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Herzlich Willkommen zur Vorlesung. Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung Literatur: Fisseni, H.-J. (2004): Lehrbuch der psychologischen Diagnostik. Göttingen: Hogrefe. Gliederung. Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik Persönlichkeits- und Lerntheorien Diagnostische Vorgehensweise

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Presentation Transcript


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Herzlich Willkommen zur Vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Literatur: Fisseni, H.-J. (2004): Lehrbuch der psychologischen Diagnostik. Göttingen: Hogrefe


Gliederung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Gliederung1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

    1.1 Ziele der Diagnostik

    1.2 Veranschaulichung des diagnostischen Prozesses

    1.3 Struktur der Diagnostik

    1.4 Normative Diagnostik

    1.5 Vorgehensweisen

    1.6 Entscheidungstheorie


1 1 ziele der diagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.1 Ziele der Diagnostik

  • Diagnostik dient

    • der optimalen Lösung von Problemen, nicht nur Beobachtung

    • der Klassifikation, z.B. Einordnung von bestimmten Störungen zu bestimmten Klassen

  • Die Lösung eines Problems schließt Diagnose und Prognose ein.


Hempel oppenheim schema

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Hempel-Oppenheim-Schema

  • Diagnosen setzten Gesetzmäßigkeit über gegebene Zusammenhänge voraus.

    →Hempel-Oppenheim-Schema (deduktiv-nomologisch)


Hempel oppenheim schema1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Hempel-Oppenheim-Schema


Wahrheitswertetafel der implikationen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Wahrheitswertetafel der Implikationen

  • „Wenn A, dann B“ (bzw. A  B) ist eine Implikation


1 1 ziele der diagnostik1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.1 Ziele der Diagnostik

  • Prognosen verlangen technologische Regeln, die angeben, mit welchen Mitteln ein festgelegtes Ziel erreichbar ist.

  • Das Erreichen von Zielen impliziert Normen


1 2 veranschaulichung des diagnostischen prozesses

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.2 Veranschaulichung des diagnostischen Prozesses


1 2 veranschaulichung des diagnostischen prozesses1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.2 Veranschaulichung des diagnostischen Prozesses


1 2 veranschaulichung des diagnostischen prozesses2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.2 Veranschaulichung des diagnostischen Prozesses


1 3 struktur der diagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.3 Struktur der Diagnostik

  • KIinisch-psychiatrische, klinisch-psychologische und Eignungsdiagnostik

  • Eignungsdiagnostik: Selektion und Platzierung

  • Entscheidung mit (klinische Diagnostik) vs. über Person (Eignungsdiagnostik)

  • individuelle vs. institutionelle Entscheidungen

  • Selektions- vs. Modifikationsstrategie


Selektions vs modifikationsstrategie

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Selektions- vs. Modifikationsstrategie

  • Selektionsstrategie: Person- vs. Bedingungs-selektion

    • Personselektion: vorgegeben sind Bedingungen wie Tätigkeiten, Personen werden zugeordnet, so dass Kriterium optimal erreicht wird

    • Bedingungsselektion: vorgegeben sind Personen, für sie werden optimale Bedingungen (Tätigkeiten) gesucht; wie z.B. bei der Platzierung, Berufsberatung


Selektions vs modifikationsstrategie1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Selektions- vs. Modifikationsstrategie

  • Modifikationsstrategie: Verhaltens- vs. Bedingungsmodifikation

    • Verhaltensmodifikation: Verhalten der Person wird verändert durch Psychotherapie, Training

    • Bedingungsmodifikation: Veränderung der Bedingungen, z.B. Verbesserung des Arbeitsplatzes


Selektions vs modifikationsstrategie2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Selektions- vs. Modifikationsstrategie

  • Selektionsstrategie impliziert Statusdiagnostik und damit Klassische Testtheorie sowie auch probabilistische Messmodelle wie Rasch-Modell

  • Modifikationsstrategie verlangt Prozess- oder Änderungsdiagnostik.


1 4 normative diagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.4 Normative Diagnostik

  • Normative Diagnostik nach Westmeyer legt die Logik des Diagnostizierens fest

  • Diagnose als Auffinden postulierter Antezedensbedingung

  • Gesetz ist eine deterministisches, für alle Personen geltend


Beispiel von westmeyer

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel von Westmeyer

  • Bevor die Gesetze als Implikationen dargestellt werden, sollen der

  • Einfachheit halber folgende Abkürzungen eingeführt werden:

  • S:Schulschwierigkeiten

  • NI: niedrige Intelligenz

  • SS: schwachsinnig

  • N: neurotisch

  • P:psychotisch

  • KL:keine Lernhaltung

  • H:hirngeschädigt

  • KM:keine Leistungsmotivation

  • konjunktive Verknüpfung


Beispiel von westmeyer1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel von Westmeyer

G1:(x) (SSx → Sx)

G2:(x) (NIx  KMx → Sx)

G3:(x) (KLx  KMx  Hx → Sx)

G4:(x) (Nx  NIx → Sx)

G5:(x) (KLx  KMx  Nx → Sx)

G6:(x) (Hx  NIx → Sx)

G7:(x) (NIx  KLx → Sx)

A1:SSa

A2:NIa  KMa

A3:KLa  KMa  Ha

A4:Na  NIa

A5:KLa  KMa  Na

A6:Ha  NIa

A7:NIa  KLa


Beispiel aus der verhaltenstheorie

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel aus der Verhaltenstheorie

Gesetz:Wenn unmittelbar auf die Ausführung eines Verhaltens ein

positiver Verstärker dargeboten wird, dann steigt die Reaktionsrate

dieses Verhaltens.

Antezedens 1:Auf das aggressive Verhalten von Peter erfolgt reaktionskontingent

eine Zuwendung seiner Mutter.

Antezedens 2:Die Zuwendung der Mutter ist ein positiver Verstärker für Peter.

Explanandum:Peter ist sehr häufig aggressiv.


Beispiel aus der verhaltenstheorie1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel aus der Verhaltenstheorie

Gesetz:Wenn auf ein Verhalten die Beendigung der Darbietung eines

negativen Verstärkers folgt, so steigt die Reaktionsrate dieses

Verhaltens (negative Verstärkung).

