Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte
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Presentation Transcript

Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte

Email: [email protected]

Homepage: www.karl-rudolf-korte.de


Alle Informationen zu dieser Veranstaltung sowie die Lerneinheit zur Vorlesung unter: www.karl-rudolf-korte.dedann: > Lehre&Lehrinnovationen > Lehrveranstaltungen > Wintersem.2005/2006


Vorlesung bundestagswahlen und regierungsbildung stand 26 01 2006
Vorlesung: Lerneinheit zur Vorlesung unter: BundestagswahlenundRegierungsbildungStand 26.01.2006


Gliederung
Gliederung: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

Gliederung der Vorlesung

  • Strategische Konsequenzen der Bundestagswahlen 2005

    1.1 Ergebnisse der Wahlen

    1.2 Was entschied die Wahl?


Gliederung1
Gliederung: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

  • Konstituierung und Wahlfunktionen des Bundestages

    2.1 Der Bundestag: Formale Stellung und Organisation

    2.2 Konstituierung und Auflösung

    2.3 Wahl des Bundeskanzlers

    2.4 Strukturprinzipien der Bundesregierung

    2.5 Das System Merkel


Regierungsbildung Lerneinheit zur Vorlesung unter:

3.1 Ausgangsbedingungen für die Regierungsbildung

3.2 Das Wahlergebnis: Optionen der Mehrheitsbildung

3.3 Machtprofile des Wahltages

Bund und Land

3.4 Die Vorgeschichte der Großen Koalition: Die Sondierungsgespräche


3.5 Das Ergebnis der Sondierungsgespräche Lerneinheit zur Vorlesung unter:

3.6 Formen der Zusammenarbeit; Bedingungen des Erfolgs

3.7 Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen: Die Koalitionsvereinbarung der Großen Koalition

3.8 Die Geschichte der Großen Koalitionen in Deutschland

3.9 Die Große Regierungserklärung


Gliederung2
Gliederung: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

  • Wahlsystem

    4.1 Grundfunktionen und Merkmale demokratischer Wahlen

    4.2 Wahlsysteme im Vergleich

    4.3 Das Personalisierte Verhältniswahlsystem in Deutschland


Wahlforschung und Wählerverhalten Lerneinheit zur Vorlesung unter:

5.1 Instrumente und Methoden der Wahlforschung

5.2 Erklärungsansätze des Wahlverhaltens

5.2.1 Der soziologische/sozialstrukturelle Ansatz


5.2.2 Der individualpsychologische Erklärungsansatz: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

5.2.2.1 Einflussgröße Parteibindung

5.2.2.2 Einflussgröße Spitzenkandidat

5.2.2.3 Einflussgröße Sachthemen

5.2.2.4 Einflussgröße Medien

5.2.3 Modell des rationalen Wählers

5.2.4 Lebensstil und Milieuansätze


6. Parteien auf komplexen Wählermärkten Lerneinheit zur Vorlesung unter:

6.1 Wahlkampf/Begriff und Funktion

6.2 Wahlkampfformen, Strukturen, Typen

6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen

6.4 Perspektiven


Themen und Zeitplanung der Vorlesung: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

19.10.2005:

Einführung in die Thematik

Literatur- und Prüfungshinweise

Einführung Wahl-Nachlese

Kap. 2: Konstituierung des Deutschen Bundestages


26.10.2005: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

Fortsetzung: Kap. 2. Konstituierung des Deutschen Bundestages- Wahlfunktion Bundestagspräsidium

Beginn Kap.3 Regierungsbildung: Koalitionen- und Koalitionsverhandlungen

02.11.2005:

Umbruch in der SPD; Auswirkungen auf die Regierungsbildung

Fortsetzung Kap. 3 Regierungsbildung: Koalitionsbildung


09.11.2005: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

Fortsetzung Kap. 3 Regierungsbildung

Uni-Tage: Vorlesung mit Videokonferenz in LB 104

16.11.2005:

Bundesparteitag SPD Karlsruhe

Fortsetzung Kap. 3 Regierungsbildung bis 3.8

Abschluss der Koalitionsvereinbarung


23.11.2005: Lerneinheit zur Vorlesung unter:

Fortsetzung Kapitel 2: Konstituierung und Wahlfunktion des Bundestages; K a n z l e r i n n e n w a h l; „Das System Merkel“

30.11.2005:

Regierungserklärungen; die aktuelle Regierungserklärung der Bundeskanzlerin

07.12.2005:

Nachtrag zur Regierungserklärung; Aktuelle Wahlenrückblende der CDU; Fortsetzung Kapitel 2.4 und 2.5


14.12.2005: Abschluss 2.5 und Start des Kapitels 4 „Wahlsystem“

21.12.2005:

Das Institut für Politikwissenschaft stellt sich in Lehre und Forschung vor – neuer Raum wird mitgeteilt.

11.01.2006: Fortsetzung Kapitel 4; 4.2 Wahlsysteme im Vergleich und 4.3 Das Wahlsystem bei den Bundestagswahlen


18.01.2006: „Wahlsystem“

Politische Führung in der parlamentarischen Arena: Die Landtagsfraktion

Auswirkungen der Großen Koalition auf die Regierung in Hannover;Gast: Fraktionsvorsitzende des FDP im Niedersächsischen Landtag; Dr. Philipp Rösler

25.01.2006: Kapitel 5 „Wahlforschung und Wählerverhalten“


01.02.2006: Kapitel 6 „Parteien auf komplexen Wählermärkten“ Wahlkampfkommunikation

08.02.2006:

Wie unterscheiden sich politische und ökonomische Führungsstrategien und Führungsstile? Was ist daraus für die Ergebnissen der Großen Koalition abzuleiten?

Gast: Dr. Jürgen Gros

(Genossenschaftsverband Bayern/vormals Büroleiter beim CSU Generalsekretär Goppel)


Heute zu Gast in unserer Vorlesung: Wählermärkten“ Wahlkampfkommunikation

Dr. Jürgen Gros

Pressesprecher des Genossenschaftsverband Bayern

(vormals Büroleiter beim CSU Generalsekretär Goppel)


Berblicks und basisliteratur

Andersen,Uwe/Woyke,Wichard (Hrsg.): Wählermärkten“ Wahlkampfkommunikation

Handwörterbuch des politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 2003, 5. Aufl., Leske & Budrich

Benz, Arthur (Hrsg.): Governance – Regieren in komplexen Regelsystemen. Eine Einführung, Wiesbaden 2004, VS Verlag

Überblicks- und Basisliteratur


Beyme, Klaus v.: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung, Wiesbaden 2004, 10.Aufl., VS Verlag

Beyme, Klaus v.: Der Gesetzgeber. Der Bundestag als Entscheidungszentrum, Opladen 1997, Westdeutscher Verlag

Gabriel, Oscar W./Holtmann, Everhard (Hrsg.): Handbuch Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, München/Wien 2004, 3. Aufl. Oldenbourg


Gellner, Winand/Glatzmeier, Armin: Macht und Gegenmacht. Einführung in die Regierungslehre, Baden-Baden 2004, Nomos

Hesse, Joachim J./Ellwein, Thomas: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, 2 Bde. Opladen 2004, 9. Aufl., Westdeutscher Verlag


Hesse, Konrad: Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschlands, Heidelberg 1999, 20. Aufl., Müller

Hesselberger, Dieter: Das Grundgesetz. Kommentar für die politische Bildung, Neuwied 2001, 12.Aufl., Luchterhand

Hirscher, Gerhard/Korte, Karl-Rudolf (Hrsg.): Information und Entscheidung. Kommunikationsmanagement der politischen Führung, Wiesbaden 2003, Westdeutscher Verlag.

Ismayr, Wolfgang (Hrsg.): Die politischen Systeme Westeuropas, Opladen 2003, 3. Aufl., Leske & Budrich/UTB


Jesse, Eckhard: Die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung in das politische System, Baden-Baden 1998, 8. Aufl., Nomos

Korte, Karl-Rudolf/Fröhlich, Manuell: Politik und Regieren in Deutschland. Strukturen, Prozesse, Entscheidungen. UTB Schöningh 2004.

Korte, Karl-Rudolf/Weidenfeld, Werner (Hrsg.): Deutschland-Trendbuch. Fakten und Orientierungen, Opladen 2001, Leske und Budrich.


Lauth, Hans-Joachim (Hrsg.): Vergleichende Regierungslehre. Eine Einführung, Wiesbaden 2002, Westdeutscher Verlag

Niclauß, Karlheinz: Kanzlerdemokratie. Regierungsführung von Adenauer bis Schröder, Paderborn u.a. 2004, UTB

Pilz, Frank/Ortwein, Heike: Das politische System Deutschlands. Prinzipien, Institutionen und Politikfelder, München 2000, 3. Aufl., Oldenbourg, 2000


Pötzsch, Horst: Die deutsche Demokratie. Legislative-Exekutive-Recht, Opladen 1996, Bundeszentrale für politische Bildung,

Rudzio, Wolfgang: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 2003, 6. Aufl., Leske & Budrich/ UTB

Schmid, Josef/Zolleis, Udo (Hrsg): Zwischen Anarchie und Strategie, Wiesbaden 2005

Schreyer, Bernhard/Schwarzmeier, Manfred: Grundkurs Politikwissenschaft: Studium der Politischen Systeme, Wiesbaden 2000, Westdeutscher Verlag


Sontheimer, Kurt/Bleek, Wilhelm: Grundzüge des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, München 2004, akt. Neuaufl.

Sturm, Roland/Pehle, Heinrich: Das neue deutsche Regierungssystem. Die Europäisierung von Institutionen, Entscheidungsprozessen und Politikfeldern in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 2001, Leske & Budrich/UTB.

