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Kompetenzfeld Tod und Trauer

Kompetenzfeld Tod und Trauer. 1. Semester Medizin Sommersemester 2005 PD Dr. Michael Langenbach Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Tod und Trauer in der Klinik.

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  1. KompetenzfeldTod und Trauer 1. Semester Medizin Sommersemester 2005 PD Dr. Michael Langenbach Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

  2. Tod und Trauer in der Klinik Von ca. 900.000 jährlichen Todesfällen in Deutschland ereignet sich jeder zweite in einem Krankenhaus. Sterben ist ein prägender Teil der alltäglichen medizinischen Realität.

  3. Trauer in der Medizin In Krankenhaus und Arzt-praxis können sich zahlreiche Situationen ergeben, die einen Verlust zur Folge haben, der oft nicht auf den ersten Blick erkannt wird. Die daraus resultierende Trauerreaktion bleibt dann unverstanden und kann nicht angemessen begleitet werden.

  4. Trauer in der Medizin Beispiel: Trauer des Sterbenden Der sterbende Patient betrauert mit Fortschreiten seiner Krankheit den Verlust von Kontrolle Unabhängigkeit Identität Hoffnung  Familie und Freunden Arbeitsfähigkeit Geborgenheit Körperfunktionen sozialer Funktionen Perspektiven der vertrauten Umgebung Integrität

  5. Trauer in der Medizin Auch chronische Erkran-kungen führen häufig zu Situationen, die vom Patienten betrauert werden (z. B. Funktions-verluste).

  6. Trauer in der Medizin Daraus folgt: Ärztinnen und Ärzte sind in besonderem Maße mit Tod und Trauer anderer Menschen (Patienten, Angehörige) konfrontiert.

  7. Trauer in der Klinik Ärztin und Arzt sollten empathisch auf Verluste und Trauerreaktionen eingehen.

  8. Tod und Trauer in der Medizin Handlungsziel der Ärztinnen/ Ärzte ist es, „Leben zu erhalten, Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum Tod beizustehen“ (BÄK 1998)

  9. KompetenzfeldTod und Trauer Ärztliches Überbringen schlechter Nachrichten

  10. KompetenzfeldTod und Trauer Beispiel: Die Diagnosemitteilung

  11. Was ist eine Diagnose? • von griechischδιάγνωση - wörtlich die Durchforschung • Vorgang der Erkenntnisgewinnung durch die Zuordnung eines Phänomens oder einer Gruppe von Phänomenen zu einer Kategorie. Auch das Resultat einer solchen Klassifizierung bezeichnet man als Diagnose. • in der Medizin: Erkennung einer Krankheit oder Verletzung (Kategorie) aufgrund von Symptomen und / oder Zeichen (Phänomenen) • Anwendung bestimmter diagnostischer Methoden (z. B. klinische Untersuchung, Bildgebung wie Röntgenaufnahmen, Laborwerte) • Die Auswahl möglicher Diagnosen bezeichnet man als Differenzialdiagnose. • Durch das diagnostische Vorgehen wird eine Entscheidung über die adäquate Therapie begründet. • Die Diagnose entscheidet über die Prognose.

  12. Was ist eine Diagnose? Die "Gesamtdiagnose" enthält Untersuchung und Bewertung biologischer, psychischer und sozialer Anteile am Krankheitsgeschehen auch hinsichtlich ihrer ätiologischen Bedeutung, der differenzialdiagnostischen Zuordnung und der prognostischen Einschätzung.

  13. Diagnosemitteilung: Beispiel 1 Rückblick eines Patienten nach einer Lebertransplantation „(Die Wartephase auf das Transplantat) war extrem kurz. Und äh, Sie wissen, dass ich Christ bin und /äh/ ich hab das also wirklich als Geschenk Gottes betrachtet, also /äh/ die ganze Sache, die... Ich meine, ich hätte noch ein halbes Jahr zu leben gehabt nach Aussage halt der Ärzte und /äh/ den Prognosen.“

  14. Diagnosemitteilung: Beispiel 2 Rückblick eines Patienten nach einer Lebertransplantation In der Situation der Benachrichtigung, dass ein Transplantat für ihn da ist: „Und der ging..., ich war im Garten..., da ging das Telefon..., da wusste ich gleich, dass ist das. Weil kein anderer kannte die Handynummer außer Dr.* Ja, und dann waren die Knie Gummi. Da war der mutige Kerl..., nicht etwa vor Angst..., so, jetzt wird..., also..., ich war im Moment..., so muss ich da gesessen haben... Nach Hause und dann ging es los. Ich habe mich von allem verabschiedet. Meine Tannen noch mal..., und meine Bäume noch mal gestreichelt. Und habe gesagt: Tschüß, macht es gut, wenn ich nicht mehr wieder komme, dann....“