Antezedens 1:Die Zuwendung der Mutter ist gefolgt von einer Beendigung

des aggressiven Verhaltens von Peter.

Antezedens 2:Das aggressive Verhalten von Peter ist für die Mutter ein

negativer Verstärker.

Explanandum:Die Mutter zeigt häufig das Verhalten „Zuwendung“ auf

Aggressionen von Peter.


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

  • Automatisiertes, rechnergesteuertes Diagnostizieren: Diagnostiker wird zum Gehilfen als Tester, Interviewer oder Beobachter

  • Deterministische und nicht-deterministische Gesetze

  • Praktisches Diagnostizieren kann durchaus als der Logik normativen Vorgehens folgend verstanden und beschrieben werden


1 5 vorgehensweisen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.5 Vorgehensweisen

  • Nomothetisches vs. idiographisches Vorgehen

  • Explizite vs. implizite Gesetze

  • Entscheidungstheorie: Kosten-Nutzen-Rechnung in der Diagnostik


1 6 entscheidungstheorie

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

1.6 Entscheidungstheorie

  • Entscheidungen, die in Klassifikationen resultieren, sind mit Fehlern behaftet.

  • Solche Entscheidungen können wie bei der Selektion enden in Annahme oder Ablehnung von Bewerbern.

    • Geeignete Bewerber können angenommen (valide Positive) oder fälschlicherweise abgelehnt werden (falsche Negative). Beide Gruppen bilden zusammen die Basisrate, hier der Anteil der Geeigneten.

    • Ungeeignete Bewerber könne abgelehnt (valide Negative) oder angenommen werden (falsche Positive). Die Gruppe der Angenommenen setzt sich zusammen aus den „validen Positiven“ und den „falschen Positiven“. Zusammen bilden beide Gruppen die Selektionsrate.

       Folgen von Fehlentscheidungen


Kosten nutzen rechnung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

tatsächlich

Negative

tatsächlich

Positive

y‘ cutoff

Häufigkeiten

valid

Negative

valid

Positive

falsch

Negative

falsch

Positive

Vorhersagewert

Kosten-Nutzen-Rechnung


Wahrscheinlichkeiten von testvorhersagen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Wahrscheinlichkeit falsch Negativer

P(FN) = FN/(P+N)

Wahrscheinlichkeit valid Positiver

P(VP) = VP/(P+N)

Wahrscheinlichkeit tatsächlich Positiver

BR = P/(P+N)

y cut off für

Kriterium

Wahrscheinlichkeit valid Negativer

P(VN) = VN/(P+N)

Wahrscheinlichkeit falsch Positiver

P(FP) = FP/(P+N)

Wahrscheinlichkeit tatsächlich Negativer

(1-BR) = N/(P+N)

Wahrscheinlichkeit vorhergesagt Negativer

(1-SR) = N‘/(P‘+N‘)

Wahrscheinlichkeit vorhergesagt Positiver

SR = P‘/(P‘+N‘)

y‘ cut off für

Vorhersage

Wahrscheinlichkeiten von Testvorhersagen


Effizienz von entscheidungen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Effizienz von Entscheidungen

  • Basis- und Selektionsrate haben Einfluss auf die Effizienz einer Entscheidung gegenüber Zufallsstrategie

    →Zufallsstrategie: Personen werden in Höhe der Selektionsrate nach Zufall aus der Gesamtgruppe von Personen ausgewählt

  • Effizienz der Entscheidung sinkt mit fallender Basisrate und steigt mit sinkender Selektionsrate.

  • Bei geringer Effizienz diagnostisch gestützter Entscheidungen gegenüber Zufallsentscheidungen stellt sich die Frage, ob der finanzielle Aufwand der Diagnostik sie, nämlich die Diagnostik, rechtfertigt.


Charakteristik von entscheidungsproblemen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Charakteristik von Entscheidungsproblemen

1.a) institutionelle Entscheidung

b) individuelle Entscheidung

2. a)ohne Quotenbeschränkung: die Entscheidungen über jedes Individuum sind unabhängig voneinander

b) mit Quotenbeschränkung

3.a) jede Person wird nur einer Behandlung zugewiesen

b) mehrere Behandlungen sind möglich

4.a) Ablehnung als Behandlung (Selektion)

b) Platzierung

5.a) die Information ist univariat

b) sie ist multivariat

6.a) die Entscheidungen sind endgültig (single stage testing)

b) es wird weitere Information erhoben, bevor eine endgültige Entscheidung fällt (sequentielle Strategie)


Beispiel eines entscheidungsproblems

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel eines Entscheidungsproblems

  • Charakteristik des vorliegenden Problems:

    1.a) institutionelle Entscheidung

    2.a)ohne Quotenbeschränkung

    3.a) jede Person wird nur einer Behandlung zugewiesen

    4.b) Platzierung, alle Personen bleiben in der Institution

    5.a)die Information ist univariat

    6.a)die Entscheidungen sind endgültig (single stage testing)


Verarbeitung der informationen bei entscheidungen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

endgültige

Entscheidung

Ausgang

(outcome)

Information

über ein

Individuum

Strategie

Entscheidung

über den

Fortgang der

Untersuchung

Test 1

Treatment A

Test 2

Treatment B

Test 3

Treatment C

Verarbeitung der Informationen bei Entscheidungen


Beispiel mit p 1 strategiematrix

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beispiel mit P ≠ 1 Strategiematrix


Validit tsmatrix f r behandlung t

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Validitätsmatrix für Behandlung t


N tzlichkeit der diagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Nützlichkeit der Diagnostik

  • Die Nützlichkeit diagnostischen Vorgehens hängt nicht nur von den Kosten der Diagnostik ab, sondern auch von den Bewertungen (payoff), welche den Kriteriumswerten, z. B. die Erfolgsabstufungen, zugeordnet werden.

