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Klassentheorie nach Karl Marx

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Klassentheorie nach Karl Marx. Die Klassenzugehörigkeit definiert sich nach der Stellung zu den Produktionsmitteln. Bourgeoisie: besitzt Produktionsmittel, die sie sich über einen Prozess der ursprünglichen Akkumulation angeeignet hat;

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Klassentheorie nach Karl Marx


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    Presentation Transcript
    1. Klassentheorie nach Karl Marx Die Klassenzugehörigkeit definiert sich nach der Stellung zu den Produktionsmitteln. Bourgeoisie: besitzt Produktionsmittel, die sie sich über einen Prozess der ursprünglichen Akkumulation angeeignet hat; Doppelt freier Lohnarbeiter: besitzt als formal freier Staatsbürger das Recht, seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anzubieten; ist aufgrund der ‚Freiheit’ von Produktionsmitteln zum Verkauf seiner Arbeitskraft existentiell gezwungen produziert den Mehrwert, den sich der Kapitalist aneignet These von der Zuspitzung der Klassengegensätze; Klasse „an sich“ => Klasse „für sich“ Klassenkonflikt als Motor gesellschaftlichen Wandels

    2. Max Webers Theorie sozialer Ungleichheit • Mehrdimensionale Analyse sozialer Ungleichheit: Nicht allein der ökonomische Aspekt wird betont, sondern zusätzlich das soziale Prestige und die gesellschaftliche Macht als Dimensionen sozialer Ungleichheit eingeführt => Differenzierte Unterscheidung zwischen Klassen, Ständen und Parteien • Relevant für die ökonomisch definierte Klassenlage ist nicht allein der Besitz an Produktionsmitteln, sondern sowohl der ökonomische Güterbesitz (Besitzklassen) als auch die Leistungsqualifikationen, die zum Gütererwerb auf dem Markt angeboten werden können (Erwerbsklassen). Klassenlage meint somit die Marktlage in ökonomischer Hinsicht. Der Begriff der sozialen Klasse bündelt die unübersichtliche Vielfalt möglicher existierender Klassen in Großgruppen, innerhalb derer typischerweise soziale Mobilität stattfindet. • Eine gemeinsame Klassenzugehörigkeit muss nicht zu kollektivem Klassenbewusstsein oder gar kollektivem Handeln führen. Dies ist zwar potentiell möglich, jedoch eher wenig wahrscheinlich.

    3. Max Webers Theorie sozialer Ungleichheit

    4. Die Klassentheorien von Marx und Weber im Vergleich

    5. 3. Von der Klasse zur Schicht: Theodor Geiger

    6. Theodor Geiger ist der erste, der eine auf repräsentativen Daten (Volkszählung 1925) basierende empirische Schichtstruktur erarbeitet Schichtbegriff als zentraler Oberbegriff sozialer Ungleichheit; Klasse als historischer Spezialfall sozialer Schichtung Analytische Trennung zwischen „ökonomisch sozialer Lage“ und „Mentalität“; typischer, aber nicht deterministischer Zusammenhang zwischen beiden Ebenen Schicht = Soziale Gruppierung mit einer typischen Mentalität Geiger ist einer der wenigen deutschen Professoren, die vor wie nach der Machtübernahme der Nazis diese öffentlich stets entschieden bekämpfte. In den Unterlagen zu Geigers Entfernung aus dem Staatsdienst ist vermerkt, dass er noch am Tag der letzten Reichstagswahl im März 1933 einen Juden mit erhobener Faust und dem Ruf „Freiheit“ gegrüsst habe. Zur Biographie von T. Geiger (1892-1952): geb. 1892 in München: Eltern: Gymnasialprofessor + Apothekerstochter 1910-14 Studium d. Rechts- u. Staatswiss. in München und Würzburg Kriegsfreiwilliger; sympathisiert nach dem Krieg mit Münchner Räterepublik 1919 Umzug nach Berlin 1920-28 Geschäftsführer der Volkshochschule Groß-Berlin; Eintritt in die SPD 1928 Professor für Soziologie in Braunschweig 1933 Entlassung wegen „nationaler Unzuverlässigkeit“; Emigration nach Kopenhagen 1938 Professor in Aarhus 1943 Emigration nach Schweden 1945 Rückkehr nach Aarhus; lehnt alle Berufungsangebote nach Deutschland ab 1948 „Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel“ erscheint Theodor Geiger: Die soziale Schichtung des deutschen Volkes (1932)

    7. Schichtstruktur der deutschen Bevölkerung in der Weimarer Republik(nach Geiger 1932) Nach Geiger sind „weltanschaulich gefestigte“ Gruppen kaum anfällig für den National-sozialismus. Dies sind: • die sozial standortbewussten Arbeiter • der wirtschaftlich gesunde, alte Mittelstand • der katholische neue Mittelstand; Gefährdet seien hingegen ideologisch unsichere Gruppen: • das proletaroide Kleinbürgertum • wirtschaftlich bedrängte Gruppen des bürgerlichen und bäuerlichen Mittelstandes, v.a. dessen protestantische Teill • subalterne Teile der Angestellten und Beamten mit unterdrückten Statusbedürfnissen.

