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Freundschaftsbeziehungen und moralische Urteilsfähigkeit. Themenfelder der Heterogenität und Aufgabe der Literaturdidaktik! PowerPoint PPT Presentation


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Freundschaftsbeziehungen und moralische Urteilsfähigkeit. Themenfelder der Heterogenität und Aufgabe der Literaturdidaktik!. Vortrag im Rahmen der Angebote des PLAZ , Juli 2008 Dr. Joachim Schulze-Bergmann. Ausgangslage . Bundespräsident Köhler, 17.Juni 2008:

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Freundschaftsbeziehungen und moralische Urteilsfähigkeit. Themenfelder der Heterogenität und Aufgabe der Literaturdidaktik!

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Presentation Transcript


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Freundschaftsbeziehungen und moralische Urteilsfähigkeit. Themenfelder der Heterogenität und Aufgabe der Literaturdidaktik!

Vortrag im Rahmen der Angebote des

PLAZ , Juli 2008

Dr. Joachim Schulze-Bergmann


Ausgangslage l.jpg

Ausgangslage

Bundespräsident Köhler,17.Juni 2008:

Die Arbeit-Bildung-Integration-Rede

„Darum ist unsre Freiheit auf Bindung angewiesen, darum braucht

unser Zusammenleben die Integration durch Regeln, die alle

anerkennen, auf deren Fairness alle vertrauen und zu deren

Wirksamkeit alle beitragen.

Die drei wichtigsten Regeln für die politische, wirtschaftliche und

gesellschaftliche Integration unserer Vielfalt zu einem guten Ganzen

heißen Demokratie, Soziale Marktswirtschaft und Bürgergesellschaft …

…Werte, die unsere Demokratie prägen: Freiheitsliebe,

Gleichberechtigung, Toleranz in Glaubens- und Gewissensfragen.“

Wer diese Werte nicht teilt, der

„…sollte sich fragen, wohin er eigentlich gehört. Nach eigenem Recht lebende Exklaven anderer Staaten wird es in Deutschland jedenfalls nicht geben.“

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Faruk Sen, Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien,

vertritt mit einem in der Türkei im Mai 2008 veröffentlichten Zeitungsartikel

angeblich die These, die in Europa lebenden 5 Millionen Türken seien „die

neuen Juden“. (Welt online vom 27.6.08)

Christiane Bainsky, Leiterin der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung

von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien in NRW, schreibt in

forum.schule (2/2008):

„In allen Städten des Landes mit mehr als 100.000 Einwohnern beträgt der

Anteil der Kinder und Jugendlichen unter zwanzig Jahren 50 % und mehr.

Im Landesdurchschnitt liegt er bei den unter Sechsjährigen bei 38%. Diese

Zahlen belegen: Die Zukunft der Schule in NRW ist interkulturell.“

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Ausländische SuS verteilen sich auf die Schulformen…

Gesamtzahl der

ausl. SuS in NRW

ca. 353.300

Gymnasium

6%

Realschule

12,5%

Anteil

in der

Grundschule

=

18%

Gesamtschule

20%

Hauptschule

29%

Förderschule

23%

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Von den türkischen SuS erreicht nur jeder 20. das Gymnasium

Gymnasiasten

davon

1,6%

Türkische

SuS:

180.000

Realschüler

davon

4,8%

Gesamtschüler

davon

9,65%

Hauptschüler

davon

11%

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Schulen mit einem Ausländeranteil von 30-50%

Gymnasien

1%

Grundschulen

11%

Realschulen

4,4%

Gesamtschulen

10,5%

Hauptschulen

19,4%

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Zusammenfassung:

Grundschule:

Jeder 6. Schüler hat einen Migrationshintergrund.

230.000 Kinder lernen in Klassen mit einem Migrantionsanteil größer als

25%.

In jeder 10. Klasse befinden sich bis zu 50% Kinder mit Migrations-

hintergrund.

Hauptschule und Gesamtschule:

Hier sammeln sich die SuS mit Migrationshintergrund. Sie stellen bei

einem Drittel aller Klassen die Mehrheit!

