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Forschungsfrage und Methodologie

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Fürs Leben oder den Arbeitsmarkt lernen? Chancen und Grenzen der Capabilities - Formation in der überbetrieblichen Lehrausbildung . Jahrestagung der Kommission „ Qualitative Bildungs- und Biographieforschung “ der DGfE zum Thema „Bildungs- entscheidungen im Lebenslauf“

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Fürs Leben oder den Arbeitsmarkt lernen? Chancen und Grenzen der Capabilities - Formation in der überbetrieblichen Lehrausbildung

Jahrestagung der Kommission „Qualitative Bildungs- und Biographieforschung“ der DGfE zum Thema „Bildungs- entscheidungenim Lebenslauf“

Justus- Liebig- Universität Gießen, 28.9.2012

Ruth Kasper, FORBA (Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt) Wien

forschungsfrage und methodologie
Forschungsfrage und Methodologie

Welche Ressourcen und Befähigungen brauchen junge Menschen, um für sie zufriedenstellende Entscheidungen zu fällen in Hinblick auf ihre Befähigung zu lernen, zu arbeiten und

zur gesellschaftlichen Mitsprache und Partizipation und inwiefern werden sie dazu im Rahmen der überbetrieblichen Lehrausbildung gefähigt?

Methodologie der Fallstudie

  • Analyse des institutionellen Rahmens Überbetrieblicher Lehrwerkstätten (ÜBA I)
  • 17 leitfadengestützte face-to-face Interviews mit Lehrlingen sowie Interviews mit Ausbildern, SozialpädagogInnen, Werkstättenleitung
begrifflichkeiten des capability approach
Begrifflichkeiten des Capability Approach

Umwandlungsfaktoren

IndividuellePräferenzen

umwandlungsfaktoren conversion factors
UMWANDLUNGSFAKTOREN (conversionfactors)

beeinflussen, inwiefern das Individuum Ressourcen in Handlungsmöglichkeiten umsetzen kann (Empowerment Dimension).

  • Soziale („externe“) Faktoren: z.B. soziale Normen, sozio-kultureller Hintergrund, Schicht, Familie/Peers
  • Individuelle („interne“) Faktoren: z.B. Gender, Alter,
  • Eltern und „Peers“ als (potentiell) positive und negative Umwandlungsfaktoren
opportunity und process freedom
Opportunity und processfreedom

Entscheidungs- und Mitbestimmungsfreiheit bei der Realisierung von Handlungsmöglichkeiten:

  • Opportunityfreedom: Individuum verfügt über mehrere gleichwertige Handlungsalternativen
  • Processfreedom: Möglichkeit den „Prozess“, die Ausgestaltung (z.B. des Ausbildungswegs), zu beeinflussen
die bef higung zu lernen bildung 1 2
Die „Befähigung“ zu lernen/Bildung (1/2)
  • Jugendliche erfahren großen Druck, Berufs-/ Bildungsentscheidungen rasch zu treffen und kontinuierlich zu verfolgen
  • Übergangsphasen werden – im Sinne potentieller “Lücken” im Lebenslauf – problematisiert, hinzu kommt Anforderung jede Lebensphase zu “labeln”
  • Übergangsphase gekennzeichnet durch Langeweile/Orientierungslosigkeit einerseits und Angst vor sozialem Ausschluss andererseits
  • potentieller “Freiraum” als Belastung erlebt
  • weitere Verengung der Entscheidungsspielräume durch „Anpassung an das Mögliche“
  • „Opportunityfreedom“ de facto nicht gegeben!
die bef higung zu lernen bildung 2 2
Die „Befähigung“ zu lernen/Bildung (2/2)
  • Jugendliche schätzen Arbeit mit konkretem, wertvollem „Material” und die Erfahrung eines sichtbaren, für sie und/oder andere nützlichen und bleibenden Endprodukts, in dem sich ihre Arbeit manifestiert
  • Jugendliche wollen Verantwortung übernehmen
  • Ausbilder haben als jene, die die eigene Leistung beurteilen, sowie als berufliche Vorbilder eine zentrale Rolle im Lernprozess der Jugendlichen
  • Lernräume sollen Struktur UNDFreiräume für die Entwicklung eigener Ideen bieten; sowie ausreichende Erholungsmöglichkeit
die bef higung zu arbeiten
Die Befähigung zu arbeiten

Was bedeutet arbeiten bzw. die Befähigung zur Arbeit? „Fitmachen“ für den Arbeitsmarkt ODER

Identifizierung mit der eigenen Tätigkeit/Beruf?