    8. Geiger versus Marx • Schichtstruktur polarisiert sich nicht, sondern differenziert sich • Klassenspannung entschärft sich • Auftauchen eines neuen Mittelstandes der Angestellten und Beamten • Insistieren auf Unterschiedlichkeit des Mittelstands • Neue soziale Unterschiede unter den – zunehmenden – Lohnabhängigen sowie wachsender Wohlstand

    9. Klasse versus Schicht Klassenkonzepte • haben häufig den Anspruch, soziale Ungleichheit zu erklären, v.a. durch ökonomische Faktoren. • Sie assoziieren oft die Entstehung von ‚Klassenbewusstsein’, • konzentrieren sich auf kollektives Klassenhandeln und Konflikte zwischen Klassen als Ursache gesamtgesellschaftlichen Wandels. Schichtkonzepte • sind häufig mehrdimensional angelegt; • Es geht ihnen um eine differenzierte Beschreibung von Gesellschaft. • Eine Prozessbetrachtung meint i.d.R. die Betrachtung individueller sozialer Mobilität zwischen Schichten. • Sie implizieren häufig eine integrationstheoretische Gesellschaftsperspektive. Schicht und Klassenkonzepte konzentrieren sich auf vertikale Dimensionen sozialer Ungleichheit. Sowohl Klassen- wie Schichtbegriffe werden bis heute in der Theorie sozialer Ungleichheit verwendet. Heftige Diskussionen zwischen Schicht- und KlassentheoretikerInnen gab es v.a. in den 60er/70er Jahren.

    10. 4. Nivellierung der sozialen Ungleichheiten?

    11. Einige Facetten der NS-Ideologie sozialer (Un-)Gleichheit • Das Bild differenzierter Klassen oder Schichten wird ersetzt durch die Vorstellung eines homogenen nationalen „Volkskörpers“ • „Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen“ • Organische Arbeitsteilung zwischen verschiedenen „Gliedern des Volkskörpers“ statt widersprüchlicher Interessenlagen und Vorstellung vertikaler Ungleichheiten • Hierarchisierung zwischen Rassen/Nationen, nicht zwischen Klassen/Schichten • Klassenwidersprüche gelten als abgeschafft

    12. Helmut Schelsky (1912 – 1984) • 1912: Geburt in Chemnitz; Vater: Zollsekretär • 1931/32 Studium d. Philosophie, u.a. bei Arnold Gehlen und Hans Freyer in Leipzig; Eintritt in die SA; in der Folgezeit aktive Mitarbeit im NS-deutschen Studentenbund • 1935 Promotion über die Theorie der Gemeinschaft bei Fichte • 1937 Eintritt in die NSDAP • 1938 Umzug als Gehlens Assistent nach Königsberg • 1940/41 Freyers Assistent in Budapest • 1943 Ruf auf eine außerordentliche Professur für Soziologie und Staatsphilosophie an die NS-treue “Reichsuniversität” in Straßburg • 1945 Aufbau des Suchdienstes des Roten Kreuz; Mitarbeit im sozialdemokratischen Periodikum „Volk und Zeit“ • 1948 Berufung als Direktor an die neu gegründete Akademie für Gemeinwirtschaft in Hamburg; • 1953 Professor für Soziologie an der Universität Hamburg • 1960 Wechsel an die Universität Münster; Direktor der Sozialforschungsstelle Dortmund • 1965 Betreut die Gründung der Reformuniversität Bielefeld; • 1968 Rückkehr an die Universität Münster • 1984 Tod

    13. Schelskys (Ent-)Schichtungstheorie: Die BRD der 50er Jahre als nivellierte Mittelstandsgesellschaft • Tendenz zur Entschichtung; Verlust der Klassenspannungen und Ende sozialer Hierarchien. • Die Überwindung der Klassenstruktur sei gerade in Deutschland „vielleicht am weitesten fortgeschritten.“ • Grund: Hochmobile Sozialstruktur mit kollektiven Auf- und Abstiegsprozessen ebnen soziale Klassen und Schichten ein • Kollektiver Aufstieg der Industriearbeiter, technischen Angestellten und Verwaltungsangestellten; Kollektive Deklassierung des ehemaligen Besitz- und Bildungsbürgertums • Egalisierung des Lebensstils durch Massenproduktion von Konsummitteln, Komfort- und Unterhaltungsgütern. • „Verhältnismäßig einheitlicher“ kleinbürgerlich-mittelständischer Lebensstil, der „keineswegs mehr von (...) einer sozial irgendwie hierarchisch gegliederten oder geschichteten Gesellschaftsverfassung geprägt“ sei, da jeder das Gefühl entwickeln könne, „am Luxus des Daseins“ teilzunehmen. • Begriff der sozialen Schichtung sei für die Bundesrepublik unbrauchbar und überholt. Lebe nur noch als Organisationsideologie in Gewerkschaften und linken Parteien weiter. Stattdessen: nivellierte Mittelstandsgesellschaft