1 / 41

KINDLICHE AUSSPRACHESTÖRUNGEN

KINDLICHE AUSSPRACHESTÖRUNGEN. Differenzialdiagnostik und Therapie bei kindlichen Aussprachestörungen. Literaturangaben.

avak
Download Presentation

KINDLICHE AUSSPRACHESTÖRUNGEN

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author. Content is provided to you AS IS for your information and personal use only. Download presentation by click this link. While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server. During download, if you can't get a presentation, the file might be deleted by the publisher.

E N D

Presentation Transcript


  1. KINDLICHE AUSSPRACHESTÖRUNGEN Differenzialdiagnostik und Therapie bei kindlichen Aussprachestörungen

  2. Literaturangaben 1.Fox, A.V. (2005): Kindliche Aussprachestö-rungen: Phonologische Entwicklung, Differential-diagnostik, Therapie. Idstein: Schulz-Kircher2.Fox, A.V. (2005): PLAKSS - Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen. Frankfurt: Harcourt-Test Services.

  3. Dyslalie Stammeln Artikulationsstörung Betonung auf peripher-motorischer Natur der Störung Phonologische Störung Betonung auf phono- logischer,nicht phone-tischer (peripherer) Natur der Störung Frühere Terminologie

  4. Aussprachestörung • Oberbegriff für Kinder, deren Aussprache in irgendeiner Weise gestört ist • bezieht sich auf nicht organische, sondern funktionelle Störungen

  5. Organische versus funktionelle Aussprachestörungen Organische Aussprachestörungen • organische Ursache (z. B. Kindlische Dysarthrophonien, Kraniofaziale Anomalien, AudiogenAussprachestörungen) Funktionelle Aussprachestörung • keine eindeutige organische Ursache

  6. Klassifikationsansätze (A) Medizinisch-ätiologische Einteilungen (Anamnese) • chronische HNO-Erkrankungen • prä- und perinatale Komplikationen Probleme: • nicht alle aussprachegestörten Kinder zeigen auffällige Anamnesen • keine eindeutige Klassifikation möglich • gleiche Anamnese = identische Symptomatik? • Therapiemethode aufgrund der Anamnese nicht ableitbar

  7. Klassifikationsansätze (B) Einteilung nach Schweregrad (Van Riper) • Klassifikation nach Anzahl der fehlgebildeten, substituierten oder ausgelassenen Laute • partielle, multiple und universelle Dyslalie Problem: • Ableitung der Therapiemethode nach fehlgebildeten Lauten fragwürdig

  8. Klassifikationsansätze (C) Linguistisch-deskriptive Ansätze • segmentelle Einteilung (z. B. Sigmatismus, Kappazismus, Rhotazismus) • Einteilung in phonetische und phonologische Störungen • Probleme: • rein deskriptiv • keine Aussagen, ob Prozesse altersgemäß oder physiologisch • keine Aussage über Störungsursache • keine Aussagen, welcher Therapieansatz wirksam

  9. Klassifikationsansätze (D) • Alle Ansätze in Hinblick auf differenzialdiagnostische Funktion unzureichend!! • Fassen Aussprachestörungen weitgehend als homogene Gruppe auf!

  10. Klassifikationsansatz nach Dodd (A) • Kombination aus linguistisch-deskriptiven und psycholinguistischem Ansatz • Identifikation von vier Untergruppen kindlicher Aussprachestörungen anhand der beschreibbaren peripheren, artikulatorischen und phonologischen Fehlermustern: • Phonetische Störung / Artikulationsstörung • Phonologische Verzögerung • Konsequente Phonologische Störung • Inkonsequente Phonologische Störung

  11. Klassifikationsansatz nach Dodd (B) Defizite der einzelnen Störungenim Sprechverarbei- tungsmodell nach Stackhouse und Wells: • Artikulationsstörung: peripher-motorisches Defizit • Phonologischer Verzögerung: kein spezifisches Defizit auf einer der Ebenen • Konsequente Phonologische Störung: Defizit in der phonologischen Erkennung und Speicherung • Inkonsequente Phonologische Störung: Defizit des phonologischen Arbeitsgedächtnisses und des Motorischen Programms

  12. Definition der Prozessarten • Phonologischer Prozess bei Fox: phonologische Abweichungen in der Kindersprache von der Erwachsenensprache (im Sinne von phonolo-gischen Fehlermustern) • Physiologischer phonologischer Prozess: phonologische Abweichung, die normal (physio-logisch) in der Sprachentwicklung des Kindes ist • Pathologischer phonologischer Prozess: phonologische Abweichung, die nicht physio-logisch für die Sprachentwicklung ist • Artikulatorischer Prozess: regelmäßiges phonetisches Abweichungsmuster

  13. Symptomatik - Artikulations-/ Phonetische Störung • Definition: Unfähigkeit, einewahrnehmungsmäßigannehmbare Version eines Phons zu produzieren. • ohne Verlust eines phonemischen Kontrasts! • Peripher-motorisches Problem • Artikulationsstörung im Deutschen nur bei: • Schetismus lateralis • Isoliertem Sigmatismus oder • einer Kombination aus beidem • multipler Interdentalität (interdentale Realisation aller Alveolaren /d t n s z ts und l/); geht oft mit myofunktioneller Störung einher