Gymnasium:

Die meisten deutschen SuS haben kaum Klassenkameraden mit

Migrationshintergrund.

Dr. J. Schulze-Bergmann


Aufgaben des du l.jpg

Aufgaben des DU

Aufgabenfelder des DU und vermutete Kompetenzen der SuS mit

Migrationshintergrund (Niveau 1) sowie das der erfolgreichen deutschen

SuS:

Niveau 1

= PISA, letztes Viertel

Lesen

Schreiben

Text-

sorten

1

KJL

Sachtexte

Ortho-

graphie

Grammatik

Niveau 2

Erweiterte

Anforderungen Jg. 10

Text-

sorten

2

KJL

Literaturkanon

Medien

Grammatik

Orthographie

Zeichensetzung

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Oomen-Welke (2006):

Sprachhomogene Beschulung in der deutschen Sprache?

Nach einer Eingangsphase (multinationale Klasse) gehen alle SuS in den Regelunterricht über. Der DU ändert sich nicht.

Zweisprachige Beschulung?

Erst- und Zweitsprache müssen gefördert werden. SuS müssen/sollen in beiden Sprachen kompetent sein.

Was wird im DU getan? Wie kann das organisiert werden?

Zur Gleichberechtigung von Sprache und Kultur wird z. B. das Aufgabengebiet „Interkulturelles Lernen“ angeboten.

Der DU nimmt Themen auf, die das gegenseitige Fremdsein thematisieren. -> Das war nicht immer so !

Dr. J. Schulze-Bergmann


Literaturdidaktik l.jpg

Literaturdidaktik

Die Begründungsfiguren für den literarischen Kanon von 1850 bis 1970

lassen sich mit 5 Topoi zusammenfassen (Schulze-Bergmann 1997):

  • Nationalliteratur ist der Geist des Volkes.

  • Die Aneignung des literarischern Kanons führt zur Mündigkeit.

  • Die deutsche literarische Klassik hat einen eigenen Bildungswert.

  • Die unterrichtliche Behandlung des literarischen Kanons bildet erwünschte Charakterstrukturen aus.

  • In der Ontogenese wiederholt das Individuum mit Hilfe des literarischen Kanons den historischen Bildungsgang seiner Nation bzw. Sprachgemeinschaft.

  • Literarische Inhalte in der Sek. I+II sind seit 1980 diffus, der literarische Kanon sowie auf komplexere Textformen und Sprechen bezogenen Übungen werden weitgehend ins Belieben der LL gestellt.

Dr. J. Schulze-Bergmann


Das passungsproblem von leser und text l.jpg

Das Passungsproblem von Leser und Text

Der Deutschunterricht kann für die SuS mit Migrationshintergrund

  • grundlegende Sprachförderung für Deutsch als Zweitsprache betreiben

  • in die Schulsprache einführen

  • erweiterte Kenntnisse im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache auf dem Niveau der Sek. I anbieten

  • interkulturelle Angebote im Sprachunterricht machen

  • interkulturelle Angebote im Literaturunterricht machen

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Bitte beachten Sie in Ihren Unterlagen die Darstellung einer erfolgreichen

Schülerin -heute Studentin- mit Migrationshintergrund.

Sie geht eindruckvoll gerade auf dien Zusammenhang von Sprache,

kulturellem Hintergrund und Identitätsbildung ein.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Passung von Textaussage und Textverständnis des Lesers

Leser

Text-

aussage

Textrezeption

T + L identisch

Leser

Text-

aussage

Text und Leserrezeption

sind nicht identisch

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Text

Wahrheits-

anspruch

+

Interessenlage

Werte, Normen und soziale Welt:

Geltungsansprüche Handlungsmotive

soziale Rollenmuster

Historischer Abstand/ Textformat

sprachliche Bedeutungen,

textuelle Bauformen

Texte werden nicht

(angemessen)

rezipiert,

wenn

der Leser…

Dr. J. Schulze-Bergmann


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In den Texten und Themen von A. Lindgren geht es um

Freundschaften von Kindergruppen – Kinderhelden – fantastische Vorbilder

Das Gute/ das Böse: Kinder sind gut, Erwachsene sind eher negative Figuren. Negative Helden: RitterTengil, Ritter Kato

