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Hindernisse für die Inanspruchnahme von Hilfe für psychische Erkrankungen

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Hindernisse für die Inanspruchnahme von Hilfe für psychische Erkrankungen. Nicolas Rüsch Abteilung Soziale Psychiatrie, Zürich. Übersicht. Behandlungsteilnahme Stigma als Hindernis, Behandlung aufzusuchen - empirische Befunde - Fallstudien Interventionen Was ist zu tun?.

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Presentation Transcript
hindernisse f r die inanspruchnahme von hilfe f r psychische erkrankungen

Hindernisse für die Inanspruchnahme von Hilfe für psychische Erkrankungen

Nicolas Rüsch

Abteilung Soziale Psychiatrie, Zürich

bersicht
Übersicht
  • Behandlungsteilnahme
  • Stigma als Hindernis, Behandlung aufzusuchen

- empirische Befunde

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
slide3

Konservative Definition von behandlungsbedürftiger Erkrankung [Depression, Angst, Alkohol]: Diagnose und Behinderung durch Erkrankung

  • Großzügige Definition von psychiatrisch-psychother. Behandlung: jegliche Form von professioneller Therapie (incl. Hausarzt-Termine etc.)

Brit J Psychiatry 2007,

J Clin Psychiatry 2007

Repräsentative Studie in Westeuropa (n ≈ 21.000)

POOR COVERAGE

POOR FOCUSING

slide4

„Because of stigma, dissatisfaction with previous services, unawareness of benefits achievable with appropriate treatment … the majority of people with schizophrenia … essentially opt out of mental health treatment. … these studies suggest greater use of skilled outreach workers and clinical care management.“

Schwerpunkt derzeitiger klinischer psychiatrischer Forschung

slide5

12-Monats-Prävalenz psychischer Erkrankung insges. 46%

  • 29% Substanz-Störungen
  • 11% affektive Störungen
  • 12% Angststörungen
  • 18% Persönlichkeitsstörungen
  • Behandlungsteilnahme in verg. 12 Monaten insges. 18%
  • [großzügige Definition: z.B. schon ein Termin bei Pfarrer oder Hausarzt]
  • 34% für affektive Störungen
  • 16% für Angststörungen
  • 5% für Substanzstörungen
bersicht1
Übersicht
  • Behandlungsteilnahme
  • Stigma als Hindernis, Behandlung aufzusuchen

- empirische Befunde

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
haupt komponenten von stigma link phelan 2001
Haupt-Komponenten von Stigma(Link & Phelan 2001)

Unterscheidung von Gruppen und Etikettierung

Stereotypen Allgemein bekannte Aussagen über gesellschaftliche Gruppen

Beispiel: „Schizophrene sind gefährlich!“

Vorurteile Zustimmung zum Stereotyp + emotionale Reaktion

Beispiel: „Ja, das stimmt, die sind gefährlich und machen mir angst!“

Diskriminierung Verhalten als Folge des Vorurteils

Beispiel: „Sie ist schizophren, ich werde sie entlassen.“

Machtposition der stigmatisierenden Gruppe

bersicht2
Übersicht
  • Einleitung
  • Stigma und Behandlungsteilnahme

- empirische Befunde

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
slide10
Öffentliche Stigmatisierung

Selbststigma

Strukturelle Diskriminierung

Behandlung

stigma behandlung i ffentliche stigmatisierung
Stigma & Behandlung I: Öffentliche Stigmatisierung

Das Stigma psychischer Erkrankungen ist nicht sichtbar (anders als z.B. ethnische Zugehörigkeit).

Behandlung führt oft zu Etikettierung.

 Vermeidung von Behandlung, um Etikettierung und ihre Folgen (Stigmatisierung) zu umgehen

slide12

Studie an ca. 5.500 Studenten in den USA:

Höhere Zustimmung zu Vorurteilen gegen Menschen mit psychischen Erkrankungen

prädizierte

geringere Inanspruchnahme von Hilfe für psychische Erkrankungen.

stigma behandlung ii selbststigma
Stigma & Behandlung II: Selbststigma

Selbststigma assoziiert mit:

  • Scham
  • Demoralisierung („why try“-Effekt)
  • Aufgabe von Lebenszielen (incl. Behandlung)
  • Dysfunktionales Coping (Link et al 1991, Rüsch et al 2009):

- sozialer Rückzug

- Geheimhaltung

Vermeidung sozialer Etikettierung und Ausgrenzung

slide14

Mehr Selbststigma in Bezug auf Psychotherapie (z.B. „It would make me feel inferior to ask a therapist for help“)

bei Baseline (= vor Hilfesuche)

prädizierte

geringeres Hilfesuchverhalten nach zwei Monaten unter 655 Studenten mit depressiver Symptomatik.

selbststigma forts
Selbststigma [Forts.]

Wenige Daten zu Selbststigma und Behandlung.

Eigene Längsschnittstudie in Chicago:

- 75 Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen über 6 Monate untersucht

- stigma-relevante Kognitionen (Baseline)

  • Behandlungsteilnahme (nach 6 Monaten)
stigma behandlung iii strukturelle diskriminierung
Stigma & Behandlung III: Strukturelle Diskriminierung
  • Beispiel:
  • Ressourcenverteilung in Gesellschaft und Gesundheitssystem
  •  Unterfinanzierung psychiatrischer Versorgung
  •  Behandlung steht nicht zur Verfügung
was denkt die deutsche ffentlichkeit ber ressourcenverteilung
Was denkt die deutsche Öffentlichkeit über Ressourcenverteilung?