  14. Symptomatik - Verzögerte Phonologische Entwicklung • Definition: Die produzierten phonologischen Prozesse entsprechen der physiologischen Entwicklung, wobei ein Prozess untypisch für das Alter des Kindes ist. • Häufige physiologische phonologische Prozesse: • Reduktion von Konsonantenverbindungen • Vorverlagerung der Velare /k g N/ zu [t d n] • Vorverlagerung von /S C/ zu [s]oder [T] • Kontaktassimilation von /tÒ dÒ/ zu [kÒ gÒ] • Glottale Ersetzung von /Ò/ zu [h]und • Auslassung des finalen Konsonanten /l/

  15. Symptomatik - Konsequente Phonologische Störung • Definition: Ein phonologischer Prozess kommt nicht in der physiologischen Entwicklungvor. • es können auch physiologische Prozesse auftreten, die altersentsprechend sind oder nicht • Die häufigsten patholog. Prozesse sind: • Rückverlagerung der Alveolare: /t d n/zu /k g N/ • Substitution der Frikative: Plosivierung oder Ersetzen aller Frikative oder aller Anlautfrikative durch /h /,/s /, /T/oder einen undefinierbaren Laut • Onsetprozesse: Ersetzen aller Onsets bis auf /m n b p d t/entweder durch /d/oder durch /h /

  16. Symptomatik - Inkonsequente Phonologische Störung • Definition: identische lexikalische Items werden nicht immer auf die gleiche Weise gebildet • mindestens 40% der Wörter aus einem 25-Wörter-Test (PLAKSS) werden bei drei-maliger Produktion inkonsequent realisiert • Es treten physiologische als auch pathologi-sche Prozesse auf, die bei jeder Diagnostik anders aussehen

  17. Phonologische Prozesse • Strukturelle Vereinfachungen • Systemische Vereinfachungen • Artikulatorische Prozesse

  18. Strukturelle Vereinfachungen Veränderung der Wortstruktur durch phonologische Prozesse • Tilgung unbetonter Silben (TUS); z. B. /nan«/ statt Banane • Tilgung initialer Konsonanten (TIK); z. B. /oùt/ statt rot • Tilgung finaler Kononanten (TFK); z. B. /gab«/ statt Gabel • Reduktion von Konsonantenverbindugen (RKV); z. B. /lum«/ statt Blume

  19. Systemische Vereinfachungen(A) Substitution von Phonemen bei Erhaltenbleiben der Wortstruktur • Assimilation (Ass); z. B. /gÒaI/ statt /dÒaI/ (Kontaktassimilation) oder /SmEkŒlIN/ statt /SmEtŒlIN/ (Fernassimilation) • Vorverlagerung (VV); z. B. /tam/ statt /kam/ • Rückverlagerung (RV); z. B. /fIC«/ statt /fIS«/

  20. Systemische Vereinfachungen(B) • Plosivierung (Plos); z. B. /tIp/ statt /SIf/ • Sonorierung / Entstimmung (Son, Ent); z. B. /gInt/ /kInt/ oder /faùl/ statt /vaùl/ • Glottale Ersetzung (Glott Er) /Ò/ zu /h/; z. B. /hos«/ statt • Deaffrizierung (DeAffr); z. B. /fan«/ statt /pfan«/

  21. Artikulatorische Prozesse • Interdentalität /s/ wird zu /T/; /z/ wird zu /D/ • Multiple Interdentalität • Addentalität • Lateralisation von Sibilanten /S/ oder /s/ werden zu /Â/

  22. Differenzialdiagnostik Aktuelle Verfahren zur Ermittlung phonologischer Prozesse: • PAPP – Pyrmonter Analyse Phonologischer Prozesse • Logo – Ausspracheprüfung • ADD – Aachener Dyslalie Diagnostik • AVAK – Analyseverfahren zu Aussprachestörungen bei Kindern • Patholinguistische Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen • Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen (PLAKSS)

  23. PLAKKS (A) - Material Testmaterial • Ringbuch zum Bilderbenennungsverfahren: 99 Testbilder, die dem Wortschatz kleiner Kinder entsprechen und alle Laute und die wesentlichen Lautverbindungen des Deutschen enthalten • 31 einzelne Bildkarten für den 25-Wörter-Test zur Überprüfung der Lautbildungsinkonsequenz • 10 Protokollbögen Protokollbögen 1 & 2 für die Klassifikationsana-lyse und Therapieplanung zwingend erforderlich

  24. PLAKKS (B) Durchführung Haupttest • Kind soll Bilder benennen • Erfolgt kein spontanes Benennen: Lückensatz (z. B. „Man reitet auf einem...“), Semi-Spontanäußerung („Ist das ein Dinosaurier oder ein Krokodil?“) oder Nachsprechen • 25-Wörter-Test: Kind soll 3x aufeinander-folgend 31 Bilder benennen • Aufnahme mit Kassettenrecorder, Minidisk, MP3

  25. PLAKKS (C) Analyse Prozessanalyse: • Konsequente Wortrealisation? • Phonologische und Artikulatorische Prozesse? • Sind phonologischen Prozesse physiologisch+altergemäß, physiologisch+ verzögert oder pathologisch?

