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Esstherapie ein wesentlicher Therapiebaustein in der Behandlung essgestörter Patienten

Esstherapie ein wesentlicher Therapiebaustein in der Behandlung essgestörter Patienten. Dr. med. W. Wünsch-Leiteritz Ärztin für Innere Medizin/Psychotherapie Ernährungsmedizin. www.wuensch-leiteritz.de. Viergleisiges Therapieangebot. medizinisches Monitoring/ Behandlung. Esstherapie.

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Esstherapie ein wesentlicher Therapiebaustein in der Behandlung essgestörter Patienten

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  1. Esstherapieein wesentlicher Therapiebaustein in der Behandlung essgestörter Patienten Dr. med. W. Wünsch-Leiteritz Ärztin für Innere Medizin/Psychotherapie Ernährungsmedizin www.wuensch-leiteritz.de

  2. ViergleisigesTherapieangebot medizinisches Monitoring/ Behandlung Esstherapie Spezifischer Psychotherapieprozess, inkl. Familientherapie u. körperorientierte Verfahren Therapeutisch geführtes Unterstützungssystem Essgestörter, und damit das Spezifische verstehende Mitpatienten

  3. Die Ziele der Behandlung eines essgestörten Patienten aus ernährungsmedizinischer Sicht sind: • Erreichen und Beibehalten eines normalen Ernährungsstatus, wobei auf ein konstantes und ausreichendes Körpergewicht und bei jüngeren Patienten auf reguläres Körperwachstum zu achten ist • Etablierung eines normalen Essverhaltens • Förderung einer vernünftigen Einstellung gegenüber Lebensmitteln • Förderung physiologischer Reaktionen auf Hunger und Sättigung

  4. Die Ziele der Behandlung eines essgestörten Patienten aus psychotherapeutischer Sicht sind: • die Überwindung des schweren Missverständnisses Essstörung • mit Bearbeitung der Grunde liegenden, die Essstörung bedingende Entwicklungsstörung in der Persönlichkeit

  5. Essstörungen sind ein schweres Missverständnis -, da am Körper korrigiert wird, also an der falschen Stelle, wo die Seele leidet und dieses Leid dann zwar nicht mehr so gespürt werden muss, sich aber trotzdem nicht ändert auch wenn der Körper verändert wird, sondern nur Probleme dazukommen, nämlich die körperlichen und seelischen Folgen des Hungers.-

  6. Esstherapie istdeshalb mehr als Ernährungstherapie

  7. Esstherapie ist Ernährungstherapie ergänzt um das spezifisch Therapeutische im Umgang mit dem essgestörten Patienten und seinen auf das Essen, den Körper und seine Funktionen bezogenen ängstigenden, da überwertigen Überzeugungen, die anderen Problembereichen entspringen

  8. Esstherapie ist Ernährungstherapie ergänzt um das Ermöglichen und reale, konkrete Durchsetzen des Essens

  9. Sir William Gull 1873: „Die Patienten müssen zu regelmäßigen Zeiten gefüttert werden, in Gegenwart von Personen, die sie moralisch unter Kontrolle haben.“

  10. Konkrete Ess-(psycho)therapie

  11. Esstherapeutische Problemstellungen • Änderung des Körpergewichts: • Zunahme in den Normalgewichtsbereich • Gewicht halten im Normalgewichtsbereich • Gewichtabnahme, auch innerhalb des Normalgewichtsbereich 2.Umgang mit der spezifischen Essstörungssymptomatik

  12. Normalgewichtsbereich Frauen BMI 18,5 – 24 Männern BMI 19 (20) – 25 lt. WHO 2004 für alle BMI 20 - 25 unter 15 Jährige > 25. BMI-Perzentile

  13. Strukturierter EssensplanistFestlegung des gesamten Essens • Festgelegte Essenszeiten 3 Hauptmahlzeiten und ggf 2-3 ZM, Ausnahme: BMI< 12: stündliches Essen Dauer: Hauptmahlzeiten: 30-45 Minuten ZM 15-20 Minuten • Abgesprochene Essensmengen (incl. Trinkmengen) 40 - 80 kcal/kg KG/Tag zum Zunehmen 30- 40 kcal/kg KG/Tag zum Halten oder Abnehmen, • Definierte Zusammensetzung (entsprechend DGE Empfehlungen) • 30 % Fett (hochwertige pflanzliche Fette, Minimum 50 g/Tag) • 55 % Kohlenhydrate (günstig komplexe KH), • 15 % Eiweiß • Esskultur

