Der hier prsentierte Text ist die erweiterte
This presentation is the property of its rightful owner.
Sponsored Links
1 / 75

Der hier präsentierte Text ist die erweiterte nachträgliche Schriftfassung einer Ansprache von PowerPoint PPT Presentation


  • 64 Views
  • Uploaded on
  • Presentation posted in: General

Der hier präsentierte Text ist die erweiterte nachträgliche Schriftfassung einer Ansprache von Peter Kafka am 13. November 1999 beim „Politischen Samstagsgebet“ in der Erlöserkirche München Schwabing. Anlaß: eine neue Liberalisierungsrunde der Welthandels-Organisation WTO.

Download Presentation

Der hier präsentierte Text ist die erweiterte nachträgliche Schriftfassung einer Ansprache von

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Presentation Transcript


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Der hier prsentierte Text ist die erweiterte

nachtrgliche Schriftfassung einer Ansprache von

Peter Kafkaam13. November 1999

beim Politischen Samstagsgebet

in der Erlserkirche Mnchen Schwabing.

Anla: eine neue Liberalisierungsrunde

der Welthandels-Organisation WTO.

Titel des Vortrags war:

Wohin rennen wir eigentlich?

Wirtschaften fr das Leben.

Gegen den Verlust und Ausverkauf von immer mehr

Lebensbereichen an den totalen Markt.

Die ganze Ansprache zu lesen erfordert etwa eine halbe Stunde Zeit.

Weiter von Absatz zu Absatz mit Mausklick oder Leertaste.

Mit der ESC-Taste kann die Prsentation jederzeit abgebrochen werden.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

VielfaltundGemchlichkeit

sind logische und systemtheoretisch zwingende Voraussetzungen fr einen aufwrts fhrenden

Fortschritt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Diese Voraussetzungen werden jetzt

durch die Menschheit global beseitigt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Was wir heute Wachstum nennen,

besteht berwiegend

aus zerstrerischenTtigkeiten.

Peter Kafka


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wohin rennen wir eigentlich?


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wir stehen im internationalen Wettbewerb!

Die Einpeitscher erinnern uns tglich daran durch alle ihre Medien.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wohin

das Rennen geht, sagt keiner.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Ein Ziel gibt es offenbar gar nicht.

Es scheint ein Wegrennen zu sein eine Flucht also.

Aber wovor denn?

Na klar: Vor dem Untergang!

Wer in der Konkurrenz nicht vorn ist, muss untergehen, erklrt man uns.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Und weil die Krisensymptome immer rascher auf uns zukommen,

scheint auch klar:

Das Rennen muss schneller werden!

Wir brauchen mehr Wettbewerb!

heit es deshalb stndig.

Wir wollen also nicht nur, dass andere untergehen nein,

wir wollen uns hierfr auch noch mehr anstrengen mssen!


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Rhrt sich irgendwo in Politik und Wirtschaft

Widerstand gegen solche Absurditten?

Kaum. Alle scheinen sie als unabwendbar hinzunehmen wie man

frher die altmodischeren Formen des Krieges hinnehmen musste.

Und wie immer finden sich gerade unter Professoren und Wirtschaftsredakteuren

viele beflissene Verteidiger des Systems oft zustzlich gut bezahlt von den

Sponsoren des Rennens. Sie erklren, warum das alles so in Ordnung ist und

gar nicht anders sein knnte. Dem vernnftigen Denken dagegen droht die

endgltige Abschiebung. Es muss nun um Kirchenasyl bitten.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Macht der Menschen

ist die gewaltigste Naturgewalt geworden.