  26. PLAKKS (D) Protokollbogen 1

  27. PLAKKS (E) Protokollbogen 2

  28. PLAKKS (F) Befund Einschätzung der auftretenden Prozesse • Physiologische Prozesse werden gewertet, wenn sie 3x auftreten • Pathologische Prozesse werden gewertet, wenn sie 3x auftreten Einschätzung der Inkonsequenzrate • Werden >40% der Wörter inkonsequent gebildet, weist das auf eine inkonsequente phonologische Störung hin

  29. Therapie bei kindlichen Aussprachestörungen

  30. Therapieformen • Artikulationstherapie (Van Riper / Franke) • Phonologische Therapieformen • Metaphon • Minimalpaartherapie • P.O.P.T (Fox) • Inkonsequenz-Therapie • Kernvokabulartherapie

  31. Welche Therapieform für welche Störung? • Artikulationsstörung  Klassische Artikulationstherapie • Konsequente Phonologische Störung  phonologische, KEINE Artikulationstherapie • Verzögerte phonologische Entwicklung  phonologische Therapie + Klassische Artikulationstherapie • Inkonsequente Phonologische Störung  Inkonsequenz-Therapie mit später erfolgender phonologischen Therapie

  32. Artikulationsstörung Klassische Artikulationstherapie • Mundmotorische Übungen zur Förderung des notwendigen Muskeltonus • Hörübungen zur Identifikation und Diskrimination des zu bearbeitenden Lautes • Lautanbahnung: isoliert, auf Silben-, Wort- und Satzeben sowie in der Spontansprache

  33. Phonologische Therapie bei Konsequenter Phonologischen Störung • Ziel der phonologischen Therapie: Kindern die Möglichkeit bieten, die phonologischen Regeln der Erwachsenensprache zu erlernen und anzuwenden. • Kinder müssen folgende Informationen bekommen: 1. Wissen, dass Veränderung notwendig ist. 2. Wissen, dass man verändern kann. 3. Informationen darüber, wie verändert werden kann.

  34. Therapieprinzipien der Phonologischen Therapie • Systematische Planung und auf Output des Kindes basierend • Erweiterung des Spektrums der Lautkontraste innerhalb von bedeutungstragenden Kontexten • Prozesse verändern, nicht neue Laute trainieren • Therapie beginnt rezeptiv • Sprache wird zu Beginn nicht korrigiert • Arbeiten mit Real- aber vor allem mit Pseudowörtern • Behandlung beginnt mit dem, was das Kind kann: Prinzipien werden erst mit Lauten erarbeitet, die das Kind beherrscht

  35. Psycholinguistisch orientierte Phonologische Therapie (P.O.P.T.) Prozessauswahl • Pathologie vor Physiologie: Bei Konse-quenter Pathologischer Störung wird stets mit den Pathologischen Prozessen be-gonnen. • Es wird immer mit dem Prozess begonnen, der die meisten Phoneme betrifft.

  36. Prozessauswahl - Beispiel Folgende pathologischen Prozesse treten auf: • Rückverlagerung der Alveolare /t d n/ zu /k g N/ • Plosivierung aller Frikative /f v s z S C x/ • Da vom Prozess der Plosivierung sieben Laute betroffen sind, wird dieser Prozess zuerst behandelt.

  37. Therapieprogramm P.O.P.T. (A) Vorübung • Rezeptiv: Therapeut spricht falsch vor, Kind soll erkennen, dass das Wort so nicht heißt. • Ziel: Trennen von der direkten Verbindung Semantik und phonologischer Speicherung. Steigerung der Aufmerksamkeit für den phonologischen Inhalt eines Wortes.

  38. Therapieprogramm P.O.P.T. (B) Phase I Rezeptiv • Einführung aller betroffenen Laute + Ersatzlaute mit Symbolkarten • Differenzierung und Identifikation aller behandelten Laute: isoliert, Silben, Pseudowörter mit ansteigender Komplexität, Realwörter Ziel: Stärkung/Normalisierung des phono-logischen Erkennens und Korrektur der phonologischen Repräsentationen

  39. Therapieprogramm P.O.P.T. (C) Phase II Expressiv • Kind kann die behandelten Laute ausprobieren • Spiele, in denen es um den schnellen Wechsel von Zuhören und Nachsprechen von isolierten Lauten und von Silben geht Ziel: Neue Koppelung von phonologischer Erkennung/Speicherung mit neuem motorischen Muster

  40. Therapieprogramm P.O.P.T. (D) Phase III Rezeptiv/Expressiv • Erkennen von Ziellauten in Wörtern ohne auditive Vorgabe des Therapeuten: 1. Kind soll das Wort nur im Kopf sagen 2. Kind soll das Wort laut äußern • Das Kind soll den entsprechenden Laut identifizieren und das Wort laut aussprechen. Ziel: Aufbau eines neuen korrekten motorischen Programms für die von einem Prozess betroffenen Laute

More Related