  • Payoff:


Payoff funktion

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

tC

tB

tA

ERWARTETER

NUTZEN

Mittelwert

FÄHIGKEIT

Payoff-Funktion


Validierung von zuweisungsregeln

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Validierung von Zuweisungsregeln


Gliederung2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Gliederung3

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

2. Persönlichkeits- und Lerntheorien

2.1 Typtheorien

2.2 Traittheorien

2.3 Psychodynamische Theorien

2.4 Soziale Lerntheorien

2.5 Interaktionismus

2.6 Transaktionismus


2 1 typtheorien

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.1 Typtheorien

  • Logische Klassen, gekennzeichnet durch dichotome Merkmale, z.B. psychiatrisches Klassifikationssystem

  • Erweiterung zu Klassen, bei denen die Merkmale abgestuft sind, sog. relationale Klassen

  • Sheldon (1942) postulierte solche relationalen Klassen, wobei er drei physische mit drei korrespondierenden psychischen Dimensionen koppelte:

    • endomorph (weich, rund) - viszeroton (entspannt, isst gerne)

    • mesomorph (muskulös, kräftig) — somatoton (energisch, sich behauptend)

    • ektomorph (zerbrechliche, sensitives Nervensystem) — zerebroton (zurückhaltend, ängstlich)


2 2 traittheorien

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.2 Traittheorien

  • Trait und Verhalten stehen in monotoner Verbindung

  • Konsistente interindividuelle Unterschiede werden postuliert

  • Traits differieren in ihrer Generalität, d.h. in ihrer Situationsunabhängigkeit

  • Fragebogen: Itemformulierung — Häufigkeit, Intensität

  • Beispiele von Traits (Persönlichkeitsfaktoren)


Traittheorien

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Traittheorien

  • Korrelationen zwischen Situationen, in denen derselbe Trait gemessen oder beobachtet wird, geben Aufschluss über Situationseinfluss

  • Situationskonsistenz als Moderatorvariable

  • Korrelation zwischen zwei Variablen unter Berücksichtigung einer Moderatorvariable


2 3 psychodynamische theorien

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.3 Psychodynamische Theorien

  • Verhalten und zu Grunde liegende Personfaktoren müssen nicht in monotoner Beziehung stehen, da Abwehrmechanismen


2 4 soziale lerntheorien

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.4 Soziale Lerntheorien

  • Klassisches Konditionieren, operante positive, negative Verstärkung

  • Laut Skinner wird Verhalten nicht inhaltlich, sondern formal als Reaktionsrate mit einer Norm verglichen.

    →Es gibt Verhaltenslücke, Verhaltensmangel, Verhaltensexzess und Verhalten, das unangemessen ist, wenn es überhaupt auftritt


Verhaltensdiagnostik besteht aus

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Verhaltensdiagnostik besteht aus:

1. Zielbestimmung: Welche Verhaltensweisen sollen in ihrer Auftrittshäufigkeit, Intensität und ihrer Dauer verändert werden?

Weiterhin interessieren hier Veränderungen bezüglich der Bedingungen, unter denen Verhaltensweisen auftreten.

2. Bedingungsanalyse (oder auch funktionale Analyse): Unter welchen Bedingungen wurde das Verhalten erworben und welche Faktoren halten es aufrecht?

3. Therapieplanung: Mit welchen Mitteln lässt sich die angezielte Verhaltens-änderung erreichen?


Verhaltensdiagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Verhaltensdiagnostik

  • Die drei Fragen sind nicht unabhängig voneinander

  • die funktionale Analyse ist von der Zielbestimmung abhängig, kann aber auch Informationen liefern, welche die Zielbestimmung ändern.

  • die Zielbestimmung legt die technischen Mittel fest, ist aber umgekehrt auch von der Realisierungsmöglichkeit der technischen Mittel abhängig


2 5 interaktionismus

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.5 Interaktionismus

  • Begriff leitet sich ab aus statistischer Interaktion

  • Interaktion von Personen (mit interindividuell differierenden Merkmalen) als Personfaktor und Situationsfaktor, der verschiedene Situationen enthält → wirkt auf Verhalten (abhängige Variable)

  • Der Einfluss des Personfaktors auf das Verhalten wird moderiert.


Interaktionismus

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Interaktionismus

  • Interaktion von Person und Situation hat (prozentual) größere Bedeutung als die Summe der einzelnen Effekte des Personfaktors und des Situationsfaktors.

  • Personfaktor:

    • kann rein formal berücksichtigt werden, d.h. Personen nehmen Einfluss auf die abhängige Variable.

    • kann inhaltlich spezifiziert werden, indem Personen bezüglich eines zu messenden Merkmals untersucht werden.

  • Differenzen zwischen Personen in diesem Merkmal bilden sich dann alleine oder in Interaktion mit dem Situationsfaktor in der abhängigen Variable ab.


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Modell von Humphrey & Revelle

Situationsspezifische

Moderatoren

Vigilanzaufgaben

Leistung: Informations-

verarbeitung und

Aufgaben

Anreiz

Zustände

Motivationale

Richtung und Intensität

Personenfaktoren, Traits

Reaktionszeit

Info.transfer-

aufgaben

Leistungs-

motiv

Leistungs-

motivation

Annäherungs-

tendenz

Buchstabensuche

TAT

einfache Matheaufg.

Erfolg/

Misserfolg

Anstrengung

bei der Bearb-

eitung

Informations-

durchfluss

Ängstlichkeit

Angst

Vermeidungs-

tendenz

STAI Trait

GRC/SAT

Ich-

Bedrohung

Komplexe

Aufgaben

Analogie-Aufgaben

Proofreading

Tageszeit

Impulsivität

Aktivation

KZG

IPI Impulsivität

Drogen,

Stimulantien

Wiedererkennen

KZG-

Aufgaben

Freie Wiedergabe

Zeitvorgabe

Gedächtnissuche


Anmerkungen zum modell

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

KZG-Leistung

KZG

Informationsdurchfluss

Informations-transfer

Yerkes-Dodson-Gesetz (1908)

Arousal

Anmerkungen zum Modell

  • Auf der Seite der Aufgabe (=Situation)


Anmerkungen zum modell1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Leistungsmotivation als State/Prozess

Misserfolg

Erfolg

Leistungsmotiv als zeitstabiles Merkmal: regt State an

Anmerkungen zum Modell

  • Auf der Seite der Motivation (Person)


Anmerkungen zum modell2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Angst als State/Prozess

Misserfolg

Erfolg

Ängstlichkeit als zeitstabiles

Merkmal: regt State an

Anmerkungen zum Modell

  • Auf der Seite der Angst (Person)


Eigene untersuchung ohne inhaltliche spezifikation des personfaktors

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Eigene Untersuchung ohne inhaltliche Spezifikation des Personfaktors