Sogar die Natur selbst beginnt unter ihr zusammenzubrechen. Denken Sie an den drohenden Klimawandel durch unsere Energieverschwendung, an die Vergiftung von Gewssern und Bden durch Freisetzung von immer mehr lebensfremden Stoffen und gar neuen Organismen, die wahrscheinlich nicht mit der Biosphre zusammenpassen oder denken Sie daran, dass heute stndlich etwa zehn lebendige Arten aussterben, die zu ihrer Entstehung Millionen von Jahren brauchten. Bei all seinen Fhigkeiten scheint der Mensch buchstblich verrckt geworden zu sein.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die bse oder dumme Macht ist nicht so sehr an Personen gebunden. Sie steckt bekanntlich in den Sachzwngen! Weder wir kleinen Verbraucher noch unsere Anfhrer in Politik und Wirtschaft haben die Macht, die Systemzwnge abzuschaffen. Wie ja auch nicht etwa Generle den Krieg abschaffen knnten selbst wenn sie das wollten.

Freilich fhrte man Kriege nicht um ihrer selbst willen. Es ging darum, sich fremde Lebensgrundlagen anzueignen oder sich gegen die Eroberung durch andere zu verteidigen. Schon im Tierreich war die Konkurrenz um Lebensgrundlagen der eigentliche Antrieb des evolutionren Aufstiegs. Das lernt man doch heute sogar in kirchlichen Schulen wenigstens hierzulande.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Anfangs wurde auch beim Menschen die Konkurrenz um Lebensgrundlagen meist mit blutiger Gewalt ausgefochten, aber mit seinen hheren Fhigkeiten entdeckte er bald, dass es effektiver ist, das sogenannte Recht dafr einzusetzen spezielldas Recht,sich die Lebensgrundlagen anderer Menschen oder gar die Menschen selbst anzueignen, um sich von ihnen bedienen zu lassen.

Blutige Gewalt musste dann nur noch gegenber Vlkern ausserhalb des eigenen Rechtssystems gebt werden oder in den seltenen Fllen, wo Sklaven nicht zugeben wollten, dass sie rechtmiges Eigentum ihrer Herren waren.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Immerhin ging dann, vor ber zweihundert Jahren, von Christen eine Bewegung mit dem Ziel aus, die Sklaverei fr Unrecht zu erklren.

In England gelang das endgltig gerade hundert Jahre vor meiner Geburt. Und das machte nicht einmal groe Schwierigkeiten, denn man hatte ein raffinierteres Rechtssystem gefunden, das weiterhin eine gengende Zahl von Dienern fr die Herren garantierte, fast ganz ohne Peitsche. Logisch: Man muss doch nicht Menschen als Eigentum besitzen igitt!

Das Eigentum an ihren Lebensgrundlagen erfllt denselben Zweck, und viel rationeller!


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Das funktionierte zunchst auch gar nicht schlecht, abgesehen von Kleinigkeiten wie etwa der Tatsache, dass viele Kinder in Kaminen oder Bergwerken herumkriechen mussten, um ein bisschen Essen zu kriegen. Der Wohlstand der meisten Menschen stieg doch betrchtlich an zumal man viele der niedrigsten Dienste an den Rand der Welt delegieren konnte.

Auch gab es ja zunchst noch viele persnliche Beziehungen zwischen Herren und Bedienern des Kapitals. Die Eigner lebten sogar meist in der Nhe ihres Eigentums, so dass sie selbst Interesse daran hatten, dass es schn war. Schauen Sie sich nur ltere Stadtbilder an! Der brgerliche Kapitalismus im kleinen Mastab brachte doch viele durchaus lebensfreundliche Details hervor.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Trotz der Kriege ging es letztlich aufwrts, und so leben heute in weiten Teilen der Erde groe Bevlkerungsteile besser als ihre Groeltern wenn man auch dasselbe fr die Enkel kaum noch zu hoffen wagt.

Wieviel leichter das Leben geworden ist! Als ich geboren wurde, rackerte sich noch ber die Hlfte aller Deutschen fr die Erzeugung der Nahrung ab heute arbeiten noch etwa zwei Prozent in der Landwirtschaft und Europische Kommissare finden auch das noch zu viel. Klar: Wo so viel Kapital immer rationellere Produktionsmethoden frdert, da muss man nicht mehr viel arbeiten.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

rgerlich nur, dass dannmit immer weniger Arbeit immer mehr Kapital bedient werden muss und immer mehr Arbeitslose mit versorgt werden sollen.Nicht wahr?

