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März 2009

Ewa Sojka Jugendmilieus in Deutschland – Schlussfolgerungen für die gewerkschaftliche Jugendarbeit. März 2009. Gliederung. Fragenkatalog / Untersuchungsdesign Auswahl der Studien (Methodische Angaben und Probleme) Kernaussagen Offene Fragen. Fragenkatalog/Untersuchungsdesign.

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März 2009

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  1. Ewa SojkaJugendmilieus in Deutschland – Schlussfolgerungen für die gewerkschaftliche Jugendarbeit März 2009

  2. Gliederung • Fragenkatalog / Untersuchungsdesign • Auswahl der Studien (Methodische Angaben und Probleme) • Kernaussagen • Offene Fragen

  3. Fragenkatalog/Untersuchungsdesign • Welche Werteorientierungen und Einstellungen herrschen vor? • Welche politischen und gesellschaftlichen Themen sind für Jugendliche relevant? • Welche konkreten Forderungen an Politik, Wirtschaft, Arbeitgeber und vor allem an Gewerkschaften haben sie? • Wie nutzen Jugendliche heute Medien? • Wie ist die Selbsteinschätzung zur wirtschaftlichen Situation? • Welche gewerkschaftspolitischen Mobilisierungspotentiale finden sich in den unterschiedlichen Jugendmilieus? • Welches Utopiepotential hinsichtlich gesellschaftlichen Zusammenlebens gibt es?

  4. Auswahl der Studien • DJI-Jugendsurvey 2003 • 15. Shell Jugendstudie, 2006 • Sinus Milieustudie U27, BDKJ/Misereor, 2008 • JIM Studie 2008. Jugend, Information, (Multi-)Media. • Demographischer Wandel, 2007 • DGB-Index Gute Arbeit 2008 • TRI*M DGB Potenzialstudie, 2008 • Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland (ipos) 2002 • Neue Orientierungen und Engagementformen von Jugendlichen Arbeitnehmer/innen 2003

  5. Probleme / Schwachstellen der Studien • Vergleichbarkeit der Daten ist zum Teil schwierig, da die verschiedenen Studien: • unterschiedliche Altersgruppen beschreiben • bei der Auswertung unterschiedliche Alterscluster bilden • unterschiedliche Fragestellungen verwenden und • innerhalb der gestellten Fragestellungen unterschiedliche Aspekte beleuchten. • Analysen werden wenig differenziert durchgeführt – der Fokus auf „die Jugend“, die „jungen Männer“/ „jungen Frauen“ verschleiert vorhandene Unterschiede.

  6. Kernaussagen

  7. 1. Welche Werteorientierungen und Einstellungen herrschen vor?

  8. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Wertorientierungen Die meisten Wertorientierungen werden von Jugendlichen als wichtig und bedeutend eingeschätzt. Es gibt viele Schnittmengen zwischen den Wertedimensionen und keineswegs ein Gegeneinander. • Im Vergleich zu 2002 haben die Dimensionen an Bedeutung gewonnen, die die soziale Beziehungsnahebene der Jugendlichen betreffen (Freundschaft, Partnerschaft, Familie und soziale Kontakte). • Zudem ist es wichtiger geworden „von anderen Menschen unabhängig zu sein“ und „gesundheitsbewusst zu leben“. • Abgenommen hat dagegen die Wichtigkeit „die eigenen Bedürfnisse gegen andere durchzusetzen“. • Religiosität spielt im Wertesystem der Jugend weiterhin nur eine mäßige Rolle (besonders bei männlichen Jugendlichen)

  9. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Werteorientierungen und Geschlecht Männliche und weibliche Jugendlich haben verschiedene Akzentsetzungen in der eigenen Lebensgestaltung • Mädchen und junge Frauen sind „wertebewusster“ (Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, soziales Engagement, sozialen Nahbeziehungen und Sekundärtugenden (besonders Ordnung und Sicherheit)). • Männliche Jugendliche sind eher konkurrenz- und wettstreitorientiert.

  10. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Wertorientierungen - Unterschiede • Hedonistische Wertorientierung und die Wertorientierungen „kritisch sein“ und „viel Geld verdienen“ werden eher von der jüngeren Altersgruppe und von Jugendlichen mit einem niedrigeren Bildungshintergrund vertreten. • In Ostdeutschland zeigt sich im Vergleich zu 2002 ein „aktiveres“ Verhalten, dort hat der Anteil der Macher und Idealisten zugenommen. • Die Unterscheidung nach Geschlecht zeigt, dass junge Frauen häufiger unter den Idealisten, junge Männer unter den Materialisten zu finden sind.

