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ERKLÄRUNG SEXUELLER RECHTE verfasst von der World Association for Sexual Health (WAS) bei ihrem 14. Kongress in Hongkong (1999). PRÄAMBEL.

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ERKLÄRUNG SEXUELLER RECHTEverfasst von der World Association for Sexual Health (WAS)bei ihrem 14. Kongress in Hongkong (1999)

PRÄAMBEL

Sexualität ist ein integraler Bestandteil der Persönlichkeit jedes Menschen. Ihre volle Entfaltung hängt von der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse ab wie der Wunsch nach Berührung, Intimität, Gefühlsäußerung, Lust, Zärtlichkeit und Liebe…

Sexuelle Rechte sind universelle Menschenrechte, und sie gründen in der angeborenen Freiheit, Würde und Gleichheit aller Menschen. So wie die Gesundheit ein fundamentales Menschenrecht ist, so muss es auch die sexuelle Gesundheit sein…

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ERKLÄRUNG SEXUELLER RECHTEverfasst von der World Association for Sexual Health (WAS)bei ihrem 14. Kongress in Hongkong (1999)
  • Das Recht auf sexuelle Freiheit. Sexuelle Freiheit umfasst die Möglichkeit des Individuums, sein volles sexuelles Potential zum Ausdruck zu bringen. Dies schließt aber jederzeit und in jeder Lebenssituation jede Form von sexuellem Zwang, Ausbeutung und Missbrauch aus.
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Was ist Sexualität?

Sexualität ist eine jedem Menschen mitgegeben Kraft. Diese äußert sich von Geburt an bis zum Tod. Sie zeigt sich unter vielen verschiedenen Ausdrucksformen: der Wunsch, in den Armen gehalten zu werden; jemanden küssen; geschmust werden; einander begehren; lustvoll genießen; Kinder zeugen und in die Welt setzen; sich gegenseitig Zuneigung und Anerkennung schenken; sich aneinander und am Leben freuen; sich mit Kraft und Eifer für etwas einsetzen….

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Was ist Sexualität?

Sexualität ist weit mehr als bloß Genitalität. Flirt, Verliebtsein, sexuelle Erregung, Schmusen, Liebkosen, ineinander Eindringen, Selbstbefriedigung…: all dies sind – neben vielen anderen Varianten – Zeichen und Ausdrucksformen der menschlichen Sexualität.

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Was ist Sexualität?

Sexualität und Fortpflanzung können daher nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden. Sexualität ist eine biologisch, psychisch und sozial bestimmte Erlebnisdimension des Menschen. In der sexuellen Kommunikation geht es auch um psychosoziale Grundbedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Intimität, Liebe… In diesem Sinn hat der Beziehungsaspekt – zu mir selbst und anderen – eine besondere Bedeutung.

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Was ist Sexualität?

Sexualität ist in einem ganzheitlichen Sinn zu verstehen: als eine wichtige Form menschlicher Kommunikation, als Körper- und Beziehungssprache, als Ausdrucksform menschlicher Intimität und Liebesfähigkeit.

Sexualität ist eine Energie, die den ganzen Menschen betrifft und die in vielen seiner Wünsche, Sehnsüchte, Gedanken, Fantasien, Entscheidungen und Handlungen mit hineinspielt.

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Was ist Sexualität?

Heterosexualität und Homosexualität sind aus der Sicht der heutigen Sexualwissenschaften verschiedene Ausprägungen und somit gleichwertige Entwicklungsvarianten der einen vielgestaltigen menschlichen Sexualität.

Jeder Mensch ist sowohl zu homo- als auch heteroerotischen Gefühlen fähig. Die entscheidende Frage ist, welcher Anteil überwiegt. Dementsprechend spricht die Sexualforschung von der im jeweiligen Menschen veranlagten Geschlechts-partnerInnen-Orientierung.

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Was ist Sexualität?

Lesben und Schwulen geht es um dieselben Gefühle, Wünsche und lebensnotwendigen Grundbedürfnisse wie Angenommensein und Geborgenheit, Zuneigung und Verbundenheit, Vertrauen und Intimität, Erotik und Sexualität, Freundschaft und Liebe… wie verschiedenge-schlechtlich bzw. bisexuell orientierten Frauen und Männern.

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Was ist Sexualität?

Die Sexualität ist eine Kraft, die der Mensch mit seinen Gefühlen und mit seinem freien Willen in der Begegnung mit sich selbst und mit anderen gestalten lernen muss.

sexualit t ist

Sexualität ist...

… ein Instrument zur Versöhnung mit der Fähigkeit, schmerzliche Erfahrungen der Vergangenheit hinter uns zu lassen und unseren Körper und uns selbst wieder als liebenswert zu erleben.

… ein Fenster, durch welches wir die Psychodynamik von Individuen und Paaren beobachten können. Sie ist ein Fenster zum Drama unser Innenlebens, besonders unseres Strebens nach Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, Zuneigung…

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Sexualität ist...

