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Herzlich Willkommen bei der Sparkasse Bodensee

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Herzlich Willkommen bei der Sparkasse Bodensee. Betriebliche und private Vermögensübertragungen nach neuem Erbschaftssteuergesetz sowie Brennpunkte in der Unternehmensnachfolge. Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG-Beschluss vom 07.11.2006) .

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Presentation Transcript
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Herzlich Willkommen bei der

Sparkasse Bodensee

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Betriebliche und private Vermögensübertragungen

nach neuem Erbschaftssteuergesetz

sowie

Brennpunkte in der Unternehmensnachfolge

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Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts

(BVerfG-Beschluss vom 07.11.2006)

• Grundsatz der Gleichmäßigkeit der Besteuerung unabhängig von der Art des Vermögens muss sich die Bewertung am gemeinen Wert (Verkehrswert) orientieren

• Verfolgung von Lenkungszielen, z. B. durch unterschiedliche Steuersätze oder andere Verschonungsregeln

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Umsetzung des Steuergesetzgebers

(ErbStRG)

Mit dem Gesetzesentwurf werden folgende Ziele verfolgt:

• die Höherbewertung des Vermögens soll durch Erhöhung der sachlichen und persönlichen Freibeträge beim Durchschnittsbürger nicht zu Steuermehrbelastungen führen

• die höheren Vermögen sollen stärker besteuert werden

• Personen, die nur entfernt verwandt oder gar nicht verwandt sind, sollen stärker besteuert werden

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Parlamentarisches Gesetzgebungsverfahren

ErbStRG – vorläufige Zeitplanung des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens

(DIHK, Ng/B8 vom 21.01.2008)

14.2.2008

25.4.2008

3.3.2008

14.3.2008

??

31.12.2007

31.12.2008

1. Lesung des Bundes- tages

Anhörung Fachaus- schuss des Bundes- tages

2./3. Lesung des Bundes- rates

Beratung des Bundes- rates

geplante Gesetzes- verkün- dung

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Zeitlicher Anwendungsbereich

Wahlrecht für den Erwerber im Erbfall (bis 31.12.2008)

• Für Erbfälle für den Zeitraum vom 01.01.2007 bis zur Verkündung des Gesetzes

• altes Erbschaftsteuer- und Bewertungsrecht oder

• auf Antrag neues Erbschaft- und Bewertungsrecht, jedoch mit den Freibeträgen nach altem Erbschaftsteuerrecht

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Die neuen Bewertungsregeln

  • Bewertung von Grundvermögen
  • B. Bewertung von Betriebsvermögen
  • Bewertung von Versicherungen
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Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen (unbebaute Grundstücke)

Beispiel:

Beispiel:

altes ErbStG

neues ErbStRG

slide10

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Bebaute Grundstücke

slide11

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Ertragswertverfahren

Beispiel:

Bewertungsgegenstand; Mietwohngrundstück 1000 qm, 10 Wohnungen, Boden- richtwert 500 EUR/qm, Jahresnettokaltmiete 120.000 EUR, Baujahr 1995

slide12

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Ertragswertverfahren

Wert des Grundstücks bisher (Bedarfsbewertung):

Jahresmiete

x Vervielfältiger

= Ausgangswert

./. Alterswertminderung (0,5 % x 13 x 1.500.000)

= Wert des Grundstücks

120.000 EUR

x 12,5

= 1.500.000 EUR

./. 97.500 EUR

= 1.402.500 EUR

slide13

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Ertragswertverfahren

Wert des Grundstücks künftig:

Bodenwert

Fläche x Bodenrichtwert/qm (1000 qm x 500 EUR/qm) 500.000 EUR

+ Gebäudeertragswert Rohertrag (Jahresmiete/übliche Miete) 120.000 EUR

./. Bewirtschaftungskosten (Pauschale nach Anlage 2 und 3 zu GrBewV 23 % bei RND = 67 Jahre) ./. 27.600 EUR = Reinertrag = 92.400 EUR ./. Verzinsung Bodenwert (5 % gem. § 6 II GrBewV x 500.000) ./. 25.000 EUR = Gebäudereinertrag = 67.400 EUR x Vervielfältiger (Anlage 1 zu GrBewV: RND = 67 Jahre, LZS = 5 %) x 19,24

