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Literatur des Barock 1600-1720

Literatur des Barock 1600-1720. 1600-1750. Definition: aus dem portugiesischen barucca (unregelmäßig geformte Perle) Zunächst abfälliger Begriff der nachfolgenden Klassiker Gegenreformatorische und absolutistische Tendenzen.

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Literatur des Barock 1600-1720

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  1. Literatur des Barock1600-1720

  2. 1600-1750 • Definition:aus dem portugiesischen barucca (unregelmäßig geformte Perle) • Zunächst abfälliger Begriff der nachfolgenden Klassiker • Gegenreformatorische und absolutistische Tendenzen • Dreißigjähriger Krieg (1618-1648) in Deutschland verzögert Entwicklung • Kämpfe der Großmächte um das europäische Gleichgewicht • Neuorientierung der Naturwissenschaften an empirischem Denken (G. Galilei, J. Kepler, J. Newton)

  3. Gedanken und Ideale dieser Zeit: • Das Herrscherlob: Preisung des Herrn • Die Aufforderung zum Lebensgenuss (Carpe diem) • Die Ermahnung des Todes und der Nichtigkeit alles Irdischen zu gedenken (Memento mori und Vanitas)

  4. Weltanschauung: Antithetik

  5. Johann Michael Eder: Memento Mori

  6. Kunstmerkmale • Einfühlsam • Mythologienund Religiöse Themen • Pathos, Monumentales, Repräsentation • Theatralik, Dramaturgie, Spannung • Kontrastreich • Detailreich • Klare Strukturen • Glaube durch Einfachheit lehren (1563 Tridentiner Konzil)

  7. Religiöse Kunst

  8. Weltliche Kunst

  9. Architektur

  10. Zeitraum

  11. Reformation und Gegenreformation

  12. Bilder zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Überfall und Plünderung eines Dorfes 1633

  13. Bilder zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Belagerung Magdeburgs 1631

  14. Bilder zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)

  15. Bilder zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Schrecken des Dreißigjährigen Krieges: Bilder von Jacques Callot (1620-1687 )

  16. Bilder zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Schrecken des Dreißigjährigen Krieges: Bilder von Jacques Callot (1620-1687 )

  17. Kriegsbedingter Bevölkerungsrückgang in den einzelnen Reichsteilen (in %) Von 1618 bis 1648 verringerte sich die Bevölkerung im Deutschen Reich um ein Drittel von ca. 15 Millionen auf ca. 10 Millionen Einwohner.

  18. Das 17. Jh. wurde sprachhistorisch geprägt durch: • Zunehmenden Einfluss verschiedener moderner Fremdsprachen, vor allem des Französischen (Französisch wurde als Staats- und Standessprache zur „Umgangssprache“ des Adels) • den 30 jährigen Krieg • Wirtschaftlichen und politischen Verfall • den territorial-fürstlichen Absolutismus

  19. Deutschland entwickelt ein neues Sprachbewusstsein → deutscher Kulturpatriotismus • Notwendigkeit einer Sprachreform von nationaler Geltung wächst • Sicherung einer Standardsprache (Regelung der Orthographie) • Streben nach überregionalen Normierungsgrundsätzen • Bemühungen um Wörterbücher

  20. Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts Gründung der ersten ‚Sprachgesellschaften‘ • „Aufrichtige Gesellschaft von der Tannen“ 1633 • „Deutschgesinnte Genossenschaft“ 1643 • „Pegnesischer Blumenorden“ 1644 • „Elbschwanenorden“ 1658 • „Fruchtbringende Gesellschaft“ später„Palmenorden“ (1617-1680) bedeutendste Sprachgesellschaft, galt als nationale Akademie, deren Wirkungsbereich sich im ganzen Land erstreckte; 75% der Mitglieder waren adelig, es wurden allerdings auch Mitglieder aus anderen Schichten aufgenommen Bürgerliche, Protestanten ebenso wie (einige) Katholiken; die eigentliche Arbeit der Sprachpflege wurde von bürgerlichen Mitgliedern geleistet (Andreas Gryphius, Martin Opitz, Kaspar Stieler)