Moral: die Kinder(-figuren) kennen die Regeln/Werte/Normen für ein gutes Leben und setzen sich für diese ein, sie nehmen dabei erhebliche Gefahren in Kauf

Adoleszensprobleme: z. B. Ronja Räubertochter – Die Brüder Löwenherz

Frage: In der Tradition welche Werte können diese grundlegenden Textaussagen

a. verstanden werden

b. akzeptiert werden

c. für das eigene konkrete Handeln Richtung weisend sein?

um 1930

1987

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Mit welchen literaturwissenschaftlichen Methoden werden diese Fragen zum

Thema unterrichtlicher Planungen?

Mit diesem Vorgehenwerden die jeweils anderen kulturellen literarästhetischen Erfahrungen nicht einbezogen.

Auch die auf Lebenswelten bezogenen, normativen Fragen bleiben unbeantwortet.

Analyse

Didaktische Planung der

Unterrichtsinhalte:

Thema

„Ästhetische Figuren“

Textimmanente,

literarästhetische

Analyse

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Mit welchen literaturdidaktischen Positionen wird der Lebensweltbezug, z. B.

„Freundschaft“ im Text ‚Ronja Räubertochter‘, zum Inhalt?

Textanalyse

z. B.

Figurenkonstellation

Literaturdid.

Positionen:

z. B.

J. Kreft

K. Spinner

Unterrichtsplanung

Jg. 5/6

Bezugswissenschaften:

Rekonstruktiv-genetische

Daten

z. B.

J. Piaget

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Zu diesem Themenfeld liegen Daten vor von z. B.

William Damon. Die soziale Welt des Kindes -> Die Entwicklung von Freundschaftsvorstellungen

Robert. L. Selman. Die Entwicklung des sozialen Verstehens . ->Konfliktlösungen im Themenfeld ‚Freundschaft‘

James Youniss. „Die Entwicklung und Funktion von Freundschaftsbeziehungen.“

Erkenntnisse und Aufgaben für L:

Die Vorstellung vom ‚Freund‘ entwickelt sich in beschreibbaren Stufen. Diese

Stufen haben eine bestimmbare Qualität von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Im

literarischen Text wird mit der Figurenkonstellation eine bestimmte Stufe thematisiert.

Die Lerngruppe repräsentiert eine/mehrere dieser Entwicklungsstufe(n).

Die kulturell bedingten, in der Lerngruppe vertretenen Vorstellungen von Freundschaft

können unterschiedlich sein.

Der Unterricht bestimmt seine Lernziele vor diesem Hintergrund.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Bitte beachten Sie den Textauszug aus

‚Ronja Räubertochter‘ in Ihren Unterlagen.

In dieser Szene ist Birk Borka Gefangener der Mattis-

Räuberbande.

Mattis will seine Burg allein bewohnen und nimmt

den Sohn des anderen Räuberhauptmanns, Borka, als

Geisel. So will er den Auszug der anderen Gruppe erzwingen.

Ronja springt in diesem Moment über die Schlucht und stellt

sich Borka als Geisel.

Die Kinder werden ausgetauscht, aber Mattis kündigt die

Beziehung zu seiner Tochter auf.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Stufen

des

moralischen

Urteilens

Jg. 5/6

konventionell

3+4

Präkonventionell

1+2

postkonventionell

Ronja und Birk

5+6

SuS 1

Räuberbanden

SuS 2

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Die zur Beantwortung der folgenden Fragen heranzuziehenden

Wertvorstellungen und Handlungsnormen sowie deren jeweilige

Geltungsansprüche werden aus der Perspektive unterschiedlicher kultureller

Traditionen ggf. divergierend beurteilt:

Kann Ronja mit dem Sohn des feindlichen Räuberhauptmanns befreundet sein?

Darf Ronja sich den Anordnungen ihres Vaters widersetzen?

Dürfen die beiden Jugendlichen über Monate zusammen in einer Höhle leben?

Ist die literarische Lösung des Konfliktes vorbildhaft?

