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Pflegediagnosen in der Psychiatrie Teil 1: Grundlagen

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Pflegediagnosen in der Psychiatrie Teil 1: Grundlagen. Christoph Abderhalden Universitäre Psychiatrische Dienste Bern, Schweiz, Forschungsstelle Pflege und Pädagogik.

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Presentation Transcript
pflegediagnosen in der psychiatrie teil 1 grundlagen

Pflegediagnosen in der PsychiatrieTeil 1: Grundlagen

Christoph Abderhalden

Universitäre Psychiatrische Dienste Bern, Schweiz,

Forschungsstelle Pflege und Pädagogik

slide2
Mit Diagnosen werden ähnliche Fälle/Sachverhalte zu Gruppen/Kategorien zusammengefasst und in abstrakter, einheitlicher Form beschrieben
    • Individualität geht dabei immer verloren! Diagnosen sind Schubladen! Keine Landkarte im Massstab 1:1!

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide3
Jedes Mal, wenn wieder so ein Termin bevorsteht, bin ich schon Tage vorher fix und fertig, ich kann nicht mehr schlafen, und meistens melde ich mich dann mit einer Ausrede im letzten Moment ab, oder ich behaupte, dass ein anderer Termin verabredet war, oder versuche, den Termin zu verschieben. Ich ärgere mich dann selbst über mich und schäme mich auch, aber ich weiss mir einfach nicht anders zu helfen

„Schublade“: Vermeidendes Coping (vermeidendes Problem-bewältigungsverhalten)

oder, noch etwas abstrakter: Unwirksames Coping

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide4
Diagnosen sind Beurteilungen, zusammenfassende komprimierte Beschreibungen irgendeines Phänomens, (in der Regel) formuliert durch Fachleute
    • Psychologische, medizinische, pflegerische Diagnosen, Haardiagnose beim Frisör, VW-Diagnostic Centers usw.!
  • Professionelle Arbeit (professionelle Pflege) unterscheidet sich von Laien-Arbeit dadurch, dass sie systematisch erfolgt und auf spezifisches Fachwissen abgestützt ist
    • Diagnostizieren (dh etwas beurteilen, Probleme erkennen und benennen) ist ein zentrales Merkmal von professioneller Arbeit!

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide5
Fachleute verschiedener Disziplinen sehen die Welt durch ihre fachspezifische Brille, sie diagnostizieren aus ihrer spezifischen Perspektive unterschiedliche Dinge
    • Die verschiedenen Diagnosen ergänzen sich

Bedburg-Hau, 13.10.2004

verschiedene diagnosen
Verschiedene Diagnosen

Zusammenge-

fasst in sozialar-beiterischer Diagnose

Erst alle Beurteilungen/Diagnosen zusammen bilden eine adäquate, umfassende Darstellung des Falles!

SozialarbeiterIn

Zusammen-gefasst in medizinischer Diagnose

Sicht der

Sozialarbeit

Zusammenge-fasst in Pflege-diagnosen

Sicht der

Pflege

Sicht der

Medizin

Arzt/Ärztin

Pflegeperson

PatientIn

Bedburg-Hau, 13.10.2004

worauf achtet was diagnostiziert die pflege
Worauf achtet, was diagnostiziert die Pflege?
  • Nursing is the diagnosis and treatment of human responses to actual or potential health problems (American Nurses Association)
  • Pflege ist die Diagnose und Behandlung menschlicher Reaktionen* auf vorhandene oder potentielle Gesundheits- probleme/ Lebensprozesse.

* Reaktionen = u.a. Krankheitsfolgen und –begleiterscheinungen: Funktionsstörungen, Beeinträchtigungen im Alltagsleben, Coping, Umgang mit Therapien; Umgang mit gesundheitlichen Risiken etc

Bedburg-Hau, 13.10.2004

gesundheit who icf
Gesundheit (WHO-ICF)

Körperliche und geistig-seelische Verfassung

(Störung/Krankheit)

Körperfunktionen

(Schädigungen)

Aktivitäten

(A-Einschränkungen)

Partizipation

(P-Einschränkungen)

Wie wirkt sich die Verfassung/Krankheit aus

… auf alltägliche Funktionen ?