Eigene untersuchung ohne inhaltliche spezifikation des personfaktors1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Eigene Untersuchung ohne inhaltliche Spezifikation des Personfaktors


Eigene untersuchung ohne inhaltliche spezifikation des personfaktors2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Eigene Untersuchung ohne inhaltliche Spezifikation des Personfaktors


Kritik am interaktionistischen ansatz

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Kritik am interaktionistischen Ansatz

  • im alltäglichen Leben ist das Verhalten häufiger objektgerichtet, d.h. man verhält sich gegenüber Einstellungsobjekten, in diesem Fall ist aber die Interaktion aus Person und Situation nicht bedeutungsvoll

  • bei objektgerichtetem Verhalten wirkt sich bei Männern demnach eher der Trait aus, wohingegen bei Frauen die Situation eine größere Rolle spielt

  • methodisch gesehen wird nur der Einfluss von Personen, Einstellungs-objekten und Situationen auf das Verhalten geprüft, nicht aber der Prozess, der zur AV führt

  • interaktionistische Ansätze geben keine Auskunft darüber, wie die Abhängigkeit des Verhaltens von den genannten Faktoren (oder Faktoren-kombinationen) zustande kommt, sie erklären nicht, was dabei in der Person abläuft (→ Transaktionismus)


2 6 transaktionismus

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

2.6 Transaktionismus

  • Der Transaktionismus berücksichtigt alle motivationalen Ansätze (Motive, Intentionen und Erwartungen bezüglich der Reaktionen auf eigenes Verhalten, Bewertungen der Reaktionen etc.)


Gliederung4

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Falldarstellung kleiner uwe

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

3. Diagnostische Vorgehensweise

Falldarstellung „Kleiner Uwe“

Verhaltenstheoretischer Fall


Gliederung5

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Gliederung6

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

    4.1 Projektive Verfahren

    4.2 Fragebögen

    4.3 Assessment Center


4 1 projektive verfahren

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

4.1 Projektive Verfahren

  • Bedeutung projektiver Verfahren in Lehre und Praxis

    • Name kennzeichnet die Funktion der Verfahren

    • üblicherweise gibt der untersuchte Inhalt wie Intelligenz oder Konzentration dem Verfahren den Namen


Begriff besser mechanismus der projektion

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Begriff, besser Mechanismus der Projektion

  • ursprünglich einer der von Freud beschriebenen Abwehrmechanismen

  • Freud hat dem Begriff später seine Klarheit genommen:

    • Projektion ist immer an der Wahrnehmung beteiligt und dient somit „der Gestaltung der Außenwelt“.


Definition von frank

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Definition von Frank

  • „Methoden, welche die Persönlichkeit dadurch untersuchen, dass sie die Person einer Situation gegenüberstellen, auf welche die Person entsprechend der Bedeutung reagiert, die diese Situation für sie besitzt. Das Wesen projektiver Verfahren liegt darin, dass es etwas hervorruft, was — auf verschiedene Art — Ausdruck der Eigenwelt, des Persönlichkeitsprozesses der Person ist. (Übersetzung nach Hörmann, 1972)

  • Beziehung zwischen Index (Testverhalten) und Indiziertem (Persönlichkeitsfaktor und/oder Persönlichkeitsprozess)


Verschiedene projektive verfahren

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Verschiedene projektive Verfahren

  • Unterscheidung in inhaltlich zu interpretierende Verfahren (z.B. TAT) vs. nach formalen Kriterien zu interpretierende Verfahren (z.B. Rorschach).

  • entsprechend verstand Rorschach auch sein Verfahren als wahrnehmungsdiagnostisches Experiment.


Projektionsbegriff mechanismus

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Projektionsbegriff/-mechanismus

  • klassischer Projektionsbegriff/-mechanismus erwies sich zu eng

  • 3 weitere wurden hinzugefügt:

    • Attributive Projektion

    • Autistische Projektion

    • Rationalisierende Projektion


Weitere projektionsbegriffe

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Weitere Projektionsbegriffe

  • Attributive Projektion:

    • Da die Person zu wenig zwischen sich selbst und anderen unterscheidet, überträgt sie eigene Merkmale auf andere.

  • Autistische Projektion:

    • Die wahrgenommene Umwelt wird derart verändert, dass sie den Bedürfnissen der wahrnehmenden Person gerecht wird.

  • Rationalisierende Projektion:

    • Auch hier wird wie bei der autistischen Projektion die Umwelt verändert wahrgenommen, doch nun mit dem Ziel, emotionale Zustände und Bedürfnisse der wahrnehmenden Person verständlich werden zu lassen.


Drei projektionsebenen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Drei Projektionsebenen

  • Opinion

  • Overt

  • Implicit Behavior

  • Im Projektionsverhalten kommen zunehmend unbewusste Haltungen und Wünsche der Person zum Ausdruck.


Projektive verfahren als misperception test

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Projektive Verfahren als „misperception test“

  • Da Wahrnehmung ein aktiver Gestaltungs-prozess ist, wird argumentiert, dass nur die Abweichung von einer Norm von Interesse sei.

  • entsprechend gibt es Normantworten z.B. für den Rorschach, dort Populärantworten genannt.


Rolle des stimulusmaterials

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Rolle des Stimulusmaterials

  • meist recht unstrukturiertes Material, um möglichst viele Personen anzusprechen

  • im TAT soll sich die Person mit dem Helden der Geschichte identifizieren, was nach Hörmann vielfach jedoch nicht geschieht


Dimensionen der projektionsbegriffe

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Dimensionen der Projektionsbegriffe

  • Holmes unterscheidet an gängigen Projektions-begriffen zwei bipolare Dimensionen:

    • Die Person projiziert Eigenschaften und Motive, die sie selbst hat oder andere.

    • Die Person ist sich der projizierten Eigenschaften bewusst oder nicht bewusst. Die Kombination ergibt vier Projektionsarten.


Belege f r die projektion

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Belege für die Projektion

  • Komplementäre Projektion:

    • Projektion der Eigenschaften anderer, worüber man sich bewusst ist

    • z.B. nehmen geängstigte Kinder Gesichter stärker Angst einflößend wahr, als nicht ängstliche (ähnelt der rationalisierenden Projektion)

  • Attributive Projektion:

    • Projektion eigener Eigenschaften, worüber man sich bewusst ist

    • z.B. werden unangenehme eigene Eigenschaften sozial nahen anderen Personen zugeschrieben, um sich selbst zu entlasten.