  11. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Geschlechtsrollenorientierungen • Die Rollenbilder haben sich in den letzten 10 Jahren deutlich gewandelt: Traditionelle Rollenbilder verlieren zu Gunsten egalitärer Vorstellungen an Bedeutung. • Männliche Jugendliche befürworten häufiger traditionelle Rollenbilder. • Die Ablehnung traditioneller Rollenbilder nimmt mit dem Alter zu. • Früher bestehende, stark ausgeprägte Unterschiede zum Geschlechterrollenverständnis zwischen Ost und West haben sich weitgehend angenähert. • Jugendliche mit Migrationshintergrund sind traditioneller eingestellt als einheimische Jugendliche.

  12. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Migration und Fremdenfeindlichkeit • Jugendliche sind bezüglich der Toleranz im Alltagsverhalten gespalten: nur 46 % haben keinerlei Vorbehalte gegenüber oftmals stigmatisierten Bevölkerungsgruppen in der Nachbarschaft. • Die Vorbehalte hängen stark mit dem Bildungsniveau zusammen: je höher die Bildung, desto geringer die Vorbehalte. • Insgesamt sind die Vorbehalte in Ostdeutschland nach wie vor höher ausgeprägt. • 58% lehnen den weiteren Zuzug von Migranten nach Deutschland ab. • Rückläufig ist der Anteil der Jugendlichen, die sich im Alltag diskriminiert fühlen (wegen ihres Alters, Geschlechts, Herkunft oder Meinung), bei ausländischen Jugendlichen haben die Diskrimierungserfahren jedoch zugenommen: 63% (2002: 58%).

  13. 1. Wertorientierungen und Einstellungen Demografischer Wandel • 70 % der Jugendlichen halten das Altern der Gesellschaft für ein großes/sehr großes Problem. • Etwa die Hälfte empfindet das heutige Verhältnis zwischen den Generationen als angespannt • Sorge bereitet, dass bei einer wachsenden Anzahl älterer Menschen mehr öffentliche Gelder für deren Belange statt für Jüngere aufgewendet werden müssen. • Mehrheit der jungen Erwachsenen hat sich bereits Gedanken über die finanzielle Vorsorge für das Alter gemacht und knapp jeder Zweite hat eigenen Angaben zufolge bereits konkrete Maßnahmen getroffen • Die gegenwärtige Verteilung des Wohlstandes zwischen den Generationen wird mit 43 % von der Mehrheit der Jugendlichen als gerecht empfunden und 1/3 fordert, dass die Älteren zurückstecken sollten

  14. „Globalisierung“ ist nicht allen Jugendlichen ein Begriff (unter 18-Jährigen: 60 %, über 18-Jährigen: 80 %). Mit Europa und Globalisierung verbinden Jugendliche viele positive Aspekte wie z.B. kulturelle Vielfalt und die Möglichkeiten des Reisens. Dennoch werden mit Europa und Globalisierung auch Probleme wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität assoziiert. Insgesamt wird Europa positiver bewertet als Globalisierung. 1. Politische und gesellschaftliche Themen Europa und Globalisierung

  15. 2. Welche politischen und gesellschaftlichen Themen sind für Jugendliche relevant?

  16. Insgesamt ist der Anteil von jungen Menschen, die sich sicher sind, ihre beruflichen Wünsche auch umsetzen zu können rückläufig (2002: 68%, 2006: 64 %). Dramatisch hat die Zuversicht bei den Auszubildenden abgenommen (2002: 79 %, 2006: 66 %). Die größte Befürchtung der Auszubildenden ist die Übernahme seitens des Betriebs nach Beendigung der Ausbildungszeit. 1/3 der Auszubildenden in Westdeutschland und sogar 50% in Ostdeutschland sind unsicher was die Übernahme betrifft. 2. Politische und gesellschaftliche Themen Berufsbezogene Wünsche und Sorgen

  17. 2. Politische und gesellschaftliche Themen Probleme und Ängste Jugendlicher • Aktuell haben 71 Prozent der Jugendlichen Angst vor einer „schlechten Wirtschaftslage und Armut“ und weitere 69 Prozent fürchten sich ihren „Arbeitsplatz zu verlieren bzw. keinen Arbeitsplatz oder Ausbildungsplatz zu finden“. • Zudem stieg auch die Angst vor einer zunehmenden Migration nach Deutschland. • Andere Ängste, die nicht den unmittelbaren vor allem wirtschaftlichen Lebensraum der Jugendlichen betreffen werden im Gegenzug als weniger bedrohlich eingestuft. • Jugendliche an Hauptschulen und junge Erwachsenen in Ostdeutschland sind bezüglich ihrer Zukunft weniger optimistisch.

