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  1. Suizidforen Seminar: E-Health Dozentin: Dr. C. Eichenberg Referentin: Petra Hogrebe

  2. Suizidforen Gliederung • Fakten • Suizidalität bei Jugendlichen • Medienberichterstattung • Kritik an Suizidforen • Theoretische Erklärungsansätze • Positive Gesichtspunkte von Internetforen • Befragungsstudie • Suizidprävention • Fazit Suizidforen

  3. 1. Fakten • 2000 starben 11.100 Menschen durch Suizid • 8.100 Männer und 3.000 Frauen • Suizidrate Frauen zu Männer 1:2,7 • Die Suizidrate steigt mit dem Lebensalter • bei jungen Menschen niedrig • steigt bei Männern ab 60 erheblich • fast jede zweite Frau, die einen Suizid begeht, ist über 60 • Bei Suizidversuchen ist das Verhältnis eher umgekehrt (Schätzungen) Suizidforen

  4. 1. Fakten Von den 11 150 Suiziden in der BRD im Jahr 2003 wurden folgende Todesarten erfasst: • Erhängen/Ersticken 5.538 (50 %) • Sturz in die Tiefe 1.100 (10 %) • Vergiftung durch Medikamente 940 (8 %) • Erschießen 572 (5 %) • Sich vor den Zug oder vor Autos werfen 556 (5 %) • Abgase ins Auto leiten 216 (2 %) Quelle: Statistisches Bundesamt Suizidforen

  5. 2. Suizidalität bei Jugendlichen • Suizide – bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die zweithäufigste Todesursache • Suche nach Ursachen  Internet • Medieninteresse und -verhalten bei Jugendlichen • Jeder vierte Jugendliche: eigenen Internetzugang • Nutzung des Internets von 63 % der Jugendlichen (2003) Suizidforen • Werther-Effekt • ZDF-Dokumentation über Eisenbahnsuizid eines Schülers  Anstieg der Schüler (15-19 J.), die sich vor einen Zug warfen um 175 % • zeitlich gehäuftes Auftreten von Suizidankündigungen in Foren (empirische Studie, Schmidtke et al 2002 s. Winkel et al 2003) Suizidforen

  6. 3. Medienberichterstattung • Tendenziell einseitiger Schwerpunkt auf vermutete Gefahren • „Blinddate zum Selbstmord“ Spiegel-Online 23.02.2000 • „Hilfe zum Selbstmord gesucht“ Spiegel-Online 23.02.200 • „Sterben ist schön“ Spiegel 51/2000 • „Wie hänge ich mich richtig auf“ Spiegel online 23.02.2001 • „Tödliches Netzt“ Spiegel-Online 27.03.2001 • Spätere Artikel erwähnen Expertenmeinungen • „Hilferufe im virtuellen Raum“ heise-online 2002 • „Neue Diskussionen um Suizidforen im internet“ heise-online 2002 • Betonung der Gefahren, aber auch Erwähnugn alternativer Perspektiven , z.B. Fiedler DGS (möglicherweise stabilisierende Wirkung) Suizidforen

  7. 4. Kritik an Suizidforen • Motivirrtum (Täuschung) • Bedeutsamkeit des Entschlusses zum Suizid nicht mehr bewusst • Handeln nur nach Vorgaben der Gruppe • Methodendiskussion • Nötigung • Aufforderung, seinen angekündigten Suizid zu vollziehen • Warnung vor Inanspruchnahme professioneller Hilfe • Zurückweisung tatsächlicher Hilfsangebote • vorsätzliche Bestimmung Anderer • Verabredungen zum gemeinsamen Suizid • unterlassene Hilfeleistung • Duldung von Verabredungen durch die Forenmaster • Verharren vor dem Bildschirm bei Ankündigung eines Suizids (Prass 2002) Suizidforen

  8. 4. Kritik an Suizidforen Kultform • Lösung aller Probleme • verändertes Realitätsverständnis • Trennung vom Elternhaus • Geschlossenheit der Gruppe • Autoritätshörigkeit • Feindbild • Konflikte mit der Umwelt • Führungsfigur • psychische Abhängigkeit (Prass, 2002) Suizidforen

