 Hilfesystem Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  21. Lernergesteuerte Systeme Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  22. Lernergesteuerte System • Konzept lernergesteuerter Lehrsysteme beinhaltet drei Grundprinzipien: • Präsentation von Lehreinheiten durch das System: Zu den Elementen des Lehrstoffes können Faktenwissen, Prinzipien, Konzepte, Prozesserläuterungen, Beispiele, Übungen und Test gehören. Diese Einheiten sind meist nach thematischen Gesichtspunkten geordnet (Themen-DVD's). • Auswahl der Lehreinheiten durch den Benutzer: Die Abfolge der Lehreinheiten wird vom Lernenden gesteuert, d.h., dieser legt die Sequenz der zu präsentierenden Einheiten selbst fest. Er bestimmt somit über die Art und den Umfang der Lektionen, über Beispiele und Test u.s.w. (WikiPedia) • Auswahl der Lehreinheiten durch einen menschlichen Tutor:Die Abfolge der Lehreinheiten kann frei zusammengestellt werden, allerdings nur von einem Tutor. Er erstellt unter pädagogischen Gesichtspunkten einen Lehrplan und legt fest, was in welchem Umfang und in welcher Reihenfolge präsentiert wird. (FernUni) Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  23. Lernergesteuerte System – Beispiele • Hilfesysteme und lernergesteuerte System verwenden immer häufiger Autorensysteme bzw. multimediataugliche Programmierumgebungen: • Asymetrix Instructor (ToolBook): buchbasiertes Autorenwerkzeug • Macromedia Authorware: Ablaufbasiertes Autorenwerkzeug • Macromedia Director: filmbasiertes Autorenwerkzeug • HTML: viele Browser sind in der Lage, multimediale Informationen bereitzustellen (Text, Bilder, Videos, Animationen, Audio) • Weiterentwicklung sind "elektronische Bücher". Die Idee dabei ist, den Inhalt eines Lehrbuches (das Wissen) zusammen mit dem strukturellen Aufbau (Bilder, Grafiken, Beispiele ...) in Form einer vernetzten Datenbasis auf dem Computer bereitzustellen • Lexika: z.B. Microsoft Encarta Plus 2001... • Lehrbücher: z.B. WinFunktion Physik 9.0... • Populärwissenschaftliche Bücher: z.B. Welt der Wunder ... Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  24. Lernergesteuerte System – Beispiel (2) Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  25. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  26. Lernergesteuerte System – Fazit • Positiv: Durch die Individualisierung des Unterrichtsablaufes, der durch den Benutzer vorgegeben wird, kann im allgemeinen eine besonders schlechte Stoffvermittlung (einseitig, unmotiviert bzw. "am Ziel vorbei") vermieden werden. • Negativ: ein besonders gutes Selbststudium wird allerdings in vielen Fällen auch nicht erreicht; • der Benutzer ist oft nicht in der Lage, eine günstige Lernsequenz aufzubauen und dafür geeignete Beispiel, Übungen und Tests einzubeziehen bzw. • die Ergebnisse der Tests richtig auszuwerten. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  27. Trainingssysteme Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  28. Trainingssysteme • Trainingssystem werden oft im Sinne "Drill and Practice" verwendet. • Bei solch einem Programm geht man davon aus, das der Anwender schon ein gewisses Vorwissen besitzt, das es einzuüben gilt. • Der Dialogverlauf ist dabei fast umgekehrt zu passiven Hilfesystemen: das Trainingssystem stellt Fragen und erwartet vom Lernenden eine passende Antwort. Ist dieser dazu nicht in der Lage, wird eine Erklärung geliefert. • Zu Beachten: Es wird mit solchen Programmen keine ausführliche Wissensvermittlung erricht, sondern allenfalls werden Wissenslücken geschlossen. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  29. Trainingssysteme – Module: Einführung • Nach dem Start ist es bei diesem System üblich, den Benutzer zu parametrisieren (Benutzermodell) • Auswahl des Stoffgebietes • Festlegung des Schwierigkeitsgrades • Anzahl der Fragen • Ausgefeiltere Systeme können diese Variationsmöglichkeiten über das Benutzermodell dynamisch entsprechend dem Dialogverlauf steuern. • Ebenfalls kann es nötig sein, in der Einführungsphase mit der allgemeinen Bedienung vertraut zu machen bzw. Systemvoraussetzungen zu prüfen • z.B. welche Grafikauflösung eingestellt ist oder welche Farbtiefe • ist in Internet-Zugang vorhanden oder nicht ... • existiert auf dem Computer ein ganz bestimmtes Programm Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  30. Trainingssysteme – Module: Frageselektion • Es gibt verschieden Strategien, die Fragen auszuwählen und zu präsentieren, z.B. • Zufallsauswahl: die Fragen werden nach einem verhältnismäßig leicht zu implementierenden Zufallsmechanismus ausgewählt. Diese Verfahren ist jedoch bezüglich des Trainingseffektes ineffizient: die Wiederholung von richtig beantworteten Fragen nimmt im Verhältnis zur Fragenanzahl zu, die Wiederholung falsch beantworteter Fragen nimmt ab. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  31. Zufallsprinzip Fragenpool Frageliste Falsch beantwortete bzw. neue Frage Schon einmal richtig beantwortetet Frage Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  32. Trainingssysteme – Module (3) • Warteschlangentechnik: Durch geschickte Organisation einer Warteschlange versucht man, die Auswahl und Wiederholung von Fragen vom Antworterfolg abhängig zu machen  Karteikartenprinzip • Intervallmethode: Verfeinerung der Intervallmethode; alle Fragen sind zu Beginn mit n Wiederholungen zufällig in der Warteschlange verteilt; wird eine Frage falsch beantwortet, wird die Frage aus allen Positionen entfernt und dann in einem festen Intervallmuster wieder eingefügt. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  33. Karteikasten Ein Tag Nach einer Woche Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  34. Trainingssysteme – Module (4) • Fragestellung, Antwortanalyse und Feedback • Diese Punkte entsprechen den Gegebenheiten bei Tutoriellen Systemen und werden deshalb dort behandelt • Abschluss: • Für die Beendigung einer Trainingssitzung gibt es verschiedene Möglichkeiten: • Abbruch durch den Benutzer; er kann das Programm an jeder beliebigen Stelle verlassen und gegebenenfalls wird ein Bookmark gesetzt. • Richtige Beantwortung einer gewissen Anzahl von Fragen • Richtige Beantwortung eines Mindestprozentsatzes der vorgegebenen Fragenserie • Ablauf einer festgelegten Zeit • Erreichen eines bestimmten Schwierigkeitsgrades Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  35. Trainingssysteme – Fazit • Zur Leistungskontrolle sollten dem Benutzer entsprechende Daten zur Verfügung gestellt werden. • Trainingsprogramme werden hauptsächlich eingesetzt, um Faktenwissen zu festigen bzw. zu erweitern • Wortschatzübungen • Definitionen und feste Daten • Test wie z.B. Fahrschule ... • Rechentests Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  36. Tutorielle Systeme Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  37. Tutorielle Systeme (TS) • Im Gegensatz zu lernergesteuerten Systemen übernehmen Tutorielle System nicht nur die Präsentation von Informationseinheiten, sondern auch die Aufgabe eines Tutors (Lehrers) • TS führen den Lernenden auf einem didaktisch vorgeplanten Weg durch das Stoffgebiet. • Die Qualität der Umsetzung von "Lehrerwissen" und die Flexibilität des Systems in Bezug auf die Wissensvermittlung bilden eine Skala zur Bewertung und Klassifizierung von Tutoriellen Systemen. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  38. Tutorielle Systeme (Einteilung) • "Einfache TS": behavioristisch motivierte Systeme, bei denen die Prinzipien des PU umgesetzt werden. • Auch Trainingssysteme kann man zu diesen "Einfachen TS" zählen: der Trainer (Coach) gibt Aufgaben in einer Reihenfolge vor, die ein "simples" Memorieren gestatten. • "Adaptive TS": • Adaptierbare Systeme können durch einen externen Eingriff auf bestimmte Lernsituationen/-bedingungen angepasst werden. • Adaptive Systeme passen sich intern durch Beobachten und Analyse des Lernerverhalten an. • "Intelligente Tutorielle Systeme (ITS)": Systeme, die auf KI-Methoden aufsetzen und sowohl das Expertenwissen eines Tutors (Wie wird gelehrt) als auch das Wissens eines Experten der Lehrdomäne (Was wird gelehrt) enthält. Gleichzeitig passt sich dieses System – in Analogie zu einen menschlichen Lehrer – selbstständig an den Lerner an. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  39. Tutorielle Systeme - Einführung • Definition der Lernziele und Lerninhalte • Inhaltsverzeichnis in Menüform/Sitemap • Dialogführung und Systembedienung • Durchführung eines Einstiegs- oder Einstufungstestes • Bezugnahme auf Vorwissen/Lerngeschichte Komplexitätszunahme "Einfache" TS Adaptive TS Intelligente TS Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  40. Tutorielle Systeme – Informationspräsentation • Ein tutorielles System besitzt • verschiedene Arten von Lerneinheiten: Erklärungen, Beispiele, Übungen, Tests  Lehratome • unterschiedliche Darstellungsformen: Text, Grafik, Video, Audiosequenzen, Animationen • Generell unterscheidet man bei der Informationspräsentation zwei Arten: • Introduction-Frame: die Einführung neuer Fakten • Link-Frame: die Assoziierung mit bekannten Wissen • Neben der Darstellung der Informationseinheiten ist der didaktische Aufbau eines Tutorials von Bedeutung. Dieser sollte den Prinzipien der nicht-computerunterstützten Unterweisung folgen  Lernpsychologie und Pädagogik Curriculum Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  41. Tutorielle Systeme – Informationspräsentation (2) • Vorschläge zur Gestaltung (Auswahl) • Länge der Textdarstellung: • Aufteilung in möglichst kleine Abschnitte • Max. sieben Items bei einer Aufzählung • Möglichst keine Scrollen einer Bildschirmseite • Grafiken und Animationen: • Günstig für Erst- und Übersichtsinformationen • Keine zu starke Detaillierung • Gleichzeitiges Darstellen von Erklärungstexten • Farbgestaltung: • Farbe nur als Zusatz-, nicht als Kerninformation • Nicht mehr als vier Farben gleichzeitig • Vermeidung von direkten Rot/Blau, Grün/Blau, Rot/Grün und Blau/Gelb-Kombinationen • Vermeidung von blinkenden und funkelnden Farbanimationen • Handling: • Kontrolliertes Vor- und Zurückblättern • Einfache Eingabemöglichkeiten (Zielgruppe) • Hilfefunktionen Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  42. Tutorielle Systeme – Fragestellung und Antwortanalyse • Ein Merkmal eines TS ist, wie oft und in welcher Form Fragen an den Benutzer gestellt werden und wie die Konsequenzen aus den Antworten aussehen. • Man unterscheidet im Allgemeinen zwei Formen von Fragen: • Fragen mit Auswahlantworten: Vorgabe einer Reihe von Antwortmöglichkeiten, aus denen zu selektieren ist. • Fragen mit freien Antworten: Unreglementierte Eingabe durch den Lernenden. • Es erfordert einen relativ hohen Aufwand, um die Beherrschung eines Lehrstoffes zu prüfen. Um diesen Aufwand zu begrenzen, benutzen die meisten konventionellen TS Multiple Choise-, Ergänzungs- oder Kurzantworten. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  43. Tutorielle Systeme – Fragestellung und Antwortanalyse • Die inhaltliche Antwortanalyse kann zu folgenden Ergebnissen kommen: • Die Antwort ist korrekt. • Die Antwort ist teilweise korrekt und enthält vorhergesehene Fehler. • Die Antwort ist teilweise korrekt und enthält unerwartete Angaben. • Die Antwort ist vollständig inkorrekt und enthält vorhergesehene Fehler. • Die Antwort ist vollständig inkorrekt und enthält unerwartete Angaben. • Die Antwort enthält eine Anforderung, z.B. mehr Informationen, Hilfefunktion aufrufen oder Zurückblättern ... • Bei "einfachen" Trainingssystemen werden im allgemeinen nur Fehlerpunkte gesammelt. Bei TS sollte die Analyse der Antworten Einfluss auf die weitere Stoffpräsentation nehmen. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  44. Tutorielle Systeme – Fragestellung und Antwortanalyse • Konnte die Fehleranalyse Aufgaben bewerten, ohne auf unerwartete Fehler zu stoßen, so lassen sich die Fehler klassifizieren in: • R – RichtigDie Antwort stimmt mit den Vorgaben vollständig überein. • U – UnvollständigDie Antwort enthält nur korrekte Angaben, aber nicht alle. • T – TeilweiseDie Antwort enthält korrekte und falsche Angaben. • F – Die Antwort enthält in sämtlichen Teilen unrichtige Daten. • Die unerwarteten Fehler werden der Klasse N (Nicht-identifizierbar) zugeordnet und lassen sich didaktisch oft nicht auswerten. Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  45. Tutorielle Systeme – Fragestellung und Antwortanalyse • Auswahlantworten: • Alternativantworten: Treffen binärer Entscheidungen • Multiple Choise-Antworten: Spezifikation einer oder mehrerer Antworten aus einem vorgegebenen Menü • Zuordnungsantworten: Bildung von Zuordnungspaaren aus Elementen zweier Listen • Markierungsantworten: Direkte Kennzeichnung von Elementen der Informationsdarstellung Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  46. Graph Strukturmatrix S = (10110) Variation einer Aufgabe • Gezeigt werden soll, wie sich die Typisierung bzw. Gestaltung einer Zuordnungsaufgabe in der Praxis auswirkt. • An Hand eines einfachen Beispiels werden drei verschiedene Varianten durchgespielt und gezeigt, welche Auswirkungen die Gestaltung auf die Aussagekraft der Lernerantwort hat. • Ausgangspunkt (Variante 1) ist eine klassische Multiple- Choise-Aufgabe "N aus 5" Welche der aufgeführten Ringgefährten sind Hobbits? Frodo Aragon Sam Pippin Gimli Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  47. Variation einer Aufgabe • Profil von Variante 1: • MC-Frage mit 5 Antwortmöglichkeiten, jede Antwort einzeln selektierbar • 3-aus-5 – Frage (es sind immer drei richtige unter den fünf Antwortmöglichkeiten) • Antwortraum besteht aus 31 Elementen (25-1) • Sinnvolle Antwortwerte: • R(ichtig): 1 • U(nvollständig): 6 • T(eileweise richtig): 21 • F(alsch): 3 • Wahrscheinlichkeitsverteilung der Antwortmenge bei zufälliger Auswahl(R = 0,032; U = 0,194; T = 0,677; F = 0,097) Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  48. Varianten einer Aufgabe • Variante 2 wird als eine Folge von Alternativen betrachtet (Ja/Nein-Sequenze) Graph JA NEIN Welche der aufgeführten Ringgefährten sind Hobbits? Frodo NEIN JA Strukturmatrix Aragon NEIN JA Sam NEIN JA Pippin NEIN JA Gimli JA NEIN Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  49. Variation einer Aufgabe • Profil von Variante 2: • Antwortraum besteht aus 32 Elementen (25) • Sinnvolle Antwortwerte kommen • R(ichtig) (genau 1) • T(eileweise richtig): 30 • F(alsch) (genau 1) • Wahrscheinlichkeitsverteilung der Antwortmenge bei zufälliger Auswahl(R = 0,031; T = 0,938; F = 0,031) Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

  50. Varianten einer Aufgabe • Variante 3 wird als eine Zuordnung durch Markierung aus einem begrenzten Vorrat realisiert Graph Welche der aufgeführten Ringgefährten sind Hobbits? Frodo Aragon Strukturmatrix Sam Pippin Gimli Diplm.-Inform. (FH) Thomas Wendt

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