Weidenfeld, Werner/Korte, Karl-Rudolf(Hrsg.): Handbuch zur deutschen Einheit 1949-1989-1999, Frankfurt a.M./New York 1999, Campus Verlag


Berblicks und basisliteratur1

Wahlen und Wählerverhalten Systems der Bundesrepublik Deutschland, München 2004, akt. Neuaufl.

Bausback, Winfried: Verfassungsrechtliche Grenzen des Wahlrechts zum Deutschen Bundestag, Frankfurt/M. 1998

Balzer, Axel (Hrsg) u.a.: Politik als Marke – Politikvermittlung zwischen Kommunikation und Inszenierung, Berlin 2005

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Politik überzeugend vermitteln - Wahlkampfstrategien in Deutschland und den USA, Gütersloh 1996

Bürklin, Wilhelm/Klein, Markus: Wahlen und Wählerverhalten, 2. Aufl. Opladen 1998

Derlin, Hans-Werner/Murswick, Axel (Hrsg.): Regieren nach Wahlen, Opladen 2001

Überblicks- und Basisliteratur


Dörner, Andreas/Vogt, Ludgera (Hrsg.): Wahlkämpfe, Frankfurt 2002

Eilfort, Michael: Die Nichtwähler, Paderborn u.a. 1999

Eith, Ulrich/Mielke, Gerd: Wahlforschung, in Mols u.a. (Hrsg.), Politikwissenschaft – Eine Einführung, 4. Aufl. Paderborn 2003, S. 315-344???

Falter, Jürgen W./Schoen, Harald (Hrsg): Handbuch Wahlforschung, Wiesbaden 2005

Falter, Jürgen W. u.a. (Hrsg): Wahlen und Wähler, Wiesbaden 2005

Gaddum, Eckart von (Hrsg): Entscheidung 2005, München 2005


Greiffenhagen, Martin u.a. (Hrsg.): Handwörterbuch zur politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl. Wiesbaden 2002

Karp, Markus/Zolleis, Udo (Hrsg): Politisches Marketing, Münster 2004

Klein, Markus u.a. (Hrsg.): 50 jahre empirische Wahlforschung in Deutschland, Wiesbaden 2000

Klingenmann, Hans-Dieter/Kaase, Max (Hrsg.):

Wahlen und Wähler – Analysen aus Anlass der Bundestagswahlen 1998, Opladen 2001

Korte, Karl-Rudolf: Regieren in: Ders./Weidenfeld, Werner (Hrsg.), Deutschland-Trendbuch, Bonn 2001, S. 515-546


Korte, Karl-Rudolf/Fröhlich, Manuel: Politik und Regieren in Deutschland, Paderborn 2004

Korte, Karl Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, 5. Aufl. Bonn 2005

Noelle-Neumann, Elisabeth/Petersen, Thomas:

„Alle nicht jeder.“ Einführung in die Methoden der Demoskopie, Berlin 2004

Nohlen, Dieter: Wahlrecht und Parteiensystem, 3. Aufl. Opladen 2000

Roth, Dieter: Empirische Wahlforschung – Ursprung, Theorien, Instrumente und Methoden, Stuttgart 1998

Zelle, Carsten: Der Wechselwähler, Opladen 1995


Internetquellen in Deutschland, Paderborn 2004

www.bundeswahlleiter.de

www.wahlen.de

http://www.infratest-dimap.de

http://www.emnid.de

http://www.forsa.de

http://www.ifd-allensbach.de

http://www.forschungsgruppe-wahlen.de


Anmeldungen zur mündlichen Prüfung im Februar 2006 in Deutschland, Paderborn 2004

Bitte melden Sie sich zur mündlichen Prüfung bei Frau Melanie Diermann per Mail an:

[email protected]

Übermitteln Sie Ihren Namen, Ihre Mailadresse, Ihren Studiengang bzw. Ihr erforderliches Prüfungsziel.


Bitte besorgen Sie sich vor der Prüfung das notwendige Formular - i.d.R. ist es digital im Internet verfügbar auf den Seiten des Institut für Politikwissenschaft.


Spezielle Literatur für die mündlichen Prüfungen zur Vorlesung:

(Stand 14.01.06)

Aus Politik und Zeitgeschichte: Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament; „Bundestagswahl 2005“, Nr. 32-33 v. 8. August 2005.

Aus Politik und Zeitgeschichte: Beilage zur Wochenzeitung DAS PARLAMENT, Analyse der Bundestagswahl 2005, Nr. 51-52 v. 19.12.2005.


Gabriel, Oscar W./Holtmann, Everhard (Hrsg.): Handbuch Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur Bundesregierung und zum Bundestag!!!

Korte, Karl-Rudolf/Fröhlich, Manuel: Politik und Regieren in Deutschland, Paderborn 2004

Korte, Karl Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, 5. Aufl. Bonn 2005.

Rudzio, Wolfgang: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, 6. Aufl. Opladen 2003.


1. Strategische Konsequenzen der Bundestagswahl Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur

1.1 Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2005

– SPD:             34,2 %  (2002:  38,5  Prozent)– CDU/CSU:    35,2 %  (2002:  38,5  Prozent)– GRÜNE:         8,1 % (2002:   8,6  Prozent)– FDP:               9,8 %  (2002:   7,4  Prozent)– Die Linke.:      8,7 %  (2002:   4,0  Prozent)

– Sonstigen:      4,0 %  (2002:   3,0  Prozent)


Mandate im 16. Deutschen Bundestag Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur

– SPD        222 Sitze      (2002 : 251)  darunter   145 Wahlkreise (2002 : 171)

– CDU/CSU 226 Sitze      (2002 : 248)  darunter   150 Wahlkreise (2002 : 125)

– GRÜNE:      51 Sitze      (2002 :  55)  darunter     1 Wahlkreise (2002 :   1)

– FDP:        61 Sitze      (2002 :  47)  darunter     0 Wahlkreise (2002 :   0)

– Die Linke.: 54 Sitze      (2002 :   2)  darunter     3 Wahlkreise (2002 :   2)


Überhangmandate des 16. Deutschen Bundestags Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur

SPD 9 Überhangmandate davon

1 in Hamburg               3 in Brandenburg              4 in Sachsen-Anhalt und               1 im Saarland

CDU 7 Überhangmandate davon

4 in Sachsen und                 3 in Baden-Württemberg


1.2 Was entschied die Wahl? Strategische Schlussfolgerungen Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur

Was entschied die Bundestagswahl?

Neue Mehrheiten für Unpopuläres

Thesen:

Zwei ganz unterschiedliche Mobilisierungskonzepte waren nicht erfolgreich, sind aber auch nicht komplett gescheitert.

Die Bundestagswahl entschied über das Kleine an den Großen!


Abnehmende Konzentration der großen Volksparteien Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auf. München/Wien 2004. - daraus die Aufsätze zur

1966: 86,9 Prozent

2005: 69,4 Prozent

Die Krise der Volksparteien-Demokratie;

Die Krise der Repräsentation


2. Die BTW entschied über den diskreten Charme der Anarchie!

Regelverletzungen, Regelverstöße

Geschriebene und ungeschriebene Regeln

Delegitimierung von Verfassungsorganen


3. Bei der BTW ist über den Stil und die Qualität des Regierens und Opponierens in der Berliner Republik entschieden worden!

Schere zwischen Darstellungs- und Entscheidungspolitik

Die Kunst der Inszenierung und der Entlarvung

Handwerkliche Fehler des Regierens und Opponierens


4. Bei der BTW ist über den Ort des Regierens und über einen begrenzten Zeithorizont entschieden worden!

Aufwertung des Bundestages durch neue Diskussionskultur;

Disziplinierungsdruck entfällt

Große Koalitionen können nicht abgewählt werden: nur abtreten, sich verabredungsgemäß auflösen, zerfallen


5. Das Ergebnis der BTW ist eine Entscheidung über die Wirkungsmächtigkeit von Echo-Demoskopie!

Wirkungsrichtung: Wähler und Regierung

Taktisches Stimmensplitting

Regieren nach Tages-Demoskopie


6. Die Wähler haben sich bei der BTW mehrheitlich Wirkungsmächtigkeit von Echo-Demoskopie!

gegen eine weitere kommunikative

Ökonomisierung der Lebenswelten entschieden!

Allparteien seit 2002: Abkehr von wohlfahrtsstaatlichen Traditionen

Als ob alle gesellschaftlichen Konflikte ökonomisch bedingt sind!


Mobilisierung für Unpopuläres? Regieren und Wirkungsmächtigkeit von Echo-Demoskopie!