Das ist aber nicht etwa Folge einer kleinen Panne.

Das kapitalistische Prinzip ist leider grundstzlich instabil. Die Vermgen sollen ja stndig wachsen und werden deshalb zweckmigin Lebensgrundlagen anderer Menscheninvestiert. Wer lebt, muss dann durch seine Bedienung das Kapital wachsen lassen. Und selbstverstndlich wird auch dieser Zuwachs mglichst wiederum in fremde Lebensgrundlagen investiert.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

So wachsen nicht nur die Vermgenexponentiell,

sondern auch die Abhngigkeit von ihnen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

So mchtig sind nun die Investoren geworden, dass sie den Vlkern der Welt sogar diktieren wollen, dass gesetzliche Regeln fr den

Schutz der Naturoderder Brgerrechtenicht mehr erlassen werden drfen, wenn sie den Profit von Investoren schmlern wrden.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wenn sich ein kleines Geldvermgen in wenigen Jahren verdoppelt, so ist das harmlos. Bei einem groen aber wirkt das wie eine Explosion:

Pltzlich stehen

riesigen Vermgensansprchen

gar nicht mehr gengendwirkliche Wertegegenber.

Die knnen nmlich nicht so schnell wachsen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Zwar nennen konomen das Sozialprodukt allen Ernstes Wertschpfung, doch ist dieses mittlerweile eher ein Ma fr zerstrerische Aktivitten geworden als fr die Schaffung lebensfhiger Werte.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Ein Ausweg war frher der Krieg: Wenn das Volk nicht rasch genug Werte schaffen kann, soll es geflligst welche erobern! Anschlieend ist freilich stets so viel kaputt, dass die Meisten ganz von vorn beginnen mssen.

Aber selbstverstndlich wird dabei die Konkurrenz um Aneignung von Lebensgrundlagen fortgesetzt.

Mit noch raffinierteren Techniken und Rechtssystemen wird das allgemeine Rennen wieder aufgenommen aufgrergewordener Organisations-Skala und mit nochschnellererInnovation der Mittel.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Nun hatten wir hierzulande ber 50 Jahre keinen Krieg, und schon wegen der Atomwaffen ist auch kaum noch ein solcher vorstellbar. Der stndig aufgeblhte Ballon der Vermgen muss nun wohl auf andere Weise platzen.Aber wie?

Sollen wir auf den groen Crash warten? Oder gibt es eine Chance, dass dieser in der politisch-wirtschaftlichen Realitt vermieden wird, weil er zuvor gewissermaenin den Kpfenstattfindet? Ist es vorstellbar, dass die Mehrheit ber die Absurditt der Systemzwnge so weit aufgeklrt wird, dass die Rahmenbedingungen der Wirtschaft auf dem ganz normalen Wege politischer Mehrheitsentscheidung gendert werden?


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Ja das ist vorstellbar, behaupte ich.

Der Leidensdruck der Mehrheit wird stndig wachsen, und die Verbreitung neuer Ideen wird sich mit aller Medienmacht nicht ganz verhindern lassen.

Schlielich muss sich ja bald der naivste Mitlufer fragen, woran es wohl liegt, dass wir uns trotz angeblich ununterbrochen wachsender Wertschpfung nun geradedas Selbstverstndlichstenicht mehr sollen leisten knnen: Vernnftige Versorgung und Erziehung von Kindern, Ausbildung von Jugendlichen, Bewahrung natrlicher Lebensgrundlagen, Versorgung von Kranken, Pflege der Alten ...


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

berall heit es: Wir mssen sparen!

Es ist kein Geld da!