= + 1.296.776 EUR

= Ertragswert des Grundstücks = 1.796.776 EUR

Höherbewertung: 394.276 EUR Steigerung: 28,1 %

slide15

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Sachwertverfahren

Beispiel:

Bewertungsgegenstand:

Lagerhalle mit Büro und Sozialtrakt, Fläche 3000 qm, Bodenrichtwert 200 EUR/qm, Baujahr 1995, Bruttogrundfläche 5000 qm, Steuerbilanzwert des Gebäude 2,5 Mio. EUR

Bewertung bisher:

Bodenwert

Fläche 3000 EUR

x Bodenrichtwert x 200 EUR

= 600.000 EUR

./. Abschlag 30 % (§ 147 II BewG) ./. 180.000 EUR

= 420.000 EUR

+ Gebäudewert Steuerbilanzwert + 2.500.000 EUR

= Wert des Grundstücks 2.920.000 EUR

slide16

Die neuen Bewertungsregeln

A. Bewertung von Grundvermögen

Sachwertverfahren

Bewertung künftig:

Bodenwert

Fläche x Bodenrichtwert (3000 x 200) 600.000 EUR

+ Gebäudesachwert Regelherstellungskosten 1.350 EUR (Anlage 4 zu GrBewV) x Bruttogrundfläche x 5.000 EUR = Gebäuderegelherstellungswert 6.750.000 EUR ./. Alterswertminderung (§ 8 II GrBewV: 13/50 = 26 %) ./. 1.755.000 EUR = + 4.995.000 EUR

= Vorläufiger Sachwert 5.595.000 EUR

x Wertzahl (Anlage 5 zu § 9 GrBewV) x 0,7

= Grundbesitzwert 3.916.500 EUR

Höherbewertung: 996.500 EUR Steigerung: 34,1 %

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B. Bewertung von Betriebsvermögen

I. Bewertungsgegenstand

• Betriebsvermögen von Einzelunternehmen/Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften

• Ansatz mit dem gemeinen Wert

II. Ableitung des gemeinen Werts aus Verkäufen

III. Ertragswertmethode oder alternative Methode

• Unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten (Ertragswertmethode)

• Anerkannte übliche Methode

slide18

Das neue Begünstigungskonzept für Betriebs-

vermögen

Verschonung begünstigten Vermögens

•Begünstigtes Vermögen bleibt zu 85 %außer Ansatz Verschonungszuschlag gem. §§ I, 13 b IV ErbstG-E)

• ist unter anderem:

 gewerbliche Einzelunternehmen (einschließlich Betriebsstättenvermögen in EU- oder EWR-Staat)

 gewerbliche Personengesellschaften (einschließlich Betriebsstätten- vermögen in EU- oder EWR-Staat) und

 Kapitalgesellschaften mit Sitz oder Geschäftsleitung im Inland, EU oder EWR, an der der Erblasser/Schenker zu mehr als 25 % unmittelbar beteiligt ist

slide19

Das neue Begünstigungskonzept für Betriebs-

vermögen

Ausnahmen von der Verschonung

•Keine Begünstigung, wenn das Betriebsvermögen zu mehr als 50 % aus sogenanntem Verwaltungsvermögen besteht.

• Verwaltungsvermögen ist unter anderem:

 Dritten zur Nutzung überlassene Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte (Keine Drittnutzungsüberlassung anzunehmen bei Betriebsauf- spaltung und Sonderbetriebsvermögen)

 Anteile an Kapitalgesellschaften bis 25 % (Pooling beachten)

 Anteile an Kapitalgesellschaften > 25 % und an Personengesellschaften, soweit bei diesen das Verwaltungsvermögen > 50 % beträgt

 Wertpapiere, vergleichbare Forderungen, Kunstgegenstände, Münzen, Edelmetalle und ähnliches

slide20

B. Bewertung von Betriebsvermögen

Die neuen Bewertungsregeln

Lösung

Die ErbSt nach der neuen Rechtslage beträgt 3.500 EUR.