Präferenz, bei welchen Erkrankungen (3 aus 9 waren zu wählen) am ehesten Mittel gekürzt werden sollten (repräsentative Stichprobe, Deutschland, n = 1012)

Schomerus et al,

SPPE 2006

fazit
Fazit

Öffentliche

Stigmatisierung

Barrieren, Behandlung aufzusuchen

Verfügbarkeit von Behandlung

Selbststigma /

Scham

Strukturelle

Diskriminierung

bersicht3
Übersicht
  • Einleitung
  • Stigma und Behandlungsteilnahme

- empirische Befunde

- fehlende Komponenten in unseren Modellen?

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
aias psychische erkrankung selbststigma und nicht behandlung
Aias: Psychische Erkrankung, Selbststigma und (Nicht-)Behandlung

Amphora des Exekias, ca. 540 v. Chr.

aias gr e
Aias‘ Größe …
  • Größter Kämpfer der Griechen vor Troja nach Achills Tod
  • Aias rettet Achills Leichnam und kostbare Rüstung aus der Schlacht …

Kleitias-Vase, 565 v. Chr.

und wahnsinn
… und ‚Wahnsinn‘

… doch die Heerführer sprechen die von Aias geretteten Waffen Achills dem Odysseus zu.

Aias will Odysseus und die Heerführer töten, um sich für die Kränkung zu rächen.

Athene läßt Aias wahnsinnig werden, um Odysseus & Co zu schützen.

In seinem Wahn tötet Aias eine Herde Schafe – in der Annahme, er töte Odysseus & Co!

slide24

Der Blick des Aias (und der Blick der anderen)

Aias:

Da sieh den Kühnen, den Beherzten mich,

der nicht gezittert in brennenden Schlachten -

gewaltig mit meinen Armen nun

unter arglosem Vieh!

Oh mir, wie lachhaft,

welche Schmach geschah mir!

Ehrlos (άτιμος) vor den Hellenen geh ich so zugrunde!

Wo ich den Göttern

verhaßt bin offenbar, und es verabscheut

das Heer mich der Hellenen, und es haßt

ganz Troja mich und hier dieses Gefilde!

(Sophokles, Aias, 364 ff.)

Exekias, ca. 530 v. Chr.

bersicht4
Übersicht
  • Einleitung
  • Stigma und Behandlungsteilnahme

- empirische Befunde

- fehlende Komponenten in unseren Modellen?

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
interventionen
Interventionen

1. nach Stigma-Formen:

- öffentliche Stigmatisierung

- Selbststigma

- strukturelle Diskriminierung

2. Neue Behandlungsformen/ -wege ?

anti stigma interventionen grundfragen
Anti-Stigma-Interventionen: Grundfragen
  • WER ist das Ziel der Intervention?
  • WAS soll geändert werden?
  • WIE soll die Änderung erreicht werden?
  • WANN wird die Änderung stattfinden?
  • … und: VERÄNDERUNG MESSEN!
anti stigma interventionen i ffentliche stigmatisierung
Anti-Stigma-Interventionen:I. Öffentliche Stigmatisierung

Drei Ansätze (Corrigan & Penn 1999)

  • Protest
  • Edukation
  • Kontakt
anti stigma interventionen ii selbststigma
Anti-Stigma-Interventionen:II. Selbststigma

Mögliche Ansätze

  • Empowerment
  • Recovery-Orientierung
  • positives Bild der eigenen Gruppe und Gruppen-Identifikation
  • CBT-Ansätze (Hinterfragen von Selbststigma als verzerrter Kognition)
  • Disclosure
mehr zu disclosure
Mehr zu Disclosure

Vorteile:

  • keine mühsame Geheimhaltung mehr
  • mögliche Unterstützung durch andere
  • Beitrag zu Stigma-Abbau in Gesellschaft (vgl. Schwulenbewegung)

Nachteile:

  • Gefahr der Diskriminierung

Fazit:

  • Entscheidung muß jede(r) für sich treffen

Cave: oft irreversibel  vorher gut abwägen

  • Wichtiges Thema für Kliniker
  • Mögliche Zwischenlösung: ‚selective disclosure‘
anti stigma interventionen iii strukturelle diskriminierung
Anti-Stigma-Interventionen:III. Strukturelle Diskriminierung
  • Politische Initiativen
  • Musterprozesse (z.B. europäische Richtlinien gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz)
  • Protest, z.B. gegen Praktiken von Krankenversicherungen
interventionen ii neue behandlungswege
Interventionen II: Neue Behandlungswege?
  • Wer kommt zu uns?
  • Wer kann zu uns kommen?
  • Zu wem kommen wir?
bersicht5
Übersicht
  • Einleitung
  • Stigma und Behandlungsteilnahme

- empirische Befunde

- fehlende Komponenten in unseren Modellen?

- Fallstudien

  • Interventionen
  • Was ist zu tun?
schlu folgerungen i beratende klinische arbeit
Schlußfolgerungen I: Beratende/klinische Arbeit
  • Stigma als Thema wahrnehmen

 Stressor für Betroffene, ‚zweite Krankheit‘

  • Stigma mit Patienten besprechen:
    • Scham / Selbststigma
    • Stigma, Etikettierung und Behandlungsteilnahme
    • Offenlegung vs. Geheimhaltung der Erkrankung
    • Coping mit Stigma-Streß
schlu folgerungen ii gesellschaft
Schlußfolgerungen II: Gesellschaft

Stigma-Abbau bleibt gesellschaftliche Aufgabe

(kein „klinisches“ Problem).

Forschung zu und Implementierung langfristiger Antistigma-Interventionen dringend nötig.

Profis sollten sich gemeinsam mit Erkrankten und Angehörigen für Stigma-Abbau engagieren.

slide37

(Karl Valentin)

Vielen Dank für‘s Zuhören!