Da muss wohl bald die Frage laut werden:

Ja wo ist es denn eigentlich?


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

An der Macht ist es.

Und die ganze Gesellschaft arbeitet daran, diese Macht weiter wachsen zu lassen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wenn z.B. Eltern Essen fr ihre Kinder kaufen, wchst dadurch bei irgendwelchen Vermgenden ein Konto. Oder was Familien noch hrter trifft: Von der durchschnittlichen Miete entfallen heute etwa drei Viertel auf Zinsen! Die gesamte Last der Zinsen und anderer Formen der Kapitalbedienung ist bei uns etwa ebenso hoch, wie die gesamte Steuerlast. Ein Teil davon wird freilich sogar als Steuer eingezogen: Obwohl das Geld doch eigentlich eine ffentliche Einrichtung ist, muss sich die ffentliche Hand zur Erfllung ihrer Aufgaben immer mehr Geld von den Reichen leihen!

Die Zinsen fr diese Staatsverschuldung machen bekanntlich bald ein Drittel aller Steuern aus!


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Jeder kleine Sparer glaubt, er gehre selbst zu den Nutznieern der Zinsidee.

Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!wird ihm eingeblut aber tatschlich arbeitet nicht nur er selbst, sondern sogar sein Geld berwiegend fr die Geldvermehrung bei einer kleinen Minderheit. Per Saldo profitieren nur wenige Prozent der Bevlkerung und von diesen wiederum die meisten nur geringfgig, einige wenige aber ganz auerordentlich.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Sozialneid!schallt es jedem entgegen, der das erwhnt. Und gerade jene mit den grten leistungslosen Einkommen mahnen uns stndig:Leistung muss sich wieder lohnen!

Aber ist nicht bald die einzige Leistung, die sich lohnt,das Haben?


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Eine Zahl fr diese Subventionierung des Kapitals habe ich noch zu nennen vergessen: Es sind etwazwei Milliarden Mark pro Tag!

Das ist mehr als zehnmal so viel wie alle Sozialhilfe fr Arme. Ich nenne es gern die Sozialhilfe fr die Reichen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Da gibt es Kopfschtteln. Natrlich brauchen wir die Kapital-Akkumulation, wird ein Volkswirtschaftler sagen, sonst ist doch fr wichtige Aufgaben kein Geld da! Die Leute wrden alles verfrhstcken! Aber wie merkwrdig: Nun sparen schon viele am Frhstck, aber es ist immer weniger Geld da!

Deshalb soll die Gesellschaft nun auch noch die letzten gemeinsam erarbeiteten Werte an Investoren verschleudern, um wenigstens ein bisschen von deren Geld abzubekommen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Privatisierungnennt man das.

UndDeregulierungnennt man es, wenn Regierungen (oder das Brsseler Politbro) gesetzlich und vertraglich dafr sorgen, dass die Bedienung der Investoren nicht etwa auf demokratischem Wege durch soziale oder kologische Ziele behindert werden kann.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die gescheiterten Pariser MAI-Verhandlungen* hatten dieses Ziel, und nun wird es im Rahmen der WTO-Verhandlungen in Seattle weiterverfolgt werden. Am liebsten tte man es heimlich, ohne das Volk auch nur zu informieren oder gar zu fragen.

Aber wer ist eigentlich man? Wissen Sie, wer all das so energisch vorantreibt?

Ach was alles viel zu schwierig nicht wahr? Selbst der durchschnittliche Abgeordnete versteht nicht, worum es geht. Sollen das doch die Zustndigen regeln!

Ja wer also?

* MAI = Multilateral Agreement On Investment. Im MAI werden auslndische Investoren jenen aus dem Inland gleichgestellt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Weiterdenken...