Belege f r die projektion1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Belege für die Projektion

  • Holmes findet keine Belege für die beiden anderen Projektionsarten, bei denen nicht bewusste eigene Eigenschaften oder Eigenschaften anderer projiziert werden.

  • Damit erübrigen sich projektive Verfahren, da Eigenschaften und Motive auch erfragt werden können.


Validit t projektiver verfahren

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Validität projektiver Verfahren

  • Merkmalsvalidität des Rorschach ist gering, da — so orthodoxe Rorschachianer —gestalthafte Zusammenhänge zwischen den Merkmalen nicht berücksichtigt werden

  • gestalthafte Zusammenhänge können formal als multiplikative (konfigurale) Verknüpfung von Merkmalen gesehen werden


Validit t projektiver verfahren1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Validität projektiver Verfahren

  • Interpretationsvalidität impliziert die Interpretationen des Diagnostikers, und somit die Interpretation gestalthafter Zusammen-hänge — soweit der Diagnostiker gestalthafte Zusammenhänge berücksichtigt hat.

  • diese Validität fällt jedoch im Allgemeinen nicht höher aus als die Merkmalsvalidität.


Validit t projektiver verfahren2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Validität projektiver Verfahren

  • McCIelland bricht eine empirische Lanze für projektive Verfahren:

    • sich selbst zugeschriebene Merkmale

      • wie sie im Fragebogen erfasst werden

    • und Merkmale (implizite Motive)

      • ermittelt über die Fantasie, die sich z.B. in TAT­Geschichten äußert

    • korrelieren nur sehr gering.

    • aufgezeigt wird das an den Motiven bzw. Merkmalen „Leistung, Macht und Affiliation“.


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Begr ndung f r mcclelland

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Begründung für McClelland

  • selbstzugeschriebene Merkmale

    • Vorhersage kurzfristiger spezifischer Reaktionen in spezifischen Situationen

    • Bedürfen der äußeren Anregung, also extrinsischer Motivation

    • Erwerb über sprachlich vermittelte Lernvorgänge

    • sie sind bewusst, zumindest bewusstseinsfähig: Ziele werden festgelegt und nach ausgearbeiteten Plänen volitional verfolgt

    • sind an neocorticale sprachnahe Regionen gebunden

    • Bei großen Schwierigkeiten, also bei großer Distanz zwischen Ist- und Sollwert, werden die bewusstseinsfähigen selbstattribuierten Merkmale aktiv


Begr ndung f r mcclelland1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Begründung für McClelland

  • implizite Motive

    • Vorhersage langfristiger Verhaltenstrends  intrinsische Motivation

    • vorsprachliche Vermittlung über das Erziehungsverhalten der Eltern und sind somit Folge affektiv eingefärbter Lernvorgänge

    • McClelland bringt implizite Motive mit mittleren Strukturen des Gehirns in Verbindung

    • Implizite Motive leiten das Verhalten eher automatisch regelhaft


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Anlehnung der projektiven verfahren an freud

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Anlehnung der projektiven Verfahren an Freud

  • Die Nähe zu Freud wird auffällig:

    • Implizite Motive entsprechen Vorgängen des Es

    • selbstattribuierte Merkmale spiegeln Funktionen des Ich wider


4 2 frageb gen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

4.2 Fragebögen

  • Arten der Entwicklung von Fragebögen

    • Faktorenanalyse

    • Kontrastgruppenvergleich (MMPI)

    • Rationales Vorgehen (Zuordnung zu Skalen) mit Analyse der Inneren Konsistenz,

    • Theoretische Strategie mit Beurteilungen der Items bezüglich der Zugehörigkeit zu Skalen durch Experten


Herzlich willkommen zur vorlesung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Einfluss der entwicklungsart auf die validit t

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Einfluss der Entwicklungsart auf die Validität

  • Studie von Goldberg und Hase

    • Verwendung der genannten Strategien

    • zur Kontrolle: stilistische und Zufallsstrategie

    • Von 152 Studienanfängerinnen waren jeweils die Werte von 13 Kriterien bekannt, die folgenden allgemeinen Kategorien angehörten:

      a) soziale Konformität

      b) peer ratings bezüglich Soziabilität

      c) Popularität

      d) Studienleistung

      e) Studieninteresse


Studie von goldberg hase

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Goldberg & Hase

  • Pro Strategie wurden 11 Skalen entwickelt

  • Pro Strategie wurde zwischen den Skalen und jedem der 13 Kriterien eine multiple lineare Korrelation errechnet

  • Pro Strategie wurden die 13 multiplen linearen Korrelationen gemittelt

  • Diese Werte sind in der ersten Reihe der Tabelle angegeben


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Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Studie von goldberg hase1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Goldberg & Hase

  • Gesamtstichprobe wurde in zwei gleich große Untergruppen geteilt

  • Für jede Untergruppe wurde pro Strategie die multiple lineare Regressionsgleichung zur Vorhersage eines jeden der 13 Kriterien bestimmt.

  • Diese Regressionsgleichungen wurden in der jeweils anderen Untergruppe zur Vorhersage der Kriterien genutzt.

  • Es handelt sich also um eine doppelte (2 Untergruppen) Kreuzvalidierung.

  • Die für die jeweilige Untergruppe vorhergesagten 13 Kriterienwerte pro Strategie wurden mit den tatsächlichen Kriterienwerten korreliert

  • Diese 13 Korrelationen als Schätzung für das multiple R pro Kriterium nach der Kreuzvalidierung wurden zum Durchschnitt gemittelt. Sie sind in der zweiten Reihe der Tabelle aufgeführt.


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Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Studie von goldberg hase2

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Goldberg & Hase

  • Goldberg vermutete, dass sich einzelne Kriterien in Abhängigkeit von der Strategie besser, andere schlechter vorhersagen lassen, dass also eine Interaktion besteht zwischen Strategien und Kriterien.