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Der Literaturunterricht steht vor der Aufgabe, mit unterschiedlichen

Sichtweisen zu rechnen. Wie geht er mit den für die Richtigkeit der Werte

vorgetragenen Argumenten um?

L. muss sich bewusst sein, dass die moralische Urteilsfähigkeit einer gestuften Entwicklung folgt, die Stufen unterscheiden sich in ihrer Leistung, von der eigenen Perspektive zunehmend zu abstrahieren, andere Perspektiven zu berücksichtigen und die Qualität der Handlungsnorm entsprechend verallgemeinerbar zu begründen.

Diese Fähigkeit kann durch den lebensweltlich bedingten Hintergrund in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden!

Quellen: Lawrence Kohlberg: Heinz-Dilemma, Richter Steinbergs Dilemma

  • Georg Lind:

  • Dilemma- Diskussion

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Beispiel: Lawrence Kohlberg: Das Heinz-Dilemma (1959)

-> zunächst entworfen für ein experimentelles Interview

Eine Frau war unheilbar an Krebs erkrankt.

Es gab nur ein einziges Medikament,

von dem die Ärzte vermuteten, daß es sie retten könnte.

Und zwar handelte es sich um eine Radiumverbindung, die ein Apotheker vor

kurzem entdeckt hatte. Das Medikament war schon in der Herstellung sehr teuer,

aber der Apotheker verlangte trotzdem noch das Zehnfache dessen, was ihn die

Herstellung selbst kostete. Er zahlte 2000.- Mark für das Radium und verlangte

20.000.- Mark für das Medikament. Heinz, der Mann der krebskranken Frau,

versuchte, sich das Geld zusammenzuborgen, kriegte aber nur die Hälfte des

Preises zusammen. Er machte dem Apotheker klar, daß seine Frau im Sterben

liege, und bat ihn, das Medikament billiger abzugeben oder ihn den Rest des

Geldes später bezahlen zu lassen. Der Apotheker sagte jedoch:

„Nein, ich habe das Medikament entdeckt, ich will damit Geld verdienen.“

In Seiner Verzweiflung brach Heinz in die Apotheke ein und stahl das Medikament

für seine Frau.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Sollte Heinz das Medikament stehlen ? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum

nicht?

2. Was ist schlimmer: Jemanden sterben zu lassen oder zu stehlen? Warum?

3. Was bedeutet Leben für dich überhaupt?

4. Hätte ein Ehemann einen triftigen Grund zu stehlen, auch wenn er seine Frau

nicht liebt?

5. Wäre es genauso gerechtfertigt, für einen Fremden wie für die eigene Frau zu

stehlen ? Warum?

6. Angenommen, Heinz stiehlt das Medikament für ein Haustier, das er sehr gern

hat. Wäre es gerechtfertigt, für ein solches Tier, das man sehr gern hat, zu

stehlen?

7. Der Richter überlegt sich, Heinz ohne Strafe laufen zu lassen. Was könnten

seine Gründe sein?

8. Wenn man einmal daran denkt, daß wir alle in einer Gesellschaft

zusammenleben, was für Gründe hätte der Richter dann, Heinz zu verurteilen?

9. Wenn man einmal daran denkt, daß wir alle in einer Gesellschaft

zusammenleben, aus welchen Gründen könnte der Richter Heinz dann

freisprechen?

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Richter Steinberg-Dilemma:

Der Geheimdienst eines Landes in Europa hat Beweise,

dass eine terroristische Organisation einen

Sprengstoffanschlag für den nächsten Tag

plant. Dabei sollen viele hundert Menschen ums Leben

kommen.

Die Terror-Organisation ist wegen ihrer Brutalität und Kompromisslosigkeit

gefürchtet.

Dem Geheimdienst gelingt es, eine Frau festzunehmen, die als eine

Anführerin in dieser Organisation gilt. Man weiß, dass diese Frau an der

Vorbereitung des geplanten Attentats beteiligt war. Man könnte das Attentat

verhindern, wenn Sie sagen würde, was sie weiß.