  9. 4. Kritik an Suizidforen  Forderungen • Auf Bundesebene: • Verstärkte Prävention • Informationsnetzausbau zum Thema Suizid • Untersuchungskommission zu Suizidforen • Weiterbildung für Psychologen und Psychiater • Erkennungsmerkmalen eines „Suizidkultes“: • unregelmäßige Nahrungsaufnahme • kaum verständlicher Sprachrhythmus • Einschlafen während der Therapie • hohe Aggressivität gegenüber Psychologen und Psychiatern (Prass, 2002 / EBI Sachsen e.V.) Suizidforen

  10. 5. Theoretische Erklärungsansätze • Modellernen sensu Bandura • Identifikation mit einem Idol sensu Kelman • Einstellungsänderung • durch Information • auf zentralem und peripherem Weg • Entwicklung sozialer Normen sensu Sherif • Druck zu Konformität • Gruppenpolarisierung • Einfluss durch Minoritäten Suizidforen

  11. 6. Positive Effekte v. Internetforen • Gleichgesinnte • Gefühl, verstanden zu werden • einer Gruppe zuzugehören • positive Wirkung auf Selbstakzeptanz • Bereitschaft, das Geheimnis mit Familie und Freunden zu teilen • Suizidaliät • Aufhebung der Isolation • Bindungen in virtuellen Gruppen • Hilfe und Unterstützung Suizidforen

  12. 7. Befragungsstudie • Fragestellung • Welche soziodemografischen Merkmale besitzen die Teilnehmer von „Suizidforen“? • Welche „suizidale Geschichte“ haben sie? • Welche Motive sind ausschlaggebend für die Partizipation an solchen virtuellen Plattformen? • Lassen sich verschiedene Nutzertypen unterscheiden? • Welche Inhalte dominieren die Forendiskussion? • Welche Effekt sind zu erwarten? Suizidforen

  13. 7. Befragungsstudie • am meistfrequentierten Forum im deutschsprachigen Raum (www.selbsmordforum.de) mit professioneller Befragungssoftware • Filterführung (antwortabhängige Präsentation von Nachfolge-Items) erleichtert das Ausfüllen und senkt die Wahrscheinlichkeit von Fehlausfüllungen • Plausibilitätscheck, d.h. bei inkonsistenten Antworten wird die Befragungsperson gebeten, die Antworten zu kontrollieren • Vollständigkeitskontrolle, d.h. wurde ein Item nicht oder nur unvollständig beantwortet, erhält die Befragungsperson eine entsprechende Rückmeldung • Automatische Erzeugung von SPSS-kompatiblen Datendateien, was Übertragungsfehler ausschließt • Kontrolle von MehrfachausfüllerInnen (z.B. durch Kontrolle von IP-Adressen) Suizidforen

  14. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • Welche soziodemografischen Merkmale besitzen die Teilnehmer von „Suizidforen“? • Gesamtstichprobe N=164 (50% Männer) • Überwiegend adoleszente Altersstruktur (59% < 21, 88% ≤ 30 J.) Suizidforen

  15. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • Welche „suizidale Geschichte“ haben sie? • kein Erleben suizidaler Gedanken 11,6 % • kurz (< 1 Jahr) 14,0 % • 1-3 Jahre 28,6 % • mehr als 5 Jahre 34,1 % • von denen mit Erleben suizidaler Gedanken (N=145) 55 % mind. 1 SV • 19 % 2-3 SV (Suizidversuche) • noch häufigere SV sehr selten • Inanspruchnahme professioneller Hilfe: 23 % in Behandlung • 40 % waren schon mal in Behandlung • 63 % lehnten Hilfe ab • 12 % Einnahme ärztlich verordneter Psychphamramka Suizidforen

  16. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • Welche Motive sind ausschlaggebend für die Partizipation an solchen virtuellen Plattformen? (Vorgabe – 5-stufige Ratingskala) • um Menschen mit ähnlichen Problemen zu treffen (81 %) • um meine Probleme, die hinter meinen Selbstmordgedanken stehen, mitteilen zu können (62 %) • um in einer akuten suizidalen Krise AnsprechpartnerInnen zu finden • Neugier • um anderen zu helfen • um meine Selbstmordgedanken loszuwerden • um mit Menschen mit ähnlichen Problemen die Krise zu überwinden • um Hinweise zu effektiven Selbstmordmethoden zu bekommen • um jemanden zu finden, der sich mit mir zusammen umbringt (81 % kaum/nicht) • um Informationen zu bekommen, wie andere Menschen mit Selbstmordgedanken am besten zu begegnen ist (77 % wenig oder gar nicht) Suizidforen