...ist eine anstrengende Arbeit und eine zunchst unbezahlte natrlich, weil sie ja gegen die Macht des Geldes gerichtet sein muss. Ich empfehle, mit dem Nachdenken ber die angeblich unaufhaltsame Globalisierung und die angeblich dringend gebotene Beschleunigung technischer Innovation etwas nher an den Wurzeln zu beginnen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wir mssen nmlich verstehen lernen,

wovon es eigentlich abhngt, ob der Fortschritt

aufwrtsoderabwrts

fhrt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Zu einer solchen

Systemtheorie von Gott und Teufel

muss ich hier wenigstens eine Andeutung machen:

Entscheidend ist die Einsicht,

dass zwar

grere Organisationsform und

hhere Innovationsgeschwindigkeit

selektive Vorteile in der evolutionren Konkurrenz haben dass es aber selbstverstndlich fr beides kritische Grenzen gibt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Grenze der Gre ist klar:

Globaler als global kann's nicht werden.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Aber auch die kritische Grenze der Fortschritts-Geschwindigkeit ist leicht zu begreifen:

Wenn an der Front im Reich der Mglichkeiten so schnell vorangestrmt wird, dass vllig unerprobte Bereiche verwirklicht werden, bevor auch nur einmal der Lebenszyklus der fhrenden Gestalten durchlaufen ist, dann wird es extrem unwahrscheinlich, dass Neues und Altes noch auf lebensfhige Weise zusammenpassen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Wirklichkeit findet dann im Raum der Mglichkeiten nicht mehr aufwrts zu hherer Komplexitt

sondern taumelt abwrts, in

kompliziertes Chaos.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

WIR

sind diese Anfhrer.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wenn wir in der Eile nicht einmal mehr ausprobieren knnen, ob das Neue mit uns selbst zusammenpat, dann passt es wahrscheinlich noch weniger mit den bewhrten Ergebnissen frherer Schpfungstage zusammen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Das schafft Probleme.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die lsen wir schnell aber siehe da:

Fr jedes gelste Problem sind mehrereneue da.

Die neuen Probleme sind grer als die alten, sie greifen weltweit weiter aus und schreien nach noch schnellerer Lsung.

Da wegen der globalen Vereinheitlichung weniger verschiedene Versuche gemacht werden, kommt die Lsung in der Tat schneller aber sie ist noch wahrscheinlicher ein Irrtum.

So verstrken sich globale Einfalt und Eile gegenseitig.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

In diesem instabil gewordenen Wettlauf von Problemlsung und Problemerzeugung scheint es kein Halten mehr zu geben!


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die irdische Schpfungsgeschichte konnte erst mit dem Menschen in diese Krise geraten. Ich habe sie die

globale Beschleunigungskrise genannt.

Die Untergangssymptome in Biosphre und Gesellschaft zeigen uns: Unsere Zeit ist die singulre Stelle in der irdischen Geschichte, an der die kritischen Grenzen des Groen und Schnellen erreicht werden.

Dies musste irgendwann geschehen und wir sind es, die es trifft. Aber...

Krise heit nicht Untergang, sondern

Entscheidung.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Systemlogik zeigt: Die innere Zeitskala der globalen Instabilitt ist einMenschenalter.

Wir und unsere Kinder werden also die Entscheidung treffen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Krise war nicht vor ihrem Hhepunkt berwindbar, wenn auch seit Jahrtausenden so viele die Unmenschlichkeit des Rennens um Lebensgrundlagen erkannten.

Erst die Globalisierung, die ein weiteres Abschieben der Ausbeutung und anderer Probleme nach auen endgltig verhindern wird, erffnet die Mglichkeit, diese Konkurrenz durch gemeinsames Handeln zu beenden.

Natrlich wird auch weiterhin Konkurrenz der Motor des Fortschritts sein. Ja es ist wahr:

Wir brauchen mehr Wettbewerb!

Aber an einer ganz anderen Front als heute!