… auf das Wohlbefinden, das Selbstkonzept,

… die Partizipation am gesellschaftlichen Leben ?

Wie geht der Patient/die PatientIn um mit Risiken, Vulnerabilität, Symptomen, mit der Therapie?

Persönliche

Faktoren

Umwelt-

faktoren

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide9
Krankheitsfolgen, funktioneller Gesundheitszustand, individuelle Bewältigung, Reaktion auf Krankheit, etc. sind wesentlich für die Lebensqualität und nicht zuletzt für Aufwand und Kosten!
    • Darin liegt die gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Bedeutung der Pflege!

Bedburg-Hau, 13.10.2004

muster des funktionellen gesundheitsverhaltens
Muster des funktionellen Gesundheitsverhaltens
  • Wahrnehmung und Umgang mit der eigenen Gesundheit
  • Ernährung und Stoffwechsel
  • Ausscheidung
  • Aktivität und Bewegung
  • Schlaf und Ruhe
  • Kognition und Perzeption
  • Selbstwahrnehmung und Selbstkonzept
  • Rollen und Beziehungen
  • Sexualität und Reproduktion
  • Bewältigungsverhalten und Stresstoleranz
  • Werte und Überzeugungen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

medizinische und pflege diagnosen
Medizinische und Pflege-Diagnosen
  • Medizinische und pflegerische Diagnosen ergänzen sich:
  • Medizinische Diagnosen beschreiben in einer Kurzform die Gesundheitsprobleme/ Krankheiten selbst,
  • Pflegediagnosen beschreiben in einer Kurzform die individuellen Folgen/ Begleiterscheinungen der Krankheiten/Behandlungen und die Reaktionender Betroffenen auf Risiken, Vulnerabilität, Krankheit, Behandlung

Bedburg-Hau, 13.10.2004

beispiel
Beispiel

Freizeitgestaltung?

Kontakte und Freundschaften?

Umgang mit Stigma von Krankheit/psychiatrischer Behandlung? Rolle als Frau im Alltagsleben?

Nahrungs- und Flüssigkeitseinnahme? Zurechtkommen mit Therapieprogramm, -empfehlungen?

Vertretung eigener Interessen in Alltagssituationen?

Anorexie;

Psychodynamik; Familiendynamik

SozialarbeiterIn

Sicht der

Sozialarbeit

Sicht der

Medizin

Sicht der

Pflege

Arzt/Ärztin

Pflegeperson

PatientIn

Bedburg-Hau, 13.10.2004

interdisziplin rer prozess
Interdisziplinärer Prozess

Arbeitslosigkeit

Schizophrenie

SozialarbeiterIn

Angst, wieder in die Klinik zu müssen

Arzt/Ärztin

Pflegeperson

PatientIn

Bedburg-Hau, 13.10.2004

gleiche medizinische diagnose unterschiedliche pflegediagnosen
Patient A, 37 Jahre

Patient B, 45 Jahre

Gleiche medizinische Diagnose – unterschiedliche Pflegediagnosen

Psychiatrische Diagnose:

Schizophrenie

Psychiatrische Diagnose:

Schizophrenie

  • Pflegediagnosen:
  • Gefahr von Mangelernährung
  • Vereinsamungsgefahr
  • Einschlafstörung
  • Risiko für Gewalttätigkeit
  • Nichteinhalten von Be-handlungsempfehlungen
  • Pflegediagnosen:
  • Überernährung
  • Erschöpfung
  • Fehlende Fähigkeit, sich durchsetzen zu können
  • Sehr gute Compliance bezüglich Neuroleptikatherapie