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B. Bewertung von Betriebsvermögen

Das neue Begünstigungskonzept für Betriebsvermögen

Lohnsumme

•Bei Betrieben über 10 Beschäftigten ist der Verschonungsabschlag 10 Jahre lang an die Lohnsumme des Betriebs gekoppelt, d.h.:

 für jedes der 10 Jahre in dem die Jahreslohnsumme 70 % der (indexierten) Ausgangslohnsumme (Durchschnitt letzte 5 Jahre) unterschreitet, vermindert sich der Verschonungsabschlag um 10 %

b bewertung von betriebsverm gen lohnsumme
B. Bewertung von BetriebsvermögenLohnsumme

Unterschreitung von 70 % der Ausgangslohnsumme

Erbfall 30.6.09

31.12.04

05

06

07

08

08

09

10

11

12

13

14

15

16

17

18

10-Jahreszeitraum

5 Jahre

Unterschreitung

Durchschnitt

1/10

1/10

Ausgangslohn- summe x 70 %

Verminderung des Verschonungsabschlags

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Das neue Begünstigungskonzept für Betriebsvermögen

Behaltensfrist

• Verschonungsabschlag und Abzugsbetrag fallen rückwirkend weg, soweit der Erwerber innerhalb von 15 Jahren einen Nachversteuerungstatbestand erfüllt, insbesondere:

 Veräußerung des Betriebs bzw. von Kapitalgesellschaftsanteilen

 Betriebsaufgabe, auch Insolvenz

 Veräußerung von Teilbetrieben oder wesentlichen Betriebsgrundlagen, soweit der Veräußerungserlös nicht im betrieblichen Interesse verwendet wird

 Überentnahmen tätigt, die seit Erwerb bis zum Ablauf der Behaltensfrist die Summe seiner Einlagen und Gewinnanteile um insgesamt EUR 150.000 übersteigen

slide25

Das neue Begünstigungskonzept für Betriebsvermögen

Beispiel für Verschonung und Nachversteuerung

Beispiel:

Vater schenkt Tochter einen begünstigten Gewerbebetrieb (z. B. Anteile an gewerblicher KG). Der Steuerbilanzwert des Betriebs gemäß derzeitigem Bewertungsrecht beträgt 1,5 Mio. EUR, der gemeine Wert gemäß künftigem Bewertungsrecht beträgt 3 Mio. EUR.

Nach 12 Jahren verkauft die Tochter den Gewerbebetrieb bzw. der Betrieb geht in die Insolvenz.

das neue beg nstigungskonzept f r betriebsverm gen beispiel f r verschonung und nachversteuerung
Das neue Begünstigungskonzept für BetriebsvermögenBeispiel für Verschonung und Nachversteuerung
steuertarif
Steuertarif

Für die Erwerber der Steuerklasse I werden die Tarifstufen nach oben geglättet; es bleibt aber bei den geltenden Tarifsätzen.

Für Erwerber der Steuerklassen II und III soll es dagegen nur noch 2 Steuersätze geben: 30 % und 50 %. Die Tarife der Steuerklasse II und III sind identisch. Bei Erwerben ab 6 Mio. EUR kommt es sowohl in der Steuerklasse II als auch in der Steuerklasse III zu einer Belastung von 50 %.

slide31

Allgemeine Gestaltungsüberlegungen

A.Ausschöpfung von persönlichen Freibeträgen

B. Durchführung von Kettenschenkungen

C. Güterstand und testamentarische Verfügungen

a mehrfache ausnutzung von freibetr gen erbstrg
A. Mehrfache Ausnutzung von Freibeträgen (ErbStRG)

(Vater will seiner Tochter ein Grundstück übertragen mit einem gemeinen Wert von EUR 800.000)

Schenkung von Euro 800.000 zum 31.12.2008

Schenkung von Euro 400.000 zum 31.12.2008 und Euro 400.000 zum 31.12.2018

31.12.2018 31.12.2008 31.12.2018

EUR EUR EUR

Steuerwert der Schenkung 800.000 400.000 400.000

./. Freibetrag der T gemäß

§ 16 I Nr. 2 ErbStG 400.000 400.000 400.000

(maximal 400.000 Euro)