  21. Die fruchtbringendeGesellschaft - Gegründet 24.8.1617 in Weimar - 890 Mitglieder g Ziel: Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der alten deutschen Tugenden insbesondere der Sprache - 1680 Tod Herzog August, Orden stirbt langsam aus Palmenbaum: Emblem der fruchtbringenden Gesellschaft - Gründungsmitglieder: Ludwig I. von Anhalt Köthen, Friedrich von Sachsen- Weimar, Johann Ernst d. J. von Sachsen Weimar, Wilhelm der IV. von Sachsen Weimar, Christoph von Krosigk - 1680 Tod Herzog August, Orden stirbt langsam aus

  22. Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts Die ‚Fruchtbringende Gesellschaft‘ hatte moralisch-sittliche, sowie politisch-gesellschaftliche Anliegen • Streben nach „Reinheit der Sprache“ : ‚rein von Fremdwörtern‘, ‚rein‘ im Sinne von ‚normgerecht‘, ‚richtig‘ im Sinne des Gebrauchs einer Standardsprache → Sprachpurismus[spätlat. Purita - Reinheit]

  23. Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts Sprachgesellschaften richteten sich vor allem gegen: • Überfremdung des Deutschen • Oberflächliche Übernahme von franz. Sprache und Kultur • Sprachmengerei • Falsche Verwendung und fehlerhafte Mischung mit dt. Formen

  24. Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts Veredlung der Muttersprache durch: • Vermeidung von Fremdwörtern • passende Neubildungen (die auch heute noch zum festen Bestand unserer Gemeinsprache gehören; z.B. Verdeutschung lat. grammat. Termini „Einzahl, Fall, Geschlecht, Hauptwort, Mehrzahl, Sprachlehre, Wörterbuch, Wortforschung, Zahlwort…“) • Ersetzungen von Fremdwörtern durch Neuprägungen (Aufzug – Akt, beobachten – observieren); oft kam es zu Übertreibungen: Kloster > Jungfernzwinger, Grotte > Lusthöhle, Pistole > Reitpuffer Das Deutsche soll als leistungsfähige Hochsprache etabliert werden; Das erste Mal, dass das Deutsche dem Lateinischen vorgezogen wird

  25. Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts Ergebnisse: → Die deutsche Sprache gewinnt an kommunikativer Bedeutung und sozialer Geltung → Nahezu überall im Sprachsystem Tendenzen, die Herausbildung einer nationalen Norm der Literatursprache aufzeigen → Zunehmend wird Latein durch die dt. Sprache ersetzt → Deutsch wird ‚Vorlesungssprache‘ an Universitäten

  26. Normierungsprozesse des 17. Jahrhunderts • Abbau von morphologischen Varianten • Wandel in der Distribution der Suffixe Polyfunktionales /-lich(en) gibt einen Teil seiner Funktion den Suffixen /-isch/, /-ig/ und /-bar/ ab Verringerung des Gebrauchs von /-haftig/, /-barlich/, /-iglich) Einfachsuffixe übernehmen Funktion der Doppelsuffixe • Wandel in der Semantik

  27. Normierungsprozesse des 17. Jahrhunderts • Dominanz umfangreicher Satzstrukturen • Zunahme hypotaktischer Satzstrukturen • Zunahme der Nutzung der Mittel zum Ausdruck der logischen Verknüpfung von Haupt- und Nebensätzen, wie Konjunktionen, Relativpronomen und Satzgliedstellung • Tendenz zur Zunahme des Umfangs der Teilsätze, der sog. Elementarsätze

  28. Normierungsprozesse des 17. Jahrhunderts • Die dt. Satzfügung hat sich immer mehr den Fesseln des Latein entzogen, z.B. wurde die doppelte Verneinung („Das geht ja kein Kaiser, kein König nix an …“) beseitigt • Bemühungen um die Regelung der dt. Rechtschreibung; man war bemüht, homonyme Wörter durch die Schreibung auseinander zu halten Lärche > Lerchen Weise > Waise Hinsichtlich der Schreibung mit e und ä strebte man danach, dass durch Umlaut des a entstandene e durch ä wiederzugeben, um so die Verwandtschaft der Wörter kenntlich zu machen elter – älter, vellen – fällen, trenken - tränken