Es darf nicht weiter um Aneignung fremder Lebensgrundlagen gerungen werden. Vielmehr mssen gerade diese durch gemeinsame Anstrengung fr alle geschaffen und gesichert werden.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Wenn Menschen wissen, dass sie knftig nicht mehr

darum ringen mssen, einander etwas wegzunehmen,

dann dmmert endlich der siebte Schpfungstag.

Nicht etwa jener achte, dessen Anbruch der jetzige Prsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor 10 Jahren in seiner Begeisterung verkndete, als er den Gen-Pool aller lebendigen Arten vor sich sah. Die Front im Reich der Mglichkeiten, an der wir nun aufbrechen werden, ist nicht die der technischen Weltverbesserung.

Wo Gott sah, dass es sehr gut war, da drfen auch wir zufrieden sein.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Bei eiligem Streben nach Verbesserung kann die Komplexitt der Biosphre und der biologischen Gestalt des Menschen nur verschlechtert und gar zerstrt werden. Wohl aber gibt es Bereiche, in denen wir schnell vorankommen knnen und drfen sogar nahezu mit der kritischen Innovationsgeschwindigkeit: nmlich in der individuellen seelisch-geistigen Entwicklung und in der gesellschaftlichen Selbstorganisation unserer Freiheit.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Der Aufbruch an dieser

Front des siebten Tages

hat lngst begonnen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Hier ist zweifellos noch ein Anhang erforderlich.

Es muss natrlich die Frage gestellt werden (und oft wird sie sehr bse gestellt), wie denn nun konkret die Machtkonkurrenz berwunden werden sollte.Ist nicht Macht geradezu definitionsgem etwas, was nur durch noch grere Macht berwindbar ist?Schlielich ist noch nicht einmal die militrische Konkurrenz wirklich berwunden und wenn etwa irgendwo doch, dann nur, weil sich eben der Wirtschaftsimperialismus als letztlich rationeller erwies als die Eroberung durch Waffengewalt.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Dies ist aber gerade das Entscheidende:

Im Hhepunkt der globalen Beschleunigungskrise wird klar, dass die organisatorische berwindung der Konkurrenz um Lebensgrundlagen auch im gewohnten Sinn rationeller wre.Sie ist nicht mehr Traum oder religise Utopie. Fast alle, sogar die heutigen Reprsentanten der Macht, htten mehr Vorteile als Nachteile davon.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Es wren nicht etwa gewaltige Umstrze erforderlich.

Relativ kleine regulierende Eingriffe an einigen Hebelpunkten, vor allem im Geld-, Eigentums- und Steuerrecht wrden gengen, um die ganze Menschheit, fast von allein, in einen menschenwrdigeren Zustand kippen zu lassen. Es muss nur zunchst die Zwangsvorstellung aus den Kpfen vertrieben werden,dass Machtkonkurrenz zwischen Menschen gewissermaen naturgesetzlich unvermeidbar seiund sich daher auch nicht durch Zusammenarbeit behindern lasse.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Das Umkippen wird hnlich geschehen, wie wir es von Phasenbergngen in sehr viel simpleren Systemen kennen:

Bei der Annherung an einen kritischen Punkt lassen lokale Gegebenheiten an irgendeiner Stelle zuerst deutlich werden, dass die bisher attraktiven Leitideen nicht mehr weiterfhren. Es treten verstrkt Probleme auf, die zu heftigerem Gezappel fhren.

Beim damit verbundenen Abtasten benachbarter Mglichkeiten findet die Wirklichkeit in den Einzugsbereich einer weiterfhrenden Idee, deren innere Organisation das Zappeln so weit dmpft, dass sie nicht so leicht wieder verlassen wird.

Die Stelle, an der dieser bergang gelungen ist, wird dann zur Keimzelle, von der aus das gesamte System, das ja ebenfalls dem kritischen Punkt nahe ist, zum Umkippen in die neue lebensfhigere Gestalt angeregt wird.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Die Wirklichkeit, um die es nun geht das Geschehen in 6 Milliarden Menschenhirnen ist unvorstellbar komplex, und so knnen wir nicht ahnen, wo und wann der Selbstorganisationsproze einsetzt, der durch die globale Beschleunigungskrise hindurchfhrt.