Opponieren in Zeiten ökonomische Knappheit:

Nüchterne Ehrlichkeit

Stilsichere politische Führung

Schlüssige Reformkommunikation

Zeitfenster und Tempowechsel nutzen

Immerwährende Regionalkonferenzen

Wertorientiertes Leadership


2.1 Der Bundestag: Formale Stellung und Organisation


Der bundestag

Der Dualismus von Mehrheit und Opposition: Funktionswandel des Parlamentarismus

Dualismus von Parlamentsmehrheit und parlamentarischer Opposition

Handlungseinheiten: Regierung, Regierungsmehrheit, Ministerialbürokratie

Der Bundestag


Der bundestag1

Rechtliche Stellung des Parlamentarismus

Abgeordnete:

Art. 38 GG: Wahl der Abgeordneten

Spannungsverhältnis zu Art. 21

Art. 46 GG: Indemnität und Immunität

Art. 47 GG: Zeugnisverweigerungsrecht

Rechte und Diäten

Der Bundestag


Der bundestag organisation des fraktionenparlaments

A. Steuerungsstrukturen (Bundestagspräsident, Präsidium, Ältestenrat

B. Fachstrukturen (Plenum, Ausschüsse, Gremien etc.)

C. Politische Strukturen (Fraktionen, Arbeitsgruppen, Arbeitskreise)

Der Bundestag: Organisation des Fraktionenparlaments


Der bundestag organisation des fraktionenparlaments1

Fraktionen (5 Prozent der Abgeordneten) Ältestenrat

Fraktionsdisziplin

Ausschüsse

Ständige Ausschüsse

Plenum

Arbeitsparlament/Redeparlament

Präsidium

Ältestenrat

Wissenschaftliche Dienste

Der Bundestag: Organisation des Fraktionenparlaments





Stellung des Bundestages im parlamentarischen System: Ältestenrat

Unmittelbare demokratische Legitimation;

Grundsatz der Diskontinuität;

Geschäftsordnung

Gewaltenverschränkung:

Bei Staatsleitung hat BT das „letzte Wort“;

Bei Führungsaufgaben hat Bundesregierung das „erste Wort“


2.2 Konstituierung und Auflösung des Deutschen Ältestenrat

Bundestages

Wahlen zum Deutschen Bundestag:

Konstituierung des Bundestages und die Wahl des Bundeskanzlers stehen in keinem unmittelbaren Zusammenhang


Konstituierung des 16. Deutschen Bundestages Ältestenrat

Geschäftsordnung des Bundestages

§ 1 Konstituierung

(1) Der neugewählte Bundestag wird zu seiner ersten Sitzung vom bisherigen Präsidenten spätestens zum dreißigsten Tage nach der Wahl (Artikel 39 des Grundgesetzes) einberufen.


(2) In der ersten Sitzung des Bundestages führt das an Jahren älteste oder, wenn es ablehnt, das nächstälteste Mitglied des Bundestages den Vorsitz, bis der neugewählte Präsident oder einer seiner Stellvertreter das Amt übernimmt.

(3) Der Alterspräsident ernennt Mitglieder des Bundestages zu vorläufigen Schriftführern. Hierauf erfolgt der Namensaufruf der Mitglieder des Bundestages.


(4) Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit wird die Wahl des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.


Konstituierung des Bundestagspräsidium des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Bundestagspräsident:

Norbert Lammert (CDU)

Stellvertreter:

Gerda Hasselfeldt (CSU)

Wolfgang Thierse (SPD)


Stellvertreter: des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Hermann-Otto Solms (FDP)

Katrin Göring-Eckardt (Grüne)

Lothar Bisky (Linkspartei) nicht gewählt/

nicht besetzt!


Konstituierung des Deutschen Bundestages und des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

der Bundesregierung

Art. 40 GG

(Bundestagspräsident)

„(1) Der Bundestag wählt seinen Präsidenten, dessen Stellvertreter und die Schriftführer. Er gibt sich eine Geschäftordnung.

(2)…“


Bundestagspräsident und Präsidium des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Zweithöchste Staatsamt in Deutschland;

Gestellt von der stärksten Bundestagsfraktion;

Nicht abberufbar

Funktionen:

a. Repräsentant der Volksvertretung

b. Sitzungspräsident

c. Hausrecht und Polizeigewalt

d. Verwaltungsaufgaben


Vizepräsidenten des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Präsident und Vizepräsidenten bilden das Präsidium: wichtiges Steuerungsinstrument

Ältestenrat

Zentrales politisches interfraktionelles Steuerungsorgan


Art.39 GG des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

(Wahlperiode)

„(1) Der Bundestag wird auf vier Jahre gewählt. Seine Wahlperiode endet mit dem Zusammentritt eines neuen Bundestages. Die Neuwahl findet frühestens fünfundvierzig, spätestens siebenundvierzig Monate nach Beginn der Wahlperiode statt. Im Falle einer Auflösung des Bundestages findet die Neuwahl innerhalb von sechzig Tagen statt.

(2) Der Bundestag tritt spätestens am dreißigsten

Tage nach der Wahl zusammen.

(3)…“


Auflösung des Bundestages des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Kein Selbstauflösungsrecht!

a. beim Scheitern der Kanzlerwahl

(Art. 63 Absatz 4)

Bisher nicht vorgekommen.

b. beim Scheitern der Vertrauensfrage

(Art. 68 Absatz 1)

Das Beispiel Schröder 2001(Kopplung Vertrauensfrage mit Inhalt


Auflösung des Präsidenten, der Stellvertreter und der Schriftführer vorgenommen.

Art. 68 GG

(Auflösung des Bundestages)

„(1) Findet ein Antrag des Bundeskanzlers, ihm das Vertrauen auszusprechen nicht die Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages, so kann der Bundespräsident auf Vorschlag des Kanzlers binnen einundzwanzig Tagen den Bundestag auflösen. Das Recht zur Auflösung erlischt sobald der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen anderen Bundeskanzler wählt.

(2)…“


Praktiziert: 1972 (Patt-Situation nach gescheiterten Misstrauensantrag; Enthaltung der Regierung bei Stimmabgabe)

und 1982 (Vertrauensfrage nach ungeglücktem Misstrauensantrag; Enthaltung der Regierungsmehrheit bei Stimmabgabe)

aktuell 2005 (nach der gescheiteren Landtagswahl in NRW)

In allen Fällen ist es in das politische Ermessen des Bundespräsidenten gestellt, den Bundestag vorzeitig aufzulösen.


2.3 Wahl des Kanzlers Misstrauensantrag; Enthaltung der Regierung bei Stimmabgabe)

Phasenmodell der Investitur eines Bundeskanzlers nach Bundestagswahlen:

Bundestagswahlen (18.09.2005)

Koalitionsverhandlungen/Koalitionsvertrag (nicht im GG!);

Konstituierung des (16.) Deutschen Bundestages (Alterspräsident und Wahl des Bundestagspräsidenten; spätestens 30 Tage nach der Wahl);


Der Vorschlag des Bundespräsidenten für die Wahl des Kanzlers;

Entlassung (Urkunde) des noch amtierenden Kanzlers durch den Bundespräsidenten; Entlassung der Minister; Amtsdauer

Wahl des neuen Bundeskanzlers durch Bundestagsmehrheit;

Ernennung (Urkunde)/Vereidigung durch den Bundestagspräsidenten (Amtseid);


Konstituierung der Bundesregierung (Ernennung/Urkunden der Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

Erste Kabinettssitzung


Art. 62 GG Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

(Zusammensetzung der Bundesregierung)

„Die Bundesregierung besteht aus dem Bundeskanzler und aus den Bundesministern.“


Art. 63 GG Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

(Bundeskanzler)

„(1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestag ohne Aussprache gewählt.

(2) Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich vereinigt. Der Gewählte ist vom Bundespräsidenten zu ernennen.

(3) Wird der Vorgeschlagene nicht gewählt, so kann der Bundestag binnen vierzehn Tagen nach dem Wahlgange mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wählen.“


„(4) Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des KanzlersKommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Vereinigt der Gewählte die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich, so muss der Bundespräsident ihn binnen sieben tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der gewählte diese Mehrheit nicht, so hat der Bundespräsident binnen sieben tagen entweder ihn zu ernennen oder den Bundestag aufzulösen.“


Grundgesetz sieht somit drei Phasen der Kanzlerwahl vor: Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

Geschäftsordnung § 4 zur Wahl des Bundeskanzlers: verdeckte Stimmzettel; Wahlvorschläge zu den Wahlgängen gemäß Art.63 GG Abs. 3 und 4/einem Viertel der Mitglieder des Bundestages


Kanzlerinnenwahl am 22.11.2005 Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

448 Stimmen der Mehrheitsfraktion

(Union und SPD)

308 Stimmen = Kanzlermehrheit

Faktisch erhalten:

397 Ja-Stimmen

51 Nein-Stimmen

Quelle: Korte, Wahlenbuch 2005, S. 52


Art. 64 GG Ernennung und Entlassung der Bundesminister Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

„(1) Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen.

(2) Der Bundeskanzler und die Bundesminister leisten bei der Amtsübernahme vor dem Bundestage den in Artikel 56 vorgesehen Eid.“


Art. 69 GG Minister durch Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers

(Stellvertreter; Amtszeit)

„(1) Der Bundeskanzler ernennt einen Bundesminister zu seinem Stellvertreter.

(2) Das Amt des Bundeskanzlers oder eines Bundesministers endigt in jedem Falle mit dem Zusammentritt einen neuen Bundestages, das Amt eines Bundesministers auch mit jeder anderen Erledigung des Amtes des Bundeskanzlers.“


„(3) Auf Ersuchen des Bundespräsidenten ist der Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“


Kanzlerwahl durch Konstruktives Misstrauensvotum Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Art. 67

(Misstrauensvotum)

„(1) Der Bundestag kann dem Bundeskanzler das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt und den Bundespräsidenten ersucht, den Bundeskanzler zu entlassen. Der Bundespräsident muss dem Ersuchen entsprechen und den Gewählten ernennen.

(2)…“


Quelle: Pötzsch 2003, S. 61 Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“


praktiziert: Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

1972 Barzel gegen Brandt (negativer Ausgang i.S. des Antrags)

1982 Kohl gegen Schmidt (positiver Ausgang i.S. des Antrags)


Wahl des Bundeskanzlers und Regierungsbildung Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Wahl der Bundeskanzler

Normale Kanzlerwahl- Ernennungsverfahren

In fast allen westeuropäischen Staaten: Ministerpräsidenten/Premierminister/Kanzler an der Spitze der Regierung.

Kabinett fungiert als kollegiales Beratungs- und Beschussorgan.