  18. 2. Politische und gesellschaftliche Themen Persönliche und gesellschaftliche Zukunftssicht • Gemischte Zukunftssichten: Der Optimismus der Jugendlichen in Bezug auf die persönliche und gesellschaftliche Zukunft hat abgenommen. • Bezüglich der eigenen Zukunft sind 50 % eher zuversichtlich, 42% eher gemischte eingestellt und 8 % beurteilen sie düster • Die Zukunft der Gesellschaft wird generell düsterer gesehen als die eigene. • Die Zukunft der Gesellschaft beurteilen 53 % der Jugendlichen als eher düster und 44 % eher zuversichtlich.

  19. 3. Welche konkreten Forderungen an Politik, Wirtschaft, Arbeitgeber und Gewerkschaften haben Jugendliche?

  20. 3. Forderungen Jugendlicher Gewerkschaftsverständnis und Wissensstand • Es hat sich gezeigt, dass bei Jugendlichen zum Teil ein großes Wissensdefizit in Bezug auf Gewerkschaften besteht. • Ein großer Teil sagt aus, dass sie nicht Mitglied sind, weil sie einfach zu wenig über Gewerkschaften wissen. • Zudem haben sich viele Jugendliche noch nicht mal überlegt, warum sie nicht in einer Gewerkschaft aktiv sind. • Anscheinend sind Gewerkschaften kein Thema, mit dem sich Jugendliche aus eigener Initiative heraus, auseinandersetzen

  21. 3. Forderungen Jugendlicher Vertrauen in gesellschaftliche Gruppierungen/Institutionen • Gewerkschaften (und Bürgerinitiativen) werden weder positiv noch negativ bewertet und liegen genau im Mittelfeld. • Höheres Vertrauen genießen Gerichte, Polizei, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen, die Vereinten Nationen, die Bundeswehr und die EU. • Schlechter bewertet werden die Bundesregierung, Kirche, Unternehmerverbände und Parteien. • Jedoch zeigt sich, dass das Vertrauen in die Unternehmerverbände in Zeitvergleich angestiegen ist, während das Vertrauen in Gewerkschaften leicht gesunken ist.

  22. Welchen Organisationen oder Gruppierungen traust du es zu, die Globalisierung in die richtigen Bahnen zu lenken? 77 % für die EU, 68 % für die UN, 59 % für nationale Regierungen. Knapp 50 % für Parteien und NGOs und 22 % sprechen sich für die Lösungskompetenz der Gewerkschaften aus. 3. Forderungen Jugendlicher Lösungskompetenzen der Organisationen

  23. 3. Forderungen Jugendlicher Relevante gesellschaftliche Handlungsfelder • Als wichtigstes Handlungsfeld wird mit 78 % der Arbeitsmarkt gesehen (2002: 70 Prozent). • 50 % geben Familie und Kinder an und • jeweils ca. 40 % Bildung und Altersversorgung. • Das Gesundheitssystem benennen 30 % und • ein Viertel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. • Alle diese Bereiche haben in den letzten Jahren Zuwächse erfahren. • Abgenommen haben dagegen der Umweltschutz und die innere Sicherheit.

  24. 3. Forderungen Jugendlicher Erwartungen an Gewerkschaften • Jugendliche erwarten präferieren keineswegs innovative Angebote, sondern geben ihr Votum für die Gestaltung und Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen: • 95 % erwarten „das Aushandeln von Arbeitsbedingungen“, • 93 % die „Verbesserung der Qualität der Ausbildung“ und • 88 % den „Schutz vor Willkür im Betrieb“ und • 81 % finden gewerkschaftliche Jugendarbeit wichtig. • Was sollte verändert/verbessert werden? • Die wichtigste Forderung ist, „dass „jede/r gleichberechtigt mitentscheiden sollte, unabhängig von der Herkunft“. • An zweiter Stelle folgt: „man sollte auch kurze Zeit und ohne weitere Verpflichtung mitarbeiten können“.