Bedburg-Hau, 13.10.2004

berschneidung der fachbereiche
Überschneidung der Fachbereiche

Krankheit

Symptom,

Manifestation

Folge, Coping

Cerebrale Schädigung

Merkfähigkeitsschwäche

Soziale Isolation

Sucht

Vermindertes Selbstwertgefühl

Risiko für Gewalttätigkeit

Chronische

Psychose

Vergiftungs-wahn

Mangel-ernährung

Medizin Pflege

Bedburg-Hau, 13.10.2004

typische pdx in bestimmten settings bei bestimmten krankheiten
Typische PDx in bestimmten Settings, bei bestimmten Krankheiten
  • Bestimmte Pflegediagnosen kommen häufig / typischerweise vor bei bestimmten medizinischen Diagnosen > Townsend-Buch!
  • Bestimmte Pflegediagnosen kommen häufig / typischerweise vor in bestimmten Settings
    • Beispiel: Studie in 11 psychiatrischen Akutstationen in der Schweiz und in Österreich; 330 konsekutiv entlassene PatientInnen, insgesamt 635 Pflegediagnosen (Median 2, MW 2.4 Dx pro Patientin)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

drei bedeutungen von pflegediagnose
Drei Bedeutungen von „Pflegediagnose“

Allgemein: Kurzbeschreibung eines pflegerisch relevanten Aspektes des Gesundheitsverhaltens oder Gesundheitszustandes von Patientinnen

Theoretisch-konzeptuelle Bedeutung

Klinisch-praktische Bedeutung

Einheit / Baustein des pflegerischen Fachwissens (diagnostische Kategorie, Konzept, Mikrotheorie, Praxistheorie, ...)

Zweiter Schritt des Pflege-prozesses; sprachlicher Ausdruck einer klinischen Beurteilung konkreter PatientInnen

Was in Handbüchern, in Lehr-büchern, in Listen beschrieben ist

Was in der Dokumentation einzelner PatientInnen festgehalten ist

Bedburg-Hau, 13.10.2004

diagnosen als mikro praxistheorien
Diagnosen als Mikro- / Praxistheorien

Ziel: Allgemeine Beschreibung des Fachgebiets

z.B. Theorien über Verlust,

Stress, Bewältigung, Angst

Konzeptuelle Modelle

z.B. Orem, King, ...

Middle Range Theories

z.B. Vermeidendes Coping,

Gewaltrisiko

Pflegediagnosen als

Mikrotheorien

Praxistheorien

Ziel: Direkte Umsetzung in die Praxis

Bedburg-Hau, 13.10.2004

theoretisch gekl rte beschriebene pflegediagnosen
Theoretisch geklärte/beschriebene Pflegediagnosen..
  • ... sind pflegerisches Fachwissen, das konkret, praxisnah, direkt anwendbar ist
  • ... sind wichtig für Theorieentwicklung: Pflegediagnosen = Begriffe/Konzepte = Bausteine für Theorien
  • ... sind Wissenseinheiten für Ausbildung
  • ... sind Themen für Forschung (Klärung, Wirksamkeit von Interventionen, etc.)
  • ... alle Pflegediagnosen zusammen beschreiben, welche Aspekte der Gesundheit der Gegenstand des pflegerischen Interesses sind = Beschreibung der Disziplin!

Bedburg-Hau, 13.10.2004

theoretisches wissen und praxis
Theoretisches Wissen und Praxis

Theoretischer Hintergrund:

Modelle, Theorien, Konzepte

Wissen/Fähigkeiten zu einzelnen Pflegeproblemen

(Assessment, Diagnose, Intervention, Evaluation)

Anwendungsebene: Pflegeprozess

Assessment - Diagnose - Intervention - Evaluation

Wissen/Fähigkeiten zur Beziehungsgestaltung

(z.B. Phasen, Rollen, Interaktion, Kommunikation)

Theoretischer Hintergrund:

Modelle, Theorien, Konzepte

Bedburg-Hau, 13.10.2004

form der pflegediagnosen
Form der Pflegediagnosen
  • Trend: Einheitlich, wie ICD-10 für medizinische Diagnosen, nach eigenen Klassifikationssystemen
  • Breiter Konsens: In einheitlicher Struktur (PES-Format)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

klassifikationssysteme bsp
Klassifikationssysteme (Bsp.)
  • NANDA (North American Nursing Diagnosis Association)
    • Nordamerikanische Pflegediagnosenvereinigung
  • ICNP (International Classification for Nursing Practice)
    • Internationale Klassifikation für die Pflegepraxis
  • ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health)
    • Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit; WHO, interdisziplinär

Bedburg-Hau, 13.10.2004

klassifikationssysteme pflegeprozess
Klassifikationssysteme * Pflegeprozess

Diagnose

Intervention

Ergebnis

NANDA

NIC

NOC

(RAI)

(RAI)

ICF

ICF

ICNP

ICNP

ICNP

(ZEFP)

Leistungserfassung:

PRN

LEP

Bedburg-Hau, 13.10.2004

nanda
NANDA
  • Vereinigung, die seit 1973 tätig ist (formale Gründung 1982)
  • Ca 170 Pflegediagnosen akzeptiert für klinischen Gebrauch und Überprüfung
  • Hierarchische Klassifikation (Haupteinteilung nach Domänen, Klassen etc.)
  • Das zur Zeit weltweit meistgebrauchte System, viele Lehrbücher
  • ± alle deutschsprachigen Bücher über PDx enthalten die NANDA-Diagnosen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide26

Aufbau der NANDA-Klassifikation am Beispiel „Kognition / Perzeption“

Domäne

Klassen

Diagnosen

Kognition/Perzeption

Aufmerksamkeit

Orientierung

Gefühl/ Empfindung

Wahrnehm‘g/Erkennen

Wissensdefizit

Akute Verwirrtheit

Chron. Verwirrtheit

Gedächtnis

GestörteDenkprozesse

Abb. 7 Aufbau NANDA-Klassifikation

Bedburg-Hau, 13.10.2004

was definiert die nanda
Was definiert die NANDA?
  • Diagnosen-Name (Label)
  • Einordnung in die Klassifikation, Code
  • Definition
  • Bestimmende Merkmale oder Risikofaktoren
  • Beeinflussende Faktoren
  • (KEINE Pflege-Interventionen!)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide28
Die Klassifikation ist unvollständig
  • Viele Diagnosen sind erst in Bearbeitung
  • Die Klassifikation wird alle 2 Jahre geändert
  • Die wenigsten Diagnosen sind wissenschaftlich gut erforscht
  • Viele Diagnosen sind umstritten!

Bedburg-Hau, 13.10.2004

pes format ev pe format
P

Problem

PES-Format (ev. PE-Format)

Einflussfaktoren; (etiology); Ursachen

E

S

Symptom

Bedburg-Hau, 13.10.2004

pes format bei risikodiagnosen
P

Problem

PES-Format bei Risikodiagnosen

Risikofaktoren

RF

Bedburg-Hau, 13.10.2004

p teil problem
P-Teil: Problem
  • Störung des Selbstwertgefühls in Zusammenhang mit Wahrnehmung der entstellenden Verbrennungsnarben: zeigt sich durch Selbstabwertende Aussagen der Patientin, Vermeiden von Kontakten

S-Teil:

Symptome

E-Teil:

Einflussfaktoren, Ursachen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

p teil problem32
P-Teil: Problem
  • Ungenügende Ernährung in Zusammenhang mit Ablehnung des Klinikessens, spürt Denkstörung nach Einnahme der Mahlzeiten: zeigt sich durch Gewichtsverlust 5 kg/2 Wochen

S-Teil:

Symptome

E-Teil:

Einflussfaktoren, Ursachen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

empfehlungen zum e teil
Empfehlungen zum E-Teil
  • Ursachen/Einflussfaktoren sollten beeinflussbar sein
  • Ursachen/Einflussfaktoren sollten durch Pflege beeinflussbar sein
  • E-Teil soll den Ansatzpunkt für die Pflege-interventionen darstellen
  • E-Teil sollte primär KEINE medizinische Diagnose sein

Bedburg-Hau, 13.10.2004

p teil problem34
P-Teil: Problem
  • Gefahr einer Hautschädigung (Beinstumpf li) RF: Wissensdefizit über Stumpfpflege,und Handhabung der Prothese, Rötungen, Blasenbildung, Juckreiz

RF: Risikofaktoren

(anstelle von Ursachen)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

pflegediagnosen in der psychiatrie teil 2 umsetzung in die praxis

Pflegediagnosen in der PsychiatrieTeil 2: Umsetzung in die Praxis

Christoph Abderhalden

Universitäre Psychiatrische Dienste Bern, Schweiz,

Forschungsstelle Pflege und Pädagogik

pflegediagnosen und pflegeprozess
Pflegediagnosen und Pflegeprozess
  • Pflegediagnosen fassen das Ergebnis des pflegerischen Assessments (der pflegerischen Situationseinschätzung) zusammen
  • Alle Pflegediagnosen einer Patientin/ eines Patienten zusammen beschreiben die Gründe, aus denen sie/er Pflege benötigt

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide37
Sorgfältiger diagnostischer Prozess!
  • Integration in den Pflegeprozess
  • Integration in den interdisziplinären Behandlungsprozess
  • Integration in den Arbeitsalltag
  • Integration in die Zusammenarbeit mit den PatientInnen
  • Sinnvolle Auswahl der Diagnosen
  • Prioritätensetzung
  • Präzisierung der Diagnosen, informatives PES-Format

Bedburg-Hau, 13.10.2004

diagnostischer prozess
Diagnostischer Prozess
  • PatientIn kennenlernen (Assessment: Beobachtung, Gespräch, Tests, Checklisten …)
  • Informationen zu Themen-/Problemkreisen gruppieren, zusammenfassen
  • In Diagnosenliste aus Klassifikation möglicherweise zutreffende Diagnosen suchen: (Diagnostische Hypothesen, Differentialdiagnose)
  • Hypothesen bestätigen/ausschliessen (stimmen die Merkmale?)
  • Im PES-Format ausformulieren

Bedburg-Hau, 13.10.2004

fragen im diagnostischen prozess
Fragen im diagnostischen-Prozess
  • Zusammenfassen oder differenzieren? Möglichst wenige umfassende Diagnosen oder mehrere detaillierte Diagnosen?
  • Wie stark ausgeprägt muss eine Reaktion sein, damit sie als Diagnose erfasst wird?
  • Wie lange muss ein Zustand/ein Verhalten vorhanden sein, bis er als Diagnose gestellt wird?

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide40
Nach welchen Kriterien werden positive Diagnosen festgehalten?
  • Was tun mit Vermutungen bezüglich Diagnose oder Einflussfaktoren/Ursachen?
  • Was tun bei unterschiedlicher Wahrnehmung / Einschätzung durch PatientInnen und Pflegende?

Bedburg-Hau, 13.10.2004

ressourcen positive diagnosen
Ressourcen? Positive Diagnosen?
  • NANDA Wellness-Diagnosen Verwenden
  • PES-Format mit Ressourcen ergänzen: PESR
  • NANDA-Diagnosen positiv formulieren
    • SelbstpflegedefizitAdäquate Selbstpflege
    • Vermindertes SelbstwertgefühlPositives Selbstwertgefühl
    • WissensdefizitSehr gute Kenntnisse über ..
  •  Besondere Klassifikation von „Ressourcen-diagnosen“  (z.B. nach Salutogenesemodell)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

integration in den pflegeprozess
Integration in den Pflegeprozess
  • Struktur der Assessmentinstrumente nach Klassifikationssystem ausrichten
  • Zweistufiges Assessment: Allgemeines „Screening“, vertieftes Assessment für bestimmte Diagnosen
  • Institutionsspezifische oder –angepasste Listen mit Interventionen für Diagnosen
  • Ziele, Pläne, Berichte mit Bezug zu den Pflegediagnosen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

interdisziplin rer prozess44
MedizinInterdisziplinärer Prozess

Pflege

Andere ,z.B. Physio, Ergo, ..