  • Erwerbsarbeit erfordert Anpassung
  • Erwerbsarbeit ist notwendig für ein „gutes Leben“/um zu „überleben“ – in materieller Hinsicht UND als sozialerIntegrationsfaktor (es gibt keine Alternativen)
  • Jugendliche haben klare Vorstellung von „guter Arbeit“ und betonen “gerechte” vs. funktionale Arbeitsteilung
  • Arbeit im Sinne von „tun“ schafft Sinn
die bef higung zu mitsprache und partizipation capability for voice
Die Befähigung zu Mitsprache und Partizipation („capabilityforvoice“)
  • Mitsprache/-bestimmung im Rahmen der ÜBA aus Sicht der Jugendlichen „kein Thema”; Möglichkeit, konkrete Änderungen herbeizuführen mithilfe vorhandener Strukturen (JVR) ist auf „banale” Themen beschränkt.
  • Arbeitsprozessgestaltung strikt vorgegeben
  • Fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten werden von manchen Jugendlichen gut geheißen? (Übergangscharakter der ÜBA, wenig konkrete Vorstellung von Mitbestimmungsmöglichkeiten)
  • Meinung, als (JugendlicheR bzw.) Kollektiv gesellschaftlich keinen Einfluss ausüben zu können.
was braucht es um lernen arbeiten mitbestimmen zu k nnen
Was braucht es um lernen, arbeiten, mitbestimmen zu können?
  • (Wieder-) Entdeckung der eigenen Lernfähigkeit
  • Praktisches Tun mitkonkretemErgebnis und Nutzen fördern Lernen mit „Tun“ verknüpfen
  • Wichtige Funktion (beruflicher) Vorbilder
  • Räume für Austausch/Mitbestimmung schaffen
  • Freiräume in Biographien/Übergangsphasen als Möglichkeit und nicht als „Angstraum“
  • Anbieten gleichwertiger Alternativen statt Anpassung „an das Mögliche“, Autonomie/Handlungsfähigkeit (wieder)herstellen
  • Betreuung der Jugendlichen in (möglichst) allen Lebensbereichen
implikationen auf politischer ebene
Implikationen auf politischer Ebene
  • Strukturelle Problempunkte im österreichischen Bildungssystem
    • Zu frühe Bildungsentscheidung
    • Umbruchsphasen im persönlichen Lebensverlauf koinziedieren mit beruflichen Orientierungsphasen
    • Übergangsphasen nicht „problematisieren“
  • ÜBA als wichtiges Ausbildungsangebot für den Übergang Schule – Arbeit
    • Etablierung als dritte – gleichwertige - Ausbildungsalternative zu betriebl. Lehre / Schule
    • Höhere Lehrlingsentschädigung für ÜBA-Lehrlinge oder Stipendien im Bedarfsfall
    • Orientierungsperiode zu Beginn der ÜBA
    • Kleinere „Klassen“ oder mehr Betriebsmittel
    • Finanzierung der ÜBA durch Mittel des BM UKK, nicht durch AMS
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Bibliographie (Auswahl)

  • Oehme, Andreas/Beran, Christina/Krisch, Richard (2007), Neue Wege in der Bildungs- und Beschäftigungsförderung für Jugendliche, Wissenschaftliche Reihe des Vereins Wiener Jugendzentren, Band 4, Wien
  • Plomb, Fabrice (2001), Jugendliche – allergisch gegen Arbeit, in Bourdieu, Pierre (ed) Der Lohn der Angst. Flexibililisrung und Kriminaliserung in der „neuen Arbeitsgesellschaft“, UVK, Konstanz
  • Rosenthal, Gabriele/ Köttig, Michaela/ Witte, Nicole / Blezinger, Anne (2006), Biographisch-narrative Gespräche mit Jugendlichen. Chancen für das Selbst- und Fremdverstehen , Verlag Barbara Budrich, Opladen
  • Schittenhelm, Karin (2010), Statuspassagen zwischen Schule, Ausbildung und Arbeitswelt. Eine Analyse of der Basis von Gruppendiskussionen, in Bohnsack, Ralf/Przyborski, Aglaja/Schäffer, Burkhard (ed.2010), Das Gruppendiskussionsverfahren in der Forschungspraxis, Verlag Barbara Budrich, Opladen, pp 93-109
danke f r ihr interesse
DANKE FÜR IHR INTERESSE!

Mehr dazu auf unserer Website www.forba.atsowie

auf der WorkAble- Projekthomepage

www.workable-eu.org oder an kasper@forba.at.

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