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2. Zeitreihenzerlegung und Komponentenmodell 2.1 Komponenten ökonomischer Zeitreihen

2. Zeitreihenzerlegung und Komponentenmodell 2.1 Komponenten ökonomischer Zeitreihen. Ökonomische Zeitreihen lassen sich als Resultat eines Zusammenwirkens ver-schiedener Bewegungskomponenten auffassen. Übersicht 10. 1: Komponenten ökonomischer Zeitreihen.

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2. Zeitreihenzerlegung und Komponentenmodell 2.1 Komponenten ökonomischer Zeitreihen

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  1. 2. Zeitreihenzerlegung und Komponentenmodell2.1 Komponenten ökonomischer Zeitreihen Ökonomische Zeitreihen lassen sich als Resultat eines Zusammenwirkens ver-schiedener Bewegungskomponenten auffassen. Übersicht 10. 1: Komponenten ökonomischer Zeitreihen

  2. Zeitreihe: y1, y2, ..., yn oder (yt), t=1,2,...n Zeitreihendiagramm: Lineare Verbindung der Wertepaare (t, yt) in einem t,yt- Koordinatensystem (Zeitreihenpolygon) Abb.: Zeitreihendiagramm der systematischen Komponenten

  3. Zeitreihenzerlegung: Separierung der Komponenten einer Zeitreihe Komponentenmodelle Additives Grundmodell: (2.1a) yt= mt + ct + st + ut oder (2.1b) yt= gt + st + ut Annahme: Zyklische Schwankungen mit konstanter Amplitude Multipikatives Grundmodell: (2.2a) yt= mt· ct· st· ut oder (2.2b) yt= gt · st · ut Annahme: Zyklische Schwankungen mit proportional wachsender Amplitude Überführung in ein additives Modells durch Logarithmierung: Aus (2.2b): log yt= log gt + log st + log ut Gemischtes Modell: (2.3)yt= (mt + ct ) st + ut

  4. Abb.: Zeitreihendiagramm der Löhne und Ge- hälter je Beschäftigten Abb.: Zeitreihendiagramm des Kfz-Bestands

  5. 2.2 Trend und glatte Komponente2.2.1 Trendfunktionen Wenn eine Zeitreihe in einem Zeitintervall keinen Strukturbruch aufweist, ist es oft mög-lich, ihre Entwicklungstendenz durch eine Funktion der Zeit t zu modellieren. Eine solche Funktion (2.4) mt = f(t), die mittels der Methode der kleinsten Quadrate geschätzt werden kann, heißt Trend-funktion. Es handelt sich dabei um eine Regressionsfunktion, in der die Zeit t als unab-hängige Variable auftritt. Trendbestimmung beim einfachen Grundmodell (2.5) yt = mt + ut Lineare Trendfunktion (approx. konst. abs. Zuwächse): (2.6) mt = a0 + a1·t

  6. Kleinst-Quadrate-Kriterium: (2.7) Notwendige Bedingungen für ein Minimum der KriteriumsfunktionQ(a0,a1): Normalgleichungen: (10.1). Kleinst-Quadrate-Schätzer: (2.9a) (2.9b)

  7. Beispiel: Wie aus der Abbildung hervorgegangen ist, wächst der Bestand an Kraftfahrzeugen relativ gleichmäßig an, wobei die jährlichen Zuwächse nicht zu stark variieren. Das Zeitreihendiagramm legt daher nahe, die Trend-komponente der Zeitreihe durch eine lineare Trendfunktion nachzubilden. Arbeitstabelle (mit originären Kfz-Bestandsdaten):

  8. Koeffizienten der Trendgeraden (nicht-zentrierter Zeitindex) Steigungsmaß: Achsenabschnitt: Trendgerade mt = 26033,4 + 823,2·t, t=1,2,...,n

  9. Zentrierter Zeitindex t‘: Einfache Lösung der Normalgleichungen durch Zentrierung des Zeitindex: t‘=...,-2,-1,0,1,2,... (n ungerade), t‘=...;-1,5;-0,5;0,5;1,5;... (n gerade) Es gilt dann: (2.10) Normalgleichungen bei zentriertem Zeitindex: Kleinst-Quadrate-Schätzer: Kleinst-Quadrate-Schätzer für a0:

  10. Aus (2.15) ergibt sich aus der Umformung der linearen Trendgeraden mit dem Zeitindex t‘=t- : Güte der Anpassung der Trendgeraden (Bestimmtheitmaß, Determinationskoeffizient):

  11. Beispiel: Wir bestimmen dielineare Trendfunktion der Zeitreihe Bestand an Kraftfahr-zeugen jetzt unter Verwendung des zentrierten Arbeitstabelle (mit originären Kfz-Bestandsdaten):