Die Keimzelle wird sicherlich nicht in den weltweiten Verhandlungen zwischen Regierungsbeamten und global players entstehen, denn dort klammert man sich weiter an die zusammenbrechenden Ideen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Vorstellbar scheint mir aber, dass unter dem Eindruck der sich nun berschlagenden Frechheit des globalen Finanzkapitals in einigen kleineren hochentwickelten Lndern die ffentliche Meinung in Bewegung gert und der Aufbruch an der Front des siebten Tages beginnt.

Reiche kleine Vlker knnten vielleicht als erste begreifen, dass sie nicht notwendig miteinander in Konkurrenz stehen und schon gar nicht mit fernen Lndern auf der anderen Seite der Erde.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Mit der Einfhrung eines neuen Geldsystems und der Beschrnkung gewisser Eigentumsrechte knnten sie anfangen, gemeinsam den Ausstieg aus diesen Zwngen zu organisieren und den bergang zu einer vernnftigeren Verfassung einzuleiten. Warum sollte das nicht in Europa beginnen, sobald noch deutlicher geworden ist, dass der jetzige Kurs abwrts fhrt? In Europa sind ja auch die meisten Ideen der Neuzeit entdeckt worden, die zum kritischen Punkt treiben muten und nun an ihr Ende kommen.

Notwendige Schritte zu einer lebensfhigeren Verfassung der Menschheit sind gedanklich schon lange vorbereitet.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Auf lngere Sicht wird eine politische Weltverfassung den Vereinten Nationen und ihren regionalen Unterorganisationen das Monopol fr internationale Gewalt geben und den Bestand aller ihrer Mitglieder garantieren (nachdem vermutlich die grten sich in mehrere kleinere aufgeteilt haben). Nationale Streitkrfte gibt es dann nicht mehr.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Aber auch die Entartung der wirtschaftlichen Konkurrenz hrt auf, weil die Aneignung fremder Lebensgrundlagen verfassungsmig ausgeschlossen sein wird. Der Weltmarkt wird dann eine ziemlich unwichtige Rolle spielen, und die Nationen werden sich wie auch Individuen viel mehr um ihre huslichen Angelegenheiten kmmern brigens auch in ihren eigenen Sprachen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Damit dies nicht so abstrakt bleibt, fge ich hier noch in Stichpunkten an, wie man sich die neuen Verfassungen in einigen Details vorstellen kann. Die Weltverfassung drfte etwa folgendegemeinsame Prinzipienfr nationale Verfassungen empfehlen (und grere Abweichungen davon behindern):


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Erste Voraussetzung fr die gemeinsame Sicherung der Lebensgrundlagen aller Brger ist eine

gerechte Verteilung leistungsloser Einkommen

vor allem an jene, die noch nicht oder nicht mehr arbeitsfhig sind. Im brigen wird diese gesellschaftliche Aufgabe aus Steuermitteln erbracht.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Steuern

sind ausschlielich auf Aktivitten und Produkte zu erheben, die als schdlich fr Natur und Gesellschaft begriffen sind (z.B. von einer Zweidrittelmehrheit). Das bedeutet: einerseits

Grenbegrenzungssteuern

zur Begrenzung der Gre von Eigentum an Lebensgrundlagen und andererseits verallgemeinerte

kosteuern (Entropiesteuern).