  29. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung I. Wortbildung: • Neigung zur Komposition; zunehmend werden Wörter zusammengesetzt, ohne dass vorher ein syntaktischer Zusammenhang bestanden haben muss; es kommt verstärkt zu Analogiebildungen

  30. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung • Auftretende Substantive, „-wesen, - zeug, -volk, -leute, -werk“ → Backwerck, Spielwerck, Zauberwerck • Dominanz adjektivischer Komposita → honigsüß, lilienweiß, rosen=roth … • Bildung von Ableitungen deverbale Adjektivableitungen auf –lich und -sam, -bar

  31. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung • Abbau bestehender Konkurrenzen ‚ohn-‘ bei Adj. Und Adv. tritt zurück, stattdessen wird ‚un-‘ benutzt • Suffixkombination ‚–keit‘ → Empfindlichkeit, Fröhlichkeit • Verstärktes Aufkommen von Kurzformen → Auslesung > Auslese, Dürrung > Dürre

  32. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung Drei Möglichkeiten für die Schreibung der Komposita: a) Getrenntschreiben ‚Back Ofen‘ b) Schreibung mit doppeltem Bindestrich: Kenn=zeichen c) Zusammenschreibung ‚Bauersleute‘ In der 2. Hälfte des 17.Jh. Ist auch die Zunahme von drei- (und mehr-) gliedrigen Zusammensetzungen zu beobachten „Belladonnawurzel-Pulver“, „Beutelschneider=Leben“

  33. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung II. Wortschatz: Erweiterung durch Eindeutschen fremden Wortguts : • Anpassung im Lautlichen: Einführung der ‚Erstbetonung‘ – „Bílliard“, „Támbus”, “égal” • Angleichung im Geschlecht und in der Flexion: Anpassung an Sinn- oder formverwandte heimische Ausdrücke frz. Le buste > die Büste ital. spalliera > das Spalier

  34. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung • Hinzufügung dt. Endungen frz. Princesse > Prinzessin, lat. ‘–icus’ wird regelmäßig durch ‘-isch’ ersetzt (historisch, politisch …) • Verkürzung fremder Wörter ‘fashionable > fesch’ • Bedeutungsentwicklung und etymolog. Umdeutung frz. Prince > Fürstensohn, parterre (Gartenbeet)>ebene Erde

  35. Entwicklung des Wortschatzes und der Wortbildung Lehnwortbildung: • Entlehnung aus dem Latein 42-54% (Rückgang auf 28% im 18.Jh.) • Französische Entlehnung 37-40% (mit steigender Tendenz im 18.Jh.) • Italienischer Lehneinfluss 20% (Rückgang Mitte des 17.Jh. auf 9%) → Abnahme lateinischer & italienischer Entlehnung, verbunden mit Zunahme französischer Entlehnung

  36. Einfluss auf die deutsche Sprache • Verwaltungs- und Rechtssprache: „Akte, Archiv, Klausel, Konferenz, Präzedenzfall, Subjekt, finanzieren, konsultieren …“ • Heerwesen: „Alarm, Armada, Artillerie, Attacke, Pistole…“ • Essen und Trinken: „Bankett, Biskuit, Bouillon, Delikatesse,…“ • Musik und Kunst: „Arie, Ballett, Dacapo, Konzert, Oper …“

  37. Einfluss auf die deutsche Sprache • Kleidung und Schönheitspflege: „Garderobe, Kostüm, Manschette…“ • Bezeichnungen des Alamodewesens: „Kompliment, Gala, galant, nett, nobel, Manier, …“ • Amtsbezeichnungen, Anredeformen, Titel: „Baron, Baronesse, Cousin, Cousine, Dame … „

  38. Literatur • Nur bestimmte Stoffe und Themen galten als der Literatur würdig und wurden immer wieder bearbeitet. • Das Schicksal christlicher Märtyrer, die Taten antiker und ritterlicher Helden, das Lob des Herrschers, ländliche Idyllen und Schäferspiele, Frauenpreis und Liebe, die Aufforderung zum Lebensgenuss (Carpe diem) sowie das Gedenken des Todes und der Nichtigkeit alles Irdischen (Memento mori und Vanitas) • Die Aufgabe des Poeten bestand darin, diese Inhalte in ein möglichst brillantes, den Kunstverstand des Publikums ansprechendes sprachlich - rhetorisches Gewand zu kleiden.