  12. Koeffizienten der Trendgeraden (zentrierter Zeitindex) Achsenabschnitt (extrapolierter Trendwert für t=0): Steigungsmaß: Trendgerade mt = 26033,4 + 823,2·t, t=1,2,...,n

  13. Bestimmtheitsmaß: Durchschnittl. Kfz-Bestand: Arbeitstabelle zur Berechnungdes Bestimmtheitsmaßes:

  14. Prognose des Kfz-Bestands durch Trendextrapolation z.B. Jahr t=10: Abb.: Zeitreihendiagramm für den Kfz-Bestand mit Trendgerade

  15. Exponentialtrend Anwendung bei Wachstumsvorgängen, bei denen eine Variable in einem Zeitraum überproportional steigt Exponentielle Trendfunktion (approx. konst. rel. Zuwächse): (2.17) mt = a·bt Die Trendwerte verändern sich beim Exponentialtrend von Periode zu Periode um eine konstante Wachstumsrate b-1. Der konstante Faktor a gibt den Trendwert ei-ner Zeitreihe für die Periode vor Beginn des Stützzeitraumes wieder. Linearisierung der exponentiellen Trendfunktion: (2.18) log mt = log a + t·log b KQ-Kriterium: (2.19) Kleinst-Quadrate-Schätzer: Trendkoeffizienten:

  16. Beispiel: Die Bruttolohn- und -gehaltssumme aus unselbständiger Arbeit ohne Ar-beitgeberbeiträge zur Sozialversicherung ist in dem Zeitraum von 9 Jahren überpro-portional angestiegen (s. Abb.). Aus diesem Grund lässt sich die zeitliche Entwick-lung nicht durch eine lineare Trendfunktion beschreiben. Vielmehr kann der Trend hier unter Verwendung einer konstanten Wachstumsrate modelliert werden, die ei-nen Durchschnitt der jährlichen Wachstumsraten widerspiegelt. Abb.:Zeitreihendiagramm der Bruttolohn- und -gehaltssumme

  17. Berechnung der Trendkoeffizienten Arbeitstabelle (mit originären Bruttolohn- und –gehaltsdaten):

  18. Kleinst-Quadrate-Schätzer: Trendkoeffizienten: Exponentielle Trendfunktion: Prognose: z.B. für das Jahr t=10: Güte der Anpassung (bei semi-logarithm. Skala): Bestimmtheitsmaß: R² = 0,982

  19. 2.2.2 Methode der gleitenden Durchschnitte Flexible Methode zur Ermittlung der glatten Komponente, die ohne stren-ge Annahmen auskommt Methodischer Ansatz und Grundidee Mit der Methode der gleitenden Durchschnitte wird eine Zeitreihe ge-glättet, indem man sukzessive Mittelwerte aus einer feststehenden Anzahl benachbarter Zeitreihenwerte ermittelt (gleiche Länge der Stützberei-che), die jeweils der Mitte des betreffenden Zeitintervalls zugeordnet wer-den. Die Folge der Durchschnitte wird als gleitend bezeichnet, weil jeweils der älteste Zeitreihenwert durch den Zeitreihenwert ersetzt wird, der unmit-telbar am rechten Rand außerhalb des Stützbereichs liegt. Auf diese Art und Weise „gleiten“ die gebildeten Durchschnitte quasi entlang einer Zeitachse. Der Glättungseffekt ergibt sich dadurch, dass extreme Zeitreihenwerte nicht mehr voll zur Geltung kommen, sondern abgewichtet werden (Gewicht < 1). Ordnung des gleitenden Durchschnitts (Anz. der eingehenden Zeitreihenwerte): p p-gliedriger gleitender Durchschnitt:

  20. Einfache p-gliedrige gleitende Durchschnitte (p ungerade) Ein p-gliedriger gleitender Durchschnitt setzt sich aus p=2q+1 Beobach-tungswerten zusammen, wobei jeweils q Werte vor und nach seiner zeit-lichen Zentrierung liegen. y1=1 y2=4 y3=7 y4=4 y5=7 y6=10 1 2 3 4 5 6 t 3-gliedrige gleitende Durchschnitte: t=2: = (1 + 4 + 7)/3 = 12/3 = 4 t=3: = (4 + 7 + 4)/3 = 15/3 = 5 t=4: = (7 + 4 + 7)/3 = 18/3 = 6 t=5: = (4 + 7 + 10)/3 = 21/3 = 7

