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Emissionshandel und Erneuerbare-Energien-Gesetz

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Emissionshandel und Erneuerbare-Energien-Gesetz. Analyse der Interdependenzen, Darstellung und Bewertung legislatorischer Handlungsoptionen. Max Rathmann Flensburg, 16. Oktober 2004. Emissionshandel – Ein neues klimapolitisches Instrument. Trifft auf bestehende Instrumente

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Presentation Transcript
emissionshandel und erneuerbare energien gesetz

Emissionshandel und Erneuerbare-Energien-Gesetz

Analyse der Interdependenzen,Darstellung und Bewertung legislatorischer Handlungsoptionen

Max Rathmann

Flensburg, 16. Oktober 2004

emissionshandel ein neues klimapolitisches instrument
Emissionshandel – Ein neues klimapolitisches Instrument
  • Trifft auf bestehende Instrumente
  • Existieren Interdependenzen?
  • Ist die Zielerfüllung gefährdet?
  • Welche Handlungsoptionen zur Anpassung der Instrumente sind vorhanden?
slide3

Qualitative Ziele von EEG und Emissionshandel und ihre Verknüpfung

EEG

ZIELE:

Ziel: Entwicklung / Reduktion der Kosten von Backstop-Technologien

Regenerative Wärme / Treibstoffe

Produktion Grünstrom

Ziel: Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung (mittelständisch / regional / ländlich)

Substitution fossiler durch erneuerbare Energieträger

Effizienz

Einsparung

Ziel: Exportchancen erhöhen

Brennstoff-wechsel

Carbon capture & storage

Geringerer Einsatz fossiler Energieträger

Ziel: Ressourcenschonung

Durch Vorbildfunktion Nachahmer motivieren zur globalen Erreichung der Ziele und Erhöhung der Exportchancen

Ziel: Konfliktvermeidung

Ziel: Importabhängigkeit verringern

Reduktion prozessbedingter Emissionen

Reduktion energiebedingter Emissionen

Ziel: Umweltschutz

Emissionsreduktionen

Ziel: Klimaschutz

Emissionshandel

Quelle: Eigene Darstellung

berschneidung von strommarkt und emissionshandel
Überschneidung von Strommarkt und Emissionshandel

EEG

-

fähiger Grünstrom

Nicht EEG

-

fähiger Grünstrom

Atomstrom

Strommarkt

Nicht zertifikatepflichtiger

Fossils

trom

Feuerungsanlagen mit einer

Zertifikatepflichtiger

Feuerungswärmeleistung über

=

Fossilstrom

20 MW zur Produktion von

(Zertifikatemarkt)

Emissionshandel

Strom

Sonstige Feuerungsanlagen &

prozessbedingte Emiss

ionen der

Industrie

Quelle: Eigene Darstellung

wirkung des eeg auf den emissionshandel i
Wirkung des EEG auf den Emissionshandel I
  • Grünstrom substituiert Fossilstrom und führt dadurch zu Emissionsreduktionen
  • Grünstrom konkurriert als Emissionsreduktionsmaßnahme mit
    • Effizienzmaßnahmen
    • Einsparung
    • Carbon capture & storage
    • Brennstoffwechsel
wirkung des eeg auf den emissionshandel ii
Wirkung des EEG auf den Emissionshandel II

Beeinflussung des CO2-Zertifikatemarktes durch das EEG bei geschlossener Koexistenz

Grenzvermeidungs

-

kosten,

Zertifikatepreis

&

spezifische

Differenzkosten des

EEG

GVK

Grünstrom

GVK

S

onstige

Re

duktionsmaßnahmen

P

EEG

P

CO

2

P’

CO

2

Reduktionsmenge

Q

Q

CO

CO

2 Grünstrom

2 Sonstige Reduktionsmaßnahmen

Quelle: Eigene Darstellung nach Bräuer et al. 2000, S. 14.