  15. Diagnosemitteilung: Beispiel 3 Rückblick einer Patientin nach Pankreas-Nierentransplantation In der Situation der Benachrichtigung, dass ein Transplantat für sie da ist: „wie der dann angerufen hat, dieser Dr.* = - ich war so erschrocken = eh, ich eh, ja und der sagte: ´ ja, wollen Sie nicht op- transplantiert werden?` ich sagte: ´ja sicher, aber ich bin momentan = `ich war total geschockt. ja? ich habe dann gesagt zu ihm: ´ ja, ich dachte nicht, dass das so schnell geht.` (lacht) und eh = der war dann auch also der hat das gar nicht verstanden scheinbar. aber ich habe einfach = das ist nicht wegen, wegen dieser Transplantation, aber ich habe ja eine endlose Angst vor Schmerzen. /eh/ eben diese Operation = und was dann anschließend ist und einfach die Angst vor diesen Schmerzen.“

  16. Diagnosemitteilung Die ärztliche Gesprächsführung verfolgt auch bei der Mitteilung einer bestimmten Diagnose noch ein weiteres Ziel: Es wird angestrebt, die Bewältigungsfähigkeiten des Kranken aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um den Aufbau, sondern um die faktische Bewältigung pathogener Einflüsse und die Absicherung einer erreichten Stabilisierung; sie kann die Einschaltung von Beziehungspersonen aus dem engeren Umfeld des Patienten verlangen (Faber u. Haarstrick 1994).

  17. Prinzipien der Diagnosemitteilung:Das Beispiel Krebs The effects of cancer on the psyche are closely intertwined with the personality structure of the patient, and the manner in which his physician manages the medical and psychologic aspects of care. (Holland, J. F. u. E. Frei, 1973)

  18. Diagnosemitteilung:Das Beispiel Krebs • Der Patient hat ein Recht auf die Mitteilung der Diagnose (Recht auf Selbstbestimmung). • Die Aufklärung über die Erkrankung ist kein einzelner Akt, sondern ein schrittweiser Prozess zwischen Patient und seinem behandelnden Arzt. • Häufig müssen entsprechende Gespräche mehrfachstattfinden.

  19. Diagnosemitteilung:Das Beispiel Krebs • Zunächst muss der Arzt erfahren, was der Patient über seine Erkrankung vermutet und auf dieser Grundlage das nachfolgende Gespräch führen. • Dabei sind Rückfragen immer möglich, und der Arzt darf nicht den Eindruck vermitteln, Fragen des Patienten auszuweichen (Therapiemöglichkeit, Verlauf, Nebenwirkung, Prognose). • Die Dauer des Gespräches richtet sich nach der affektiven Befindlichkeit des Patienten.

  20. Diagnosemitteilung:Das Beispiel Krebs • Diagnosemitteilung und ärztliche Aufklärung können in der Regel nicht innerhalb eines Gespräches geleistet werden. • Die Aufklärung muss sich an den Abwehr- und Verarbeitungsmöglichkeiten des Patienten orientieren („adaptive Verdrängung“). • Die Aufklärung muss in Bezug auf die Therapie - unabhängig vom Krankheitsstadium - dem "Prinzip Hoffnung" folgen.

  21. Diagnosemitteilung:Das Beispiel Krebs • Für die Aufklärung des Patienten muss sich e i n Arzt verantwortlich fühlen. • Die für den weiteren Behandlungsverlauf wichtige vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung beginnt damit, dass der für den Patienten verantwortliche Arzt diesem beim Aufklärungsgespräch und nachfolgenden notwendigen Gesprächen mit seiner Person ganz zur Verfügung steht.

  22. KompetenzfeldTod und Trauer Prinzipien der Diagnosemitteilung

  23. Gesprächsführung: 1. Beziehung aufbauen 1 Rahmen des Gespräches • Vertraulichkeit ermöglichen • Störungen vermeiden 2 Begrüßung 3 Vorstellung 4 Situierung 5 Orientierung

  24. Gesprächsführung: 2. Anliegen anhören 1 Gespräch offen beginnen 2 Erzählen fördern 3 Aktiv zuhören – verbal unterstützen • Offen fragen: „Wie kam das?“ • Zum Weitersprechen ermutigen • Äußerungen wörtlich wiederholen / paraphrasieren 4 Verständnis sichern 5 Beziehungsverhalten reflektieren

  25. Gesprächsführung: 3. Emotionen zulassen 1 Emotionen beachten • verbal (z.B. Metaphern) • nonverbal (z.B. Gestik, Mimik) 2 in die Situation des Patienten einfühlen 3 empathisch antworten 4 emotionale Öffnung fördern 5 eigene Emotionen als Indikator nutzen

  26. Ärztliche Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden Mitteilung schwerwiegender Diagnosen Was hilft zu Tode Kranken, psychisch und sozial integriert zu bleiben? Ärztliche Begleitung Sterbender

  27. Trauer: Klinische Relevanz • In der Folge eines Verlusts treten häufig Krankheiten und Komplikationen auf. • Der Verlust eines nahen Angehörigen bedeutet ein erhöhtes Risiko für somatische und psychische Morbidität (Rosenzweig et al., 1997). • Im Jahr nach dem Verlust des Ehepartners erfüllen 15 - 25% der Betroffenen die Kriterien einer „major depression“ (Turvey et al., 1999). • 24-30 Monate nach Verlust: doppelt so hohe Rate an depressiven Störungen wie in Vergleichsgruppe ohne Verlust (Fraley & Shaver, 1999).

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