Besonderheiten des Investiturverfahrens Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Bundespräsident ernennt Kanzler nachdem Bundestag ihn gewählt hat

Geheime Wahl

Absolute Mehrheit erforderlich

Personalunion zwischen Regierungschef und Parteivorsitz nicht notwendig


2.4 Struktur-Prinzipien der Bundesregierung Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Art. 65 GG

„Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich selbstständig und unter eigener Verantwortung. Über Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bundesministern entscheidet die Bundesregierung.“


a. Kanzlerprinzip/Richtlinienkompetenz Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Kabinettsbildungsrecht

Leitungskompetenz

Organisationsgewalt des Bundeskanzlers (Einschränkung durch Koalitionsvertrag 2005!)

b. Ressortprinzip

c. Kollegialprinzip

d. Koalitionsprinzip

e. Parteiprinzip


Die Struktur der Bundesregierung Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Infrastruktur und Praxis der Regierungsarbeit: Bundesministerien und Kanzleramt

Informelle Strukturen

Praxis der Regierungsarbeit

Praxis der Großen Koalition?


Organisationsschema Bundeskanzleramt Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Der Spiegel: 17. September 2005, Nr. 38, S. 31


Praxis der Regierungsarbeit Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Geschäftsordnung der Bundesregierung


2.5 Das System Merkel Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“

Der Spiegel: 21.Nov. 2005, Nr. 47, S. 25


Dr. Angela Merkel Bundeskanzler, auf Ersuchen des Bundeskanzlers oder des Bundespräsidenten ein Bundesminister verpflichtet, die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterzuführen.“: Politischer Werdegang

Stellvertretende Regierungssprecherin der Regierung de Maizière 1990:

Referentin im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 1990;

1989 Mitglied des „Demokratischen Aufbruchs“

1990 Mitglied der CDU;


Dezember 1991 bis November 1998 stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschland;

Juni 1993 Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern;

Mitglied des Bundestages seit 1990;

18. Januar 1991 bis 17. November 1994 Bundesministerin für Frauen und Jugend;


17. November 1994 bis 26. Oktober 1998 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit;

07. November 1998 bis 10. April 2000 Generalsekretärin der CDU Deutschlands;

10. April 2000 Vorsitzende der CDU Deutschlands;

September 2002 Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag;


Thesen zum Stil und zur Entscheidungsfindung von Angela Merkel

Gesamtgefüge Verfassungsorgane:

Stil: Nüchtern, schlicht, Abkehr vom Politikentertainment; selbstdarstellungsarm; Distanzbedürfnis; Charisma-Defizite

Machtorganisation: Macht-Physikerin; Entscheidungsfindung nach naturwiss. Anordnung


Thesen zum Stil und zur Entscheidungsfindung von Angela Merkel

Problem einer normativen Verortung: Profil?

Prinzip „unverdächtiger Harmlosigkeit“

Steuerung ohne strategisches Zentrum

„Bedingte Führung“

Koalitions-Führung – noch nicht konturiert


3. R e g i e r u n g s b i l d u n g Merkel

3.1 Ausgangsbedingungen für die Regierungsbildung:

  • Formale Bildung der Bundesregierung in zwei Abschnitten (Art. 63 und 64 GG), nachdem sich der Bundestag konstituiert hat.

  • Die informellen Prozesse der Regierungsbildung beginnen allerdings unmittelbar nach der Wahl:


a. Wahl des Bundeskanzlers steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

  • Setzt das Vorschlagsrecht des Bundespräsidenten voraus!

  • Bundespräsident ist nicht an „Kanzlerkandidaten“ gebunden

  • (Wahl des Bundeskanzlers wird unter Gliederungspunkt 2 noch aktualisiert, wenn die Wahl von Merkel konkret ansteht)


b. Ernennung der Bundesminister Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Kanzlermacht? Richtlinienkompetenz?

Parteimacht?


Ausgangsbedingungen: Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Sondierungsgespräche/Sondierungen beginnen am Wahl-Nachmittag

Sonntag, der 18. September mit Vorlauf ab Freitag:

keine Mehrheiten in Sicht!

Atmosphäre der Unsicherheit und Ungleichzeitigkeiten

Strukturelle Minderheitenpositionen

Festlegungen im Wahlkampf – Ausschluß-Verfahren (z.B. Parteitagsbeschluß der FDP)

Multikoalitionsfähigkeit?


3.2 Das Wahlergebnis: Optionen der Mehrheitsbildung Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

5 Fraktionen, 6 Parteien (eigentlich 7, denn WASG plus PDS);

Beim Wahlakt ist für den Wähler unklar, zu welcher Regierungsbildung seine Stimmabgabe führt: Asymmetrie des Parteiensystems

Bundestag-Bundesrat


Varianten: Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Ampel (rot-gelb-grün): Modelle auf Landesebene gescheitert (z.B. Bremen 1991-1995; Brandenburg 1990-1994)

Jamaika (schwarz-gelb-grün): große Mehrheit im Bundesrat; die Rolle der Protagonisten;

Fischers-Rückzug

Linkes Bündnis Rot-Rot-Grün

Minderheits-Regierung nach Art. 63: Tolerierungs-Modelle (Schröder als Minderheitskanzler nach Scheitern der Vertrauensfrage?)


Definition: Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Eine Minderheitsregierung ist eine Regierung, deren Vertreter keine Mehrheit im Parlament haben. Zum Beschluss von Gesetzen müssen deshalb Mehrheiten gemeinsam mit anderen im Parlament vertretenden Parteien gesucht werden.


Weimarer Republik: Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Weimarer Verfassung: Reichspräsident konnte nach Belieben den Reichskanzler einsetzen und entlassen; sog. Präsidialkabinette ohne parlamentarische Mehrheiten (Brüning, von Papen, von Schleicher)


Bundespräsident kein Ersatzmonarch! Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Zwar Reservefunktion, die aber als stabilisierende Faktoren gelten sollen. (63 Abs. 4 und 68 Abs.1)

Beispiele auf Bundesebene:

„allein gelassene Regierungen“ – nach Koalitionsbruch;

in keinem Fall über Art. 63, Abs. 4 im Amt.

1966 ging die FDP aus der Regierung

1982 verließ die FDP die Regierung

Beispiel auf Landesebene Sachsen-Anhalt: Magdeburger Modell (1994-2002 Höppner)


Neuwahl nach Art. 63 Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

Brautschau

Provokations-Poker

„Preise nach oben treiben“

ODER – als letzte Variante :

Große Koalition (nur 36 Stimmen im Bundesrat!)

(Details folgen später dazu!)

Große und kleine Koalitionen

Machtwechsel-Typen: in der Regel dosierte Macht- und Regierungswechsel in Deutschland, so auch diesmal

Einzige Ausnahme: 1998


3.3 Machtprofile des Wahltages Zusammenhang mit der Konstituierung des Bundestages;

T h e o r i e:

Politische Macht

Politische Macht ist kein Attribut einzelner Akteure, sondern ein r e l a t i o n a l e s , sich aus dem Tausch von Ressourcen ergebendes Phänomen (Machtprämien, Machtwährungen, fluide Macht).


Wer Macht ausüben will, ist bei ihrem Gebrauch angewiesen auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Neue Akteure können zugewinnen; mehrere Akteure können Macht verlieren; kurzzeitig können mehr verlieren als zugewinnen...


Kommunikative Macht auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Macht durch Einfluss weniger durch Herrschaft

Fluide Machtgrundlagen, stimmungsflüchtig

Parteimacht: lose verkoppelte Anarchie

(Bsp. Zur Zeit Stoibers Machtverlust)


Die öffentliche Arena: Mediendemokratie auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Aufmerksamkeit als Machtprämie!

Darstellungs- vs. Entscheidungspolitik

Bilder und Sprache: Unterschiedliche Wirkungen und Legitimationen

Sprache als Instrument der Politik;

Sprachlosigkeit führt zu Machtverlust

Politische Sprache: formelhaftig, höchst funktional, machtabsichernde Floskeln, intentional,


Beispiele: auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Reformkommunikation?

Die Sprache der SPD: Müntefering/Platzeck?

Die Sprache der Großen Koalition;

Die Sprache des Bundespräsidenten bei der vorzeitigen Auflösung des Bundestages;

Gegen-Entwürfe zur Sprachwahl des Bundespräsidenten

Die Sprache des Außenministers im Visa-Ausschuss


Medien - Macht ? auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Regierungen regieren – nicht Medien!

Medien haben nur in Ausnahmefällen direkten Einfluss auf das Regierungshandeln und die Gesetzgebung

Medien entscheiden nichts! Sie verstärken und vergröbern Tendenzen: Verstärkerfunktion


Medien sind Taktgeber und Formatgeber der Politik auf andere Akteure. Folglich lassen sich die Macht- und Einflussbeziehungen zwischen Akteuren nicht als einfaches Nullsummenspiel (der eine gewinnt- der andere verliert) interpretieren, in dem der Zugewinn des einen dem Verlust des anderen entspricht:

Medienmacht ist eine „als ob Macht“

Entscheidend ist weniger, ob Medien tatsächlich Macht haben, entscheidend ist, ob allgemein angenommen wird, dass Medien Macht haben


Wenn ja: dann verhalten sich alle so, als ob die Medien Macht hätten

Wenn alle Machtgrundlagen stimmungsflüchtiger geworden sind, dass sind Medien als Stimmungssimulatoren wichtig, aber keine Ersatz für Politik

Fernsehen nicht mehr nur Medium der Wirklichkeitsvermittlung, sondern eine eigene Dimension der Wirklichkeit


P r a x i s: „Elefanten-Runde“ am Wahlabend Macht hätten

Wirkungsmächtigkeit der Bilder des Wahlabends (vier Jahre lang!)

die „Elefanten“ treffen ein im Hauptstadt-Studio ZDF


Konsequenzen der „Elefantenrunde“ Macht hätten

Der Vorwurf der gezielten, gesteuerten, absichtsvollen Medienkampagne;

Schröder: gefühlter Sieger, auch über die Medien und zugleich durch seinen –Auftritt das größte Opfer der Medien an diesem Abend

Nach aussichtsloser Wahl: erfolgreich verloren!