  21. Allg. Formel für einf. p-gliedrigen gleitenden Durchschnitt (p ungerade): (2.21) In den Rändern lassen sich jeweils q gleitende Durchschnittswerte nicht berechnen. Z.B. p=5: 5-gliedriger gleitender Durchschnitt: Rekursionsformel: (2.22)

  22. Jahr I. Quartal II. Quartal III. Quartal IV. Quartal 1 106,6 , 108,6 115,9 2 122,1 1238 117,8 125,4 3 130,7 124,9 128,5 133,7 4 137,7 Beispiel: Das Niveau der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe (ohne Nah-rungs- und Genussmittelgewerbe) wird vom Statistischen Bundesamt kalendermonat-lich über einen Index gemessen. Quartalsmäßig hat sich der Index des Auftrags-eingangs in einem Zeitraum von drei Jahren wie folgt entwickelt: Bei einer Glättung der Zeitreihe unter Verwendung eines 3-gliedrigen gleitenden Durchschnitts bleibt die erste und letzte Periode des Beobachtungszeitraums unbesetzt. Der erste gleitende Durchschnittswert, der dem III. Quartal des 1. Jahres zugeordnet wird, lautet . Der gleitende Durchschnittswert für das IV. Quartal des 1. Jahres ist durch gegeben.

  23. Abb.: Index des Auftragseingangs mit 3-gliedrigem glei- tenden Durchschnitt

  24. Zentrierte p-gliedrige gleitende Durchschnitte (p gerade) Wenn eine Zeitreihe saisonale Schwankungen aufweist, wird der Glättungseffekt im Allgemei-nen durch einfache gleitende Durchschnitte ungerader Ordnung verzerrt. Der Grund liegt darin, dass ein bestimmter Jahreabschnitt (z.B. Monat, Quartal) hierbei in einem gleitenden Durchschnittwert unberücksichtigt bleibt. Um saisonale Schwankungen auszuschalten, müssen die gleitenden Durchschnitte so konzipiert werden, dass ihre Ordnung mit der Zykluslänge übereinstimmt. Bei Quartalsdaten mit regelmäßig wiederholenden saisonalen Schwankungen kommen für die glatte Komponente daher vorzugsweise 4-gliedrige gleitende Durchschnitte, bei Monatsdaten mit diesen Eigenschaften 12-gliedrige gleitende Durchschnitte in Betracht. Hierbei handelt sich um gleitende Durchschnitte gerader Ordnung. Ein gleitender Durchschnittswert gerader Ordnung lässt sich jedoch keiner Zeiteinheit eindeu-tig zuordnen, da er auf der Zeitachse genau zwischen den beiden mittleren Perioden oder Zeitpunkten liegt. Um dies zu vermeiden, zieht man p+1 Zeitreihenwerte zur Berechnung ei-nes gleitenden Durchschnitts gerader Ordnung heran und gewichtet die beiden äußeren Zeit-reihenwerte mit dem Faktor ½. Auf diese Weise werden die gleitenden Durchschnitte zen-triert. Bei Zeitreihen mit saisonalen Schwankungen erfolgt die Glättung daher mittels zen-trierter gleitender Durchschnitte.

  25. Zentrierte gleitende Durchschnitte bei Quartalsdaten (p=4): (2.23) Zentrierte gleitende Durchschnitte bei Monatsdaten (p=12): (2.24) Allg. Formel für zentrierte p-gliedrige gleitende Durchschnitte: (2.25) An den Rändern des Beobachtungszeitraums lassen sich q=p/2 gleitende Durchschnitts-werte nicht berechnen. Die zentrierten gleitenden Durchschnitte (2.25) entsprechen einer Mittelung jeweils zweier benachbarter unzentrierter gleitender Durchschnitte bei unveränderter Ordnung.

  26. Jahr I. Quartal II. Quartal III. Quartal IV. Quartal 1 113,6 121,3 122,0 138,8 2 116,3 125,7 125,7 143,5 3 121,1 128,6 129,0 147,3 4 123,2 129,2 130,3 147,9 5 128,0 135,7 136,2 155,5 Beispiel: Die Löhne und Gehälter je Beschäftigten weisen ein klares Saisonmuster auf. Im I. Quartal eines Jahres liegt der Tiefstand und nach den etwa gleichwertigen beiden mittleren Quartalen wird im IV. Quartal das saisonale Hoch erreicht. Die lang-fristig steigende Tendenz dieser Zeitreihe kann daher am besten durch 4-gliedrige gleitende Durchschnitte beschrieben werden. Berechnung 4-gliedriger gleitender Durchschnitte: für 1/III:

  27. für 1/IV: Abb.: Löhne und Gehälter je Beschäftigten mit zentriertem 4-gliedrigem gleitenden Durchschnitt

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