  14. „einen Plan haben“

  15. 1. Frühstück 1 Brötchen 120 kcal 2 Tl Konfitüre/Honig/Sirup 60 kcal 10 g Butter oder Margarine 70 kcal 1 Scheibe Käse (45% F.i.Tr.) 70 kcal Gesamt 320 kcal

  16. 2. Frühstück 1 Schreibe Brot mit 20 g Kräuterfrischkäse Doppelrahmstufe 200 Kcal 200 Kcal

  17. 1. Frühstück

  18. Mittag 1 Menü 500 kcal 500 Kcal

  19. Kaffee 1 Obst 100 Kcal 1 Riegel 100 Kcal 200 Kcal

  20. Zwischenmahlzeit 1 Jogurt 100 Kcal 1 Obst 100 Kcal 200 Kcal

  21. Abendessen 2 Scheiben Brot 180 kcal 10 g Butter/Margarine 70 kcal 1 Scheibe Wurst 30 kcal 1 Scheibe Käse (45% F.i.Tr.) 70 kcal 1 Salat mit Dressing 80 kcal Gesamt 430 kcal

  22. Zwischenmahlzeit 1 Glas Milch 100 Kcal 2 Tl Honig 100 Kcal 200 Kcal

  23. Wesentlich: • Einhalten des Plans • Kein zusätzliches Essen • Nichts weglassen wegen Gegenregulationen • Wenn das Einhalten des Plans im spürbaren und sichtbaren Mittelpunkt des Interesses aller • Betreuer/Therapeuten/Familienmitglieder steht, • tut es das dadurch auch im Laufe der • Zeit bei den Betroffenen

  24. Einflussnahme auf das Bewegungs- und Sportverhalten • unter BMI 17,5Bewegungsreduktion: Einteilung nach Schweregrad • unter Normalgewichtkein Sport • NormalgewichtSporttherapie (dosiertes sporttherapeutisches Trainingsprogramm)

  25. Einflussnahme auf das Bewegungs- und Sportverhalten

  26. Regelungen bzgl. des Wiegens • immer morgens nüchtern • am gleichen Wochentag • mit entleerter Blase • in Unterwäsche • in Begleitung • Gewicht selbst ablesen oder mitteilen lassen • Protokollieren mit Anlegen einer Gewichtsverlaufskurve < BMI 14 tägliches Wiegen BMI 14-15,5 zweitägiges Wiegen > BMI 15,5 wöchentliches Wiegen Zwischenwiegen nur mit vorheriger Absprache

  27. Kalorienanpassungen nach Wochengewicht • in 200 kcal Schritten wöchentlich oder als Fetterhöhung/-reduktion (bis zu 10 g)um Volumenbelastungen zu reduzieren

  28. 1 Jogurt 100 Kcal 1 Obst 100 Kcal 200 Kcal

  29. ZM mit 200 Kcal und 5 g Fett

  30. ZM mit 200 Kcal und 5 g Fett

  31. ZM mit 200 Kcal und 5 g Fett

  32. Fetterhöhung wenig Fett: 2-3 g mehr Fett: 6-7 g

  33. Fetterhöhung (z.B. um 8 g) wenig Fett: 5 g Butter/Margarine mehr Fett: 15 g Butter/Margarine

  34. Esskultur

  35. Kalorienanpassungen nach Wochengewicht • Gewicht halten: nur im Normalgewichtsbereich Standardplan 1800 kcal • In (100) 200 kcal Schritten als Fettreduktion (minimal 50g) als Fetterhöhung (Bevorzugung hochwertiger pflanzlicher Fette)

  36. Kalorienanpassungen nach Wochengewicht Gewichtabnahme: • erst nach erfolgter Symptomaufgabe (mindestens 14 Tage) im Übergewichtsbereich : BMI 24 (25) - 30 innerhalb des Normalgewichtsbereichs • Standardplan 1800 kcal • in (100) 200 kcal Schritten • 1600 kcal nicht unterschreiten • minimal 50 g (kurzzeitig 40 g) Fett/ Tag • weitere Einflussnahmen über Bewegung und Sport