Siegesrausch Macht hätten

Extrem undemokratischer und unhöflicher Umgang mit der Gegenkandidatin

schon von 1969 überliefert: wer als erster vor die Kameras ging und seinen Führungsanspruch anmeldete, gewann einen entscheidenden Vorsprung: damals Brandt mit der Initiative des Handelns, während Kiesinger erklärte, die Regierungsbildung habe Zeit...

Merkel versäumt es, Siegerbilder zu produzieren (stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag nach

7 Jahren)


Ursachen und Folgen: Macht hätten

Ablenkung Schröders von der eigenen doppelten Kapitulation nach NRW Wahlverlust

Ablenkung Schröders von einem extrem schlechten SPD-Ergebnis

Anspruch auf Kanzlerschaft: gleiche Augenhöhe für Verhandlungen; Preis für Verhandlungen nach oben treiben

Kampf-Solidarisierung im Unionslager um Merkel herum


Keine Aufarbeitung des extrem schlechten Unions-Wahlergebnis (1998, 2002,2005 deutlich unter 40 Prozent; zweite schlechte Kampagne-Planung)

Fehlender Brückenbau Schröders zu anderen möglichen Koalitionspartnern (diplomatisch offene Optionen verbaut)

Fischer distanziert sich auch durch Körpersprache von Schröder (angedeuteter Abgang)

Große Koalition mit Schröder an der Spitze war nach diesem Auftritt undenkbar


3.4 Die Vorgeschichte der Großen Koalition (1998, 2002,2005 deutlich unter 40 Prozent; zweite schlechte Kampagne-Planung)

Die Sondierungsgespräche:

„Jamaika-Hype“ für einige Tage

plus:

Sondierungen der Großen Koalition

a. größere Verhandlungsrunde Union und SPD – Zwei Treffen

b. kleinere Findungskommission („Die glorreichen Vier“) – Drei Treffen nach Rückbindung an Parteigremien (incl. Steinmeier)


Gegenstand der Sondierungsgespräche (1998, 2002,2005 deutlich unter 40 Prozent; zweite schlechte Kampagne-Planung)

Anerkennung der Mehrheitsregel?

Parl. Routine „Vertrauensbildende Maßnahmen“

Findungskommission

a. Personalangelegenheiten (Ausgleichsforderungen)

b. Zuschnitt der Ministerien (Zustand vor 1998?)

c. Formen der Zusammenarbeit (Koalitionsrunde, keine wechselnde Mehrheiten; Bundesrat?)

d. Politische Ziele


Erfolgsbedingungen der Findungskommission: (1998, 2002,2005 deutlich unter 40 Prozent; zweite schlechte Kampagne-Planung)

a. Theoretisch


Verhandlungsstrategie der Akteure: Die Handlungsorientierungen von Akteuren korrespondieren mit unterschiedlichen Verhandlungsstrategien

Typus: Einigung erscheint zunächst nicht möglich, da zunächst kein Ergebnis gefunden werden kann, das die Minimalpräferenzen beider Verhandlungspartner


Anreizstrategie/verschiedene Formen der Kompensation: Handlungsorientierungen von Akteuren korrespondieren mit unterschiedlichen Verhandlungsstrategien

durch Erweiterung des Verhandlungsgegenstandes zu größeren Verhandlungspaketen (package deals),

durch die Verknüpfung von sachlich getrennten Problemen in einem Koppelgeschäft (issue linkage),

durch die Kompensation voraussichtlicher

Verluste eines Verhandlungspartners durch Geldzahlungen des anderen (Ausgleichszahlungen)

Abhängig auch grundsätzlich vom Akteursprofil!

Zeitstrategien

Ort-Strategien


Verhandlungsphase: Handlungsorientierungen von Akteuren korrespondieren mit unterschiedlichen Verhandlungsstrategien

Auswahl der Strategie, Verbesserung des Einflusses, konkreten Vorschlag machen, Erklärung und Rechtfertigung der eigenen Vorschläge, Festzurren der wichtigen Details.

Vollzugsmandat!

Wichtigste Bedingungen: Verschwiegenheit, Geheimhaltung; alles Sieger (Gesichtswahrung)


b. Praktisch Handlungsorientierungen von Akteuren korrespondieren mit unterschiedlichen Verhandlungsstrategien

Konsequenzen aus der „Elefantenrunde“:

Extra Bonus für den Verzicht auf das Kanzleramt?

Gegenleistungen für den Verzicht auf den Regelverstoß? (größere Partner stellen in der Koalition immer den Chef)

Wahlergebnis als Ausgangsbasis der Verhandlungen gegenüber dem Verhandlungspartner und nach innen gegenüber der eigenen Partei


Autoritätsverfall nach schlechtem Wahlergebnis bei CDU, CSU, SPD

Vollzugsmandat: Rückbindung an die Parteigremien beachten?

Linke Verhinderungsmehrheit in eine positive Gestaltungsmehrheit überführen?

Tauschmasse Verfassungsorgane?

Anerkennung der Mehrheitsregel? (Münte: noch 1998 als Argument gegen zweiten Vizepräsidenten der Union im BT)


3.5 Das Ergebnis der Sondierungsgespräche CSU, SPD

Montag, der 10. Oktober 2005 Durchbruch 8.58 Uhr ZDF:

Neue Machtstrukturierung im Umfeld von Merkel;

Abschied von Schröder; Nachlaß-Verwalter?;

Helden des Rückzugs (Fischer)


Offensive Union; Taktgeber CSU, SPD

Defensive

Augenhöhe nur noch symbolisch, nicht mehr faktisch (Hierarchie kehrt zurück); Runde Tische als Fiktion – trotz Kritik an Richtlinienkompetenz

Text: „Grundlagen für Koalitionsverhandlungen von Union und SPD“


16 (bzw. 17) Arbeitsgruppen CSU, SPD

Steuerungsgruppe:Vorsitz:  Kajo Wasserhövel und Olaf Scholz (beide SPD), Volker Kauder (CDU), Erwin Huber (CSU)

Arbeit und Soziale Sicherung:Vorsitz: Franz Müntefering (SPD), Ronald Pofalla (CDU)

Aufbau Ost:Vorsitz: Wolfgang Tiefensee (SPD), Wolfgang Böhmer (CDU)


Außen und wirtschaftliche Entwicklung: CSU, SPDVorsitz: Frank-Walter Steinmeier und Heidemarie Wieczorek-Zeul (beide SPD), Michael Glos (CSU)

Bildung:Vorsitz: Edelgard Bulmahn (SPD), Annette Schavan (CDU)

Familie:Vorsitz: Renate Schmidt (SPD), Ursula von der Leyen (CDU)


Föderalismus: CSU, SPDVorsitz: Klaus Uwe Benneter und Franz Müntefering (beide SPD) sowie Wolfgang Schäuble (CDU) und Edmund Stoiber (CSU)

Gesundheit:Vorsitz:  Ulla Schmidt (SPD), Wolfgang Zöller (CSU)

Haushalt und Steuern:Vorsitz: Peer Steinbrück (SPD), Roland Koch (CDU)

Innen:Vorsitz: Brigitte Zypries (SPD), Wolfgang Schäuble (CDU)


Justiz: CSU, SPDVorsitz: Brigitte Zypries (SPD), Wolfgang Bosbach (CDU)

Kultur:Vorsitz: Wolfgang Thierse (SPD), Norbert Lammert (CDU)

Umwelt:Vorsitz: Sigmar Gabriel (SPD), Klaus Lippold (CDU)

Verbraucherschutz und Landwirtschaft:Vorsitz: Brigitte Zypries (SPD), Horst Seehofer (CSU)


Verkehr, Bau- und Wohnungswesen: CSU, SPDVorsitz: Wolfgang Tiefensee (SPD), Dirk Fischer (CDU)

Verteidigung:Vorsitz: Peter Struck (SPD), Franz Josef Jung (CDU)

Wirtschaft und Technologie:Vorsitz: Ludwig Stiegler (SPD), Edmund Stoiber (CSU)


3.6 Formen der Zusammenarbeit; Bedingungen des Erfolgs: CSU, SPD

Anerkennung der parlamentarischen Regeln:

Die stärkste Fraktion stellt den Bundestagspräsidenten!

Der Kanzler wird derjenige, der in geheimer Wahl eine Mehrheit der Stimmen erhält;

Brandt 1969; Schmidt 1976 bis 1983 zweitstärkste Fraktion!

In einer Koalition stellt der stärkere Partner den Chef!


Bedingungen: CSU, SPD

Besetzung paritätisch;

Besetzung spiegelbildlich

Koalitionsausschuss, Koalitionsrunde (Verlagerung der Entscheidungsstrukturen);

Ort des Treffens;

Orte der kollektiven Willensbildung?

Koalitionszwillinge: Kauder – Struck (Röttgen-Scholz)

Sondergremien: z.B. BT-BR?