= steuerpflichtiger Erwerb 400.000 0 0

Steuer der T nach Steuerklasse I (15 %) 60.000 0 0

Insgesamt bezahlte Schenkungsteuer 60.000 0

Steuerersparnis gegenüber Alternative 1 EUR 60.000 = 100 %

b kettenschenkung erbstrg
B. Kettenschenkung (ErbStRG)

(Vater will seiner Tochter Vermögen übertragen mit einem gemeinen Wert von EUR 800.000)

Freibetrag: T-EUR 500

Mutter

Vater

Freibetrag: T-EUR 400

Freibetrag: T-EUR 400

Freibetrag: T-EUR 400

Kind

Schenkung in vollem Umfang vom Vater an das Kind:Persönlicher Freibetrag wird 1x genutzt (Euro 400.000)

Schenkung erfolgt zum Teil direkt an das Kind, zum Teil über die Mutter:

Persönlicher Freibetrag wird 2x genutzt (Euro 800.000)

Anmerkung: keinen reinen Durchgangserwerb vornehmen

b kaskadeneffekt durch kettenschenkung
B. Kaskadeneffekt durch Kettenschenkung

Prämisse: Das Vermögen hat nur der Vater.

Welches Vermögen könnte steuerfrei übertragen werden?

Vater

Ehefrau/ Mutter

500.000 €

V 400.000 €

M 250.000 €

V 400.000 €

M 250.000 €

Kind 1

Kind 2

325.000 €

325.000 €

325.000 €

325.000 €

200.000 €

200.000 €

200.000 €

200.000 €

E1

E2

E3

E4

Fazit: Der V kann innerhalb eines 10-Jahreszyklus insg. EUR 2.100.000 steuerfrei auf Enkel übertragen.

Hätte die Ehefrau noch eigenes Vermögen, könnten durch max. Ausnutzung der Freibeträge zusätzlich EUR 1.100.000 übertragen werden.

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C. Güterstand als erbschaftsteuerliches Gestaltungsinstrument

Welchen Einfluss hat der Güterstand auf die Erbschaftsteuer?

Gütertrennung: Erbteil des Ehegatten ist voll erbschaftsteuer- pflichtig nach Abzug von persönlichen Freibeträgen

 Zugewinngemeinschaft: ist Ehegatte Erbe gilt der Zugewinnausgleich nicht als Erwerb i. S. des ErbStG steuerfrei

d. h. bei Gütertrennung wird die Steuerfreiheit des Zugewinns verschenkt

c r ckwirkende vereinbarung der zugewinn gemeinschaft m glich
C. Rückwirkende Vereinbarung der Zugewinn- gemeinschaft möglich

Wie kann man die ErbSt-Freiheit des Zugewinns retten?

 Abschluss eines notariellen Ehevertrages mit dem Inhalt,

dass rückwirkend ab Ehebeginn nicht der bisherige Güterstand der Gütertrennung, sondern die Zugewinngemeinschaft gelten soll

 Ehegatte nicht Erbe oder Vermächtnisnehmer wird

ErbSt-Freiheit nach der güterrechtlichen Regelung möglich

 sollte Ehegatte dennoch Erbe sein

der längslebende Ehegatte schlägt die Erbschaft aus, macht den güterrechtlichen Zugewinnausgleich und den sog. kleinen Pflichtteil geltend

slide37

C. Wahlrecht bei Zugewinngemeinschaft

Bei rückwirkender Vereinbarung der Zugewinngemeinschaft ist die Steuerfreiheit

des Zugewinnausgleichs nur im Rahmen der güterrechtlichen Lösung möglich

slide38

C. Auswirkungen des Güterstandes im Erbfall

Fall

Eheleute M und F leben seit der Eheschließung seit 1980 in Gütertrennung. In 2005 heben sie durch notariellen Ehevertrag die Gütertrennung auf und vereinbaren rückwirkend ab Ehebeginn seit 1980 die Zugewinngemeinschaft. M verstirbt in 2008.

Der Wert seines Nachlasses beträgt 3,4 Mio. EUR. Der Zugewinn des M während der Ehe beträgt 3. Mio. EUR.