  25. 3. Forderungen Jugendlicher DGB-Potenzialstudie • Wichtige und bindungsrelevante Aspekte für junge Beschäftigte: • Im Bereich Erscheinungsbild der Gewerkschaft: • Dass die Gewerkschaft • „ehrlich und glaubwürdig“ ist, • „sich um die Probleme der Beschäftigten im Betrieb kümmert“ • „sofort zur Stelle ist“ sowie dass sie • „die Arbeitswirklichkeit“ der Beschäftigten kennt“ und • „ein Gefühl von Schutz und Sicherheit vermittelt“. • Die Aspekte „ehrlich und glaubwürdig“ sowie „Schutz und Sicherheit“ sehen die Befragten jedoch nur durchschnittlich umgesetzt.

  26. 3. Forderungen Jugendlicher DGB-Potenzialstudie (2) • Im Bereich Tarifpolitik • werden alle Aspekte als wichtig/sehr wichtig erachtet, v. a. jedoch • „die Gestaltung von Arbeitszeiten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (bisher unterdurchschnittlich erfüllt), • „Beschäftigungssicherung“, • „Lohn und Gehalt“, • „Arbeitszeiten“, • „Urlaubsansprüche“ sowie • „leistungsorientierte/ergebnisbezogene Bezahlung“.

  27. 3. Forderungen Jugendlicher DGB-Potenzialstudie (3) • Im Bereich Verhandlungsführung bei Tarifauseinandersetzungen ist wichtig dass: • „Tarifverträge flexibel gestaltet werden, um betriebliche Spielräume zu schaffen“, und • dass sich „die Gewerkschaft für den Erhalt von Flächentarifverträgen einsetzt“. • „Tarifergebnisse ohne Streik zu erzielen“ ist insgesamt bindungsrelevanter als „Streiks als Druckmittel einzusetzen“.

  28. 3. Forderungen Jugendlicher DGB-Potenzialstudie (4) • Im Bereich Leistungsangebot der Gewerkschaft sind von Bedeutung: • „Rechtsberatung in Fragen des Arbeitsrechts und Sozialrechts“ • „die Kostenfreie Vertretung vor Gericht“ und • die „Zahlung von Streikgeld“. • Bei den Bildungsangeboten sind „berufliche Fort- und Weiterbildungsangebote“ eher wichtig und relevant, „politische Bildungsangebote“ dagegen weniger. • Bei den Beratungsleistungen sind die „Arbeitszeugnisberatung“, „Arbeitslosenberatung“, „Rentenberatung“ sowie die „Hilfe bei der Berufswahl Jugendlicher“ die wichtigsten Tätigkeitsfelder.

  29. 3. Forderungen Jugendlicher DGB-Potenzialstudie (5) • Im Bereich Kommunikation und Kontaktaufnahme mit der Gewerkschaft sind wichtig: • „der persönliche Kontakt zum Betriebsrat/Personalrat sowie zu Gewerkschaftsvertretern/Vertrauensleuten im Betrieb“ • „Kontakt zur Geschäftsstelle vor Ort“ und • der „Kontakt zu telefonische Hotline“ • Weniger wichtig sind dagegen • die „Mitgliederzeitung“, • die „Kontaktaufnahme per SMS“ sowie • die „Internetseite der Gewerkschaft“.

  30. 4. Wie nutzen Jugendliche heute Medien?

  31. 4. Mediennutzung Verfügbarkeit von Medien • Jugendliche sind technisch bestens ausgerüstet • Fast alle 12- bis 19-Jährigen haben ein eigenes Mobiltelefon. • Auch auditive Medien sind sehr verbreitet: Jeweils etwa 80% haben einen eigenen CD-Player, ein Radio oder einen MP3-Player • Ein Fernsehgerät und Computer/Laptop besitzen etwa 2/3 der Jugendlichen. • Fast alle Jugendlichen haben bereits Erfahrung mit dem Internet gesammelt • Fast die Hälfte der 12- bis 19-Jährigen liest regelmäßig Zeitung. Zudem lesen zwei Fünftel regelmäßig, also mehrmals pro Woche, Bücher, allerdings ist das Lesen stark durch die Schulbildung bestimmt.

  32. 4. Mediennutzung Fernsehen • Das Fernsehen ist (noch immer) eines der zentralen Medien für Jugendliche: 63 Prozent sehen täglich fern, 29 Prozent mehrmals pro Woche. • Die Dauer der TV-Nutzung steigt mit dem Alter leicht an (12-Jährige 117 Minuten, 18-Jährige 129 Minuten). • Jugendliche bevorzugen insgesamt eindeutig die privaten Fernsehsender: Pro7 ist nach wie vor der beliebteste Sender der sowohl weiblichen als auch männlichen 12- bis 19-Jährigen.