  37. Esstherapeutische Problemstellungen • Änderung des Körpergewichts: • Zunahmen in den Normalgewichtsbereich • Gewicht halten im Normalgewichtsbereich • Gewichtabnahmen, auch innerhalb des Normalgewichtsbereichs 2.Umgang mit der spezifischen Essstörungssymptomatik

  38. Typische und häufige Fehlüberzeugungen, die zu Problemverhalten führen • sich trotz niedrigem Gewicht zu dick fühlen • grundsätzliches Gleichsetzen von essen und dick werden • sich satt essen und mit Lust und Freude essen als gefräßig sein ansehen • sich essen nicht gönnen dürfen, es nicht verdient haben • zu glauben Kontrolle über das Gewicht zu haben durch besonders häufiges Wiegen (bis zu mehrmals täglich)

  39. dünn sein „die Knochen treten hervor“ um indirekt auf inneres Schwachsein hinzuweisen und • dies durch Hungern und Gewicht abnehmen zur Selbstwertstärkung ausgleichen zu wollen • dünn sein und leer sein als zentrales positives Lebensgefühl

  40. Typische und häufige Fehlüberzeugungen und Problemverhalten • zu glauben mit niedrigem Gewicht mit dem Leben besser klar zu kommen 2 Dicke Wohlfühlgewicht ?

  41. Typische Fehlüberzeugungen und Problemverhalten • durch bulimische Symptomatik nachhaltig Spannungen abbauen zu können • oder dauerhaft das Gewicht damit regulieren zu können

  42. Typische und häufige Fehlüberzeugungen und Problemverhalten bezogen auf den Körper • durch Hungern schrumpft der Magen • der Körper verträgt keine Nahrung mehr, man darf nur mit ganz kleinen Mengen zu essen beginnen, Magen und Darm können es nicht mehr verdauen • Bauchbeschwerden bei der Wiederernährung fordern das Aufhören des Essens • nach 18 Uhr essen macht besonders dick

  43. Zusammenfassung: • Gemeinsames Besprechen/ Verhandeln des Essensplans und dessen Ratifizierung; nur Kompromisse, die esstherapeutisch verantwortbar sind • Vorproportionierte Mahlzeiten (Tellerservice), die damit verlässlich und überschaubar die abgesprochene Kalorienmenge wiedergeben mit • Verantwortungsübernahme für die Richtigkeit der Portionsgrößen durch das esstherapeutische Personal bis ausreichend Eigenverantwortung zum Selbstbedienen aufgebaut ist Damit anfänglich kein Bedienen am Buffet! „Wenn der Teller richtig portioniert ist, dann gibt es keinen Grund nicht aufzuessen“ 4. Betreutes Essen:

  44. 5. Erste Priorität: Aufnahme der tägl. erforderlichen Kalorienmenge Parallel oder zweite Priorität: Normalisierung des Essverhaltens 6. zeitnahe Nachbesprechung aller essens- trink- bewegungs- und körperrelevanten Themen mit allen die damit zu tun haben 7. Kontaktaufnahme bei Symptomdruck zum Aufbau alternativer Spannungs- und Stress-Bewältigungsstrategien 8. Esstherapeutische Regeln und Absprachen müssen für das gesamte Behandlungsteam (und im häuslichen Bereich auch für die Familie) gelten

  45. Anforderungen an das esstherapeutische Personal 5. Bereitschaft zu sichtbarer und spürbarer Verantwortungsübernahme als Ausdruck dessen, dass bei den Betroffenen in diesem Bereich keine gesunde Eigenverantwortung mehr vorliegt 1. Profundes Ernährungswissen um gesundes Essen: Nährwert/Kalorienmengen/Portionsgrößen ergänzt um ernährungsphysiologische und ernährungsmedizinische Zusammenhänge 2. Fähigkeit zum unbelasteten Ringen um kreative Lösungen ohne Gewinner und Verlierer zu hinterlassen; 3. „kampferprobte“ Persönlichkeit mit dem Willen zur tatkräftigen Durchsetzung der getroffenen Vereinbarungen gegen die Essstörung ohne dabei in eigenes Agieren zu verfallen (Selbsterfahrung) 4. Fähigkeit zum Aufbau liebevoller, haltgebender und stützender Beziehungen mit Vermittlung von Beziehungssicherheit

  46. Conclusio Idealerweise wird für die Esstherapie der „psychologische Diätassistent“ oder die „psychotherapeutische Ökotrophologin“ gebraucht!

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