Lösung

 F hat durch die rückwirkende Vereinbarung der Zugewinngemeinschaft einen Anspruch auf den „vollen Zugewinnausgleich“ ab Eheschließung ½ von 3 Mio. EUR = 1,5 Mio. EUR

F hat –da sie weder Erbe noch Vermächtnisnehmerin ist- Anspruch auf den kleinen Pflichtteil

c auswirkungen des g terstandes im erbfall
C. Auswirkungen des Güterstandes im Erbfall

rückwirkende notarielle Vereinbarung für die Zugewinngemeinschaft ab Ehebeginn

kommt hier nicht zur Anwendung, da M nicht Erbe oder Vermächtnis-nehmer sein darf!

Lösung bei rückwirkender notarieller Vereinbarung der Zugewinn- gemeinschaft

c erbschaftsteuerliche mehrbelastung bei berliner testamenten
C. Erbschaftsteuerliche Mehrbelastung bei Berliner Testamenten

Berliner Testament (§ 2269 BGB) die Ehegatten haben sich in einem gemeinschaftlichen Testament oder Erbvertrag gegenseitig zu Alleinerben und die Kinder zu Erben des überlebenden Ehegatten eingesetzt.

Nachteile

Kind verliert den Freibetrag für einen Elternteil (§§ 15 Abs. 3 + § 6 Abs. 2 ErbStG)

 Der steuerpflichtige Teil des Nachlass des Erstverstorbenen wird im Ergebnis „zweimal“ mit ErbStG belastet

 Beim Tod des Letztversterbenden kommt es zur kumulierten Besteuerung beider Nachlässe mit entsprechender Progressionsverschärfung

 Die Negativauswirkungen verstärken sich noch, wenn das Vermögen der Ehegatten bei dem Erstverstorbenen konzentriert war

c erbschaftsteuerliche mehrbelastung bei berliner testamenten41
C. Erbschaftsteuerliche Mehrbelastung bei Berliner Testamenten

Welche Möglichkeiten bestehen um Nachteile zu vermeiden?

Ehegatten vereinbaren eine andere testamentarische Verfügung

oder

 überlebender Ehegatte schlägt die Erbschaft aus (Frist 6 Wochen § 1944 BGB)

• Schlusserbe (Kind) wird Alleinerbe des verstorbenen Elternteils

• überlebende Ehegatte verlangt gem. § 1371 Abs. 3 BGB den (kleinen) Pflichtteil und beansprucht den ausgerechneten Zugewinn nach § 1.371 Abs. 3 BGB Zugewinn ist erbschaftsteuerfrei

Achtung: sollte für jeden Einzelfall jedoch vorab überprüft werden !

gestaltungs berlegungen aufgrund der erbst reform bei betriebsverm gen und sonstigem verm gen
Gestaltungsüberlegungen aufgrund der ErbSt-Reform bei Betriebsvermögen und sonstigem Vermögen

A. Gestaltungen vor der Reform

B. Gestaltungen nach der Reform

C. Gestaltungen vor oder nach der Reform zur Unternehmensnachfolge

D. Vorweggenommene Vermögensübertragungen unter Nießbrauchs- vorbehalt

E. Strategische Überlegungen bei Unternehmensübertragungen im Hinblick auf das „Nachversteuerungsrisiko“

a gestaltungen vor der reform bei bertragung von betriebsverm gen
A. Gestaltungen vor der Reform bei Übertragung von Betriebsvermögen

 Bei mittleren und großen Unternehmen, die innerhalb von 5-15 Jahren veräußert oder aufgegeben werden sollen

Übertragung an Kinder vor der Reform, da nach altem ErbStR die Nachversteuerung bereits nach Ablauf von 5 Jahren wegfällt

 Bei Unternehmen mit hohem Verwaltungsvermögen (> 50 %) bietet sich wegen des Wegfalls von „Verschonungen“ (keine Begünstigung als unternehmerisches „begünstigtes Vermögen gem. §§ 13a+b ErbStGE) eine Übertragung vor der Reform an

da künftig das gesamte Betriebsvermögen gem. §§ 13a+b ErbStRG nicht begünstigt wäre Übertragung eventuell vor der Reform

 Bei gewerblich geprägten Personengesellschaften

u. U. Übertragung vor der Reform, da nach altem Recht Steuerbilanzwerte statt Ertragswerte maßgebend

a gestaltungen vor der reform bei bertragung von betriebsverm gen44
A. Gestaltungen vor der Reform bei Übertragung von Betriebsvermögen