  17. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • Lassen sich verschiedene Nutzertypen unterscheiden? • 78 % nutzen ausschließlich dieses Forum • 22 % nutzen auch andere Foren • 29 % seit weniger als einem Monat • 22 % seit weniger als 6 Monaten • 15 % seit weniger als 12 Monaten • 34 % länger als ein Jahr Nutzerintensität: • 45 % täglich • 17 % seltener als einmal im Monat Suizidforen

  18. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • Welche Inhalte dominieren die Forendiskussion? • zwei Faktoren, die 59,8 % der Gesamtvarianz aufklären: • Eher eigenzentriert („Ich äußere meine Selbstmordgedanken“) • Eher fremdzentriert („Ich gehe auf Selbstmordgedanken andere ein“) • Reaktionen der Communiity waren eher unterstützend und konstruktiv. Diese wurden auch als am meisten hilfreich empfunden • Effekte der Nutzung • Signifikante Reduktion des Ausmaßes der Suizidgedanken vom Zeitpunkt „vor der Nutzung“ zum Erhebungszeitpunkt (Effektstärke d=0,72 / t=9,2; p<.01) Suizidforen

  19. 7. Befragungsstudie • Ergebnisse • verschiedene Nutzertypen (Clusterzentrenanalyse) • Typ 1 (21 %) ambivalent Hilfesuchende • Aufsuche des Forums (auch) aus destruktiven Motiven • starke Tendenz, sich aus konstruktiven Motiven am Forum zu beteiligen • Beiträge stärker eigen-, kaum fremdzentriert • Typ 2 (31 %) unspezifisch Motivierte • signifikant niedrige Ausprägung in fast allen Motiven • Beiträge weder stark eigen- noch fremdzentriert • Typ 3 (48 %) konstruktiv Hilfesuchende • stark ausgeprägte konstruktive Motive (Problemaustausch) • destruktive Motive spielen kaum eine Rolle • gleiche Tendenzen zu eigen- und fremdzentrierten Beiträgen • am stärksten aktiv (74 % beteiligen sich durch eigene Beiträge) Suizidforen

  20. 8. Suizidprävention • Beziehung anbieten • akuten Handlungsdruck erfragen • Sorgen des Betroffenen ernst nehmen • Geduldiges Zuhören • Vermitteln von Zuversicht • Vermitteln, dass der Betroffene wichtig ist • eigene Grenzen erkennen und selbst Unterstützung suchen Suizidforen

  21. Gefahren Beschaffung von Suizidmitteln, Anleitung oder Verabredung zum Suizid Destabilisierung und Verstärkung der Angst, professionelle Hilfe aufzusuchen Desinformation Missbrauch Möglichkeiten Enttabuisierung Entlastung durch Austausch und Hilfe / Selbsthilfe Hinweis auf Hilfsangebote Erreichen Suizidgefährdeter, die sonst therapeutische Hilfe vermeiden Fachlich korrekte Information Schnelle Hilfe in akuten Notfällen 9. Fazit Suizidforen

  22. Literatur Eichenberg, C. (2002). Suizidalität im Internet. TELEPOLIS, 03.11.2002. Verfügbar unter: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13541/1.html [13.01.2009] Eichenberg, C., Otte, T.A. & Fischer, G. (2006) Suizid-Selbsthilfeforen im Internet: Eine Befragungsstudie. Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 1, 30-38 Etzersdofrer, E., Fiedler, G. & Witte, M. (2003). (Hrsg.). Neue Medien und Suizidalität. Gefahren und Interventionsmöglichkeiten. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Felber, W. & Wienicki, P. (2008). Suizid-Statistik – aktuelle ausgewählte statistische-epidemologische Daten zu Deutshcland und Osteuropa mit Kommentaren. Verfügbar unter: www.suizidprophylaxe.de/Suizidstatistik.pdf [15.01.2009] Fiedler, G. & Lindner, R. (2001). Suizidforen im Internet. Verfügbar unter: http://www.suizidprophylaxe.de/Tagungen/suizidforen.pdf [13.01.2009] Herculano-Houzel, S. (2006). Kindheit ade. Gehirn und Geist, 5, 45-48 King, S. A. (1995). Suicial ideation in virtual support gruops. Available: http://webpages.charter.net/stormking/suicide.html [07.01.2009] Winkel, S., Groen, G. &Petermann, F. (2003). Suizidalität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Nutzung von Selbstmordforen im Internet. Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 51, 158-175 Suizidforen