wirkung des eeg auf den emissionshandel iii
Wirkung des EEG auf den Emissionshandel III
  • Zertifikatepreis reduziert sich
  • Andere Emissionsreduktionsmaßnahmen werden aus dem Markt gedrängt
  • Verteilungseffekte: Emissionsreduktionen werden über EEG-Umlage finanziert, nicht über Emissionshandel
  • Emissionsreduktionen des EEG werden vom Emissionshandel absorbiert
    • D.h. Klimaschutzziele & -resultate der Instrumente können nicht addiert werden, entscheidend ist der Emissionshandel!
  • Quantifizierung
    • Emissionsbudget 2000-2002 (501 Mt CO2/a) zu 2005-2007 (499 Mt CO2/a) = -2 Mt CO2/a
    • Emissionsreduktion durch Grünstrom nach EEG 2000-2002 (15 Mt CO2/a) zu 2005-2007 (37 Mt CO2/a) = -22 Mt CO2/a
    • Energiesektor 2000-2002 = 368 Mt CO2/a
      • 6%iger Anstieg der Produktion/der spezifischen Emissionen oder Zertifikateverkauf möglich!
wirkung des eeg auf den emissionshandel iv
Wirkung des EEG auf den Emissionshandel IV
  • Bewertung
    • Begründung des EEG wird angreifbar
    • Geringerer Anpassungsdruck für Emissionshandelsteilnehmer
  • Handlungsoptionen
    • Einbeziehung der von EEG-vergütetem Grünstrom verursachten Emissionsreduktionen ins Emissionsbudget
      • Wird von der EU-Kommission gefordert
      • Früherer Entwurf des NAP sah dies auch vor
      • Für jede Handelsperiode erneut ex ante auf der Basis von Prognosen
      • Führt zu geringerem Reduktionsdruck in den nicht vom Emissionshandel erfassten Sektoren
    • Änderung der Begründung des EEG
      • Kein eigenständiger Klimaschutzeffekt
      • Behebt Defizite des Emissionshandels/Fokus auf Nicht-Klimaschutzziele
wirkung des emissionshandels auf die gr nstromproduktion i
Wirkung des Emissionshandels auf die Grünstromproduktion I
  • Übertragungsregel im NAP benachteiligt erneuerbare gegenüber fossilen Energieträgern
    • Bei Anlagenstilllegung können zugeteilte Zertifikate für 4 Jahre auf Neuanlagen übertragen werden
      • Führt meist zu Überausstattung mit Zertifikaten = finanzieller Vorteil!
      • Sofern Neuanlage derselben Anlagenkategorie angehört
    • Anlagenkategorie Stromproduktion (in Anhang 1 der 34. BImSchV) umfasst ausschließlich Kraftwerke, die fossile Brennstoffe einsetzen (schließt Biomasse ein)
    • Betrifft vor allem nicht EEG-fähige Grünstromproduktion
wirkung des emissionshandels auf die gr nstromproduktion ii
Wirkung des Emissionshandels auf die Grünstromproduktion II
  • Bewertung
    • Übertragungsregel führt dazu, dass in geringerem Maße nicht EEG-fähiger Grünstrom produziert wird
    • Wirkt sich negativ auf diejenigen Ziele aus, die an Grünstromproduktion bzw. einen geringeren Einsatz fossiler Energieträger gekoppelt sind
  • Handlungsoptionen
    • Abschaffung der Übertragungsregel
    • Einbeziehung von Grünstrom in die Übertragungsregel
      • Grünstrom kann von Übertragungsregel noch stärker profitieren als Fossilstrom
fazit
Fazit
  • EEG verringert die ökonomische Effizienz des Emissionshandels
  • Existenz des EEG aber weiterhin gerechtfertigt durch
    • Wirkung auf die statische und dynamische Effizienz des Emissionshandels
    • über Effizienz hinausgehende gesellschaftliche Ziele
  • Ziele von EEG und Emissionshandel sind vereinbar
  • Es existieren negative Interdependenzen, die aber behebbar sind durch
    • Anpassung des Emissionsbudgets oder
    • Änderung der Begründung des EEG
    • Erweiterung oder Abschaffung der Übertragungsregel
ad