Wechsel des Regierungsstils CSU, SPD

Profilierung der Moderatorin in Verfahren der Schlichtung und des Streits

SPD mit Generalsekretär-Diskussion : Rolle der Partei beim Regieren in einer Großen Koalition? Plus Richtungsstreit

Parteien müssen mit allen Flügeln hinreichend am Koalitionsprozeß beteiligt sein z.B. SPD mit „Seeheimer Kreis“; „Parlamentarische Linke“, „Netzwerk“


Koalitionsdemokratie CSU, SPD

Bundesregierungen als Koalitionsregierungen

Koalition: Zweckbündnis von Akteuren zur Verfolgung gemeinsamer Interessen/Parteibündnis

Koalitionspraxis hat die Regierungspraxis stabilisiert

Prozesse der Informalisierung des Regierens hängen auch damit zusammen


Unterschiedliches Verständnis der Kanzler zum Koalitionspartner

Koalitionsdemokratie funktioniert nur im Zusammenspiel mit den Mehrheitsfraktionen des Deutschen Bundestages : „parlamentarisches Mitregieren/Mitsteuern“


Koalitionsverhandlungen und Koalitionsbildung (Theorie) Koalitionspartner

Spieltheorie als Grundlage einer formalisierten Koalitionstheorie (Vgl. S. Kropp, Regieren in Koalitionen, Wiesbaden 2001 und Dies. (Hrsg.), Koalitionen in West- und Osteuropa, Opladen 2002)


Ausgangspunkt: rationaler, nur an der eigenen Nutzenmaximierung orientierter Akteur

Kritik: unklar, wie Kooperationsgewinne aufgeteilt werden

Deshalb: Interaktionen und Strategien von Koalitionsparteien sind stets von einem Mischungsverhältnis aus kooperativen und wettbewerbsorientierten Handlungsmustern bestimmt (gilt auch schon für die Verhandlungen)


Strategiemuster zur Optimierung der Verhandlungen: Nutzenmaximierung orientierter Akteur

„ständiger Vermittlungsausschuss: 190 Unterhändler in 16 Arbeitsgruppen

Kontaktbörse (noch nie länger miteinander gesprochen)/vertrauensbildende Maßnahmen

Trainingsfeld: üben mit dem einstigen Gegner


Psychologie der Tarifverhandlungen: „Ein Ergebnis gibt es erst, wenn alle erschöpft sind, alles gesagt ist und der Termindruck Entscheidungen erzwingt“ (Scholz)

Neue Wahrnehmung/neues Personal: „Dolmetscher“ nicht Ideologen

Frontverlauf: nicht gerade Linien, sondern Schlangenlinien; mehr Verbündete als Gegner; Rituale der gegenseitigen Schuldzuweisung greifen nicht mehr (Referenzsysteme)


Festsetzung der Terminierung zu Beginn vom Ende her (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Grundsatz: Solange nicht alles vereinbart ist, ist nichts vereinbart!

4 Augen/8 Augen-Gespräch am Ende

hohe Einigkeit: Außenpolitik/Verteidigung, Innenpolitik, Bildung/Familie

Halma oder Poker? Strategie-Spiele?


Probleme: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Chronisch instabil? , da beiden Parteien ihre Stammwähler dauerhaft irritieren?

Zeit-Dimension: Koalitions-Auflösungs-Attentismus (abwartende Haltung)

Zum gemeinsamen Erfolg gezwungen

Reparatur-Betrieb oder Euphorie des Anfangs

Gestaltungsauftrag annehmen? Formative Phase der Republik genau in diesem November zu vereinbaren?


3.7 Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Die Koalitionsvereinbarung der Großen Koalition

Koalitionsbildung vor Kabinettsbildung!

Dauer der Verhandlungen (Beginn der Koalitionsverhandlungen und Wahl des Bundeskanzlers) zwischen 23 Tagen (1969) und 65 Tagen (1961) oder 73 Tagen (1976).


Chronologie der Koalitionsverhandlungen 2005 (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

18. September: Gerhard Schröder erklärt sich und die SPD zum Wahlsieger. In der Berliner Runde schließt Gerhard Schröder eine große Koalition unter Angela Merkel „bei dieser Sachlage“ kategorisch aus.

22. September: Erstes Sondierungsgespräch von jeweils sieben Politikern von Union und SPD. Beide Seiten erheben weiterhin Anspruch auf die Kanzlerschaft.


23. September: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen scheitern endgültig. Die eine „Jamaika-Koalition“ ist damit vom Tisch.

28. September: Zweite Runde der Sondierungsgespräche. Weiterhin keine Einigung bei der „K-Frage.“

2. Oktober: Nachwahl in Dresden. Die CDU vergrößert Vorsprung auf vier Sitze. Schröder deutet Verzicht auf Kanzlerschaft an.


5. Oktober: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Drittes Sondierungsgespräch zeigt eine „breite politische Basis“ beider Parteien.

6. Oktober: Erstes Acht-Augen-Gespräch. Keine Einigung bei K-Frage.

Bis 9. Oktober: Weitere erfolglose Spitzengespräche

10. Oktober: Am Rande der Präsidiumssitzungen beider Parteien sickert durch, dass Merkel Kanzlerin wird.


13. Oktober: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan SPD-Präsidium akzeptiert Ergebnis der Verhandlungen. Merkel wird Kanzlerin (CDU: 6 Ministerämter + Kanzleramt). Müntefering Vizekanzler (SPD: 8 Ministerämter und Erstwahlrecht)

18. Oktober: Das Kabinett Schröder erhält die Entlassungsurkunden bleibt aber geschäftsführend im Amt


24. Oktober (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan: Die Unterhändler von Union und SPD einigen sich auf Einsparungen in Höhe von rund 35 Milliarden Euro für 2007.

27. Oktober: Nach der dritten Runde der Koalitionsverhandlungen erwägen Union und SPD eine Heraufsetzung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre.


20. Oktober: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Die Arbeitsgruppen für Arbeitsmarkt-, Umwelt-, Innen- und Außenpolitik treffen sich zum ersten Mal. Beginn der „konkreten Verhandlungen“.

21. Oktober: Die Spitzen von Union und SPD bestimmen die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium in Europafragen. Außerdem deutet sich eine rasche Streichung der Eigenheimzulage an.


31. Oktober: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Müntefering kündigt nach der Niederlage in einer Abstimmung über den künftigen SPD-Generalsekretär seinen Rückzug von der Parteispitze an. CSU-Chef Edmund Stoiber deutet an, nicht nach Berlin zu kommen. Der Fahrplan für die Verhandlungen soll dennoch eingehalten werden.

1. November: Die CSU bestätigt, dass Stoiber nicht in das Kabinett Merkel eintreten will. Neuer Wirtschaftsminister soll CSU- Landesgruppenchef Michael Glos werden.


2. November: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan Der SPD-Vorstand nominiert den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck als neuen Parteichef.

4. November: Angesichts des Haushaltsdefizits schließen Union und SPD eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf bis zu 20 Prozent nicht mehr aus. Die SPD will ihre Zustimmung an die Einführung einer "Reichensteuer" knüpfen.


7. November: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan In der Föderalismusreform wird Einigung erzielt. Die Neuordnung der Bund-Länder-Beziehung soll die erste große Reform der geplanten großen Koalition werden. Union und SPD verständigen sich, das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre heraufzusetzen.

10. November: Bei der geplanten Schlussrunde der Verhandlungen sind noch hohe Hürden zu überwinden. Strittig sind die Lockerung des Kündigungsschutzes und Steuererhöhungen zur Sanierung des Haushalts.


11. November (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan: Erfolgreicher Abschluss der Koalitionsverhandlungen.

14. November: Parteitage der Parteien.


Koalitionsverhandlungen in Zahlen: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Offiziell dauern Koalitionsverhandlungen von den Aufnahmen der Gespräche durch die Delegationen der Parteien bis zur Unterschrift unter dem Koalitionsvertrag.

Dauer: Sondierungsgespräche bis Parteitag

22. September – 14. November 52 Tage

Dauer: Spitzengespräche bis Parteitag


8. Oktober – 14. November 37 Tage (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Dauer: Gespräche der Parteiendelegationen bis Fertigstellung des Vertrags

20. Oktober -11. November 22 Tage eigentliche Verhandlungen

Dauer: Gespräche der Parteiendelegationen bis Parteitag

20. Oktober – 14. November 25 Tage


Gewaltverschränkung sichtbar: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Parteiendemokratie;

Koalitionsvereinbarungen = Informalisierung des Regierungshandelns von Parteibündnissen (institutionalisierte Kooperations- und Entscheidungsregeln


Koalitionsregierungen stehen nicht im GG; (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Zwei Typen:

a. nach der Bundestagswahl

b. zwischen den Bundestagswahlen

Formalisierung der Koalitionsvereinbarungen

(Parteitage zur parteiinternen Legitimation; Unterschrift der Verhandlungsführer; Präsentation der Vereinbarung gegenüber der Öffentlichkeit)


Die Inhalte der Koalitions- Vereinbarung (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

(Reform-Bedarfsgemeinschaft)

„sanieren, reformieren, investieren“


3.8 Die Geschichte der Großen Koalitionen in Deutschland (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Bundesländer: häufiger ; zur Zeit: Bremen, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein

Bundesregierung: nur 1966-1969 Bundeskanzler Kiesinger

Sehr populär in der Bevölkerung;

„Frischzellen-Therapie für Union“;

Regierungsfähigkeit der SPD


Bleibende Ergebnisse: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Neuordnung bundesstaatlicher Finanzverfassung

Gesetz über Stabilität und Wachstum

Gesetz über Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

(alles: Ausbau Sozialstaat und einer Globalsteuerung)

Notstands-Gesetze


3.9 Die Große Regierungserklärung (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

„Das Wort hat der Herr Bundeskanzler“

Antrittsreden als Große Regierungserklärungen

Berichtspflicht und Programmplanung

Politische Funktionen:

A. Entfaltung der Programmatik, des Standortes

B. Entscheidungspaket

C. Ausdrucksform der

Richtlinienkompetenz/Führungsinstrument

D. Zeitgeschichtliches Dokument


Entstehungsprozeß: (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

Innensichten der Macht

Rolle der Redenschreiber

Informelles Informationsmanagement


Wahlsystem (Parteitage/Kanzlerwahl) Zeitplan

4.1 Wahlbegriff und Funktionen

Wahl (nach Nohlen) :

Eine demokratische Methode/Technik der Bestellung von Personen in Vertretungsorgane oder Führungspositionen.


