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Einführung in die Sprachvermittlung

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Einführung in die Sprachvermittlung. 10. Pinker: Kapitel 8: Kinder sagen die töllsten Sachen Sprachenlernen im Erstspracherwerb. Voraussetzungen des Erstspracherwerbs (I). 1. Biologisch (ursprünglich nicht sprachspezifisch) Atemorgane (Lunge, Zwerchfell, Brustmuskulatur)

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Presentation Transcript
einf hrung in die sprachvermittlung

Einführung in die Sprachvermittlung

10. Pinker: Kapitel 8: Kinder sagen die töllsten Sachen

Sprachenlernen im Erstspracherwerb

voraussetzungen des erstspracherwerbs i
Voraussetzungen des Erstspracherwerbs (I)

1. Biologisch

(ursprünglich nicht sprachspezifisch)

  • Atemorgane (Lunge, Zwerchfell, Brustmuskulatur)
  • Artikulationstrakt (supraglottal, Formung der Nahrung, Schluckbewegung)
  • Hörorgan
  • Gehirn (insbes. große Zahl von Neuronen (100 Milliarden) und großes Vernetzungspotential (bis zu 10 Tausend pro Neuron)
voraussetzungen des erstspracherwerbs ii
Voraussetzungen des Erstspracherwerbs (II)

2. Kognitiv

  • Wahrnehmungsfähigkeit (Unterscheidung zwischen sprachlichen und nichtsprachlichen Geräuschen)
  • Denkfähigkeit (Begriffsbildung)
  • Segmentierung des Schallstroms
  • Kategorisierung formal / funktional identischer Ereignisse; Anwendung distributionaler Analyseverfahren (Erschließen von Kategorien aufgrund ihres Vorkommens in unterschied-lichen Kontexten, z.B. Verben)
voraussetzungen des erstspracherwerbs iii
Voraussetzungen des Erstspracherwerbs (III)

3. Sozial

  • Interaktion a) menschliche Handlungen stehen in Zusammenhang mit Intentionen b) es gibt einen gemeinsamen Bezugsrahmen (attentional frame)c) Die Interaktionsteilnehmer übernehmen verschiedene Rollen
  • sprachlicher Inputa) der in Kontexte eingebettet ist b) die Aufmerksamkeit des Interaktionspartners gleichzeitig auf den Sprecher und gemeinsam relevante Sachverhalte richtet
erwerb des wortschatzes
Erwerb des Wortschatzes
  • vorsyntaktische Phase: Wörter ohne syntaktische Funktionszuweisung. Insgesamt 30-50 Wörter, etwa zwei bis drei neue pro Woche (Ein-Wort-Phase); enge Verbindung zwischen Bedeutung und Verwendungskontext.
  • syntaktische Phase: mit Beginn der ersten Zweiwortsätze (etwa 18. Monat), lexikalische Einheiten werden zu intonatorischen Gruppen gebündelt : Jan Bett. Sehr schneller Erwerb: mehrere Wörter pro Tag (Wortschatzspurt). Aufnahmestrategie: fast mapping (unvollständige Lautinformationen werden mit unvollständigen Bedeutungsmustern assoziiert. Umfang am Ende der Vorschulzeit (Fünfjährige): ca. 3.000 aktive und 14.000 passive Wörter.
erwerb der morphologie und syntax
Erwerb der Morphologie und Syntax
  • Einwortphase: Wörter in unmarkierter Grundform, Mehrwortäußerungen nur als fest gespeicherte Ausdrücke
  • Zweiwortphase: (etwa in der zweiten Hälfte des zweiten Lebensjahres) einfache Prädikationen: schuhe auszieh nein Brille (zu einem Mann der keine Brille trägt)
  • Drei- und Mehrwortphase: neben finiten Formen (julia eis essen) vermehrt flektierte Formen, Verbzweitstellung
vom pragmatischen zum syntaktischen modus
Vom pragmatischen zum syntaktischen Modus
  • Kindersprache ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass die Äußerungen sehr stark von dem Kontext, in dem sie gemacht wurden, abhängig sind.
  • Spracherwerb bedeutet vor allem, eine Art des Sprechens zu erlernen, die größere Unabhängigkeit von der aktuellen Situation des Redens besitzt.
  • Ein wichtiger Mechanismus des Spracherwerbs liegt darin, dass die erwachsenen Gesprächspartner des Kindes die kontextgebundenen Elemente seiner Äußerung verbalisieren bzw. explizit machen. Damit konfrontieren sie das Kind mit einer kontextunab-hängigeren Formulierung (s.u. Outputregulation).
sprachliches zeigen im spracherwerb
Sprachliches Zeigen im Spracherwerb
  • Die wichtigste Voraussetzung für Kommunikation besteht in der Herstellung eines gemeinsamen Bezugsraumes.
  • In der Kommunikation mit Kindern ist die visuelle Dimension einer der wichtigsten Bezugsräume: Erwachsener und Kind stellen ein gemeinsames Sehfeld her.
  • Andere Bezugsräume sind z.B. die taktile oder die auditive Dimension, aber auch eine gemeinsame Interaktionsgeschichte.
  • Eine der ersten Techniken der Herstellung eines gemeisamen visuellen Bezugsraumes ist das gestische Zeigen.
  • Eine spätere Technik des Zeigens ist das sprachliche Zeigen mit deiktischen Ausdrücken.
    • lokal: da, hier, der da, das da, dieser…
    • temporal: jetzt, später, ...
    • personal: ich, du, ...
  • Objekte werden zunächst durch gestische, dann durch sprachliche Zeigegesten, schließlich durch eine Bezeichnung / Benennung in den Aufmerksamkeitsfokus gerückt.
kontextentbundene kommunikation
Kontextentbundene Kommunikation

