Prof dr ulrike schildmann geschlecht und behinderung
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Prof. Dr. Ulrike Schildmann: Geschlecht und Behinderung. technische universität dortmund. Vortrag im Rahmen der Tagung „weiblich, behindert – diskriminiert?“, Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, 19. Nov. 2009 Gliederung: Einleitung Welche Definitionen von Behinderung gibt es?

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Prof dr ulrike schildmann geschlecht und behinderung

Prof. Dr. Ulrike Schildmann: Geschlecht und Behinderung

technische

universität

dortmund

Vortrag im Rahmen der Tagung „weiblich, behindert – diskriminiert?“,

Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, 19. Nov. 2009

Gliederung:

  • Einleitung

  • Welche Definitionen von Behinderung gibt es?

  • Wie hängen die beiden Begriffe Geschlecht und Behinderung zusammen?

  • Was ist das spezifisch „Weibliche“ in der Behindertenstatistik?

  • Wie stellt sich die Situation behinderter Frauen und Mädchen im Vergleich zu behinderten Jungen und Männern heutzutage dar?

Prof. Dr. Ulrike Schildmann

Emil-Figge-Straße 50

D - 44227 Dortmund Raum 5.436 Telefon: 0231-755-5580 Fax: 0231-755-5200 E-Mail: [email protected]

Sprechstunde:

Mi. 10.00 - 12.00

(während der

Vorlesungszeit).


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Welche Definitionen von Behinderung gibt es?

  • Behinderung steht immer im Verhältnis zu dem, was eine jeweilige Gesellschaft als Normalität definiert;

  • Behinderung ist ein historisches Phänomen, abhängig von jeweiligen sozialen Verhältnissen und kulturellen Deutungs- und Handlungsmustern;

  • Behinderung ist eine soziale Konstruktion: „Folge von Zuschreibungen, Etikettierungen und Stigmatisierungen sowie Systemeffekten“ (Dederich 2009, S. 37).

  • Schließlich: Behinderung ist nie geschlechterneutral und altersunabhängig zu denken; denn behinderte Menschen sind (abgesehen vielleicht von einzelnen Ausnahmen) wie andere Menschen auch: Mädchen oder Jungen, Frauen oder Männer, und lassen sich bestimmten Altersgruppen zuordnen. Entsprechend gilt auch: Behinderung steht immer in kulturellen (interkulturellen, subkulturellen) Zusammenhängen.

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(während der

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Welche Definitionen von Behinderung gibt es?

Problem 1:

Die neue UN-Konvention favorisiert ein soziales Modell von Behinderung, aber ihre Feststellung bzw. Schätzung, dass (weltweit) ca. 10 Prozent aller Frauen behindert seien, basiert auf dem (alten) medizinischen Modell, nach dem medizinisch diagnostizierbare Schädigungen bei der offiziellen Feststellung von Behinderung ein stärkeres Gewicht erhalten als die Frage der gesellschaftlichen Barrieren und sozialen Teilhabemöglichkeiten.

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Wie hängen die beiden Begriffe Geschlecht und Behinderung zusammen?

Beide Begriffe identifizieren soziale Ungleichheitslagen. Allerdings beinhaltet das Geschlecht anders geartete Ungleichheitslagen und HIERARCHIEN zwischen zwei etwa gleichgroßen Gruppen von Männern und Frauen als die Kategorie Behinderung, die eine soziale Minderheit gegenüber der Mehrheitsgesellschaft bezeichnet (Verhältnis zw. Normalität und Abweichung).

Problem 2:

  • Festzustellen ist eine extreme Heterogenität innerhalb der Gruppe der behinderten Frauen; diese hat erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis von „mehrdimensionaler Diskriminierung“.

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Schwerbehinderte Menschen am Jahresende 2007 Prozentuale Verteilung

Davon im Alter von … bis unter … Jahren

Anteil an allen schwerbehinderten Menschen gleichen Geschlechts in %.

  • Quelle: Statistisches Bundesamt

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Was ist das spezifisch „Weibliche“ in der Behindertenstatistik?

Die allgemeine Behindertenstatistik in Deutschland, die auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken kann, orientiert sich, seit dem ersten SCHWERBESCHÄDIGTEN-GESETZ von 1921 (in der Folge des 1. Weltkrieges), an männlichen Lebensbedingungen, konkret: an erworbenen körperlichen Schädigungen von (zumeist männlichen) Soldaten durch Kriegshandlungen sowie an männlicher (industrieller) Erwerbstätigkeit (vgl. dazu die historische Entwicklung des Schwerbehindertenrechtes).

Die spezifische Arbeit von Frauen mit ihren Strukturen und ihren Folgeproblemen wurde und wird aus der allgemeinen Bevölkerungsstatistik weitgehend ausgeblendet oder, am RANDE, als weibliche BESONDERHEIT – meist theorielos – zu erfassen versucht: Die Situation behinderter Mütter (Thema: Elternschaft und Behinderung), sexuelle Gewalt gegen behinderte Frauen und ähnliche Themen sind Beispiele für die Besonderung weiblicher Lebensbedingungen und Ausblendung aus der allgemeinen Statistik.

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Problem 3:

Die politische Handlungsstrategie des Gender Mainstreaming, zu der die deutsche Bundesregierung seit dem Amsterdamer Vertrag verpflichtet ist (vgl. auch Geschäftsordnung der Bundesregierung von 2001), wird nicht konsequent umgesetzt – gelegentlich sogar sträflich vernachlässigt (vgl. z. B. den neuesten „Behindertenbericht“ der Bundesregierung von 2009).

Auch die politische Handlungsstrategie des Disability Mainstreaming müsste im Sinne der UN-Konvention – und könnte, wie das Statistische Bundesamt zeigt - praktisch umgesetzt werden.

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Wie stellt sich die Situation behinderter Frauen und Mädchen im Vergleich zu behinderten Jungen und Männern heutzutage dar?

In den einzelnen Lebensabschnitten stellt sich das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen behinderten Menschen sehr unterschiedlich dar, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Es gibt also keine einfache Antwort auf die gestellte Frage.

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Problem 4:

Die folgenden Fragen sind bisher noch kaum zusammenhängend beantwortet:

  • Welche gesellschaftlichen Mechanismen sind ausschlaggebend dafür, dass sich in der Personengruppe der 0-15jährigen unter denjenigen, die einer speziellen Erziehung zugeführt werden, etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen befinden?

  • Wie kommt es aber im Anschluss an die Pflichtschulzeit dazu, dass sich die Lage langsam dreht und im Erwachsenenalter behinderte Frauen behinderten Männern gegenüber – trotz durchschnittlich besserer schulischer Noten/Abschlüsse – erheblich benachteiligt sind.

    Erklärungen dafür liegen auch heute noch in der geschlechterspezifischen Arbeitsteilung – mit all ihren Folgen der Ungleichverteilung von finanziellem Einkommen, Besitzverhältnissen u. ä. begründet.

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