Wahlen sind die Methode politischer Herrschaftsbestellung, welche die der Herrschaft unterworfenen Bürger in einem auf Vereinbarung beruhenden, formalisierten Verfahren periodisch an der Erneuerung der politischen Führung beteiligt:

Voraussetzung bleibt Auswahl und Wahlfreiheit zwischen konkurrierenden Sach- und Personenalternativen


Abstimmung: Verfahren zur Ermittlung der Mehrheit bei Sachentscheidungen, während die Wahl der Bestellung von Personen dient

Herrschaftsform:

Kompetitive (wettbewerbsausgerichtet/ergänzende) Wahlen in liberal-demokratischen Verfassungsstaaten


Abgrenzend zu: semi-kompetitiven Wahlen in autoritären Systemen

Oder nicht-kompetitiven Wahlen in totalitären Systemen


Warum wählen? Systemen

Wahlen und Demokratie

Gewaltenteilung

Anerkennung von Mehrheitsregeln und Mehrheitsprinzip


Volkssouveränität: Systemen

Eine durch Wahlen legitimierte Herrschaft- bzw. Regierungsform mit verfassungsmäßig geregelter periodischer Zustimmung des Volkes.

Volksentscheid

Volksbegehren

Volksbefragung

Direkte vs. repräsentative Demokratie


Grundfunktionen und Merkmale: Systemen

Repräsentation des Volkes

Legitimation und Kontrolle von politischer Herrschaft

Integration der Meinungen

Unterschiedliche Funktionen je nach Systemtyp


4.2 Wahlrecht und Wahlgrundsätze Systemen

  • allgemein

  • unmittelbar

  • gleich

  • frei

  • geheim


Wahlrecht und Wahlgrundsätze Systemen

Grundsätze des Wahlrechts haben sowohl begrifflich als auch rechtshistorisch einen Wandel durchgemacht.

vier Grundprinzipien, die klar definiert sind:

allgemein

gleich

direkt

geheim


Grundfragen: Systemen

Do Electoral Systems Matter?

a. Wahlsysteme gestalten Wählerwillen u n d Wahlergebnis.

b. Die politischen Auswirkungen und die politische Richtung von Wahlsystemen sind umstritten.

c. Wahlsysteme sind nur im Kontext zu interpretieren: politische Kultur, Struktur des Parteiensystems, Stabilität des Regierungssystems.


4.3 Wahlsysteme im Vergleich Systemen

Grundlegende Unterscheidung;

Mehrheitswahl und Verhältniswahl

Unterscheidung zielt nicht auf technisches Verfahren, sondern auf die Funktion und die politische Intention von Wahlsystemen.

Immer:

Stimmzahlen in spezifischer Weise in Mandatsergebnisse umsetzen.


Definitionen Systemen

Mehrheitswahl:

Wenn der Kandidat, der die (absolute oder relative) Mehrheit erzielt, gewählt ist.

Alle Abgeordneten werden in Wahlkreisen gewählt. Parteilisten gibt es nicht.

Die im Wahlkreis siegende Partei bekommt das Mandat. Alle anderen gehen leer aus.


Verhältniswahl: Systemen

Wenn die politische Repräsentation möglichst exakt die Verteilung der Stimmen auf die Parteien widerspiegelt.

Bei der Verhältniswahl stellt jeder Partei so viele Abgeordnete, wie es ihrem prozentualen Anteil an den abgegebenen Wählerstimmen entspricht.


Mehrheitswahl und Verhältniswahl können nach zwei Kriterien definiert werden:

Repräsentationsprinzip = politische Zielvorstellung auf der Ebene des nationalen Wahlergebnisses

b. Entscheidungsregel = Methode der Übertragung von Stimmen in Mandat


Das relative Mehrheitswahlsystem Kriterien definiert werden:

Reform des britischen Wahlrechts

Roy Jenkins Kommission (Okt. 1998 vorgelegter Bericht)

weitgehende Proportionalität herstellen;

Regierungsstabilität sichern;

Wahlmöglichkeiten des Wählers erweitern;

Verbindung zwischen den Abgeordneten und ihren Wahlkreisen aufrechterhalten;


„Mixed System“ - Die absolute Mehrheitswahl Kriterien definiert werden:

a. Wahl in Einerwahlkreisen beibehalten; Wahlkreiseinteilung und Wahlverfahren im Wahlkreis werden jedoch verändert;

Zusätzliche Großwahlkreise „Top up areas“ einzurichten: proportionaler Ausgleich

ca. 85 % aller Sitze im House of Commons: Wahlkreismehrheitssystem beibehalten (neu: absolute Mehrheit; Nummerierung des Kandidaten)

ca. 15 % nach Proporzsystem auf Parteien zu verteilen.


Das Beispiel Frankreich Kriterien definiert werden:

Die Verhältniswahl:

In der Mehrzahl der westlichen Industrieländer wird heute nach Verhältniswahl gewählt.

Der Erfolgswert der Stimmen ist gleich. Die Zuordnung von Stimmabgabe und Wahlergebnis ist schwierig (Verrechnungsverfahren). Hochburgen können sich in der Regel nicht ausbilden. Die Unabhängigkeit des Abgeordneten ist niedriger als beim Majorz System. Die Variationsbreiten von Verhältniswahlsystemen ist sehr groß.


4.4. Personalisiertes Verhältniswahlsystem Kriterien definiert werden:

Kein Mischwahlsystem in der Bundesrepublik Deutschland!

Prinzip der proportionalen Repräsentation mit einer Mehrheitskomponente verbunden

Vorteile:

Stabilität des Parteiensystems; Bürger nutzen die Direktstimme nicht nur strategisch, sondern auch zur Persönlichkeitswahl


Ausschluß kleiner Parteien durch die Kriterien definiert werden:

fünf Prozentklausel

Feststellung der Mandatszahl jeder Partei

Aufteilung der Sitze auf Landeslisten

4. Berücksichtigung der Direktmandate


Rechtliche Änderungen gegenüber der Bundestagswahl 1998: Kriterien definiert werden:

Wahlkreiseinteilung

Verkleinerung des Bundestages

Wegfall der Wahlumschläge bei Urnenwahl

Änderung der Wahlkostenerstattung


Auswirkungen von Wahlsystemen Kriterien definiert werden:

Wirkungsrichtung

a. im Nachhinein („mechanischer Faktor“)

Die Regelungen des Wahlrechts bestimmen, ob und wie die Stimmen der Wähler in Mandate umgewandelt werden.

b. im Voraus („psychologischer Faktor“)

Das Wahlrecht formt die Wahlentscheidung: „Leihstimmen“, „keine Stimme verschenken“...


Wahlrecht ist immer auch politisches Recht. Kriterien definiert werden:

Wahlrecht ist nur im Kontext der Verfassung zu sehen.

Wahlrecht ist immer auch technisches Recht.


Wahlforschung und Wählerverhalten Kriterien definiert werden:

Wahlforschung im Spannungsfeld von:

Empirischer Sozialforschung

Politischer-Kulturforschung

Demokratietheorie

Politikberatung


5.1 Kriterien definiert werden:Instrumente und Methoden der Wahlforschung

Wiss. Indizienbeweis:

Tragfähige theoretische Erklärungsmodelle leiten das jeweils konkrete Wahlergebnis aus einer Anzahl kausal vorgelagerter Faktoren ab.


Datenerhebung: Kriterien definiert werden:

Aggregatdaten

Beziehen sich immer auf Gebietseinheiten/Wahlkreise;

Sozialstrukturelle Merkmale, sozialer Kontext

Umfragedaten

Resultieren aus der Befragung von Personen einer jeweils repräsentativen Stichprobe;

Verhaltensabsichten

Repräsentative Wahlstatistik

markierte Stimmzettel

Alter/Geschlecht


Stichproben: Kriterien definiert werden:

Nicht die Anzahl der Informationen ist wichtig, sondern die repräsentative Verteilung.

Die Stichprobe ist das verkleinerte Abbild der Gesamtheit!

Wichtig: Die Grundgesamtheit muß exakt bestimmt werden!


Auswahlverfahren: Kriterien definiert werden:

In der Wahlforschung kann man nur solche Auswahlverfahren einsetzen, die sicherstellen, dass alle Elemente eine bekannte Chance haben, die größer als Null ist, in die Auswahl zu gelangen.

Gilt nur für: Zufallsstichprobe


Hochrechnung Kriterien definiert werden:

Exit polls

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen e.V.


Prognose: Kriterien definiert werden:

Probleme bei der Prognose;

Statistische Fehler

Nicht festgelegte Wähler

Statistische Repräsentativität der Stichprobe

Politische Repräsentativität der Stichprobe


Prognose: Kriterien definiert werden:

Prognosefähigkeit der Wahlforschung?

Wahlforschung sucht nach Erklärungen und allgemeinen Verhaltensmodellen, die nicht mit Prognosen zu verwechseln sind. Dennoch liefern die Analysen mit ihren Erklärungsmodellen auch Anhaltspunkte, Puzzleteile für Prognosen.