Entwicklungsziele

  • Die Herstellung eines gemeinsamen Bezugsraumes wird stärker vom Kontext unabhängig, wenn sprachliche Bezeichnungen (statt Zeigegesten) verwendet werden.
  • Kinder können über Dinge reden, die nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung liegen.
  • Sie können Dinge vermitteln, die in möglichen Welten liegen;
  • Sie erlangen eine wachsende Sensibilität für die Perspektive ihres Kommunikationspartners;
  • Umgekehrt muss der Kommunikationspartner des kleinen Kindes große Leistungen in der Perspektivenübernahme vollbringen.
  • Äußerungen der Kinder beziehen sich auf sozial geteiltes Wissen und sind nicht nur auf die aktuelle Redesituation angewiesen.
die u kurve im morphologie erwerb
Die U-Kurve im Morphologie-Erwerb

Korrekte Past-Tense-Formen irregu-lärer Verben in %

U-förmige Verlaufskurve der Korrektheitswerte für irreguläre past tense Formen nach den Angaben in Marcus et. al. 1992, zit. in: Penke, Martina: Flexion im mentalen Lexikon. Tübingen 2006, S. 53)

u kurve im morphologie erwerb
U-Kurve im Morphologie-Erwerb

DEUTSCH:

Korrekt flektierte Partiztipformen starker Verben in %

Erwerbsver- lauf eines einzelnen Individuums

U-förmige Verlaufskurve korrekt flektierter Partizipformen starker Verben für ein Mädchen im Beobachtungszeitraum zwischen 1,6 und 2,0, vgl. Penke 2006, 54

m gliche erkl rungen der u kurve
Mögliche Erklärungen der U-Kurve
  • Kinder erwerben Äußerungen zunächst als „unzerlegbare Brocken“ (S. 294), bevor sie lernen, diese in einzelne Elemente zu gliedern, z.B. „komm mal“, aber auch „hab ich gesehn“
  • Sie imitieren dabei ihre Sprachvorbilder; daher sind keine Fehlbildungen möglich
  • Reguläre Suffixe werden nach einer gewissen Menge Input aus den vollständigen flektierten Wörtern „herausgeschnipselt“ (S. 292)
  • Das Auftauchen von Fehlern des Typs „gehte“ ist ein Anzeichen für eine Reorganisation im kindlichen Denken: der Regelmechanismus wird auf irreguläre Formen übertragen. (S. 293)
wie entsteht der mechanismus der blockierung drei argumente
Wie entsteht der Mechanismus der Blockierung? Drei Argumente
  • Die Sprachentwicklung wird durch Kommunikation vorangetrieben  Irreguläre Formen sind manchmal weniger kommunikativ als reguläre.
  • Die übergeneralisierten Formen verschwinden, weil Erwachsene sie nicht verwenden (Inputregulierungs-modelle)  viele Formen werden gebildet, ohne dass man sie vorher von Erwachsenen gehört hat (295f.)
  • Die Kinder lernen aus den Reaktionen der Eltern (vgl. Output-Regulierungsmodelle)  Kinder bleiben von der Korrekturen der Erwachsenen lange unbeeindruckt, da es ihnen auf den Inhalt der Kommunikation ankommt (296f.)