 Einbringung von Privatvermögen in eine gewerblich geprägte Personen- gesellschaft und Übertragung der Anteile vor der Reform an die Erben (Kinder)

Ausnutzung „günstiges altes ErbSt-Recht“ (Steuerbilanzwerte, Freibetrag T-EUR 205 zuzügl. Bewertungs- abschlag von 35 %)

Vorsicht bei noch zu gründenden gewerblich geprägten PersG 1) HR-Eintragung Einbringung von PV 2) Auflassung Übertragung der Anteile

1) PersG = Personengesellschaft 2) PV = Privatvermögen (z. B. Grundstücke)

b gestaltungen nach der reform bei bertragung von betriebsverm gen
B. Gestaltungen nach der Reform bei Übertragung von Betriebsvermögen

 Gefahr des Wegfalls des „Verschonungsabschlages“ von 85 % für begünstigtes Vermögen“

bei Unterschreiten der Beteiligung von > als 25 %

• Überprüfung, ob Stimmrechtspoolung (> 25 %) möglich

bei Überschreiten des Verwaltungsvermögen von mehr als 50 %

• Entnahme Veräußerung, Erhöhung begünstigtes Vermögen etc. (2-Jahresfrist beachten)

bei Unterschreitung der 70 %-Grenze bei der Lohnsumme

• Erhöhung Bezüge Gesellschafter: Tantiemen statt Gewinnaus- schüttungen

Behaltefristen nach neuem ErbStRG von 15 Jahren beachten (im Gespräch sind Reduzierung auf 10 Jahre und Wegfall der sog. „Fallbeilwirkung“)

Testamentarische Verpflichtung zur Übertragung von begünstigtem Vermögen

c gestaltung vor oder nach der reform zur unternehmensnachfolge
C. Gestaltung vor oder nach der Reform zur Unternehmensnachfolge

Beispiel:

Ein Betrieb mit einem gemeinen Wert von 5 Mio. EUR soll auf ein Kind übertragen werden. Es wird unterstellt, das der Wert nach dem Steuerbilanzverfahren (altes Recht) 58 % des gemeinen Wertes beträgt.

a) Wie hoch ist die ErbSt nach alter und neuer Rechtslage

b) Nach 4 Jahren wird der Betrieb vom Rechtsnachfolger verkauft. Wie hoch ist die ErbSt?

c) Nach 14 Jahren wird der Betrieb vom Rechtsnachfolger aufgegeben. Wie hoch ist die ErbSt?

c gestaltung vor oder nach der reform zur unternehmensnachfolge47
C. Gestaltung vor oder nach der Reform zur Unternehmensnachfolge

Achtung !

Schenker haftet auch für die ErbSt

(Gesamtschuldner !)

Nachsteuer

1) nachzuentrichtende Steuer EUR 220.637

2) nachzuentrichtende Steuer EUR 821.000

d vorweggenommene verm gens bertragung unter nie brauchsvorbehalt
D. Vorweggenommene Vermögensübertragung unter Nießbrauchsvorbehalt

Übertragung der Substanz jetzt – Übertragung des Nutzungsrechts später

altes ErbStR

neues ErbStR

d vorweggenommene verm gens bertragung unter nie brauchsvorbehalt49
D. Vorweggenommene Vermögensübertragung unter Nießbrauchsvorbehalt

Beispiel: V (55 Jahre) schenkt seiner Tochter Barvermögen im Wert von 1 Mio. EUR unter Nießbrauchsvorbehalt (Nießbrauchslast T-EUR 632,2)

d vorweggenommene verm gens bertragung unter nie brauchsvorbehalt50
D. Vorweggenommene Vermögensübertragung unter Nießbrauchsvorbehalt

Beispiel: Vater (56 Jahre) überträgt seiner Tochter ein Mietwohngrundstück (Ertragswert EUR 1.730.000) unter Vorbehalt eines Quotennießbrauchs von 90 %; Grundstück hat noch eine valutierende Restschuld von EUR 400.000; Mieteinnahmen EUR 140.000 p.a. Zinsen und nicht umlagefähige Bewirt- schaftungskosten EUR 50.000