  33. 4. Mediennutzung Musiknutzung • Musikhören hat eine zentrale Bedeutung in der Freizeitgestaltung der Jugendlichen • Tägliche Musiknutzung: • 53 % Radio, • 46% MP3-Player, • 37% Computer • 27% Handy. • 20% Internet.

  34. 4. Mediennutzung Computer • 9 von 10 Jugendlichen nutzen den Computer mindestens einmal in der Woche, etwas häufiger Jungen, ältere Jugendliche und Gymnasiasten. • Die häufigsten Offline-Tätigkeiten sind: • Arbeiten für die Schule (38 %), • Computerspiele (31 %), • das Schreiben von Texten (28 %), • Zusammenstellung von Musik-CDs/MP3- Dateien (18 %), • Bild- oder Videobearbeitung (14 %) oder • die Nutzung von DVDs (10 %).

  35. 4. Mediennutzung Internet • 2/3 nutzen das Internet täglich und 1/5 mehrmals die Woche  84 Prozent der Jugendlichen sind regelmäßige Nutzer • Während die Nutzungsstruktur zwischen Jungen und Mädchen ähnlich ist, steigt die Nutzungshäufigkeit mit dem Alter und dem Bildungsniveau an. • Online-Tätigkeiten (mind. mehrmals pro Woche): Instant Messenger (73%), Online-Communities (57 %), E-Mails (49 %), Musik hören (47 %), einfach drauf los zu surfen (44 %), Recherche (39 %), Wikipedia (33%), aktuelle Meldungen und Nachrichten (33 %), Chats (29 %), Filme oder Videos (26 %) und Newsgroups (22 %).

  36. 4. Mediennutzung Handy • 95 Prozent haben ein eigenes Handy, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Bildungshintergrund • Abrechnungsmodalitäten: 30 Prozent Festvertrag, die restlichen 70 Prozent besitzen eine aufladbare Prepaidkarte, (vor allem die jüngeren Altersgruppen) • Gymnasiasten neigen eher zum Festvertrag als Hauptschüler oder Realschüler. • Die durchschnittlichen Handykosten betragen 17,28 Euro pro Monat.

  37. 4. Mediennutzung Medienbindung und Glaubwürdigkeitder Medien • Während Kinder noch eine sehr starke Bindung an das Fernsehen aufweisen, verschiebt sich diese Präferenz mit zunehmendem Alter Richtung Computer und Internet. • Jugendliche sprechen – trotz der Dominanz der elektronischen und meist digitalen Medien in der alltäglichen Nutzung – zu einem großen Teil der Tageszeitung das größte Vertrauen aus, an zweiter Stelle folgt das Fernsehen.

  38. 5. Wie ist die Selbsteinschätzung zur wirtschaftlichen Situation der Jugendlichen?

  39. 5. Wirtschaftliche Situation Finanzieller Hintergrund • Der Wechsel aus der finanziellen Abhängigkeit von den Eltern in die eigene wirtschaftliche Unabhängigkeit ist ein langwieriger Prozess. • Schüler/innen werden fast ausnahmslos unterstützt. • Bei Studenten/innen und Auszubildende sind Eltern eine der wichtigsten Finanzierungquellen • Fast die Hälfte der Arbeitslosen erhält finanzielle Unterstützung • 25% der erwerbstätigen Jugendlichen erhalten monetäre und/oder nicht monetärer Unterstützungsleistungen • In Westdeutschland nimmt der Anteil derjenigen zu, deren hauptsächliche Einkommensquelle die Eltern sind. • Der Anteil der elterlichen Unterstützung sinkt ab dem 18. Lebensjahr, deutlich jedoch erst ab dem 20. Lebensjahr.

  40. 5. Wirtschaftliche Situation Staatliche Unterstützungsleistungen • Deutlich zugenommen hat der Anteil der Jugendlichen, die zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes auf staatliche Unterstützungsleistungen ausweichen. • Ostdeutsche Jugendliche/junge Erwachsene sind öfter auf staatliche Transferleistungen angewiesen und verfügen im Durchschnitt über ein geringeres Einkommen als westdeutsche. • Geschlechterunterschiede: Die durchschnittlichen Einkommen der Mädchen und jungen Frauen sind niedriger als diejenigen der Männer. • Eine dramatische Entwicklung zeigen die Auszubildenden: Im Westen erhalten mit 7 Prozent (1999: 4 %) jetzt knapp doppelt und im Osten mit 17 Prozent (1999: 5 %) gut dreimal so viele Befragte öffentliche Unterstützungsleistungen.