 Der Blockierungsmechanismus wird nicht gelernt, sondern ist Teil des angeborenen Spracherwerbsmechanismus (language acquisition device, LAD) (Pinker 299)

die u kurve im konnektionismus
Die U-Kurve im Konnektionismus
  • Im Modell entstand auch eine U-Kurve (308)
  • Voraussetzung war ein spezieller Input des Musterassoziationsspeichers:- zuerst wenige irreguläre Verben- dann viele reguläre Verben
  • Der Speicher wird mit der Regel „bombardiert“: die Regel wird übergeneralisiert) (309f.)
  • Verben mit mehr sowie gebräuchlicheren irregulären Verbündeten sind eher vor Fehlern geschützt (312)
kritik pinkers am konnektionismus
Kritik Pinkers am Konnektionismus
  • Anteil der regulären Verben (tokens) in der Sprache Erwachsener gegenüber Kleinkindern bleibt konstant, 25-30% ( Zunahme der Zahl der types, aber nicht mehr tokens im Verhältnis zu irregulären Verben)
  • Die Wortschatzexplosion (Zunahme der types) erfolgt früher (2. Lebensjahr) als die Übergene-ralisierungen des Präteritums (3. Lebensjahr)
  • Die Besonderheiten des Inputs wurden überbewertet; der Spracherwerbsprozess ist robust gegenüber Nuancen des Inputs (311)
theorien des spracherwerbs
Theorien des Spracherwerbs

1. Sprachinterne Erklärungen (Chomsky, Pinker)

Man geht in diesen sog. nativistischen Theorien davon aus, dass es einen angeborenen Spracherwerbsmechanismus (language acquisition device, LAD) gibt, der wesentlich den Spracherwerb steuert. Der LAD ist bei allen Menschen gleich. Bestätigungen hierfür sieht man in:

  • sprachlichen Universalien
  • universellen Entwicklungsverläufen
  • der Geschwindigkeit des Spracherwerbs
  • der Mangelhaftigkeit des Inputs (poverty of stimulus)
theorien des spracherwerbs1
Theorien des Spracherwerbs

2. Sprachexterne Erklärungen

Der Spracherwerb geht wesentlich auf andere Komponenten zurück als die Sprache.

2.1 Kognitivistische Theorien

  • Im Anschluss an die Arbeiten Piagets geht man davon aus, dass die kognitive Entwicklung dem Spracherwerb vorausgeht und für ihn verantwortlich ist.

2.2 Inputmodelle

  • Es wurde festgestellt, dass Erwachsene in vielfältiger Weise ihre Sprache an die der Kinder dynamisch anpassen. Diese Sprache der Erwachsenen heißt "baby-talk" oder "motherese". Dieser Input der Erwachsenen soll ein Motor des Spracherwerbs sein. (Snow 1972, 1977)
theorien des spracherwerbs2
Theorien des Spracherwerbs

2.3 Outputregulierungsmodelle (Farrar 1990)

Erwachsene modifizieren die Äußerungen von Kindern in verschiedener Weise. In diesen Modifikationen kindlicher Äußerungen wird eine weitere Ursache des Spracherwerbs gesehen:

  • Expansionen (grammatische Vervollständigungen) „nein Brille“ „der hat keine Brille“
  • Extensionen (inhaltliche Erweiterungen)„nein Brille“ „Der Mann hat keine Brille auf. Der kann auch so gut sehen.“
  • Korrekturen „nein Brille“= keine Brille
  • Bestätigungen richtiger Formen: „keine Brille“ – „richtig: der hat keine Brille“
interaktion von vererbung und lernen bei pinker
Interaktion von Vererbung und Lernen bei Pinker
  • Kinder erwerben sprachliche Formen durch Input
  • Übergeneralisierte Formen verschwinden schnell wieder; Kinder erkennen, dass diese Formen nicht korrekt sind, bevor sie diese Erkenntnis immer anwenden (302)
  • Der Unterschied von Kindern und Erwachsenen liegt in den weniger stabilen Gedächtnisspuren der Lexikoneinträge (299f.) Es gibt also keine qualitativen Unterschiede (303) (Kontinuitätshypothese)
  • Der Spracherwerbsmechanismus steuert nur - die Aufmerksamkeit für bestimmte sprachliche Phänomene (z.B. Morpheme) (318)- die Anwendung der Blockierung