Ein simples Beispiel: Schon mit 25 Pfennig pro Kilowattstunde Primrenergie kme mehr in den Steuertopf, als mit allen heutigen deutschen Steuern! Aber natrlich gbe es auch spter, nach Rckgang der Energieverschwendung, stets eine ausreichende Steuerbasis, denn jede Zivilisation richtet unvermeidlich Schden an.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

An die Stelle des hergebrachten Geldes, das das Anwachsen der Vermgen durch Zins und Zinseszins gestattet, ja erzwingt, tritt ein neutrales Geld, bei dem sich das reine Haben nicht rentiert. Eben deshalb wird es stets umlaufen und verfgbar sein, um auf dem freien Markt wirkliche Leistung zu belohnen. Seine Wertbestndigkeit mte noch besser als heute durch Zentralbanken gesichert werden, so dass auch ohne Zinsgewinn das Sparen in vernnftigem Rahmen (z.B. das Verleihen von Geld ber Banken an Jungunternehmer) sinnvoll bliebe.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Ein Arbeitslosenproblem gibt es nicht.

Das Brgergeld, also ein leistungsloses Grundeinkommen fr jeden, deckt die Grundbedrfnisse ab natrlich vorzugsweise fr Kinder, Kranke und Alte. Da aber fast jeder danach streben wird, sich mehr leisten zu knnen (z.B. eine schnere Wohnung), entsteht ein freier Arbeitsmarkt, auf dem viele heute brachliegende kreative Krfte angeboten und nachgefragt werden. Beschrnkt ist dieser Markt allein durch die Grenbegrenzungs- und Entropiesteuern.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Das so entstehende Wirtschaftsleben htte in mancher Hinsicht durchaus hnlichkeit mit einem brgerlichen Kapitalismus im Kleinen, jedoch ohne die unbegrenzten Wachstumszwnge und mit erheblich mehr Freirumen fr die hheren menschlichen Fhigkeiten. Theater wrden nur so aus dem Boden schieen. Es gbe Schulgeld und Studiengebhren, die freilich zunchst Bestandteil eines aus Steuern finanzierten allgemeinen Brgergeldes und Erziehungsgeldes wren und spter, fr Fortgeschrittene, durch Stipendien und Darlehen gegen Leistungsnachweise gedeckt wrden. Freie Schulen und Universitten wrden dann um Studenten und Professoren konkurrieren.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Auch Wissenschaft und Technik werden eine andere Rolle spielen als heute. Groe Abenteuer sind mangels der Mglichkeit groen Machtgewinns nicht mehr wahrscheinlich. Selbst in Bereichen, wo eine relativ hohe Innovationsgeschwindigkeit nicht gleich katastrophale Folgen haben muss (z.B. im Internet) wrde die Motivation zum immer rascheren Voranstrmen wahrscheinlich geringer. Dafr wird es mehr Grundlagenforschung geben mit tieferem Nachdenken ber fundamentale Fragen der Wissenschaft. Hier lt zwar ebenfalls jede Problemlsung mehrere neue Probleme sichtbar werden, doch knnen unter diesen nicht Biosphre und Kulturen zusammenbrechen.


Der hier pr sentierte text ist die erweiterte nachtr gliche schriftfassung einer ansprache von

Peter Kafka

1933 2000, Astrophysiker

Studium der Physik in Erlangen, Berlin und Mnchen;

von 1963 bis 1965 Assistententtigkeit an der Universitt Mnchen;

von 1965 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Max-Planck-Institut fr Physik und Astrophysik in Mnchen, spter Garching; neben der wissenschaftlichen Arbeit in Kosmologie und relativistischer Astrophysik arbeitete Kafka seit den siebziger Jahren publizistisch ber das Wesen des Fortschritts.

Verffentlichungen:

Das Grundgesetz vom Aufstieg (1989);

Gegen den Untergang. Schpfungsprinzip und globale Beschleunigungskrise (1994);

auerdem zahlreiche Beitrge in Fachzeitschriften, Bchern und Rundfunk

Die Bcher von Peter Kafka sind im Buchhandel vergriffen. Verschiedene Essays und Abschriften von Vortrgen sind im Internet zu finden unter

www.peterkafka.de

www.langelieder.de/kafka.html

Die Prsentation wurde erstellt von Ernst Weeber (www.langelieder.de)


  • Login