Die Frau wird lange verhört. Aber sie verweigert jede Aussage. Man muss

befürchten, dass das Attentat jederzeit stattfindet. Deshalb beantragt der

Geheimdienst, die Gefangene zu foltern, damit sie endlich sagt, was geplant

ist.

In dem Land ist Folter verboten, der zuständige Richter, Herr Steinberg,

entscheidet aber trotzdem, dass die Terroristin gefoltert werden darf, um das

Attentat zu verhindern und Menschenleben zu retten.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Was meinen Sie, war die Entscheidung von Richter

Steinberg richtig oder falsch?

Kreuzen Sie bitte die Antwort an, die Ihrer Meinung am

nächsten kommt:

Steinbergs Entscheidung war...

eher falsch ‑3 ‑2 -1 0 +1 +2 +3 eher richtig

Wie leicht oder schwer ist Ihnen die Beurteilung von Dr.

Steinbergs Entscheidung gefallen?

eher leicht 0 +1 +2 +3 +4 +5 +6 eher schwer

Was sind die Gründe für Ihre Meinung zu der

Entscheidung von Richter Steinberg?

Schreiben Sie bitte hier stichwortartig alle Gründe auf,

die für Sie wichtig sind:

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Das Dilemma kennen lernen, ggf. nacherzählen,

Dilemma -Kern klären

Probe-Abstimmung:

War das Verhalten der von der Dilemma-Lage betroffenen Person richtig oder falsch ?

Gruppen bilden mit 'face to face ' Sitzordnung.

Text lesen und paraphrasieren

Lerngruppe

Gruppe 2

Gruppe 1

Dr. J. Schulze-Bergmann


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In Kleingruppen von 3-4 Personen werden Argumente

gesammelt zur Begründung des eigenen Urteils, die

Begründungen werden hierarchisch geordnet.

Jedes Lager trägt noch einmal durch einen Sprecher die Gründe für die jeweilige Position vor, die Begründungen werden dokumentiert (Meta-Plan oder Protokoll)

1

2

3

1

2

3

4

5

1.Begründung

2.Begründung

3.Begründung

4

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Pro und Kontra-Diskussion:

Begründung wird einzeln vorgetragen, das Wort wird danach

an eine Meldung aus der anderen Gruppe weitergeben. Lehrer

moderiert nur: keine Person darf angegriffen werden, kein Lob,

kein Tadel!

Jede Gruppe bringt die Argumente der anderen Gruppe nun in eine Rangfolge:

Veröffentlichung von eigener Rangreihenfolge und Gegenspielerrangreihenfolge.

Schlussabstimmung über das Verhalten der Dilemma-Personen.

Auswertung/Reflexion:

Wer hat seine Meinung geändert?

Wie wirkten die Argumente der Gegenseite?

Gruppe 1

Gruppe 2

1

2

3

2

3

1

1

3

5

4

2

1

2

3

4

5

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Die Förderung der Lerngruppe bzw. von einigen SchülerInnen  von

Urteilsniveau A zum entwickelteren Niveau B  kann nur erfolgen, wenn

man die Begründungen zu einem gegebenen Dilemma  auswerten

kann.

Nach der Zuordnung zu den Urteilsniveaus kann überlegt werden, wie

die Förderung ausfällt:

Anregung der fehlenden Perspektivenübernahme

Diskussion von kulturellen/religiösen Überzeugungen/Rollenansprüchen

Diskussion von Wunschvorstellungen zum guten Leben: So sollten alle handeln !

Idole/Helden vorführen und ihr Handeln zeigen und bewerten.

Geschichtliche Entscheidungssituationen vorstellen und bewerten.

Literarisch gestaltete Beispiele vorstellen und bewerten.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Mögliche Antworten zu Ronjas Verhalten:

1. Ronja darf sich nicht für Birk einsetzen. Sie würde sonst den Vater und ihre Gruppe beleidigen.

2. Ronja muss sich für Birk einsetzen, er würde sonst gequält werden. Man darf Menschen nicht quälen.

3. Ronja darf mit Birk zusammen im Wald leben, Jugendliche müssen ihre

Erfahrungen machen.