Untersuchung

Ärztliche Untersuchung

Pflegerische Untersuchung

Andere

Untersuchung

Andere Diagnose

Diagnose

Med. Diagnose(n)

Pflegediagnose(n)

Gemeinsame, interdisziplinäre Gesamtbeurteilung

Gemeinsame, interdisziplinäre Ziele/Planung

Anderer Plan

Ziel + Plan

Pflegeplan

Therapieplan

Med. Therapie

Pflegeintervention

Medizin

Intervention

Kontrolle

Evaluation

Evaluation

Evaluation

Gemeinsame, interdisziplinäre Standortbestimmung

Bedburg-Hau, 13.10.2004

integration in den arbeitsalltag
Integration in den Arbeitsalltag
  • Übergabe
  • Berichte
  • Fallbesprechungen / -vorstellungen
  • Visiten
  • Verlegungsberichte

Bedburg-Hau, 13.10.2004

integration in die zusammenarbeit mit den patientinnen
Integration in die Zusammenarbeit mit den PatientInnen
  • Die PatientInnen über die Pflegediagnostik informieren
    • Wir formulieren hier für alle Patienten die Hauptprobleme, an denen wir arbeiten, wir nennen das die Pflegediagnosen
  • Diagnosen möglichst schon während einem Assessment-gespräch stellen
    • Nach dem, was Sie mir jetzt erzählt haben, denke ich, dass es Sinn macht, dazu eine Pflegediagnose zu stellen. Ich würde dieses Problem folgendermassen zusammen-fassen: ….

Bedburg-Hau, 13.10.2004

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Diagnosen mitteilen
    • Nach unserem Gespräch gestern bin ich die Notizen noch mal durchgegangen und habe versucht, Ihre Probleme in zwei Pflegediagnosen zusammenzufassen. Diese Diagnosen möchte icvh heute gerne mit Ihnen anschauen
    • Ich möchte Sie noch informieren, welche Pflegedia-gnosen wie für Sie gestellt haben. Wir wissen, dass Sie mit diesen Formulierungen wahrscheinlich nicht einverstanden sind, aber es ist uns wichtig, dass Sie informiert sind

Bedburg-Hau, 13.10.2004

slide48
Diagnosebezogen planen und evaluieren
  • Diagnosen mit PatientInnen validieren
    • Ich habe Ihre aktuelle Situation in drei Pflegediagnosen zusammengefasst. Können Sie diese Diagnosen mal anschauen? Mich interessiert, ob Sie die Formulierungen nachvollziehen können, und ob Sie finden, dass Ihre Situation damit gut beschrieben ist, oder ob Sie finden, dass das nicht passt, oder ob etwas Wichtiges fehlt.
  • Kopien der Planung (inkl. Diagnosen)
  • Diagnosehandbücher für PatientInnen zugänglich machen (analog Medikamenteninfos)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

priorit tensetzung
Prioritätensetzung

Bedburg-Hau, 13.10.2004

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Aktive / inaktive Diagnosen?