… eine psychologische Kraft für Freude, Selbsterleben, lustvolles Genießen, Bindung, Selbstwertgefühl…

… eine Möglichkeit, die im positiven Sinn zu Lebenszufrie-denheit, ganzheitlicher Gesundheit, Selbst- und PartnerInnen-liebe… und im negativen Sinn zu Verzweiflung, Scham, negativem Selbstbild, ungewünschte Schwangerschaft, Krankheiten und Tod führen kann.

systemische sexualtherapie
Systemische Sexualtherapie

Spannungsfelder

der sexuellen Selbstbestimmung

Sexuelle Moderne: Unterdrückung vs. Befreiung

Sexuelle Postmoderne: Beliebigkeit vs. Authentizität

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Konfliktfokus

sexueller Probleme

Relative Abnahme sexueller Funktionsstörungen i.e.S. (z.B. Orgasmusstörungen)

Relative Zunahme sexueller Luststörungen

Verschiebung vom Problemfokus „Es klappt nicht“ zum Problemfokus „Was will ich?“

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Kompetenzen postmoderner

Paare

Auswahlkompetenz:

Welche der bereitliegenden Möglichkeiten suchen wir uns?

Verhandlungsmoral/kompetenz:

Wie einigen wir uns, wo kein Geschlechtermodell vorliegt?

Spielbereitschaft:

Was probieren wir aus?

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Sexualtherapie der

1. Generation vs. 2. Generation

Masters-Johnson

systemisch

Zentrales Konzept

Funktion: „Können“

Begehren: „Wollen“

  • Sexuelles Profil
  • Kommunikation der
  • Differenz
  • Versagensangst
  • Entspannung

Therapeutischer Fokus

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Grundlagen der

systemischen Sexualtherapie (1)

Entwicklung und Potential

Bezugnahme der Therapie ist das erforderliche erotische Potential der beiden Partner/innen, nicht die sexuelle Funktion.

Leitfrage: An welchen Stellen meiner sexuellen Biografie stehe ich?

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Grundlagen der

systemischen Sexualtherapie (2)

Ambivalenz

In sexuellen Beziehungen spielen nicht nur „gute“ (bindende, liebevolle) Motive, sondern auch „böse“ (Hass, Verachtung, Rache) Motive eine Rolle.

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Grundlagen der

systemischen Sexualtherapie (3)

Von der Funktion zum Begehren

Die Leitunterscheidungen von können vs. nicht können (sexuelle Funktion) wird relativiert zugunsten der Leitunter-scheidung wollen vs. nicht wollen (sexuelles Begehren).

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Problem - Opfer

Können/Nicht-Können fokussiert auf die Problem-Opfer-Position und begünstigt eine defizitorientierte Diagnose.

Leitunterscheidung: Was ist möglich / nicht möglich?

Beispiel:

Kann ich einen Orgasmus haben?

Kann ich eine Erektion haben?

Was schaffe ich nicht?

Was fehlt mir?

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Selbstbestimmung

Wollen/Nicht-Wollen/Anders-Wollen fokussiert auf sexuelle Selbstbestimmung.

  • Beispiel:
      • Was will ich?
      • Was will ich nicht?
      • Was will ich anders?

Univ.-Lekt. Mag. Johannes WAHALA

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Fragefokussierung

auf Funktion und Begehren

  • Was will ich – angesichts meiner Grenzen/Beeinträchti-gungen?
  • Beispiel:
    • Angesichts Ihrer Erektionsstörungen – was wollen Sie sexuell von Ihrer Frau?
    • Angenommen, Sie haben weiterhin Orgasmusstörungen mit Ihrem Partner – welchen Sex wollen Sie?

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Grundlagen der

systemischen Sexualtherapie (4)

Zwei Partner/innen unterscheiden sich in ihrem sexuellen Begehren ebenso wie in ihrem Aussehen, ihrem Gesichts-ausdruck, ihrem Geschmack, ihrer Persönlichkeit.

Jede Person hat ihr individuelles sexuelles Profil.

Die systemische Sexualtherapie fokussiert zunächst nicht auf die Gemeinsamkeiten, sondern auf die Differenzen der beiden sexuellen Profile.

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Sexuelles Profil

Erfahrungen: Was kenne ich schon?

Gegenwärtige Aktivität: Was verwirkliche ich?

Einstellung: Was sind meine Werte? Haltungen?

Vorlieben/Abneigungen: Was liegt mir / nicht?

Wünsche und Phantasien: Was ist ungelebt?

Sexuelle Fähigkeit: Was kann ich?

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Sexuelles Profil der PartnerInnen

Sexuelles Profil Partner/in B

Sexuelles Profil Partner/in A

Gemeinsames sexuelles Profil des Paares

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Konfliktorganisation des sexuellen Begehrens

Diese Unterschiede können Angst machen

  • vor Verlassenwerden
  • vor Unterlegenheit
  • als Mann/Frau nicht attraktiv genug zu sein

Deshalb gehen die Partner/innen mit den Unterschieden der beiden Profile so um, dass Angst vermieden und beide Partner/innen nicht bedroht werden.