  41. 5. Wirtschaftliche Situation Einkommenshöhe • Insgesamt haben Studenten mehr Geld zur Verfügung als Auszubildende. • Die meisten in Vollzeit Erwerbstätigen beziehen ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro (West: 58 %, Ost: 49 %). • Über 1.500 Euro erhalten 23 % im Westen und 15 % im Osten. • 12 % im Westen und sogar 26 % im Osten erhalten nur zwischen 700 und 1.000 Euro monatlich.

  42. 5. Wirtschaftliche Situation Nebenjobs • Der Anteil der Jugendlichen, die nebenbei in ihrer Freizeit jobben ist leicht von angestiegen. Fast die Hälfte der über 15-jährigen Schüler/innen übt eine Tätigkeit neben der Schule aus. • Jugendliche aus Ostdeutschland gehen dabei deutlich seltener einer Nebentätigkeit nach, als Jugendliche in Westdeutschland. • Der Anteil der nebenberuflich jobbenden Auszubilden von 19 Prozent in 2002 auf 23 Prozent im Jahr 2006 angestiegen. • Selbst bei den Berufstätigen, gibt es Befragte, die zusätzlich zu ihrer Haupterwerbstätigkeit eine Nebentätigkeit aufnehmen (West: 15 %, Ost: noch 9 %). • Insgesamt hat der zeitliche Umfang dieser Nebentätigkeiten zugenommen. • Während früher vor allem Jugendliche aus der Oberschicht ihren gejobbt haben, gibt es jetzt kaum noch Unterschiede zwischen den Schichten.

  43. 5. Wirtschaftliche Situation Selbsteinschätzung der aktuellen finanziellen Situation • Insgesamt hat sich die Einschätzung der aktuellen, eigenen finanziellen Situation in den letzten Jahren leicht verschlechtert. • Auch die Einschätzung der zukünftigen ökonomischen Situation ist pessimistischer: Ein Viertel glaubt, dass sich ihre finanzielle Lage weiter verschlechtern wird. • In der Oberschicht geben heute mehr Jugendliche an sich mehr leisten zu können als ihre Freunde, in der Unterschicht sind es immer weniger.

  44. 6. Welche gewerkschaftspolitischen Mobilisierungspotentiale finden sich in den unterschiedlichen Jugendmilieus?

  45. 6. Mobilisierungspotentiale Bedeutung von Gewerkschaftlicher Beratung und Tarifverträgen aus Sicht von Beschäftigten

  46. 6. Mobilisierungspotentiale Frauen und (vor allem) sehr junge Beschäftigte sind seltener organisiert, obwohl sie Gewerkschaften gegenüber überdurchschnittlich positiv eingestellt sind.

  47. 47% der gewerkschaftsnahen Nichtmitglieder arbeiten im Handel (vor allem im Einzelhandel), im Gesundheits- und Sozialwesen und im Kredit- und Versicherungswesen. 78% arbeiten im Dienstleistungsbereich. 6. Mobilisierungspotentiale

  48. 6. Mobilisierungspotentiale •  In nahezu allen Berufsgruppen existiert ein Potential von gewerkschaftsnahen Nichtmitgliedern, das mindestens so hoch ist wie der derzeitige Organisationsgrad • sowohl in jenen Berufsgruppen, die bereits hoch organisiert sind als auch in jenen Berufsgruppen, in denen der Anteil distanzierter Nichtmitglieder dominiert. • In einigen Dienstleistungsberufen übersteigt das gewerkschaftsnahe Potential den realisierten Organisationsgrad um das Vier- bis Fünffache.

  49. Offene Fragen / Probleme • Auf die Frage „Welches Utopiepotential hinsichtlich gesellschaftlichen Zusammenlebens gibt es“ liefern die vorliegenden Jugendstudien keine Antworten. • Gewerkschaften spielen in den Jugendstudien nur am Rande eine Rolle; wenn es allgemein um gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich agierende Organisationen und Institutionen geht. • Auswertungen bzgl. Gewerkschaften werden nur sehr oberflächlich geführt (für alle Befragten), Differenzierungen werden so gut wie nie vorgenommen.

  50. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!!

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