  23. Drahtseilakt Pubertät Drahtseilakt Pubertät • Umstrukturierung des Hirns • orbitofrontaler Cortex • Verantwortungsbewusstsein • soziales Verhalten • moralisches Handeln • präfrontaler Cortex • höhere geistige und emotionale Fähigkeiten • Gedächtnis, Entscheidungsfähigkeit, Verhaltenskontrolle • Belohnungssystem • Langeweile und Desinteresse • Neigung zu riskantem Verhalten • Erfahrungen und Autonomie Suizidforen

  24. Suizidforen-Beispiele • Kommunikationsräume im Internet • etwa 10 in 2000 im deutschsprachigen Raum • 30 2003 • 42 2007 www.freitodforum.de (Internet-Portal) • www.zwischen-welten.net • www.thelastway.tk • Das Suizid-, Freitod- und Selbstmord-Forum www.voy.com/40597/ • Suizidforum für Erwachsene www.voy.com/36426/ • Der Weg zum Tod www.waytodeath.com/ • Online-Beratung • www.u25-freiburg.de • www.youth-life.de • www.neuhland.de Suizidforen

  25. Zu klären ist alsogleich,daß die Gesellschaft, die sich aufwirft gegen unsmit ihren Anmaßungen und Zumutungen,nicht unsere Welt ist,nur das Material zu dieser.Jean Améry Suizidforen

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  27. Regelwerk des lastway • Niemand wird abgewertet, wenn er keine Antwort geben möchte. • Niemand wird absichtlich beleidigt, bedroht oder diskriminiert. • Schweigen bedeutet keine Abwesenheit; eine längere Abwesenheit ist durch das Namensanhängsel _afk sichtbar zu machen. • Werbung für Produkte, Chats, Foren und Glaubensansichten ist nur in einem solchen Rahmen erlaubt, in dem sich niemand gestört fühlt. • Es wird freundlicher Umgang erwartet. • Chatter, ihre Wertvorstellungen und ihre Probleme verdienen Respekt. • Offenheit ist eine Freiheit die sich entwickelt und die nicht sofort gegeben ist. Wenn sich ein Chatter verschließt ist das sein Recht. Längeres Nachbohren sollte unterbleiben. • Minderjährige müssen wir bitten zu gehen. • Auch Operatoren machen Fehler. • Auch in einem Suizid-Chat darf gelacht werden. • Verstöße gegen Chatregeln führen zum Rauswurf aus dem Chat. Dies kann ohne Erklärung erfolgen, wenn das Fehlverhalten klar ersichtlich ist. Wiederholte Verstöße führen zum Bann aus dem Chat. • Es ist den Betreibern des Chats nicht möglich seine User zu kontrollieren. Daher können wir keine Verantwortung für rechtswidriges Verhalten jedweder Art übernehmen. Bei Problemen bitte an die Operatoren wenden. • Videos, Bilder oder Songtexte mit triggerndem Inhalt sind mit einer entsprechenden Warnung zu posten. Ein kurzes Fragen ob es jemanden stören würde kann nie schaden. Suizidforen

  28. suicideapartment.com Geh nicht. Nicht alleine.Geh mit mir zusammen. Ich will nicht alleine sein. Will diesen Augenblick mit dir teilen.All das Grau in Farben verwandeln. Lass uns zu Götterkindern werden, Leben atmen.Nimm meine Angst vor dem Jetzt - damit ich in eine bunte Zukunft gehen kann.Strahlendes Licht ist dort, wo wir hingehen können, wo ich hingehen muss. Komm mit.Zusammen ist immer besser als alleine. Nimm meinen Mut, ich nehme deinen. Zusammen schaffen wir es.Lass uns gehen. Ein letztes mal gehen. Bald fliegen wir. Im strahlendem Licht tanzen,Alleine... zu zweit?! Suizidforen

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  30. Statistische Daten Suizidforen

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