1. Wert des Mietgrundstücks EUR 1.730.000

./. Verschonungsabschlag 10 % gem. § 13 c ErbStG EUR 173.000

EUR 1.557.000

./. 90 % des Wertes der übernommenen Schulden (§ 10 Abs. 6 ErbStRG) EUR 360.000

Zwischenwert EUR 1.197.500

./. Kapitalwert des Nießbrauchs (ME T-EUR 140 ./. Ausgaben T-EUR 50 x 90 % x Vervielfältiger 11,506 x 90 %) EUR 838.787

2. Steuerpflichtiger Erwerb EUR 358.213

./. Persönlicher Freibetrag EUR 400.000

3. Bemessungsgrundlage EUR 0

4. Schenkungsteuer

EUR 0

e strategische berlegungen und brennpunkte bei unternehmensverkauf und unternehmensnachfolge
E. Strategische Überlegungen und Brennpunkte bei Unternehmensverkauf und Unternehmensnachfolge

Vorweggenommene Erbfolge

Erbfall

Unternehmensverkauf

Dritte

reine Schenkung

gemischte Schenkung

Vorsicht keine

 Verpflichtung zur Übertragung von begünstigtem Vermögen an Dritte

 keine Erbteilung von begünstigtem Ver- mögen

ansonsten volle ErbSt-last

entgeltliche Übertragung

MBO

unentgeltliche Übertragung

unentgeltliche Übertragung

MBI

latentes ErbSt-Nachversteuerungsrisiko

beginnt im Zeitpunkt des Erbfalls

Latentes ErbSt-Nachversteuerungsrisiko nur bei unentgeltlicher Vermögensübertragung

beginnt im Zeitpunkt der Übertragung

kein latentes Nachversteuerungsrisiko

MBO = Management buy out

MBI = Management buy in

fazit
Fazit

neues ErbStG führt im Wesentlichen zu höheren steuerpflichtigen Bemessungs- grundlagen

 Erhöhung der persönlichen Freibeträge führt aufgrund höherer Bemessungsgrundlagen oft nicht zu Steuerentlastungen

 Übertragung von Betriebsvermögen und Beteiligungen an KptG kann nach neuem Recht günstiger sein

aber

Verschonungsabschlag von 85 % von zahlreichen Voraussetzungen abhängig

• Behaltefristen z. Z. 15 Jahre

• Lohnsummen 70 % über 5 Jahre

• keine testamentarischen Verfügungen zur Übertragung von begünstigtem Vermögen an Dritte

• keine Übertragung von begünstigtem Vermögen i.R.e. Erbteilung an Miterben

 latentes Erbschaftsteuerrisiko verbleibt auch beim Schenker und zwar über den gesamten Zeitraum (Ende der Behaltefrist)

fazit53
Fazit

die Gestaltungen von Vermögensübertragungen gewinnt zunehmend an Bedeutung (Mehrfachausnutzung von Freibeträgen; Kettenschenkungen, Güterstand etc.)

 der Vorbehaltsnießbrauch wird aufgrund des Wegfalls von § 25 ErbSt hoch interessant, da Nießbrauchslast abzugsfähig und voll erbschaftsteuermindernd

  •  Unternehmensnachfolge sollte frühzeitig unter Berücksichtigung aller rechtlichen Einflüsse in Angriff genommen werden
  •  Unentgeltliche/Entgeltliche oder aber gemischte Schenkungen haben unter steuerlichem Aspekt hohen Stellenwert
  •  testamentarische Verfügungen müssen neu überprüft
  •  Wichtig ist Zeit für die Nachfolgeplanung und zwar vor Eintritt des Erbfalls
kontakt wista ag
Kontakt WISTA AG

KonstanzLine-Eid-Straße 1178467 KonstanzTel.: 0 75 31/98 19-0Fax: 0 75 31/98 19-19eMail: info-kn@wista-ag.de

RadolfzellFritz-Reichle-Ring 6b78315 RadolfzellTel.: 0 77 32/93 91 330Fax: 0 77 32/93 91 339eMail: info-radolfzell@wista-ag.de

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SpeyerSt. Guido-Stifts-Platz 367346 SpeyerTel.: 0 62 32/1 00 72-0Fax: 0 62 32/1 00 72-50

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