4. Ronja darf nicht mit Birk im Wald allein leben, ein Mädchen darf nicht vor der Ehe mit einem Jungen zusammenleben.

5. Ronja darf sich den Anweisungen des Vaters widersetzen, denn seine Vorstellungen vom richtigen Verhalten führen zu Grausamkeiten gegenüber anderen. Es ist nicht wünschenswert, dass sich alle Menschen so verhalten.

6. Ronja darf sich den Anweisungen des Vaters nicht widersetzen. Er ist das Familienoberhaupt und hat das Recht, über sie zu bestimmen. Sie muss mit einer harten Strafe rechnen.

7. Das Buch zeigt, wie zwei Kinder die feindlichen Gruppeninteressen überwinden und Wege zur Versöhnung finden.

8. Das Buch verleitet den kindlichen oder jugendlichen Leser zu falschem Handeln. Es sollte nicht in der Schule gelesen werden.

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Astrid Lindgren ist nicht nur eine Kinderbuchautorin, sondern auch und mit

zunehmendem Alter ein politischer Mensch. Sie hat das Glück gehabt,

herausragende Persönlichkeiten wie Ellen Key, A.S. Neill und B. Russell

persönlich kennen gelernt zu haben.

Gegen den ausdrücklichen Wunsch des Börsenvereins des deutschen

Buchhandels hält sie 1978 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises

eine Rede mit dem Titel ‚Niemals Gewalt‘.

Diese Rede wäre es gewiss wert, Gegenstand des DU zu sein.

Im Rahmen einer kleinen Anekdote thematisiert Astrid Lindgren die Gewalt

zwischen Eltern und Kind und behält zugleich den globalen Aspekt des

Themas im Auge.

Bitte lesen Sie in Ihren Unterlagen auf der Seite 39 mit

Dr. J. Schulze-Bergmann


Stockholm mai 2008 l.jpg

Stockholm, Mai 2008

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Dr. J. Schulze-Bergmann


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Quellen:

Welt online: 26.6.08: Faruk Sen. Wie Türkei-Forscher sich ins Abseits manövrierte.(Zugriff: 27.6.08)

RP.Online: 26.6.08. Umstrittener Vergleich. Faruk Sen will nicht gehen.(Zugriff 27.06.08)

Taz.de: 27.6.08: Faruk Sen droht Rauswurf. (zugriff: 27.06.08)

Stiftung Zentrum für Türkeistudien. Vorstand beantragt Abberufung des Direktors. (Zugriff: 27.6.08)

Bainski, Cristiane. „Deutsch in jedem Fach.“ In: forum.schule, 2/2008. S. 18f.

Köhler, Horst. Berliner Rede 2008 ( Arbeit-Bildung-Integration). Bundespräsidialamt Berlin 2008.

(Zugriff 27.6.08)

Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW). Migranten im Schulwesen in NRW Schuljahr 2005/06.

Düsseldorf 2006

Oomen-Welke,I. „Deutschunterricht in der multikulturellen Gesellschaft.“In: M. Kämper-van den Bogaart (Hg.)

Deutschdidaktik . Berlin 2007, 4.Aufl. S.

Schulze-Bergmann, J. Der literarische Kanon und die Passung von Leser und Text. Frankfurt 1997

Kreft, J. Grundprobleme der Literaturdidaktik. Stuttgart 1977

Spinner. K. Lesekompetenz erwerben. Berlin 2006

Damon. W. Die soziale Welt des Kindes. Frankfurt 1984

Selman, R.L. Die Entwicklung des sozialen Verstehens.Frankfurt 1984

Youniss. J. „Die Entwicklung und Funktion von Freundschaftsbeziehungen.“ In: Edelstein., W., Keller, M. (Hg.)

Perspektivität und Interpretation. Frankfurt 1984, S. 78-109

Kohlberg, L. Die Psychologie der Moralentwicklung. Frankfurt 1995

Lindgren, Astrid. Ronja Räubertochter. Hamburg 1993

Lind. G. Ist Moral lehrbar? Berlin 2000

Lind. G. Moral ist lehrbar. München 2003

Dr. J. Schulze-Bergmann


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