  • in einer Re-Analyse der Daten konnte er in der Tat nachweisen,

    • dass ein leicht vorhersagbares Kriterium (peer ratings der Soziabilität) mit Hilfe der faktorenanalytisch entwickelten 11 Skalen am besten im Rahmen der Kreuzvalidierung vorhersagbar war,

    • während die Vorhersage mit Hilfe der Skalen, die über die Kontrastgruppenstrategie entwickelt wurden, am schlechtesten gelang


Studie von goldberg hase3

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Goldberg & Hase

  • letztgenannten Skalen waren diejenigen, die bei allen Kriterien mäßige Vorhersagegenauigkeit aufwiesen

  • faktorenanalytisch zeigten entwickelten Skalen entweder hohe oder sehr geringe Vorhersagegüte

  • Cronbach und Gleser sprechen daher einem Verfahren wie dem MMPI den Charakter eines Breitbandverfahrens zu, das bezüglich einzelner Kriterien wenig Genauigkeit zeigt

  • Umgekehrt verhält es sich bei den faktorenanalytisch entwickelten Verfahren, z.B. dem FPI oder dem Giessen-Test.


Frageb gen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Fragebögen

  • Alle Fragebögen leiden unter Antwortver-zerrungen:

    • Antwortstile

    • Sets

  • Diagnostische Aussagen sollten daher aufgrund nur eines Verfahrens nicht getroffen werden


4 3 assessment center

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

4.3 Assessment Center

  • Dient der Personalauswahl und –weiterentwicklung

  • Personen werden bei verschiedenen Übungen von Beurteilern beobachtet und eingeschätzt

  • Übungen sollen von ihren Tätigkeitsanforderungen der Arbeit am Arbeitsplatz nahe kommen - der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Methoden der Erhebung diagnostischer Information im Rahmen der Personalauswahl und –weiterentwicklung

  • Aus theoretischer Perspektive handelt es sich um einen interaktionistischen Ansatz.


M gliche bungen im ac

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Mögliche Übungen im AC

  • Gruppendiskussion

  • Rollenspiel

  • Präsentation

  • Postkorb


Beurteilungsdimensionen im ac

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Beurteilungsdimensionen im AC

  • Auf Grund von Beobachtungen werden auf folgenden Dimensionen und Unterdimensionen (in Klammem) Urteile getroffen:

    • Administrative Fähigkeiten (Organisations- und Planungsfähigkeit, Entscheidungskraft, Verantwortungsbewusstsein)

    • Soziale Kompetenz (Durchsetzungs- und Überzeugungskraft, Empathie, soziale

    • Flexibilität, emotionale Kontrolle, Selbstbewusstsein)

    • Kognitive Kompetenz (Intelligenzhöhe, Sprachbeherrschung)

    • Leistungsverhalten (Konzentration, Ausdauer, Stressresistenz, Frustrationstoleranz)


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Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

  • Durch Mittelung der Urteile pro Dimension wird die Reliabilität und damit indirekt die Validität erhöht.

  • Sind diese Urteile im Sinne des interaktion-istischen Ansatzes die Personwerte als Abstufungen auf dem Personfaktor oder die abhängigen Variablen?


Kritik am assessment center

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Kritik am Assessment Center

  • Beziehung zwischen beobachtetem Verhalten (Index) und dem Urteil auf den Dimensionen (Indiziertes) ist nicht genau spezifiziert

  • Dennoch ist die Interurteilerübereinstimmung nach Training des Urteils (Interater-Reliabilität) erstaunlich hoch.

  • Die Durchführung eines solchen Assessments ist wegen des zeitlichen Aufwands und wegen der Beteiligung mehrer Urteiler sowie eines Moderators, der die Kontakte zwischen Urteilern und Beurteilten lenkt, recht kostenintensiv.


Gliederung7

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Gliederung8

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

5. Klinische versus statistische Urteilsbildung

5.1 Statistische Urteilsbildung

5.2 Klinische Urteilsbildung

5.3 Vergleich von statistischer und klinischer Urteilsbildung

5.4 Systemische Diagnostik

5.5 Validität der Vorhersagen


5 1 statistische urteilsbildung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

5.1 Statistische Urteilsbildung

  • Bei der Darstellung der normativen Diagnostik wurden Gesetze als Implikationen (wenn a, dann b) dargestellt, bei denen die Variablen a und b vorliegen oder nicht, d.h. wahr oder falsch sind

  • Eine solche grobe Abstufung innerhalb der Variablen gibt es sicherlich häufig in der praktischen psychologischen und psychiatrischen Diagnostik.

  • Testdaten liegen jedoch meist in quantifizierter Form vor, wobei im allgemeinen Intervallskalenniveau dieser Testvariablen erhofft wird.

  • Diese Testvariablen können als Prädiktoren genutzt werden, ein gegenwärtiges oder zukünftiges Kriterium vorherzusagen.


Vorgehen bei der statistischen urteilsbildung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Vorgehen bei der statistischen Urteilsbildung

  • Ermittlung von linearen multiple Regressionsgleichungen an einer ersten Stichprobe

  • Vorhersage der entsprechenden Kriterien für eine andere Stichprobe mit Hilfe der Gleichungen, wobei die Prädiktorwerte der Personen der zweiten Stichprobe in die Regressionsgleichung eingesetzt werden (Kreuzvalidierung).

  • Die Güte (Validität) dieser Vorhersagen lässt sich prüfen, indem die vorhergesagten Kriteriumswerte der Personen der zweiten Stichprobe mit ihren tatsächlichen Kriteriumswerten korreliert werden.


5 2 klinische urteilsbildung

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

5.2 Klinische Urteilsbildung

Klinische Urteilsbildung liegt vor, wenn Diagnostiker (Kliniker) auf Grund der Prädiktorwerte einer Stichprobe von Personen sowie weiterer, z.B. durch Beobachtung gewonnener diagnostischer Informationen, Vorhersagen über einen gegenwärtigen oder zukünftigen Kriteriumswert dieser Personen treffen. Wie oben lässt sich die Güte dieser Vorhersagen prüfen.


5 3 vergleich der methoden

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

5.3 Vergleich der Methoden

  • 1954: Veröffentlichung von 20 Untersuchungen, in der die Güte von klinischen mit der von statistischen Vorhersagen verglichen wurde

  • Meehl rüttelte damit die Diagnostiker (Kliniker) aus ihrer Selbstgefälligkeit, da bei 19 der 20 Vergleiche die statistische Vorhersage der klinischen überlegen war.

