slide1 n.
Download
Skip this Video
Loading SlideShow in 5 Seconds..
Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014 PowerPoint Presentation
Download Presentation
Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Loading in 2 Seconds...

play fullscreen
1 / 22

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014 - PowerPoint PPT Presentation


  • 125 Views
  • Uploaded on

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014. Die Qual der (Lebens- )Wahl . Wenn Leben zur Entscheidungskrise wird . Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014. Kursprogramm. 10.03.14: Historischer Rückblick - Moderne Gesellschaft und Individualisierung.

loader
I am the owner, or an agent authorized to act on behalf of the owner, of the copyrighted work described.
capcha
Download Presentation

PowerPoint Slideshow about 'Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014' - platt


Download Now An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Presentation Transcript
slide1

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Qual der (Lebens-)Wahl

Wenn Leben zur Entscheidungskrise wird

slide2

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Kursprogramm

10.03.14: Historischer Rückblick - Moderne Gesellschaft und Individualisierung

17.03.14: Der Bruch der Konstanten - BastelbiographieundNicht-Wissen

24.03.14: Gutes Leben vs. moralisches Dilemma - Ökologische Lebenskunst

31.03.14: Vom Kirchengänger zum spirituellen Wanderer- Leben als Sinnsuche

07.04.14: Philosophischer Ausblick - Der Mensch als Überlebenskünstler?

slide3

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Das Entscheidungsdilemma

JA

NEIN

VIELLEICHT

slide4

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Das Entscheidungsdilemma

…im alltäglichen Leben:

Konsum

Hobbys

Sport

Reisen

Entertainment

…in der Lebensplanung:

Arbeit

Familie

Wohnort

Soziale Netzwerke

…in der Lebenskunst:

Lebenskunstphilosophie

Religion

Ethik

Glaube

slide5

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Historischer Rückblick - Moderne Gesellschaft und Individualisierung

Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Prof. Dr. Ulrich Beck

Prof. Lord Anthony Giddens

Scott Lash

Wolfgang Bonß

Christoph Lau

LMU München/LSE London

LSE London/Cambridge

slide6

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

slide7

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Die erste Moderne (ab Mitte des 19. Jahrhunderts)

Industrialisierung

Technisierung

Ökonomisierung

  • Merkmale:
  • Rationalisierung
  • Basisprinzipien/Basiskategorien – „entweder-oder“-Logik
  • Institutionalisierter Individualismus und soziale Hierarchie
  • Nationale und strukturelle Grenzen
  • Funktionale Differenzierung
  • Beherrschbarkeit der Natur
  • Fortschrittsglaube durch Wissenserweiterung
  • Ökonomisierung der Lebensbereiche
  • „prästabilisierte Harmonie“ (Ulrich Beck/Wolfgang Bonß)
slide8

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Die reflexive Moderne (ab Mitte des 20. Jahrhunderts)

Individualisierung

Globalisierung

Ökologisierung

  • Merkmale:
  • Radikalisierung/Modernisierung der Prämissen der 1. Moderne
  • Mehrmoderne/Auflösung von Grenzen/„sowohl-als-auch“-Logik
  • Säkularisierung und Auflösung religiöser Bindungen
  • Krise der 2. Moderne ist der Sieg der Prinzipien der 1. Moderne
  • Theorem der Nebenfolgen und des Nicht-Wissens
  • Krise der Institutionen und des Vertrauens = Risikogesellschaft
  • Globalität und ökologische Krisen
  • Bastelbiographie durch flexible Lebensmodelle
  • „planetarische Unsicherheit“ (U. Beck)
slide9

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Die reflexive Moderne (ab Mitte des 20. Jahrhunderts)

Reflexive Modernisierung soll heißen: Eine Veränderung der Industriegesellschaft, die sich im Zuge normaler, verselbständigender Modernisierungen ungeplant und schleichend vollzieht und die bei konstanter, intakter, politischer und wirtschaftlicher Ordnung auf dreierlei zielt: eine Radikalisierung der Moderne, die die Prämissen und Konturen der Industriegesellschaft auflöst und Wege in andere Modernen und Gegenmodernen öffnet. (U. Beck)

slide10

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Die kosmopolitische Moderne (ab dem 21. Jahrhundert)

