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Wer ist der Adressat unseres Lösungsversuchs der Theodizee-Frage?

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  1. Wer ist der Adressat unseres Lösungsversuchs der Theodizee-Frage? der eine theoretische Lösung sucht der Trost im Leid sucht

  2. Der gekreuzigte Gott Ein Lösungsversuch von Jürgen Moltmann geboren 1926 in Hamburg evangelischer Theologe lehrte in Wuppertal und Tübingen „Theologie der Hoffnung“

  3. Die Entwicklung des christlichen Gottesbildes in den ersten Jahrhunderten der Kirche biblisches Gottesbild/neutestamentliche Botschaft philosophische Kategorien der Antike (vor allem Platon) Unveränderlichkeit Gottes • Vollkommenheit • Transzendenz • eschatologische Garantie Gott ist überzeitlich

  4. Theologische Aufbrüche im 19./20. Jahrhundert • Gott muss veränderlich sein, weil • Er sonst nicht als Person bezeichnet werden könnte • (denken, fühlen, handeln, lieben) • - das biblische Gottesbild seine Veränderlichkeit impliziert wenn Gott veränderlich ist, muss das Verhältnis zwischen Ihm und der Zeit geklärt werden

  5. Gott und Zeit Lösung I: Gott erschafft die Zeit und tritt in sie ein Lösung II: Zeit ist eine notwendige Kategorie wie die Logik wenn Gott – wie und warum auch immer – mit der Zeit verbunden ist, ist es denkbar, dass er Gefühle hat, also auch Leid empfindet

  6. Die Leidensfähigkeit Gottes „Gott ist die Liebe“ Liebesfähigkeit impliziert Leidensfähigkeit biblische Zeugnisse: AT: Israeliten in Ägypten, Babylon NT: Inkarnation  Kreuzestod Mitleiden Gottes mit seiner Schöpfung aus Liebe zu ihr Innertrinitarische Dimension des Leidens und Kreuzestodes Jesu Hier ergibt sich ein Anknüpfungspunkt für die Theodizee-Problematik

  7. „Gibt es einen wirklichen theologischen Freund Hiobs außer dem Gekreuzigten von Golgatha?“ theologia crucis

  8. Die Theodizee-Frage als „Fels des Atheismus“ Atheistische Einwände vollkommen berechtigt angesichts des Leids erscheint jeder klassische Versuch einer rationalen Beantwortung der Theodizee-Frage zynisch an die Stelle argumentativer Erklärungsversuche tritt das rational verantwortete Bekenntnis Philosophischer Hintergrund: Distanzierung vom aufklärerischen Erkenntnisbegriff, Postulieren einer metarationalen Wirklichkeit

  9. Der leidende Gott antwortet existentiell Durch das Mitleiden Gottes mit seiner Schöpfung, das seinen Höhepunkt im Kreuzesgeschehen findet, erweist Er sich als solidarisch und als liebender Gott „Es gibt kein Leiden, das in der Geschichte Gottes nicht Gottes Leiden, es gibt keinen Tod, der nicht in der Geschichte auf Golgatha Gottes Tod geworden wäre.“ Dennoch: Was ist der Grund dafür, dass Gott mitleidet anstatt einzugreifen? Gewährleistung der Freiheit „Die Liebe erniedrigt sich um der Freiheit ihres Gegenübers willen.“ „Schöpfung bedeutet für Gott Selbstbeschränkung, Zurücknahme seiner selbst, also Selbsterniedrigung. Schöpferische Liebe ist immer auch leidende Liebe.“

  10. Die erlösende Liebe des mitleidenden Gottes Leiden und Tod Jesu am Kreuz als Höhepunkt des Mitleidens Gottes • innerweltlich • Solidarität Gottes mit jedem Leidenden • eschatologisch • theistische Allmachtsprädikate manifestieren sich in der Liebe Gottes • Erlösung ereignet sich durch die verwandelnde und allmächtige Kraft der Liebe

  11. Die erlösende Liebe des mitleidenden Gottes II • Freiheit ist die Grundvoraussetzung für Liebe (1) • Gott verzichtet auf das Eingreifen (2) • Gottes Liebe ist allmächtig (3)  die frei gewählte Hinwendung zu Gott gewährt den Zugang zur erlösenden, weil allmächtigen Liebe Gottes in Tod und Auferstehung Jesu zeigt sich diese Bewegung beispielhaft: Jesus entäußert sich jeder Möglichkeit, zu handeln (2), erweist so seine Liebe (1) und ermöglicht die Überwindung des Todes (3), nicht nur für sich selbst, sondern für jeden Menschen

  12. Kritische Rückfragen • Ist ein leidender Gott allmächtig? Wenn nicht, wie kann dann die Erlösung garantiert werden? Aber: „Denkt man die Dreieinigkeit als Geschehen der Liebe im Leiden und im Tode Jesu […], dann ist die Trinität kein in sich geschlossener Kreis im Himmel, sondern ein für die Menschen offener eschatologischer Prozeß auf der Erde, der vom Kreuz Christi ausgeht.“ Wenn doch, wieso greift er dann nicht ein? Aber: „Die Liebe erniedrigt sich um der Freiheit ihres Gegenübers willen.“ „Schöpfung bedeutet für Gott Selbstbeschränkung, Zurücknahme seiner selbst, also Selbsterniedrigung. Schöpferische Liebe ist immer auch leidende Liebe.“ • Ist die Annahme einer metarationalen Wirklichkeit intellektuell redlich? • Wird durch die Theorie vom leidenden Gott an dem Protestschrei der Gottesleugner vorbeiargumentiert? • Karl Rahner: „Um – einmal primitiv gesagt – aus meinem Dreck und Schlamassel und meiner Verzweiflung herauszukommen, nützt es mir doch nichts, wenn es Gott – um es einmal grob zu sagen – genauso dreckig geht.“

  13. Literatur: Kreiner, Armin, Gott im Leid. Zur Stichhaltigkeit der Theodizee-Argumente, Freiburg i. Br. 1997 (Quaestiones Disputatae 168), hier: 165-190. Moltmann, Jürgen, Der gekreuzigte Gott. Das Kreuz Christi als Grund und Kritik christlicher Theologie, München 1972, vor allem: 184-267. Moltmann, Jürgen, Trinität und Reich Gottes. Zur Gotteslehre, München 1980, vor allem: 36-76. Zitate Folie Nr. 7: Trinität und Reich Gottes, 63 Folie Nr. 9: Der gekreuzigte Gott, 233 Trinität und Reich Gottes, 45 u. 75 Folie Nr. 12: Der gekreuzigte Gott, 235f s. Folie 9 in: Karl Rahner im Gespräch, Bd. 1, hrsg. v. Paul Imhof/Hubert Biallowons, München 1982, 245.

  14. Gott Schöpfung soll Freiheit haben bindet und beschränkt Recht Freiheit garantiert Leid leidet mit vollkommenes Mitleiden am Kreuz ermöglicht Aufhebung des Rechts Erlösung