  • Dieses Ergebnis hat Diagnostiker (Kliniker) nicht ruhen lassen, um ihre größere Güte zu belegen.


Studie von sawyer

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Sawyer

  • Sawyer hat in einem Vergleich von 45Studien unterschieden zwischen:

  • klinischer und statistischer oder mechanischer Art der Datenverknüpfung

  • klinischer und mechanischer Datenerhebung

  • Durch Interview und Beobachtung werden Daten durch Kliniker gewonnen und mit Hilfe psychometrischer Tests mechanisch erhoben.


Studie von sawyer1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Studie von Sawyer


Die diagnostische situation

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Die diagnostische Situation

  • Bei der Durchführung standardisierter Tests sollte die diagnostische Information lediglich durch den Untersuchten zustande kommen, wobei er alleiniger Träger der diagnostischen Information ist.

  • das Testverhalten wird jedoch auch in standardisierten diagnostischen Situationen durch weitere Faktoren beeinflusst

  • Diagnostik durch Übertragung und Gegenübertragung verletzt gezielt die Standardisierung der diagnostischen Situation.

  • Die Interaktion zwischen Untersuchtem und Diagnostiker wird zum Träger der diagnostischen Information


5 4 systemische diagnostik

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

5.4 Systemische Diagnostik

  • Im Rahmen systemischer Diagnostik wird das gesamte System, z.B. die Familie, die Schulklasse, diagnostiziert.

  • Dabei gilt nicht dem Einzelnen des Systems das diagnostische Interesse, sondern vielmehr der Beziehung zwischen den Elementen des Systems.

  • Da die Art der Beziehungen zwischen den Elementen Störungen eines Elements, einer Person, bedingen kann, gilt es therapeutisch die Art der Beziehung zu ändern, z.B. durch paradoxe Interventionen.


5 5 validit t der vorhersagen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

5.5 Validität der Vorhersagen

  • Typischer Versuch zur Analyse der Validität diagnostischer bzw. klinischer Vorhersagen

  • Untersuchung zum Einfluss der diagnostischen Informationsmenge auf die Urteilsvalidität


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Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung


Gliederung9

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Gliederung

  • Ziel, Struktur und Funktion der Diagnostik

  • Persönlichkeits- und Lerntheorien

  • Diagnostische Vorgehensweise

  • Probleme der jeweiligen diagnostischen Vorgehensweise und des jeweiligen diagnostischen Instruments

  • Klinische vs. Statistische Urteilsbildung

  • Kognitive sowie formal-deskriptive Modell des Diagnostizierens, typische Fehler beim Diagnostizieren


Gliederung10

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Gliederung

6. Modelle des Diagnostizierens

6.1 Diagnostizieren als Schlussfolgerung vs. Diagnostizieren als Verstehen

6.2 Strukturen des LZG

6.3 Aktivitäten beim Diagnostizieren

6.4 Faktoren, die das Urteil beeinflussen

6.5 Deskriptive formale Modelle


6 1 schlussfolgern versus verstehen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

6.1 Schlussfolgern versus Verstehen

  • Diagnostizieren kann mit Hilfe eines allgemeinen Informationsverarbeitungsmodells beschrieben werden.

  • Experiment zur Unterscheidung von Enkodier- und Verarbeitungsprozessen beim Diagnostizieren.

  • Im Experiment muss auf Grund diagnostischer Informationen die Wahrscheinlichkeit einer von zwei sich gegenseitig ausschließenden und erschöpfenden diagnostischen Hypothesen angegeben werden.


Schlussfolgern versus verstehen

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Schlussfolgern versus Verstehen

  • Die Hypothesen gelten für klinische Fälle. Es können jedoch auch im eignungsdiagnostischen Bereich die beiden Hypothesen „wird beruflich erfolgreich vs. nicht erfolgreich“ sein.

  • Als deskriptives Modell, das den Überlegungen zu Grunde liegt, fungiert hier das Bayes‘sche Theorem.

  • Auf Grund des Experiments wird aufgezeigt, dass Verstehen ein Enkodiervorgang ist, während Schlussfolgern zusätzliche kognitive Vorgänge impliziert


Bayes theorem

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Bayes-Theorem

Informationen und Schlussfolgerungen


Experiment

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Experiment

  • Logisch gesehen sind beide Verifikationen gleich und beide Falsifikationen auch.

  • Psychologisch dagegen gibt es einen beträchtlichen Unterschied, da affirmative Information effektiver verarbeitet wird und sich somit stärker auswirkt.

  • Fall I: H1: 20 % Wahrscheinlichkeit, H2: 80 % Wahrscheinlichkeit (H1 << H2)

    Zustand relativer Sicherheit

  • Fall II: H1: 56 % Wahrscheinlichkeit, H2: 43 % Wahrscheinlichkeit (H1 ~ H2)

    Zustand maximaler Unsicherheit, daher wird jede Info sehr effektiv


Ergebnisse des experiments

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Ergebnisse des Experiments


6 2 strukturen des beim diagnostizieren eingesetzten langzeitged chtnisses

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

6.2 Strukturen des beim Diagnostizieren eingesetzten Langzeitgedächtnisses

  • Methoden zur Ermittlung dieser Strukturen:

    • Faktorenanalyse

    • multidimensionale Skalierung


6 3 aktivit ten beim diagnostizieren

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6.3 Aktivitäten beim Diagnostizieren

  • Analyserichtung und Analysebereitschaft.

  • Schwierigkeiten bei der Integration von Informationen unterschiedlicher Modalität zu einem sprachlichen diagnostischen Urteil.


6 4 faktoren die das diagnostische urteil beeinflussen

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6.4 Faktoren, die das diagnostische Urteil beeinflussen

  • Primacy-Effekt

  • Bestimmte Wörter

  • Art der Informationen verleitet zu bestimmten Hypothesen

  • Zurückgestellte Hypothesen im LZG werden vergessen, nur zu testende Hypothesen bleiben im AG

  • Lateralisierung


6 5 deskriptive formale modelle

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

6.5 Deskriptive formale Modelle

  • Die deskriptiven formalen Modelle werden unterschieden in

    • Mathematische Wahrscheinlichkeitsmodelle

    • Regressionsmodelle


6 5 1 wahrscheinlichkeitsmodelle

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6.5.1 Wahrscheinlichkeitsmodelle

  • Das Bayes‘sche Theorem ist das am häufigsten genutzte mathematische Wahrscheinlichkeitsmodell.