Digitalisierung

Kosmopolitismus

Ökologisierung

  • Merkmale:
  • Radikalisierung und Beschleunigung der Prämissen der 2. Moderne
  • Neue Aufklärung und Re-formulierung von Grenzen und Kategorien
  • Radikale und kosmopolitische Individualisierung
  • Re-Strukturierung der Lebensplanung
  • Back tonature als soziale Kultur
  • In-Fragestellung des Kapitalismus und der Eigentumstheorien
  • Neue Demokratisierung/Transparenz
  • Anti-Globalisierungsbewegungen (Regionalität vs. Globalität)
  • „nachmetaphysische Enthemmung der Moderne“ (P. Sloterdijk)
slide11

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Von der 1. zur 2. Moderne: Die Theorie der Reflexiven Modernisierung

Die reflexive Moderne (ab Mitte des 20. Jahrhunderts)

Die zweite Moderne markiert das Ende des langen historischen Prozesses der Herstellung des Subjekts und manifestiert sich darin, dass die Autonomie des Einzelnen ins Rampenlicht tritt. Entgegen der alten Last der Tradition, entgegen den verbindlichen Disziplinen der ersten Moderne wird nun angenommen, dass jeder sich frei erfinden und selbst definieren kann. Daraus ergibt sich ein neues, endloses Fragen nach der Identität. Denn wie soll ich die Frage Wer bin ich und was gibt meinem Leben Sinn? beantworten, wenn ich mich ständig hinterfrage und die Gewissheiten, auf denen mein Leben basieren soll, infrage stelle? (J.C. Kaufmann)

slide12

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Theorie der Individualisierung

Von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung

  • Freisetzungsdimension: die Herauslösung der Individuen aus vorgegebenen Sozialformen im Sinne traditionaler Herrschafts- und Versorgungszusammenhänge
  • Entzauberungsdimension: Verlust von traditionalen Sicherheiten im Hinblick auf Handlungswissen, Glauben und leitenden Normen
  • Kontroll- und Reintegrationsdimension: Neue Art der sozialen Einbindung durch Institutionen und soziale Gruppen
  • Postmoderne ist die erregende Freiheit, jedes beliebige Ziel zu verfolgen und die verwirrende Unsicherheit darüber, welche Ziele es wert sind, verfolgt zu werden. (Z. Bauman)
slide13

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Theorie der Individualisierung

Formen und Ebenen der Individualisierung

…im alltäglichen Leben:

Selbstbildung durch Konsum

Selbstbildung durch das Internet

Selbstbildung durch soziale Kulturen/Netzwerke

…in der Lebensplanung:

Selbstbildung durch Pluralismus der Lebensstile

Selbstbildung durch Flexibilisierung

…in der Lebenskunst:

Sinn und Identitätsfindung als Aufgabe

slide14

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Theorie der Individualisierung

Selbstfindung als Ich-Jagd

Wir haben uns aus der Abhängigkeit von der Tradition und den Institutionen befreien können, um überall unsere persönlichen Ansichten durchzusetzen. (J.C. Kaufmann)

  • Das vom Leben gebeutelte Individuum, das verschiedene Kontexte durch-läuft, muss fortwährend eine sinnhafte Totalität wiederherstellen, eine Tätig-keit, die umso komplexer ist, als Ich sich ständig anders erfinden muss. (J.C. Kaufmann)
  • Durch den Individualisierungsdruck steigt die Verantwortung, einen Sinn in allen Handlungen herzustellen und so seine Identität zu schaffen.
slide15

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Theorie der Individualisierung

Ich-Jagd als Außendarstellung

Nun rinnt der Mensch selber aus, und damit beginnt eine, vielleicht die Geschichte neuer Gefährdungen. Der Eindruck, den eine entfesselte, buli-mische Produktion von Selbstdarstellungen, Bekenntnissen, Geständnissen und finstersten Gelüsten vermittelt, die Lektüre der grassierenden Trash-Literatur, der Blick auf die Haupt- und Nebenbühnen des zeitgenössischen Theaters, die ihre Hinterbühnen auf die Vorderbühne kippen, das Selbstentblößungsgestammel in den Talk-Shows, die schrillen Cartoon- und Comic-Bildwelten täuschen nicht. Sie sind die vorauseilenden Boten einer Wirklichkeit, die mehr und mehr zu jener exhibierten Wirklichkeit wird, als die sie sich in den medialen Repräsentationen zeigt. (P. Gross)

Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen. (T.W. Adorno)

slide16

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Die Theorie der Individualisierung