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Kommunikation/Ex-Kommunikation des sexuellen Profils

ex-kommuniziert

ex-kommuniziert

kommuniziert

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Ex-Kommunikation des Unterschieds

Die Ex-Kommunikation hat zwei Komponenten

  • Selektive Mitteilung:
  • die Partner/innen zeigen sich selbst als begehrendes Subjekt nur teilweise
  • Selektive Wahrnehmung:
  • die Partner/innen nehmen das sexuelle Profil des Anderen nur teilweise wahr

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Ex-Kommunikation des Unterschieds

Durch selektive Mitteilung und selektive Wahrnehmung

wird ein kleinster gemeinsamer Nenner der Sexualität

erzeugt.

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Erzeugung des kleinsten gemeinsamen Nenners

Rücksicht

Ich teile mich so mit, dass Du Dich nicht bedroht fühlst.

Gegenseitigkeitserwartung

Im Gegenzug erwarte ich, dass Du Dich so zeigst, dass ich mich nicht bedroht fühle.

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PartnerInnenvalidierung vs. Selbstvalidierung

Partner/innenvalidierung: Ich zeige mich sexuell so, dass ich eine bestätigende Reaktion meines/meiner Partner/in erwarten kann.

Selbstvalidierung: Ich zeige mich sexuell so, wie es mir entspricht. Dabei nehme ich eine nicht-bestätigende (angstvolle, wütende etc.) Reaktion des Partners/in in Kauf.

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Dimension der Paarbeziehung

Paarbeziehungen folgen als lebende Systeme zwei zentrale Funktionen:

1. Balance: Sie sind in der Lage, durch Selbstregulation einen Gleichgewichtszustand herzustellen.

2. Entwicklung: Sie sind in der Lage, ihre Struktur zu verändern und in einen neuen Zustand zu gelangen.

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Sexuelle Balance

  • Sexuelle Störungen lasse sich nach dem Balance-Prinzip oder nach dem Entwicklungs-Prinzip behandeln.
  • Balance: Alles bleibt gleich, Störungen werden beseitigt
    • Vorstellung über richtigen normalen Sex
    • Wieder so wie früher
    • „Es klappt“

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Sexuelle Entwicklung

  • Entwicklung:
    • Störungen als Hinweis für Entwicklungsbedarf
    • Sexuelle Vorstellungen werden neu verhandelt
  • „Das kann nicht alles gewesen sein“
  • Abschied von „alter“ Sexualität
  • Eintritt in neue Phase der gemeinsame Sexualität

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Balance und Entwicklung

Fallbeispiel:

Herr A. hat Erektionsstörungen. Er zieht sich aus dem sexuellen Kontakt mit seiner Frau zurück.

Gelegentlich im Internet unterwegs.

Frau A. zeigt sich enttäuscht und vorwurfsvoll. Fühlt sich als Frau nicht gesehen und begehrt.

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Balance und Entwicklung

(Fall A.)

  • Entwicklungs-Prinzip:
  • ED als Vorwand für sexuellen Rückzug
  • Enttäuschung der Frau: Reaktion auf Rückzug
  • Fokus auf Begehren (Wollen):
  • Was will Herr A. sexuell von seiner Frau?

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PartnerInnenvalidierung vs. Selbstvalidierung (Paar A.)

Partner/innenvalidierung (Herr A.): Ich kann leider nicht. (Problem-Opfer-Position)

(Balance-Prinzip): Alles so lassen, ED beheben

Selbstvalidierung (Herr A.): Ich habe spezifische sexuelle Wünsche, die ich Dir bisher nicht gezeigt habe.

(Entwicklungs-Prinzip): Neue Phase verhandeln

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Ziele

Authentischer Sex statt funktionierender Sex.

„Good enough sex“ statt „great sex“

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Erotische Entwicklung:

Verhinderung

Spontaneitätsfalle: Erotik ist nur gut, wenn sie von selbst kommt.

Rücksichtsfalle: Ich intendiere nur das, von dem ich weiß, dass mein/e Partner/in es gut heißt.

Gegenseitigkeitsfalle: Gute Entwicklungen sind symmetrische Entwicklungen.

Eigentlichkeitsfalle: „Sex ist eigentlich Beziehung.“

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Erotische Entwicklung:

Ermöglichung (1)

Erotische Selbstrealisierung verlässt die Komfortzone der Beziehung.

Erotische Entwicklung setzt aktive Entscheidungen voraus, nicht wartendes Wachstum.

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Erotische Entwicklung:

Ermöglichung (2)

Von nichts kommt nichts. Ohne Investition kein Ergebnis.

Erotische Entwicklungen verlaufen asymmetrisch:

Einer fängt an.

Wer guten Sex will, muss mittelmäßigen Sex in Kauf nehmen.

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