Datenerhebung: Kriterien definiert werden:

Interview

oder

Fragebogen


5.2 Erklärungsansätze des Wahlverhaltens Kriterien definiert werden:

Korte: Wahlenbuch 2005, S. 92


5.2.1 Der soziologische/sozialstrukturelle Ansatz Kriterien definiert werden:

Der soziologische bzw. sozialstrukturelle Ansatz:

Wahlverhalten = Gruppenverhalten

familiäre, berufliche, gesellschaftliche Loyalitäten beeinflussen das individuelle Wahlverhalten


mikrosoziologische Perspektive Kriterien definiert werden:

Paul F. Lazarsfeld/Columbia School

Sozialstrukturelle Aspekte;

Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Gruppen mit festen politischen Verhaltensnormen


makrosoziologische Perspektive Kriterien definiert werden:

Seymour Martin Lipset /Stein Rokkan

längerfristige stabile Allianzen zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen und politischen Parteien;

Cleavages – Konfliktlinien


Korte: Wahlenbuch 2005, S. 91 Kriterien definiert werden:


Korte: Wahlenbuch 2005, S. 91 Kriterien definiert werden:


Reichweite des Erklärungsansatzes heute Kriterien definiert werden:

Doch kein Ende der politisierten Sozialstruktur?

Arbeiter und Selbständige nähern sich in ihrem Wahlverhalten leicht aneinander an. Die Unterschiede nehmen in der Generationsabfolge ab.

Die Kernklientel dieses Konflikts, die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, wählen nach wie vor überproportional die SPD.


Die politische Präferenzen des sog. Neuen Mittelstandes flachen im Zeitverlauf nicht ab – traditionellerweise Unionswähler . Diese Gruppe wendet sich auch nicht der „Neuen Politik“ zu.

Kerngruppe der katholischen Kirchgänger wählen nach wie vor überproportional die Union. Wahlchancen verschlechtern sich auch hier in der Generationenfolge.

Strukturen stechen immer noch Stimmungen!


In Westdeutschland wirken heute noch immer die traditionellen Cleavage-Strukturen verhaltensprägend, allerdings mit abnehmender Bedeutung und Intensität. Zwischen 1970 und 2000 sind Dealignment Prozesse in zweifacher Form nachweisbar:

Einerseits schrumpfen die traditionellen Kernwählerschaften der Parteien quantitativ. Andererseits haben sich die Beziehungen zwischen den Parteien und den Kernwählerschaften gelockert.


In Ostdeutschland dominiert bereits der Typus, der in Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Ungebunden, problemorientiert, der seine Wahlentscheidungen frei von traditionellen Bindungen jedes mal neu trifft und dementsprechend seine Parteipräferenzen schnell ändert.


5.2.2 Der individualpsychologische Erklärungsansatz Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

(auch sozialpsychologischer Ansatz genannt)

Wahlverhalten = Ausdruck einer individuellen

psychologischen Beziehungen zu einer Partei.

Der persönliche Entscheidungsprozeß ist abhängig von vorhandenen längerfristigen Parteineigungen.


Kausalitätstrichter: Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

  • Parteineigung

  • Kanzlerkandidaten

  • Streitpunkte/issues

Korte: Wahlenbuch 2005, S. 117


5.2.2.1 Einflussgröße Parteibindung: Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Parteiidentifikation?

Stabile, gefühlsmäßíge Bindung von Individuen an bestimmte politische Parteien

Höhere Wahlbeteiligung

Markentreue/Kompass

Aber: die mobilen Wähler ohne Parteibindung werden immer entscheidender für Wahlausgänge


Parteiidentifikation? Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Die Wähler werden wählerischer (Volatilität): immer weniger Wähler binden sich langfristig an eine Partei, immer häufiger geben kurzfristige Faktoren den Ausschlag.

Wechselwähler: Personen, die bei zwei aufeinanderfolgenden Wahlen für unterschiedliche Kandidaten oder Parteien stimmen. (ev. Auch : von vornherein nicht festgelegte Wähler: keine Parteipräferenz) Gegenteil: Stammwähler


5.2.2.2 Einflussgröße Spitzenkandidat Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Anforderungen:

Kompetenz in Sachfragen

Vertrauenswürdig und integer

Führungsqualitäten: Macher-Image


5.2.2.3 Einflussgröße Sachkompetenz/issues Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Eindeutig im Zentrum:

wahrgenommene Sachkompetenz

Keine Personalisierung des Wählerverhaltens

Keine besondere Hervorhebung von unpolitischen Merkmalen


Candidate-Voting abhängig von: Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Institutionellen Faktoren

Situativen Faktoren

Individuellen Faktoren


5.2.2.4 Einflussgröße Medien (situative Faktoren) Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

wahrgenommene Eigenschaften und vermittelte Eindrücke

Themenmanagement der Parteien/Agenda-Setting

Medien verstärken vorhandene Einstellungen


Quelle: APuZ, Wahlanalyse 2005, 19. Dez. 2005, S. 20 Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:


Quelle: APuZ, Wahlanalyse 2005, Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

19. Dez. 2005, S. 23


Quelle: APuZ, Wahlanalyse 2005, 19. Dez. 2005, S. 24 Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:


Quelle: APuZ, Wahlanalyse 2005, 19. Dez. 2005, S. 25 Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:


5.2.3 Modell des rationalen Wählers Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Wahlverhalten von Kosten-Nutzen-Abwägungen abhängig

Wahlverhalten orientiert sich am perzipierten und antizipierten Ergebnis der Politik bestimmten Parteien/Personen.

Marktverhalten auf politisches Verhalten übertragen


5.2.4 Lebensstil und Milieuansätze Westdeutschland immer mehr das Wahlverhalten charakterisiert:

Hierbei steht im Zentrum die Annahme, dass Wahlverhalten ein Teil des persönlichen, zunehmend selbst gewählten Lebensstils ist.

Die verschiedenen Lebensstil-Typologien stammen aus der Marktforschung.


Die Übertragung auf den Kontext der Wahlforschung ist problematisch.

Bei den Lebensstil-Gruppen handelt es sich nicht um soziale Gruppen, sondern um Aggregate mit bestimmten Eigenschaften, z.B. Freizeitverhalten und Parteipräferenzen.


Parteien auf komplexen Wählermärkten problematisch.

6.1 Wahlkampf/Begriff und Funktion

Wahlkampf ist Wettbewerb um unterschiedliche Zukunftsentwürfe

Dilemma: Thematisierungskompetenz optimieren, bei bleibender Unsicherheit über Thematisierungsresonanz


Funktionen: problematisch.

Mobilisierung

Innerparteiliche Positionierung

Symbolische Funktion


Wahlkampfforschung: problematisch.

Wie wirken sich Wahlkämpfe auf das Wahlverhalten aus? Keine gesicherten Erkenntnisse dazu!

(vgl. Schoen, in: Handbuch Wahlforschung 2005)

Wahlkämpfe als abhängige Variable

Bestimmungsgründe der Wahlkampfführung

Wirkungen von Wahlkämpfen


Wahlkampfforschung: problematisch.

Wirkungsforschung mit zahlreichen empirischen Belegen für Einstellungs- und Verhaltens-änderungen in Wahlkampfphasen; auch Effekte einzelner Kampagnen nachgewiesen;

dennoch: keine schlüssigen Gesamtbefunde!

Gesichert: Gesellschaftliche Bedingungen haben sich als wichtige Bestimmungsfaktoren der Wahlkampfführung und deren Wirkungen erwiesen.


Wahlkampfforschung: problematisch.

Daher: weitere gesellschaftliche Veränderung modifiziert auch Wahlkämpfe; Politisch wenig interessierte Wähler sind vergleichsweise leicht zu Richtungsänderungen ihrer Wahlabsicht zu bewegen – deshalb zielen viele Kampagnen gerade auf sie ab.


Dick Morris: problematisch.

„Wahlen werden gewonnen über

Personen, Zukunftskompetenzen,

Werte und Vertrauensdimensionen,

nicht über Einzelforderungen oder

Programme“.


6.2 Wahlkampfformen, Strukturen, Typen problematisch.

Vormodern

Modern

Postmodern

Hierzu Folie: Dörner (Hrsg.), Wahlkämpfe, 2002:

S. 57


Tendenz: „Amerikanisierung“ problematisch.

Personalisierung

Mediatisierung

Professionalisierung


Typen: problematisch.

Kompetenzwahlkampf

Polarisierung

Mobilisierung


6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen problematisch.

Finanzierung

Organisation

Planung

Werbekommunikation

Medienarbeit

Online Campaigning

Reduktion, Popularisierung, Polarisierung


6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen problematisch.

Beispiele von Medieneinsatz aus dem zurückliegenden Bundestagswahlkampf 2005; Wahlkampagnen, Wahlspots, Plakate

Hier Einspielung Wahlwerbespots


6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen problematisch.

Mikro-Targeting

Grassroots

Sympathie-Idole

Re-Ideologisierung


6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen problematisch.

Schwerpunkt: Medienarbeit/Massenmedien

(vgl. Brettschneider, in: Handbuch Wahlforschung 2005)

Mobilisierung

Aktivierung

Überzeugung

Realitätswahrnehmung

Agenda-Setting und Priming


6.3 Wahlkampfführung, Kampagnen problematisch.

Zielsetzung: Themenmanagement durch

Medien-Agenda-Setting

Agenda-Cutting

Agenda-Surfing

Ziel: Berichterstattung beeinflussen!


6.4 Perspektiven problematisch.

Gegen die Medien ist keine Wahl zu gewinnen! Aber mit ihnen ist der Erfolg nicht sicher!

Relevanz

Professionalisierung

Medienwandel

Politainment


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