  39. Schriftstellergenerationen

  40. Bilder von Autoren Andreas Gryphius Martin Opitz Daniel Caspar von Lohenstein

  41. Weitere Bilder von Lyrikern Christian Hofman von Hofmannswaldau Paul Fleming Paul Gerhardt

  42. Literarische Zentren des Barock

  43. Wichtige Autoren und Werke dieser Zeit: • Martin Opitz (1597-1639): Buch von derdeutschen Poeterey • Andreas Gryphius (1616-1664): Sonette • Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676): Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch (Roman)

  44. Hauptmotive des Barock • Alles was sich der Mensch im Diesseits ersehnt, ist eitel: Glück, Macht, Erfolg, Reichtum, Liebe und Lust. Der Vanitas-Gedanke beherrscht alle Lebensbereiche und wird in der Kunst thematisiert. • Das Streben nach Größe bedeutet schon den Fall, ist eitler Wahn.

  45. Vanitasmotiv -> Menschen zum einen lebenshungrig, zum anderen ständige Bedrohung durch den Krieg, Krankheiten… Typische Motive: verlöschende Kerzen, Totenkopf, Ungeziefer (Käfer, Würmer, …), verfaulendesEssen • Gegenüberstellung von Leben und Tod in Bildern oder Gedichten Hauptvertreter in der Literatur: Andreas Gryphius

  46. Barocklyrik: Martin Opitz Dichter und Begründer der schlesischen Dichterschule *23.12.1597 in Bunzlau Ab 1605 Lateinschule seiner Vaterstadt 1614 Wechsel zum Gymnasium in Breslau 1618 als Hauslehrer tätig in Frankfurt (Oder) 17.6.1619 Universität Heidelberg 1620 als Hauslehrer in die Niederlande 1621 Akademisches Gymnasium für Philosophie und schöne Wissenschaften in Weißenburg 1623 zurück nach Schlesien

  47. Sekretär eines Gegenreformators, er wird Mitglied der >Fruchtbringenden Gesellschaft< 14.9.1628 wird in den Adelsstand gehoben 20.8.1636 Tod durch die Pest

  48. Martin Opitz (1597 - 1639) • Dt. Dichter, setzte sich für die Schaffung einer dt. Nationalliteratur ein. Er schrieb Lehrgedichte und gab im Buch von der dt. Poeterey (1624) strenge Sprachregeln vor. • Er vertrat in seiner einflussreichen Poetik die Notwendigkeit einer lebendigen, ausdrucksvollen, regeltreuen dt. Dichtung. Er wies auf Vorbilder (Seneca, Petrarca, Ronsard) hin. • Die Dichtung, die Opitz schrieb, ist bedeutungsvoll: seine Lyrik (Lieder, Oden, Sonette) und seine Übersetzungen stellen der geistlichen eine weltliche Dichtung gegenüber.

  49. Carpe Diem(1624) von Martin Opitz Ich empfinde fast ein Grauen dass Plato für und für bin gesessen über dir. Es ist Zeit hinauszuschauen und sich bei den frischen Quellen in dem Grünen zu ergehen wo die schönen Blumen stehn und die Fischer Netze stellen! Wozu dienet das Studieren als zu lauter Ungemach! Unterdessen läuft die Bach unseres Lebens, das wir führen, ehe wir es inne werden, auf ihr letztes hin, dann kömmt ohne Geist und Sinn dieses alles in die Erden.

  50. Interpretation • Opitz weist in diesen beiden ersten Strophen auf die Vergänglichkeit des Menschen hin. • Er fordert die Menschen auf, ihr Leben zu genießen und den Tag zu nutzen, solange sie es noch können. • Sie sollen an den Tod (Memento mori) und an die Nichtigkeit alles Irdischen (Vanitas) denken.

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