  • Mit ihm wird geprüft, ob der Diagnostiker die Wahrscheinlichkeiten auf der rechten Gleichungsseite entsprechend der Logik des Theorems zur Wahrscheinlichkeit auf der linken Seite verknüpft.

  • Dazu schätzt er die Wahrscheinlichkeiten auf der rechten und die Wahrscheinlichkeit auf der linken Gleichungsseite.


Wahrscheinlichkeitsmodelle

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Wahrscheinlichkeitsmodelle

  • Die Wahrscheinlichkeiten auf der rechten Seite werden dem Theorem entsprechend zur Wahrscheinlichkeit auf der linken Seite verrechnet und diese errechnete Wahrscheinlichkeit mit der vom Diagnostiker geschätzten verglichen.

  • Die meisten Untersuchungen zeigen recht große Übereinstimmung, die darauf hinweist, dass Diagnostiker der Logik des Theorems folgen und insbesondere die Basisraten berücksichtigen.

  • Wenn jedoch der Diagnostiker die Wahrscheinlichkeiten auf der rechten Gleichungsseite falsch schätzt, mag zwar sein Urteil der Logik des Theorems folgen, es ist jedoch invalide.


6 5 2 regressionsmodelle

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6.5.2 Regressionsmodelle

  • Mit den Regressionsmodellen wird geprüft, nach welcher mathematischen Regel die Daten, die Prädiktoren, zum Urteil verknüpft werden.

  • Unterschieden wird zwischen folgenden Modellen:

    • lineares Modell (y‘ = 1 x 1 + 2 x 2)

    • nicht-lineares Modell (z.B. y‘ =  1 x 1 + 2 sin x 2)

    • konfigurales Modell (z.B. y‘ =  1 x 1+  2 x 2 + 3x 1 x 2),

  • wobei hier der Einfachheit wegen jeweils nur zwei Prädiktoren in die Modelle eingehen


Regressionsmodelle

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Regressionsmodelle

  • Meist behaupten Diagnostiker, nach dem konfiguralen Modell vorzugehen, weil in ihm die multiplikative Verknüpfung zweier Prädiktoren berücksichtigt ist.

  • Diese Verknüpfung impliziert - wie in einer statistischen Interaktion zwischen zwei unabhängigen Variablen -‚ dass die Ausprägung einer Prädiktorvariable nicht unabhängig von der Ausprägung der anderen Variable interpretiert werden darf.

  • Solche „gestalthaften“ Beziehungen postulieren Rorschachianer zwischen den Rorschachkategorien, weswegen ihrer Meinung nach die Berechnung der Merkmalsvalidität als einfache lineare Korrelation zwischen einer Rorschachkategorie und einem Kriterium nicht ausreiche


Regressionsmodelle1

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Regressionsmodelle

  • Welches der drei Modell die Verknüpfung der Prädiktoren am genauesten wiedergibt, wird folgendermaßen pro Diagnostiker geprüft:

    • Der Diagnostiker hat an einer ersten Stichprobe von Personen, deren Prädiktorwerte in z.B. zwei Prädiktoren vorliegen, ein diagnostisches Urteil pro Person zu treffen.

    • So hat er z.B. auf Grund der Prozentzahl von Ganzantworten sowie der Prozentzahl von Farbformantworten im Rorschach pro Person das Ausmaß an emotionaler Labilität zu beurteilen.

    • Mit diesen vorliegenden Daten werden pro Modell die -Gewichte bestimmt.

    • Mit Hilfe der drei Modelle werden für eine zweite Stichprobe von Personen Vorhersagen getroffen, indem die Werte einer jeden Person in die jeweilige Gleichung eingesetzt und zum Urteil verrechnet werden


Regressionsmodelle2

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Regressionsmodelle

  • Auch der Diagnostiker hat auf Grund der Prädiktorwerte der Personen der zweiten Stichprobe diagnostische Urteile zu fällen.

  • Pro Modell werden die mit Hilfe des Modells errechneten Urteile mit denen des Diagnostikers korreliert (Kreuzvalidierung).

  • Dasjenige Modell gilt als das angemessenste, bei dem die Korrelation am höchsten ausfällt.

  • In den meisten Fällen erweist sich das lineare Modell als am angemessensten, womit der Anspruch, die Prädiktoren konfigural zum Urteil zu verknüpfen, zurückgewiesen werden muss.

  • Als Kritik an dieser Modellierung ist anzumerken, dass die Prädiktorwerte als objektive, nominale Stimuli in die Modelle eingehen und nicht als subjektive, funktionale, wozu sie der Diagnostiker erst macht, bevor er sie zum Urteil verknüpft.

  • D.h. der Enkodiervorgang bleibt unberücksichtigt


6 5 3 das linsenmodell

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

6.5.3 Das Linsenmodell

  • Vor demselben Problem steht das „Linsenmodell“, das dem Brunswik’schen „probabilistischen Funktionalismus“ entstammt.

  • Bei diesem Ansatz wird der Frage nachgegangen, wie weit sich der Mensch probabilistischen Beziehungen in seiner Umwelt anpasst.

  • Entsprechend wird zwischen organismischem (menschlichen) und ökologischem System unterschieden.


Das linsenmodell

Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Das Linsenmodell

  • Auch dieses Modell erlaubt nicht-lineare Zusammenhänge zu erfassen, was aber voraussetzt, dass der Funktionstyp in beiden Systemen gleich ist.

  • Nicht-Linearität tritt selten auf, d.h. auch hier ist der Diagnostiker ausreichend genau mit linearen Modellen zu charakterisieren.

  • Untersuchungen zeigen, dass Diagnostiker das Ausmaß der Linearität im ökologischen System, d.h. zwischen Prädiktoren und einem Kriterium meist überschätzen.


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Diagnostische Verfahren und Urteilsbildung

Organismisches System

Urteilsvalidität Leistung (ra)

X1

Xn

Xi

X2

„Wahrer“ Zustand

Distale

Variable

Beurteilter Zustand

Schätzung des Urteilers

Ye

Ys

Daten (Xi)

Ökologisches System


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