Individualsierung + Modernisierung = Die Multioptionsgesellschaft

Multioptionsgesellschaft + Individualisierung = Modernisierung

Modernisierung + Multioptionsgesellschaft = Individualisierung

Die Multioptionalisierung in allen Lebensbereichen ist

Folge der Modernisierung

Folge der Individualisierung

c) Ursache des Drucks zur Individualisierung

d) Ursache weiterer Modernisierung

slide17

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Individualisierung und Multioptionsgesellschaft

Entscheiden-Müssen

Die kolossale Vervielfältigung der Optionen in allen Lebensbereichen, von der Badewanne über die Brillenfassungen bis hin zu den Möglichkeiten, Partnerschaften einzugehen oder mittels Reproduktions- und Gentechnologien auf weniger archaische Art als Boris Becker Kinderzu bekommen, zeugt von einer Entfesselung und Freisetzung von Kräften, die in vormodernen Kulturen mit starren Gewissheiten undenkbar waren. Ganz zu schweigen von den seitenweise in die Zeitungen gerückten Kontaktinseraten! Das Internet mit dem von ihm eröffneten Cyberraum ist lediglich der modernste Ausdruck der Multioptions-gesellschaft. (P. Gross)

slide18

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Individualisierung und Multioptionsgesellschaft

Entscheiden-Müssen als Risiko

  • Entscheidungen müssen heute aufgrund der Steigerung der Bedeutungen und Folgen bewusst(er) getroffen werden. Diese Zunahme ergibt sich
  • aus den strukturellen Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen und nicht unmittelbar vom Individuum beeinflussbar sind.
  • aus den individuellen Faktoren, da Entscheidungen heute Teil der Bildung der eigenen Identität sind und somit häufig Symbolcharakter und einen individuellen Wert haben.
slide19

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Individualisierung und Multioptionsgesellschaft

Entscheiden-Müssen als Risiko

  • Strukturelle Faktoren:
  • Ökologisches Bewusstsein
  • Generationenübergreifende Verantwortung
  • Political Correctness, soziale Normierungen, digitaler Stress
  • Nicht-Wissen
  • Folgenabschätzung
  • Kosten-Nutzen Abwägung
  • Individuellen Faktoren:
  • Risikominimierung
  • Individuelle Moral/religiöse und spirituelle Werte
  • Individuelle Lebenssituation (Vermögen, Arbeit, Familie etc.)
slide20

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Individualisierung und Multioptionsgesellschaft

Entscheiden-Müssen als Risiko

Bei jeder Entscheidung steht er [der Lebenskünstler] vor dem Dilemma, zwischen widersprüchlichen oder gar unvereinbaren Zielen wählen zu müssen: Gemeinschaft oder Selbstbestimmung, Nachahmung oder Kreativität, Routine oder Spontaneität – wobei all diese Gegensätze lediglich Ausdruck eines übergeordneten Dilemmas seien, dem man in einer individualistischen Gesellschaft nicht entkommen könne, nämlich der Entscheidung zwischen Sicherheit und Freiheit. (Z. Bauman)

slide21

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Individualisierung und Multioptionsgesellschaft

Die Multioptionsgesellschaft

Schon Kierkegaard sieht den Möglichkeitsmenschenin Zusammenhang mit der Verzweiflung und auch Robert Musil attestiert dem modernen Menschen: Nichts ist für ihn fest. Alles ist verwandlungsfähig, Teil in einem Ganzen, in unzähligen Ganzen, die vermutlich zu einem Überganzen gehören, das er aber nicht im Geringsten kennt. So sind wir heute in einer liquiden (…) Gesellschaft angekommen, in der Möglichkeiten durchaus als Tyrannei erscheinen können. (F. Huber)

-> Die Normalbiographie wird zur Wahlbiographie, zur Bastelbiographie (Hitzler), zur Risikobiographie, zur Bruch- oder Zusammenbruchsbiographie. (U. Beck)

slide22

Dr. Rainer Sontheimer - Gasteig - 10.03.2014

Ausblick : Die Bastelbiographie

17.03.14: Der Bruch der Konstanten - Bastelbiographieund Nicht-Wissen

Kommunalwahl am 16. März

  • Politische Wahlen als Qual der Wahl zwischen:
  • Parteiprogrammen
  • Personen
  • Persönlichen Präferenzen
  • Zugleich: Wahl ist ein Vertrauensvorschuss in zukünftige Entscheidungen sowie Personen und immer risikobehaftet.
  • Dennoch: Gehen Sie wählen! Hoffentlich, das Richtige!