Bedburg-Hau, 13.10.2004

priorit ten m gliche kriterien
Prioritäten? Mögliche Kriterien
  • Hat das Problem einen Einfluss auf den aktuellen Gesundheitszustand? Nein = keine PDx
  • Kümmert sich bereits jemand anderes darum? Ja = keine PDx oder inaktive PDx.
  • Ist das Problem innerhalb der voraussichtlichen Hospitalisationsdauer überhaupt beeinflussbar? Nein = keine PDx oder inaktive PDx
  • Gibt es Risiken, wenn das Problem nicht gelöst wird (Handlungsbedarf?)? Nein = Keine oder inaktive PDx
  • Möchte der Patient/die Patientin das Problem während dieser Hospitalisation angehen? Nein = Keine oder inaktive PDx

Sinnvolle Auswahl der Diagnosen

Bedburg-Hau, 13.10.2004

sinnvolle auswahl der diagnosen
Sinnvolle Auswahl der Diagnosen
  • Möglichst konkrete, alltagsnahe und pflegespezifische Diagnosen wählen!
    • Vorsicht mit: Gestörte Denkprozesse, Wahrnehmungs-störung etc.
    • Statt: Gestörte Denkprozesse (Vergiftungswahn) > Gefahr einer Mangelernährung; Angst, Furcht, beeinträchtigte Interaktion # Misstrauen/Beschuldigungen
  • Möglichst Diagnosen wählen, die für PatientInnen akzeptabel sind!
  • Möglichst Diagnosen wählen, die gut beeinflussbar sind

Bedburg-Hau, 13.10.2004

pr zisierung der diagnosen gutes pes format
Präzisierung der Diagnosen, gutes PES-Format
  • „Buchformulierungen“ auf den Fall konkretisieren!
    • a.d. „Unangemessener Einsatz von Abwehrmechanismen“
  • Schweregrad angeben
    • Schwer, leicht, überwältigend, Grad I, Stufe IV (NANDA!)
  • Akutheit, etc.
    • Akut, chronisch, gelegentlich, …
  • Diagnosen präzisieren!
    • z.B. Copingdiagnosen! Coping WOMIT?
    • Womit geht ein Patient nicht gut um? Was am Coping ist problematisch? Warum geht er so um mit dem Problem?

Bedburg-Hau, 13.10.2004

beispiele
Beispiele
  • Unwirksames Coping (Konflikte)i.Z.m. fehlender Fähigkeit, eigene Interessen zu vertreten:zieht sichsofort zurück, fühlt sich ungerecht behandelt, sagt nicht, wenn sie nicht einverstanden ist, fühlt sich oft „überfahren“
  • (Ziel z.B.: Sagt, wenn sie mit etwas nicht einverstanden ist, äussert direkt ihre Gefühle und Bedürfnisse)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

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Unwirksames Coping (Einschränkungen)i.Z.m. fehlender Frustrationstoleranz: Reagiert regelmässig mit kleinen Sachbeschädigungen, wenn ihm etwas verwehrt wird
  • (Ziel z.B.: Lernt, seine Frustration verbal auszudrücken, keine Sachbeschädigungen)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

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Unwirksames Coping (Belastungen)i.Z.m. schwachem Selbstvertrauen, Ungeduld, „Alles-oder-Nichts-Denken“:Resigniert rasch, wenn sie einige Dinge aufs mal erledigen sollte, „das schaffe ich ja doch nie“, zieht sich dann zurück, hat Kopfweh, erscheint nicht zu abgemachten Terminen
  • (Ziel z.B.: Lernt, Aufgaben zu sortieren, der Reihe nach anzupacken, Teilerfolge anzuerkennen; sagt, wenn ihr etwas zu viel ist, meldet sich ab, wenn sie Termine nicht einhalten kann)

Bedburg-Hau, 13.10.2004

unterst tzende massnahmen
Unterstützende Massnahmen
  • Mustersammlung
  • Liste mit stationsspezifischen zusätzlichen Diagnosen (z.B. Beeinträchtigtes Wohlbefinden durch...)
  • Pflegerische Fallvorstellungen: Jemand stellt PatientIn mit Pflegediagnosen vor, dann Diskussion
  • Konsequentes Monitoring!
  • Anpassung der Dokumentation: Standardisierte Routinediagnosen, Vordrucke

Bedburg-Hau, 13.10.2004